Ausgabe 
26.3.1919
 
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Nr. 72 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 26. März (9(0

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 26. März 1919.

Die Echuhwarerrpreise.

Dom ,Dund Deutscher Schuhmacher-Innungen" erhalten wir nachstehende Mitteilung:

Durch die Demobilisierung ist man im Publikum vielfach der Ansicht, daß nun mehr Leder vorhanden und infolgedessen eine ganz wesentliche Derbilli-- gung des Leders und auch des Schuhwerks ein- treten müsse. Das trifft leider nicht zu. Die Preise für Unter- und Oberleder sind um 20 Prozent erhöht, auch die Arbeitslöhne sind unter dem Druck der Der. hältniff« weiter ganz wesentlich gestiegen, so daß die notwendige Erhöhung der Preise für Sohlen und Ab- sähe je nach den örtlichen Derhältniffen bis 2 Mk. und mehr beträgt, als bisher zulässig war. Außer- dem sind wir über die Lcdcrknappheit noch lange nicht hinweg. Durch die Besetzung des linksrheini­schen Gebietes ist einem sehr großen Teil unserer Leder erzeugenden Industrien die Möglichkeit genom- men, uns ihre Produkte zuzuführen. In ganz be­sonderem Maße ist es Oberleder, das uns in Zukunft noch weit knapper werden wird, als wie es bisher ter Fall war. Daraus ergibt sich leider auch noch die weitere Tatsache, daß sich der Schuhmacher immer noch gezwungen sieht, bei seiner Arbeit Ersatzstoffe verwenden zu müssen.

Wir wollen hierbei nicht unterlaffen, auch noch darauf hinzuweisen, daß durch die Demobilisierung die Schuhmacher wieder in ihre Werkstatt zurückge- kehrt sind und ihre alte Kundschaft wieder be- dienen können. Das Publikum hat daher nicht nötig, tas reparaturbedürftige Schuhwerk den während des Krieges entstandenen, von Nichtfachleuten geleiteten Neparaturwerkstätlen anzuvertrauen. Man erfüllt auch eine vaterländische Pflicht, wenn man den aus dem Heeresdienst entlassenen Schuhmacher durch Ar- beit unterstützt.

♦♦ Amtlich« Personalnach'richten. Am 21. März d. Js. wurde der Ministerialbuch-- chalter bei der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen DledjnunnSrat Karl Büttel auf sein Nacbsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate fldafteten Dienste in den Ruhestand versetzt. Am 21. März d. Js. wurde der Minister ialrevisor iN-eclmungsrat Georg Dingeldeiit unter Be­lassung des Gbaraktckks als Rechnungsrat zum Mi- nistcrialbuchhallcr und der Bureauassistent Mini­sterialrevisor Heinrich Kunz »um,Ministerialrevi­sor bei der Buchhaltung des Minilteriums der Fi­nanzen ernannt. Am 18. Marz d. Js. wurde der lSteucraufselrer Philipp Merz in Worms vom Tage des Dienstantritts an zum Pfandmeistcr für den Boitreibungsbezirk Babenhausen ernannt. Am 17. März d. Js. nnirbe Nikolaus Wahligzu Lorsch mit Wirkung vom 1. April 1919 an zum sSchreibgelnlfen der Oberförstcrei Lorsch ernannt. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Seligenstadt. sMit der Stelle ist Organistendienst verbunden, i Ferner eine solckZ: zu Richen, Kreis Dieburg. Ernannt wurde am 21. März 1919 der Reckts- anwalt Dr. Siegfried Guggenheim in Offen* bach zum Notar mit dem Amtssitze in Offenbach.

* I m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, kommen bis einsckfließlich Freitag zur Darstellung: Maleurcl-cn Nr. 8" mit Doriet Weiler und Weine nicht, Mutter" mit Heia Moja in den Hauptrollen.

Landkreis Gießen.

«Ölbad), 21. Mörz. Der hiesige Gesang- flereinEinlracht" beschloß, zu Ehren seiner im Kampfe fürs Vaterland gefallenen Mitglieder eine Gedenktafel machen zu taffen und im Vereinslokal aufzuhänqen. Der Verein verlor 7 Mitglieder: Lud- wiq Schäfer, Phil. Pfeffer, Karl Stumpf, Christian Hilberg, Ludwig Balser, Ludwig Stumpf, Philipp Balser.

