schof tliche Bezugs
der Regierungssoldaten oder durch Schüsse 1504 740.— Mk. unterstützt, hiervon entfalten auf aus der Menge umkamen. Etwa gegen SV» Hinterbliebene von im Kriege Gefallenen in Stadt Uhr nachmittags mußten Regierungstruppen unb Kreis Ließen rund 25 000.-- Mk. Die Bei- °2f b-r.Kreuzung der 3n»alU. und Kn- »ÄMÄÄ SS
nenstraße ein sch reiten, weil abermals große
die die
und Absatzgen os- gegründet wurde. 3um h IV., als Rechner Lud-
Hamburg. 24. Juni. Im Laufe der heutigen Demonstrationen anläßlich der entsetzlichen Sülzeverfälschungen kam es heute abend auf dem Rat Hausmarkt leider zu Blutvergießen. Die angesammÄte Menge, die bt Herausgabe der amtlichen Lebens- mittelkontrollcure verlangte, versuchte, in
Die planmäßige Versenkung der deutschen Flotte.
Berlin, 24. Juni. (Wolff.) In hiesigen Marinekreisen wird wiederholt versichert, daß in Berlin von der Versenkung der deutschen Schiffe in Scapa Flow nichts bekannt gewesen sei. Die Versenkung ist toebetf auf ein^n kommunistischen Putsch zurückzu- führen, noch ist sie eine Tat der Verzweiflung. Sie konnte nur durchgeführt werden nach längerer genauester Vorbereitung und bei völligem Einvernehmen zwischen Mannschaften nnd Offizieren, da gleichzeitig mit der Versenkungsarbeit die Boote zur Rettung der"Be»- satzungen klar gemacht werden mußten. Es muß also ein vollständiger Plan vorgelegen haben. Es handelt sich offenbar um eine Tat aus dem Gefühl nationaler Würde .und militärischen Ehrgefühls heraus. Wenn sich unter den Mannschaften frühere Meuterer befunden haben, so ist ihr Einverständnis mit der Tat wohl dar-
Ans dem Reiche.
Die Ausschreitungen in Berlin.
Berlin, 24. Juni. (Wolff.) Zu den gestrigen Zusammenrottungen wegen der h o h e n O b st p r e i s e wird noch bekannt, daß dabei tzw ei Kinder um tarnen. Es ist noch nicht aufgeklärt« ob. die Kinder durch Schüsse
Nal 3wedie bei ^aft zur ft Wini im Hs littitoj )eil 2; 3.ntfreHe des ' 3nle*ten
aus zu erklären, daß sie darüber enttäuscht gewesen sind, daß von einer gehofften Ver?- Lrüderung mit der englischen Flotte usm nichts zu spüren war. Ein rechtlicher Grund für die Engländer, die Besatzung zu bestrcv- fen, liegt nicht vor.
Amsterdam. 24. Juni. (WTB.) Dem j,^LeIe,naas" zufolge meldet die „Times", daß Konteradmiral v. Reuter wegen Verletzung der Be- Rmun ungen dc> Waffenstillstandes betreffend die n1'.1!1'11 ?n. Schiffe vor ein Kriegs- Vs 1 ( ^lrd. Der Alliiertenrat in Paris
$25? "en aweJklllu dür den Prozeß festsetzen. Aus Steren Meldungen geht hervor, daß die Deut- te1Jytr„blc Bankung d-r Schiffe ben Auacn- Lü-k wahltm wo rare grob- Zahl bntitocr Kbck-gs> fdnffe zu Uebuugszw-ck-u in S-- gegangen war
Die „Basler Natron al zeituns" über» schreibt ihren Leitartikel: „Der Frieden, der es picht ist" und erklärt: An demselben Tage, da das Ultimatum der Sieger abläuft und Deutschland in die tiefste Demütigung einwilligt, die jemals einem lBolke zugemutet worden ist, an demselben Tage, der unsere heiligsten Wünscl>e profaniert, darf mir Sicherheit geweissagt werden, daß dieser Frieden, der es nickt ist, verschwirwen wird. Mit ihm svet- den nicht bloß seine Urheber verschwinden, die ja pickts besseres sind als Instrumente einer zum Tode verurteilten Vergangenheit, sondern auch alle diejenigen, die aus der größten Revolution der dnenschlick)en Geschichte, aus dem Weltkrieg ein Riesengeschäft des Nationalismus anachten. Sie werden so tief stürzen, wie das Deutschland vom 1. August 1914 in den Abgrund stürzte, der heute das Deutschland vom 23. Juni 1919 einschließt. Der Friede wird unterzeichnet werden. Dem Pariser Frieden gehört dieser Tag tund eine knappe Spanne Zeit. Dem wahren Frieden wird die kommende Welt gehören.
