Ausgabe 
27.3.1919
 
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Die Ereignisse in Ungnm.

D rag, 26. März. (WTB.) Meuter. Aus Au da pest wird (Kmdbct, baß das Haupt der militärischen Mis nm, Dberft V t r, verwundet ist uäö kick in 6kfa;:genjdxnt befindet. Major Free- mah von der britischen Militäruriss-on «lang es. aus Budapest zu entkommen. Eurer nußt bestä­tigten Meldung zusvlge soll Karolyi ermor­det worden sein.

ßch« Änmsrat^, DberfHeutramf v. Xylanber *mi bchfnfdzm Genevalstab. Major v. 2 d 11 i - cjez ton sächsischen Genrralstab und der verH'.-d' Vruvtnnrnn Geyer. -- T-? Leitung «er m..itärnclLn &rtrrtunfl übernimmt Oknerai »tyi« V. W risberg vom preußischen Krieg»« tifutijterruir

_ B < rli n. 26. Mär». iDTB. Amtlich.^ Graf - r<Mdorff-Ranbou hält fick fett Tirnst:g wt Weiw.-ir aus. um mit dnn Srdin^t eint Rcibc her durch die ^vorstehenden Fried:nLrrr handln n «en akut gewordenen Fragen zu ^sprech-.-

rie Lieferung der Leben-mittel.

Haag. 26. Mär». (WTB.) Ter Haagn »)rre>vonoent des Wolffbureaus erfäl.ri: Hur die ßtcfdning von Lebensm titeln aus Holland -ommeu außer Kanoffrin, über die bereits m» Handelt wird, noch getrocknete 9artt>ndn, Hülsen- »rüd)te, kondensierte Milch, gefalsruct Scknvine- und Hammeljleiich, sowie Butter schien in ullcr- Eysler Zeit in Frage. Außerdem werden über £*>I(anb von Uebersee Lebensmittel, msbcßmt^rc £ette und Oele zu b^iehen sem. In einer Be- Kwechung. bi«* unter Zuzielmng sömtl'.cher Vertraue nSlcute. der Setter der Rcichsstelle umr I crBütragenber den! scher Stau finite ftatb gefanden Hot. wurde entftimmh sestgestellt, daß nur b*r freie Handel unter Einschaltung einer Zentraseinkoussstelle in der Lage ist. oie aus Grund des Brüsseler Abkommens zulässigen Mcn- «n von Uebersee in schnellster und billigten ^eise nach Deutschland zu bringen. Gerade für die nächsten Dachen, bis der geregelte Transport über See eingesetzt bat, kommt es daraus an, auf diese Weise die in Holland lagernden Lebensmittel su erfassen und für die deutsche Bevölkerung nutz- vor zu machen.

Au» Statt und Land.

Gießen, 27. März 1919.

Magistrat und Presse.

Mit einer wichtigen Neuerung ans kommunalvolitrschem Gebiet ist die Stadt Krefeld vorangegansim.

Wie der Oberbürgermeister von Krefeld in einer Stadtverordnetenlipung am 7. März mit- teilte, sollen in Zukunft alleMagistratsvor» laaen der Presse ebenso zeitig zu- '6en, roic beit Stadtverordneten . da- mit Zeit für eine ö s fe n t l i che K r i t i k an diesen Vorlagen gewonnen werde. Die Stadtverwaltung Krefeld erhofft von btefer Einrichtung fruchtbare Anregungen aus der Bürgerschaft, die bei ®tra» hing ber Vorlagen im Stadlral verwertet werden mnnten. Bei Gegenständen von besonderer Trag­weite und grundsätzlicher Bedeutung soll eine erste -Lesung in der Stadtverordnetenversammlung er­folgen, ehe sie an einen Ausschuß *ur Vorbereitung gehen. Auf diese Weise soll die Mitwirkung! weitester Kreise an der Entscheidung über wichtwe städtische Angelegenheiten gesichert werden.