LJ Lang-GSns, 23. März. Gestern abend fanb hier eine sehr stark besuchte Dauernver- a m m l u ng statt, in der zu verschiedenen Fra­gen Stellung genommen wurde, u. a. über die Ablieferung von Schlachtvieh. Es wurde beschlossen, einen festen Zusammenschluß der Landpnrle sowolst wirtschaftlich als auch po­litisch in die Wege zu leiten. Eine Entschließung wurde einstimmig angenommen, die sich gegen die hoben Preisunterschiede zwischen Schlacht-und Luchtvieh und zwischen Viel)- und Fleischpreis meubet und Deilangt, daß die Zwangswirtschaft sofort ab gebaut wird.

Kreis Schotten.

e. Lau bach, 25. März. Im Verlaufe der tzvrigen SlWje wurden hier drei weitere Haus- Verkäufe vorgenommen. Verkauft wurden: Tas <rnt hiesigen Marktplätze gclegenfe Anwesen der Witwe Ephraim Arnstein an den bisherigen Mieter Josef Strauß zum Preise von 9200 Mk. Tie Neber na lmve erfolgte sofort. Tas Wohnhaus der Plfilippine Sclnnidt, toeldy? zur Zeit m Nord­amerika wohnhaft ist, an den Zeitungsträger Georg Scl-arf zuM Preise von 3800 Mk. Tas Anwesen des Lanmoirts August Jock-em, bestellend aus Haus und alleinstehender Sckxune, beides zu 8000 Mk. an den Arbeiter und Fuhrmann Gundling hier. Es kamen bei der letzten Versteigerung einige ZenNier Heu, Stroh und Dickwurz zum Angebot, wobei geradezu fabelhafte Preise>erzielt wurden. Es ist kaum glaublich, daß für den Zentner Heu 50 Mk, für den Zentner Sttoh 20 Mk. und für den Zentner Runkelrüben 9 Mk. bezahlt wurden.

Hcsscn-Nassan.

mr. Frankfurt a. M., 24. März. Frank- ftrrts Wasservorräte zum Trinken werden immer knavper. Der Magistrat beantragt daher bei dec Stadtverordnetenversammlung die Bereitstes hmg von 620 000 Mark zur Anlage neuer Ver­sickerungsanlagen im Stadtwald. T)iesc Arbeit hätte im Jahre 1913 nur 150 000 Mark erfordert kmb soll jetzt als stftUstandsarbeit in Angriff ge- lnommen werden. Der Magistrat fordert von der Stadtverordnetenversammlung die Bcwilttgung von 200 000 Mk., um Zuschüsse zu privaten Not - standsarbei ten leisten zu können.

--Frankfurts M., 25. Marz. Im Frank­furter Wirtschaftsgebiet, soweit es unbesetzt ist, Ha­chen verschiedene Hofgüter, da sie deich che Arbeiter nicht bekommen können,, polnische landwirt- sckiaftliche Arbeiter und Arbeiterinnen in ihre Be­triebe eingestellt. Das Eintreffen weiterer polni­scher Hilfskräfte steht bevor. Die Früh)ahrsarbeiten in der Landwirtschaft sind durch den Mangel an Arbeitern außerordentlich zurück. Und die Städte geben derweilen Millionen aus zur Unter­stützung ungezählter arbeitsloser Manner imö Frauen.

wiesen.

nickst gewerbsmäßigen Arbei sstellen an, so ist er verpslickstet, jedesmal anzugeben, wo er bereits eine

vier Wockien.

mr. Wiesbaden, 24. März. Die Inhaber

machung verpflichtet, den 93vi>arf binnen 24 Sttrn-

! den bet einem nickst gewerbsmäßigen Arbcits- fas- Nachweise anzimielden. Bei der Anmeldung sind sran- Beschäftigungsarten und Arbeitsplätze mit an-

Aus öem MmtsoetlQnöigangsblaft.

Da s Amtsverkündigungsblatt Nr. 3 enthält: Wirtsckiastliche Maßnahmen auf dem Textil geb« le. Vvm 1. Februar 1919. Pflicht der Arbeitgeber zur Anmeldung eines Bedarfs an Arbeitskräften. Vvm 17. Februar 1919. Be­kanntmachungen Nr. F. R. 30/3. K. R. A.: Nr. F. R.. 60/2.19. K. R. A. und Nr. F. R. 710 2 19. K. R. A. der Kriegs-Nohstoff-Abteilnng. Eftifüh- ntng von Viehkatastem. Vom 18. März 1919. Wahl ausschreiben für die Wahi des Arbciteraus- schusses für die Kveisstraßenvenoaltung des Kreises Gießer.1 Eiulöfirng des Notgeldes dw Stadt

vücherllsch.

