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Ultttwod), 26 Fevruar (919

L 169. Jahrgang

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Es gibt keine Reservate mehr.

Anschlnfrverhandlungen mit Deutsch-Oesterrcich.

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ng, Hans Michaelis, Alfred Saal.

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1-, 1-, 1- sind rnst Challier (Tel. 671) zu haben. Studenten- ur im Vorverkauf beim ätät gegen Vorzeigung

konntaqS. - Beilagen: icficßtr §amslicnblät1rr;

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;Zerta aml6.Febr.1919

den Kommissionen, von n?cld)en die erste die staats­rechtlichen Grundlagen des Zusammenschlusses f'est- legen und die übrigen sich mit Handels- und finanzpolitiscl>en und sonstigen wirtschaftlichen Fragen befassen sollen.

Dar vsrläufigeReichswehrgesetz.

Das aus dem Schoße der Parteien her­vorgegangene Reichsivehrgesetz, das bis zum 31.. März des nächsten Jahres in Geltung bleiben soll, ist von der Nationalversamm­lung mit unwesentlichen Abänderungen gestern angenommen worden. Zuerst sprachen die Parteivertreter, dann derReichswehrmini­ster" Kioske. In den Erörterungen spiegelten sich noch einmal deutlich die verschiedenen Auf­fassungen, die man über die Revolution und ihre Wirkungen haben kann. Am geringsten waren die bürgerlichen Parteien an der Aus­sprache beteiligt, denn sie sind sich längst dar­über tfr.iig, daß wir ein geordnetes Heer zum Heimatschutz, zur Verhinderung wachsender Gewalttätigkeiten im Reiche unbedingt nötig haben. Einig ist man sich in diesen Kreisen auch in der Trauer über den schmählichen Zu­sammenbruch unserer einst so stolzen Wehr­macht, die trotz mancher Mängel eines der wertvollsten Besitztümer unseres Volkes war. Sie liegt jetzt am Boden, und wenn der so­zialdemokratische Redner Schöpflin die Spitze seines Tadels zunächst gegen die Offiziere rich­tete, ihnen zu viel Sorgfalt wegen Uniform­sragen und Achselstücken vorwarf, so konnte er doch damit den Umstand nicht verdecken, daß vielfach in ungerechter und kindischer Weise auf diesem Stande herumgetreten wor­den ist. Und die Hauptsache: eine starke Diszi­plin muß wieder kommen. Darin sind sich Schöpflin und Noske einig, die ihre Bered­samkeit aufwenden, um die Unabhängigen zu überzeugen und ins Unrecht zu stellen. Nicht nur zum Grenzschutz brauchen wir ein neues Heer. ^Es wäre," so sagte Noske,ja Toll­heit, wenn die Regierung zusehen wollte, daß durch ein geradezu gemeingefährliches, ver- brttherisches Treiben einer geringen Minder­heit unsere Wirtschaft weiterhin zugrunde gerichtet wird." Die Unabhängigen lehnten den Entwurf, der übrigens die Wehrpflicht aus­schaltet, alsein Stück Wiederbelebung des Militarismus" ab. Ihr Redner Henke meinte, schon dadurch, daß über die Stärke der Reichswehr nichts gesagt werde, müsse der Arg­wohn unserer Feinde verstärkt werden. Noske sagte:Die Stärke der Reichswehr wird, wenn wir Glück haben, nicht ein Drittel der alten Heeresstärke betragen." Wir meinen im Ge­gensatz zu dem Abg. Henke, daß die Regie­rung gerade aus übertriebener Besorgnis vor dem Auslande einstweilen nichts Näheres über die Stärke der Volkswehr festgesetzt hat. Man kann ihr dies höchstens als Schwäche anrcch- Tien. Vielleicht wäre es besser und würdiger, wenn man offen mit einer Mindestziffer her- vortreten würde, denn wir Deutsche, und nicht etwa die Franzosen und Engländer, sind zu­ständig, festzustellen, was für uns zum Schutz der Grenzen und der Heimat unerläßlich ist.