Tie Krrkeldcr Neuerung beseitigt einen Miß­stand. der kick auch in Gießen vielfach be­merkbar gemacht hat. Die Magiftratsvorlagen, die den Stadtverordneten zugingm, wurden auch hier der Press« nor enthalten, so daß sie nicht in oer Lage war, sich zur Unterrichtung her Allgemein-- ftrit auf dieses Material zu stützen. Der Falle sind nickt wenige, daß wichtige kommunale Angelegen- beiten in der Stadtverordnctensitzung entschieden wurden, ohne daß sich die Allgemeinheit vorder da­mit bcfßffcn konnte Die nachträglich einsetzende 'Kritik war dann nicht mehr in der Sage, die Be­schlüße zu ändern.

Darin wird von nun an auch sür Gießen eine V(enbenrag Eintreten Wir haben die ftrcfclber Neuerung alö Anregung Herrn Oberbürgermeister 5k e l l e r unterbreitet und volles Entgegenkommen gefunden. Tie Presse wird von nun an bic Magi- stratövorlagen zu gleicher Zeit mit den Stadtver­ordneten erhalten, so daß derGießener Anzeiger" in der Loge sein wird, bic Allgemeinheit frühzeitig >u unfern«thm. So wirb es der Presse möglich sein, gibst -u den 8orteflcn Stellung zu nehmen und ttmmen aus der Bürgerschaft dazu zu Worte kommen zu lassen.

Wie wir bei dieser Gelegenheit erfuhren, wird es der Stadtverwaltung cinstweilen nock nicht mög­lich sein, Vorlagen und Denkschriften m der tmm- fchcnswrrti-n Aiwiüdrlichlril auszuarbeiten. TieDe- Mntrnzahl der Stadtverwaltung ist zu gering und me verfügbaren Kräfte sind mit Arbeit überlastet. Duck hier werden Ncsormen notwendig fein, auf die fcrtr in den nächsten Tagen ausführlich zurückkom- men werden.

Lebensmittel.

' ** L e b e n s m i t t c l. Dir Einwofmer Gießens »erden daraus ausmerksam gemacht, daß sie den Bezug von Zucker und Nälnmittcln in den für sie in -frage kommenden Geschäften sofort cnmribtn müssen

Städtischer Eierverkaus Bon Moi'ag den 3L März bis DvtinrrStaaiocn 3. -iprrl «iniärltcs-lich crlxitten die B-^irke 1, 2, 3, t, 5, L 8 imt> l0 gCM-n Abgabe der Erermarlr' Nr. 1 Mr lebe Person rin Ei »um Preise von 33 Pf und zwar: Bezirks 1. 2, 3 und 7 m b-.- Eier- Handlung Steinreich, Bezirke 4, 5, 8 und 10 m ter Vkvfleerl ®tbr. Gned

* * K ä s c « V . rtei l u N g. Am 28. b. Ml» eel'cii<vl in verschiedenen Geschätten Ä äfe ,ur 8er« xitm'S. Ter Verkauf des »läses erfolg nur gegen Vorlage der Lebensmittel karte und Abmibe des Bezuasadsclniütes Nr. 2 Auf reden Abschnitt ent- Kfit 1 » xäic zum Preise von 45 Pfennig

** Brot-und Sterzen marken gri-m«n am Lvm-tag den 29. d. ÄtS. in tvn Bezirken zur toiSflabt. Für die Buchstaben A bis K LamttttexN l®n 8-12 Uhr. für dir Buck iahen L bi» Z nachmittags von 25 Uhr. S:e e B.'fannttnvchuna

* T atz Backen von Weißbrot für den Mv-.-at April 1919 ist den Bäckern Gevr.r P-ul Balmdofstrasre, L. Eenbc. Bahnhofstraße ?' Kumpf. Walltvestraße übertragen werden.'

