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fc. Wie artet «S rn ©tarfaümrg? »giteu -srisch geschah dort sehr wenig. Ich selber konnte in* ein mal frort sprechen Stimmzettel meiner $urtd Finb in etwa btt Hälfte der Orte frort nicht erlangt. Dazu massenhaft verbreitete Stimmzettel vm bem Namen Feroina.rd Weber statt Werner, die zweifellos die Wähler irreführten.
An zahlreichen Olten kamen die Stimmittel Itt spat Sa erklärt sich ©tartenburg, das übrtaeus schon 1912 bni Sozialdemokraten in den Reichstag sandle An Vorarbeit unfr Ora-inisation stand es weit hrnber Ober Hessen zurück. Ein erheblicher Teil der Provinz Starkenburg fiel noch dazu in das besetzte (lebtet.
Trotzall.dem: wo gearbeitet wurde, zetttgle cd giften Erfolg. So in Offenbach, wo 1912 nur 74 Stimmen, drcs.nal über 1700 für uns fielen. Aehickich in Darmstadt, Eberstadt, Traisa, Obcr- unb Nn-der-Ramsladt, Buchschlag In dem kleinen Nondhei-n (Südwestecke von S'arkenburg^ erhielt unsere Vv'te aus Anhieb 189 Stimmen.
3 Und Rheinhessen? Ja, hier war für imi die Welt zu. Einen Passierschein dorthin erhielt ich bis zur Stunde nicht. Agitatorisch konnte dort nichts geicbeben. I st da s überhaupt eine freie Wahl z u nennen? Dabei war von Parteiorganisation unsererseits dort kaum etwas vorhrnden. Dos Zentrum, die Nattonallibera'en, die S.iz aldcmolralcn, die Denroklaten htt/en frort aks all eingesessene Parteien von vornherein einen un- ^uren Ätorsprung. Dazu die Sttmmenwucbt der Städte Maiwi und Worms. Zieht man die Wahier-bnisfe Ntk-rnhessens bei allen Parteien ab, jo ergibt s i ch ein ganz anderes Bild. Wti ärgeren Worten.: bei der Mög'ichb it, bte Agi- terton mibehindert und länger durchführen zu toiuien, hätten nir in Starkenburg und Rhein- bessen im Berhältn s ebe iso gut abqeschnitten wie in Ober Hessen. Deshalb ha beit die Gegner weder Anlaß »um Jubel, noch die freunde zur Trauer. Noch lebt die alte Treue, noch der alte Kampfes- mut. Dr. Ferdinand Werner.
Aus Statt und Land.
Giessen, den 25.Januar 1919.
Die Wohl zur k-essifchen Volke kammer.
Die Wahl erfolgt wie die Wahl zur National» •erfammlung nach dem System der Verhältnis- vnd Listenwahl. Vie Listen sind gebunden, d. h. es darf an den Listen nichts geändert werden, andernfalls der Stimmzettel ungültig ist (vgL Gießener Anzeiger vom 9. Jan. L I.). Das ganze Groß- Herzogtum bildet einen Wahlbezirk, in dem 70 Ab- Seorbnete zu wählen sind. Jeder Wähler gibt also urch Abgabe seines Stimmzettels 70 Kandidaten feine Stimme. Es ist für die Wahl zur Hessischen Volkskammer nicht nötig, daß dis Namen der 70 Kandidaten auf dem Stimmzeitei stehen, es ist auch möglich, daß statt der Namen die Stimmzettel nur ein Kennwort tragen. Vas ist für die Wahl am 28. Januar der Fall. Die Stimmzettel tragen nur bte Bezeichnung der Parteien und den Namen des ersten Kandidaten. Ium Beispiel lauten die Stimm» zette! der Deut chen Volkspartei nur:
Deutsche Dolkspartei früher Nationalliberale Partei) besinnend mit dem Namen:
WSnzer, Rudolf, Dberflaatsanroalt, Darmstadt. Wahlberechtigt sind Männer und Frauen nach vollendetem 20. Lebensjahr, die in Hessen wohnen und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Hessische Staatsanaehörlgkeit ist nicht erforderlich, auch nicht eine gewisse Dauer des Wohnsitzes oder der Nachweis einer Steuerleistung. Zu erwähnen wäre noch, bah auch Deutsch Oesterreicher auf Grund einer Kon» svlarbescheinigung über ihre Ltaatsangehörigkett wählen dürfen.
