Ausgabe 
26.3.1919
 
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Nr. 72

Ter Lietzener U«zri-«r erfcfrint täglich, außer Eonntaq«. - Beilaaen:

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Mittwoch, 26. März 1919

Erstes Blatt

ünusyme Den tinzeigei f. bu iaqeennmmet viS aum Jlndimtuaq vorder ohnejedeBerbuidstchkett

Scilenptcife: für örtliche Anzeigen 25 M.,kür auswärtige 30 Pi., für Reklamen yir.l.-nebft2Ouoleue- runaSzni nlag;Platzvor» fdtoit 20 H Au'fchlag. Lauotichri'llester: Aug. <doeq Verantwortlich für Polit'k: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Re'ichold Zenz: für den Anzeigenteil: £) Beck; fämtltd) in Bietzen

<69. Jahrgang

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsey

SwIMngm,ndi>ni<r u. Verlag: vrühl'lche Unia.-Ruch- u. Steinörudertt B. Sange. Sdjriftlettnng, Selchastistelle u. Oraderel: Schulst. 7.

der

seine

Tie Entente geqen Ungarn.

Tus

erschossen.

*

Der Prozeß gegen den Mörder FaurL»'.

der

Eingeborenen dar.

Unruhen in Aegypten.

Beginn derzriedenrverhandlnngen?

Eine Fülle von Fragen tut sich auf: sechs deutsche Finanzsachverständige sollen nach Paris abgehen? Graf Bernstorfs teilt es offt- riell mit/ also ist nicht daran zu zweifeln. Es ist zu vermuten, daß Erzbergcrs Anfrage, ob die Entente beabsichtige, uns ungchört und un­gefragt den Frieden zu diktieren, be­schwichtigend beantwortet worden rft. Die feindlichen Negierungen haben das Ersuchen gestellt, die erwähnte deutsche Kommission nach Paris zu entsenden. Wir können dem Frieden, oder vielmehr diesem Friedenswink, noch nicht recht vertrauen. Neue Fragen erheben sich. Wird uns etwa-wieder eine kurze Frist ge­stellt? Und ist etwas Wahres an dem Gerücht, Clemenceau werde von seinem Posten zu­rücktreten, Briand werde, wie ,^Corriere della Sera" wissen will, sein Nachfolger? Wilson soll seine Unzufriedenheit über die fortwährenden Verzögerungen geäußert und baldige Besch Ü se verlangt haben. Das wäre ein gutes Omen, denn wenn überspannte Ge­waltforderungen an uns gestellt würden, könnte ja, wie die Entente jetzt wissen muß, der Friede von Deutschland nicht unterzeichnet werden, und das Dangen und Bangen würde fortdauern. Die Entente verlangt nach Finanzsachverständigen. Ein Mann, der die deutschen Finanzen gründlich kennt, weil er sie während des Krieges längere Zeit ver­waltet hat, nämlich der frühere Staatssekre­tär Dr. Helfferich« hat bereits ein Gutachten abgegeben. Er erklärte, Deutschland könne überhaupt keine nennenswerte Entschädigung bezahlen, und sagte in einer Unterredung mit einem Vertreter desPetit Parisien" u.

«

Kameruner Häuptlinge für Deutschland.

preußische Landerversammlnng. Sitzung vom 25. März, mittags 1 Uhr. Die neuen Minister.

veutsche Nationalversammlung.

Sitzung vom 25. März 1919.

schast gegen deutsche Angriffe gegeben werden, 1 indem die Rhciupcovrnz zu einer nicht militäiv scheu Zone gemacht werde, in der feine deutschen Festungen bestehen oder Tttiopen gebo ten weiden dürften. Die Rfrinprovruz bleibe also deutsch, obwohl Frankreich auf das lebhafteste protestiert habe gegen die von Wilson abgegebene Erklärung, daß die Vereinigten' Staaten und Eng­land niemals ihre Zustimmung zu einem von Deutsch and unabhä.igigen Rheinuser-Pus- f e r st a a t geben würden. (Frkf. Ztg.)

