Ausgabe 
27.2.1919
 
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Donnerstag, 21. §ebruar <919

169. Jahrgang

>, Mertel-

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zu nufreiwilligem Feiern gezwungen werden soll, Lustiakeit, wie sic im Frieden zur Fasinackts zeit ist ungeheuer. am Platze gewesen fein mag. Jetzt tft jte ei nutt.

len liegt jetzt rxrc. Es erhielten die Unabhängiger-

abhängrgs- langer vorenthalten. .Was das bei ort bie Dcehr- stetig anwa äffenden Knapplxil bedeutet, kann sich

Sozialrxmokcaien 263 45U Stimmen,

zettel wurden.für ungültig erklärt.

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Öattung in Akußcrungcn ungezügcltevIbekanntgegeben.

Vie tage in Bayern.

Las Begräbnis Eisner».

Miles- Stoffarben befand, geeignet für Mlitärtuche u. Wolle, ebenfo alle anderen Stoffarben vorrätig in der 1*2005 Kreuz+Drogerie Aug.Nel!,Babnholslr,51

Die Berliner Stadtverordnetenwahlen.

Berlin, 26. Febr. Tas amtlickx Ergebnis der Berliner S tadtvcrvrdnetcnwah->

ermordeten Eisner abgegeben wurden.

Die Arbeitervereine Münchens und aus der Umgebung Italien sich mit umflorten Fahnen ein» gefunden. Die Straßen, durch die sich der Zug bewegte, trugen roten und schwarzen Flaggen- schmuck. Gegen 8 Uhr setzte sich der endlose Trauerzug in Bewegung, eröffnet durch die Sol- batenräte. Es folgten bann die Vertreter der Ar­beiter- und Bauernräte und die Arbeiterver-

Sie würde bei unteren Feinden ein falsches Bild, vor allem über unsere Ernährungslage, erwer^n.

und die Lebensmittel, insbesondere für un­tere Frauen und Kinder, würden uns bann nach

wohl jeder tagen! Ferner muß jedem anstäiioi? Tenkenden auch nur die Vorstellung, er könne

Mauersteine fett iebeft fOutmtumab ntchfreiLerwendungS- l>e. [2449 Ernst Valentin cotboricr Strafte 20 Tklrvbon 830.

Anuahme von unjtigea f. die Lagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbtudlichkett Scilenpreife:

für örtliche Anzeigen 25 Li.,für auswärtige 30 Pf., für Reklamen int.l. - nebft 20* #1fue" rungszuft>lag;Platzvoc- febrift 20 X Aufschlag. Lauotfchri tleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übriaenTeil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzergentelt: v. Beck; fämlltch in Gießen

IM9

Ter »tetzever leyfftt erscheint raglich, außer 6onntaaS. - Betfaaen: »iehever§amlttevblA1er;

Kteistiott

sSr 6 en Kreis Sietzea.

Klavier-

Stimmen Reparieren Polieren n tadelloser Ausfuhr. Wüh.Rudolph Planohandlntm tieherswecOL

Pirupr. 318.

M ünchen, 26. Febr. (WB.) Unter . llchern Glockoirgelanle von atlen Türmen der Stadt bewegte sich von der Theresienwiefo aus ein un­übersehbarer Trauerzug zum Ostsriedhof, um an der Beisetzung Kurt Eisners teilzuneh­men. In das Glockengeläute mischen sich Gc'wehr- schüsse, die von den Posten als Trauersalut für den

stand auf öffentlichen Straßen und in Lokal m zeigen, so fern liegen, daß er, von seiner Person, ganz abgesehen, sich auch nach Kräften bemügut wird, einer in seiner Familie oder nächsten Um­gebung etwa aufdommerchen, dahingehenden Regung sofort mit aller Entschiedenheit zu begegnen.^1*03 güt für Ellern und diejenigen, die ihre Stelle vertreten, ganz besonders. Ebenso für Lehrerinnen, unb Lehrer, die gewiß gerne, wo es nötig ist, der ihnen anvertrauleuFugeiü) das Gewissen schär­

fen werden. Es ist jetzt ferne Zeit für solch Albernheiten, und unsere Jugend follte Üpzir Eltern, die diese schwere Zeü doch in erster Linie für sie getragen haben und noch tragen, hierfür cadurch danken, daß sie sich an den Fastnaüüs- tagen ruhig und wülöig benimmt. Wir alle wollen nicht, daß der Feind auch noch verächtlich von uns rede! Tafür haben wir nich ge­blattet und alle die sonstigen unermestlichn Opfer gebracht!

