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i Liebe ' Ehe?? W-fchenl S-ise dnngenden Wunsd^ 6m eUnzender Redner. I nmiL Karten -.- w, der Abendkasse aböOhr

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Frankfurt a. V..

Samstag und Sonntag, und A>. UloDtmbtr.

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Swittingrrunddruck v. Verlag: vrühNche Univ..Such. u. Zteindruckerei K Lange. Schrtftleltung, Seschästsstelle u. Druckerei- 5chnlstr.7.

m.irrrr.rhtni »ob fopfphenö und ernüchternd auf das geben ühb am 24. November den zuständigen

ÄrtXU überdrüssigeßrdetarmt zu otdta. an Presse

wirken" erfolgte am 24. vwvember abenvs.

Wiedergutmachung für Scapa Flow!

der

Schaulcn abgegangen.

Ein Komplott in Rußland.

Der Papst für die Kinder Mitteleuropa».

Rom, 24. Nov. Eine heute erschienene päpstliche Enzyklika verordnet auf d rs Fest der Unschuldigen Kinder (28. De ember) eine Samm lung von Geld, Nahrungsmitteln, Kleidern und Arzneimitteln für die Kinder M i 11 e l e u r o p a s. Der Papst selbst spendete 100000 Lire.

Uns dem besetzten <^bkt

Das Ergebnis der Gemeinderatswahlen im Kreise Worms.

London, 26. Nov. (WTB.) Havas. Ein Nadiotelearamm aus Moskau meldet, daß die Bolschewisten ein Komplott entdeckt haben, das aus Anhängern der ehemaligen Re­gierung gebildet war. Die Organisation war mit allen 'Generalstäben in Verbinduna und lieferte an General Judenitsch die Details der militärr- sck>en Operationen durch die Vermittlung des Gencralstabschess der zweiten Armee. Alle Führer

Organisation wurden verhaftet.

Annahme von 2lr.jtig<< f. die Laqesmmuner vw zum Ractnniiiag vorher ohne jedeVerbindlichkeit Dreis fflr ( mm höhe für Anzeigen v.34mm preitr örili.n 15 bi, ausiväili 18 Pk^ für Reklame- an-eiaen von 70 mm Breit 48 'Bf. Bei Platz- vo>'^rn!20°...Auifctilag. Hauvtichri'tteuer: Aug. Goen- Verantwortlich für 'Bolit'f. Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr Rembs!" Jenz; für den Anzeigenteü: p. Beck; fämtli h tn Gieben

Zur Zurückhaltung der Gefangenen.

Berlin, 25. Nov. (W. B.) Zur Beurteilung der Behauptungen Clemenceaus in der Note Wer die Kriegsgefangenen ivitb iwchmals ausdrücklich auf die Note vom 2 9. August verwiesen, die der Oberste Rat der Alliierten tn Versailles übergeben liefe, in der es heißt: Um so rasch w möglich die durch den Krieg verursachten Leiden zu mildern, beschlossen die alliierten und afsozuer- Mäckste, den Zeitpunkt des Inkrafttretens des Friedensvcrtrages, soweit er den Rücktransport ^r deutschen Gefangenen betrifft, vorzudatleren. Die Vorbereitungen zu dem Rücktransport werden sofort beginnen und zwar durch eine alliierte Kommission, der ein deutscher Vertretet beigI^m 1 ererben foH, sobalD er Vertrag m Kraft getreten ist Die alliierten und assoziierten Machte weisen aber ausdrücklich daraufhin daß diese wohlwollende Haltung, durch die die deutfchen Soldaten so große Vorteile haben, nur.dann von Dauer sem wird, wenn die deutsche Regierung und das deutsche Volk alle ihnen obliegenden Verpflichtungen er-

hilserufe der Reichsdeutschen in Oesterreich.

Wien, 26. Nov. Der Bund der Reichs­deutschen hatte lautKöln. Volksztg." eine Eingabe an die Regierung in Berlin gerich­tet des Inhalts, daß angesichts der Hun­gersnot das Reich die Versorgung der Reichsdeutschen übernehme oder die Ausfuhr aus Deutschland zulasse. Die Eingabe ist ab­gelehnt worden, was große Erregung unter den Reichsdeutschen hervorrief. Es stehen große Protestkundgebungen bevor. Das Ver­halten Berlins beweist, daß die Praxis gegen die Deutschen im Ausland beibehalten wird.

