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nach sehr reiflicher Erwägung den Beschluß faßt, das am Altenburgskops bei Schotten

Fortsetzung 14.

kNachdruck verboten.)

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Das Glück der andern

Original-Roman von Erich Eben stein.

Copyright 1916 by Ordner & Camp., Berlin W 30.

______ . gskops bei Schotten go legene Leb rerheim sofort zu verkaufen Zur Ausführung dieses Beschlusses bedarf es der

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schwer erfranft sei. Gestern abend hatt-? sie einen Schüttelfrost bekommen, und heute nnorgax hatt- der Arzt eine doppelseitige Lungenentzündung tm» fteriert.

Tie Gräfin und eine barmherzige Schwester bei-orgten die Pflege. Besuche waren aus Wochen hinaus strengstens verboten.

Beides Beatens Erkrankung und die uner- trartete Abreise d.r Kammelsbergs nach dem- den machten einen argen Strich durch Magnus' Hoffnungen, als er nach feiner Rückkehr davon er nihr.

Er hatte im stillen fast sicher darauf gerechnet, dasi Millners und Kammelsbergs sich erbieten m'rden. Evelyns .Sxxfjseit auszurrchten. Und er wollte ja sehr bald heiraten.

Beate war dach so gut mit ihr und in Tante Tbereferxs $xrud hatte er sich mit Evelyn verlobt. Mama Losen nein konnte man füglich abgesehen von oen beschränkten Raumverbältnissen eil»! solche Sache kaum »umutai, obwohl sie sich, als die Rede einmal darauf tim, dazu erboten hakt:.

Natürlich würde es nur cii« einfache, un­seren Verhältnissen angepaßte Feier sein können," sagte sie,aber daran würden Sie hoffentlich keinen Anstoß nehmen, lieber Magnus, und das Natürlichste ist es ja doch, daß die Braut vom Elternhause weg beiratet."

Nein, gewiß lag ihm nichts an einer pom­pösen Feier. Aber ec fand nun, wo er die pe- hmiäten Verhältnisse Frau Losensteins durch­schaute, daß selbst eine kleine Feier ein zu großes Opfer istr sie bedeute.

Ein ganz leise angefteuteter Vorschlag, di? Hosten aus sich zu nehmen, wurde von der 9fcatter ebarfe energisch iuL' bestimmt abg4dfet

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,Lch fürchte, ich habe Influenz," schrieb Beate weiter,und liege multerfoelenallein in mei­nem Zimmer. Mama hat nämlich keine Zeit, sich um mich zu bekümmern, bemi S>err Gottorb hat plötzlich gekündigt und nach einem Streite mit Papa stna.il und Fall das Laus verlassen. Nun toben die Brüder durch das Laus tote eine Rott? storah, und Mama läuft von PontiuS zu Pilatus, um einen neuen Hofmeister aufzutreiben."

Evelyn hatte tief aufgeatmet, als sie diese Nachricht laS.

Besser hätte es ja gar nicht kommen können. Er ipar fort. Gottbob!

Aber während sie dann zu Kammelsbergs ging, dachte sie:Netr war es doch, ireitn er da und dort heimlich mit mir plauderte und wir ans lustig machten über all den verbohrten Götzen- tültus und veralteten Moralkrimskrams dieser feu­dalen Sippe. Es tut so wohl, einmal einem Men­schen zu begegnen, dem nichts imponiert, und d!r all daS, tvos andere Menschen schreckt, mit einem stolz erhabenen Lächeln abtut . . .

So geistreich und amüsant kann Magnus nie fein, wie auch seine Augen niemals eine so heiße, leidemchaftlich^ Sptackse führen können. Schad?, daß Gottorb ein armer Teufel und nicht Reühs- .griff von Sander'eld ist!"