Infolge des Papier- und Platzmangels können vorläufig die Buch ingänge nur verzeichnet wer­den. Eine Besprechung ist nur in den aller- seltensten Fällen möglich

Der Orchideengarten, Halbmonats­schrift. Herausgeber: Karl Hans Strobl, Schriftleiter: Alf von Czibulka. Drei- länderverlagMünchen,Wien,Zürich. Bezugspreis Einzelheft 80 Pf., für das Biertel- jahir 5 Mk.

Ter Dölkerfrieg. Heransg»geben von Tr. C. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Heft 199 bis 200, Preis je 40 Pf.

Tas literarische Echo. Halbmonats­schrift für Literaturfrennde. Verlag: Egon Flei- schrl u. Co., Berlin W 9. Märzheft.

Die Nationalversammlung in Wort und Bild" (Stuttgart, Valksverlag für Politik und Verkehr 1.20 Mr.).

Wetzlar. Förderung des bargeldlosen Zahlungs­verkehrs. Versorgung des Fremdeuverkchrs, hier: Ausgleich hinsicksttich der Nährmittel, Ei«r unb Fleisch

Die Einführung von Biehkntasteru, die von vielen Seiten dringend gefordert hruriie, imt den SckUwarzschlackstungen Einbalt zu bieten, ist nunmehr vom Hessischen Landesernährungsam! gesetzlich geregcll worden. Wir haben bereits in Nr. 67 des Gießener Anzeigers vom 20. März einen kurzen Aus.ug der Bekaiintinaimng veröffentick,! Wir geben nochuals den wesenttichsteii Inhalte

In jeder Gemeinde ist durch eine eidlich zu verpflichtende Person ein Viehkaäskr zu führen Tort wird anschließend an die Viehzählung vom 1. Ddürz 1919 der Viehbesband und rvrtlaufrr.. jede Veräiiderung eingetragen. Jeder Biehbesitzer ist verpflicknet, auf vorgeschriebenen Vordrucken Veränderungen seines Viehbestandes sofort anzu- melden. In Detrackst Eonnnen Pferde, Rindvieh, Sdjftucine unb Sck>ase. Als Veränderung gelten Zugang durch Geburt, Kauf usw. und Abgang durch Verkauf, Haussckstack)tung, Verciiden ulw. Heber "Abgänge hat sich der ViellLesitzer auszuweisen. Sckpveine, die noch fein halbes Jahr alt sind, brauchen nicht gemeldet zu werden.

Dem Matal ter fiU)rer ist jederzeit Einsicht in die Viehbestände und Eintritt in die Stallungen zu gestatten. Ebenso darf den vvm Kreisamt be­stellten Revisoreii sowie den Beamten des Ober hesjisckstn Viehlxrndelsverbandes der (Eintritt in die Stallungen oder sonstigen Räume, in denen Vieh untergebracht sein kann, nicht verweigert! werden.

Ter Mit der Führung des ViehlatasterS Bc^ auftragte hat von allen Abgängen an Vieh, die nicht durch amtliche Nachloeise einwandsfrei als ordnungsgemäß erwiesen sind, unverzüglich dem Kreisamt Mitteilung zu machen. Seine Rechte und Pflichten können auch einer Kommission über­tragen werden, deren Vorsitzender der Kataster führet ist. Jedes Kreisamt hat für seinen Bezirk einen Revisor zu bestellen, der nachzuprufen hat, ob die Listen imb die an gemeldeten Veränderungen mit den Viehbeständen übereinstimmen. Die durch die Führung der Vieh-kataster entstehenden Kosten sind von der Gen:cinde, bent Kommunalverband und dem Viehhandelsverbande zu gleichen Teilen, die durch die Revision entstehenden Kosten durch den Kommunalverband und den Viehhandelsver-- band je zur Häffte zu tragen.

Zuwiderhandlungen, wissentlich unwahre Angaben, insbesondere durch Verstellen der Tiere, unterlassene Anmeldungen, sowie das Verweigern der Slallbttichügung werden mit Ge­fängnis bis zu sechs Wock)en oder mit Geldstrafe bis zu 1500 Mark bestraft.

