Ausgabe 
27.1.1919
 
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NtitetW sugrfömmnt find, wonach von der (5c» tooli Gebrcmch gemacht wurde, nm von Gebieten Befrtz nehmen, über deren rechtmäßige Rück­te,bie Fr^.Trskouferenz zu bestimmen berufen ift. Die Regierungen fmb der Ansicht, daß sie die Pflicht haben, eine feierliche Wariurng zu er­heben und ju erklären, daß jeder Besitz, der mit Hilfe der Gemalt errangen ist, der Lache der­jenigen den größten Schaden zusügi, die zu fachen Mitteln greifen. Diejenigen, die Gewalt anwen­den, lassen die Vermutung aufkommen, daß fr­on der Gerechtigkeit und dec Rechtsgültigfcit ihrer Ford-rnngen zweifeln, daß sie ihren Besitz an die Stelle irS Beweises ihres Rechtes zu setzen I gedenken und daß sie ihre Souveränität jnebr auf die Gewalt gründen wollen als auf die nationale ober Raufenzug Hörigkeit. Tamil werfen sie einen Schatten auf aite Rechts itel, die sie später geltend machen könnten, und fr? bekunden ein Meß trauen gegenüber der Fririxnstonferenz. Hieraus können nur die unbrilvvllsten Grgcbniffr hervrrg?hen. W?mr itc die Gerechtigkeit wollen, so müssen sie auf die Amvendung von Gewalt ver­zichten imb ihre Forderungen den Händen der Friedens tortorenz überg'ben." ''Diese feierliche Warnir-q i" an die Adresse der Polen, Tschecho- Slovxk n Serbe i und Rumänen g-richtet.)

Au» Statt tmb Land.

Gießen, den 27. Januar 1919.

Gültige Lebensmittelmarken für die b. Woche vom 27. Ian. bis 2. Febr. 1919. Drott 2250 Gramm Brot ober 1680 Gramm Mehl Brot pro Klg.........45 Pf.

Weizenbrolmchl pro Klg. .... 56

Weißbrot pro Klg........80

Weißbrotbäcker: S. Kotz, Neustadt, W. Hoelters,

Frankfurter Str., A. Deibel, Neuenweg.

Butter: Marke Nr. 5.

Bez. 4, 5, 6, 7: 40 Gramm Talg zu 28 Pf.

Dez. 1, 2, 3, 8, 9, 10, 11, 12: 40 Gramm Butter

ju 44 Pf-

Fleisch. Wochenabschnitt 5.

Metzger für Fremde: Boller, Bahnhofstr 53.

Metzger für Urlauber: Blum, ßiebigftr. 73. Kartoffeln: Anteil 7 Pfund zum Preise von 56 Pf. Nährmittel: Marke 1 Januar 1919.

Auf elbe Karte (A) 250 Gramm Suppenfabrikate §)aketware): auf rote Karte (B) 500 Gramm rieb, 250 Gramm Kindergerstenmehl; auf blaue

Karte (C) 250 Gramm Graupen, 100 Gramm Teigwaren, 125 Gr. Suppenfabrikate (Pakctw.) Nährmittelkontrollabschnitte, die mit einem roten Strich versehen sind, werden nur mit der hal­ben Menge beliefert.

Iugezogene: Geiste, Seltersweg L Urlauber: Gans, Dammstr.

Zucker: Marke 1 Januar 1919.

Anteil 750 Gramm.

Iuckerkontrollabschnitte, die mit einem roten Strich versehen sind, werden nur mit der hal­ben Menge beliefert

Iugezogene: Schlierbach, Frankfurter Straße. Urlauber: Klinyelmeyer, Ludwigstr. 56.

Bebensmitte!: Marke 2.

Salzbohnen, Malzkaffee, Zwieback zum Preise von Mk. 1,08.

Seife: Marke für Januar 1919.

Anteil 125 Gramm 21.-Seifenputoer zu 15 Pf. und 50 Gramm KL-Seife zu 20 Pf.

Gemüse. Stabt. Obst- u. Gemüseverkaufsstelle, Turm­haus am Brand.