Die Rede Ronlen»'.

Berlin. 25.Mär». (WTB.) Ter franzö­sische Botscfrfter No ule ns l>at bekanntlich bei einem Abschiedsessen, das ihm zu Ehren in Polen gegeben murix, eine scharfe deutschfeindliche 3la< gehalten. ReiclBminister Erzberger erklärte demgegenüber einem Vertre er derTonischen All- gmninen Zeitung": Auf Grund am :i.jen Mate­rials must ich gegenüber Routens so, i stellen: ^>m Bezirk Bromberg wird von den Polen bei der Ein­führung des Polnisäien als Unterrichtssfracfr tn der Schule gegen die Lehrerschaft in uner­hörter Weise vorgegangcn. Tie Siebter wurden ab­gesetzt, ihnen die Gelöst.öbczüge vorenthalten. An­dere wurden unter Hohn und Spott ihrer Schüler- füsaft aus ihren Tiensdorien verjagt, d^ aus dem Kriegsdienst Hciinfehrendm wurden zur Unter» rictxtsaufnahme nicht zugelassen, aiiderr wurden mit dem Tode bedroh, in erngen Fällen wuwe in die Wohnung der Lehrer ges.lassen. Ein katlw- lisii-er Lehrer im Kreise Hefrnsalza wurde er- sclwssen. Tie deutsche Bevölkerung wird in der unerhörtesten Weise terrorisiert. So die unbe­strittenen Tatsacfrn. Auf Botschafter Noulens sackt die alleinige Verantwortung für die Folgen, die aus seiner auspeitsclienden volksverhetzenoew Rede ertvachsen müssen. Sck>on seine Begrüßungs­rede ivar eine politische Taktlosigkeit gegenüber Deutschland, verschärft durch den Umstand, daß sie aus deutschem Boden gelullten wurde. Die Abscfretoredc stellt aber den Höbe nun kl poliMiher Anmastm'.g dar; das deuiscfr Volk lchzi sich da­durch nicht beirren, den Weg des Rechts wettet zu gehen.

Die Behandlung der Kriegsgefangenen.

Berlin, 25. MLrz. (WTB.) Eine zuver­lässige spaniscfr Quelle frridret, datz m Madiid aus Fernando Po eine Bittschrift von 11 ^..Ka­meruner Häuptlingen ema-gangcn ilt, m welcher diese aucki immens ihrer lfr-ws «N«i den König tnui Spanien bitten, furbtt RErbe Kame­runs M Teutschland ci.qutrtiat, 3« der Bitt­

lich ist.

Berlin, 25. Matz. Graf Bernstorff teilte bei der Etösfmmg ber Tnthgm Besprechung in der Gesckäfts^lle des Auswatt men Amts sur die Fricdensverhandlungen mit, ton me rcin ö- lichen Regie run gen das Ersuchen .gestellt haben, eine Kommission non sechs deutschen Finanzsachverständigen nack Paris -u senden. Diese Demarche sei als Beginn der Friedensvethandlungen onzusehen.

Die pariser Konferenzen.

Amsterdam, 25. Matz. tWTB) Dem Allgemeen Handelsblad" wird aus Paris gemel­det, daß bte Premierminister der Großmächte fr- schlossen haben, über die Beratung.'nder Kvm- iimssionen, die sich mit den Territoiialfragen be- fassen, keine Einzelhei ten me h^n ver öffentlichen, bis die gesamte Atbett Abslecku g der neuen Grenzen erledigt ist. Man holst, aui c-rese Weise zu verhindern, datz der Femd bw Abi ick ten der Alliierten vorher erfahrt, und dut nötigen Gegenmaßregeln ergreift, umihrePlänerudnrch^ kreuzen. Zugleich will man damit Vorbeugen, sollten m den frateren Bha'^n der^, sprechungen irgendwelche Blenderungen vorgenom- mcn werden müssen.