*

Maßnahmen auf dem Tcxtilge- b ie t e. Mit Geltung vom 1. Februar 1919 ist der Staatssekretär des Rcichswirtschnftsaiitts er- mäckitigt worden, die tommernielle ii»ii> industrielle Besck-affnng von textilen Rohstoffen, sowie von 8-alb- und Fertigerzeugnissen zu regeln. Seiner Regelung unterliegen auch Verarbeitung, Lage­rung, Absatz, Verbrauch und Preis, sowie Be- schlagnalnne und Enteignung aller Textilrohstioft'e und -Ei^euguisse, einschließlich der von Heeres-- und Marineverwaltung frtigegdrenen.

Anmeldepflicht de S Bedarfs an Arbeitskräften. Jeder Arbeitgeber, der rntzhr als vier Arbeitskräfte benötigt, ist durch Vervtt> trung des Reichsamts für wirtschaftliche Temobil-

Verrnrschtes.

Gleiwitz, 25. Mär^. (WTB.) Nach einer neueren Meldung beträgt oie Zahl der bei der gestrigen .Katastrophe ums Leben Gekomme­ne n bis heute früh in das Städtische Kranken- haus eingelieferten Kinder 72. Achtzehn Kinder ftnd verletzt. Die genaue Zahl ist erst im Laufe des Tages festzustellen.

= Glocken-Ersatz. Der Kneg hat's gelehrt, daß es auch für Glocken Ersatz gibt Verschieden« Gemeinden des Unlermaingebietes haben für ihre Turmuhrglocken in E isenba hnpuNern, die an Stelle der Schlagglocken angebracht sind, Ersah ge- fanden, der billig, praktisch und auch wohltönend und weithin hörbar ist

Treysa, 24. März. Aus der hiesigen Flachs- reinigungsanflalt wurde der elektrisch« Motor ge- kohlen. Der Betrieb steht infolgebefien still.

AuS dem dtsctzlen Rheingcblkt.

mr. AuS dem R h e i n g a u, 24. März. Die Mehlversorgung wird von Tag zu Tag kri­tischer. In den nächsten Tagen ist sogar mit einer völligen Stockung »u rechnen. Die Ursache liegt darin, daß die ReichSgetreidcstelle das besetzte Ge­biet auf sich selbst angewiesen hat. Um einer Hun­gersnot zu steuern, haben bw Landräte den Bürger­meistern besohlen, alles noch Ligernöe Getreide ausS strengste zu erfassen eventuell auch das Saat­getreide, soweit solches noch vorhanden, ebenfalls anzugreifen.

= Aus dem Taunus, 24. März. Die Fran­zosen haben seit einigen Tagen die Grenzen im Hoch taunus abermals um ein erhebliches Stück in die neutrale Jone hineingeschoben. Wanderer, die am Sonntag in Unkenntnis über diese Veränderung auf der bekannten Kanonenstraße dem Sandplacken zu­strebten, gerieten dabei in das .besetzte" Gebiet, wur­den von den Franzosen verhaftet und sortgeführt.

= Flörsheim a. M., 24. März. Der Kegel- Klub hatte eine am Fastnachtsfonntag abgehaltene und genehmigte .Versammlung" auf den Fastnachts­dienstag verlegt unb in ein Tanzkränzchen um- gewandelt. Das französische Militärgericht in Wies­baden verhängte dafür folgende Strafen: Der Prä­sident des Klubs erhielt 1000 Mk. Geldstrafe, für jei'en Teilnehmer mußte er 20 Mk. 1720 Mk. be- zahlen. Fünf Teilnehmer wurden in eine besondere Strafe von je 500 Mk. ober je 4 Monate Gefängnis genommen. Wenn der Präsident zahlungsunfähig ist, winken chm 8 Monate Gefängnis.