Weizkraut, Kohlraben, Bote und Gelbe Rüben zu den Tagespreisen.

* Freibank. Dienstag, 28. Januar 1919, werben von 124 Uhr die Nrn. 301-400 beliefert

Der Kulturspiegel.

Das Beginnen, in einem Kulturspiegel cm Sittenbild unserer Zeit aufzusangen, war nicht auf tägliche Ausbeute berechnet. Der heutige Polizeibericht bietet aber wiederum ein Kulturdokument so eigener Art, daß der Kulturspicgel auch diese« Streiflicht aufsangen muß.

Polizeibericht.

Die Sicherheitswache nahm in der Nacht vom Samstag auf Sonntag gegen 5 Uhr früh in der Nord-Anlage 4 herumtreibende Mili- tärperf onen fest. Beim näheren Besehen entpuppten sich 2 davon als Wärterinnen aus der chirurgischen Klinik Frauenabteilung II, welche tn der Militäruniform steckten.

3n der Nacht zum 26. Januar 1919 wurde hier aus einem verschlostenen Stall ein Bf erb nebst Herrensattel mit weißem Zaumzeug im Wert von 3000 Mark entwendet. Das Pferd ist ein Fuchs- wallach, vorne links gefeffelt, an der Beugeseite weiß bis über das Festelgelenk, hinten links gekrönt. Schräge Schnippe, weißes Nasenloch an der rechten Seit;. Größe etwa 1,67 Meter Schulterhohe; Druck- flecken im Sattel und Gurtenlage. Iahnalter 8 Jahre. Geringe Erscheinungen von Hahnentritt an einem Hmteffuh.

Bor einiger Zeit kam eine auf einem Hofe sie- hende Steindruckpresse abhanden. Gs wurde be- obachtet, daß diese von zwei Soldaten reengetragen wurde Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Krimi- nab Abteilung entgegen.

Der Arbeiter- unb ©olbatenrat erlaßt folgende Warnung:

In letzter Zeit werden bon Vertonen in Mili­tär uniform, die im Besitz Vvn geiälschten Aus­weisen d.s Soldatenrates sind, Haussuchun­gen mtt> Bcichlagnahmnngen bot genom­men. ES handell iich hierbei um Schwindler, not denen ernstlich gewarnt nrirb. Bon feilen des Soldatenrates tverben mir Hans'uchungen bzw. Beschlagnahmungen in Verbindung mit dew zu­ständigen Behörde (Polizei' iwrgekommen. Sollte nochmals versucht werden, berar.ige Schwindeleien auszuführen, so wird gebeten, sich sofort ebent. triephmitfd) mit der Polizei oder mit dem Obmann bug So.datcnrates (Telephon 2036) in Dcrbindrmg ui setzen.

Zwangömatzregeln gegenüber Arbeitslose«.

Soeben hat das Demobilmachungsamt eine Ber> orbnung erlassen, die eine Abänderung der Beftim- mungen über Erwerbstosen.Für sorge bringt, m dem Sinne, einen Druck zur Uebernahme von Arbeit auf bie 2lrbritslo[en auszuüben. - Darnach darf an Ar- beiter, die während des Krieges zugezogen sind, eine Unterstützung nicht länger als 4 Wochen gewährt werden auch wenn sie eine passende Arbeit nicht finden konnten. Damit wird ein wohltätiger Zwang tux Abwandrung in die Heimat ausgeübt, der schon längst in unseren Großstädten als notwendig emp- fanden wurde. Deshalb tritt die Entziehung der Un- terstützung in dem Falle nicht ein, daß «ückkehr an

