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Zwillüigsnmddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Such- u. Steinbructeret R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.

Lin Ausruf zum Arbeitrsrieden.

Nation und lasse unser Vaterland auf

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geliebte blühen.

Mitarbeiter desMatin" über deutsche Politik.

'-Diese Entwicklung ist angebahnt. Die freien p^amfatwnen der Kopf- und Dandarbeitersckwft ftberr eine Arbeitsgemeinschaft für das gesamte Ge- bnet tioit Sbnhuftrip nnK ß4r,iT>«,rtiip ae bildet. In glti

und £)ai*nrbctt muß eine wohltätige Wirkung auf das politische Leben ausüben. Es fördert die Soli­darität aller Schaffenden und läßt eine Erneuerung der Gesinnung erhoffen. Bon her ArbcitLgemeiw- schaft zur Volksgemeinschaft!

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Mackensen.

Wien, 25. Äug. (Priv.-Tel.) Heute wird von amtlicher Stelle mitgeteilt, daß Generalfeldmarschall Mackensen nicht zu­gleich mit den fetzt über Deutsch-Oesterreich heimkehrenden Truppen nach Deutschland fah­ren kann. Er ist noch in Futak interniert und wird später über Salonik heimbe- fördert werden.

Die Rückführung der in England fcstgehaltenen Kriegsgefangene«.

Homburg v. d. Höhe, 25. Aug. (WTB.) VoM Stab ber Gruppe Rhein wird über die R ü ck- iührung der in England befindlichen deutschen Kriegsgefangenen gemeldet: Nach Mitteilungen des englischen^ Armeeoberkom­mandos an den deutschen Generalstabsoffizier int Brückenkopf'Köln wird die Rückführung der deut­schen, in englischer Hand befindlickxm Kriegsgefan­genen voraussichtlich um den 30. August beginnen. Die Abnahmekommission Köln-Deutz würde etwa alle zwei Tage ein Bahntransport von 2000 Kriegsgefangenen anlaufen. Es ist beabsichtigt, die Züge von Homburg aus abwechselnd den Durch­gangslagern Gießen und Meschede zuzulecken.

Ein neues deutsches Flugzeug.

Leipzig, 25. Aug. (WTB.) Nach einem hier eingetvvffenen Telegramm landete eine von den Deutschen Flugzeugwerken er­baute Lustlimousine wohlbehalten in Am- sterdom. Tas kleine Flugzeug rief sowohl unter der Bevölkerung wie unter den Besuchern der In­ternationalen FlugLeugaussbellung beträchtliches Aufsehen hervor.

-> Kcrscvleor

Annahme von Anzeigen f. die Tagesnnmmer bis zum Nachmittag vorder ohne jedeVerbindlichkect preis für 1 mm höhe für Anzeigen 0.34 mm Breite örtlich 15 pi., auswärts 18 Bf., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz« vorschrcii^,.Aufschlag. Hauotschriilteiler: Aug. Goeg. Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: £). Beck; fämtllch in Gießen

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Die Entwicklung der Lage in Ungarn.

Budapest, 25. Auy. (Wolff.) Korr.-Bur. Erzherzog I o se f erließ filgende Prokla­mation an das ungarische Volk:

In den verhängnisvollen Stunden der schwer­sten Zeit übernahm ich auf Aufforderung die Lei­tung meines geliebten Vaterlandes. Hierzu er­munterte mich das bloße Benmßtsein, daß. ich viel­leicht jenen helfen könne, die mit den innigsten Banden an mein Herz geknüpft sind, meinen ge­liebten Mitbürgern. Es leitete mich bloß die Ab­sicht, sie aus ihrür Leiden l-erauszufül/ren an die Schwelle einer besseren Zukunft. Nun ich sehe, daß unser Vaterland im Aufstieg aus dem Nieder­gang begriffen ist und daß die Vorbereitung der Wahlen ohne Hindernis in Gang kommen kann dergestalt, daß die Nation wirklich auf ihren eigenen Willen ihre Zukunst gründen kann, erachte ich meine Tätigkeit als beendigt und lege die Ber- wesermacht in die Hände der Nation zurück. Meine Person soll kein Hindernis dafür sein, daß unsere bisherigen Feinde zu unseren Freun­den werden und uns mit den zur Entwick­lung unseres Volkes notwendigen Mitteln helfen. Ich trete von meinem Verwcserposten zurück, doch bleibe ich im Guten wie im Bösen auch weiterhin stets bereit, meinem ungarischen Vaterlande zu dienen, für das ich lebe und sterbe bis zum letzten Atemzug. Ter Gott der Magyaren segne meine

