Erstes Blatt
<69. Jahrgang
Mittwoch, 25. Juni IW
lassen, ob er mit der Unterzeichnung des Ver^l vorigen Jahres und die nicht weniger unruhige träges beauftragt ist. Diese Aufgabe wird Periode des Koatllionskabinetts mit dem Zwei
frontenkrieg nach rechts und links burdrgcmadtt
bemann etwas zu, der im „Achttchrabend-
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erreicht zu haben Scheidemanns
Vie Wirkung des Friedens.
Scheidemann und Erzberger wollen nicht mehr in einer Reihe stehen. Auch das „Berliner Tageblatt", das wahrend des Krieges
LLtte, so sagt er, hatte er bei der letzten Ent- scheidung doch nicht anders handeln können. Scheidemann malt ein Bild der Zukunft grau in grau:
jeden: Landeskinde das Ertennungsmal auf die 6tmt geprägt sei: „dies ist ein Deutscher, also wenn Herr Scheidenrann aus-
übrigens diesem Beamten der Wilhelmsstraße nicht genehm sein, da er wie Graf Brockdocfs dec alten Schule angehürt. Gesandter von Haniel wurde am Montag ersucht, unverzüglich die einzelnen deutschen Bevollmächtigten und den Zeitpunkt ihrer Ankunft zu nennen. Ihre Vollmachten werden daun verifiziert und ihre Namen an den Koftf des Friedensvertrages gesetzt. Diese Formalitäten werden
,i Volk sei „von nun an das 'ür fremde Völker schaffen muß".
tritt Auch wenn er es nicht schon beim ersten Vertragsentwurf der Entente ausgesprochen
gsnntlelfälscht ttohndbung.) K grobe Menge 6 wti IM hei )tr von hui itet nmrbtn. 5 ibritaiten, mi 7ars ihn in 6 mich LchmmM 1TS neue sch», te dann in b
Die Aufnahme der FriedenSnachricht in London.
Amsterdam, 24. Juni. (Wolff.) Reuter meldet aus London: Die Nachricht, daß die
schließliÄ bliii rusener Seite"
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Der „Vorwärts", der unentwegte Begleiter Scheidemanns, urteilt etwas milder inti) hoffender als dieser, indem er schreibt: „Man 'bat uns vergewaltigt! Abmachungen, die auf Gewalt beruhen, haben aber nur solange Mtigkkit, als die Gewalt besteht. Wer dm Glauben hat, daß die Gewalt der im Größen- kckmsimi verstrickten Männer, die fick) jetzt in &ui§ blähen, für «alle Zeit sich aufrechllrhält, dm kann nt-ttn schwer in seiner Berz'weifluag trö. tfcn. W^r aber mit uns die feste Zuvettiwt batit
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Rund schart entgegen:
1 «Bam.ec jetzt aus eiu.üal, zur'Erkenntnis ge- kommen, in einer Polemik gegen die Politik der ■ Unabhängigen die Frage aufwirft, wie man V Don entschlossenen Gegnern erwarten könne, daß
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Friede ift geschlossen. Nun-wahrt und sichert den Frieden. Tas erste Erfordernis' ist: Vertragserfüllung! Jede Anftreligung muß an die 'Erfüllung dieses Vertrages' gesetzt werden. Soweit er ausführbar ist, muß geftihrt werden. Nimmer werden wir derer vcc-
" >E bis Uj ^len hätten, .'uh 'M Falles iniemierung m, tfl! vom angel« °uchteiln>ei! mit bet Abends nnn \ Honen sind M t traf denn ai L ~ .
tbantur bie 9?» blatt" noch einmal sein „Unannehmbar" der- i.besedt tv«! F “ ” ' nebn lurüdlebo b« Altrip, v l;oii,cher Trupp mtuellen roeitea hr abends zuck
(Ein Austns der Regierung an das deutsche Dolf!
Berlin, 24. Juni. (Wolff.) Die Reichsregierung hat mit der Zustimmung der Nationalversammlung erklärt, den Friedensvertvag zu unterschreiben, schwerster Herzens unter dem Druck der rücksichtslosesten Gewalt, nur in dem einen Gedanken, unserem wehelosen Volke neu-e Kriegsopfer und Hungerqualen zu ersparen. Der
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Keine Antwort auf die letzte deutsche Note.