Berlin, 25. Nov. (WTB.) LautB. Z." beriet heute vormittag der deutsch-öster­reichische Ausschuß der Nationalversammlung, dem Mitglieder sämtlicher Parteien angehä- ren, über die Hilfeleistung an Deutsch- Oesterreich. Eine Abordnung der Reichsdeut­schen in Deutsch-Oesterreich hat gestern beim Reichspräsidenten Vorstellungen we­gen der Notlage in Oesterreich erhoben. Präsi­dent Ebert führte aus, daß auch die Lage in Deutschland durchaus nicht so gut sei, wie draußen vielfach angenommen werde. Eine Hilfsaktion des Reiches würde, wenn das Kabinett glaube, sie unternehmen zu können, dem gesamten Deutsch-Oesterreich zu-

Berlin, 25. Nov. (Privattelegr.) lieber die Lage im Baltikum wird bcrid,<tet? Die Bahn­linie Schaulcn Taurogigcn ist von dcn Litauern freiAegeben worden. Es gelang- S stern, einen Kohlenzug nach Schaulen bnrchzu- bringen. Mit den Letten ist etn vierund- -w anzigstündig er Waffen sti l Ist a n d abgeschlossen worden. Man bösst, den Waffenstfll- stand zu einem dauernden machen zu können. Tie Ententekommissiron erklärte sich mit der deutschen Forderung, daß die Litauer eine neutrale Zone lang»? der Bahnlinie nach Radziwilischki zu achten hab.m, einverstanden. Ten Litauern wurde das Hecrescigentum, das sich noch in beit Depots be­fand und bdm Rückzug nicht mitgeführt werden konnte, sowie das Eilenbahnmaterial zugestanden. Tie litauische Regierung wird von der Annahme tiefer Re-.lung der deutschen Regierung noch un- mittellär Mitteilung machen. Sollten trotz dieser Abmachungen bis litauischen Truppen fernerbm den Durchzug der Deutschen zu stören versuchen, wird die Ententekommission zum Schutze deS Durchzuges deutsche Truppen anfordern.

liidber sind nur etwa 80 bis 100 Mann von den Baltikumtruppen auf deutschem Boden an­gekommen. Sie befinden sich in ganz trostlosem Zustand, denn sie mußten sich größtenteils ohne 6>>cld und ohne genügende Kleidung bei strenger Kälte zu Fuß durchschlagen. Erschütternd sind die Nachrichten, die aus dem Baltikum selbst kommen. Sieben Züge, die Hälfte mit Soldaten und Material belegt, mußten wegen Zerstörung der Bahnlinien auf freier Strecke liegen bleiben und waren dauernd feindlichem, Feuer ausgesetzt. In den Lazaretten herrscht bittere Not, da es sowohl an Kohlen wie an Sanitätsmaterial fehlt. Ein Lazarettzug mit dem Notwendigsten ist heute vormittag in der Richtung

Diese Stimmung scheint in der Partei überwiegend zu sein. Adolf Braun ergriff imVorwärts" noch einmal das Wort, um die Hemmungen der Einigung noch einmal zu un tcrstreichen:Würden wir uns selbst au Grund der Beschlüsse der U. S.P. mit un eren feindlichen Brüdern von links einigen, o würden wir nur aus einer Uneinigkeit n. eine andere fallen." Der Versuch aber rot tu vom sozia-demokra i chen Parieivorstandfort­gesetzt, wie uns heute folgende, durch das Wolff-Bureau re.b.ei e.e Meldung verkündet'

Zur Einigutigsjrage in der Soz ialdemokratn wird demVorwärts" aus dem Bureau des Par teivorstandes geschrieben: Die Zentralstelle für Einigung habe an die Vorstände ber wztaldemv^ kratisck?en Parteien das Ersuchen gerichet, einer ix>n der Zentralstelle gebildeten Kommission eine Unterredung zu gewähren zur Herbeiführung einer gemeinsamen Front gegen die reaktionären Treibereien. Die U. S. P. lstibe darauf geant­wortet, daß sie diese Körpersckmft als nicht ge­eignet betrachte. Vertreter des Vorstandes der S. P. D. hatten mit der Kommission der Zen­tralstelle auf deren Wunsch eine Unterredung. Sie wiesen aus den Beschluß des Weimarer Partei­tages hin, erklärten axr, daß der Vorstand der S. P. D. jederzeit bereit fei, unter Voranstellung der prinzipiellen Gesichtspunkte, über die unter Sozialisten leine Streitigkeiten befleißen, und unter Zurückstellung aller Meinungsverschiedenheiten persönlicher Art mit der Parteileitung bet U ö. P. D. zu Unterhandlungen zusammenzutreten, die zur Bildung einer alle Sozialisten zufammen- fassenden Arbeits- und Kampsgemeinschaft gegen die Reaktion führen könnten.