Auch die Tonart der übrigen Presse, soweit sie nicht, wie die „Gazette de Lausanne", den Deutschen den letzten Fußtritt gibt, ist überall nüchtern, nervös mib frei von .Ueberspannung. Am richtigsten trifft wohl das „Journal d e G e n e v e" den Ton der allgemeinen Stimmung, wenn cs sagt: Die Sonne fdyeint noch matt und bleibt von Wolken umhüllt. Aber schon kann es wieder regnen. Dieser Frieden hat nicksts mit dem Frieden zu tun, dan wir erhofft hatten. Er beseitigt die schwierigen früheren Gefahren, aber er schafft auch neue. Elsaß- Lothringen gehört nicht mehr Deutschland, aber Danzig den Polen. Die ^rredenta hat das Lager gewechselt. Deutschland wird sich mit diesem Frieden niemals einverstanden erklären, tund es bleibt das größte Unglück, den Friedensvertrag moralisch fehlerhaft durchgeführt zu haben.
Unterhalt, Uebernahme von Kliniks-, Arzt- und Kurkosten, Tilgung von für dringende Lebensbedürfnisse ausgelaufenen Schulden, Beschaffung von Kleidern. Kohlen, Holz usw.
bei Entlassung und Einstellung von Arbeitskräften, Pensionierung sämtlicher Beamten über 60 Jahren, beschleunigte Durchführung des Rätesystems bei der Eisenbahn nach den Frank- - furter Richtlinien und sofortige Einführung des gegangen war. s Achtstundentages für die Schrankenwärter.
' <t'a- 9 Der Streik umfaßt bereits 17 000 Eisenbahner,
geschlossen, daß der Streik, wenn l Beilegung des Ausstandes nicht kommt, weiteren Umfang annimmt. Die Eisen- bahnunterbcamten haben sich den Ausständigen an-
Letter, 24. | (Meute Kaslenme p arau geb. Brii «■antenen hc p-üsfrau 83 Jahi | * Eheleute Paus
Sus dm bei I ~ $ic5bab M Militärs! F-» den kisenbahr F*, 10 Pfund
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AwirftdieAu l "vsine, einer K* Einschränkung
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Line österreichische Note über den Völkerbund.
St. Germain, 24. Juni. (Wolff.) Staats- kanzler Renner überreichte namens der deutschösterreichischen Delegation dem Präsidenten der Friedenskonferenz eine Note über den Völkerbund, in der es heißt:
Daß der Friede uns den Eintritt in den Bölkerbuno verwehrt, enttäuscht uns tief, um so mehr, als die übrigen, aus den Trümmern der Monarchie entstandenen Staaten als ursprüngliche Mitglieder des Völkerbundes gelten. Es liegt nicht ber geringste Grund vor, warum Deutsch- Oesterreich in dieser Beziehung eine schlechtere Behandlung erfahren soll. Die deutsch- österreichische Republik erfüllte jederzeit gekvissen- haft ihre internationalen Verpflichtungen und erbrachte seit Monaten den unanfechtbaren Beweis, daß sie sich int Inneren mehr und schverer als einer der Nachbarstaaten um die Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung bemüht und sich ausschließlich von dem Geiste des Friedens und der Achtung der Völker leiten läßt. Es werden sich auch nach dem Friedensschluß Fragen ergeben, die mit der Liauidierung der Monarchie und der territorialen Gestaltung der Staaten zusammenhängen. Die Lösung dieser Probleme kann ohne die Mitwirkung des Völkerbundes nicht durchgeführt werden, da bei der bekannten Kriegslust einzelner dieser neuen Staaten, ohne eine derartige schiedsrichterliche Instanz nicht abzusehen wäre, wie der Krieg vermieden werden könnte. Deutsch-Oesterreich fordert angesichts seiner geringen Volkszahl, seiner ausgedehnten strategischen Grenzen und seiner vollständigen militärischen Abrüstung den besonderen Schutz des Völkerbundes und sieht es als Vorbedingung seiner Existenz an, daß feinem Wunsche nach sofortiger lÄufnohme m den Völkerbund stntwegcken werde. Tie Note lenkt weiter die Aufmerksamkeit auf die Anträge des Professors Lammasch zur Völker- öundssrage und wiederholt die dringende Bitte, Deutsch-Oesterreich gleichzeitig mit dem Friedens- schluß als gleichberechtigtes Mitglied in den Völkerbund aufzunehmen.