Im Vestibül des Kammelsborgsch m Palais traf Evelyn mit Hilda Sattler ziffammen, die aus

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der Stunde kam und ihr auf ihre Frage mitteilte, daß die Baronin zu Hause sei. Sie stellte -?ben mit dem Sekretär eine Reiseroute zusammen, da die .Hcarfchafren nächste Woche alle an die Rrviroo reisten.

Evelyn wunderte sich ein wenig, von dieser Reife, die gar nicht mit den sonstigen Gewohn­heiten der Familie übeveinsttmmte, bisher nichts vernommen zu haben, Kammelsbergs waren sonst nie von schnellen Entschlüssen gewesen, und die Baronin hatte oft betont, sie hasse Reisen

Nachdenklich stieg Evelyn die Treppen hinauf intb schickte ihre Karte durch einen Diener hinein.

Er kehrte sogleich zurück mit der Meldung, e3 sei niemand von den Herrschaften dahsim.

Evelyn stutzte. Was sollte das heißen? Wollte man sie nicht empfangen? Tnm schoß ihr dis Blut jüh ins Gesicht.

Sollte das vielleicht ein Wink fern, daß man ihr ihre Verlobung stbelnahm? Waren KommelS- bergs plötzlich so erklusiv geworden, daß sie die bürgerliche Braut des Neffen einfache zu igno­rieren beschlossen hatten?

Evelyn warf den st!opf noch stolzer zurück. O wenn es so war, dann mußte aber doch Magnus ihr Genugtuung vetsd>affen! Mit ihm wollte sie 'wicderklommen an feinem Arm! Tann würde man ja sehen, ob diese Leut: noch den 9)hit hätten, sich verleugnen zu lassen . . .

Innerlich erregt, eilte sie w'iter zum Dalns Millner. Beate mußte wissen, N«s dahinter steckte. Und sie würde es ihr gewiß sagen.

Aber im Valais herrschte beängstigende Still:. Tic Tiatcr schlicken auf den Zehmspitzen herum, und der Portier teilte der bestürztrn Evelyn mit fergenvollrr Miene mit, daß Baronesse B-tte

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 24. Sept. 1919.

Lebensrnittel.

** Winterkartoffel - Versorgung. Wtr machen aus die Lelcnmtmackung im ?in- zeigenteil unseres heutigen Blattes aufmerksam, die den Bezug der Winterkartoffeln regelt.

Tic Ausgabe der Vollmilchkar­ten findet Donnerstag, 25. d. Mts., vormittags von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr in den zuständigen Bezirken statt. Siehe Anzeigenteil.

** Beider st ädt. O b st - u n d G c m t'N e - stell c treffen täglich Aepfel verschiedener Sor­ten Winterobst- ein, bi: korbweise von 48 bis 55 Pj. das Pfund abgegeben werden. Gemüs:, rote Weißkraut, Wirsing und Rotkraut, kommt ebenfalls von morgen ab zum Verkcw'. End: dieser oder Anfang nächsver Woch? trennt größere Älcengen prima Lerb stzwieb? l ein. D rrb'stel- lungen werden bd der Obst- und Getnüisitrlle, Brandsatz 3, entgegengenommen. Gefchäftsznt täglich von 8 bis 12 unb 2 5 Uhr.

Magnus beschloß also, gleich am ersten Tiy seiner Ankunft, wo er mit Fran Losenstsin inter tner Augen über diesen Punkt gesprochm hatte, doch noch einmal Therese starnrnelsberg aufzu- suchen, um ihr seine Verlegenheit anzudeuten.

Vielleicht schob sie bann ihre Reise doch auf. Sie hatte ihn ja immer mit liebevoller Sxifr1 lichkeit behandelt, obwohl die Verwandtschaft nur dritten Grades war.

Doch er kehrte sehr verstimmt von diesem Be­suche zurück, und niemand, nicht einmal Evelyn, erfuhr den Grund, warum er plötzlich nur noch in gereiztem Ton von Kammelsbergs sprach xmi) es rundweg ablehnte, die ton Evelyn gewünschte Brautvisite bart zu machen.

