Nr 22
Ter (oitbentr Ittjety« erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilauen: LlttzenerFamllicndlLtter;
Kic.sllatt für den Kreis (Bfeßeit.
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für or11iche Anzeigen 25 L?.,für auswärtig! 30 Pl, für Reklamen Mk.1.-uebsl20°'gTcue- rungSzus hlag;Plat;vor- fchrisl 20 % Aufschlag. Hauvtschrickleiier: Ang. Goeg Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr- Reiuhold Zenz; für den Anzeigenteil: £>. Beck; sämtlich in Gießen
Montag, 27. Januar M4 ^Hi.ai)me von Anzeige» f. die Tagesnummer l>is zum Nachmittag vorher ► oynejedePerbindlichkeit Zeilen-relse:
169. Iahrgmg
Sietzener Anzeiger
$X«ntfurt «.UL U6S6 General-Anzeiger für Oberheffen
Die Absichten unserer Gegner.
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Organisation und ein Sekretariat unterhalten, um bi- Angelegenheiten des Burrdos in den Zeiten zwi- scheu den Konferenzen zu führen. Die Konferenz bestimmt daher, daß das Komitee Einzelheiten über die Ausgestaltung uui) Cbliegenljeüen des Bundes
Die $r!e>cnslo.iferen$.
Eme Ansprache WilfouS.
Pari», 26. Ian. (W. B.) Neuler. Wilson hielt auf der Friedenskonferenz folgende An« spräche: .Ich betrachte es als ein besonderes Vorrecht, daff ich die Erörterungen in der Konferenz über den Völkerbund eröffnen kann. Wir Huben uns zu zweierlei Zwecken versammelt, um Vereinbarungen zu treffen, die durch den Krieg notwendig geworden find, und um den Frieden der Welt durch Abmachungen zu sichern. Der Vö lkerbund erscheint mir für beide Zwecke notwendig. Ls bestehen mancherlei kompli- zierte Fragen, die mit den gegenwärtigen Vereinbarungen Zusammenhängen, und die vielleicht durch Entscheidungen, die wir treffen werden, nicht voll geordnet werden können. Ls ist leicht begreiflich, daff manche
unseres Programmes an. Der Völkerbund ist unser Ziel und unser Ideal. Wenn wir zum Beispiel m die Vereinigten Staaten zurückkehren würden, ohne alles unter,.ommen zu haben, unser Programm zu verwirklichen, dann würden wir den verdienten Zorn unseres Volkes auf uns bürden, daff wir als btc Führer der gröfften Demokratie der Welt die Gedanken und Wünsche unseres Volkes nicht in genügender Weise zum Ausdruck brachten. Hier find wir zusammengekommcn, um darüber zu wachen, datz jedes Volk der Welt seine eigene Regierung und seine eigenen Bestimmungen und Gesetze erhält. Wir sind auch hier zusammengekommen, um die Gründe, die diesen Krieg heraufde- schworen haben, für alle Zeilen hinwegzufegen. Diese Gründe waren die Bedrohungen der kleinen Mächte durch die großen Mächte. Nur die Befreiung der Welt von der Knechtung der einen Nation durch die anderen kann den Frieden zustande bringen. Wir sind unbedingt gewillt, unser Programm in die Tat umzusetzen, damit der große Albdruck, der auf der Menschheit lastet, hinweggenommen wird.
Meine Herren! Wenn ich über die Straffe gehe, so sehe ich überall amerikanische Soldaten, ich denke dabei, daff diese Manner als Kreuzfahrer in diesen Kr.eg zogen, nicht um diesen Krieg zu gewinnen, sondern den Gedanken zu verwirklichen für Gerechtigkeit und Freiheit der Menschheit zu kämpfen. Ich hoffe, daff wir in diesem Programm nicht allein stehen, denn überall werden sich Verfechter da,ür finden. Ich habe versucht, Ihnen die Begeisterung, die uns Amerikaner beseelt, einzuflöffen. Der Puls der ganzen Welt scheint in dieser Unternehmung an die Oberfläche zu klopfen.