das Rathaus zu bringen. Der beigeeilte Verstärkungen der Sicherheitsmannschaften wurden angehalten und zu entwaffnen versucht. Daraufhin wurde scharf geschossen. Es gab eine Anzahl Tote u n7> Schwerverletzte. Die Menge zerstreute sich nun, sammelte sich aber daraus wieder und steckte die beiden Lastautomobile, mit denen die militärischen Verstärkungen herbeigeeilt waren, in Brand. Kurz daraus fingen Tumultuanten an, die Fenster des mit dem Rathaus in Verbindung stehenden. Börsengebäudes am Adolfsplatz zu zerschlagen.
Die Kommandantur meldet dazu folgendes: Aus die Meldung hin, daß heute nachmittag eine Anzahl von Demonstranten das Rathaus stürmen wollte, hatte die Kommandantur Truppen aus Bahrenfeld bis zur Kommandantur nach Altona herangezogen. Nachdem die Meldung gekommen war. cs sei wieder ruhig geworden, waren die Truppen nach Bahrenfeld zurückgcschickt worden. Nachdem die Ratl>auswack>e erneut um Verstärkung gebeten hatte und die Deputation mit der Verhandlung bereits begonnen hatte, die Entwaffnung der Volkswehr forderte, wurden die Bahrenfelder erneut herbeigeholt und der Kommandant fuhr mit ihnen persönlich zum Rathausplatz. Beim Marsch in das Rathaus wurde der Kommandant persönlich angegriffen. Er kam mit bet vorderen Gruppe in bas Rathaus, währenb die letzte Gruppe von einem Dausen von Demonstranten umzingelt wurde, der den Versuch machte, die Soldaten zu entroaffnen. Die Soldaten setzten sich zur Wehr. Hierbei hat es Verluste an Toten und 23ertounbeten auf Seiten der Demonstranten gegeben. Die Zahl ist noch nicht bekannt. Augenblicklich hat sich die Menge auf dem Rathausplatz zerstteut.
Ein Eisenbahnerausstand in Breslau.
Breslau, 24. Juni. (Wolff.) Die Eisenbahner von Breslau finb in den allgemeinen .Ausstand getreten. Der gesamte Verkehr ab Breslau ruht vollständig, jedoch treffen vereinzelte Züge hier noch ein. Der Streik soll in der Maßregelung mißliebiger Eisenbahnarbeiter serne Ursache haben.