Als er am nächsten Tage ferne Brant besucht? sand er eine mit überladttnw Eleganz gekleidete Tante dort vor, die ihn in bald devoter, halb verttaulicher Weise mit überschwenglicher Herr­lichkeit alsmein lieber Magnus" begrüßte von Evelyn alsTante Ada" torgestellt wutd

Er erschrak bis ins Innerste.

Und er erschrak noch viel mehr im Soun der felgenden Stunden, wo Tante Ada ihm mti gönnerhafter Miene ihre freundlichen Absichten rn bezug auf Evelyns Hochzeit ausdnattderfetztt.

Tiefe Emporkömmlingsfrau, die mit ihren vor­nehmen Bekannt'ck «asten protzt: und mit dem G'ld in ihrer Tasche klimperte, erfchten ihm gräßlich

Aber war er bcrerf>tigt, ihre Vorschläge rückzuweifen, nachdem Evelyn sie ber.-itS rm'- nommen zu haben schien?

«'Fortsetzung folgt.)

Otto Hirschel V.

Mit Otto Hirsch-?! verliert die hessisch: Bauern^ schäft ihren anerkanttten Führer uird das össentlichr Leben Hessens einen seiner menigen Persönliche teilen von iRang. Ein kluger Kvpf mit vielseitigem Wissen, leidenf<laftlich?s Temperament, eiserne Willenskraft, so besaß er alle Eigenschaften, um ibn zum Führer im öffentlichen Leden zu ma.ijien. Freilich 'huldigte er einer sehr cinseitism Politik. Sein Kampf galt der gcgeiuuürtigen Regierung; er fürchtete, daß sie auf das freie Eigentum am Bosen ihre Hand legen werde, und glaubte, daß die Znangswirtschafc reif zur Beseitigung sei. Er war indessen ein Feinh jeder Art von Anarchiie, unb nichts lag ihm ferner, als dem Wulier mit den Bodener-euMnssen daS Wvri zu reden. So ipit es ihm die letzten Wockxn feines Lebens manite Sorge bereitet, nenn er sah, daß der Begniff der Freiheit von den Lanwvirten falfeti auSgeleg: wurde, und er mußte selber zur Erfüllung der Abliefe­rungspflicht mahnen. Ein Mann der Freiheit so wird Otto Hirschel im Gedächtnis ber Volks- genossen weiterleben. Aus feinem LebenSgang feiern folgende Taten angeführt. Äarl Otto Hirschel, geb. am 2. Juli 1862 zu Frankfurt a. M. als Sohn eines Ingenieurs, entstammte einer rhein- hessischen Bauernfamilie. Seine Schulbildung ge­noß er in Frankfurt, Würzburg und Leipzigs Nach Erlangung her Berechttgung zum Eiuj.-Freiw.- Tienst trat er als Eleve in einem Rittergut bei Eisenach em, gin$ aber von da auf eine Gewerbe­schule über und bildete sich als Innenarchitekt aus. Als solcher war er bann in .ferner Geburlsstadt beruflich tätig. In diese Zeit fällt die Anttsemiten- bemegung itnö bte Gründung desTeutschen Ver­eins" 1888. Mit Köhler-Langsdorf schloß er sich der Bockelschen Baucnibewegung an und wurvc 1893 im Wahlkreis Bensheim-Erbach in den Reichstag grtüäbtt, dem er nur bis 1898 cmgehvrie. In diesen Jahren gründete er in Offenbach die Volksmacht", mit der er 1904 nach Friedberg übersiedelte. Tiefe Zeitung wurde seit 1908 als Nene Tageszeitung' tveitergeführt. 1909 über­nahm H. die Oberleitung des Blattes, nachdem er 1902 bis 1908 Mitglied der 2. Hess. Kammer gewesen .vor. Nach seinem Ausscheiden aus der Kammer wurde et 1908 Vorsitzender derVer­einigten Landwirte in Ftzrnkfurt a. M. und Um­gegend". Seiner Initiative entsprang die Grün­dung desHessischen Bauernbundes" in diesem Sommer, und die Bauernschaft oes Kreises Fried­berg dankte ihm mit der Wahl fit den Kreistag.