**DasEraebnis wirb zur Ersparung von Licht in den Wahllokalen erst am Montag vormittag fvstgestrllt. — Es ist vielleicht ratsam, darauf hin- zuweilen, daß der Zentralrat der deutschen sozia- ttstischen Partei erläßt folgende Kundgebung: „An alle Ä- und S.-Räte! Von verschiedenen Seiten werden Klagen über eine einseitige Benutzung militärischer Kraftfahrsjeuge für Wahlzwecke erhoben. Der Zentralrat der deutichen sozialiüisck)en Republik ersucht alle A.- und S.-Rate auf das dringendste, dafür tu sorgen, daß staatliche Kraftfahrzeuge keiner Partei für die Wahlzwecke zur Verfügung gestellt werden." — An die Arbeiter- und Soldatenräte in Lllenstein und Erfurt erging folgendes Telegramm: „Nach hierher übermittelten Nachrichien werden die Wahlvorbereitungen dort schwer gestört. Der Zcn- tralrat ersucht bringenbjt für den Schutz des Wahl- vechts mit allen Mitteln einzustehen."
Der Kullurfptegel.
Bei der gestrigen Zusammenstellung von Ausschnitten aus dem ©taube der neuen Kultur lag der Nedaktion ein besonder» er- schreckende» Beispiel, daS in einer Anzeige der gleichen Nummer sich bietet, leider nicht vor. Da eS manchem Leser entgangen sein dürfte, geben wir die betreffende Anzeige znr Bervostständigung an dieser Stelle nochmal» wieder.
IOC Mk. Belohnung!
Montag abend zwischen 6 und 7 Uhr drangen 8 mit Revolver bewaffnete Soldaten in meiner Ad» Wesenheit in meine Wohnung und nahmen zirka 16000 Zigaretten im Werte von 140C Mark mit. Die Zigaretten waren zirka 10000 Stück „Türken" mit tzohlmundstück in roten Kartons in 20-Stüdt» Packung, 100C Stück „Salmi" mit Hohlmundstück, 3000 Stück „Bosporus", 1900 „ßohengrin".
Da ich annehme, daß die Diebe versuchen, die Zigaretten in Wirlichaften abzusetzen, bitte ich, in folchen Füller mich sofort zu benachricht gen.
Wilhelm Drück, Schottstraßr 15.
Heute enthält der Nnieigentktt des „Gießener Anzeigers" eine Bekanntmachung des hiesigen Bezirkskommandeurs, die ebenfalls ihr bezeichnendes Streiflicht wirft. Demnach hat ein Teil der aus dem Feld^ zurückge- tehrten und inzivischer entlassenen Mannschaften der ilrofifabrtnipper der Heeres- »erwaltune gehörige Pelze unt Lederanzüqe
beim Eintreffen tn der Hetmai nrchl wteder abgegeben.
kebenßmittel.
•* Kerzenverteilung. Montag den 27. d. M. frommen in den Bezirken oor».ittags 8*/,-12 Uhr Marken für Kerzen zur Verteilung. Die Kerzen frommen ab Montag den 27. d. M. bei den bekannten Geschäften zum Verkauf; das Stück kostet 30 Pf. Siehe Bekanntmachung.
•• Freibank Montag, 27. Januar, werden von 12-4 Uhr die Nrn. 1-300 beliefert.
Gegen die Banknolenhamster.
In der Zeit der Uebergangswirtschaft, in welcher wir uns jetzt befinden, muß jedermann besonders darauf bedacht fein, feine Handlungen in Einklang mit dem Allgemeinwohl zu bringen; denn es liegt im Interesse eines jeden, daß wir sobald als möglich nicht nur politisch, «andern auch wirtschaftlich in geordnete Bahnen einlenfeen!