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Vie Verhandlungen in 8paa.

Berlin, 25. Febr. (WB ) Nachdem die deut­schen Kommissionen für die Schisfahrts-, Finanz- unb Lebensmittelfragen bereits am 23. Februar in SPaa eingctrosfen waren, teilte General Nu- d a n t im Auftrage Fachs in der Vollsitzung vom 24. Februar mit, daß die für diesen Tag ange- setzten Verhandlungen über die mit der Versor­gung Deutschlands zusammenhängenden Fragen nicht ausgenommen werden könMeu. Die Zusam­menkunft könne nicht vordem 4. März statt- sinden, da die alliierten Delegierten noch nicht im Besitz der genügenden Unterlagen für die in Betracht kommenden Finanzfragen seien. Tie ver- bünbeten Regierungen ließen jedoch erklären, daß sie bereit seien, die Frachtüberschüsse, die aus der Vern^endung der deutschen Schiffe im Dienst der Alliierten entstehen, als Bezahlung für die Lebensmittel anzuerkennen. Da­mit sei die wichtigste der ungelöst gebliebenen Fragen erledigt. Deutscl-erseits müsse man sich darüber llar sein, daß keine Lebensmitteleinfubr nach Deutschland möglich sei, ehe nicht entscheidende Fortschritte hinsichtlich der Zurverfügungstellung sowohl der deutschen Frachtscknffe als auch der Passagierdampfer gemacht worden seien., Deutsch­land müsse ferner ein sehen, daß die baldige Liefe­rung der Lebensmittel namentlich von dem Zeit­punkt abbängt, zu dem der deutsche Scksiffsraum für den Lebensmitteltransport verfügbar wurde. Im deutschen Interesse liege, es also, wenn die Schiffe sobald und in so großem Umfange wie möglich den Alliierten zur Verfügung gestellt würden.

General v. Hammerstein erwiderte auf Rudants Ausführungen, es lei höchst unangenehm.

Deutsche NationLloersammlung.

(15. Sitzung.)

Weimar, 25. Febr.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung mn lOVt Uhr. Unter den Einläuien befindet sich ein Telegramm aus Düsseldorf, das energisch Protest gegen die Pöbclherrschaft und Anarchie in Düsseldorf erhebt.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die In­terpellation der Teutscl)-Nationalcn Vollspartei, betreffend Uebergripc cinzelstaatliä-er Venvaltun- gen in bezug auf den Religionsunterrielst.

Ministerpräsident Scheidcmann erflärt. daß die Regierung diese Interpellation zu beant­worten bereit fei und sich über den Tag der Ver­handlungen mit dem Präsidenten ms Einver­nehmen setzen wolle.

Damit ist dieser Gegenstand für heute er­ledigt. Es folgt die erste und eventuell zweite Be­ratung des von den Abgeordneten Löbe, Gröber, von Patzer und Dr. Rießer eingebrachten Gesetz­entwurfes über die

Bi düng einer vorläufigen Reichswehr.