StraßriHichner-ÄuÄtand In Bremen.

/ Bremen, 23. Sept. (Priv.-Telegr.) Mach den Abendblättern hielten die Straßenbahner heule vormittag eine Wersammlung ab; infolgedessen ruht n u n- »mehr der Betrieb auf allen Linien. Die <Äroftenbahner wollen erst nach der Erfüllung Her dem Schlichtungsausschuß unterbreiteten IForderung die Arbeit wieder aufnehmen.

Schulstreik in Gottm.

G o t h a, 22. Sept. Fast alle Landschulen /sind seit heute geschlossen Tic Eltern ben stSchulkinder verlangen die Zurücknahme des Reli- yzwns-Erlasses, den Rücktritt des mmbhängigcn Gc- rneralschulmsvektors Jacobi und die Wiedereinset­zung der enttassenen Sckulinspektoren. Falls diese Forderungen nid.it erfüllt würden, wollen sie dte Steuerzahlung verweigern.

Schulstreik in München.

Berlin, 24. Sept. Wie bemB. T" be­lichtet wird, ist der S chu l ftrei k in M u n - ehen noch nicht beendet. Tie Verhandlungen zwi­schen dem Stadtrat und den .stommissi^nen der katholischen Elternvereinigungen dauern auf der «'»Grundlage der neuen Vermittlungsvorschläge nach vn. Am Tonnctstag soll die Entscheidung fallen. Bis da hm nehmen die Schüler uidst am Unter­richt teil.

Dom Katholikentag in Freiburg.

Berlin, 24. Sept. (WTB.) Ter ReichStags- ipräsident Fe hrenbach sprach sich auf dem Ka- rholikentag tp Freiburg auch über die Männer aus, die jefct an den leitenden Stellen stehen. Es müsse chnen das. Zeugnis ausgestettt werden, daß sie sich ihrer Verantwortung bewußt ?_mb bestrebt seien, uns über die Zeit des Eleyds hinwegzuführen. Wenn wir über den, nächsten Win­ter gut hinauskämen, glaube er, daß unser Vater- Land gerettet Jei. Das ganze Volk müsse sich ^lar sein, daß jetzt der letzte Nerv angespannt frverbeit müsse.

Aus Hessen.

Die Hoheitszeichen der früheren RegiernngSform.

= Tarrn ft abt, 20. Sept. Ein Erlaß des »Gesanttministeriums an alle Behörden (gez. Ulrich) hat folgenden Wortlaut:

Tie staatlichen HrM-auämtcr sind angewiesen, sKorsck'läge zu machpn, wie durch Abänderung cher an ben Tienftgebäuben angebrachten Auffhsrif- <fcn fBezeickiNung der Behörde), Jni'chriften sonne fvnstig.'n auf die frühere Regierung bezüglichen Darstellungen nunmehr bet neuen Startsform. Recknung zu tragm sein wird, wobei es sich ins­besondere um die Beseitigung des WortesGroß- herzoaliäi" unb bat Ersatz durch die Bczeichnimg Hessisch" handeln wird. Für die Tiwchführuirg der ersorderlichen Maßnahmen sind die Baubehör- den zuständig.