den früheren Wohnort tatsächlich unmöglich ist, und daß der Erwerbslose mit seiner Familie vor Eintritt der Erwerbslosigkeit einen Hausstand in dem Unter- stützungsort gegründet hatte. - Außerdem sind die Gemeinden verpflichtet, die Unterstützung zu entziehen, wenn der Erwerbslose sich roe gert, eine ihm ange» Aagene, angemestene Arbeit zu übernehmen, die auch außerhalb seines Berufs und Wohnorts liegen darf, außer wenn die Arbeitslöhne die ortsübliche Höhe nicht erreichen, die Unterkunft sittlich bedenklich ist oder die Versorgung der Famifie unmöglich wird Freie Fahri zum Arbeitsplatz ist zu gewähren. - Endlich werden für die Unterstützung Höchstsätze fest­gesetzt, welche je nach der Ortsklasse für Jugendliche unter 21 Jahren von Mk. 2,50 bis Mk. 4,25, für Unverheiratete Mk. 3,50 bis Mk. 6, , für Berhei- ratete ohne Kinder Mk. 4,50 bis Mk. 7,50 betragen ufw. So wird der ungesunde Zustand beseitigt, daß vielerorts die Unterstützung die gleiche ober gac eine größere Höhe erreicht, als manche Arbeitslöhne

Aus dem Stadttheaterbureau. Nochmals sei auch an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinge- wiesen, daß von jetzt ab alle Abendvorstellungen um 6Uhr beginnen. - Die Unsitte, Plätze zu bestellen und diese bann zur Borstellung nicht abzuholen, hat in letzter Zeit berart überhanb genommen, baß bas Theater finanziell ernstlich geschäbigt wird und die Theaterverwaltung sich zu Maßnahmen gezwungen sieht. (Es können deshalb in Zukunft derart unzuver- sigen Besteuern, deren Namen sich aus dem Ver­zeichnis der nicht abgeholten Karten ergeben, Billetts nur noch gegen Vorausbezahlung reserviert werben. Es wirb bann auch nicht mehr Vorkommen, baß Plätze unbesetzt sinb, was naturgemäß böses Blut macht, wenn an ber Kasse zahlreichen Neflektanten pflicht­gemäß erklärt werden mußte, daß das Haus aus- verkauft fei.

* Wei lerer AuSlall von Zügen. Der durch die Arbeitern usflänve auf den Zecken hervor- gerufene bedrohliche Rückgang in ber Hohlenuifuhr unb der Mangel an liofomotiucn zwingt die (Lifenbahnverivaltung Franlfnrt bis auf weitere» eine Reihe von Zügen attslallen zu taffen, die aus dem Anzeigenteile ersichtlich sind.