Nachdem Wilson geredet hatte, ergriff auch 1
Lloyd George
das Wort. Lr erklärte sich mit den Ausführungen Wilsons einverstanden und gab der Hoffnung 'Ausdruck, daff eine andere Methode geschaffen werden müffe, um die Zwistigkeiten für immer aus der Welt zu schaffen als bieje organisierten Schlächtereien. Lr wisse nicht, ob bies gelingen werde, aber es fei bereits ein Erfolg zu nennen, daff die Konferenz sich damit zu beschäftigen beginne.
Die bisherigen Entschließungen.
London, 25. Ian. (WTB.) Reuter. Es ging hier folgender amtlicher Bericyt aus Paris ein: Arbeitsplan für die zweite Versammlung der Friedenskonferenz vom 25.Ian.: 1. Der Völkerbund; 2. Verletzungen der uisiegsgesetze; 3. Wiedergutmachung der Schäden; 4. Internationale Gesetzgebung über die JndustriearLeitcrsrage; 5. internationale Kontrolle der &«fcit, Wasserwege und Eisenbahnen. Die Eutschlieffungeu werden sich mit den genannten Gegenständen befassen.
In dem Entwurf heißt cs in bezug auf den Völkerbund: Die Friedenskonferenz hat nach Erwägung der Vorschläge für die Schaffung des Völkerbundes beschlossen: 1. Es ist für die Aufrechterhaltung und Neuordnung der Welt, wozu die alliierten 9ia>ionen jetzt zusammentreten, wesentlich, daff ein Völkerbund geschaffen wird, um die in te r- nationale Zusammenarbeit zu fördern, um die Erfüllung angenommener internationaler Verpflichtungen zu sichern und Sicherungen gegen den Krieg vorzusehen; 2. der Völkerbund soll als Hauptbestandteil in den allgemeinen Friedensver-
Darmstadt. Unabhängige 350, Hess. Volks- Partei 898, .Deutsche Volkspartei 1U 399, Demokraten 12 288, Mehrheitssozialisten 15 474, Zentrum 3207.
Offenbach. (Stabt.) Deutsche Volksparter 2096, Unabh. Soz. 2443, Zentrum 474u, Dem,» traten 5842, Soziald. 21190, Hess. Volksp. 120L
Liue Warnung an diePoleu und Tschechen.
Paris, 25. Jan. (Amtlich.) Nach der estrigen Versammlung oes Oocrsten Kricgsam.e^ hallen Wilion, die Premierminister uio Mstustep des Aeuffern, sowie die Bertrereik der japanisches Regierung eine kurze Sitzung aff. Sie stimmten ocr
«vlgen könnte.
Die Entschlicffung, die die Lnternatio nale Gesetzgebung :
arbeitet fragen tcXf.’t, le.agt, daffci.-cKom
Länder in Mitleidenschaft gezogen.
Ist es nicht, o fuhr Wilfon fort, zum Beispiel eine furchtbare Tat ache, daff bie großen Entdeckungen in der Wijsenfcha t, in den Lavorator.en, in den Werkstätten und bie ungeheuren Fortschritte im Handel und Verkehr, die durch jahrzehntelanges Stuuium erzielt wurden, während des Krieges für die Vernichtung der Kultur angewendet wurden. Die Vereinigten Staaten traten nicht in diesen Krieg ein, um sich in die 3ntere)|en Europas, Asiens oder irgend eines anderen Weitteils einzumischen. Das hat die ganze We t wohl während diests Krieges selbst emp- fanden. Wir gingen in den Krieg für die Gerechtigkeit und die Freiheit der Menschheit. Darum hatte auch in den Vereinigten Staaten bie Heber» geugung platzgegriffen, daff ihr Anteil im Kriege vergebens gewesen toure, wenn man bei der Aosas. jung der europäischen Verträge einen solchen Frieden nicht sicherstellen wurde, dann roüroe das amen» j konische Volk fühlen, daff es an dem Schutze des I europäischen Frieoens beineu Anteil hat nehmen j
trag ausgenommen werden; er soll feder zivili-- fierten Nation of,en stehen, nxlche die Gewähr da,ür bietet, daff sie seine Ziele fördert; 3. Mitglieder des Vöuerbundes Men reg.lmäßig in internatio-
ausarbcitcn soll.
