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kroch ein letztes stummes Grützen vom Auge zum Auge, uni) barm stand das Paar von der ganzen Familie Lorenzen umringt und zahlreichen sich überstürzenden Fragen ausgesetzt. Ragna aber sah nur einen, der sie hier, n» er schon seit einigen Wochen wohnte, erivartet hatte, Arne Lorenzen. Wie eine deutsche Eiche stand er da. So fest und treu, als müsse er sie schützen vor Not und Ge- fchr, und wie sie ihre Hand in seine so warme Rechte legte, da kam es wie Frieden, wie süßer, köstlicher Frieden über ihr stürmendes Herz. Stumm neigte sie zum Abschied das Haupt vor Sven Svendburg. Sein letzter leidenschaftlicher Abschiedsblick tauchte in zwei klare, ruhige Augen, wie durchleuchtet vom Sonnenschein. Tie Familie Lorenzen erschöpfte sich in wortreichem Tank, dann schritt Graf Sven vor der Familie her dem Kur- Hause zu.

Ragna sah ihm nach, ihr war es, als müsse sie ausschreien vor Schmerz und Weh, aber Arne Lorenzen trat zu ihr und sagte warm:

Sie sind müde, Fräulein Ragna, der Weg hat Sic angestrengt. Wollen Sic sich auf meinem Arm stützen?" , . ,

Sie nahm ihn schwingend und so schritt tie, von Arne geführt, dem Hotel des Alpes lang­sam zu.

Tie Sonne glühte auf den weihen Schnee­feldern, der Himmel blaute licht und klar, und die Lawinen rollten donnernd hinab ins Tal.

Unb Murren lag da, so verträumt im Schn«, so verträumt wie das Mädchen an Arne Loren­zens Seite ging, das Mädchen das er liebte und von dem er Gegenliebe erhoffte.

Bald darauf saß die Familie Lorenzen auf der verdeckten Veranda des Hotels um den Mittags­tisch versammelt. Tie tierftrcuien Häuser des Tor­fes spiegelten sich vor ihnen im Sonnengold und höben sich lemhtend von den weißen, mächtigen Schnecfeldern der Jungfrau ab. Tie Mitte gs-

glocte läutete so feierlich und Ragna war es, als läutete sie ihr Frieden ins Herz.

Ich finde Sie aber wirklich komisch, Fräu­lein Ragna," unterbrach die energische Stimm: Frau Thereses ihren Gedankengang,daß Sr: sich über Ihren Reisegefährten in -in so mystisches Tuntel hüllen. Hat sich denn der Mensch nickst mal vorgestellt? Ich finde es geradezu unhöflich von ihm, uns jetzt hier so ganz links liegen zu lassen."

.Er wird froh sein, die ihm ausgezwungene Pflicht erfüllt zu haben," gab Ragna mit etwas bebenden Lippen zurück.

Na nuh das machen Sie mir nickst weiß ein iunger Mann wie der, weicht selten hübschen Mädchen aus."

Aber Therese," wandte der Professor ein.

Bitte, Alter, laß mich auch einmal reden, du hast immer das große Wort und daber kommt doch rrichts heraus, toemt wir das Ende besehen."

Aber mein Gott, liebe Frau, ich sage doch keinen Don," wandte der Professor schüchtern ein.

Keinen Ton? Arne, was sagst du dazu. Hast du so was schon gehört? Auf der ganzen nichts­nutzigen Fahrt hat er schon räsoniert."