Paris, 21. März. (WTB.) Havas. Bor der Nachmittagssitzung traten die Führer der^ Dele­gationen, Wilson, Lloyd Gmrge, Clemenceau und Orlando zu einer Besprechuna zwammem Der Konfereuzausschust frsckäfttgte fick nicht mit.dm militärischen Kons, quenzen der bol,chewisttch.n Umwälzung in Ungarn.

Haag, 25. März. Aus Varis wird gento- det daß der Zeh n m än ne r r at von nun an lediglich als äne Art von Oberstem K-re^rat sich mit der Schlichtung von militärischen F.agm zu beschäftigen haben werde Die tcnz selber werde von ernem klemen Ausschutz. o sich aus Wilson, Glemenceau Lloyd zu p o r a e und Orlando zummmensetze, geleitet. werden? Japan habe darin nicht v-ttretoi sem Kvmg von wollen. Die Maßnahme sei deshalb getroffen wor-' nuts M .

folgendes:

Ta? deutsche Nativ naive rmö gen le- (aitfc sich auf 310 Milliarden Mar k Bor hem Kriege batte Deutschland an ausländischen Werten erneu Besitz von 25 Milliarden. uly-v scheu, türkischen, bulgarischen und büermdrJdp Düpiere hätten feinen bedeutenden Wert mehr. Auck) die Titel der amttvlischen Unternehmungen «md der Bagtodtohn seien stark entwertet. Tie amerikanisäLN Titel mußten dazu dumen, den größten Teil der im .Kriege bestellten Cnckulwen Ak be-a^en, to rm Kriegt der iältliche Uebcrscknß der Einfult ub-cr bte Ausftrfr sich aus frer Mil­liarden bclurten tobe. Auf freie Weise feten 16 Milliard ansländisck-er Werte lälvrlich ms Ausland gegangen Be.ü stick des Wertes der deutsckLN Ar­beit erklärte Helfferich, daß dieser etwas gtnnrpn sei als die gesamten Einnahmen. die.'ich ans 40bis 43 Milliarden lährftd) Mauren. Pyn dieser Summe müßten die Ausgaben für den Unterhalt der Bevölkerung und das Budget des Staates und der Gemeinden abgezogen werden, worauf etwa acht Milliarden als Rest der jäbrlick>en Ersparnisse Deutschlands verbleiben würden. Helfferich wiederholte zum Schluß daß Deutschland keine nennens".trte Kriegscntschadi- mmq bezahlen könne. Es gäbe nur cme Losung, nämlich die, daß die Mächte unter Berüchichttg'mg ihrer Verluste und ihres Vermögens eine gemmi- famc Masse bilden imb das Prmziv der gegen­seitigen Unterstützung amveitben würden.

Wir werden bald erfahren, was die En­tente in diesem wichtigsten Punkt von uns ver­langt ii nb ob überhaupt eine Diskussion mög-