* Freibank. Freitag den 28 März wer­ben von 121 Uhr die Nummern 1801 bi» 1950 beliefert.

Zur Fleischversorgung.

Zu der bereits gestern beÜaraügcgrfnnun Her­absetzung ber Fleischratz»n auf 100

® rattern wöchentlich geben die neuesten Mittei­lungen aus dem flbri abr tmg»mi rnftertum

nachstehende Begründung:

Tv Aufbringung von Schlachtvieh stößt in letzter Zeit auf außerarbentiidx Schwierig leit en. Sei Frs.sttzung cer Umlage für das Viertel! ihr ton 1. F-.brunr bis 30. Avril dS. Js. glaubte man, infolge i».T bei der Heeresbelieferung eintretendn Erioorn::- ixt Ztvilbevöl'rruirg eine um 100 Gramm crdöhteHleischration zuw'i en zu rdmicn. Nach den 1 artistischen Un:erlagen wurde angenommen, daß der Viehbestand ohne allzu große Sdmnerigrriten in der Lage sein würde, die mb »orttftnben Vichmengen hcnzugeben. Diese Hoff­nungen haben sich leider nicht erfüllt. I<e Vieh- ahlung vom 4. Tezember 1918, deren Ergebniffe bet der Festsetzung der Umlage noch nicht vor­lagen, zeigt eine neuerliche bedeutende Abnahme des Rindv ieh be standcs.

Tie Rücklieferung von Pferden aus Heeresbeständen on die Landwirtschaft bat infolge der bei der Demobilmachung eingetretenen Un­ordnung nicht in dem Umsange ducchgeführt wer­den können, wie dies erwünscht gewesen wäre, infolgedessen ist die Erleichterung, die durch das Freiwerden von ^ugochfen infolge Ankauf- von Pferden in der Dtehauih.ingung erwartet werden konnte, nur sehr vorübergehend gewesen. Tas ReichsernährungSmimsterium war daler schon am 3. März genötigt, für die BcdarfSverbände, in denen infolge mangelnder Belieseruna die Fleisch- Talton nicht iwneAeha.tcn werden konnte, einen Ersatz an Hüllenfrüchten auf Fleisch­karten zur Ausgabe kommen zu lassen. Inzwi­schen haben sich bic Verhältnisse der Biehausbrrn-- gung aber derartig verschärft, daß eine Herab* setzuna der Flrischration und damit auch der Er­satzleistung an Hülsenfrüchtm angeordnct werden mußte. Es betragen hiernach vom 17. März ad die Fleischrationcn wieder je nach der Gcöße der Gemeinden nur 200, 150 und 100 Gramm.

Wie wir hören, wollen die Gießener Ar­beit erverbände gegen die Hecadsetzung der Fleischration Protest erheben.

Unlautere Geschäftsgebaren.

Wie die P re i Spr ü f u ngS stelle für die Provinz Oberheffcn nrittcilt, mehren sich in letzter Seit die Klagen, daß die Proviuz^wölkerung beim Einkauf von Z ündhölzern, Soda und teil­weise auch von Süßigkeiten gezwungen wirb, andere Ware, wie PutL.i!lg-Ersatz- pulver, Brausepulver u. a. gleichheilig milzuknifen, außerdem Butler, Eier, Speck Mehl. Milch, oder Erbsen in Tausch zu geben. Die Klernhändler er­klären ihrerseits, daß sie ebenfalls von rinan1 Teile der Großhändler beim Be-uge von gang­baren Waren genötigt würden, nrinberipcrligc, wm Teil wertlose Ersatzmi tel mitzukaufen, oder oben­genannte Leben sm» tel zu liefern.

Ein solches Geschäftsgebaren ist nach den bestehenden Kriegsvorsckwiften strafbar. Die Be­völkerung und die Kleinhändler werden aufgefor- bert, dcrarliac Fälle sofort bei der Preis- p r ü s u u g s st e l le für die Provintz Oberhessen in Gießen, HandelSsmnmergebLude, Lonystriße 7, zur Anzeige zu bringen.