Breslau, 24. Juni. Nach ben AbenbblLitern verlangen bie Eisenbahner neben der Erledigung verschiedener Personalfragen das M i t b e - stimmungs- und Kontrollrecht der Arbeiter in allen Dienststellen und Bureaus
** Regen. Man hatte es fast gar nicht mehr glauben wollen, daß es noch zu einem richtigen, durchbringenden Regen kommen würde. Wetterumschlag war gar manchmal schon angekündigt, aber er trat nie ein. Eine sehr lange Reihe heißer, ttockener Tage haben wir hinter uns, wolkenlose Tage, mit Sonnenbrand von früh bis abends und ohne den so bitter nötigen Regen, ausgenommen einige Spritzer, mit denen uns der launische Wettergott zum Narren zu halten schien. Gestern nachmittag wurde es ernst endlich; der Himmel hatte seine Schleusen zu einem richtiggehenden Landregen aus getan, der, nach einer mehrstündigen Unterbrechung am Abend, nachts seinen Fortgang nahm. Schon ein ungeübtes Auge vermochte heute früh beim Ggnge durch die Anlagen an Baum und Sttauch und an den noch gestern welk dahin- ttauernden Blättern die Wirkung des Regens zu erkennen. Alle Pflanzen grünen frisch auf. Der mit Wolken überzogene Himmel und die erhebliche Abkühlung lassen hoffen, daß die vorläufig abgerissenen Ziegenfäden sich bald wieder zu dem immer noch nicht genügend durchttänkten Erdreich harnieder- spinnen werden.
♦* Wem gehört bas Pferd? Am 23. Juni wurde auf dem Trieb em herrenloses Pferd eingefangen. Ter Eigentümer kann sich auf dem Polizeiamt, Zimmer 2, melden.
** Kaffee-Verteilung. Von Mittwoch ben 25. bis cinscksticUiÄ Montag den 30. ds. Mts. gelangt auf "den Bezugsabschnitt 2 der neuen Lebensmittelkarte Bohnenkaffee zur Ausgabe. Auf jeden Bezugsabschnitt entfällt Pfund zum Preise von 4 25 Mk. Gleichzeitig wird auf den Bemgs- abschmtt 3 der neuen Lebensmittelkarte eine Tafel Schovolade zum Preise von 3,90 Mk. verausgabt.
Landkreis Gießen.
** Großen-Linden, 24. Juni. Am Sonntag fand hier eine gutbesuchle Versammlung I der Landwirte faxtt, vr der eine landwirt-'
wig Pirr gewählt. Tie Genofsensckfast zählt bereite 44 Mitglieder und hat sich der LandwinschasUrchen Zentralgenossensckaft Darmstadt angeschloffen.
** Treis, 24. Juni. Auch hier har sich eine Ortsgruppe des „Einheitsverbaickes der Kriegsbeschädigten Deuts,chlands" bzw. de? „Freien hessiick^'n Landesverbands tiTiegöbefdjä- bigter und -Hinterbliebener" gebildet, der auf parteipolitisch und konfessionell ftreng neutraler Grünt», läge die Wahrung per wirtschaftlichen Interessen der Kriegsbeschädigten und ^Hinterbliebenen bezweckt. Tie Ortsgruppe zählt bereits etwa 40 Mitglieder aus Treislund den umliegenden Ortschaften. 1. Vorsitzender ist Lehrer Eberle, der auch Neuanmeldungen von Kriegsbeschädigten und -Hinler- Wiebenen entgegennimmt.
** Reiskirchen, 25. Juni. Am letzten Sonntag fand im Saale des Gasthauses ,^um Hirsch" eine stark besuchte Versammlung von Kriegsbeschädigten mrd Kriegslsinterblst- denen statt zur Gründung einer Ortsgruppe des veien hessischen Landesverbandes für Kriegsbe- chädigte unt> Hinterbliebene. Ter Redner Lehrrr Funk, Bieben, Kr. Alsfeld, Vorsitzender des reien hessischen Landesverbairdes für Kriegsbeschädigte und -Hinterbliebene. Ter Redner Lehrer der Kriegsinvaliden und wies darauf hin, befe nur ein enger Zusammenschluß der Beschädigten zu dem erwünschten Ziele führen könne. Es bildete sich dann hier auch eine Ortsgruppe von 44 Mitglieder. Tie ebenfalls erschienenen Agi- lationdrebner des Rerchsbundes mußten unverrichteter Sache wieder abziehen.
Kreis Schotten.