Berlin, 25. März. (WTB.i Der deutsche Vertreter in S p a übeckandv: der alliierten Unter­kommission sür Kriegsgefangene eine Note über die traurige Lage unserer Krie gsge- fan genen, in welcher erneut aus bieie hinge­wiesen mtd um schleunige Abhilfe ersucht wird. Aus den Berichteii der Schweizer Vertreter ergibt sich folgendes: Das neue Ossstzierslager im partementsg.fängnis in Carcassonneift volng unfertig. Ein Krankenhaus und Oefeu sehlen: die in Aussicht gestellte Zahl der letzteren ist so gering, daß nur ein Teil der Räume s l-eizt wetten kann. Zahnärztlittre Pflege und BL'er fehlen. Singen ttt verboten. Die den Offizü-ren bei dem letzten Be- "udre der Schweizer Vc'rtreter gemachten Versprc- chmigen wurden nicht gehalten In Uzes seh/l eine Kantine, fehlt die Mög.ichsett, Brennl)olz zu kaufen, fehlen Spaziergänge. 'Die Beickafmug von Petroleum soll von dcm guten Verhalten der Ofli' ziere aohäng'.g gemacht werden. Im Manuschorts lager von S1. Martin de Re herrscht schn'erer Wassermangel. Es fehlt an Strümpfen: die Zecken sind sehr düim und klein. Im Lager zu Orleans sind die Arresträume dunkel und unk^nzbar. Die Abtritte reichn nicht aus Der STaiircnrmtm hti keine Betten. Die Durchgangsg^'fangenen lier-en m einem großen unheizbaren Zelt auf losem Streb mit nur einer Dicke. Es mangckt an Wasck^ und teiliveisc an Eßgeschirr. In her Krvcrne von Rick pause (Rouen) schlafm die .Kriegsgefangenen au) loser HolzwoNe. Als Eßnävfe dienen noch immer verrostete Gasmaskenbückven. Mele können nicht nach Hause schreiben, weil seit vier Monaten keine Postkarten zu erhalten sind. Die deuttchen Kriegs­gefangenen in T o u r n a i erhielten aus Deutick land feit langer Zeit weder Nachrichten noch Pa­kete Vom Aufsichtspersonal, Frauzo en und Bel­giern, werden sie mit K o l oc n s ch l ö g e n und Fußtritten mißhandelt, meistens wenn sie vor Erschövfung zusammenbrech.m^ Die deut­schen Kriegs-iesangenen in der franzö ildrcn Kriegs-

114 m B.lior. ersten bei einer schwerr-n Grippe-Epidemie nur ganz un­zureichende ärztliche Pflege.

London, 23. März. (WTB.) Reuter. Das Krieasamt gibt bekannt, daß die Rationen s u r die Kriegsgefangenen erhö ht tvordeu sind. Die Gefangenen erhalteii letzt täglich 7'/u nig- lisckie Unzen Brot, 6 Unzen Diskutt, S/a Unsen Fleisch, einmal in der WcAe 3'/»Ünzen Sveck, c/.Unze Tee oder 1/2 Uny Kaffee, 20 Unzen Kar- tnffeln und l'/i Unzen Margarine. Die Kriegs­gefangenen, die schoere Kneg^irbeÜ zu vevnchteu haben, werden eine tägliche Zulage von 1 Unze Margarine oder Speisefett erhalten.

den, weil die Lage durch die Schaffung einer bol- schewistisckien Regierung in Ungarn gefährlich geworden sei und weil die Gefahr auch au, andere Länder übergreisen könnte. Wilson habe sich äußerst unzufrieden über die Bersch.eppmig der Verhandlungen der Shxnicieni geäußert und habe verlangt, daß sofort endgültige Besch.üsse ge­faßt werden sollten. Frankreich solle eine Bürg-

gedacht. Auf die Frage des Präsckenten^ ob er nicht Daran gedacht habe, daß dieser Mord m der A r- oeiterklo sse fdituete Unruhen liervorruseq könne, und ob er nidtf an die hervvrragendck Red>tsck)afsenl)eit des Ermordeten gcdadü l>abe: ,Jch bin tief religiös, aber der Gedanke cm das Gewissen enuadjte in diesem Augenblick nicht in mir." Rack Absdstuß des Verhörs imirbcn bic Irrenärzte vernommen, die Viikain als starr erblich belastet ansehen und daher auf eine ver­minderte Zurecknungsfähigkeil schlie­ßen. Villain habe in einem Augenblick uatnottfdxr Ueberhitzung gehandelt. Darauf wurden melrrert Redakteure derHumunils" vernommen, die bai Hergang erzählten. Um 5 Uhr 30 wurde da Sitzung aufgehoben.