Tie Potirriorgane werden auf strengste Ueber- wachung des H^rndels dieser Art hingenncsen: vor- kvmmendenfalls ist ein Strafverfahren wegen un­guterer Mckchrnschaflen gemäß § 1 Ziffer 4 der Preissteigerungoverordnung einzuleiten und der Geschäftsstelle der Preisprüfungsstelle Oberhessen hiervon Mitteilung zu machen.

Vortrag Äapitänleutnant» v. Mücke.

Aus Einladung der Deutsch-nationalen Volks- Partei sprach gestern abend ber Emdenheld, Kapi- tänleutnant v. Mücke int überfüllten Saale dcS Hotel Einhorn. Ein schlanker, sehniger Seemann, mit scharfgeprägten, wetterfesten Zügen stand auf der Bühne, ritt Mann, dessen Stimme und tnav» Pen Sätzen man die Defchlsgewohnhcit anmeifte.

Der dreistündiac Bortrag sä/ilderte in schlich­ter, aber höchst fesselnder Weste das Sclncksal der 50 Mann, die unter v. Mück's Fülitrung am 9. No­vember 1914 dieEmden" verlassen hatten, um aus der Keelingsinsel die englische Funkenstation zu zerstören. Den Geist ber deutschen Marine zu zeigen, bevor der Geist der Umwälzung in sie tiiirinaetragcn wurde, das war die Adsiclü des Vortrages. Nichts kytrnte dazu besser geeignet sein, als die Schilderung der verwegenen Ayeshafahrt nach dem holländischrn Sumatrahafen Padang und die Fahrt von dort nach dem arabi- sel/en Haken Hodeidoh, der entbehreigsreichen- steiimärfch.' und ber Kämpfe mit Beduinen. Stür­mischen Beifall trugen dem Redner die Worte ein, mit ber er den Abschied von dem SchonerAfesba" fdnlberte,rin Sckfffs, das einmal die deutsche lvlagge trug, wurde nach damaligen Begriffen nickt dem Feinde überliefert". Nach interessanten Lichtbildern erörterte v. Mücke, wie der OKist der Umwälzung in ber brutschen Marine hochkommen konnte. Er wies nach, baß er von außen in bic Marine bittetnaetragen wurde, und daß die ersbrn, Unruhen auf Mißstande zurückzuführen waren, die mit der schnellen Entwicklung der Flotte zu- [ainmcnbingen, aber leicht zu beseitigen waren. Ausschlaggebend wurde erst die Verhetzung, es sri innlo-s, sich am Sckluffe des Krieges noch lot- ckießen zu lassen, daS Märchen von ber beabsich­tigten Seeschlacht und der Dahn. c5 ließe sich eine allgemeine Verbrüderung berbeifOhren. Wie die engliselten Matrosen von unserer Marine dächten beweise folgender Vorfall. Als ber engl. Kreuzer ...Hermes" in Wilhelmshaven einlief, brachte es bic 2 Matrosen-Tivision fertig, seiner Mannschaft ein Fußballwettspiel antubicten. Tie ennliMTn Matrosen haben dies abgelehnt mit den Dorten, eine Marine, die zu feige zum Kämpen sei. sri nur wert, angeipuckt zu werden. Neuerdings legten viel ach die Maimschafien trnnal ber Renten Sckiffe Wert darauf, festzustellcn, baß sic an den Revolten nickt beteiligt gewesen feien. TaS gebe ihm die .Hoffnung, daß ber Geist der echten trut- eben Marine doch wieder sich auf sich selbst be- iinnen werde.