Versailles, 24. Juni. (WTB.) Wie das „Echo" meldet, beschloß der Viererrat, die letzte d e u ts ch e N o t e, in der Deutschland die Bedingungen der Entente annimmt, nicht zu beantworten.
Clemenceau.
P a r i s, 24. Juni. (Wolff.) Havas. Nach dem „Echo de Paris" soll Clemenceau, der der Meinung ist, daß sein Werk vollendet ist, die Absicht geäußert haben, sich nach der U n t e r z e ichn u n g des Vertrages zurück- z u z i e h e n. „Echo de Paris" schließt daraus, oaß der Friedensvertrag durch Kammer und Senat Ende Juli ratifiziert sein wird.
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sie entgegnitommen, sobald man ihnen vo r- her sagt, ihre Bedingungen würden auf jeden Fall unterzeichnet, so sei Heer Scheidemann daraus hingewicsen, daß diese selbe Frage in der nationalen Presse im Verlaufe bet letzten vier Kriegsjahre tausendfach an ihn bei anderen Gelegenheiten gerichtet worden ist. Immer wieder ist die Guten tc durch die Scheide- mannsche Politik veranlaßt worden, Deutschland charser in die Zange zu nehmen, weil sie wußte, daß jede Verschärfung der Kriegführung gegen Deutschland durch Scheidemanu zu einem neuen Entmutigungsfeldzug benutzt wurde. Wenn Herr Schidemann feststellt, daß von jetzt
wohl einen Tag in Anspruch nehmen. Italien wird durch Sonnino, Jmperiali und C r e s h i vertreten sein. Man versick)crt, oaß, falls die Unterzeichnung noch Donnerstag erfolgt, der Minister des Auswärtigen, Littoni, Chef der neuen italienischen Delegation bei der Friedenskonferenz, Zeit haben wird, mit seinen Kollegen bei der Unterzeichnung des Vertrages zu erscheinen.
Der Vierercat diskutierte am Montag die Versenkung der deutschen Flotte in Scapa Flow. Maßnahmen wurden noch nicht beschlossen.
Die Schwei; und der Zriede.
Bern, 24. Juni. (Wolff.) In einer Unter* reduni mit dem Vertreter des W. T. B. äußert sich eine schwellerisckie Persönlichkeit in führender politischer Stellung über die Lage folgendermaßen:
Es ist Frieden und doch fein Frieden. In der Zukunft tft alles möglich, aber nichts ist sich.?. Man hegt Hoffnungen emb muß doch fürchten^ Schwierigkeiten überall, aber nirgends wirkliche Erleichterungen. Tie Zukunft bleibt mit der Vei> fangen beit belastet. Die Gewalt hat gesiegt. Der Gewalt bleiben wir unterworfen: Tas ist daS Bild der fogen(Hinten Friedensioelt.
Dieser Pessimismus kommt auch in der Oef- fentlichkell zum Ausdruck. Nach der Unterzeichnung liegt in dem ganzen öffentlichen Leben eine müde Resignation.
Tie „Gazette de Lausanne" sagt: Wir sind glücklich, daß der Krieg ein Ende hat. 9Lber welcher Weck/el seit sachB Monaten. Damals glaubte ganz Europa an einen gerechten, dauerhaften Frieden, der alle Völler gemeinsam nmsclstingen mürbe. Heute müssen wir uns damit begnügen, an einem zweifelhaften Frieden, wie nuan so sagt, uns er* freuen zu toiuien, an einem Frieden, der viel* leicht nickt einmal bis morgen dauert. Tenn diejenigen, die unterieidmen, erklären schpn jetzt, fie können ihn nicht erfüllen.
haben, zwingt uns jetzt die harte Faust der Sieger, unsere Wege zu trennen. Ich brauche nicht auszudrücken, wie nahe mir diese Trennung geht. Dagegen möchte ich nicht versäumen. Dir neben dem persönlichen Tank für die treue Genossenschaft dieser Zellen auch als Reichspräsident offiziell auf das Wärmste für alles zu danken, was Tu in diesen Jahren und besonders in der Zeit unserer gemeinsamen Regierungstäiigßeit für das Wohl des Vaterlandes geleistet 'hast. Ich 'wünsche Dir und uns allen, daß Tu in Deiner Eigenschaft als Parlamentarier und Führer der größten politischen Partei Deutschlands in Kraft und Gesundl-eit wirken möchtest an dem für mich und für alle, die unser Vaterland kennen, unzweifelhaften Aufschwung Teutschlands.