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Nr. 198

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!R1.Wßch ea Äonfeff. ift «eleaenh geboi-durchBeteittg«. »M fclbitinbia ju mach. suboiean Job.Ärat» sirgen, Schulstr. I'.«

Tie Deutsche Volkspartei will, daß die Wirt­schaft den natürlichen Gesetzen der Rentabilität und Produktivität folgen kaim. Sw ^.erstrebt nut der Fördermig der Arbeite-gemcrn>ck;aft die Befrei­ung der Wirtschaft von der pvlrtri chen Agitation. In dieser Weise worden auch, die schädlicher Wirstmgen des parlamentarffEn Sy­stems und zufälli-er Parteimclrhnten ausgsÄrchen. Ten politischen Parlamenten fehlt die unmittelbare verantwortliche Mitwirkung des Volkes in feinen selbstgesckasfenen Organisationen. Diesen Vorteil Ixit die Arbcitsgemernschvft. s^wird das poli­tische Parlament von den sachlichen wirt!cha,sts- und sozialpolitischen Aufgaben entlasten und ihr- Beschlüfse innnittelbar bei den angefaloffenen Or­ganisationen und dnen Mrtglr^ern ^rrch^etzen. -L-mit nclangm wie über btt m^Kldx.

Tratte hinweg zu einer org.rnisck-en V-ott-'^rn, ui- Nrft. Ter 'Weg. dazu ist die freie OrgamW^ ba-5 Zusammenwirken der Vertrauensleute. Falber als irgendeine parbamentariiche Partei h.rl'en bicie Olganisativnen das Reick) zulammen, kräftiger und 8nh?itlicher strömt Wille und Kraft zusammen: Turck.i Arbeit zur Einheit!

Der Vermehr mit dem besetzten Gebiet.

Berlin, 25. Aug. (Wolff.) Bei der Waffen­stillstands kommission in Tüifeldorf fand fcidt eine- Besprechung über die Einrickituiig der neuen Ver- kehrs'kommisßar i at e, die aus Wunsch der Alliierten, für ben VMTu; mit dem besetzten ge­biet eiuattichtet ro-cri^leip:' u, statt. An der Be- spreckmi^V' die un.^Lritung des Vorsitzenden der Waffetfftillstckndskommifsion Oberbürgermeister W i l m s stattfand, nahmen Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Reickisministers dcK Innern, des Itegierungsprasidenten, der Kvm-« nrunen und der Handelskammern teil Es wurde vereinbart, daß auf volle Ber­ke h r s f r e i h e i t bei der Ratifizierung des Frie­dens .hingewirkt werden soll. Inzwischen wird die Einrichtung der neuen Verkelwskommissariate fr sehr nie möglich beschleunigt. Es werden unver­züglich Ver^rndlungen mit der Entente teerten Beschleunigung und Vereinfachung, der Paßforma- litäten ausgenommen. Es muß ausdrücklich) dar­auf hingewiesen werden, daß die neuen Paßvor- schlristen iwch nicket in Kraft getreten sind. Paß- auträge ntüssen daher vorerst noch auf dem bis­herigen Wege eiligereicht werden. Sobald eine fAenderung erfolgt, wird ihre Veröffentlichung in ter Presse erfolgen.

Ansprüche der Schotten.

A m st e r d a m, 25. Aug. (Wolff.) Laut Pressebüro Radio telegraphierte ein Vertre­ter des schottischen Nationalausschusses an Se­nator L o d g e, daß auch die Schotten das Sclbstbestimmungsrechj für Schott­land beanspruchen und angehört werden sol­len. Der Senatsausschuß für auswärtige An­gelegenheiten veranlaßte auf dieses Tele­gramm nichts weiter.