Auch an die Gewerbetreibenden, dis sonst Ataskenanzüge und Maslenarttkel fcilljaUen, sowie an die Maskenverleilxr ergeht die ernste Piahnung, nicht die Taktlosigkeit zu begehen und derartige Tinge in diesem Jahr in den Sckvu- fonsdern auszulegeu oder das Publikum in sonstiger Weise zum Erwerb von Maskeradeartikeln an­zureizen.

Tas Ministerium hat das Mhalten von Maskenbällen und das Maske u treiben auf öffentlichen Straßen und Plätzeat verboten. Ferner ist verfügt, daß kostümierte, maskierte oder sonst fastnachtsmäßig aussbafsierte Personen unter keinen Umständen auf Straßen, Plätzen uno in offentlid^n Lokalen geduldet werden. Zunnder- handelacke werden nach § 360 Ziffer 11 R.-Str - G.-B. rücksichtslos bestraft. Musik- und sonstige Radanrnstruminte werden ohne weiteres ivsgge- nommen. Die Pvlizeibeamten haben dement­sprechend Weisung erhalten. Richte sich jeder da» nach, der einer eindringlichen Döahimng über­haupt noch bedarf und ihr zugänglich ist. Er hat sonst den Schaden zu tragen und daneben die wohl­verdiente Leraächmg jedes anständig Denkenden.

Die Mtetlschraube.

Auf den Artikel Mietsschraube ohne Ende in Nr. 44 desGießener Anzeigers" erwidert der Gieße« ner Hausbesitzerverein:

Die Verschiedenheiten in der allgemeinen Wirt- schaftslage, in den einzelnen Gebäuden usw. macht es unmöglich, einen sogenai: len normalen Mietspreis festzusetzen. Schon vor dem Kriege haben die Miet­preise nicht mehr den wahren wirtschaftlichen Verhält­nissen entsprochen. Sie haben jedenfalls nicht mit der allgemeinen Preisbildung für die notwendigen Be. dürfniffe und auch nicht mit der Steigerung der Löhne Schritt gehalten, im Gegenteil, die Hausbesitzer waren vielfach gezwungen, die Preise der Miete herabzusetzen, um überhaupt vermieten zu können.

Dann kamen die ersten Einwirkungen des Krieges, mit ihren gesetzgeberischen Maßnahmen und wirtschaft- lichen Folgen, die die bekannten Zustände auf dem Gebiete des Hausbesihes geschaffen haben. Die im Laufe des Krieges allgemein einsehende Verteuerung aller Gebiete der Lebenshaltung kann natürlich un. möglich vor den Mietpreisen halt machen. Das wär« nicht nur eine wirtschaftliche Ilndenkbarkeit, sondern es ist auch eine soziale Unhaltbarkeit, da namentlich auch in den Arbeiterklaffen eine wesentliche Erhöhung des Einkommens erzielt ist.

Daß also eine Erhöhung der Mieten eintreten muß, ist eine Notwendigkeit, der sich heute wohl kein vernünftiger Mensch verschließen kann.

Während aber auf allen Gebieten des Lebens die Verteuerung als eine selbstverständliche Folge der wirtschaftlichen Entwicklung hingenommen wird, suchen gewiße Kreise auf dem Gebiete des Mietswesens den wirtschaftlich allein richtigen und allein möglicheu Zu­stand mit allen Mitteln zu Hintertreiben. Mißbräuche und Mietwucher verurteilt wohl die Mehrzahl der Hausbesitzer selbst, und die Hausbesitzerorganisationen haben sich auch von jeher die größte Mühe gegeben, derartigen Ausnahmefällen entgegenzutreten.