Die Entschließung betreffend Verletzungen der Kriegsgesetze lautet: Eine Kommission, bestehend aus je zivei Vertretern der fünf Großmächte und fünf Vertretern anderer noch zu bestiinmender Mächte, ist dazu bestimmt, üier folgendes Erhebuitgen anzusteilen uni> Bericht zu erstatten: 1. Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges. 2. .Verletzungen der Kriegsgesetze unb- Bräuä)e, die von den Streitkräften d.s Deutschen Reiches und feiner Verbündeten auf dem Lande, zur See und in der Luft während oes Krieges begangen wurdem 3. Abstufungen der VerarUwort- lichkeil für diese Verletzungen, insosern sie sich aus einzelne Angehörige der Mindlichen Streitträsie, einschließlich der Mitg.iE der Generalstäbe und andere Personen, so hoch sie auch stehen mögen, beziehen. 4. Zusammense^ung uno V-erfahren des Gerichtshofes, um derartig,' Verletzungen festzu- stelleu. 5. Alte anderen Angelegenheiten, die obigen verwandt oder untergeordner sind unb im Laufe der Unter suchmig auf tauchen können und welche die Kommisfiost für nützlich u.u> erheblich findet, um sie in Erwägung zu ziehen.
Die der Kouseeeuz vorzulegnide Entschließung betr. die Wiedergutmachungen besagt. Lag Kommissionen mic nicht mehr als zwei Vertrcstru V-e.g.ens, Griechenlands, Po.enS, Siuma,.iens mid Serbiens bestimmt werden um iLer die Höhe oer Etuschäotgungen, welche vie Krudlichen Läir-cr iayMt mufften, stluterinchungen aiiytiicllcu luib
> Mission ernant werden soll, die aus je zwei Ver- : tretem der fünf Großmächte und aus je fünf an- , deren der auf der Fnercus.o.l^erenz vertretenen : Mächte bestehen soll, um d.e Arb-.i.s edi, gmigen '■ von internationalen Gesichtspunkten zu unter,uä)en i und über die Mittel und W-ge zu beraten, bie nol- i wendig sind, um eine einheitliche Durchführung ■ der mit b.eicn Arbei sbedingungeu zuiammcmhän- ; genden Angelegenhei.eir zu sichern.
Au; öen vcri.anSIungen in 5paa.