Ja, über euren Unverstand," entgegnete der Professor.Trotz Arnes Abmahnen, nicht mit dem ganzen Krimskrams lstcrher zu ziehen, wußtet ihr es ja besser, und als du dann selbst sähest,, daß eine Fahrt hier herauf nichts für kleine Kinder und iür so eine verrücke Person, rme Male ist, wäre, da bürdest du mir die Schuld für die ganze Gcsckstchte aus und sagst, ich hätte das wissen müssen. Ja, mein Gott, was soll ich denn alles wissen? Geerd hat euch ja schon wochenlang ge­neckt, daß ihr mit der Kinderstube reifen wolltet, aber alles bat ja nichts geholfen, und wo du nun selbst rinstehst, datz es absolut nrcht geht, da fällst du über mich her. Meinst du vielleicht, eS war schön, wie Fränze und Aenne auf der Fahrt hrer

brüllten, als ob sic am Spieße steckten, und all: Mitreisenden schimpften, ober meinst du, daß Mal:s Geheul, die immer glaubt, ihr letztes Stündlün wäre gekommen, die Annehmlichkeiten der Reife erhöht? Nein, ich habe es satt und morgen geht's nach Hause."

Papa, lieber Papa," riefen Gunhild unb Tagmar wie aus einem Munde.

Es bleibt dabei, sage ich, unb ich habe auch mal was zu sagen. Sonst besorgt das zwar immer eure Mutter, aber ich will auch mal reden, ver­standen?"

Frau Therese saß sprachlos. Ihr sanfter, stiller Gatte, der immer zufrieden war, wenn man ihn zufrieden ließ, der muckte hier auf, als regierte er das Haus. Und sie saß da und ließ sich in Gegenwart Ragnas, ihres Schwagers und der Kin­der abkanzeln und tagte Bein Wort?

Tas kam alles von der verrückten, schwindel­erregenden Fahrt, die sie bald umgebracht, und von der Angst, die sie vor der Rückfahrt hatte. Herrgott, wenn sie doch nur erst wieder in dem lieberen Hotel m Interlaken säße oder bester noch in ihrer gemütlichen Wohnung daheim.

Ja, das war es, die Sehnsucht nach Hauic war es, die in ihr wühlte, und bte ihr die ge­wohnte Energie nahm.

Tu. hast recht, Mann," sagte sic darum ganz sanft,wir reisen. Ich komme mir ja ae­robe wie ein Mops in der verrückten Welt hier vor. Miorgen früh geht's nach Jnterlaten und dann sofort zurück."

State, liebe Schwägerin," sagte Arne,in: war ein vernünftiger Rückzug, aber vielleicht he sich darüber reden, daß du mit den frinbeni und Male allein reift, und ixe andern noch die Schär , beit per Reise genießen. Fräulein Ragna wirst bu gewiß auf einige Zeit entbehren können."

Frau Therese iah höchst pri.nich berührt .4

Ragna hinüber. (Fortsetzung

In ber weiteren Debatte stellt, nachdem ver­schiedene Redner das Wort genommen haben, Abg. Haußmann (Dan.) die Einmütigkeit des Hau­ses fest, daß niemand einen festen Termin für die Natumalversammlung fcstsetzen toill, da ein solcher Vorschlag bisher nicht vorgebracht worden sei.

Abg. Lohn (Unabh.) widerspricht dem Vor^ redner unb verlangt bie Wahl des ersten Reichs­tages bis zum 31. Dezember

Abg. Delbrück (T. N.) tritt ebenfalls für bie Festlegung eines Datums ein.

Abg. So ehe (Soz.): Wir sinb gegen die Festsetzung eines Datums, well wir daburch dic Obslruftionsbestrebnngen, die wir schon bei den Vorberatungen feststellen konnten, aussichtsreich unterstützen würden. (Bewegung.)

Nach längerer Aussprache bringen schließlich bie Unabhängigen einen Antrag cm, daß der erste Reichstag am 18. Januar 1920 gewählt )fin muß. Abg. Delbrück (D. N.) will nicht ob­struieren, stimmt aber dem Anträge der Unab­hängigen zu.

Abg. Braun-Franken (Soz.): Die Er­fahrungen im Steueraussckiuß berechtigen uns zu der Auffassung, datz gegen die Besitzsteuer dock, obstruiert n> erben soll. Wenn die Bewegung so weiter geht, wird das Deutsche Reich bankrott gehen, ehe ber neue Reichstag da ist.