Eb«rt an da» LandeSjägerkorp».
Weimar, 24. Juni. Ter Reichspräsident empfing 'heute nad)mitlag auf dem Schloßhof das von General Märker geführte Landesjägerkorps. Nachdem der Reichspräsident die Truppen begrüßt hatte, hielt er folgende Ansprache:
Soldaten! Sie wissen, was sich gestern ereignet hat. Regierung und Volksvertretung sind vor eine furchtbar schicksalsschwere Entscheidung gestellt 'nrorb-en, die in der Geschichte beispiellos ist. Wir haben uns mit allen Mitteln und mit aller Kraft gewehrt, die uns nock) zu Gebote sta.iden, aber wir mußten schließlich der brutalen Gewalt der Uebcrmacht weichen. Zur aussichtsvollen Verteidigung gegen diese Gewalt, auch wenn wir sie gewollt hätten, fehlt uns die Kraft. Unser Volk ist zermürbt, darüber gibt es keinen Zweifel. Bei Ablehnung wäre nach dem, was uns über die Absidsten der rachsüchtigen Gegner bekannt geworden ist, mit der Verschärfung der Aushungerung, Verwüstung, wenn nicht mv völliger Vernichtung Teutschlands, zu rechnen gewesen. Selbft- zerfleischmig und Zerfall des Reiches igären sicher gefolgt. Tas aber durfte nicht fein! Unser Deutschland muß leben bleiben, auch nach dem Furchtbaren, das sich ereignet hat. Das war unser Gedanke, als 'wir nach schweren inneren Kämpfen und mit blutendem Herzen uns zu dem entsetz- lidjcn Ja entschlossen. Und dieser Gedanke muß auch Sie beseelen. Deutschland darf nicht zu Grunde gehen. Wir können und dürfen trotz all dem Entsetzlichen an Deutschlands' Zukunft nicht verzweifeln. Soldaten! Durch Dicnstberellschaft und Manneszucht unter ihren bewahrten Führern haben Sie bisher dafür gesorgt, daß Deutschland nicht in den Abgrund der Anarchie gestürzt worden ist. Ich danke dafür Führung und Mannschaft. Nun müssen Sie das Vaterland auch lvei- ter vor dem Abgrund bewahren. Jetzt in der schlimmsten Not dürfen wir nickst abspringen. Jetzt im größten Unglück unseres Vaterlandes gilt es, das Höchste zu leisten. Nur wenn wir uns selbst aufgeben, sind 'wir verloren! Deshalb heißt es, die Zähne zusammenbcißen und noch einmal alles und das Letzte einzusetzen für die Zukunft Deutschlands. Es ist uns nichts erspart geblieben. Dennoch müssen 'wir durch diesen Jammer hindurch und wir kommen durch, wenn wir nicht kleinmütig werden, 'wenn nnr das Vertrauen zu uns selbst nicht verlieren. So wollen wir uns gegenseitig geloben, ich für die Regierung und Sie für sich und Ihre Kameraden, unseren Platz nicht zu verlassen, sondern auszuhalten. Je größer die Not, desto größer die Pflicht. Aus Not und (Slenb müssen wir unser Vaterland retten, und zum Zeichen dessen, daß wir ausharren und nickst vertagen, 'wollen wir gemeinsam rufen: Unser geliebtes deutsches Vaterland lebe hoch!
Alle Anwesenden stimmten in den Hochruf als ein Treuegelöbnis ein. Mit dem Liede Deutschland über alles" fand der Empfang sein Ende.
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Ein Erfolg NoSketz.