Berlin, 25. Jan. (WDB.) Sitzungsbericht ' der Waffen still st anvskommifs io n in . Spaa vom 24. Januar. General Nndcrnt über- ; reichte eine Mitteilung Fachs, der Befehlshaber i der deutschen Streitkräfte im Osten verweigere p o l n i s m e n gegen die Bolschewsitett marschiecen- ; den Truppen den Durchzug durch G r v d n o. ' Die Polnische Regierung habe sich wegen dieses Vor- ’ falls bereits direkt an Deutschland geluanbt und um , eine Entscheidung bis zum 26. Januar gebeten. Foch schließe aus dem Verhalten des deutscl)en Bc- i sehlshabers, ,doff die früheren Einsprüche der i 'läntente gegen die Haltung der deutsche'n Militär- , behörde im Osten berechtigt lvaren und daff den . Bolschewisten nicht entgegengctrestm wird. Er verlange, daß der polnischen Forderung s o f o r t G e - uüge geleistet werbe. General v. Win ter - ' feldt verspricht, die Mitteilung feiner Regicruitg zu übermitteln, (ix selbst habe feinen schon ost wie- i derholten Aeufferungen über Deutschlands Sstllung i zu den Bol.chewist-n nnj über die Haltun i iec Polen nichts hinzuzufuge>i. In einer oer stu.-eren ' Sitzungen hatte die deutsche Waffcnstiilstandskom- Mission gebeten, Bergleute und deren Familien im besetzten Gebiet wohnen zu lassen, auch ' wenn sie erst nach dem 1. August 1914 zugczogen sind. Hierzu teilt die französische Kommission nunmehr mit, daß die Besatzungsbehörden ermächtigt feien, begründete Einzelgesuche dieser Art z u g e - nehmigen. Gleichzeitig seien die französischen ^Behörden angewiesen worden, den linksrher- nisch wohnenden deutschen* Stu heuten zur Fortsetzung ihres Studümrs den Besuch dec rechtsrheinisch gelegenen Universitäten zu gestatten. Die deutsche Kommission gibt sodmrn die Maßnahmen befannt, die zur Rückführung der wenigen noch in Deutschland befindlichen Eliaß-Loth- ringer getroffen worden sind. Sie überreicht ferner die Liste der voraussichtlich bis zum 1. März lieferbaren landwirtschaftlichen Maschinen. Der Vertreter der deutschen Regierung in Spaa ersucht, eine ausreichende Milchversorgung der Stadt Düsseldorf zu ermöglichen; durch die von der Entente vorgenommene Verkehrs sperre habe sich eine schwere gesundheitliche Schädigung der ganzen Bevölkerung, insbesonocre der Wüchnecinnen, sHn* der und Kranken, ciiigcftelit. Die deutsche Regierung daten, die am 8. Januar ben Geheimen Vergrat fordert ferner strenge Bestrafung der britischen Sol- Foerder in Bonn überfielen und schtver verletzten. Gegen die Ausschreiturtgen einiger englischer Offiziere in den Gefangenenlagern Holzminden und Clausthal, sowie gegen die vom belgischen Kommandanten m der Umgebung Düsseldorfs vorgenomme- nen Vieh-Requisitionen lege die deutsche Waffen- stillstaudskommislion Protest ein.
Vie Beratungen über den versassungr- tiilwurf.
Berlin, 25. Jan.
Im großen Vundesratssaale des ReichLamtes des Innern begann am Samsstrg mittag die mr- gekündigte Konferenz der Negieruirgen der einzelnen Staaten über den Verfassungsentwurf des Staatssekretärs Dr. Preuß. Den Vorsitz von dieser Konferenz führte der Vollsbeanf-' tragte Ebert.
Staatssekretär Dr. Preuß betont, selbstverständlich könne die Neubildung von staatlichen Zusammenhängen nur nach Wunsch der betreffenden Volksteile vorgcnommen werden. Sie dürfe und könne keineswegs durch ein Dekret der Negierungen geschehen. Die Reichsregierung be» anspruci)e darum auch nicht das Recht, die Neu- gruppierung des Reiches von sich aus zu verfügen.
Der bahrische Ministerprä,igelst Kurt Eisner bringt zur Geschäftsordnung im Namen der süddeutschenStaaten, inbegriffen Sachsen, den Vorschlag eines NotgeseyeS ein, durch dessen Annahme die weitere Erörterung des Ver- fafsungsentwurfs sich erübrigen könne. Die Vertreter von Sachsen und Württemberg erklären aus- strrucklich, daß sie durch ihre Zustimmung zu dem Eisnerschen Eventualvorsastag keineswegs die TiS- kusiiou des Lerfasiungscntwurss imterbuiben wollten Gemäß einem entschiedenen Hinn-eis te3 Vorsitzenden Ebert, daß uiticr keinen Umständen durch die Annahme des einen oder anderen Vor- sn)lags die Nationalversammlung vor eine boll» enbete Tatsache gestellt werden dürfe, uno daß es lich bei der heutigen Zusammenkunft der Freistaaten nur um eine unverbindliche Besprechung handeln könne, wird, nachdem auch Herr Eisner sich dieser Auffassung angeschlosfen hat, die Diskussion eröffnet.