Die Aussichten auf ein positives Ergeb­nis der Einigungsversuche sind also gering.

*

Berlin, 25. Nov. DaS Kabinett beschäf­tigte sich heute mit dem Be t r ie b s r ä t>» g e fe tz. Einstimmig gab sich die Ansicht kund, daß das Ge­setz noch vor den Weihnachtsfereien in allen drei Lesungen verabschiedet und von der Zustimmung der die Regierung bildenden Parteien getragen werden müsse.

= Worms, 22. Nov. Tie Wormser Zty. bringt folgende Aufstellung: , Rechnet mmi die Stimmen, die im Januar im Kreise WormS «'ohne die Stadt) für die einzelnen Parteien abge­geben worden sind, in Gemelnderatssibe nm, so hätten damals erhalten: Deutsche VoUspartei ^08, Zentrum 114, Äizialdemokratw 109 und Temo- kratische Partei 43 Sitze. Die Gemeinderats- wählen am 9. November sind nicht überall nach Parteilisten erfolgt. In einer Reihe von Gmicui- ben haben kampflose Wahlen auf Grund des Er­gebnisses vom Januar ftattgerunben, und in zehn Gemeinden, in denen die Deutsche Lolkspariei im Januar 82 Sitze gewonnen hätte, sind ihre Stim­men diesmal mit denen anderer Parteien auf einen bürgeriidjen Wahlvorschlag vereinigt wor­den. Um also zu vergleic^n, mich man diese Ge­meinden zunächst ausicheiden. Dann ergibt sich für die Deutsche Volkspartei: im Januar 1^3, im November 185 Sitze: für das Zentrum: im Ja­nuar 96, im Novemäer 94 Sitze: für die soziA bemotraten: im Januar 109, im WoDcmber 97 Sitze: für die Demokraten: im Januar 3.% im November 25 Sitze. Auf bürgerliche Sammel- listen kommen außerdem 73 Sitze, zu denen die Deutsche VollSpartei mindestens 40 Sitze bcigetra- gen hat. Ihr Erfolg ist außerordentlich groß. Straffer zusammenaefaßt: 36o bürgerliche gegen 109 sozialdemokratische Sitze im Januar 377 bürgerliche gegen 9? sozialdemokratifche elfte im November. In den Landgemeinden ist also enb fchiedener als in der Stadt bürgerlich gewählt worden, und der Erfolg ist fast ausichließlich der Deutschen Volkspartei zugute gekommen.

ftn der Note, die der deutschen Friedens- deleaatton überreicht worden ist, wird behauptet, bie heutige Regierung habe sich «uflenttfiAe er- klärt, die durch die Unterzeichnung des Veriailler Dertmges üb?riwmmene Herausgabe von Deutschen, die ns ihrer amtlichen Tättgkeit Greuel begangen hätten, zu erfüllen. Mit bieier Bemerkung wird offenbar auf folgenden Worqang angespielt: Bor der Uebergabc der fRote, bie sich mit der Errichtung des L-chlußprvtowtts befaßt, hat die deutsche Regierung es für not- tvenbig gehalten, die alliierten und assoziierten Mächte aus die ungeheuren Schwierigkeiten hinzu­weisen, welch ein der Auslieferung für Deutfch- land liegen. Sie hat keineswegs die einmal über« nominellen Verpflickstungen abgelehnt und hat vor allem betont, daß sie keineswegs beabsickstige, wirk­lich Schuldige der gerechten Strafe zu entziehen. Wohl aber hat sie durch Beamte des Auswärtigen Amtes den alliierten Regierungen Anregungen übermitteln lassen, die geeignet erschienen, für beide Vertragsgegner Unzuträglichkeiten zu ver­meiden.

München, 25. Nov. Nach Mitteilung der hiesigen Nuntiatur hat sich bet. Heilige Stuhl in nachdrücklichster Weise dafür verwendet, von Frankrr-ich die Heimbeförderungder deut­schen Gefangenen bis zum kommenden Weihnachts- fest zu erwirken. _ , _.