Höchst a. M., 24 März. Der 60jährige Farb­werksbeamte Karl Theobald aus dem Stadtteil Ieilsheim wurde in der Dunkelheit von einem fran­zösischen Kraftwagen überfahren und getötet

mr. Mainz, 21. März. Auf Befehl deS Generals Mangin fintxm im Stadttheatev Vorstellungen von Mitgliedern des Theaters Porte St. Mw tüt aus Paris statt, die A. Dumas bekann­tes <Sd;p.i!;fneIDie Eameliendame" zur Auffüh­rung bringen.

mr. Mainz, 24. März. Die ftanzösische Be­satzung will im Zollhafan und seinen Anlagen ein großes Warenlager anlegcn, das namentlich aus Lebensmfttcln bestehen soll. Alle Firmen, die dort ©beider und Lagerhallen haben, müssen dreie frcimackten. Mainz wird dann zum Lebensmittel- stapelplatz für den gesamten Bezirk der franzöli- schen Besatzung. Es ,oll von den Lebensmittelnj ein eiserner Bestand von annähernd 2 Mlllionen Tagcsportionen angelegt werden. Die Anfuhr wird vornehmlich auf dein Wasserweg geschehen.

mr. Montabaur, 24. März. Auf Befehl der amerikanischen Behörde muß über alle ar» beitslo sen Personen eine Liste aufgestellt werden. Die Arbeitslosen sollen in Kolonnen ver­einigt unter Aufsicht von Amerikanern zu Wald- und Feldarbeiten benutzt werden. Tiefe Maßnahme wurde angeordnet, um biuvtsächlich volscheivistiickie und kommunistische Ci. flüsse von den Arbeitslosen fernzu hallen.

mr. Rüsselsheim a. M., 24. März. Der Ortskommandant macht bekannt, daß alle THea­ter st ü ck e, alle bei Konzerten zu singende Lieder, Gedickste unb Vorträge bei Schulfeiern usw. in französischer Uebersetzung zur Zensur vorzulegen sind. Mle sonstigen Lustbarkeiten be­dürfen der Genehmigung des Kommandanten. Wer das Verbot übertritt, erhält Haftstrafe nicht unter

Anmeldung vollzogen hat. Wird eine freie Ar­beitsstelle besetz!, so ist dies binnen 24 Stunden den Arbeitsnacknveisen mitzuteilen. Bereits er-, gangene tveitergehende Verordnungen der Temobil- «machungsbehörden über Meldevorsehriften im Sinne dieser Verordnung bleiben in Kraft.

Tie Kriegscohstoff-Abteilung setzt verschiedene Belmmmiachnngen und Nachttags- bekannkmachungen außer Kraft. Aufgehoben ist demnach die Ausnahmebestimmung Mr. L. 115/11. 17. K. R. A vorn 24. November) der Beschlag­nahme usw. vvil rohen Kanin-, Hasen - und Katzenfell eil und daraus hera-chelltern Leder. »ben ist die Verfügung über Beschlagnahme

Ilandserhcbung von Gerbstoffen lNr. Bst. -m-1800 8.18. h. R. A.). Ferner treten die Bekanntmachungen, die die Belchlagnoome, fl.andserl-ebung und Höchstpreise für Salzsäure be­treffen, außer Kraft.

Die Wahl des Arbeiterausschusses für die Kreis st raßenverwaltuna des Kreises.Gießen findet am 25. dlpnl von 35 Uhr in Gießen nn Regierungsgabäude, Zim­mer Nr. 20 statt. Von den mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen reichsangehörigeti Arbeitern der Kreisstraßenverwaltung sind aus ihrer Mitte fünf ArbeiternussckMßnritglieder sowie zehn Ersatzmänner zu wählen. Wählbar sind min­destens 20 Jahve alte männliche und »veibliche reichsangehörige Arbeiter des Betriebes. Tie Wahlbercckfligten haben bis zum 8. April Vor­schlagslisten bei dem Wahlleiter, Ober-Re gier unps- rat Welcker. dessen Stellvertreter Baurat Cellanus ist, einzureickten. Vorschlagslisten, die später ein­gehen, oder sol6e. die nicht die Untersckxrift von mindestens drei Wahlbevecht^alen tragen, sind un­gültig. Jede Liste hat 15 Bewerber unter fort­laufender Nummer, welche die Reihenfolge ihrer Benennung ausdrückt, aufzuführen. Jeder Betver- ber hat aleidjyiiig eine Erklärung abzugeben, daß er zur Annahiwe der Wahl bereit ist Die zu gelassetten Vorschlagslisten liegen vom 9. bis 11. dlpril einschlietzlich täglich von 95 Uhr irrt Wahllokale aus. In der gleichen Zeit liegen dort die Wählerlisten jur Einsickst aus. Einsprüche mit Beweismi Irin können bis spätestens 11. April beim Wahlleiter erhoben werden. Jeder Wahl- beredrtigte darf nur für eine der zugelassenen Vorschlagslisten ftimmen. Ter Stimm-eltel ist im Wahlmnschllig abzugeben. Es empfiehlt sich, einen Ausweis über die Wablbevechtigung milzubringen.