Auch Bildnisse der früheren Für­sten in staatlichen Gebäuden sind aus

einer ähnlichen Katastrophe zu vermeiden. Parteiar müßten aber auf die moralische Reinheit ihrer Führer sehen, damit uns fimeriläuifdre unb russische volittsche Sitten serngehalten bleiben Ohne rkrittk der anberat müsse man mit gutem Beispiel oorcTngehar, 'dam politisch würden wir uns ni w: erbe brr können ohne wirtschaftluhe und moralische Erbebung. Um ixr.t Arbeiier Jnteresje am Produkte ui oerschafsim, habe die Dernokrattsche Partei für bas Betriebsräteaesev gelammt. Tie Nationalversammlung habe Großes, geleistet, denn sie habe eine ttagfähige Reidtsoerfaffung gescdasfai Es sei ein Fehler, daß die Demokrottscbe Partei für langer aus der yiegienmg ausgeschiedat fei, denn sie habe Führer, die aus demokratischem Wege vorangchen konnten. In der Steuerreform müsse Farbe bekannt werden, und man müsse aus politischen Reinlichkeitsgründen sich ent­schließen, bei der Steuerreform chttich mitzuarbes tat. Aus dem Volksvennögen müsse hergegebeir tverbat, was iwtwatdig sei. Verstehen unb mit arbeiten, das feien die '«wen Leitsätze, die uns übet diesen Winter hinwcghclsen müßten, der darüber entscheide, ob uns em Aufstieg möglich sei. In der Aussprache betonte Ptvf. Dr. Fritsche, man müsse sich in die Geschichte versenken und von da aus die angatblickliche Lage unb ihre Forde nmgen verstehen zu lernen. Lerstehen unb sich nidrt entrüftai, das sei die Denkweise der Demo krattschen Pattei.

* Kriegerverein Gießen. An den Familienausflug deö Kricgerverein? Gießen am vergangenen Sonntag nachmittag nach Textors Terrasse beledigten sich trotz des schled» ten Wetters so viel Mitglieder mit ihren Angebv- rigai, daß der Saal gegen 5 Uhr schön voll besetzt war. Tie Ansprache des 1. Vorsitzenden, Amts- gerichtsrats Trümvert, war so gehalten, daß eine harmonifd.e Stimmung sehr bald Platz grin, unb als die Kinder dann beim Tauziehen, ©er­tragen, Ringelreib, Polonaise il bgL ihr Heller- Lachen erschallen ließen, freuten sich alle Anwefen- ben, baß sie sich zu biesem ersten, wenn auch kleinem Feste des Kriegervereins cingcfunben hatten. Tie Erwachsenen (auch einzelne Tarnen^ übten sich im Preisschießeu, wobei schöne Preise locktat. Die Heimkehr erfolgte bei Tunkclheit mit Lampions, welche der Verein befdiafft hatte.

** Schachitou r n i er. Tie vvn^ lsiesigat Schad,cklub am SamStag veransttrltete Simultan Vorstellung erfreute sich eines refeh.s Besuches un'4 großer Beteiligung. Schachmeister Miefes spielte 20 Parttcn, von denen er 15 gewann, 3 Remis spielte (gegen die Herren Prof. Hirt, Goldschmidt unb Sam unb zwei verlor gegen die Herren Architekt A. Nicolaus unb Rechtsanwalt Rottien- berge.-. Tas verbreitete J-rtteresse am edlen Schach­spiel führte aus Anlaß dieser Veranstaltung dem Isiesigen SchachÜnb 10 'Neuanmeldungen zu.

Landkreis Gießen.

x Wieseck, 23. Sept. Oferabe auf den Ge- lmrtstag seines im vorigen Jahre geborenen Söhn- dren» ist Musketier Johannes Jm mel aus am lischer Äesangcnschaft glücklich heimgektchrt. Er ist her erste aus den derzeitigen Transporten.

Kreis Sünttten.

Verkauf desLehrerheim Dogelsverg"?

n. Schotten, 23. Sept. Der Vorstand des

tollen Räumen £u entfernen. Liebem ständigen Verkehr der Bevölterung und bem öffentlichen Untert idit die neu, z. B. aus Gerichts- und sonstigen V^rhanblungssälen, Schulzimmern u s w. Falls die Bilder in einer befenocten gr-c idiidftlidcn Beziehmvg zu bem Raum stehen Stif­ter einer Anstalt und oergfeiden , sind Ausnahmen zulässig. Hierüber ist durch Aussttmeiben der Ab. leilung für Schulang.siegenheiten vom 27. Mar 1919 an die Schulbehörden bereits andeutungsweise in diesem Sftrne verfügt ivorden.