Ter Antrag der Unabhängigen wird gegen die Stimmen der Unabhängigen unb Deutsch-Natio­nalen abgelehnt.

Artikel 172 wird in der Ausschußsassung an­genommen.

Ter Schluharttkel 173 gelangt ohne Aus spräche zur Annahme. Im Ausschuß beantragte Entschließungen, die Regierung möge eine Reichs­vermittlungsstelle einrichten, ferner die Frage prüfen, ob und inwieweit die kleinen Staaten unter einer Million Einwohner beseitigt werden können und endlich mit der größten Beschleunigung ein Gesetz über die Aushebung der Müitärinstiz an- zubringen, werden angenommen.

Ter Präsident spricht zum Abschluß des Wer­kes dem Ausschuß und dem gefamten Hanse den herzlichen Tank aus.

Nächste Sitzung Mittwochs vormittag 10 Uhr. Entgegennahme einer Erklärung der Nkichsregie- rung. Schluß V*8 Uhr.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 24. Juli 1919.

In abermals beinahe vierstündiger Sit­zung wurde diesmal die Durchberatung der Tagesordnung glücklich zu Ende geführt. Auch diesmal ging es ohne Weitschweifigkeiten nicht ab und wir müssen es uns Vorbehalten, falls der schleppende Gang der Geschäftsführung in dieser Weise sortgeführt wird, aus Raum-- mangel die Ausführungen der einzelnen Red­ner nur summarisch wiederzugeben. Gleich­zeitig sei auf einen weiteren Nachteil ber Frak­tionsbildung innerhalb des Kollegiums hin­gewiesen. Äne Stellungnahme eines Frak- tionssührers zu den unwichtigsten Punkten veranlaßt die übrigen Fraktionsführer jedes­mal, sich ebenfalls zum Worte zu melden. Selbst wenn keinerlei Meinungsverschieden­heit vorhanden ist.

Gegen das Verlangen des Amtsgerichtes auf Wiedergabe der vom Lebensmittel­amt besetzten Räume wurde lebhafter Wider­spruch laut. Die Stadt befindet sich ebenso in einer Zwangslage wie das Amtsgericht. Man einigte sich darauf, nochmals wegen Zeitauf­schubs zu verhandeln.

Die Erbauung der Häusergruppe II in der Mühlstraße wurde mit einem Kredit von 610000 Mk. genehmigt. Es sei im Anschluß daran eine dankenswerte Anregung des Stadt­verordneten Vetters hervorgehoben. Die Alte Klinik abzureißen, um dadurch Baumaterial zu gewinnen, da mit dem alten Kasten doch nichts mehr anzusangen sei. Wir können diese Anregung nur begrüßen, denn durch einen Umbau würden ungeheure Mittel nutzlos ver­schwendet. Dem Bureau-Aushilfspersonal der Stadt wurde eine Teuerungszulage bewilligt.

Nach Schluß der Tagesordnung entspann sich noch eine lebhafte Aussprache über ver­schiedene Lebensmittelfragen.

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Zweiter Blatt

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fbrunD lagen. Sonnensläubck)en zogen wie dnf- Schleier über 0a5 Tal, und Ragna stand wie eie Göttin grob unb hehr in diesem Zauberkreis.

Ortschaft nach Kleie als auch dem Wunsche der Berfrraucfcr nach Verbesserung des Brotes Nech- img getragen.

brr Verbraucher, das Brot wohlschmeckender zu zcstalten. FallF die begründeten Aussichten auf nimfrafte Getreideeinfuhr aus dem Ausland sich

Me zahlreich

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Werfüllen, unb die Eingänge aus heimischer Ernt-, |fc rtgef5brbct durch Laicharbeiterstreiks, sich nor- rat gestalten, wird darum dic Ausmahlung des "votgetreides auf 81 Proz. herabgesetzt werden, adurch würde sowohl dem Bedürfnis der Land-

ienbim iuibaul Fladen!