Berlin, 24. Juni. (Amtlich.) Sämtliche höheren Truppenkommandeure und Regimentsführer der Reichswehr, die in Berlin und seiner weiteren Umgebung rt Garnison sind, folgten am Dienstag nachmittag einer Einladung des Reichswehr Ministers. In längeren Darlegungen gab Reichswehrminister Noske eine Uebersicht über die durch die aufgezwungene Unter» Zeichnung des Friedens entstandene politische Lage
des 3teidic§. Ein Teil der versammelten Offiziere gab seinem Schmerz darüber Ausdruck, daß mit dem Frieden auch die schändliehen Schmachparagraphen unterzeichnet wurden. Es gelang jedoch dem Reichswehrminister, sämtliche anwesende Offiziere oavon ?Ai überzeugen, das es mit oberste staatsbürgerliche Pflicht ist, über persönliche Bedenken hinweg dem schwergeprüften Vaterlanve weiter zu dienen, um es vor dem Chaos zu beivabren und an dem Wiederaufbau mitzuarbeiten. — Oberst v. Hanke betonte gegenüber einer in einem Berliner Blatt veröffentlichten Notiz, daß es ihm nicht eingefallen sei, in der Einsprache an sein Regiment zu Hano- lungen gegen die Regierung aufzuforvern, Ebenso ist es vollständig frei erfundenenes Gerücht, daß General v. L ü 11 w i tz mit verschiedenen führenden Politikern wegen Bildung eines neuen Kabinetts Fühlung genommen habe. Die Konferenz war eine Bertrauenskundgebung und ein voller Erfolg für den Reichswehr Minister. Danach sind alle Gerüchte übet eine angeblich drohende, den Bestand der Reichswehr gefährdende Zersplitterung gänzlich hinfällig.
goffen, denen die Abtretung droht. Sie sind Fleisch von unserem Fleisch Wir werden für sie ein» treten, wo tote können, wie für uns selbst. Aus dem Staatsverbcmde kömten sie gerissen werden, aber nickst ans unserem Herzen. Das zwrite Erfordernis ist: Arbeit! Die Lasten dieses Friedens können wir nur tragen, wenn kei ne Hand müßig ist. Für jede nichterfüllte Leistung kön- nen die Gegner mit Vormarsch, Besetzung oder Blockade antwrien. Wer arbeitet, verteidigt den heimischen Boden. Das dritte Erfordernis heißt: Pflichttreue! Wie wir trotz aller Gewiffeus- not auf dem Posten geblieben sind, so muß es jeder einzelne mackieit: der Soldat, und zwar Offiziere, Unteroffiziere uitd Mannschaften, der Beamte, jeder muß, um des Ganzen willen, seiner Pflicht treu bleiben, auch in diesen bösesten aller bösen Tage. Mau -puingt uns, Deutsche einem fremden Gerick>t auszuliefern. Wir haben uns bis zum äußersten dagegen gewehrt. Für die tiefe "Erbitterrmg unserer braven Truppen hadert wir volles Verständnis, aber wenn Offizier und Mann jetzt nickst noch fester für die innere Ordnung Eintreten helfen, so liefern wir nicht nur eilt paar Hunderte, sortdern Millionen unserer Landsleute aus, ttitd zwar der Okürpatiott, der Annexion, dem Terror. Teutsckstand muß lebensfähig bleiben. Ohite innere Ordnung Teilte Arbeit, ohne Arbeit Tente Vertragserfüllung, ohne Ver- /ragserfüllung .Tein Sricbe, sondern Wiederaus- fantnten des Krieges. Wenn wir nicht alle mit» helfen, ist die Unterschrift unter dem Vertrag wert- . los, daun kamt es keine Erleichterung, keine Revision und keilt sdstießliches Abtragen der ungeheuren Lasten geben. Was heute an Tagen versäumt wird, kann unsere Kinder Jahre der Ktiechtschaft kosten. Sckst>n heute müssen Volk und Regierung an die Arbcll gehen. Es darf keine Pause geben und keiner beiseite slel-en. Es gibt nur ein Weg aus der Finsternis dieses Vertvages: Erhaltung Volt Reich und Doll Aurch Einigkeit und Arbeit. Helft uns dazu, Mmmer und Fvauert!
Der Reichspräsident: Ebert.