E. L a u b a ch, 24. Juni. Eine alte Bauernregel sagt: „Vor Johanni bitt’ um Regen, nach Johanni kommt er ungelegen" (ungebeten). Dies scheint sich auch in diesem Jahre zu be- Wahrheiten, benh wir haben bis jetzt noch keine» durchgreifenden Regen bekommen. Für das Heumachen ist ja solch schönes Wetter sehr erwünscht, denn was morgens gemäht wird, kann ost denselben Abend als gut zur Scheune gebracht werden. Aber für den Nachswuchs des Grases, dee zweiten Klees, für das Setzen der Hackfrüchte, für Kartoffeln, Gerste und Hafer, die sehr kurz bleiben werden, sieht es recht schlecht aus. Obgleich es oft trüb und wolkig ist und Gewitter in der Um« g egend nieder gehen, läßt bei uns der Regen auf sich juarten, so daß tägliches Gießen im Gatten erforderlich ist, um die Pflanzen vor dem Verdorren zu bewahren. Die Aussichten auf Obst find ebenfalls sehr gering, denn obgleich die Bäume teilweise gut geblüht haben und schöne Fruchtansätze zeigten, so fallen bei der andauernden Trockenheit die Fruchtansätze ab.
E Laubach, 24. Juni. Gestern mittag rückte die seit November v. I. hier liegende 3. Eskadron des Dragoner-Regiments Nr. 2 3, nachdem sie alle Depots im hiesigen Amtsgericht und Gymnasium zur Bahn verladen hatte, ab. El waren etwa 110 Dragoner, die teils nach Lauterbach uno teils nach Schotten verlegt wurden. Ob sie Dort verbleiben, ob sie loeiter verschoben oder wteber hierher zutückkommen, ist nicht bekannt Sie waren sich selbst darüber nicht klar. Es hieß, sie sollten nach Sachsen, um Dort Ruhe unb Ordnung herzustellen. Heute morgen ruckten wieder eine Anzahl freiwillige Dragoner, etwa 10 bü 20 Mann, hier ein und meldeten sich aus dar Bureau im hiesigen Amtsgericht.
Kreis Friedberg.
nt. Friedberg, 24. Juni. Berganga» Nackt wurde wiederum ein Einbruchsdieb- st ah l in dem Warenhaus der Geschwister May» begangen, bei dem dem Tiebe größere Poster Seidenwaren, insbesondere auch eine große Anzahl seidene Strümpfe und Glace-Hcmdjckwhe rr die Hände fielen. Er verpackte die Gegenstände in zwei große Handkoffer und entkam mit diesen in westlicher Richtung der Haingrabelistraßk, trotzdem er von einer Nachbarin des Warenhausbe- sitzers noch gesehen wurde, als er vom Hofe des. Warenhauses über eine Einfriedigung nach der Straße abftieg. Der Wert der gestohlenen Gegri- stände beträgt mehr als 10000 Mk.
Starkenburg und Rheinhessen.
Durch die in allen Teilen des Reiches sehr erheblichen Anforderungen an die National-Stif- lung ist bereits ein Drittel des gesamten Stif- tungskapitals aufgebraucht. Um auch weiterhin in Notfällen crusreichmd helfen zu können, hat der Laildesausschuß Hessen besckchossen, seine Beihilfen künftig auf besondere Notlagen zu beschränken, damit das Stiftungskapital nicht vor- seitig ganz aufgezehrt wird. Der Landesaussckmß glaubt um so eher von laufenden Teuc- rungs- und Rentenzulagen in der nächsten Zeit absehen zu können, als durch die Erhöhung sämtlicher Rentenbezüae ab 1. Juni 1919 eine wesentliche Besserung der Lage der Hinterbliebenen geschaffen ist. Außerdem ist die baldige Reform des Militärlstnterbliebencngesetzes in Aussicht gestellt. Die National-Stiftung sieht nach wie vor ihre erste Aufgabe darin, in Krankheitsundanderen Unglücks fällen ausreichende Hilfe yu bieten und namentlich durch Gewährung von Kuren erkrankte Mütter ihren Familien zu erhalten und kränklichen Kindern durch Solbadfflren usw. zur Gesundung zu verhelfen.