**DieDeutsche demokratische Par­tei veranstaltete am Samstag abenö im Saale des Hotels Fürstenhof eine gut besuchte öffentliche ftirnfrjebirng, in ber die Kandidaten zur Heffisch^n Bvlischmmer sprachen. Nach ei.ter kurzen ein­leitenden Rede i>5 Herrn Prof. Bousset ergriff zunächst Herr SJuiiifteriafb reftor U r fr a b t das Wort. Zwri Gcsich spuntte hät eit seinen Eintritt in die Regierung veranlaßt, die Sorge für die Aufrechterhaltung des Beamtentums und die Ab' icht, einen allzu staik.-n Druck der Sozialdemokrarie nach links ru verhiirdcrn. Der Erfolg bei den Wahlen für die demokratisch: Partei sei hauptsäch­lich in der Werbekraft des demokratischen Gedan­kens begründet. 9äiit sei es an der Zeit, demokra­tische Denkweise, demokratische Weltanschauung zu erziehen und den Begabten den Aufstieg zu heilsschiüe, unfere Jugend zu demokratischem Leben zu erziehen unri> um Begabten den Aufftieg zu ermöglichen. Auch gelte es, unsere Schule zu ent- bureaukratisieren. Die demokratisch.' Partei habe weiterhin der Richtigkeit des Gedankens zum Sieg verholfen, daß die Sozialdemokratie den Wieder­aufbau nicht allein in die Hand nehmen dürfe. Eine Liftenverbinduttg mit den anderen bürgerlichen Parteien habe die demokratische Partei abgelehnt, da ein Sieg der Reaktion den Bürgerkrieg bedeute. Zum Schluß führte ber Redner noch aus, was wir ür unser Hessenland fordern. Sehr wichtig sei die Eisenbahnfrage. Am besten fei es, wenn die Eisenbahnen in Rrichs>rsitz übergingen. Die Zeit der Fideikommisse fei vorbei, der Abi au der Kricgs- wirtschaft sei auss energischste zu fördern. Bei der Frage einer RepublikGroß-Hessen" sei Zurück­haltung am Platze. Der Anschein einer Annexion müsse unbedingt vermieden werden. Gerade mit Rücksicht auf dte Interessen der Stadt Gießen als Universitätsstadt heiße es da, vorsichtig zu sein. Auch sei es von Wichtigkeit, daß die drei Provinzen ungeteilt bleiben. Als zweiter Redner trat Arbei.er Hilberg, Danbringen auf. Er brachte einige Ergänzungen zu dem Parteiprogramm, das der Vorredner bereits dargelegt hatte, und wandte sich in seinen Ausführir'gen befonber# argen den Vor­wurf, die demokratische Partei sei vttite nationale Partei, sie strebe eine Verbrüderung mit der Sozialdemokratie an. Herr Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck gab als letzter Redner seiner Freude Ausdruck, daß auch bt.^mal, wo es sich um die Zuktmft unseres Heffenland^ handle, die Wahl­parolen nicht von denen am vergangenen Sonntag abwichen. Gewiß tap-ten wir jetzt noch in ein Dunkel, aber gerade die Ereignisse ber letz'en Monate hätten deutlich gezeigt, daß Geschichte nicht berechnet werden könne, daß Geschichte etwas anders sei als Natur. Der W.g ins Dunkel twrbc indessen erhttlt durch einige Lichtblicke: den Glau­ben an bas deutsche Volk, das sich bei den Wahlen in feiner überwältigmden Mehrheit auf einem gemeinfamen Boden zu 'ammeng>.funden habe: in­folgedessen werde es zioriicltos den erwählten Der- tretern des Volkes au chgelingen, die geeigneten Führer zu finden. Herr Prof. B o u s s e t schloß die Versammlung, eine Debatte mit Rücksicht aus die ungünstigen Lichtverhältnisse ablehnend.

** An alle (Empfänger von laufenden Hinterbliebenenbezügen Militärrenten H- ber Unterklasse bis Feldwebel, Wachtmeister, Ober- fenerwerker, Obermatt e nschließlich aufwärts wirb am Zahltage der Mil tärrenten für Februar fünfzig Prozent ihrer Rente für Februar als Teuerungszu. läge gezahlt. Unterbeamte der Militärverwaltung gelten nicht als Militärperfonen der Unterklafle. Hinterbliebene von Militärpersonen der Oberklasse erhalten keine Teueru igszulage. Ueber den Be­trag ber Teuerungszulage ist eine zweite Quittung auszustellen.

"Vereinigungen von Angehörigen der Kriegs- und Zivilgefangenen haben sich in Nord und Süd gebildet. Schon sind sie eine Macht Aber sie wollen mehr. Sie wollen dahin kommen, daß sie im Nayien von Millionen vor die Welt treten können; es muß dahin frommen, daß Mill onen für eine große Hilfsaktion bereiistehen, darum sei auf die heutige Einladung zu einer Kundgebung be­sonders hingewiesen.

Lichtspielhaus (Bahnhofstraße 34). Heute wird zum letzten MalDer ei erne Käfig" gegeben, während von Dienstag bis Freitag Nestel Orla in dem Liebes- und Lebens-Drama .Arme Lena" und Paul Heidemann in dem Lustspiel .Vater wider Willen- austreten.

- Frankfurt a. M^ 24. Fan. Die Postbehörd« läßt gegenwärtig im Fernsprechwesen Frankfurts umfangreiche Neubauten vornehmen. Das Fernfprech- amt (für auswärtige Gespräche) mit 250 Leitungen wird durch ein neues Fernamt mit 500 Leitungen erseht, bas am 1. April d. F. eröffnet weiden soll. Zu den Stabtämtern .Hansa-,Börner- und.Taunus- gesellen sich zwei neue, von beuen ein» im Postamt

Sachsenhausen und das andere hn neuen Postamt Frankfurt-West untergebracht werden soll, da die Errichtung weiterer Aemter im Hauptpostamt technisch unmöglich ist.