Der BeifaU wurde zu einer Ovation

** A»S dem Militärwochenbkatt Auf sein Gcuch. zu den Reserveoffiueren d^s betr Regiments ü berge führt: Leutnant Ritter im Ims -Rgt. Nr 118, unter 8erlritttng emes Pa- tcntS feines Tienstgradcs dorn 23 Dezember 1917

"Zur Beschlagnahme derauSlän- bische n Wertpapiere. Um die Bevölkerung vor dem Berhwtgem zu schü ft, ist beka-.nttich die Einfuhr von Lebensmitteln aus bem Butteube bringend erforderlich. Tie B alsung muß teilweise imtd» beit Verkauf ans.anbnscher Scrtottirierc an daS Ausland erfolgen. Zu diesem Zweck wirb m den nächten lagen riree 8e farmt- mecUung de- Reich-ntrrri er- ber Fvactzen er» ichemen. laut der alle austäudischen Hst

verzinslichen Wertpapiere mit Ausnahme ber russischen und der Arüri''en unserer früheren 8er- bfi rbe:en dem Reiche käuflich zu Überlaikn smb. Verschiedene Wer1papieria:egorim sind sofort gegen eine nach Dem ungefähren Wert vom 31. Tc- »cmber 1918 berechnete Abschlags adlung abzu­liefern, die anderen sind atebalo anzumeld<m. Alic Banken und Bankeirmen sind vom Reich zur Annahme bzw Anmeldung ber Wertpapiere rr- mächttg: und erhalten vom Reiche eine Vergütung Sie fino aber nicht befugt, vom Publikum eure Gebül/r zu erheben. An alle Besitzer au-länbiscber Wenvavierr ergeht bte Mahnung, ihrer gefrtzlichcn Pflicht zur Verl-ütung von Vermögen-nachtcilen und Stra'en nachzukommen. An bic Berufen und Banksirmen ergeht das Ersuä)en, bic timen bc- faunten Dertpapierbesitzcr von der bevorstehmben Be ästagnahme in Kemttni- zu setzen. Tic lieber- rrickmugtz- und Anmeldeformulare werben m Nen nächsten Tagen bei den Banken und Banffirmen ansliegen.

Infolge des Papier- unb Platzmangel- können torlöufiä die Buch^ngänge nur verzri^'met wer­den. Eine Beiprechung ist mir in den aller- seltensten Fällen möglich.

Svmmerwnnder, eine Novelle von Hennv Stock Preis geb 3,00, fein kart. 4r5O Mark. LandbouSver ag, Jena.

Die Weltlrteratur. Nr. 52. Briefe eines Frauenzimmers aus dem 15. Iahrh. Preis 25 Pf. München 2, Färbergraben 2-4.

Männer der Arbeit. Ein Inbustriv- Roman von Paul T r a et» m a n n, Berlin. Ver­lag Ullstein u. (So. Preis 4.50 Mi

.Kruppscher KleinwohnungSba«" in 15u Tafeln Hausvlänen für Scadt und Land. Mil Text von Tt. Hecker 12 Lieferungen für je 1.25 Mk., 18.70 Mk., Hnmkulrur, Wies­baden. Postscheckkonto Franlfurr 23 300.

Tdristtil r. He ene, Mutter Maria.

** Verein Gießener Musiker. Unter biesem Nomen haben sich eine größere Anzahl Musiker Musiklehrer und Ehordirigenken Gießen- «nd Umgebung zusammengcsch.ossen. um bic Inter­essen ihres Standes zu wahren. Insbesondere soll die in letzter Zeit überhandneknnende unlautere Konkurrenz durch Nichtt'achmu ikcr energisch be­kämpft werden. Der Verein wird sich dem Allge­meinen Deutschen Musiker-Verband" e. V an- schließen.

* Der Verein für katholische Kaufleute und Beamte, Gießen, ver­anstaltet Freilag den 28. März, abends V-8 Uhr, im Hotel Kobel ritten Vortrag. Stadtverorimeter Farnmler auS Frankfurt wird über Angestell- tcnbewegiing und Reicl-Sverband sprechen.