Weiterhin soll durch Schulgeldbeihilien für begabte Kinder deren Erziehung und Ansbildung, foivie auch die berufliche Ausbildung der Jugend gefördert werden, nöttgenfalls durch Heranziehung von Sondersttftungen.
Kriegselterngeldbezieher können nur in ganz besonderen durch völlige Erwerbsunfähigbeit unb Krankheit verursachten Nvffallen mäßige Beihilsvr erljalten, einen Ausgleich für die weggesallenen Familieimnterstützungeu und dcrgl. zu bieten ist uns leider nicht möglich.
liebt Zurückhaltung!
Aus Frankfurt wird uns geschrieben: Mit dem Eintritt des «Friedens locketten sich schon Montag abend die strengen Absperrungsmaßnahmen zwischen dem unbesetzten und besetzten Gebiet. Vielfach I)abeit die Franzosen die Sperrdrähte bereits selbst beseittgt. Olpre Ausweis gelang es heute manchem, nach den besetzten Otten Griesheim, Soffenheim usw. zu kommen, um dort Lebensrnittel ernzukauien. Ti^ französischen sLoldaten, heiter, oft angesäuselt, lassen passieren, wer Lust hat. Im loenigen Tagen wird eine starke Einfuhr von Lebensrnitteln ins unbesetzte Gebiet erusetzen. Im Mainz, Höchst und anderen Orten stehen endlose Autokolonnen, viele Eisenbahnnagen mit Lebensmitteln zum Wrollen nid> Frankfurt und darüber hinaus bereit, so daß mit einem wirklichen.Sinken der Preise in kurzer Zeit zu rechnen ist. Von fachmännislcher Seite wird darum dringend gcnxniil, bei der erstem uns überflutenden Lebensmittelwelle größte Zurück- [xtUung beim Einkauf zu üben, um das allerdringendste zu kaufen, oder, was am besten ist, in den ersten Tagen nichts zu kaufen. Wer überhastet ober gleich „cn igvos" einkaust, schadet feinem Geldbeutel und ärgert sich, wenn er wenige Tage später die gleichen Waren um die Hälfte billiger entlaufen kann. Was in diesen Tagen zu uns kommt, ist teuere Schieberware. Darum:
U-ebt Zurückhaltung!
Aus der Stadtverordnetenversammlung.
Stadtv. Prof. Michel, der feine beiden Aemter als Vorsitzender des Gießener Vereins unb des Gießener Kreisvereins der Deutschen demokrari- schcn Partei niederlegte, hat, wie wir erfahren, zugleich mit seinem Austritt aus dem erstgenannten Verein nun auch seinen Austritt aus der demokratischen Fraktion der Stadtverordnetenversammlung vollzogen unb sich der „Freien Vereinigung" angeschlos- fen. Damit ist in dem zahlenmäßigen Stärkeverhältnis der einzelnen Fraktionen eine wesentliche Verschiebung eingetreten. Die demokratische Fraktion, bie innerhalb kurzer Zeit von ihren 11 Mitgliedern 2 verloren hat, ist von der ersten Stelle, die sie einnahm, an die zweite gerückt, während bie „Freie Vereinigung" mit 10 Mitgliedern nunmehr bie erste Stelle emnimmt.
♦* Zu Mitgliedern der städtischen Fürsorge stelle her Kr i e g sbe sch ä d i g- t e n unb Kriegshinterbliebenen wurden berufen: Kaufmann Karl Baer, Stadtv. I. Weiß (U. S. P.), Stadtv. Fran Martin (U. S. P.) und Frau S ch w ö b e l.