Wirtschaft» feindlich sind aber die Begebungen und Gewohnheiten, Bargeld in einem größeren Um« ange zurückzuhalten, als für die Bestreitung der kleineren Lebensbedürfnisse unbedingt notwendig ist.
Es gibt überhaupt k inen triftigen Grund, der emanben dazu veranlassen könnte, bares Geld zu versteck n. Wer sein Geld von der Bank ober Sparkasse abholt, seine Weltpapierbestände ober sonstigen Vermögenswerte „versilbert", macht einen schlechten Tausch; denn er tauscht zinsbringende Werte gegen zin lose ein, ohne zudem an Sicherheit zu gewinnen, ja er seht sich sogar der Gefahr von Verlusten aus.
Obendrein schad gt er die Gesamtheit; beim er trägt durch seine Handlungsweise zur Vermehrung des Notenumlaufs bei, fördert somit eine weitere Entwertung des Geldes und verzögert den erwarteten Büdigang der Preise. Die (Entwertung des Geldes verschlechtert aber auch unsere Valuta und verhindert somit die unbeschränkte Wiederaufnahme des Außenhandels.
Wem also das Wohl der deutschen Vosttsrepublifr am Herzen liegt, der helfe mit, die Banknotenhamsterei zu bekämpfen und der bargeldlosen Zahlung durch Ueberweisung ober Scheck Eingang zu verschaffen! Regeln für den Verkehr auf der Post.
Der Mangel an geschulten Beamten erheischt, den Postschakterbienst nicht selten von fachlich nicht oorgeb'lbeten Personen wahrnehmen zu lassen. Baten ländische Pflicht ist es, die glatte und rasche Abwicklung bes SchalterverKehrs zu erleichtern. Dazu trägt viel bei, wenn nachstehende Regeln beachtet werben. 1. Fertige Aufschriften, Telegramme u’w. recht beutllch aus. 2. Wähle für deine Postgeschäfte möglichst nicht die Haupt verfrehrsstunden. 3. Tritt an den richtigen, durch Inschriften bezeichneten Schalteroonrechtsheran. 4. Kaufe Marken, Postkarten uiw. nicht in einzelnen Stücken, sondern in Deinem Verbrauch angemessenen Mengen, nament- lich auch in Marfrenheftchen oder Kartenblöcken. Für kleinen Bedarf bediene Dich der Postwertzeichengeber. 5. Klebe auf alle freiznmachenden Sendungen die Marken vorher auf, auch auf Postanweisungen. 6. Halte das Geld abgezählt bereit. Uebergib größere Mengen Pa piergeld stets geordnet. Lege bei gleichzeitiger (Ein- ober Auszahlung von drei und mehr Postanweisungs- und Iahlkartenbeträgen sowie beim (Einkauf von drei ober mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen im Betrage von mehr als 5 Mk eine aufgerechnete Zusammenstellung der zu zahlenden Beträge vor. 7. Vermeide unnötige Fragen an die Beamten; belehre weniger gewandte Per- sonen und hilf ihnen. 8 Lege gewöhnliche Briefsendung en in Brief haften, Briefs, ndungen in größerer Zahl gib geordnet am Schalter ab. 9. Fördere den bargeldlosen Zahlungsausgleich durch Anschluß an den Postscheck» und Bankoerkehr 10. Benutze bei eigenem itärkeren Verkehr bi e be- sonberen Einrichtungen (Posleinlieferungs-Vüchera unb Verzeicknisse, Selbstvorbereitung von Paketen unb Einschreibbriefen).