Frankfurt a. UL, 26. Fan. 3n der Stabt sind vereinzelte Fälle von Flecktyphus oorgehom- men. (Ein Grund zur Beunruhigung liegt jedoch nicht vor Die Uebtrtragung der Äranktjeit erfolgt aus» schließlich durch Läuse.

Gietzener Kta-ttheater.

Dienstag, 28. Fan^ 6:Die Nase von Stambul* (Auß. Abonn. B. gew. Pr Gutsch. h. Gültigkeit). Samstag, 1. Febr, 6:Faust- (B. gew Pr 14. Freitag-Abonn.-Vorst.). Sonntag, 2. Febr., 3: .Das Kind- (kl. Pr.) 6: .Die Rose von Stambul" (gew Pr.). Montag, 3. Febr, 6:Der Revisor" (gew. Pr. 13. Dienstag-Abonn.-Vorst.).

Letzte Nachrichten.

Das Wahlergebnis in Giehm.

Hessische Deutsche

Volks- National-

Kammer Versammlung

Mehrheitssozialisteu 5038 5797

Deutsche bemokr. Dolkspariei 4288 4902

Deutsche Bolkspartd 2737 2929

Deutsch-nation. Dolkspartei 1559 2095

Zentrum 910 1268

Unabhängige 407 956

1. Wahlbezirk: Ulrich 401, Henrich 195, Wünzer 122, Brauer 53, Schmitt 24, Kiel 46

2. Wahlbezirk: Ulrich 434, Henrich 337, Wünzer 189, Brauer 97, Schnitt 39, Kiel 35.

3. Wahlbezirk: Ulrich 403, Henrich 300, Wünzer 207, Brauer 96, Schmitt 66, Kiel 65.

4. Wahlbezirk: Ulrich 421, Henrich 218, Wünzer 113, Brauer 62, Sch.nitt 38, Kiel 26.

5. Wahlbezirk: Ulrich 533, Henrich 317, Wünzer 92, Brauer 64, Sch.nitt 27, Kiel 44.

6. Wahlbezirk: Ulrich 307, Henrich 351, Wünzer 155, Brauer 103. Schmitt 74 Kiel 21.

7. Wahlbezirk: Uir ch 483, Henrich 419, Wünzer 202 Brauer 163 Schmitt 126, Kril 21.

8. Wahlbezirk: Ulrich 209 Len ih 319, Wünzer 2bJ, Brauer 169, Schmitt 46, irieL 10.

9. Wahlbezirk: Ulr.ch 378, Henrich 251, Wünzer 162, Brauer 117, Schmitt 82, Kiel 19.

10. Wahlbezirk: Ulr.ch 316, Henrich 360, Wünzer 330, Brauer 135, Schmitt 92, Kiel 21.

11. Wahlbezirk: Ulr.ch 310, Henrich 350, Wünzer 257, Brauer 113, Schmitt 123, Kiel 22.

12. Wahlbezirk: Mr ch 215, Henrich 314, Wünzer 279, Brauer 129, Schmitt 64, Kiel 16.

13. Wahlbezirk: Ulrich 355, Henrich 289, Wünzer 158, Brauer 105, Schmitt 33, Kiel 26.

14. Wahlbezirk: Ulrich 200, Henrich 216, Wünzer 198, Brauer 91, Schmitt 33, K.el 25.

15. Wahlbezirk: Ulrich 73, Henrich 52, Mün­zer 14, Brauer 18, Schmitt 13, Kiel 10.

Die Wahlbeteiligung betrug bei der Wahl zur Hest. Volkskammer nur 60 Proz. der Wahlberech- tigten, während sie bei der Deutschen Nationaloer- jammlung 80 Proz. betrug.

Landkreis Gießen.

Bettenhausen: Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Volksp. 0, Demokr. Partei 15, Heff. Dolksp. 172, Sozialdem. Partei 29.

Eberstadt m. Arnsburg . Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Volksp. 9, Demokr. Partei 29, Hest. Volks­partei 134, Sozialdem. Bartei 99.