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ingoetter.

Neben den Preisen für die vegetabilischen Er- I zeugnisse setzt die neue Verordnung die Schl acht- »vieh preise fest, wie dies angesichts der be- M solideren Trmglichkeit bereits durch die Berord-

ds »*/. Uhi as Thema.

Sven zog Ragnas Hand tiefbewegt an seine 1 rppen.

So scheiden wir denn," sagte er leise,aber L, unvergessen wird diese Stunde in meinem Ge- k kchtnis leben. Dars ich aber nicht wissen, wo Sie E Brine Gedanken suchen dürfen, wo Sie weilen, wie leie heißen, Ihren Vornamen wenigstens?" ÄNein, nicht," sagte Ragna, deren leuchtende ,| tagen noch immer an dem herrlichen Silbe wie Bfkrirfubert hingen.Sie müssen mich eben ganz U rigtffcn. Kein Name, kein Gedanke soll Sie an II titz mahnen. Denken Sie, es war ein Traum hier jil fen, und Träume vergißt man."

VNiemals," sagte Graf Svendburg.Wären stk cie eine andere, da kämpfte ich um mein Glück, |k K aiß ich alle Schranken nieder, um das zu er» |F trjfjen, was mein Herz begehrte, aber ich tennc R eit trotzdem ich Sie nicht kenne, ich weiß, daß W r!!m Kamps vergebens ist, ich weiß, daß Sie nie- frünl-iS mit eurem Glück zufrieden wären, das einer |rtnbftm genommen. Und nun leben Sie wohl, ich H Kbt. bort die Dächer von Mürrcn auftauchen und . ®< die Familie, deren Schutze Sie anoertraut m steht schon ungeduldig auf Sie wartend da.

h sichte das Leben Ihnen nur Rosen und keine irrten geben."

ildrch ein sehnsüchtiger, leidenschaftlicher Blick,

Die Crjcugtrpreife im Zähre 1949.

Berlin M. Juli. (Wolff.) Tas Reichs- miiiifrnum hat mit Zustimmung des Slaalen- ausschusies und des Volkswirtschaftl. Ausschusses xt NaiwiralVersammlung durch Verordnung vom 15. Juli dic Preise für bie landimrtschattlichen Er- Kugniffv aus ber Ernte 1919, soweit bieje öflenL» ich Ix tritt schäftet werben, festgesetzt. Ter Rog- ijenpreis ist für das berliner Preisgebiet aus 105 Mk. festgesetzt oter um 100 Mk. über d-m Varjahrspreis. Tic bisl-erigen Preisgebiete fiiiö bribebalten. Untier Berücksichtig img ber bislrerigen Span innig zwischen Rogaew und Weizenpreis unb Lngesichts der größeren Ansprück^ des Weizens an Pflege unb Dünger erschien ein Preis von 150 Mk. für das niedrigste östliche Preisgebiet IS angemessen und audrvidjenb. Ter Preis ber (*rüe ist im Hinblick auf ihre weitgehende Her- cirzichung als Brotgetreide auf ber Höhe des floggenpreises gelitten, umsomehr als ihre Pro- dliktionskosten nicht hinter benen des Roggens zu- rfirfbleiben.

Im Interesse der Lebenshaltung der breiten hoffen wird die Erhöhung des Brolgctrridepreises bis tzum 1. Oktober auf die stioichskasse übernommen jitb ber Mehrpreis gegenüber dem bisherigen Ge- uibcvtdd aus dem jur Senkung der Lebens- rittelpreise zur Verfügung gestellten lVr-Mil- liarben-Fonds gedeckt.

Beim Kartofselprets waren die gegen» \xt der Vorkriegszeit zu mehr als 100 Proz. »stiegeneu Prebnkttonskosten und die zurück- itjangelten (Erträge in Ucbcveinfrimmung zu brin- itii. So mußte ein Grundpixi^ von 125 Mk. 'ür die Tonne angemessen erscheinen. Er kann iad) den regionalen Derschied^nheileic bis zu 115 Mk. erhöht werden.