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*• Amtliche Personalnachrichten. Dem Pfarrasfistenten Gustav Storck, früher an der Mar. tinsgemeinbe zu Darmftabt, zuletzt Feldgeistlicher, würbe am 17. Januar bie zweite evangelische Psarr» stelle zu Langen übertragen. - Uebertragen wurde am 17. Januar bem Lehrer Ludwig A h 1 zu Gadern» heim eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Bicken- buch, Kreis Bensheim, mit Wirkung vom 16. Januar 1919 ab. - Der Revisor bei dem Katasteramt Rechnungsrat Friedrich Schömer in Darmstadt ist auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner em Staate geleisteten Dienste in den Ruhestand ver e jt worden. - Am 9. d. M. wurde der Katastergeometer Rechnungsrat Johannes Caubner in Friedberg auf sein Nachsuchen unter Anerkennung feiner bem Staate geleisteten Dienste in ben Ruhestanb verseht. - In den Ruhestand verseht wurde am 16. Januar der Lehrer an der Volksschule zu Zell im Kreise Bensheim Karl Schuchma n n auf fein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste vom 1. Februar 1919 ob. - (Ernannt wurde am 20. Januar 1919 der Diplom-Ingenieur Leopold Hainz aus Dietesheim mit Wirkung vom 1. Fe- bruar 1919 an zum Hauptlehrer an der Landes- Baugewerkschule zu Darmstadt.
•• Aus dem Militärwochenblatt. Der Ab- schieb mit der gesetzlichen Pension bewilligt: dem Hauptmann Kramer der Rcs. des Inf.-Regts 116 (Gießen, früher Hersfeld), j.ht beim 1. Ers.-Ball. d. R, mit der (Erlaubnis zum Tragen der Uniform der Res -Offiziere des gen. Regts.
♦♦TIusbemStabttfyeaterbureau. Von Montag ab beginnen sämtliche Vorsteb lungen, auch bie Opernvorstellung, um 6 Uhr.
•• Oberhessischer Kunftverein. Die Gemälde» Ausstellung ist von morgen Sonntag von 11 bis 3 und am Mittwoch und Freitag von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Die Ausstellung weist Arbeiten von Pros. PH Frank, R. Nitsch-Berlin, Prof. Holz, A. Herzog, (Eugenie von Schacki), Dora Bromberger, Elisabeth Beyer-Witting München, Prof Morgenstern-Frank, furt, Toni Veith»Fritzel und Carl Fries-Gießen auf.
•• Militärkonzert. Sonntag, den 26. Jan., oorrn. 11 Uhr, findet bei guter Witterung in der Süd-A, läge ein Konzert der Regimentsmusik des Infanterie.Regiments Nr. 116 mit folgender Spielfolge statt: Quintett aus der Oper „Die Meister- finger von Nürnberg" von' R. Wagner; Ouvertüre zur Oper „Die weiße Dame* von Fr A Boieldieu;
xgemen aus dem Mufikdrama „Die Walküre* von R. Wagner; Künstlerleben, Walzer von Johs. Strauß; Oberst-Ley-Marsch von O Neuberl. - En Militär» St reich-Konzert, ausgefühtt von der Regiments- mufifr des 116. Inf.»Rgts., findet am Sonntag nach mittag 4 Uhr auf der Liedigshöhe statt.
*• Deutsche demokratische Partei. Die für heute abend im „Fürstenhof* anberaumte Versammlung beginnt schon um 7 Uhr.
•» Das Opfer der Neujahrsnacht. Zu un- ferer Notiz vom Donnerstag teilt uns der Schlosser Dfaffenberg mit, daß er dem verletzten Sch, tz» mann zur Wache geholfen habe, als Täter aber nicht in Frage komme. Eine Klarstellung des Sachverhal- tes wird die gerichtliche Verhandlung ergeben.
* Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34, ist täglich bis auf weiteres bis 9 Uhr abends geöffnet. Die Direktion bittet daher nach Möglichkeit die Nachmittags-Vorstellung besuchen zu wollen. Beginn der lehten Vorstellung ist 77, Uhr.
•• Schwarz» Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81. Ab heute bis einjchl. Montag, 27. Januar, gelangten der Film „Gefallene Blüten*, ein Frauenschicksal, zur Aufführung und das Drama „Die ßiebc zur Scholle*.