Negeragitation für das Selbstbestimmung-recht.

Amsterdam, 25. August. (Wolff.l Lcmt Pnefsebureau Radio meldet dieNeuyork Times" aus Washington, daß Negeragitatoren, miterstützt von bolsck)ewistisch>en und anderen radi­kalen Elementen, im Lande einen Feldzug zu Gunsten des Selb stbe stim m ungs rechte- für die Neger eröffneten.

Eine Richtigstellung der Bolschewisten«

Amsterdam, 25. Aug. (Wolff.) Laut Meldungen englischer Blätter stellen bie 93 o l« schewisten die von der englischen Admirali­tät gemeldete Versenkung zweier bolsche­wistischer Schlachtschiffe in A b r e d e. Die Perwoswannij" fei nur leicht beschädigt worden.

Kiew den Bolschewisten entrissen.

B e r n, 25. Aug. (Wolff.) Nach hier vor­liegenden englischen Meldungen hat.General Petljura Kiew genommen.

Die Teuerung in Frankreich.

Paris, 25. Aug. (WTB-)*Davas. Nach einer imExcelsior" veröffentlichten Zusam­menstellung haben sich in ganz Frankreich die Lebensmittel und Bedarfsgegenstände um 100 bis 250 Prozent verteuert. In sieben Departements beträgt die Teuerung 130 bis 150 Prozent, in 27 Departements übersteigt sie 200 Prozent, und in den übri=, gen Departements schwankt sie zwischen 150 bis 200 Prozent.

Wie General Mangin ehrlose Frauen schützt.

pv. Mainz, 24. Aug. Gknrrat Mangin erließ folgende Verordnung: Seit einiger Zeit find zahlreiche Attentate auf Frauen und Mädchen im Bereich der 10. Armee verübt wor­den. Verschiedene unter ihnen wurden überfallen, es wurden ihnen die Haare abgeschnitten ober der Körper mit Schuhwichse beschmiert. Tiefe Attentate sind meistens das Werk eigens zu diesem Zwecke organifierter Banden von jungen Leuten, die voll­kommen frei handeln. Es ist daher unzulässig, daßbu lokalen Behörden diesem Treiben feiroa Beacktung schenken oder firin dafür nicht entere effieren. Bei jedesmaligem Vorkommen eines sol­chen Attewats und wo der Täter nicht innerhalb 48 Stunden ermittelt wird, wird der B ü^: ger- meister der betreffenden Gemeinde wegen Ver- nachlässigmig seiner Funktionen sofort vor das Militärgericht gesrellt. Anderenfalls Werder» bte Urheber dieser Attentate wegen Vergewaltigung. Sittenverletzung und Aufreizung zur Revolte vor das Kriegsgericht gestellt.

Gewiß, es mag auch hin und wieder ein Fall Vorkommen, wo das angedeutete Volks geruht zu einer Uebertreibmig, oder zu einem Unfug nnrfr;: aber Mangins Erlaß bedeutet für sittenloses Weibs- volk eine Ermunterung, und hat für das deutsche Empfinden darum geradezu etwas Aufreizendes.

Tta. Mannheim, 23. Aug. In der gan­zen Rhernpfolz herrscht, wie bereits kurz mitgeteilt, große Erbitterung über den riesigen Zu­strom französischer Fr «neu und Kin­der, die sich vielfach heraus; ordernd benehmen, was jdxm zu wiederhaltzm Zwischenfällen geführt hat. Tie französisckien Zivüpe-'oneu erhalten neu­erdings von dec Besatzungsbehörde Verpfegungs- fcheüie, gegen deren Vorzeigung alle Geschäfte ver-

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tln das deutsche Bott!

1. Die Neberwindung des Klassenkampfes.

Die' Deutsche Volkspartei sieht ihre geschicht- sicbe Aufgabe darin, den Klassenkampf zit über« vinden und dem deutschen Volke den inneren Frieden wiederzugcben.