Aber eine Gesundung des Wohnungswesens ist so lange ausgeschloffen, als man nicht zu der Erkennt« nis gelangt, düß die Mietpreisbildung den wirt­schaftlichen Derhältniffen des Hausbesitzers Rechnung tragen muß. Was bedeutet heute ein Aufschlag von 10 15 Proz. auf die Wohnung, wenn der Mieter wieder ein möbliertes Zimmer zum vielfachen Bettag des frühe^n Mietwertes abvermietet!

Da Mieter und Vermieter aufeinander ange­wiesen sind, so ist es notwendig, daß sie sich gegen­seitig verständigen und beiderseits zur Einsicht kommen, daß den heutigen Derhältniffen Rechnung zu tragen ist.

Lebensmittel.

** Käse-Derteiluug. Von Freitag den 28. d. Mts. bis Mittwoch den 5. März l. I. einschließ­lich gelangt in verschiedenen Geschäften Käse zur Ver­teilung. Siehe Bekanntmachung.

* Zucker-Ausgabe. Ein Teil des der Stadl Gießen für den Monat Februar zustehenden Juckers ist jetzt eingettoffen. Es werden daher von Samstag den 1. März d. F. ab auf die Iuckermarke 2 (Fe. bruar 1919) vorläufig 500 Gramm Jucker ausgegeben. Die Ausgabe der Restmenge von 250 Gramm erfolgt, wenn weiterer Jucker einttifft. Näheres wird noch

AuS Düsseldorf.

Düsseldorf, 25. Febr. (WB.) In Düssel­dorf vollzog sich in der vergangenen Nacht eine große U m Wälzung. Ter aus Unabhängigen und Spartasiten bestehende Arbefte-rat beschloß gestern mit überwältigrnder Mehrheit, die Wie­deraufnahme des Generalstreiks ab» »ulehnen. Daraufhin ist dieser Ärbei errat von Den radikalen Elementen, den Spartakisten und Arbeitslosen, gestürzt worden. Tie Unabhän­gigen, w.tche Mi nieder des b Stengen Voll zu gs- raieS waren, sind in sogenannte Sicherheilslfaft

Die ostasrikanische Schntztrnppe in Berlin.

Berlin, 26. Febr. (WB.) Nach einer amt­lichen Mitteilung üxtD am 1. März der Gouver- iteur Tr. Schnee und der Rest ber ostaffilanischen Schutztruppen mit ihrem genialen Kommandeur v. Leltvw-Dorbeck in Berlinerwartet. Auf dem Lehrter Bahnhof werden sie durch den Neichswinistcr der ftiotoiricn Dr. Bell empsan- gen. Aus dem Pariser Platz, hx> auch die Kolo­nialkrieg rtvereine Ausstellung nehmen, werden die Truppen turrf) Airspracl)en des ReickBvräsidenten, des Dbrtbü germeikevd der Stadt Berlin und des Kri^smmi ecs beg.üßl. Anschll-.ß nd nmrfd/iert die Schutz!ruppe dann nach der Mexander-Ka^seme. Auch für die nächsten Tage ist noch eine Anzahl amtlicher und privater Feierlichkeiten geplant.

Tie Deutschen in Deutsch - Ostafrika.

Berlin, 26. Febr. (WTB.) Bvn amtlicher Stelle geht uns die Nachricht zu, daß vic britifd^ Regierung ein Zugeständnis genracht hat, die in Den tschostafrika besindttcl-m Deu t s cke n soweit diffe es selbst mibiidjcn, sobald wie möglich ihrer löciumt zrizuftihren. Nach einer englischen Mitteilung beläuft sich die Gesamtzahl derjenigen, welche einen solchen Wunsch ausdrückten, auf 986.