Tie erste Anfrage nach Wiederaufiva'hme bet Vollsitzungen der Ra:ioiwlveisammlung befaßte sich mit der Vergewaltiauugder Zeitung e n in der Pfalz. Samtlick^: Zeitungen, welche ui der von den Franzosen besetztes Pfalz erscheinen, werden gezivungm, Artikel zu verösfentlickien, bte so gehalten sind, als wenn sie von den Sdwisv- leituiigen der betresfenden Zeitungen verfasst seienD nälwend sie dazu bestimmt sind, die Bevölkeiimg für die französisdte Regierung zu genümicn und einen falschen Eindruck von der tvaljren Stirnnning der Bcv<ck:erung zu verbreiten. Ucbcr diese Tat- jadjen wünschte der Abg. Dr. Rieher Auscunst. Ter Kommissar der WasfensttNstaiidscommiisMi Dr. Hämmer betonte in seiner Antwort, der Druck der sranzösiscl-en Zenstlr mad* sich tatsädstich in dem Sinne geltend, daß die Zeittmgen gegen ihren Willen das Vaterland beschimpfen und die französische Regierung loben niü feit. Die stckichs- regierung mürbe glauben, die Bevöllerung der Pfalz zu fräntoi, wenn sie mich nur einen Augen­blick an der Reichstreue der Lblältzer und der Pfälzer Bettungen zweisele. Tie Waffenstillstands dmnns- ston habe gegm das Borgehen der FrMiziosen Pro- test eingelegt. Auch der Vertreter ber baijerWn Regierung schloß sich dieser Erklärung an.

' Nach Erledigung weiterer Aniragen lolgl die Jitterpellation Gröber (Z.) und v. Payer iTem.) und Gmossen, bettetfenb Maßnahmen für die mittleren und kleineren Ge­werbe- und Handelst reibenden, sowie die Jnterpellatton Arnstadt (Teutüi>-nat.), bett. Wiederaufbau der wegen des Krieges still­gelegten ober geschwächten Betriebe. Äbg. Wetzlich (Teutsch-nat.) beMÜnt^t die Interpellation Arnstadt imb betont, zur Wncket- aufricktung des Wittsd-aftslebens sei vor allen Dingen bte Wiederingangsetzung der llmnmi und mittleren Betriebe notwendig. Ter R'dner befür­wortet hierzu die Einräumung ausreichenden Kre­dits, die Besckrasfung von Roh v.fen und die För­derung des Genossenschaftswesens. ,

Zur Begründung ber Jnterpellatton Grvvet erklärt der Abg. Irl ^Z.), für das Handwerk sei die Zuteilung von Roh toffen besonders notwendig. Beim Reichswirtscliafts- und Restt^.rrbeft«i!nt müßten besondere Stellen geschaffen werden, unt ben Bedürfnissen von Handwerk und Kleingewerbe Sorge zu tragen. Bor allen Singen jnülfe die Kreditbesdiarfung erleichtert werd.m .

In Beaniwortui g der Jaiterpeflattonm tagte Neickswirtschaftsminitter W i ss ell, das Reich, d.e Gliedstaaten und die Gemeinden batten versucht, du-ch schch.-unig- Au'träge Jndnsttie und Hani werk ül>er den toten Punkt hinwegzubringen. Im Reichst wirtschaftLrmt sei der Plan erwogen worden, m,t einem Fonds von mt-Treren Milliarden tm grössten Stil Aufträge an das deutsche Wirtsdiastsleben zu geben, und zwar Mich für solche Ziv«ke, chr du: das Reich keinen Bedarf tobe, te T iber tobe bte außerordenttlich ge'panntc Fr.mnzlggr bc^ R ickes diesen kaufen nickst in vollem Um anne verwirk­lichen la sen, doch sei im Temobilmadurngsrat eu« Hilsskasse für gewerblich^ Unternelmiungen mit 200 Millionen Mark errichtet worden,, jrur bue Belieferung des Handwerks mit Rvlst'vfsen um) Betriebsmittklli sei gesorgt worden. Der Givtz- bandel werde auch nach dem Kriege mit Belchrän- kungen rechnen müssen. Nur wemr ivtr au5 ber Resignation erwachen, würden wir tatkräftig unser Schicksal in die Hand ne Innen können. Rach wei­terer Debatte wird die Weiterberatung ans Mitt- nvch 3 Ufr vertagt. Außerdem Wahlprüfungc« und kleine Vorlagen.