Krns Lauterbach.
e Hochwaldhausen. 24. Jan. Der Be» gründer des Luftkurorts Lochwaldhausen J.Be r- l i 11 regt die Besiedelung des von ihm kostenlos zur Verfügung gestellten hiesigen Grund und Bo dens in einem Flächenraum von 100 OOO Quadratbieter als Siedlung für heimgekehrte Kriegsteilnehmer an. Es sind danach 36 Ansiedlungen mit einem Grundstücke von je einem Morgen (2500 Quadratmeters Größe vorgesehen. Vorgeschlagen wird die Errichtung von Klein Häusern, die neben den nötigen Räumen für je zwei Betten zur Aufnahme von Kurgästen ent- die Familie des Siedlers noch vier Zimmer mit halten, so daß also fradurch 288 Gastbetten zur Verfügung ständen. Jeder Siedler köintte bei voller Vermietung mährend rund 100 Tagen bei einem reinen Nutzen von nur 2Mk. pro Tag und Ärtr- gast einen Uebcrschuß von rund 1600 Mk. erzielen. Die Bau- und Einrichttingskosten sollen nach vorliegenden Plänen für das Daus etwa 15 000 Mk. betragen, deren Perzinsung bei staatlicher Mithilfe oder solcher des Vereins für Kriegerheimstätten unter Inanspruchnahme von 3 Prozent durch den Siedler jährlich 450 Mk. erfordern. Bon der Gemeinde ist in Aussicht gestellt, daß jedem Ansiedler noch ein Morgen Land in Erbpacht gepocht gegeben werden soll, so daß er seinen ganzen Bedarf an Speise- und Futterkartoffeln selbst zu bauen vermag. Der Rest von 10 OOO Quadratmetern soll für Gemeindezwecke iSchulhaus, Badeanstalt, Gemeinschaftslxms mit Wirtschaftsbett ieb usw.) verwandt twrben. — Bei der Beliebtheit, deren unser Vogelsberg seit etwa einem Jahrzehnt sich bet allen Erholungsuche,rden infolge sei ter urwüchsigen Schönheit als Sommeraufestthalt erfreut, verdient der Verlittsche Plan aus jeden Fall vollste Beachtung.
Kreis Friedberg.
□ Friedberg, 24. Jan. Eine amtliche Konferenz der Lehrer des Bezirks Friedberg-Bad-Nan» heim fand heute in der hiesigen Musterschule statt. Der Vorsitzende, Schulrat Süß-Friedberg, begrüßte die aus dem Felde zurückgekehrten Lehrer und ehrte das Gedächtnis der 38 fürs Vaterland gestorbenen Lehrer des Kreises Friedberg in warmen und herzlichen Worten. Als Hauptpunkt stand auf der Tagesordnung ein Vortrag des Lehrers Oito-Rodheim o. d. H. Über die staatsbürgerliche Erziehung, die dringend in der Volks- und vor allem in der Fort- bildungsschule notwendig lei. Auch in der Aussprache wurde die Forderung der staatsbürgerlichen Erziehung der Jugend erhoben.
< Bad- Rauheim, 24. Jan. In unserer Stadt hatte der Wahlkampf mit der Wahl zur National- Versammlung seinen Höhepunkt erreidjt. Alle 6 Parteien hatten ihre Kandidaten in einer oder mehreren Maffenoersammlungen vorgestellt. Für die Wahl zur Volkskammer der Republik Heffen ist in dieser Woche die Werbearbeit zurückget>eten. Nur heute abend hatte die Demokratische Partei nochmals zu einer Ver- fammhmg eingeladen, die stark besucht war. Kirchen- rat Prof. Eck-Gießen sprach über die Aufgaben der Demokratie in der Höfischen Volkskammer, insbe- sondere über die Stellung zur Kirchen- und Schul» frage. Außerdem hielt die Unabhängige sozialdemokratische Partei heute abend eine Versammlung ab, in der Gerichtsassessor Dr Wolff-Darmstadt sprach. Morgen abend werden die Mehrheitsfozialisten und die Deutsch-nationale Volkspartei ben Wahlkampf durch Versammlungen beschließen.
h Vilbel, 24. Jan. Dieser Tage wurden durch die hiesige Gendarmerie einem Händler aus Michelau, welcher in Frankfurt a. M. wohnhaft ist, 140 Pfund Fleisch, 40 Pfund Mehl, eine Quantität Erbsen, Butter und (Eier, sowie ein Schinken beschlagnahmt und dem Kommunalverband überwiesen.