Als erster spricht im Namen des preußischen Ministeriums Minis.ec Hirsch. Er beleimt sich zu der Ansicht, das Reich cinheitlicher als bisher auszubauen, und erklärt, daß er die Schaffung eines oeutschcn EinhcitSstacAes, die der Entwurf deS Staatssekretärs Preuß leider nicht anstrebe, shm- pathisch gegenuberstände. Ter jetzige Vorschlag über
Das Neue, das wir heute von der Pariser Friedeuskoufeceuz hören, läßt uns trotz ei.icr idealistischen Rede Wilsons nicht allzu viel erhoffen. Das Neurer-Bureau hat eine Reihe von Eiltfchiießungen mitgeteilt, die bisher offenbar doch anch mit Zu^immung des Präsidenten der Bereinigten Staaten gefaßt worden sind und die rwch immer den bekannten Geist der 3iache atmen. Die Deutschen, nicht inur ihre Führer, »ecrden damit »vie Verbrech.r an die Wand gestellt. Auch Wilson, der für die Znkunft alles hinwcggesegt wissen will, was zu dem Weltkrieg geführt hat, ist noch immer mit feinen Verbündeten darüber einig, daß Deulsch.aud allein der strafwürdige Sünder fei. Das dürfen wir nicht unwider,prochen hinrrehmen und oagegen muß auch die Nationalversammlung frei und kraftvoll Stellung nehmen. Auch in Fragen, die nicht direkt unser materielles Wohl für die Zukunft treffen, dürfen wir nicht sorglos und fahrlässig sein. Heute ist des Exkaesers Geburtstag, dessen wir alle sonst mit frohem Jubel gedacht haben, denn er war, trotz mamyer Mängel, die \xnt an ihm loahrnahmen, der glänzende Repräsentant unseres Volkes und Reiä/es. Wir wollen ihn nicht der Rache und LchmLhjucht unsrer Feinde Preisgeben, und er soll nicht ein Si'mdenbock werden für die weitverzweigte Schuld am Weltkrieg. Insbesondere die Franzosen sind gierig danach. den einstmaligen Herrscher ivic einen Verbrecher vor ein Tribunal zu ziehen; ein solches Spcklakclslück wäre ihnen ein nationaler Truuupf und uns eine tiefe Schmach. Keilt fremdes Volk hat ein Recht, in unsere Angelegenheiten hineinzureden, und wenn des LiaiserS Handlungen nachgcprüft werden müssen, so ist dies einzig und allein Sache des dcmfchen Volkes. Es gibt kein internationales Recht, das den Feinden eine Handhabe zur Aburteilung des zraifers bieten könnte, und das Gutachtc»» französischer NechtS- lehrer ist ein ganz wllllürUches Verfahren. ES wäre ein Flecken auf unserer nationalen Ehre, wenn nur es zulicßcn, daß die Rachsucht der G.gner mit dem Kacjer ein frevles Spiel trieb:! Auch wir fordern volles Licht über die Eveigitiife und Handlungen, die zum Kriege geführt haben; wir n>i|fen aber heute schon so viel, daß Kaiser Wilhelm es nich«t verdient hat, daß wir ihn vor einer ganz einseitig befangerren Welt schmähcich im Suche laflen, i.i
Veröffentlichung u d der ra.iotelegra Phi schon
IkbcrmitJiing folgc.der Erklärung zu: ,,Die R^g'.crung.n, die gejc.^ai-tg zu einer Konierenz ver,ammllt ü.w, um einen dauerhaften, veriuche/dle Einheit des bleiches einseitig uicd all-1 Frieden zwischen beit Nationen zu schaf.cn, särdt zusehr auf Kosten Preußens zu erzielen. I sehr bewegt von diachrichteu, die ih::c.t au5 Der*
. Als ^8ertret^r AnhalLä we.twet sich Mützster' schhedenen Läud-eru .GurpMr deZ Orients
Vereinbarungen noch nachherige Beratungen nötig machen, uno daff viele Entscheidungen noch später eine gewiße Aufmerksamkeit erfordem, denn sie ent« l na[en Konferenzen zusammentreten, eine ständige ziehen sich gcgcnro-irtig verlaffltuzec Beurteckuiig. Ls s Örgaitisation und ein Sekretariat unterhalten, um ist daher notwendig, daff mir crgendeme Einrichtung ■ • - - x .