Abg. Schöpflin (Soz.): Der Antrag ist aus der bitteren Rot der Zeit hcrvorgegangen. Er ist rin Notbehelf, der dem gegenwärtigen Chaos ein Ende bereiten soll, indem er die vorhandenen zersplitterten militärischen Kräfte organisch zu- sammenfasfen will. Wir sind leider auf das An- werbestzstem, aus Freiwillige angewiesen. Das Gesetz soll Ende März 1920 wieder außer Kraft treten. Eine einheitliche organisierte Truppe wird die vorlüusige Reichswehr nicht sein. Was aber einchritlich wecken soll und toerben muß, ist, daß diese Reichswehr die R e i chs v erf as su n g re­spektiert, daß sie bereit ist, in Konflikten sich der Reichsregierung unterznordnen und den Rrichs- gesetzen Geltung zu verschaffen. Notwendig ist auch, daß die Freiwilligen sich einer Kommando- aewalt unterstellen, wofür die seiner Zeit er­lassene Verordnung des .Kriegsmmisteriums eine gute Grundlage bildet Auch eine Disziplin, und zwar eine starke Disziplin, muß die Reichswehr haben, sonst wäre es schade um jeden Pfennig, den wir dafür ausgeben. Die Verhältnisse sind aanz ungeheuerlich und ich' scheue mich nicht, zu sagen, daß es einem manchmal weh tut, wenn man sicht, wie die Kasernen verzeihen Sie den Ausdruck manchmal zu Schweineställen ge- aaacht werden. Ich verstehe es. wenn die Offiziere

versuchen, den gegenwärtigen Zustand, soweit er sie persönlich betrifft, zu ändern, daß sie ver­suchen, dem Of'siziersstand wieder Geltung zu ver­schaffen. Aber in einer Zeit, wo das deutsche Volk aus tausend Wunden blutet und um seine Existenz kämpft, sollten deutsche Offiziere höhere Jntereffen haben als Unijormfragen und Äckffel- stücke. Es geht einfach nicht an, den Zustand weiter bestehen zu lassen, daß polnische, tschechische oder irgendwclckie anderen Banden die Grenze des Reiches bedrohen oder daß irgend>oclck)e. Fanatiker oder ein paar Verbrecher sich zu Banden sammeln und Städte terrorisieren, Werke ftillcgen und eine Schreckensherrschaft aufrichten. Ruhe undOrd- n u n g sind die Lebensbedingungen für das deutsche Volk. Wir empfehlen Ihnen einige Abänderungs- anträge, wonach die Mitglieder des jetzigen Frri- willigenheeres, insbesondere die Unteroffiziere und Offiziere den ersten Anspruch auf Uebernahme in das später dauernde Heer erhalten sollen. Be­währte Unteroffiziere sollen zu Offizieren beför­dert werden und den Angehörigen des Freiwilligen­heeres dieselben 2krforgung»gebüljmii fe zustehen, die den Heeresangehöngen im allgemeinen zu- gestanden haben. Es gilt jetzt schnell und energisch zu handeln. (Beifall.)

Abg. Gröber (Z.): Die Schaffung einer vorläufigen Reichswehr ist eine so wichtige Auf­gabe, daß wir jede Stunde als verloren ansehen, um die sie verzögert wird.

Abg. Siehr (Dem.): Wir fordern von der Regierung mit aller Energie, daß sie den 0 ft» preußischen Grenzlanden hilft, sie vor dem Fürchterlichsten zu bewahren. Wir fordern, auch in Schlesien, Posen und Westpreußen ein weiteres Vordringen der Polen über die festge­setzte Temarkatimrslinie hinaus zu verhindern.

Abg. Baerecke (Deutsch-nationale Vpt): Hätte die Revolutionsregierung rechtzeitig scharf eingegriffen und ihre Pflicht getan, die Dinge hätten nicht so weit kommen können, und wenn jetzt endlich etwas geschieht, so ist es reichlich spät. (Sehr richtig! rechts.) Die Vorlage zeigt, daß die Sozialdemokratie umgelernt hat. Es geht eben nicht ohne Militarismus. (Lachen links.) Man sollte die Offiziere wieder in ihre Ehrenrechte einfetzen. Zu militärischen Führern dürfen nur Sachverständige ernannt werden. Das alte Heer war für unser Volk eine Schule, die es gerade heute bitter nötig hätte.