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ihm sprachen die Minister Iaff6 und Unter* leit hner, die AÄMordneten ü a a s e und Karl Kautsky Frau T-r. veymann fmrnc Ver­treter der MehrheitssozialisvLn und der Geroerk^ schäften. Matrosen trugen hierauf den Sarg aus der Aussegnungshalle zum Vcrbrenmmgsoferr. Tom Sarge folgten nur cric nächstxir Angehörigen des Toten sowie seine engeren Fremrde. Eine Fahne ndcputation oer ,U. S P. und der K. P.D. beschlo sm den Leinen Zug. Chorgrfang crBang vor der tzalle und Soldatenrat Schröder httlt von einer Tribüne aus auf dem Martürsplatz eine GedächMisanfprache für den Toten an die Müssen.

Auer» Befinden.

München, 26. FÄr. (WB.) Ueber das Be­finden des scsiw.-rv^eletzteir Mini sxi Auer wird mitgeteilt, daß sich sein Zusdarrd in der letzten Nacht nxeber Derfdjimmert hat und eveittuell mit feinem Ableben gerechnet werden muß.

Bayern unb die Reichsregierung.

Weimar, 26. Febr. Die Reichsregie­rung hat <rm Dienstag früh eine Anfrage an die bayerische Regierung gerichtet, die eine authentische ErTlämng der bayerischen Re^ gienurg über die jetzige Regierungsform verlangt und zum Ausdruck bringt, daß die Reichsregicrung eine bayerische 8täteregierung nach russischem Mu­ster als ungese^ich und gegen die Reichsgruird-- sätze verstoßend erachten se. Die Antwort der bayerisck>en Regierung wird für die toeiteren Be- schlüsse ber Reichsregierung maßgebend sein. Preikgllbc eines wrirttembergischen Sonderrechts.

Berlin, 26. Febr. (WTB.) Tie UTÜrfttcm- bergische Regierung äußerte ihoe Bereitwilligleit, gegen eine augemefienje Ablösmrg bas Württem­berg nach der früheren Verfassung auf dem (Ge­biete der Bierbe steuer ung zustthende Son­derrecht aufzugeben unb in die Biev- steuergemeinschast cinzutreteir. Dieser Scknitt ist vom Standpunkt der weiteren Ausgesüaltung der Reichseinheit nur lebhaft zu begrüßen, unb yvar umsomehr, als er in durchius freiwilliger Ent- Htiiefeung erfolgte. Ter Reichssftunrzmüüsler ist, wie wir hören, auch seinerseits bereit, bei der Regelung dieser Frage EntgegeuVonrnren zu zeigen das voraussichtlich zu einem endgültigen Abschluß führt.

Der Streif im mitteldeutschen Vranufohlenrevier.

Berlin, 26. Febr. (WB.) Die ,IZossische Zeitung" mefbet aus Weimar: Ter Streik im mitteldeutschen Brounkohlen-Re- Vier bat an Ausdehnung gewonnen. In tzal le herrscht Aufruhr. Die Eiseirbahnstrerke Berlin £>atleWeimar ist schwer beschädigt, so daß der Balmverkehr völlig ruht. Von Halle aus soll versuckst werden, auch die Verbindung übet Leipzig nach Berlin durch Ausreißen von Schienen zu unterbrechen. In Naumburg und Merseburg griff die Bürgerschaft tzuin Gegen streik. Lmct einer Meldung» desBer­liner Tageblattes" aus Halle a. d. Saale ist der Kurier der Regierung, der am 25. Februar abends Berlin verlassen hat, noch nicht in Weimar ein­getroffen. Ter ParlarneMszug nach SBeimar wurde in Leipzig feftgebalten.

Spartakus in Hatte.

Ha llc, 26. Febr. (MTB.) ZumPwtest gegen Telegraphen- und Fernsprechämter, die übrigen Behörden und auch die Ae r z te ihre Tätig feit ein. Die Hauptstraßen der Stadt werden von «roßen Dlensck«,masseu burd&ogen. Es fam aber bis «egen die Mittagsstunde nirgeichs zu irgendwelcten Gewalttätigkeiten.