Tie Entscheidung über die Weg­nahme unb darüber, ob an Stelle weg­gen ommenerBilderandereundeven- tuell welche treten sollen, ist Ihnen im allgemeinen überlassen. Eine In­anspruchnahme der Baubehörden hierbei ist daher nur infeweit geboten, als diese seiner Zeit bei der Beschaffung unb Anbringung der Gegenstände mil- gauirft Haven und .nenn im Einzelfelle an Stelle eines Bildnisses, das in Beziehung zu der ganzen Nanmausstattung und Raumwirkung sttlch, ein an­anderer geeignet?r Wandschmuck treten müßte.

Vielfach' sind die Bilder, um die es sich handelt, künstlerisch ohne Bedeutung. Gemälde ton f ü n st- lcrischem und historischem Wert sollen geschont und erhalten werden : sie sind daher na dl ihrer Entfernu ng bis aus weitere Verfü­gung an geeignetem Platz von Ihnen rn Verwahr zu halten.

Wir empfehlen hiernadi dos Weitere soweit erforderlich im Einvernehmen mit den Baube.- hörden zu veranlassen und Verzeichnisse der­jenigen Bilder, die nadj Ihrer Ansicht erholten zu werden verdiaien, dem zuständigen Hochbauamt zur vorläufigen Begutachtung und ytr Weitergabe hierl-er vorzulegm, damit bann über die endgültige Bestimmung bte Mufeumsdttektton gulachttich ge­hört werben kann. Außer Bildern kommen auch Büsten in Frage. Ms Zeitpunkt der Entfernung werden am besten die Gerichts- unb Schulferda-. gewählt."

** Neue Amtsbezeichnungen. Zu­folge Aendcrung der Amtsbezeichnungen der mitt­leren Staatsbeamten nach Amtsblatt Nr. 241 vom 17. September 1919 erhielten die bei dem staat­lichen. Hochbauamt Gießen angestellten Hod^bau- aufseher Hübner, Haller, Kögel, Maringer, Hering, Marx, Biäelhauvt, Sälzer, Martin, Philippi unb Treusch in Gieftm die .Amtsbezeichnung Bau­se 1 r c t ä r.

* Ausgestaltung des Volksbil­dungswesens. Donnerstag, 25. l. Mts., vor- nlittags 9.15 Uhr, wirb der Leiter der Zentral­stelle zur Förderung der Volksbildung, Herr Has- ) i n g c t , über die Ausgaben und Sie Ausgestal­tung des Bolksbilbungswefens in der Turnhalle bet Höheren Mädchenschule zu Gießen sprechen. Der Vortrag ist allen Interessenten an dieser Frage zugänglich.

** Der Tank der Kriegsgesange- nen für den Empfang in Gicßar wird »ms in mancherlei Zuschriften übermittelt. So geht uns heute ein längeres (Äedicht des ehemaligen Kriegs­gefangenen Willi Becker zu, bet in gerührten Worten ben Einbruch schildert, den der Empfang in Gfehen bei ben Heimtehrenden hervorrief.

i: SpenbetVo ft karten! Der Empsangs- ausschuß Gießcm für heimkehrende Lkriegs- unb Zivilgefangen-e bittet die Gießarer Bevölkerung, ihm Ansichtskartar jeder Art zur Verteilung an die £eimM;rrnben zur Verfügung zu stellen. An­na 1,-me täglich im Geschäftszimmer des Roten Kreuzes, Alte Klinik, Ltebigstraße.