Abg. Henke,(U. S.): Es wird immer wie­der auf die uns vom Osten drohende Gefahr, auf einen Einmarsch der Bolschewisten hingeimesen. (Lebhafte Zurufe: P,len!) Würde uns über die außenpolitische Lage im Osten Klarheit gegeben, so würde sich alsbald berausstellen, daß das nichts als Schwindel ist. (Lacken bei der Mehrheit.) Nackidem wir jetzt eine Regierung haben, schwarz wie das Zentrum, rot wie die Sozialdemokraten und golden Ivie die Temokraten, sollte doch mit dieser überlebten diplomatisckien Gel-eimnistuerei endlich Schluß gemacht werden. (Heiterkeit.) Tiese Vorlage ist nicht eine Erfüllung des Programm- falbes des Erfurter Programms, es ist ein Stück Wiederbelebung des Militarismus. Teshalb be­kämpfen wir diesen Gesetzentwurf und lehnen ihn ab. (Beifall bei den Unabhängigen.)

Reichswehrminister M 0 ske: Ich komme mit meiner sozialdemokratischen Vergangenheit nicht im miirdesten in Widerspruch, wenn ich mich dafür einsetze, daß das Reich so rasch wie möglich in gewissenr Umfange eine militärische Wehrhaftig­keit erhält. Wir haben in unseren Reden im Reichstage niemals der Wehrlosigkeit des Reiches das Wort geredet, wir haben niemals die Dis­ziplin im Heere zu untergraben gesucht. Was wir getan haben und was wir auch heute nicht zu be­reuen haben, ist, daß wir gewisse Einrichtungen des alten Hauses bekämpft haben. Mit diesem Gesetz wick lwffenllich der Anfang zu straffer Einheit auf militärischem Gebiet gemacht. Es wäre eine verbreä>erisck>e Leichtfertigkeit, wenn die Regierung nicht darauf Bedacht nehmen würde, das von Bolschewisten bedrohte ostpreußische Ge­biet zu schützen. (Beifall.) Tie Stärke der Reick>s- wehr wird, wenn wir Glück haben, nicht ein* Drittel der alten Heeresstärke betragen. Soldaten­räte in einer derartigen freiwilligen Trrippe nach dem Schlagwort etwa: Alle politisch- Macht den Soldatenräten, würde bedeuten, die politische Macht in Teutschland einer Truppe auszuliefern, die sich dann leicht zu einer Prätorianergarde auf­werfen könnte. Es muß daraus geachtet werden, daß in diesen freiwilligen Verbanden ftrafje Manneszucht und tadellose Disziplin geübt wird. (Beifall.) Ich hoffe, daß das bloße Vorhandensein der Reichswehr schon derartig wir­ken wick, daß sie zu ernsten Kämpfen nicht Ver- loendung sinden wird. kBeifall.)

Abg. Aßmann .(Teutsche Volksp.): Wenn wir Ostpreußen nicht schützen, verlieren wir unser wichtigstes Ernährungsgebiet. ^Die Bolsck-ewistcn ijnbeit ein straff diszipliniertes Heer. Die Rang- nnd Gradabzeichen sind keine Schieiderftage, hier handelt es sich um tiefe Gemütswerte. (Sehr rick>- tig! rechts.) Es war eine Sck>ande, daß halbwüch­sige junge unreife Burschen, die memals den Ernst des Kampfes kennen gelernt hatten, den unbesiegt aus dem Fell>e heimkehrenden Offizieren die Achsel­stücke und Kokarden abrisfen. (Sehr richtig!) Tas mußte von diesen Männern aufpefafct werden wie eine Kapitulation vor dem Geist der Ausfchrei- tungen, mit dem ihnen die Heimat entgegentrat. Wir im Osten haben ganz andere Sorgen, bei uns geht es ums Leben. Die Polen haben eine Aus­hebung deutscher Bürger für das polnische Heer angoocknet. (Hört, hört!) Sie kehren sich einfach nicht an beit Waffenstillstand. Wir brauchen einen Heimatschutz

Damit schließt die allgemeine Aussprache. In der Einzelberatung spricht

Abg. Ritter von Langheinrich (Demsi für den Antrag der Mehrheitsparteien, wonach

besonders bewährten Unteroffizieren die Offrzrers- laufbafjn eröffnet werden Ml.