Erfurt, 26. Febr. (WTB.) Die Arbeiter­schaft trat heute morgen in den Generalstreik.

Ans Mannheim.

Karlsruhe, 26. Febr. (WB.) Die Mi- niftrr Tr. Haas und Rückert, sowie der erste Vizepläsident der Nationrrlpersammlung, Ab«. RemmeIe, weilten gestern in Mannheim. Sie haben dort mit den leitenden Persönlichkeiten die B-?ichältnisse, wie sie durch die Vorgänge der letzten Tage entstanden sind, entgehe: d Mynxfien unb auch die durch die Krawalle verursacksten Zer­störungen be)id)tigit.

In Mannheim herrscht zur Zeit ro'dxnr völlige Ruh:. Die Regierung wird aber noch heute über Maßnahmen «bemten, die notwendig sind, um derartige Borgäivge, 'mc sie sich in Mannheim ereignet haben, in Zukunft unmöglich zu madxnt.

Mannheim, 26. Febrwrr. (WB.) Tie Rheinbrücke Zwischen Mamtheim unb Lud­wigshafen wurde heute mittag von den fvanzö- stschm Besatzuugsbelsörsen für den Personen- und Fuhrverkehr vvr.äusig Vvlls andig gesperrt.

Tas Entente - Sammellager in Mannhsim wurde gestern plötzlich aufgehoben. Tie Bewackmngsmannsckuften sowie das ameri­kanische SWnüätspersonal haben Mmmteim ver­lassen.

iähriirt) Alk. 4.05. bttrdi ilbhole- u. Zweiastellen monatl Mk. 1.25 durch die Post Mk. 4.05 viertel- jäbrt ausschl. Beileckg, Ferniprech - Anschlüsse: für d»e Schr'stlenunall2 Vertaa,Leschä'lsslelle51 Anschrist für Trayri,ach- nchlem Znjeiga Ließe«.

heitss-oziaiisloit 253 420, die Deutschen Demokraten

115 673, bic Deutschna.ionalen 84 077, das Zen- ________o, .. ______

tatrn 45 101 und die Deutsch? Volkspartei 36433 sich in diesen Zeiten nationaler Trauer Stimmen. Danach erhalten die ll-iaphängigen 47, maskieren und sich in diesem unwürdigen Zw- die Mehrhcitssvzialisten 46, die Demokraten 21, r-=«- »

die Teutsckma^waealen 16, das Zentrum 8 und die Teutsck)e Bolkspartei 6 Sitze. 7700 Stimm-

Die innere Lage.

ES ist bei den letzten Verhandlungen ber Nationalversammlung über das Reich^wehr- vesetz mel)rfach gesagt worden, vielleicht werde schon das bevorstehende Zustandekom­men eines Reichsbeeres^enügen, die Zustände im Reiche zu bessern. Wir wollen es hoffen, daß dem so ist. Einstweilen rumort es iwch gewaltig. Der Streik im Ruhrgebiet ist so ziemlich erledigt, dafür erhebt sich die viel­leicht noch größere Gefahr im mitteldeutschen Braunkohlenrevier. In Düsseldorf machen es sogar die Spartakisten den Ultraspartakisten nicht mehr recht, und der Streik soll dort unter entern neuen Komitee erneuert