Durch Zwietrackst im Innern geschwächt, ist M§ deutsche Volk dem Imperialismus seiner freinbe erlegen. Unsere Wirtsck-aftlichen und trolt* iscltm .Hoffnungen scheinen für immer vernichtet tu fein. In der blutigen Verwirrung des Klaffen- lampfes droht der letzte Rest an Kraft unb Mut -ut<rzugcl>en. Alle Stände unb Berufe unseres Kolkes, die gesamte Probuktion in Lanbwirhchast, pandel, Gewerbe und Iiidustrie uni) die, ver­nickelnden Verkehrsbetriebe und Zßreditanstalten find dadurch gefährdet. Arbeitslosigkeit, Hunger, Bankerott, allgemeine Zerrüttung und sittlicher Seich er gang sind die Folgen des Klassenkampfes. Mit Schrecken sieht die Welt die Gewalttaten eines irrenden Sozialismus, der nach der Dikta" tur seiner Partei strebt. Ist es den Feinden g^ langen, an sich zu reißen, was deutsche Art und Arbeit in aller Welt geleistet hat, ,o ierfart bn Wahnsinn des Klassenkampfes in nnaufhor- liciiem Terrbr die Werkstätten unseres Volkes.

In dieser furchtbaren Sckftckfalsstunde rufen ivir alle, die über solches Elend hinaus wollen, tu neuen Zielen auf. Deutsches Volk, glaube an Dich! Der Krieg ist noch nicht verloren! Dasjenige Volk vermag ihn noch zu gewinnen, das sich zuerst inmitten des Bürgerkriegs, von dessen Schauern alle Völker ergriffen sind, ent« schossen zur Lebensbejahung: zur Arbeit auf« rafft. Tas Volk, das als erstes in sich den Mayen« kämpf überwindet und der" Wett das Beispiel einer neuen Gesinnungs- und A r be 11 s« Gemeinschaft zu zeigen vermag, wird aus allen inneren und äußeren Mmpien per euro- päischen Völker ass Sieger hervorgehen. Deutsches Volk, vertraue auf Dich!

Jahrzehnte eines erbitterten Massenkampfes liegen hiiiter uns. Tas Reich ist darliber zer- buwfmt, das Volkstum ist in Gefahr. Enn neues Reich ist zu bauen, der Klassenkampf zu über« winden. T« Deutsche Bolksparlei ist bereit, alle wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die Lehre, die den Maffeukampf fordert, hat sich als haltlos erwiesen. Ter Sa- iialismus bedroht die Wohlfalptt aller. )tie Ab­sicht, das sogenannte Bürgertum durch eine Tik- tatur des sogenannten Proletariats auszulilgen, ist ein gefährlicher Wahnsinn: Burger sind wir alle, Arbeiter sind wir alle. Ter Kampf, den heute bcc Sozialismus gegen das Bürgertum treibt, dichtet sich uarvermeidlich gegen die augenblicklich verfügbaren Kräfte an Kopfarbeitern. Wenn das hutsche Volk sein großes Ziel erreichen will, ben mieten unb äußeren Krieg durch Arbeit zu ge- ivnmen müssen sich Kovf- und Hmidarbeiterschaft vrrstänoigen: Kopf und Hnrnd müssen zusammen wirken.

2. Der Weg zur Arbeitsgemeinschaft.

Versailles, 25. August. (Wolsft) Der Sonderberichterstatter desMat in" in Deutsch­land, Jules Sauerwein, zieht das Faztt ans den Unterhaltungen, die er in Weimar mit Mi­nistern und Politikern hatte und sagt: Aufgabe Frankreichs müsse es sein, an dem Wieder­aufbau Teickschlands mitzuhelfen, das Milderun­gen des Friedensverttages zu erlangen suche. Um dies zu erreichen, werde Deutschland den Nachweis führen, daß es nicht imstande fei, seine Verpflich­tungen restlos zu erfüllen. Die Mehrhett in Deutschland glaube, die Ansicht des Amerikaners Hoover, das kontinentale Europa mache eine Krise durch, aus der es nur durch enge Zusammenarbeit zwisclum Frankreich, Deutschland und Italien her- auskommen könne, berul^e auf Wahrheit. Ter Berichterstatter macht alsdann darauf aufmerksam, daß die angelfächsüchen Alliierten Frankreichs schon Beziehungen mit deutschen Industriellen anknüps- ten, nm daraus Vorteile zu erzielet,, Frankreich, das au der Seite Deutschlands leben müsse, habe die Verpflichtung, dabei mich ein Wort mitzureden. Es müsse seine Ausgabe sein, die wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands produktiv zu gestalten und für die Festtgung der demokrattschen Regierung Sorge zu tragen. Jedes Ministerium in Deutschland müsse unterstützt werden, das durch die Tat be­weise, daß es seine Absicht sei, die militaristtschen und die Revanchegedanken zu bekämpfen und das die ehrliche Absicht zeige, die Frankreich schuldige Wiedergutmachung an die Spitze seines Pro­gramms zu setzen. Um zu diesem Ziele zu gelan­gen, müsse Frankreich als divlomattsche Vertreter fähige, der Sprache unb des Landes kundige Leute nach Deutschland senden.