schrift wird außerdem betont, daß die große.Mchr- zal)l der Kameruner Eingeborenen sich nrü dem Wunsche der 117 Hanpckuigc identifizieien lock nur ans Furckst vor der Rache der Engländer uw Franzosen dicsen Wiaisch nickst zum Ausdruck zu b i gen 1 vagen. Diese Bittschrift, auck) von einem Teil der spanisclx-n Pre.se bereits erwähnt und ttvar in befürwortendem Sinne, st^ll einen neuen bemerkeirswrrten unb wertvollen Be­weis für die Grundlosigkeit der Anklagen unserer C^giter Jifrr die angeblich schlechte BelMiidllmg

angedeihen zu lassen.

Revolution in Galizien.

Wien, 25. März. Rach toink'prüchen der ms- Uchen Sowjetregierung befindet sich Galizien in voller Revolution. Diese hat tm Pe- ttoleumgebiet von DrohoVtzcz ihren Anfang ge-> nommen. Die von der ukrainischen Regierung ent­sandten Truppen machten mit den Anfstandischtn gemeinsame Sache. In zahlreickxm ukraiM'chen Ge- meindeii Galiziens haben sich lokale Svwjetregre- rnngen gebildet. Der im geheimen gebildete Ar- beiterrat in Lemberg hat den Generalstreik ercklart. Die aufständischen Truppen in der Ukraine und tn Bessarabien haben Fühlung miteinander genommen. Bestialitäten der lettischen Bolschewisten.

Berlin, 25. Marz. (WTB.) ^ach einer Meldu, g d s ,,V« liner Lv"alanzeiger^' such ge^.erii am-Ldic Berich e aus Kurland ü er e |na 11* täten der lettisck.cn Bol sche wiste nernge- lausen, die alles bisfrr Tagewcsene in den ^ck>atten m stellen schinen. Frauen, Kinder und Greise der Stadt Milan mußten in edpee und Kcüte den Weg von 60 Kilom. in die Verbannung wich Uerhren zurücklrgeii. Tiejenis?n, die für den Transport körperlich Fu schwach waren, wurden

Amsterdam, 25. Marz. (WTB.) Wgemeen Handelsolad" meldet aus Pa is:.,Die Alliierten fdteineu besckstossen zu haben, augelidsts Der Lage Ungarn anzugreifen, um ben iwit -rnei Seiten bebrolr.cn Rumänen alte nttgltche Htt>c

Präsident Seinert: Auf Grund des 8 a brt vorläufigen Verfassung berufe ich zum Mi­nisterpräsidenten den bisbeltgen Inhaber de^ Am­tes, Hirsch, ebenso Hänisch zum Unterrich.s- minister, Dr. Südekum zum Fiiianzmtnister. Fischbeck zum Handelsminister, Braun als Landwirtschaftsminister. . Reinhard r ;um Kriegsminister, den lns'ettgen Justi'>minlster Heine berufe ich zum Minister des Innern, den Geh Juslizrat Dr. Am Zehn ho ff mm ^usttz- minister, den Generalsekretär S1 e gerw ald zum Minister für Volkswoltl ahrl. Porrzcipräi ident Ernst scheidet als Minister aus, ebenso ber bt§- frage Verkehrsminister Hoff, ber m den Rufr- fonh tritt, unb an befcn Ä-ll- als

Minister der bisherige Direktor derOstseezcrtung, Oester ans Stettin tritt. Damit, tit bte crjto p-riam-nt-Kche R-x-run, Prmb-K »ebtld«t