werden. Der Verkehr nach Weimar

ist gefährdet durch Aufstände in Halle, durch Arbeitseinstellungen der Eisenbahnarbeiter, die die streikenden Bergleute unterstützen. Der . RLichswehnninister will und wird hoffent­lich mit rücksichtsloser Energie eingreifen, denn Schwäche und Nachlässigkeit der Reichs­zentralgewalt würde jetzt von den übelsten Folgen begleitet fein. In Bayern herrschen noch ganz unmögliche Zustände. Man weiß nicht, ob dort eine Einigung oder eine Ver­gewaltigung durch die radikalen Räte stattge­sunden hat. Ein Aufruf dieser Elemente hat 'oie Reichsregierung vor einer Intervention gewarnt:Wenn irgendwo, so ist hier bay­risches Nesrrvatrecht. Keine eisernen Divisio­nen, das könnte zur Reichszertrümmerung führend Hier wird also der Mund sehr voll genommen Im Fränkischen sollen aber große Militärverbände die Drohung nach München ?rrichtet haben, sie würden ihrerseits cingrei» en, wenn in der Hauptstadt gesetzlos gewirt­schaftet werde. Und heute hören wir, daß auch die Reichsregierung eine Anfrage nach Mün- cl>en gerichtet haben soN, worin zum Ausdruck gebracht wird, ein Williürregimcnt könne nicht geduldet werden, nur verfassungsmäßig begtiinbete Regierungen hätten im Reichs- verbände Zutritt. Es ist also nicht gänzlich ausgeschlossen, zumal die bayrischen Mitglie­der der Nationalversammlung gegen die Ge­waltherrschaft in ihrem Lande protestiert haben, daß Reichs truppen auch auf bayrischem Boden wieder Gesetz und Ordming Herstellen fmüssen. Wie sehr diese dort erschüttert sind, beweist die Tatsache, daß Auers Mörder noch auf freiem Fuße sich befindet, obgleich ihn je­dermann kennt und sein Verbrechen keinerlei polittsche Eittschulü^Aung für sich haben kann. Sehr bezeichnend rur die Verwirrung und Verwilderung der Begriffe und Sitten ist auch der von einem Gewährsmann des

Vorwärts" angeführte Ausspruch eines Sanitäters", der zu dem schwer­

verletzten Auer gesagt haben soll:Ver­dient hast du es nicht, daß ich Dir helfe; ich tue es nur als Mensch." Welch ein Mensch" dieser treffliche Samariter war, geht auch daraus hervor, wie er Auers Bitte um einen Trunk ablehnte:Du gehst ja doch gleich drauf ..." Man kann diesen politisch jo überzeugten Herrn nicht nur als einen Mitläufer" ansprechen. So sind sie wirklich .Me, um ein vielleicht hierher passendes ^Gassenliedchen anzusühren, ein bißchen Dral- Lalla. Solche Köpfe und Gemüter wollen deutsche Geschichte und sogar Weltgeschichte machen. . . .

Gietzemr Anzeiger .=ä. General-Anzeiger für Gberhessen«.».

SVkMs-rnnrbdrrlck u. Verlag: SrShl'sche Unio.-Such- ». ZtemdrAckeret S. Lange. ZchrifUeitmrz. Sefchastzstelle tLÜruderti: Zchulstr 7.

rinigungen. Auch . eine Deputation russischer Kriegsgefangener mit einer Kranzspende war im Zuge zu sehen. Das Fnfmtterie-Leid-MrgimenÜ war in Stahll-elmen cwSqerückt und nahm am Zuge teil. Zahlreiche Akusikkapellen spielten wah- rertb des Marfck^s zum Friedlwf TrMierweisen. Ws der Trauerzug gegen 10 Uhr am Ostfriedbof anlangte, setzte von allen Kircktenglvcken feierliches Drauergeläutc ein und in allen Kasernen wurde Ehrensalnt gesckrossen. Flieger mit potbebänfccrten Tragfläckpen wurden Über dem FriL-hos sichtbar uitb umkreisten die Ausfegnungshalle. Nach einem einleiienden Ordtcf'rrftücf und Tranerckprälen Ix> flamt die Feierlichkeit in ber AussegnungÄ)alle. ----- ..... ... . ..... _ . . .

Tie Kranzdeputa ionen legteir Kranze ofrite Zahl s genommen worden. Der neue Vol.zngsrat soll vor dem aufgtridrteten Katafalk nieder. Die Ge- den Generalstveik mit aller Stärke durchführen. öüchLnisrcde hielt Arbcüerrat Landauer. Srach lTi- ßawöuuta der ArbeUerlchast, »Me weiter

Attentatrverslich auf Wilson?