Tie Reickssregierung: Bauer, Erzberger, Hermann Müller, Tr. David, Dr. Mayer, Wifsell, Robert Schmidt, N-oske, Giesberts, Tr. Bell, Schlicke.
Ebert an Scheidcmann.
Berlin, 24. Jnnr. Reichspräsident Ebert richtete an Schei de ma n n ein Sdweiben, in dem es ^heißt:
Lieber Scheidemann! Die durchs die Gewalt der Verhältnisse I>erbeigefübrtc Temissiou des Kabinetts hat unsere gemeinsame Arbeit an der Spitze des Reiches jäh unterbrochen. Nachdem wir Schulter an Schulter während des ganzen Krieges gegen irie Gewalttätigkeiten des alten Regimes bis zum eiü>lid?ai Emn gekämpft haben und die stürmischen Zellen der Nvvrmbertage des
Deutschen der Unterzeichnung zustimmten, lvurde in London ruhig aufgenonrnten. Es wurden keirteKundgebungen veranstaltet wie beim Waffenstillstand.
Französische Stimmen.
V e r s a i l l e s, 24. Juni. „O e u v re" schreibt: Wenn wir in der Lage sind, zu verstehen, daß der „Sieg" keine Treibjagd und der Fried' nicht Rache ist, so besitzen wir genug großzügigen und freien französisckieu Geist, um zu erkennen, daß das einzige Ende des Rechtskrieges darin besteht, bi«* Hertschad des Rechts zu erridjten und zu sichern., Darm können wir wahrhaft hoffen, daß eine neue! 'Zeit beginnt.
„Humanit 6" freut sich für die Menschheit, für Fr ankreich und das deutsche Doll. „Tas Blutbaist ist zu Ende. Aber an diesem feierlichen Tage würden wir gegen unsere Pflicht als Sozialisten und Republikaner verstoßen, wenn wir nicht laut bekennten, daß wir die Bedingungen dieses 2,-neben? mit allen unseren Kräften zurückweisen, weil.si* ungerecht sind und den Jllleresseit Frankreichs zuwiderlaufen. Dieser gehässige und .ungeschickte Friede ist nicht der Frted« • des französischen Volkes und feinet Soldaten. Unsere sozialistische Partei wird dies laut sagen und ihre Verantwortlichkeit gegen übet der Geschichte ablehnen. Angesichts der Entwicke« lnng der sozialistischen Welt und indem wir alle in Revolution befindlichen Völker als Sengen auf rufen, sind wir berechtigt, .zu sagen, daß diese feierliche Erilärung^der sozialistischen Partei der Wert einer Handlung haben wird, bereit wieder«, gutmachende Folgen sich in baldiger Zukunft werden enttvickeln können.
Die Wiener Presie und der Friede.
Wien, 23. Juni. (WTB.) Die Blatter begrüßen ben Beschluß der Deutschen Nationalk sammlung betreffs-_ uer Unterzeickmultg des Fne- densvertrages, so schmerzlick-j amll der Augenblick gewesen sein mag. Sie bezeichnen die Selbstversenkung der deutschen Flotte als ein Symbsch, daß das deutsche Boll gebeugt, aber nicht zerbwHenj ist. Tie „Neue Freie Presse" bezeichsiet den heroischen Beschluß der Mehrheit in der Wei-, marer Nattonalversammlung zugleich als den Anfang der "Erhebung Deutschlands. Deutsck^and geht schwerverletzt aus dem Kriege hervor, aber es wird arbeiten und in Deutsch-Oesterreich, welches von. dem Glauben an die Wiener Hebung Deutsckstandsk durchdrungen ist und in diesem Vertrauen auch btt: Möglichkeit der eigenen Errettung sieht^ dent treuesten Freund in der Not finden. Der Frtede ift auickj für Deutsch-Oesterreich der Ruf yrc Arbeit, Sammlung und Ordnung. Die ,,N e i chs p o st" betont ebenso wie die „Neue Freie Presse", daß die Entscheidung des Deutschen Reichs natürlich nudji für Deutsch-Oesterreich mitbestimmend ist. Der „Neue Tag" sagt, der gleiche Geist, der die deutsche Natiotlalverckammlttug davon