** Die Wagnervereinigung für den Kreis Gießen hält am 30. I. 5x16. tm RestaurantZmn Sckipkapaß" in Gießen eine fcaulrtDer;anrntlung ab, in ber aflgemeine wichtige Handwerlersragen befpnxfxn werben. Außerdem ist ein Donrag über die neuen Bestimmungen der Umsatzsteuer vorgesehen. (Siehe A zige.)

** Lichtspielhaus (Bahnhofflraße 34). Ab Freitag gelangt der AufflarungssilmTer Weg, ber zur Verdammnis führt" (2. Teil) mil Aenne Wolter in der Haupt w'le zur Uraufführung.

Landkreis Gießen.

** Bersrod, 27. März. Tas Fest ber Silbernen Hochzeit feierte gestern Karl Becker und dessen Ehefrau Kaihtrine gb. Hammel.

Kreis Friedberg.

V. Bad-Nauheim, 26. März. Zn ber gestern abg.challeiian Stadtverordneten- oersammlung wurde über stolgendc Punkte vcrhaadrit: Ta die Daoedicettion eS aboclehnt Ixü, heu Beziehern das Eis ins HauS zu ItcFern, .vill die Sladlverwrlttti g uerfudxn, bic EiSvcrfor- fl ung der Bcv.l e,ung sicherzustellen. Tie Ein­führung ber öffentüden Mahnung zur Zahlung ber Gemeindesteuern wird besdUossen. Tie Ver­sammlung fcncl.mtigt, daß bis zu 200000 Mar« städtische Gelder beim Spar- und Vorsdnißperein angelegt werden toraten. Tie Feststellung dcS^ GaS-unb Stromverbrauches er'clgt von jetzt ab in Zwisdienräumort von zwri Monaten. einem Kv, enaustvand von 10003 Mk. wird dem im Hochwald gelegenen Wald haus elek­trischer Strom zugesühri. Für durch den Achtstundentag entstandene Mehrkosten bei ber Ausfüllung ber Arbeiten zur FricbhofS- enreiterung uerenitet die Stadt den d?rrilvcken Unternehmern 1330 Mk. Ein Gesuch der Lehrer­schaft um 8rcntrt»lxibflpihc aus dem Stadtwald wird abgelchitt, da die Sbadt anderweitig reichlich für Hol; sorgt.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 27. März. Eine große Strecke stadtisdien Geländes stellt die Stadt Darm- stadt jetzt zur Verfügung, um den zahlreichen Fa- tnilien, welchen es bisher unmöglich war, rin Stückchen eigene- Gartenland zu bepflan­zen, Gelegenheit -u geben, ihre notwendigsten Be- dürfniise für den eigenen Hau-halt gegen geringes Entgelt selbst zu ziehen. Der seit etwa zwei Jahren bestehende städtische Wurstbetrieh wird auf Antrag, insbesondere der zahlrridien aus dem Felde zurückgekehrten Metzgermcister mit dem 1. April wieder eingestellt. Eine Belohnung von 1500 Mk. hat nunmehr da- heffische Ministe» rium auf die 'Ergreifung der drei bei dem Ram- bacher Raubmord beteiligten Täter anSgesetzt. Es sind der Artist Willn Beganowski auS Gunters­blum, der Spengler Andreas Eitelwrin aus Lud­wigshafen und der Arbeiter Karl Matheis.

r^sskn-Nassau.

NnSranbnnq eines städtischen Gnt-bofe-.

*= Westerburg (Westerwald), 26. März Auf bem Frankfurter vosgut Langwie'en erfthienm am Freitag ölend drei maskierte Männer in amerikanischen Uniformen, drangen in das Wohnzimmer des Verwalters ein und erpreß­ten von diesem unter vorgehaltenem Revolver 650 Mk.: dann zwangen sie den Derwalter zur Hergale der Gutskasse in Höhe von 15 000 Mark, des Privatvermögen- von 5000Mk, der Uhren und Schmncksachen. Sofort von den benadibartcn amerikanischen OrtSLommandonturen ausgenommene Nachforschungen nach den»v- bem hatten bisher keinen Erfolg.