** Aufhebung der Bedarfssd eine. Ter Oberbürgermeister bringt im Anzeigenteil zur öffenttiden Keimtnis, daß die reichsgefetzlickzar Bo sttinmungen, wonacki bestimmte Tertil.varen nur gegen Bezugschein unb neue Schühtoaren nur gegen} Dedarssschicin an Verbrauchxw abgegeben werben dürfen, ausgehoben worden sind. Ter Handel mit Textttwaren, sowie der Handel mit neuen Sch'Uh- waren unterliegt biernadj keiner, die BerhrauihS- regclung betreffeichen Beschränkung mehr. Ter ftaitbcl mit getragenen Schuhwarar ist bis auf weiteres imkLi nicht gestattet.

** Tie Nähstube für Kriegssür- sorge, Balltorsrraße 24L, tarnt noch Joppen- stofs, 1,50 Meter breit, zum ermäßigtet! Preise boit 16 Mk per Meter, sowie Männerunlerhos^n unb Ersllmgsjäckchen abgeben. Siehe Anzeigenteil.

'* Tas Musik.-Literar. Unterhal- tu ng s kr änzchten gebentt, wie bereits mitge­teilt, einen musikalisch^literarisBat Abend zu ver­anstalten. Für den Llbend sind einige von ihrem früheren erfolgreichen Auftreten bekannte Kräfte gen onnen. So wirs Fr. Aiendelssvhn-Bart­holdy-Gießen Gedickte von Frieda Schanz, Ga­briele Schatlz und (ffettfr. SMtcr Vorträgen und Fr. Müller-B angert-Osießen Lieder von W. Ä. Mozart, Hugo Wolf, Max Reger, Hans Pfftzner u. a. zu lÄhür bringen. Außerdem wird Herr Hahn-<Äeßm .Klaviervotträge vvn Beethoven, MendelssohTr-Bartholdy, Schumamt, Ehopin und Liszt bringen. Bei dem reichhaltigen Programm verixrid:ii der M-end sehr genußreich zu werden.. i.Siehe Anzeigarteil.)

** Tie TemokrakischeVolkspartei veranstaltete gestern abend imHindenburg" eine vsf'ntliche Versammlung, in der Dr. H a rt s Meyer (Frankfurt a. M.) überDie politische Lage" sprach. Der Redner führte aus, daß nnt einen dreifachen Niedergang von Macht, Wirt­schaft und Volksntorcck zu verzeichnen hätten. Die Revolution habe eine allgemeine Enttäuschung her- borgerufen, die aber weniger durch die politische Enttoicklung als durch die schlechte wirtstchafttiche Lage bedingt fei. Infolge dieser Enttäuschamg habe jetzt Kn Sttönten nach dar beibat politischen (rrtremen, da äußersten Rechten unb der äußersten Linken eingesetzt, das sich zur Gefahr auswachse, denn die Gefahr des Teuffcünotionalismus rücke automatisch die Gefehr des Bolschewismus näher. Die Frage nackt der Schuld nm Weltkriege fei nicht zwecklos, bc man die moralische Verant­wortung feststellcn müsse, um eine Wiederkehr

Genehmigung der Hauptbcrsammllrng,- bonrr auf Samstag ben 4. Oktober, 10 Ub bormittags, in bas RataurantStorch" nacv Frankfurt a. M. anberufen ist. Trotz eines etiua stattfindeuben Verkaufs bleibt der Verein als solcher aud) fernerhin weiter bestehen mit bem Ziele, an irgendeinem Orte unseres Heffenlandes am besten wieder im Vogelsberg zu gege­bener Zeit ein tzsitgemäß eingerichtetes neue? Lehrerheim zu erhalten Um dieses Ziel bäte möglichst zu erreichen, soll der Beittag zu bem VereinLehrerberein" mit Wirkung vorn 1. Jan 1920 auf drei Mark erhöht werden. Dagegen wer den die bisherigen 50-Mark-Anleilscheine auf Wunsch zurückbezahtt.

e Eichelsdorf, 23. Sept. Auf Antrag des Reicksausschusses wurde die Stetige Oelmühle von Otto Sd'udt geschlossen, weil der Besiher durch imerlauoi« Annahme und Verarbeitung von Oelfrüchtat gegen dte bestehenden Verordnungen verstoßen hat.

e Aus bem Kreise Schotten, 23. Sept Für dte Gemeinde Wett er selb wurde bei Landwirt Christian .Hofmann II. zum Bei geordneten gavählt. Zum Rechner der Gemeinde UlrJdjftein ivurbc Karl Repp er­nannt und verpflichtet.