Berlin, 25. Nov. (WTB.) Amtlich. Tie neue französische N ote betr. bis Kriegs­gefangenen wurde mit einer Verspätung von 10 Tagen veröffentlicht. Sie trägt das Datum des 15. November, wurde der deut­schen Telegation aber erst am 21. November uber-

gute kommen. Jedenfalls aber werde den Reichsdeutschen in Oesterreich Hrlfe gewähr werden. Oberbürgermeister Wermuth sprach nach dem gleichen Blatte die Hoffnung aus, daß der opferwillige Sinn der Berliner Bürger alsbald den Weg finden werde, mtf den bescheidenen Mitteln, die uns noch blei­ben, den Brüdern am Donausttaiide zum Ausdruck zu bringen, daß ihr Hilferuf nicht ungehört verhallen soll. Auch der deutsche Stadtetag werde seine Mitgliedstädte zur gleichen Hilfe aufrufen.

Berlin, 26. Nov. Wie die Kölnische Volksztg." beroch e', verlautet von zuständiger Seite, daß die deutsche Regierung in den näch­sten Tagen wegen der Versenkung der deut- chen Fwtte in Scapa F/.ow zwecks Wic- aergutmachung an die Alliierten mit Vor- ch^ägen cherantre.en wird.

Ein Warnungvruf Churchill».

R o 11 c r b a m, 25. Nov. Churchill mahnt intSundast Harald", das d e u t s ch e V o l k n i d) t zur Verzweiflung zu treiben. Es sei ü2ine gute Politik, Deutschland vom Westen zusch.'ciden u d ihm Entwickelung nur nach Osten übrig zu lassen. Wenn Deuttdstand mit Ruß­land gemeinsame Sache mache, würde _bie Gefahr von 1914 wieder aufleben. Man würde zwei Völkerbünde bekommen, et en Bund b;r ge­schlagenen und einen Bund der siegreichen Na­tionen.

Die Lage im Oatifim.

begegnen." ;

Meerfeld ist also dafür, daß die Mehr- ; heitssozialisten die Einigung mit den Unab­hängigen nicht etwa durch Preisgabe von Grundsätzen verkauften:

Vor einer wässerigen Politik nach links und irgenbtoflrfien Zugeständnissen an dieDiktatur des Proletariats" muß unsere Partei sich nicht allein ans grundsätzlichen Erwägungen, sondeim auch um deswillen hüten, weil ein Verlassen des idemokratischen Bodens zugleich das Ende unserer Regiernngssähigkeit und die Brüskierung jener bürgerlichdemokratischen und klerikalen Wäbler- schichtcn bedeuten würde, die den jetzigen Kurs aus ehrlicher Ueberzeugiung niittnachen und in ihren Parteien als Sauerteig wirken."

Diese Auffassung Moerfelds rief einen Widerspruch Artur Zick le rs ins Feld. Er malt die Sage in folgenden schreienden Farben:

Inzwischen erhebt sich im liberalen Bürger­tum immer lauter der Schrei nach der Zipfelmütze, der radikale Intellektualismus zieht sich sichtbar tn die Gemächlichkeit individualisierender Klopf- fcchterei zurück, und im Proletariat dtohen immer mehr Müdigkeit an Stelle der Tatkraft, Teilnahms^sigkeit an Stelle der Er­hitzung zu treten, abgesehen von Gru^ pen, die sich noch immer mit Spaltungen vergnügen. Außerhalb der Parteien bilden übelstes politisches Gründerttim, hilflose Mantfestmschrei- betet, Klubsesselemanzipation, SalonprovheteMnm und Profektenmacherei die würdigen Seiten,tücke sunt Gesängniselend und zur Wirtsckwstsnot. wie andererseits zum Aasen der Halbwelt, Orgien des Schiebertums, dem wahnsimngen Luxus oe verwesenden Oberschicht." .

Zickler spricht dann von einem Zustano, der unhaltbar sei und nach ewc ad} zur Lösung der dem Chaos zuwi^id^n Ver­wirrungen schreie. Sie sei möglich tn zwei 'GE^in rine" finsteren Reaktion, vorder wir wissen müssen, bafi s'e «lies daransetzen imrb die Arbeiterbewegung, welcher Farbim?i sie mich sei iHpberxntreten, oder aber in der Einigung oer Arbeiterklasse, unter lieberwiiwung aller Hindernisse, nicht zu einer Partei, wohl aber zu riner Kampfbereitschaft gegen Neaktton. die so ftarf und unbedingt sein muß, daß schon die Lat ?acke ihrer Eristen; genügt, abschreckend au, d e »Mttion, nötigend auf das entwicklungsfaule

Aus dem Uelche.

Die neuen Reichsftcuern.

Berlin, 26. Nov. Wie der Berl. Lo- kalanz. erfährt, soll die Reichseinkom­mensteuer acht Milliarden Mark bringen. Bei der Kapitalertragssteuer in ihrer neuen Gestalt rechnet man mit 14 Milliarden Mark.