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dz. Darmstadt, 25 Juni. Oskar vor Pander wurde als Nachfolger Ettch KleibrÄ als KapA'llmcister an das Landestbeater engagiert
oz. Offenbach, 25. Juni. Nach dem Jpmwfr Voranschlag der Stadtverwaltung sollen die Steu<v> fotze bedeutend erholst werden. Die zuhinsti.-N' Sätze betragen: für die Gemeinde-Cinkoa- m c n ft e u e r 252 Pf. auf je 1 Mark der ter Gemeindesteuer zugrunde liegenden fiaatlufen (ns' kommensteuer gegen 189°,o bisher); für b»e &i\ meinde-Vermögensfteuer 45,9 Pf. vm je 100 Mark der Steuerwerte vom Grundves» 0>rtreibel)emeb und Kapitalvermögen (gegen 34» Pf. bisher). Zur Beurteilung dieser Vorschläge ui noch zu ermelfen, daß im ganzen aus dem Au» gleich-sfonds 1300000 Mark enrnommen wert» müssim, um die Sätze nicht noch viel höher wer!» zu lassen.
Zusammenrottungen stattfanden. M-cm gab ans einem Maschinengewehr mehrere Schreckschüsse ab. Eine Kugel traf den in feiner Wohnung im, zweiten Stockwerk anwesenden 6Aährigen Arbeiter Oskar Ahrends und verletzte ihn am Halse. Dieselbe Kugel drang seiner neben ihm stehenden Schwiegertochtev in den Kopf und tötete sie sofort. Der Krimi ualwachtmeister Wanner wurde nachmit tags auf seinem Dienstgange vor dem Hause Jnvalidenstraße 138 durch eine johlende Menschenmenge ohne Ursache angefallen und mißhandelt. Man zerriß ihm die Kleidung und raubte ihm die goldene Uhr, sowie eine Brieftasche mit 370 Mark. Der Beamte tonnte sich nur mit Mühe in Sicherheit bringen. Die Täter sind geflüchtet. Ein Polizei- i Offizier konnte sich nur mit Hilfe von Mitgliedern der Einwohnerwehr in der Wache des 101. Polizeireviers in Sicherheit bringen, wo er den lOtob mit Unterstützung feiner Wachtmeister stundenlang mit der Pistole in der Hand zurückhielt, bis Militär zum Entsatz heranrückte. Starke Patrouillen der Einwohnerwehr von etwa je zwanzig Mann sicherten bis in die Nacht hinein die Straßen. Am Nachmittag raubten 200 Personen in einem Eiergeschäft in der Wittswckerstraße 25 Schock Eier und mehrere Kartons mit Seife und suchten dann das Weite. In der Bellermannstraße überfiel eine Rotte einen mit ausländischem Schweinefleisch beladenen Rollwagen und schleppten den getarnten Fleischvorrat fort. In der Prinzenallee und in der Badstraße wurden mehrere Eierwagen ansgeplündert.
Nach den bisherigen Meldungen beläuft sich die Zahl der Opfer auf fünf Tote, darunter zwei Männer und eine Frau, ein Schüler und eine Schülerin. Es gab acht Verletzte, darunter drei Frauen.
Vereitelter Spartakiste:umtsch in Düsseldorf.
T ü s s e l d o r f, 24. Juni. Der Eisenbahnverkehr von unb nach Tüsselborf ist vorläufig e i n g c st e l l t worben. Die Uttache ist der Versuch neuer spartakistischer Unruhen. Die Re- gienmgstruppen waren infolge Zuspitzung ber Be- satzüngssrage abgerückt, so daß lediglich ein gewisser Schutz durch Bürgerwehr vorhanden ist, wogegen die städtische Polizei säst vollständig versagt. Hierauf baute sich ein spartakistischer Heber» rurnvelungsplcm aus, ber inbessen einstweilen gescheitert ist.
Eine Revolte in Hamburg.
~ $ °5i s,24. Juni. (Wolff.) Havas. Dcr j
,nan|igcant veröffentlicht eine Depesche, > Es ist nicht ausge wonach die „B ab en 18 Stunden nach der! es zu einet raschen Versenkung der übrigen Schiffe in die Luft kommt, weiteren geflogen sei.
geschlossen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 25. Juni 1919.
National-Stiftung.
Ter Unterausschuß ber National-Stistung für den Kreis Gießen teilt mit:
AuS ber National-Stiftung wurden bis Mai 1919 in Hessen 3901 Familien mit insgesamt