6 Ulfa, 23. Sept. Von der hiesigen Ge meir.be wurde aus der Bersreigerung bon Ge - meindeobft der außerordentlich habe Betrag von 18 000 Mk. gelöst. Da auch auswärttge Käufer zugelasscn waren, so wurden so hohe Preise erzielt, daß der Zentner Tafelobst am Baume bereits auf 70 bis 80 Mk. zu stehen kam. Allerdings ist das Ulfaer Obst auch weithin als vorzüglich

Los dem besetzten Gebiet.

Die Einreise in die Pfalz.

Unter Aufhebung der früheren Bestimmrmgen dec Pfalz wirb folgendes bekannt gegeben: Ent­lassene Leeresangehörige, dte in der Pfalz «usgehoben sind unb dort wohnen oder ihre An­gehörigen dort haben, können etnreifen. Sie melden sich auf dem Abschnitt V der neutralen Zone, Paßstelle Mannheim, Schloß, nnb werdat von dort dem französischen Ouarantänelager zugeführt, in dem sie eine dreitägige Quarantäne burchzu- ir.arfjcn haben. Zivilpersonen, die für dauernden Aufenthalt einreisen wollen, habat einen Reisepaß mit ausgefülltem Antragsformular an den Ab- fdjnitt V der neutralen Zone in Karlsruhe, Schloß, ober deren Paßstelle in Mannheim, Sdüoß, einzu- senden. T-em Antragsformular ist eine Bestätigntig L»es Bürgermeisteramts des Zielortes beizusügen, 'daß der Einreise keine Hindernisse im Wege stehen. Zivilpersonen, die zum notübergebatben dlusent- Halt einreisen wollar, habat ihren Paß mit bete gefügtem Antragsformular bem Abschnitt V der Ment taten 3°ne in Karlsruhe, Schloß, ober dessen ,'Paßstelle xn Mannheim, Schloß, einzureichen. iLödsstgültigkeitsdauer des Aufenthalts mit einer ober mehrmaliger Reise beträgt drei Monate. Ak­tive Milrtärpersonen können noch mcht entreifm. Es schweben Verhandlungen, um deren Einreise -zu ermöglichen. Die Pässe erhalten das fran- tzösischc Visum und merben ben Gesuchstellern, als .portopflichtige Tienftfadfe eingeschrieben, per Post Mrüagesandt. Versanbferttger Briefumschlag ist (Sem Antrag beizufügen. Es wird dringend ge- nxitcn, die Einreisegenehmigung im jetzigen Auf­enthaltsort äbzutvarten. (änreifenfce haben sich Innerhalb 48 Stunden beim französischen Kontroll- .vsftzier des Pfälzer Bezirks zu melden. Die An­tragsformulare sind bei bet Deutschen Wasfenstill- cktandskommission, Äluskunftsabteilung, Berlin, Budapester Straße 14, nnb den Bezirksämtern erhältlich.

Darmstadt, 23. Sept. Gestern abend sprach hier in einer großen Versammlung der T-eutfchen Bolkspartei Pr-af. D. Martin Schian - Gi'>ßen über das Thema: Der Pazifismus unb das deu 1 schc Volk. Ta: Mdner legt: dar, daß die Paziftsten nicht mit her Wirklick^aL rechnen, jtmbcrn einer Toltrin naMagax. Sie febir die Menfchax unb Völker nicht, wie sie sind, sondern wie sie sein sollar. Tie klaren Ansführungm des Redners bintetlteß^'n ciwax tiefen Etndrilck, der auch durch das Auftretat einiger Gegner nicht verwischt 'werden konnte.

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