Abg. Dr. Cohn (Unabh. Soz.) befürwortet eine Reih- von Abänderungsanträgen.

Reichswehrminister Noske roenbet sich gegen diese Abänderungsanträge der unabhängigen -So­zialisten, die er bis auf denjenigen betreffend tne Eröffnung der Offizierslausbcchn auch für bte Mannsck-asten abzulehnen bittet. Die Besorgnis, daß viele Vertreter des alten Systems, ältere ver­knöcherte Offiziere, Iffnemkommen, sei unbegriurdet. Es seien bereits ältere Offiziere in großen Müssen verabschiedet worden.

Tie Abgg. Locke, Gröber irnb Gen. ändern ihren Antrag zu § 2 dahin ab, daß der letzte Satz nunmehr lautet:Offiziere und Unteroffi­ziere, die in die Reichswehr eintreten, sollen in erster Linie bei Uebernahme in die iufünftige Wehrmacht berückfichsigt werden."

Nachdem -noch Abg. Ve i d t (Deutschnat. Vp.) den Abänderungsanträgen Loebe u. Gen. zu § 2 lebhaft zugestimmt und der Anerkennung für die Leistungen der Offiziere Ausdruck gegeben hat, wird § 2 mit den Anträgen der Mehrheitsparteien unter Einfügung der Worte:und Mannschaften" bei der Eröffnung dec Offizierslaufbahn, aber ohne Anftechterhaltung des Wortesbesonders" an­genommen, § 2a abgelehnt. Der Rest des Ent­wurfes wurde nach den .Anträgen Loebe u. Gen. ohne Debatte erledigt.

Nächste Sitzung Dmmerstag 10 Uhr. Dritte Beratung des Reick)swehrgefctzes, kleinere Vvr- lagcn erste Lesung des Verfassungsentwurfes.

Schluß gegen 2 Uhr.

Das ReichscisenbahnprogramA.

Berlin, 25. Febr. (WTBsi Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Hoff, erklärte deut Direktor derDen sichen Allgemeinen Zeitung", S10 11 b e r g, auf die Frage, ob die Reichsver­fassung in dem bekanntgegebenar Entwurf zu Fort­schritten auf dem Gebiete des öffentlichen Ver­kehrswesens führen werde: Ich tann mit voller Ueberzeugung mft einem bestimmtenJa" ant­worten und ebenfo zuver icht.ich hi -ufügen, daß diese Fortschritte erheblich sein wecken. 'Der erste Fortschritt ist die ausdrückliche Erklärrmg im Art. 89, daß es die Aufgabe des Reiches ist, die den allgemeinen Verkehr dienenden Eisenbahnen in' seine Verwattung zu nehmen. Tas ist das von den weitesten Vvlkskreisen gewünschte Reichs­eisenbahnprogramm, dessen Durchführung die beutfdeg Republik in den Besitz aller Eisen­bahnen bringt. Die Durchführung des Rrichsrisen- bahnprogramms darf aber nicht ab calendas graeeas vertagt wecken. Durch Art. 97 wecken die Eisen- bahnverwaltunyen zur Einführung bedeutsamer rintdtlidNrr Ernrichtutrgen und Maßnahmen auf allen wickffigett Gebieten des Verkehrs, des Be­triebes. Baues, der Verwaltung verpflichtet. Zur Lösung von besonders schüvierigen Fragen, namentlich zur Vorbereitung und Einführung eines Z wei klassen sy stems im Personenverkehr sind Kommissionen eingesetzt. Die ins Auge ge­faßten Reformen schaffen eine breite Unterlage für längst angestrebte Verbesserungen, namentlich des Durchgangsverkehrs, aber auch für die 10 dringend notwendige Hebung bc5 _Wertseftnstser- gebnisses. Ter dritte Fortschritt ist die Einheit­lichkeit der Reick-saufficht über die Eisenbahnen, solange sie noch' nicht vom Reiche verwaltet «oeri

jetzt die plötzliche Verschiebung der Zusammenkunft auf den 4. März zu erfahren, nachdem dir Alli­ierten selbst mitgctrilt hätten, daß die Verbal­lungen am 24. Februar beginnen könnten. Die gesamten deutschen Kommissionen seien daraufhin am 23. Februar in Spaa ein getroffen.