gemeinschast.

Durch die Arbeitsgemeinschasten entsteht eine paritätisck>e Selbstverma.tung der gesamten Pro­duktion in allen wirtsck)afts- und sozialpolittsck)en Fragen. Das Wesentliche in ihrem Ausbau ist die Zulammensassung von Organisatio­nen. Nicht durch Wahlen, die immer durch die Agitation verwirrt werden, sondern durch bas Ver­trauen ihrer organisierten Berufsgenosfen werden die Sachverständigen und Verttauensmänner in die Zentral verbände und die aus ihnen zu bilden­den Arbeitsgemeinschaften entsandt. Das ist ein neuer Weg für die Auslese von Führern. Der Sachverständige gelangt zur Füh­rung; nicht die Agttation, sondern das Vertrauen ist seine Stärke. Zugleich bewirkt die Organisation als Vorbedingung für die Vertretung einer Berufs­gruppe in der Arbeitsgemeinschaft eine Auswahl der tüchtigsten gewerblichen Kräfte unseres Volkes. Wer nicht organisiert ist, hat keinen Einfluß auf die Entscheidungen der arbeits­gemeinschaftlichen Organisationen. Diese stützten sich also nur auf den in den gewerblichen iuii> beruflichen Organisationen bewußt mitarbeitenden Teil des Volkes. Eine weitere Gewähr für sach­verständiges Arbeiten liegt in der Förderung der arbeitsgemeinschastlichen Verständigung. Vorbedin­gung jeder Arbeitsgemeinschaft ist gegenfdtige Anerkennung. Erst dann ist ein paritätischer Zu­sammenschluß möglich. Daraus ergibt sich die Not­wendigkeit, daß Organisattonen, die sich in» Gegen­satz zueinander befinden, ihre Forderungen gegen* seitig sachlich prüfen müssen, wenn sie sich als Arbeitsgemeinschast zusammenschließen wollen. So schafft der Grundsatz der Parität von Ko Pf­und Handarbeit die Vorbedingung für sacl)- liche Zusammenarbeit. In der Parität liegt auch die Sicherung der Minderheiten. Führende Berufe innerhalb der Kopfarbeiter können nicht durch Massenorganisation erdrückt werden, da sich ihre Vertretung nach freier Vereinbarung innerlfalb der paritätischen Arbeitsgemeinschaft auf feiten der Kopfarbeiterschast eingliedert. Nach _ diesen Grundsätzen erwächst aus vollster Organisations­freiheit ein lebensvolles Gebilde, das vor allem die Gefahr des starren Systems vermeidet.

Gegenüber dieser Selbstver.valtung der Er­zeuger in allen beruflichen, wirtschasts- unb s-ozialpolitisckren Fingen stehen dagegen den nicht an bet Produktion beteiligten Boltzskreisen und allen Volksgenossen in ihrer Eigensckmft als Ver- braudper die nach bem freiesten Wahlvecht erwähl­ten VolkSver-tretnngen in Stabt, Kreis, Lanb und Reick, offen, um ihre Forderungen und Vorfd,t-.ige zum Ausdruck zu bringen. Ten Ausgleich Wd,en beut in ben Volksvertretungen zum Wort kommen­den Verbrauch unb her in der Arbeitsgemeinschaft oiganisierten Produktiou vermittelt die parlamen­tarische Reichsregierung jm giffetzlichm Zusammen­wirken mit Reichstag und Reichsvat.