h. Bit bei 24. Jan. Im Novemb''r v. Js. verunglückte hier ein Junge dadurch tätlich, daß er mit Landgranaten spielte, die aus dem unbewachten Aufbewahrungsraum der Qandgrauaten der Bonamescr ©amiion auf dem hiesigen Exer- zierplatz entwendet waren. Die (Saibaanerie berichtete damals über diesen Vorgang an das Kreis- amt, an die Garnison in Bvnames unb an die Garnisonverwallung in Frankfurt intb man hätte annehmen müssen, daß die hier in Betracht kommende Stelle für schnellste anderweitige Unterbringung dieser gefährlichen Mmtilioit Sorge getragen hätte. Aber weit gefehlt! Mit dem einen Unglückssall war es anscheineitd noch nicht genug. Nachdem das üolz der Bretterhütte nach unb nach gestohlen worden war, lagen die iMinbgranaien zerstreut umher und wurden gar nicht mehr beachtet. So ging auch am Mittwoch morgen ein Drecht an der Stelle vorbei, ohne eine Ahnung von den Handgranaten zu haben. Mit einer Schippe stieß er zufälligerweise an einen Zünder, ein Knall erfolgte und mit einem zerschmetterten Arm ist er das -wette Opfer behördlicher Leichtfertigkeit.
©tarfcnburg und Nh.inhefsen.
= Alzey, 24. Jan Bei einer Benzinerplo- sion in bei Schuhfabrik von A. Götz, Mainzer Landstraße, sanden vier Arbeiter und die Tochter des Besitzers den Verbrennungstod. Einige andere Arbeiter wurden durch rasch herbeieilende Eisenbahn» beamte aus den Trümmern gerettet, mußten aber ba Re schwer verletzt sind, dem Krankendause iuqe- führt werden y
= Offendach, 24. Jan. Sanz außeroroenttich» Lohn» bzw. Gehaltserhöhungen billigte die Stadtverordnetenversammlung den städttschen Arbettern uns Beamten zu. Sämtliche Arbeiter erhalten eine Lohnerhöhung von 40 Prozent, die Gehälter der Beamte« und Lehrer bis zu 4000 Mark eine 40 prozenttge, bis zu 6000 Mark eine 30prozenttge und darüber hinaus eine 20prozenttge Aufbesserung. Jur Durchführung dieser Veschlüffe, wozu jährlich zwei Millionen M^rfr erforderlich sind, muß die Einkommensteuer uie 41 Prozent und die Kapitalrentensteuer um 7'/, Prozent erhöht werden.
yesfcn-Nassau.
— Frankfurt a. M., 24. Jan. Der am Mittwoch eröffnete Personen-Kraftwagenverkehr Frankfurt-Darmstadt hat einen außerordentlichen Anklang gefunden. Die Wagen sind trotz der verhältnismäßig hohen Fahrpreise - 9,50 Mk. - bei jeder Fahri überfüllt. Heute früh fuhr das Auto mit 27 Per- onen nach Darmstadt, obwohl nur Platze für 20 .Reisende vorgesehen sind. Die Fahrten der nächsten Tage sind bereits vollständig ausoerkauft.
= Frankfurt a. M., 24. Jan In der Aller- heiligenstraße bot ein Mann einigen Matrosen des Sicherheitsdienstes Brotmarken zum Verkauf an. Al» er sich nicht ausweisen konnte und darauf floh, schoffen die Matrosen auf ihn und verletzten ihn durch einen Beinschuß schwer und einige Streifschüsse leicht. Der Mann mußte dem Krankenhause zugeführt werden.
Gerkcht»saal.