Lörrach, 26. Febr. Heute vormittaa ist von einem Anarchisten ein Attentat auf Wi l - fön berjudrt morfcen. Es gelang, den Attentäter, als er in Boston in die Wvhnräum« des Präsi- benten eindrftrgen wollte, nach hartem Kampfe tu überwältigen. Es handelt sich um einen Anar­chisten namens Ragosky. Er trug einen Ro- volocr bei sich und erklärte, daß er den Präsi­denten habe sprechen wollen.

Nach neueren MeldunE ist Präsident Wil­son bereits wieder in Washington eingo troffen.

Die Lieferung von Milch und Feit für Deutschland.

Berlin, 26. Febr. (WB.) Mft Rücksicht auf die auß^ivrdentiliche Fettnot in Deutschland und auf den Mangel an Milch für Kinder und Mütter bat die deutsche R g ermry die alliier­ten und assoziierten Negierungen in einer Note vom 25. Fschmar dringend, ihre Zustimmung zu geben, daß die in dem LebensmittcLobLinmen (von Spaa am 8. Februar und Trier am 16. Februar) vorgeseheiw unverz ügliche Lieferung von etn>a 30000 Domren .Schtveineileisch u:tb Fett und 250 000 Kisten vondensierler Milch sofort zur Anssülrr-ung gelange, ohne den Absck)luß des Schiff- falirtsabkommens ab-uwarten. Tie deutsche Re­gierung betont in der Note besonders, daß die Zahlungerr, die für diese Lebensmittel bereits ver­einbart sind, fcljoii nächstens fällig wrtdcn und weist darauf hin, daß für die in Betracht form menten Waren rin nennenswerler Schissstrgnsport nicht in Frage fomme, da, lr*ie mitgtcilt, die be­treffenden LebensmfttÄ »um übeilviegcnden Teil in Rotterdam lager.t, Angesichts der in er­schreckendem Maße znn>. tzmenden Sierblichkeit der Kinder ersuchte d te deutsche Regiermrg die Allier- ten, die Zufuhr von zwanzig Tonnen Lebertran zu gestatten unb die Verschiffung nach Deutschland schnellste, 3- in die Wege leiten zu wollen.

Die V^'teuerung der Äriegögewinne in Amerika.

Amsterdam, 26. Febr. (WTB.) Das Ren- lersche Burccut meldet aus Washington, daß Wil­son eine Gesetzesvorlage unlerzeickmet habe, nxmach den Kriegsgewinnlern eine Steuer von 6 Milliarden Dollar aufi- erlegt werde.

Die britischen Verluste.

Rotterdam, 26. Febr. (WB.) Nach dem Nieuwe Notterdamscksn (Sou amt" teile Bonar Law dem llntrtl.muse schristt ch mtt. daß die bri­tische Flotte im Kriege folgende Verluste hatte: 2061 Offiziere, 20197 M-nrnschaften tot, 813 Offiziere und 4081 Maimschrf^en verwundet, 15 Offiziere und 8 Manttschaften vermißt. Tie G e s a nt t v e r l u st e betragen nach den Ic&tm An­gaben: Tot: 30807 britisä-e Offiziere, 7602 i>t- infdje und Kvllnnal-O ffiziere, 4b6 832 britische Mannfchasten, 168 703 indische und koloniale Mannschff en. Verwundet: 78132 britische Offi­ziere, 17 125 indische imb Kolonial-Offiz irre, 1532 552 britische Mannschaften, 421 402 indische und Kolonialmannschaften. Die Zahl der Ver­mißten an Offerten und Mannschaften beträgt vermutlich 835 742.

Aus Stadt und Land.

G i e ß e n, 26. Februar 1919.

Würde an den Fastnachtstagen!

Tie Not des Vaterlandes verlangt Zurück-