Paris, 25.März. (WTB.) Vavas Am Montag begann vor dem Scksourgericht der Preetz gegen V i l la in , den Mörder von Jaur 3m Verhör erklärte Vickam, mtt Vorbedacht gehandelt zu toben. Er sei zum Morde getrieben worden, weil er die Rolle von Iaiirös^ für un- l-eilvoll für das Volk angesefrni hafr. schon rm R.^giment habe es ihm Schmeißen bereitet, tone Kameraden mipatriottscfr Lieder irngen zu Horen. Seine Erbitterung sei aufs höckrtt frittegen an- gesidüs der Unterdrückung der Elsa^Lothruige-r, und er habe zuerst beschlossen, den Kaiser zu töten. Erbittert habe ihn auch die Opposiiron von Faurös gegen das Gesetz über die breijafrige Dienstzeit. Damals fei ihm der Gedanke gekommen, Jaurös zu töten. Er habe befürchtet, daß die Mobifmaaumg gestört werde durch Ak.e, der sab^ tage. Am 31 Juli tobe, er oei den ernrückenden Soldaten weniger Entbusiasneus gesunden, als er erwartete. Immerhin habe er seinen Borsck noch iTfiSÄ® Defte

LL «VHWWä gtmb, Mbe er ömm öen willig 1 ersten versa,sunggebenden

ZwM' ».M ISÄnm? -Ilia-., zum Segen bes -<«zen Jaurös^Frau und 5kv»der habe, hab« er n»cht l Volkes zu wirken.

London, 25. Män. (WTB.) Reuter Im Ofrrhause erklärte Lord Curzon, daß die Nach­richten au^ Aegypten ireiriger ernst seien. Er sagte: In Kiivo toben Heine, hcuiplsäckstich von Stubenten bcranftaltcte Demonsttationen stattge- fitnben Im ganzen herrschte in Kairo und Aleran- frien Ruhe. In den Provinzen kam es zu heftigen Ausbrüche. Sowoh-l in Ofrr- wie rt Unto-AegYP- teri griff der Pöbel systematisch nach einem offenbar svrg'ältig vorbereiteten Plan die Eisenbahn­st recke an, riß die Schienen auf, legte die Tele- graphenpsähle um und bramtte mehrere Ecken- bahnstationen nieder. Jetzt lausen wieder Züge zwischen Kairo und dem Kanal, aber die Tele­grap ltenvervindungen m Ole -Aegypten sind unter­brochen. Die Ortsverbindungen und tslegravln- schen Verbindungen werden mit Hilse von Flug- ieugen und dratzltoser Te egraphie ausrecher.ml- ten. Der Cha aiter der jüngiten Kündgelungen war mehr räuberisch a's polittsch. In Tmilah, Zagazig und aitfrren Orten Milderten dre Auf­ständischen die europäisc.^n Lüben. In geronien Bezirken nahm die Bewegung die Form eines Pächteraufstandcs gegen die Landbentzer an. Einen ernsten Charakter erhielt die Lage da­durch, daß einige Beduckienstämme sich an ben Unruhen frteiiig'en. Curzon sagte weiter, bau viele ägyptische Beamte sowie bie Armce und Pott'ei Üd) gut hielten. Lotole Elemente täten rhr Bestes zu?Wiederfrrsiellung der Ruhe. Die englische Re­gierung würde es freudig begrüßen, wem» die ägyptischen Minister Ruchbi Paicha unb Ali Pascha nach Englmck kämm, um bte zmüuftigen Bc- zielmugm Englands zu Aegypten und die Ver- sassnngsreform in Aegypten zu belprechen. Mit den Urfrbem der Unruhm ßmu nicht ver­handelt werden. Ihre Anwesenheit In Engsai'.d wücke in Aegypten als ein Zeichen dafür ange- sefrn werden, daß Eiiglcmd geneigt sei, Verantwortlichkeft in Aegypten auszugeben.