treffen, wodurch die Arbeit der Konferenz vervollständigt wird. Wir versammelten uns hier zu einem Zweck, der über die Festsetzung der geg.nrourtig erforderlichen Vereinbarungen hrnausgeyt. Wir versammeln uns hier unter besonderen Verhältnissen der öffentlichen Meinung und der ganzen Men>ch- beit. Ich kann ohne Uebertreibung sagen, daff mir nicht die Vertreter der Negierungen, sondern der Völker sind. Es genügt nicht, irgenöroo nur Negierungskreise znfriedenzustellen, es ist no.wen- big, daff wir die öffentliche Me.-rung der ganzen Welt zusriedenslellen. Der Krieg hat in ungewöhnlichem Grade die Bevöllierungen aller davon betroffenen
Heine gegen ben Preuß'schen Vorschlag. Er glaubt, dag durch die Aufteilung Preußens ein Zankapfel in das deutsche Volk hinemgeworfcht ioerbc, und daß es kaum möglich sein dürfte, büs .k'eugruppierung des Reiches nach dem Wunsche oes Voltes vorzunehmen, daff vielmeijr jede derartige stlcugruppierung eure burearckratische Arbeit der jeweiligen Regierung fein wird.
Arn Nachmittag wurden die Verhandllmgeu. fortgesetzt. Zufanimenfasseno läßt sich sagen, daß oct allen Rednern eine starke Tendenz zum Einheitsstaat vorhanden war, bau aber die Schwierigkeiten, die der Lösung dieses Prosilcms entgegcnueijcit, .sehr groß sind, tatsächlich so groß, daß eine radikale Entwicklung tu bicjcr stiichlung nicht wahrscheinlich ist."
Volwbeauftragler Ebert regt darauf an, da. die NeichSregieru.ig entschlossen fei, ihre Portefeuilles der Nationalversammlung zur Verfugzotg zu 'stellen und der Nationalversammlung die Bildung einer neuen Regierung zu überlassen, eine Kommission einzusetzen, der Vertreter aller deutschen Staaten angeboren, und die alle A nregrmgeu, die in der Konferenz vorgetragen war- ten sind, bearbeiten solle. Diese Anregung verdichtete sich zu folgendem Anträge, dec ein^ mütige Zustimmung fand:
„Unter dem Vorsitz des Staatssekretärs befc Reichsamtes des Innern, Dr. .Hugo Preuß, tritt am Samstag eine Kommission zusammen, der. ein oder mehrere Vertreter der deutschen Frei--' floaten angeboren, um den Entwurf eines pro-' vi so rischen Grundgesetzes zu behan-- deln, das der Nationalversammlung zur soforti" gen Beschlußfassung vorgelegt toercen soll. Das Grundgesetz sieht lediglich die Ei.isetzung einer Zentralgewalt und die Bildung ei.ic3 Reichsministeriums, sowie die Mitwirkung der Regierungen der deutschen Freistaaten! bei der Nationalverchinnuuiig vor. Der Kommich sion wird weiter der vorliegende Verfassungs- cntwurs zur Beratung überwiesen. Der Bericht der Kommission geht an die Reichsleitung."
Die Wahlen MyeWchen Volkskammer.
Kreis Büoingen.
Altwiedermus. Wünzer 144, Brauer 6,' Ulrich 124.