abhielt, das Staatssck/iff zu versenken, lsteß die Seeleute Deut sch- laitds die Flotte vernichten. Teutschland wird uid/t untergehen! Tie „Zeit" glaubt, man könne in der Ueberzeugung eine Beruhigung finden, daß die . Weltgeschichte auch heute nicht mehr ausschließlich am grünen Tisck)i gemach werden kann, daß es geschichtlich,^ notwendige Entwicklintgen gibt, die die schönsten und ausgeMgelsten Traktate über den Haufen werfen können. Darum dürfe man den Beschluß der Nationalversammlimg begiüfjeru, Wenn es auch ein fck/lochs.er Friede ist, so ist es aber schlieÄich der Friede. Tas „Nene Wien er Tageblatt" sagt, neue Weltaspekte öffnen stch, und die netten Tendetrzetr in der internatioiralciA Politik werben dem in dem Kriege isolierten beut-i scheu Volke neue Wege zum Wiederaufstiege ebnen. Tie „Arbeiterzeitung" sagt, die Frage, btc sich nach dem Beschluß der-Weimarer Nationalversammlung mit Dangen in allen Herzen erhebt, rst wahrlich nickft die nach Erklärungen und P^o- gi'ammew, sondern die« brutale und einfäUtge Fragc^ ob das deutsckie Voll unter dem Jvd^ dupes ?yne» dens fein wirtschaftliches und polillschps Leben! überhaupt wird forisetzen köimen. ^av Blatt bezeichnet die Versenkung der deutschen Flotts als lautesten, machtvvllfleit und wllksamsten ProiesL der gegen die Grausamkeit des Frteocnsvectragesk hätte erhoben werden können.
„Das Elend dauert für unser Volk fort und die eigentliche Sllavenarbeit, zu der uns der Vertrag verpflichtet, nimmt erst ihren Anfang. Aus dieser Sklavenarbeit für fremde Völker werden imseve Kinder und Kindeskinder nicht lMauskom- mtn, wenn die geeinigte internationale Arbeiterschaft den Schandvertrag nicht in Fetzen reißt. Freilich wird bie Arbellerinternatio- „alc nicht helfen können, solange bie Arbeiterparteien der einzelnen Länder sich gegenseitig zer- ileischen, solange die Männer 'und Frauen um paase und Cohn in meinen Freunden und mir nur Verräter am Sozialismus und Knechte
mit den Beiden so oft und f-o alarmierend zum Rückzug geblasen hatte, spendet sich heute von dem neugebackenen Finanzminister des Reiches ab. Werden die Leser dieses Blattes nicht <ni ihm irre werden? Hören wir zunächst tent „verflossenen" MinisterpräsidentenSchei-
verkaufe"- '!
m. HS
D« Gietzever Jnjetget «scheint täglich, außer €»nn- und Feiertags.
Vezvgrpreir:
m»mlll.Mk.1L5.oiertel- tährtich Mk. 4.05; durch Jbtjolc- tu Zweigstellen numatl. Mk. 1.25. durch tzte Post Mk. 4.05 viertel» tzchri. aus|d)L Bestellg. [temir ech - Anscblüfle: fcr bicedniftlcitunflU2 1er1ag,GefchätwsteUe51 Luschritt für Drabtnach- ckhtem Anzeiger Sietze» poftschecktonto:
a. M. H686
v 8erbien ft. Ihm und Herrn Erzberger gebührt die -eSäubebM^ galme gereicht zu werden."
beS Mckitarismus sehen und solange Haase und Kohn von den Kommunisten lieblos als Spieß- bürget der Revolution und Verräter des Prole- ™.Lw“_£ tariats, als schlotternde Gestalten charakterisiert - tütrben, — solange derartige Zustäirde bestehen,
ist von einem erfolgreichen Eingreifen der sozia- listisck"^' Internationale zugunsten unseres armen .. Or, alten Volkes nichts zu erwarten."
Nachä<fi'«i" bjj Welch eine Wandlung bei diesem ausge-
sprochenen Parteipolitiker! Dom Schiffbruch ircheiue Faiel»- feiner Revolutionspvlittk rettet er sich aus Ter AM- eine Planke nationaler Rechtfertigung. Nicht
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