169. Jahrgang Dienstag, 26. August 1919

SietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

SUn rareren Friedens- unb Rechtszlistandes. In' bem Bewußtsein, damit den Forderungen einer neuen Zett gerecht zu werden, stellt sich die Deacksä-e Volkspartei in den Tienst biejer Jbee bet Ar­beitsgemeinschaft. Sie ist gewillt, den gei­stigen 5iampf gegen die Widerstände, die der wer­denden Arbeits- und Gesinnungsgemein schäft ent* gegenstehen, mit allen Kräften cmszrmehrnen und sieht sich darin durch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung gefördert. Die Abhängigunt sowohl des UnternelMers wie des Arbeiters von den gemein­samen nationaleii und wirtschaftlichen Grundbebin- tzungen nötigt zu einer gemeinsamen Regebmg ihrer Zusammenarbeit, zur Schaffung eines ver- tragsmäßigenRechtszustandesinal- len Arbeitsbedingungen. Die Deutsche Volkspartei wendet sich deshalb gegen die Bestre­bungen, durch ein mechanisches Rätesystem eine Diktatur der Handarbeiter einzusetzen. Die Hand- arbeiterschaft verantwortlich an der wirtschasts- unb sozialpolitischen Regelmig der Produttion zu be­teiligen, ist Ausgabe der Arbeitsgemeinschaften. Sie sind die Einigungsämter, in denen die Vertrauens­männer der Üops- unb Handarbeiterschaft in freier Scblstverwaltung über alle wirtschasts- unb sozial­politischen Fragen sich einigen. Die in unbeschränk­ter Kvalitionsfreiheit erwählten Vertreter der Stopf*» und Handarbeiterschast wachen in dieser Weise so­wohl über die Förderung der Lebenshaltung ihrer Berussgenossen wie über die Leistungsfähigkeit des von ihnen vertretenen Gewerbezweiges.

i1' bon Industrie unb Gewerbe gebildet. In glci- ! rttrr Weise wird sich Handel, Bank- Mid Veriiche-

5? wn»stvesen und Landwirtschaft zusammenschließen. , .........

" ' ÄW | A-s-s Zus«mn-mmrk° von SW

Die Fraktion der Deutschen Volkspartei in der Nationalversamm­lung ist mit einem interessanten Ausruf zum Arbcitsfrieden an das deutsche Volk in die Öffentlichkeit getreten. In der Einleitung heißt es, die Deutsche Volkspartei sehe ihre geschichtliche Aufgabe darin, den Klassen- kamps zu überwinden und dem deut­schen Volk den inneren Frieden wiederzuge- ben. Es muß zugegeben werden: alles, was diesen Zwecken dient, ist wohlgemeint nnb wohlgetan. Es ist nicht daran zu denken, daß das Deutschland in seiner alten Form und Ge­stalt Wiedererstehen wird, und doch müssen wir aus dem Klassenkampf, gegen den die Sozialdemokratie nicht nur kein Mit­tel besitzt, sondern den sie neu schürt, mög­lichst bald wieder heraus. Die deutsche Volks­partei weist auf einen neuen Weg zur Ar­beitsgemeinschaft. Es wird da echias viel besjeres und brauchbareres als ein mecha­nisches Rätesystem dargeböten. Nicht einer Klaffe soll die Herrschaft ausgeliefert fein, sondern es soll eine paritätische Selbst­verwaltung der gesamten Produktion in allen virtschafts- und sozialpolitischen fragest ent­

stellen. Soweit wir aus der Veröffentlichung $ Don der Arbeitsgemeinschaft zur Dolks- »s ersehen können, ist der Gedanke nicht übel;

>ie Deutsche Volkspartei wird nur noch näher inaeben müssen, wie sie sich die Ausführung 'm einzelnen denkt, wie ihre Neuerung sich litt Einrichtung von Betriebsräten verhalten vürde, unb ob es sich da um ein großes ^rufsständischcs Parlament neben dem rus allgemeinen Wahlen hervorgehenden fieichstag handeln soll. Wir geben einstweilen ien Aufruf, der wohl mancherlei von sich re- ien machen wird, im Wortlaut wieder:

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