Göbelnrod: Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Dolksp. 10, Demokr. Partei 15, Hest. Volkrpartei 69, Sozialdemokr. Partei 22.

Großen-Buseck: Unabh. 38, Zentrum 1, Dtsch. Dolksp. 26, Demokr. Partei 170, Hest. Dolkspariei 231, Sozialdem. Partei 424.

Heuchelheim. Unabh. Soz. 151, Zentrum 5, Deutsche Dolkspariei 21, Demokraten 112, Hessische Dolkspariei 169, Sozialdemokraten 779.

Klein-Linden: Unabh. 5, Zentrum 9, Deutsche Dolksp. 41, Demokr. Partei 209, Hest. Dolksp. 114, Sozialdem. Partei 514.

Langsdorf: Unabh. 0, Zentrum 0, Deutsche Dolksp. 17, Demokr. Partei 127, Hest. Dolksp. 255, Sozialdem. Partei 87.

Lauter: Unabh. 1, Zentrum 4, Deutsche Volks- partei 8, Demokr. Partei 15, Hest. Dolksp. 86, So­zialdem. Partei 108.

Leihgestern. Unabh. Soz. 102, Zentrum 3, Deutsche Dolkspariei 4, Demokraten 40, Hest. Dolks­pariei 199, Sozialdemokraten 325.

Lindenstruth. Unabhängige Sozialdemokratie2, Zenttum 0, Deutsche Dolkspariei 3, Deutsche demo- kratische Partei 20, Hessische Dolkspariei 34, Sozial- bemokratie 103.

Obbornhofen. Unabhängige SozialdemokratieO, Zentrum 0, Deutsche Dolkspariei 3, Deutsche demo­kratische Partei 28, Hessische Dolkspariei 80, Sozial­demokratie 172.

Rodheim b. Hungen. Demokraten 5, Hessische Dolkspartei 107, Sozialdemokraten 55.

Steinheim. Unabh. Soz.0, Zentrum 0, Deutsche Dolkspariei 0, Deutsche dem. Partei 30, Hest. Dolks- part 98, Sozialdemokratie 66.

Stockhausen. Unabh.Soz.0, Zentrum0, Deutsche Dolkspartei 4, Deutsche bemokr. Partei 10, Hessische Dolkspariei 31, Sozialdemokratie 14.

Weickartshain. Unabh. Soz. 0, Zentrun^ 0, Deutsche Dolkspariei 2, Deutsche demokr. Partei 15, Hest. Dolkspariei 38, Sozialdemokratie 69.

Weitershain. Unabh Soz.0,JentrumO,Deutsche Dolkspariei 0, Deutsche bemokr. Partei 77, Hessische Dolkspariei 108, Sozialdemokratie 70.

Kreis Vüdingcn.

Leidhecken. Wünzer 1, Henrich 36, Brauer 14, Ulrich 142.

Michelnau. Kiel 2, Schmitt 0, Wünzer 1, Henrich 7, Brauer 101.

Ridda. Kiel 0, Schmitt 27, Wünzer 47, Hen­rich 519, Brauer 76, Ulrich 491.

Unters chmitten. Wünzer 5, Henrich 13, Brauer 61, Ulrich 117.

Die Wahlen in Preußen.

Berlin. Wahlkreis 3. Bis 12 Uhr nachts lagen folgende Ergebniste vor: Mehrheitsso-ialisten 38 709, deutsche demokr Partei 3:) 403, Tentsch- nationale 20 6 8, Deutsche Volk. Partei 14 456, Un­abhängige 11210, Christliche Volk-Partei 9696.

H a n n o ve r. iStadt) So-ialdcmokr. 85972, Demokraten 16 615, Unabhängige 1835, Deutsckn Boltopartri 21 294, Deutsch-nasionale BolksPariei 4484, Christ!. Volkspartri 48 889.

LindenvorHannover. (Stadt) Sozial­demokraten 32 611, Deutsche demokr Partei 2335, Unabh Sozialdem 1265, Deutsche Volksp 1519, Deutsch-nat Volksp 258, Hannoversche Christliche Dolkspariei 7674.