Der Oelfruchtbau erfordert nach seiner rigenart umfangreiche wirischafllick)e Vorkelwun- ,rtn. Entsprcckrend der bisherigen Hebung mar cs !ch<r erforderlich, bereits jetzt die Oelsruchtpreise iür 1920 sestznlcgen. Im Interesse der Fetl- ütiforgung besteht das dringende Bedürfnis einer befonb 1 a Förderung des Oelfruchtbaues, wobri m ber:i . ;u(>'igeu war, daß die Oelsrüchtc als starke Lickstofszclwcr bet dem bisherigen Preis auch von i>?m Gcsichtspimkt der Gcstel/ungSkosten aus nicht ausreichen. Nach der Bewertung des in den v.nschiedeium Oelsrüchten enthaltenen Eiweißes seht daher die Verordnung eine Erhöhung der sstherigcn Preise vor.

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L, rung vom 17. Juni für die Schlachtrinder vor- bends 7 Uhr: W l :ü!ig geschehen ist. Neben der Wiederholung der

»j v.. U -reise sür Schlachtriirder finb weiter Preise für Iki! ßtS ttllß: I Älilachtkälber und Schlachtschweine vorgesehen. < ;,V 1 r<ur Kälber ist der Preis von 120 Mk. ftr den

Chlmfltltil» ¥ Zentner Lebendgewicht, für Schlachlsctzwerne auf jUlUHUHUt 120 Mark festgesetzt. Um bte beständigen lieber» « - .7. L - iteerungen an! Ferkelmärkten zu beseitigen, sind

|(H(|| fr ufxrbem für Ferkel unb Läusersclflveine Richt- u 5 iteife von 10 bzw. 6 Mjk. für das > Kilogramm

MMMMMMM Lebendgewicht vorgesehen.

' - ' 14<* . 9toman von Anny Wothe.

' ' 1 (Nachdruck verboten.) Fortsetzung 18.

22 24 3 Sie reichte ihm treuen Blickes die Hand. * IV bichau satrnen d, wie tnm Fen ließ sie die großen

a Augen über bie himmelhohen Schneeberge sen, die da vor ihr in einem gewaltigen

Magna Svendburg

14z L ytoman von Anny Wothe.

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brsnn, bleu,

Dte Prriserhölmngen dürften den berechtigten . . Magen der Landwirtschaft über ein Zurückbleiben

' t»T Preise hinter den Gestehamgskosten voll gv- \\\\ UFhf vcht werden. Sie werden dazu beitragen, den XWV V 1 W ^MrichVandel zu Gunsten der gesetzlichen Ration PtjefcntllÄ einruschrLnlen. Wird dieses Ziel er- .. nicht, so braucht die Erhöhmig der Pvrise nicht

fllftl Uli « notrornbig eine entsprechende Erhöhung der Kosten u^u ' | ber Lebenshalttmg nach sich zu ziehen, weil die

11 TlhfUnnifE ' ctgemnSrtine Schleichhandelsrativn ober irenig- U»[\vvwuvyyw Hn M auf legale Versorgung Abendausgabe 7-Wfiberrwrnmen würbe.

-1 [ Neben einer ausreichenden Preisnormierung Mist.mr Förderung der Produktion und zur Verbil- 1 I ping der Erzeugnisse vor allem auch die Bereit- Jj iIIung eiweißhaltiger Futtermittel dringend ge» bten. Andererseits besteht ber dringende Wunsch

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Siebener Anzeiger (Senerai'Anzeiger für Dberhessen)

Deutsche Nationalversammlung.

Dienstag den 22. Inti. sRachmittagssitzung.)

Präsident Fehrenbach eröffnet bieSitzung um 4.10 Uhr.