Dillenburg, 26. März,. Bei einem Zusammenstoß mit Wilderern im Haigerserlbadwr Feld verwundete der Förstereinen Wilddieb durch einen Schuß erheblich. Als ber Förster bem Verwundeten zu HUfe kommen woUte schoß dieser auf den Beamten, fehlte a'v-r

-- Fr a n k f u r t a.M., 26 März. Ticotabt- verorbnetenversammlung beschloß zur Deckung der hohen, burch K^>isau^7al'eii, Arckrils- loscnunterftützungen entstandenen Feblbeträge für bas Rechnungsjahr 1918 die Erb.ebunq einer fünften S t e u e r v ie r t e l, a h r s, wobei die Einkommen bis zu 3000 Mk. möglichst geschont werden sollen. Für 1919 ist gut Deckung deS 18 Millionen Mark betragenden Fehlbetrag» im HanShalt)plrn eine Erhöhung de» Ge­meindeeinkommensteuersatze» von 172 auf 215 Prozent in Au-'idN genommen. Zur Linderung der rasch strigerrden Wohnunqtznot'er­hielt die stadt vom ReichSwobmingSamt die Er- mächtigung nut Vornahme von ZwangSein- ^.'etungen in großen Wohnungen mit vielen Räumlichkeiten.

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Letzte Nachfichten.

Die ErnährunstSlage.

Berlin, 27. März. Wie au» Weanvr be* richtet wirb, befaßte sich das Kabinett^gestern mit der Finanzierung Der Le be n s m i t t e l- etnfubreji unb ermächtigte Herrn v Braun, in Rotterdam die Vereinbarungen über die zweite Rate abzuschließcn. .Bei voller Lieferung bet in AussidN gestell.en Mempm ist zu hoffen, daß all­mählich auch eine Erleichterung ber EniährungS- tege durch AnSaobe von Zufatzrationen erzielt werden kann. Zusicherungen in dieser Hinsicht formen so lanpc nicht gegeben werden, ehe bu Vvhe der ecnbimgen noch nicht ju übcrseheii ist.

Die Stimmung in Frankreich.

Bern, 26. März. >ATB.) Die ungart» fchen E rei g nisse, die von ber sozia istische» ? ' Er Prcsse ignoriert ' werden, versetzen

-ir französische Ocffentlichkeit weiterhin in große Aufregung untz Bestürzung, die Herv^ m der8ir* toirr" vergeblich amit zu beheben sucht, daß er darau, hinweisi. die Entente habe ja die furchtbare deutsche Armee besiegt und werde auch wohl mit der bolfchenststischen Armee ohne icbe Schwierig­keit fertig werden Tic recktsstedenden «Plätter nnb von dieser Möglichkeit nicht ohne weikere» fibeneuat, betonen aber die Notwendigkeit, schnell zu Hanseln, weü, wie bev libre" er­