Erfurt. (Amtliches Wahlergebnis Deutsche demokr. Barri 14 414, Teutsch-nat. Volksp. 10 153 Christ! Volksp 3887, Sotialdem 9698, Unabh. Soz. 23 674. QäB wurden 12 000 Stimmen »oencger

abgegeben als bei der Dahl zur Deutschen Natio­nalversammlung, davon verloren die Sozialdemo­kraten 10 000, die bürgerlichen Parteien 2000.

Breslau. Mehrhci:sso;ialdcmokr. 128 606( Unabhängige 596. Deutsche dcmokralilck'-e Bartet 38 405, Christi Volksp. 37 032, Deutsch-natwnale Volkspartei 30 749.

Cassel-Stadt. Wahlmüdigkrit war das Kennzeichen des gestrigen Wahl-Sonntags. Merk­würdigerweise waren es diesmal die sozialdemv- kratischcn Wähler, die in großer Zahl zu Hause blieben, so daß die rote Liste diesmal 80 K) Stim­men weniger erhielt, und auch die blutrote Linke hatte eine Einbuße von 200 Stimmen. Es entfielen auf: Unabhängige 988, 'Dcutidtf Volkspartei 2501, Zentrum 4295, Tcutschnationale 10122, Demo­kraten 22 760, Mehrhcitssozialisten 43 4 3 Wenn anderwärts die Stimmcnzahlen ähnliche Verschie­bungen aufweifen wie in Cassel, so wären di: unter Zugrundelegung der Wahlbeteiligung am Reichs- Wahl-Sonntag aufzustellenden Berechnungen für du preußischen Kandidatenverteüungen sämtttch über den Haufen geworfen.

Frankfurt a. M. (Stadt.) Bis 12 Uhr abends lagen aus 150 Dahlbttirken von 172 die Ergebnisse vor. Die Wahlbeteiligung war im all­gemeinen schwächer als bei der Wahl zur Deuffchen Nationalversammlung. Es erLi Itnt: U:^ibhän i.M Sozialdemokraten 8158, Teuffch-iutticnnle Volksp. 8449, Deutsch-Uberale Volkspartei 15 664, Zen­trum 24 141, Demokratische Partei 47 298, Sozial­demokraten 89 581 Stimmen.

Die Reichskonjerenj der Einzeljtaateo und die Rcichzversaffung.

Berlin, 26. Fan. Auf der Reichskonferenz über den von dem Staatssekretär des Reichsamtes des 3n- nern Dr. Preuß vorbereiteten Bertragsentourf war die wettaus überwiegende Mehrheit der anwesenden BunbesftaatenDertretcr darin einig, daß die Reichs» Zuständigkeit erweitert werben soll, so insbeson­dere auf den Gebiete des Eisenbahnwesens, baq aber die in dem preußischen Entwurf enthaltene Möglich­keit der Zerstückelung von Bundesstaaten, beson­ders von Preußen, nicht annehmbar seien. Aber von nichtpreuß scheu Konferenzmitgliedern, gerade auch von Süddeutschland, wurde der Standpunkt vertreten, baß es keinen Sinn habe und yerabezu schäblich sei, Preußen zu zersplittern und kleinere (ßebicte daraus zu machen, wenn man im allgemeinen doch die Ab­sicht habe, die Ienttalgewalt zu stärken. An der Be­ratung haben, wie seinerzeit an der Reichskonfercnz im Kanzlcrpalais, auch der Gesandte der deutsch-öfter- reich scheu Republik, Dr. Hartmann teilgenommen. Er hat in der Aussprache bas Wort ergriffen und sich stärkend für den preußischen Entwurf eingesetzt. Der Staatssekretär des Reichsernährungsamtes Wurm gab eine eindringliche Darstellung un erer auf bas schwerste gefährdeien Ernährungslage und wies darauf hin, daß bei der Fortdauer des heutigen Zu-, standes in naher Zeit unsere ßebensmitietoorräte auf« gezehrt sein würben. Der Dorfitzenbe, Dolksbcau. tragter Ebert, kam in seinem Schlußwort auf die e Darlegungen Wurms zurück und richtete an alle An­wesenden die dringende Mahnung, in ihren Kreisen dahin zu wirken, daß die Arbeiterschaft zur Be­sinnung kommen und ungerechtfertigte unb un­sinnige Lohnforderungen unterlasse unb mit aller Kraft die Arbeit in ihrem eigensten Interesse fördere. Die Bertreter der Groß.Thüringischen Staaten gaben in ihrer Mehrzahl den Willen kund, sich jti einem Groß-Thüringen zusamniienzufchließen, sich aber nicht an Sachsen anzugliedern Eine Ausnahme machen vielleicht nur Meiningen und Altenburg.