X Hanau, 23. Jan. In bet Nähe bef Nvr> bahtthofes ist am 23. November v I bet Rangierer Johann Oestreich aus Osthcim durch einen Schuß, der aus einem Gukerwaaen abgegeben nxnbeii ist, getötet, bet öcijer Dagit« aus Hanau durch das $letd)e Geschoß schwer verletzt worden. Den Schutz batte der 15 Fahre alte Streckenarbeiter Johannes Loos aus G lnhause« aus einem Militärgetvehr abgegeben. ?or dem Schöffengericht behau.piete Ls^s. in buit Guterwagen hätten verschiedene Müitärgewehre und auch Munition herumgelegen. Das Gennhr habe er nicht geladen, ionfrern mir aus Neugürbe in frie L>and genommen. Dabei habe er den Abzug berührt, worauf der Schuß losg^-gangen fei. DaS Schöffengericht Hanau Denirtetlte ihn wegen fahrlässiger Tötung und Kör^rVerletzung zu sech» Nlünaten Gefängnis.
Ittrchliche Uadjridjfem
Gottesdienst am Sonntag, 26. Januar.
Kirchberg: Bonn. 10 Uhr: 9J< a i n x I a n Nm. 1*/rUhr; Daubringen: Nm. IV,Uhr.
DcrtiiifcbtcSe
** Fideikomrnißbesitz in Dessen, lieber diesen zurzeit vielfach verhandelten Gegenstand liefert die neueste Nummer der „Mit-' teilungen der Dessischcn Zentralstelle für die Landesstatistik" folgendes Material: Die Pwvinz Starkenburg umfaßt (in runden Zahlen) 27 OOO Hektar FideilammißbesiS neben 276 000 Hektar freiem Besitz, so datz sich ersterer zu letzterem wie 8,9 zu 91,1 verhält. In Oberhessen gibt es dagegen 48 000 Hektar Fideikommisibesitz gegenüber 280000 Hektar freiem Besitz, so daß sich hier das Verhältnis auf 14,7 zu 85,3 stellt Gan- unbedeutend ist dagegen der Fideikommißbesitz in Rheinhessen, wo er nur 921 Hektar neben 136 500 Hektar freiem Besitz beträgt, also nur 0,7 Prozent des gesamten Olrund- besitzes ausmacht. In ganz Hessen gibt es 693 000 Hektar freien und 76 300 Hektar Fideikommißbe itz, so daß sich das Verhältnis des ersteren zu letzterem auf 90,1 zu 9,9 stellt. $n Starkenburg und Oberl^ssen bestehen bte Fideilommisigüler hauptsächlich aus Wald, wobei sie in ersterer Provinz 15,7 und in letzterer 26 Pro^nt der gesamten Wald- fläche ausmachen, während sie in Rheinhessen vorwiegend in Wiesen bestehen (5 Prozent der gesamten Wiesenfläche). In ganz Dessen stellt sich der Anteil des fideikommissarischen Besitzes bei Lofreiten und Grabseld auf je 5,3 Prozent, bei Wiesen auf 7,6 und bei Wald auf 19,9 Prozent der Gesamt fläche dieser Kulturarten. — FideikommissarischeWein- berge kommen nut in verschwindend kleiner Zahl vor, da Starkenburg nur mit 3, Rheinhessen und Oberhessen nur mit je einem Hektar vertreten finb.
Vrlcfkasten der Redaktion.
W. K. ®. Der Gemeinde ober dem Gemeint»- verband werden von dein Gesanttauftoand für bie Erwcrbslosensürsoigc vom R.ich 6A3 und von bem zuständigm Bittidesrat ‘/.2 ersetzt. Tie R<1chsregie- rung ober die von ihr bestimmte Behörde faitn für leistuuyssckflvache Qkmdnbeu ober für einzelne ©o- zirke eure Erhöhung der Reick-Sbeihilfe bewilliqar.
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Ultimi Muri
Zuiecheneeeeeeter für Kriegsteilnehmer vom 3. Februar bis 16. April IminAtrfkulatioiisfrlet 20. Jan. bis 15. Febr. Den Krirgsteihiehinem werden die im Vaterländischen Hilfsdienst beschäftigt gewesenen Studierenden pleb hgee eilt D <s VorleBongwvereclchnie erscheint in diesen Tagen und wird vorn Sekretariat nach auswärts unenigeltl. versandt („,<ss