Arttkel 164 bestimmt, daß m den nächsten 15 Jahren Angehörige der Famllien, bie bis 1918 in Deutschland regiert haben, nicht jum Reichs­präsidenten gewählt werden können. Em Antrag der Deutsch-Nationalen und weitere der Deutschen Vollspartei wollen diesen 21 rtitel streichen. Ein Antrag der Unabhängigen will, daß die Mit­glieder solcher Familien, die in Deutschland regiert haben, überhaupt nicht zum Reichspräsidenten ge­wählt werden können.

Abg. Groeber (Ztr.): Diese Bestimmung sieht so aus wie ein unmotiviertes Angstprodukt.

Abg Philipp (D.-flt.): Es ist ein Unding, in eine so freie Verfassung ein solches Ausnahme- gesetz zu bringen, das außerdem ganz grundlos ist.

Abg. Kahl (T. 23p.): Haß und Angst haben eine solche Bestimmung diktiert.

Abg. P r a u n - Franken (Soz.): Die Er­fassung ist nicht nur für die nächste Zeit bestimmt, sondern auch für solche Zeiten, wo solche Bestim­mungen wichtig werden.

Abg. Seger (Unabh.): Die wirllichen De­mokraten der 2Delt werden aus der Bestimmung «entnehmen, wie weit der Republikanismus in Deutschland verankert ist.

Abg. ,Nuschke (Dem.): Die Anträge der beiden sozialdemokratischen Parteien sind nichts weiter als Angslprodukte. Wir Demokraten sind überzeugt, daß das deutsche Volk bei der Prä­sidentenwahl keine Dummheit begehen wird.

Ter Aattrag der Unabljängiffcn wird mit 122 gerjen 117 Stimmen angenommen, was die Linke mit lebhaftem Beifall begrüßt.

Zu Art. 167 (llebcrnalfine der Post- und Tele- graphenverwallung auf das Reich) und 168 (Ueber- nahme der Staatseisenbahnen und Wasserstraßen) null ein gemeinsamer Antrag der TeutsckMationa- len, des Zentrums, ber Temokraten und der Sl>- zialdemokraten bei mangelrtber Verständigung die sämtlichen U ebemalymcbebingungcn durch den Staatsgeiich-tshof cmtfcheideu lassen.

Tie Artikel 167 und 168 werden mit der Ab­änderung nach dem gemeinsamen Antrag ange­nommen.

Aus Antrag des Abg. Koch-Kassel (Dem.) wird Art. 168 auch auf Seezeichen erstreckt. Ein von dem Abg. Katzen st ein (Soz.) be­antragter Art. 168 a, wonach dis zur Regelung an die Stelle der Todcssttafe lebenslängliche Zucht­haus- oder Festungsstrafe zu treten hat, wird nach einer GesckmftsordtmirgSdebatte vorn Abg. Kupeic- stein zurückgezogen unter Vorbehalt der Wieder- etnbringung bei der dritten Lesung.

Em deutsch-nationaler Antrag, wvatach eine Eidesleistung rvchtswirksam auch in der Weise er­folgt, daß der Schwörende unter Weglassung der religiösen Eidesformel erklärt: ,^Jch schvöre", wird angenommen.

Artikel 170 (Aufhebung der alten Verfassungi) wird mit unroefentliehen Aendermcgeii. angenom­men. Auf Antrag Dr. Haas (DemO werd ein Art. 151a, wonach die Aufhebung der Orden und Ehrenzeichen und der Krie^abzeichien auf bie bet Jahre 191418 nicht angewendet werden soll, an- genommen.

Art. 172 bestimmt, daß bis zum Zusammen­tritt des ersten Reichstages die Nationalversamrn- hnrg als Reichstag gilt unb daß der bisherige Reichspräsident bis zur gültigen Wahl eines Nach­folgers Reichspräsident bleibt.

Abg. Dr v. Delbrück (T.-N.): Nach dem Wortlaut des Artikels ist das Mandat der Mit­glieder der Nationalversammlung und des Reichs­präsidenten unbcschräntt verlängert. Wir können daher dem Artikel nicht zustimmen. Anträge stellen wir nicht, da es Ausgabe der Regierung wäre, zu sagen, wie lange noch die Tätigkeit der National­versammlung unbedingt erforderlich ist.