Grsetzliche Rkgelnng der Energikwirlfch ift.

Das Reichswirtschastsamt hat Gesetzentwürfe fertiggefteUt, die jetzt den anderen Reichs- und Staate» behörden zur Mitberatung zugehen, um die Energie­wirtschaft zu regeln. Ls handelt sich um einheitliche Organisation unb Verwendung aller natürlichen Ener- giequeUen, die Deutschland besitzt. Diese Energiequellen ruhen vor allem in Brennstoffen unb in TB aff er« Kräften, in Kohle, Torf, Erböl und Wasser. (Es handelt sich um den großzügigen Plan einer geord- neten Verteilung und möglichst vorteilhaften Denver- tung unserer Energievorräte und damit um die Be­schränkung allen unwirtschaftlichen Wettbewerbs und des Zwischenhandels unb um Beseitigung ber Zer­splitterung burch Zusammenschluß unb Ausschaltung aller vermeidbaren Verluste. Die enbgültige (Erlebigung der Gesetzentwürfe wird t-en ordentlichen Parlamenten des Reiches und der Bundesstaaten Vorbehalten b.eiben,

Wilson über die Schuld Wilhelms 11.

Genf, 26. Jan. Rach dem^Brogr&S be Lyon" steht den Franzosen ehe neue Enttäuschung über Wilton bevor Rach einem amtlichen amerika­nischen Bericht spricht er sich nämlich unerwartet milde über die Frage der Schuld Wil­helms II. aus. Er würde durch di.' Verbannung genügend bestraft werden. A.S Gru rslag-- für diese mildere Beurteilung soll rin Bericht d.enen, den Oberst House kurz vor Ausbruch des Krieges in Deutschland verfaßt hat.

Wilsons Rückreise nach Amrrika.

Gens, 25. Jan Wie demOcunrc" anfl Washington gemeldet wirb, wird Präsident Wil- son ztvischen dem 9. und 12. Februar Pari- verlassen, um sich nach Amerika zu begejen^ Er wird nur etwa 14 Tage in Washington bleiben. Änfairgs März wird er nach Paris zurück- kehren, um am zwetten Teil dn: Friedetis.onfv- renz mitzttwirken.

Amtlicher Teil.

Betr.: Waisenbüchsengelber.

An den Lterbürgkrmeister zu Gießen und d«e Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreifes.

Wir empfehlen Ihnen am 31. Fanuar b. Fs. bi« unter Ihrem unb eines Gemeinberatsmilgliebs Versckluß stehenben Waisenbüchsen zu öffnen und beten Inhalt bis längstens

31. März b. Fs. durch eine Kosten nicht verurfachenbe Gelegenheit an unsere Kreiskasse abzuliefenr.

Gießen, ben 23. Fanuar 1919.

Krrisamt Gicßen.

_____ I. V : Langer mann.

Betr.: Statistik ber Weinmost- unb Obfterute tm Fahre 1918.

An die Bürgermeistereien der Landgcmcinde» des Kreifes.

Wir sehen der urnqehenben Vorlage des aus» gefüllten Fragebogens über bie Statistik ber Wem- most- unb Obsternte im Fahre 1918 entgegen.

(Einsenbuna hätte bereits bis zum 25. Booembe v. Fs. bewirkt sein müssen.)

Gießen, ben 23. Fanuar 1919.

Kreisamt Gießen.

Z,V.: Weicker.