Bergheim. Kiel 1, Schmitt 0, Wünzer 0, Henrich 12, Brauer 62, Ulrich 110.
Borsdorf. Wünzer 2, Heccrich 10, Brauer 127, Ulrich 55.
Büches. Wünzer 2, Henrichs 47, Brauer 35 Ulrich 38.
Büdingen. 1. Stimmbezirk. Kiel 0, Schmitt 23, Wünzer 80, Henrich 232, Brauer 71, Ulrich 374.
Dudenrot. Schmitt 4, Wünzer 4, Henrich 31, Brauer 0, Ulrich 20.
Eckarts h auien. Kiel 1, Schmitt2, Wünzer 5, Henrich 23, Brauer 98, Ulrich 156.
Hainche n. Kiel 5, Sä-mitt 0, Wünzer 6, Henrich 27, Brauer 11, Ulrich 230.
Hitzkirchcn. Henrich 46, Brauer 2, Ulrich 73 Stimmen.
Höck st a. d. Nidd. Kiel 5, Schmitt 8, Wünzer; 20, Henrich 56, Brauer 5, Ulrich 160.
KrciS Al^feU».
Eifa. Wünzer 6, Henrich 66, Brauer 88, Ulrich 07.
Windhausen. Henrich 113, Brauer 34, Ulrich 26.
Kreis Lauterbach.
Hangersbach. Ulrich 368, Henrich 106, Schmitt 2, Wünzer 77, Brauer 70.
,jr eien ft ein. Ulrich 217, Henrich 80, Wünzer 5, Schmitt 0, Brauer 40.
Grebenhain. Ulrich 87, Henrich 111, Schmitt 4, Wünzer 17, Brauer 57.
Ilbeshausen. Ulrich 100, Henrich 120, Schmitt 4, Wünzer 18, Brauer 65.
Landenhausen. Ulrich 228, Henrich 15, Schmitt 0, Wünzer 20, Brauer 105.
Lauterbach. Sozialoemoivaten 1020, Demokraten 741, Deutsche Volkspartei 284, Deutschnationale 87, Christliche 23.
Schlitz. Ulrich 648, Henrich 335, Schmitt 13, Wünzer 311, Dentsch-nat. 30 c.
Kreis Schollen.
Ilsdorf. Bei der Wahl zur Hess. Volkskammer erhielten: Unabh. 0, Zencrum 0, Deutsche Volkspartei 0, Temokr. Partei 46, Hess. Volksp. 11, Sozialdem. Partei 9. Von 85 Wahlberechtigten stimmten 66, also 77 Prozent.
Oberschmitten. Schmitt 2, Henrich 40,' Brauer 32, Ulrich 114.
Oberscibertenrod. Wünzer 4, Henrich 13, Brauer 27, Ulrich 48.
Ulfa. Henrich 94, Brauer 186, Ulrich 177.'
können. Ich erachte es als eine unerläßliche Rot-1 schnellstens zu berichten, zweitens über das, was Wendigkeit, daß wir alles aufwenden, um den! pfese zu zahlen fü^g si.ld, drctlens über die Art, Völkerbund zu einer lebendigen Gemeinschaft allerf Fnin und Zeit, iimerhalb welcher Zahlung er Völker zu machen. Vollbrii.gen wir derartiges nicht, dann mürben wir die Erwartungen der Völker eicktäuschen. Es dürfen nicht mehr bestimmte aus» erwählte Kreise bas Los der Menschheit bestimmen, sondern bas Heil der ganzen We.t muff in den Hänben der Völker liegen. Wenn Sir, meine Herren, sich diesen Wünschen der Völker annehmen, so erweisen Sie sich nicht nur ihres Vertrauens wür- dio, soirdern S.c stellen ben Frieden auch auf eine feste Grundlage. Wir, die Vertreter der Vereinigten Staaten, sehen einen Völkerbund als den Eckstein