Zur Einlösung des Notgeldes der Stadt Wetzlar (50-, 20-, 10- und 5-Mork- Scheine) ist eine letzte Nachfrist bis einschiießlich 25. März 1919 festgesetzt worden. Von diesem Tage an wird dieses Notgeld nur noch in witt- schaftlick)en Notfällen eingelöst, aber auch nur bis spätestens 10. April 1919.

Zur Förderung deS bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden die Schecllonten

der Firma Steinberger u. Vorsänger standen vor dem französisck>en Pollzeigericht, weil sie G l pl a t t e n aus Stettin bezogen hatten, die in f. , ,

höfische Zeitungen gepackt waren. Ans der Packung -ngebeti. Meldet ein Arbeitgeber oder ein von sckjlassen französische Of i,;i re, daß es sich um ge- ! chm Beauftragter den^Bedarf jm Derfdyiebencn stohlcne Ware handeln müsse, wcu-reno die F-irmen- inhaber Nachweisen konnten, daß es rechtmäßig er­worbenes deutsches Glas sei. Das hinderte das Ge­richt aber keineswegs, der Sache keinen Glauben zu schenken. Nur weil es nicht zuständig sei, mürbe von einer Bestrafung abgesehen und die Sackte an das französische Militär-Oberpolizeigericht ver-

'Postscheck- und Bankkonten) der Bürgermeistereien der Landgemeinden den Steu erbetteln für 1919 aufgedruckt werden. Gleick-zcittg sollen die Kontenbe^eichnnngen den Briefbogen der Gemein- den oufgcbrutft werden. Tiese Einrichtung be­deutet eine große Erlcickxterung bei der Ein- .ahlllng der Steuern und sollte von jedermami bcnüfct werden.

Versorgung des Frerndenve t- kehrs. Tie Meldung her Bcrpslcmmgstage, die durch den Oberbürgerrn. ister zu Gießen und dir Bürgermeistereien der Landgemeinden ^es Kreisch zu erfolgen Hai, erstreckt sich nunmehr auch nut Fleisch. In das Anmeldungssormular ist die Zahl der verausgabten Eier und das G^oicht des Der ausgabten Fleiscktes einznfügcn. Die Abmelduirgcv auS der Lebensmittelversorgung sind bet Zu sammenslellung ebenfalls beizufügen.

Letzte Nachrichten.

Die Eittscndnng der deutschen Finnir'.komims'ion.

Berlin, 25. Mär-. (WTB.i Tie bri­tische KoMmission in Spa hat die deutsche Regierung tinit einer Note vom 24. März ein- geladen, ein aus höchstens 6 Personen b e stehendes Finanz ko mi tee nach Dersuilles zu entsenden. Ten deutschen Vertretern wird ein ungehinderter und schneller Verkehr mit ihrer Re- gi-'imig zu gesichert. Tas Komitee soll die Ver­mittlungsstelle ?,'ivischen der deutschen Regierung und der Fnianzabteilun^ des Obersten WirZchrfts rate» sein in allen wichtigen Finui-fragen, die mit der Lebensmittellieserung Deutsch lands und der deutschen Auswhr im Zusammen^ Hang stehen.

Berlin, 25. März. (WTB.) Die oeutjch- Regierung wird die Mitglieder der nach Versailles ?-u entsendenden Finanz komrnission s o- fort ernennen und dieselben am Donnerstag nach Weimar berufen, um ihnen die nöligen Jn>- stniktionen zu erteilen, so daß die Finanzkom­mission bereits am Sonntag in Versailles ein treffen kann.

BerIin, 26.März Tie Finanzkom smissivn, deren sofortige Abreife nach Ver failles beschlossen worden ist, wird aus fünf namhaften Vertretern der Bank' und Jndustriewelt bestehen. Es werben ihr. wie die Blätter aus Weimar berictidcn, angehören: die Hamburger Bankiers Tr. Melchior und Max Marburg. TircfLor Urbig von der Direktion ba- Dfskonto-Gesellsck^aft in Berlin und der Groß­industrielle Mertens, einer der Inhaber der Frank futter Metallgesellschaft. Außerdem werden der tKvmmission ztvei 23ertretet der Reichsbank und zwei Mitglieder der WaffenstillstanLstommifsi'on beigegeben.