Nudant crflärte, er bebauere die Verzöge­rung der Zusammenkunft, er fennc_ aber die Ur­sache nicht, abgesehen von dem erwähnten Punkte bezüglich der finanziellen Frage.

Der Vertreter der deutsck-en Regierung teilte im Anschluß hieran mit, daß ihm von städttschcn und Kreisbehörden des mederrhrinischen Kohlen­bezirks mehrere Telegramme zugegangen seien, die im engen Zusammenhang mit den leider ver­schobenen Verhandlungen ständen. Abgesehen von ihrer allgemeinen Bedeutung dürften sie auch die interalliierten Kommissionen interessieren wegen der Wichttgkeit, welche die K0hlen- und Koks­belieferung aus dem rheinisch-wesffälischen' Kohlenrevier für die besetzten Gebiete habe. Er verlas dann Auszüge aus Telegrammen. Es wird in ihnen übereinstimmend erklärt, daß die Le­bensmittelnot aufs höchste gestiegen, und daß der größte Tell der unterernährten Arbeiter am Ende seiner körperlichen Leistungsfähigkeit an­gekommen ist. Dauerstreiks und Hungerkrawallei seien überall zu befürchten, wenn nicht rasch und ausreichend Lebensmittel beschafft würden. Der Vertreter der deutschen Regierung bemerkte hierzu, er habe diese Telegramme Ickiglich zu dem Zweck verlesen, damit die interalliierten Kommissionen sähen, wie hoch die Ledensmtttelnot in Teutsch- land geftieaen sei, und zu welchen Zuständen sie führte. Dic innerpvlittsche Lage fei niemals so drohend gewesen wie jetzt. Nicht nur sim Ruhr-' gebiet, aus dem diese Telegramme stammen, fon-' dern auch in den Hauptstädten Süddeutschlands hätten die Extremen die Oberhand gewonnen ober- ständen im Begriffe, sie zu gewinnen. Die bol- schewistische Gefahr sei größer denn je. Die deutsche Regierung tue alles, um diese Gefahr zu bekämpfen. "jCbcr bjc einzigen dauernd wirk­samen Waffen seien Brot und Arbeit. Tie Lie­ferung dieser Waffen hänge allein von den alliier­ten und affoziierten Regierungen ab. Er hege die feste Ueberzeugung, daß die bevorstehenden, jetzt verzögerten Verhandlungen von den alliierten und assoziierten Regierungen in großzügiger Weise ge­leitet und nicht mit Bckingungcn verknüpft wür­den, dic Deutschland die Annahme unmöglich machen oder außerordentlich erschweren müßten.

Die Lcbensmittelverforguug Deutschland-,

Berlin, 25. Febr. Zu den englischen Meldun- gen, daß der Rat der Verbündeten für Lebens­mittelversorgung und Hilfeleistung 30000 Tonnen Speck und 5000 Tonnen kondensierte Milch nach Deutschland geschickt habe, erfährt dieDeutsche tzlll- gemeine Zeitung": (Es war ursprünglich beabsichtigt, diese Mengen aus englischen in Rotterdam lagernden Vorräten zu entnehmen. Inzwischen sind in Rotter­dam aus Amerika zwei Schiffe mit den obenerwähn­ten Mengen eingetroffen, die tatsächlich für Deutsch­land bestimmt waren. (Es sind Verhandlungen im Gange, diese Waren für die deutsche Bevölkerung sicher zu stellen. (Es besteht also mehr Aussicht auf baldige Zufuhr, als die erste Lieferung noch mit Gold oder Devisen bezahlt werden könnte.