klärt, bte kommunistische Allianz Budapest Mo»lau die Herbeisülirung deS Pa ier Friedens rer;ö-gere mid weil die ernsthafte Lage, in bi.- die mit ber Entente befreundeten Staaten Mitkeleu-ovaS ge­rieten, nur dem deutschen 8angeanamxmu# zu­statten kommen werde DaSJourno' v, - T-ebaiS'* schreibt: Während wir stoifch ged'?ocn ftnh, al» wrmiaten und Bomben in Pari > inge chlagen sind, zittern mir jetzt wie nervös, Frauat beim geringsten Knall.Actwn Fran atsc" sagt, daß eine neue Phase deS Krieges b.-gonuen haL - und baß es verhängnisvoll fei, wenn man jetzt noch in dem Glauben verharre, eS fei jetzt alles vorbei. Unglücklicherweise lägen viele Anzeickcn vor, daß auch in zahlreichen Ententeländern die Bevölke­rung ber ^ache übcrbrüiTig ermorben fei Ter ^Matin" emuß in diesem Huiammcnbang zu ge­stehen, da» man doch wirklich nicht habe erwarten können, Ungarn werde sich drittel srineS Ge dickes und sämtliche Zuiahrtsstros-eu zum Meere ohne weiteres wegnehmeii lasten. Dir dekretieren und besehlen, ohne daß man unS gehorcht. Teutsch- land Kellt sich auf die vintcrbthtc Ungarn bot- schewistert sich unb erllärt also feinen Bankerott. Die französischen Grenzen sind nur noch bnrch bic Barriere Polen-Tfchccho-Slova ien vom ger­manisch magvarifchcn Block getrennt Wenn diele Barriere zusammensällt, wird die ,'riiidliche Flut in wenigen Tagen an unsere Grenze branden.

Die Nachrichten auS l^aliHien.

Wien, 26. März. >WTB' Wiener Telegr.« Korr.-Bur. Aus tm*r vorliegenden Te!e,rranrmen auS <strnj und S:<nri5lau vom 24 März ist zu sckrließen. daß die von der M>. lauer Sowjet- rv'gierunfl durch Funksprüche verbreitete Nachricht ron einer bolschewistischen Rc volution inOstgalizien nicht auf Wahrheit beruht.

Die Lage in Aegnvten.

«afro, 18 März "WD63 Meuter. Ter wfebfefater ber englischen Streitkräfte bi Aegypten gab ctitn Befehl l;.-rau», nach wela^n während der jetzigen unruhigen Zett alle öfientlidieii. Versammlungen, Temenstrativnen nnb Prozestionen verboten sind.

Aus Hamburg

Ha mb urg, 26. März. <WTB.'. Tie Bürgs- ckatt hat heute tnc vorläufige Verfass»,g en bl oc angenommen, wonach ihr die Aa-- übirng der böck fen Staatsgewalt allein ü brr tragen wird

Pr.sfeftreik in Mafdkdurg an ^^adebnrf' 26 März. ,WT«3 Ti- Me^.churaifckr 3nrung, ber Z-.-nttal,Anzeiger und brr Vvtrwtaf Ar tn Mosche du rg tennten nm 2^'Uwock nrgm eines vtötzlid unter Tarifbrnch auy-brxlieFrn Streiks ber HitsSarbeuer nicht marnnCTi Tie Ausständigen haben btt Still- legung des Betriebs bin Magdebnrgikchen Zeitung unb des Zentral Anzeigers entvunger..

Schweres Unglück.

Hirdififbe Macbrtefrfett.

3fr«lllif0< Jcliaio»Hemeittee. Gottesbirnst in tete Sorgte (^»>-^1«^) samstaq 29. Mär». Vnra'H b 30: NMrq.: 9 00: cbds 7 00 j 7 40 Israelitische «eliglsU,geseIlch'ft. Sahbofeter am « ft-T, ° > cSb : 6 2.5;

8 30; ra.tm.: 3.30; oabbatQu^g : 7.40 gvtteödienst. e*ng. 7/X), ,bW. 6 (XI

Berlin, 27. Mär». lernBrr.. TagebL* zuwlgc cretgnete sich m bet leeodencr 3 t g a rettenfadril Penidzerin schwere» U n < Sl Ück. Ein vollbesetzter Fahrstuhk itür-le aus noch nicht ermittelter Ursache vom fünften Stock- roerl in da- Ketlergesdwß. Tabri wurden sechs Fra »ien getötet and 29 Arbeiter ment ober minder fchmer verletzt. Man ver­mutet, daß das Hattrieil schadhail geworden war und ernfjen ist.