Informationsreisen des Ministers für Wiederaufbau.

B e r l i n, 25. Nov. (WTB.f Der Reichs- Minister für den Wiederaufbau, Dr. Geßler, begab sich nach S ü d d e u t s ck l a n d, um in München, Stuttgart, Karlsruhe und Darm­stadt mit den dortigen Regierungen und mit Vertretern der Dortigen Wirtschaft^ gebiete Fühlung zu nehmen. Anschließend Da­ran sind Aussprachen gleicher Art m Frank­furt a. M., Dresden, Hamburg und Rhein­land-Westfalen in Aussicht genommen.

Anschuldigungen gegen sozialdemokratische Führer und Negierungsmitglieder.

Berlin, 25. Nov. DerVorwärts" schreibt zu dem angeblichen Skandal, durch den angeblich sozialdemokratische Regierungsmitglieder schwer kom­promittiert seien, daß eine Belastung derselben nicht festgesteNt wurde. Es handele sich um Geschäfte der Firma Gebruber Sklarz. Die einzige mit Namen genannte Persönlichkeit sei der unabhängige Emil E i ch h o r n. Die Quelle der Anschulbigungen sei der nach Holland geflohene Defraudant Sonnenfeld gewesen. Im Interesse des politischen Anstands fordert der Vorwärts', daß diejenigen offen auftreten, die glauben, begründete Aiischuldigungen gegen Regie­rungsmitglieder erheben zu können.

Die neuen Führer der Unabhängigen.

Berlin, 26. Nov. Laut Berl. Tage­blatt wurden in der gestrigen Fraktionssitzung

Nr. 2H

Cer Lietzener Anzrian erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

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Erster Blatt 169. Jahrgang Mittwoch, 26. November (9|9

Gietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Politischer Umschwung im Reiche.

Im Ausschuß zur Erledigung des Be­triebsrätegesetzes ist es unter den Regierungs­parteien zu starken MeiuungsverschieDenhei- ten wegen Der Beteiligung von Betriebsrats­mitgliedern an Aufsichtsratssitzungen gekom­men. Heute wird uns ^war in einem Wolff- Telegramm die beruhigende Mitteilung ge­macht, es sei anzuftreben, daß das Gesetz durch ein Komp omiß noch vor Weihnachten unter Dach und Fach gebracht würde, womit also der aute Wille aller Beteiligten zum Ausdruck kommt. Allein so ruhig und friedlich ist die innerpolitische Lage nicht. Die Zuspitzung dec Meinungsverschiedenheiten über die Betriebs­räte sind es nicht allein, die zu denken geben. Es wird vielfach festgestellt, das Bürgertum beginne ins Lager der Deutschnationalen ab- zuwandem, und die Besorgnis vor Heber- Tagungen bei den bevorstehenden Neuwahlen bestimmt zum Teil die Haltung der Partei­borstände. DieFranks. Ztg." schrieb gestern, bie Erfolge der Reaktion stärkten im Zentrum und bei den Demokraten die rechten Flügel, und in der Mehrhcitssozialdemokratie dränge seit Scheidemanns Rückkehr von seiner Schwei­zer Erholungsreise eine Richlung wieder stär­ker in den Vordergrund, die sich gegen die jetzige Koalition und für eine Wiedervereini­gung oder jedenfalls Verständigung mit den Unabhängigen einsetze. Das Blatt hält sehr unwillig Herrn Scheidemannübelste, partei­politische Wahlkampftaktik" vor.

In der Tat spiegelte sich in den letzten Nummern desVorwärts^ immer wieder diese Absicht eines großen parteipolitischen Entschlusses. I. Meerfeld schrieb darin u. a. am Freitag:

lieber aas voraussichtliche Bild der frommen» bni NeichstagSwahlen wirb sich in un­seren Reiben kaum iemonb täuschen. Tie Extreme von rechts unb livrs werden gewinnen, die Leid­tragenden werden aller Wahrscheinlichkeit nach die ^motratm unb die Mehrheitssozialiften sein. Das hart man aussprechen, ohne in Angstmeierei zu verfallen. Unsere Partei wird Stimmen und eifee ' verlieren, darüber sind wir uns klar. Sie wird iiber noch glimpflich abschneiden, wenn wir uns i nnerlich stark genug fühlen, von der Verteidigung yum Angriff überzugehen unb der Demagogie von irechts wie von links mit schneDigen Waffen zu

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