Bern, 25. März. (WTB.) Der Vertreter derNeuen Züricher Zeitung" hatte eine Unter- rebung mit dem Mitglied der auf der Reise nach Deutschland befindlichen englischen Finanzdelcti ftion Frederic Wight, der ihm erllärlc, Deutschland solle durch seine Verpflichtungen für den Wiederaufbau Belgiens und Noedsrank reichs nicht wirtschaftlich und finan ziel! zugrunde gerichtet werden. Es sei keineswegs der Wunsch Englands, noch das Be­gehren der englischen Fmanz- und Jndustriekreise, Deutschland jede zukünsttge wirtschaftliche Ent saltungsmöglichkeit zu nehmen. Eine übermäßige Kiiegskonttibution würde England nicht erivünschr sein, ebenso eine Leistung in Gold. England be­stehe daraus, daß die Warenleisttmgen Deutsch lands in Belgien und Nordsrankreich in offener Konkurrenz mit der englischen Jnduitrie erfolge, wodurch einerseits die definitive Zahlung erleich­tert, andererseits die Industrie der Alliierten nicht geschädigt werde.

Die Sicherung deS AnSlanfeuS der deutschen Handelsschiffe.

Berlin, 25. März. (WTB.^ Die deutsche Waffen still st andskom Mission hatte, tote mitgeteüt, die Alliierten am 20. März ersucht, vier deutsche kleine Kreuzer zur Siche arng des Auslaufens der Handelsscknfie in den Dienst stellen zu dürfen. Ta trotz deS Auslaufens einiger Schiffe mls Hamburg die Gefahr tu.iter beuebt, daß die Aus fahrt der Schiffe in anderen Häsen verlfindert wird, sind die Mliierten gestern von der deutschen Re.fierung nocknnals bruumib ersucht wordcn, untgeljenb die erbetene Genehmi­gung zur Indienststtl! ir.Tg der vier flcineit Kreuze w erteilen.

Ein englisches Ersuchen.

Berlin, 25 März. iWTB.) In einer eng lischen Note wurde anne^mbigt, daß am 28. Mär?, eine britische Wirtschaftskommission, gestehend anc drei -Offizieren, von Köln noch 33m;evn rciicn werde zum Studium der bayerischen Er näh r u n g s l a g e. Die englische Kommffsivn bittet, der Kommission alle Erleichterungen für die Reife zu gewähren,

Die badische Verfassung.

Karlsruhe, 25. März. (WTB.) Tie ba­dische Nationalversammlung hat das V e r f a s s u n g s ge s e tz h-.ule in zweiter Lesung einstimmig angenommen mit der Bestimmung, das- dieses Gesetz iwch der Volksabstimmung unterliegt.

Die Ereignisse in Ungarn und die Entent?

Bem, 25. März. (WTB.) Die Ereig. nisse in Ungarn Ijalten nicht nur die fran- z ö s i s che Presse und OeffenllickKit vvlllomnu-n überrascht, sondern, wie dieAction f r n u eaise" berichtet, auf die Friedenskonfe­renz selbst geradezu wie eine Bombe gewirkt. Di gesamte Preffc, mit wenig Ausnahmen, erblickt naturgemäß das Heil in einer fcfbrtigen mili­tärischen Intervention, farm aber ihr Unbehagen über die Situation nickst verheUen. Der,,T e m p s" befürwortet aus diesem Grunde eine Lösung der politisch territorialen Fragen und verlangt als Pfänder für die Forderungen der Alliierten ent­sprechende mslitärisckte Besetzung deut schm Gebiets. DerMatin" treibt demgegenüber die Pariser Konferenz Mr Efle an. Nach 133 Tagen seit Be­ginn des Waffcnsttllskandes sei noch nicksts defini­tives getan. Schrecklich wäre es, wenn nun nach einigen Wochen des Siegurauschs den ^liierten Ost- und Mitteleuropa mit einem rachsüchtigen Deutschland an der Spite gegenüberseh-. Von de» sozialistischen Blättern äufgert sich bisher nur bet Populair e", der es für einen frfjtocrat Fehlet l-ält, wenn man glaube, daß die ungarische Relw- lutron ein Manöver Tentsckstands sei. Die Ungarn fticn zum äußersten getrieben luorbcu.