Eine unverschämte Lüge desFigaro".

Berlin. 25. Febr. (WTB.) General van Winterfeldt Übermittelt uns mit der Bette um Verösfmtlichung nachstehende Erklärung: Der PariserFigaro" erdreistet sich in feiner Nummer vom 22. F-ebruar, feinen Lesern folgendeA nek- do te" mihutifdrcn: General von Wiuterfcckt legte bei Unterzrichnung des Masfensff'.lstauLsabkommens am 11. flLovember den französischen Orden der Ehrenlegion an, roeü er sich tn 'einem! beschränkten deutschen Horizont einbildete, er würde dadurch Eindruck auf Marschall Foch machen. Foch tabe aber Winterfeldt nur scharf angesehen und auf das Krril; deutend gesagt:Ich ermächtige Sie, es abzulegen."

Ich habe hierzu folgendes zu erklären: Wie: Marschall Foch mn besten wissen wick, ist an der Erzählung desFigaw" nicht ein wahres Wor t. Ms Privatmann würde ich es für unter meiner Würde gehalten haben, auf das erbarm- lidje Machwerk des großen ftanzösiscben Blattes auch nur ein Wort zu verschwenden. Da ich aber als bevollmächtigter Vertreter des deuffchen Heeres! über dm Waffenstillstand verhandelt habe, so bin ich es der deutsck)en Waffenehre schuldig, die Dar­stellung desFigaro" als das zu brandmarken, was sie ist, als feige und unverschämte Lüge. Sie ift ein Schulbeispiel für die niedrigen und gehässigen Mittel, Mit denen auch jetzt noch tnc jciublidje Propaganda arbeitet, wenn es gilt, deutsche Ehre zu besudeln und das Urteil der Weit zu vergiften."

König Viktor Emanuel ermordet?

Wien, 25. Febr. Wie das amllich« tfchecho-slowakische Pressebureau meldet, ver­öffentlicht eine in Marburg erscheinende flo- tvenische Zeitung die mit Vorsicht aufzu- nehmende Nachricht, daß König Viktor Ema­nuel von Italien ermordet worden sei. (Frkft. Ztg.)

Ludendorffs Rückkehr.

Berlin 25. Febr. General Ludendvrft hat den deutschen Gesandten in Stockholm um Uebermittlung des folgenden Schreibens an bert Präsidenten der Deutschen Republik, Herrn Ebert, gebeten:

Herr Präsident? Im November verließ ich Deutschland. Die Gründe sind Jhneit feit da­mals bekannt. Ich komme nicht wieder daraul zurück. In Ruhe, die mir die Heimat arid*

,-Teppic|,e 3Vnidpl° .Untere611 j.-jekeb®'1 ,Häubclien

.glt-idch60 ,Sch»he

Wien, 25. Fein. (WB.) Die Blätter schrei- .... anscheinend offiziös: Die Reise des Staats­sekretärs Bauer nach Weimar bedeutet den Be­ginn der faftifeben Anschlußverhandlungen Teutsck>- Oesterreichs mit dem Deutschen Reiche. Gedacht ist eine Teilung der Derhandlungsarbeit zwisclien

äm.uqmc dm Auzcrgc» f. die iagcsnummec bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbiudsichkett

Seilenprelse: für örtliche Anzciyen 25 Bf.,für auswärtig« 30 Pf^ für Reklamen Mk.l. - »lebst 20°/.Teue- rungszuscklag: Playvor- fditifi 20 % Au'schlag. Lauptschriitleiter: Ai^ig. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für txn übrigenxeil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzelgenteü: d. Beck; fämtllch in Giehen

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