Reichskommissar Dr. Preuß: Cs wäre jetzt den Neichsinteressen schädlich, toenn wir eilten festen, starren Termin setzen, den wir nachher nicht einhalten können. Daß bie Nationalversammlung ohne Ausnahme ihr Mandat nicht verlängern will, ist selbstverständlich.

Abg. Dr. Haase (Unabh.,: Die National­versammlung ist nicht mehr der Ausdruck bei Machtverhältnisse im Reich. Sie bedeutet nur noch eine gefälschte Volksmeinung.

Abg. Delbrück (D.-N.): Die Erklärung der Regierung, daß keine Partei die Tagung weiter hinauszuschieben gedenkt, erfüllt mich mit beson­derer Genugtuung, da Anzeichen für das Gegen- teil Vorlagen.

Donnerstag, 24. Zuli E

U. a. teilte Stadtv. Simon nut. es werde in Alsfeld amerikuitisme Schweineschmalz in der gkidc.t ? i c wie das früher in Gießen verausgabte, um Preise von 5 Mk. an die Bevölkerung ver­teilt. Wir haben heute nwraen uns :.iit :e. 1 Bürgermeister von Alsfeld telep^c.: :> 1 Verbindung gesetzt und erfahren, daß c.> >

um Kunstspeifefett handelte, das rott le. Landes-Milch- und Fettstelle überwiesen nm: Das Fett kam zum Preise von 5 Mk. zur An ­gabe. Auf den Kopf der Bevölkerung feie; 250 Gramm entfallen. Das Schmal; ivmui der Bevölkerung nicht aufgedrängt, sie Hube sich darum gerissen. Im freien Handel kost« das Schweineschmalz in Alsfeld 10.50 Mk.

.*

5. Sitzung. (Fortsetzung.)

Beginn 4 Uhr.

Anwesend sind die Beigeordneten K r e u z i e n, K l i n g s p 0 r und Rosenberg, sowie mit Auf­nahme von Diehl, Sommer und W i n n 39 Stabitterorbncte

Zu Urkundsperionen werden gemälzt ftj» £: a<. verordneten Urstadt und Wachtel.

Beig. K r e n z i e n eröffnet die Sitzung.

Beig. K l i n g s p 0 r berichtet über Pu> ft 11 der Tagesordnung.

Gesuche um Erlaubnis zum Schankwirtschcf' .- betrieb.

Befürwortet werden die UebergangSgesucke 1 s Ernst Hanke für Ebclstraße 2, des Johann 511: ringer für Walltorsttaßc 36/38, der Luise Ente Witwe für dteuenweg 36, des August Gijscl iu. Neuen Baue 5, des Lran- Schwab für Bahn: oi sttaßc 89, des Otto Wenzel für Brandgasse 4, Di. Johann Bohl für Wolfstraße 7, des Wilhelm Za kob für Hammstraße 14, des Ludwig Herbert Tüt Mäusburg 1, der Selma Spuck Witwe für Lm> wigftraße 55.

Stadtv. Michel (Dem.) warnt davor, zuv-es Wirtscbaftskonzessionen zu erteilen, da wir Mas >, feit, Arbeitsamkeit und Sparsam test bedürfen, ti beantragt, die Höchstzahl der im Verhältnis zur Be­völkerungszahl zu bewilligenden Schankwirtschäftcn festzufetzen. Stadtv. Frau Bier mann (Dem scklietzt sich dem an. Beig. Klingspor e. Härt, daß die Gesuche eingehend geprüft iuerbcn. - Stadtv. Vetters (Soz.) bemängelt die Geschäfts­führung der Stadtverordnetenversammlung unb warnt davor, wie Stadtv. Michel, programmattsl' : Reden mit statistischem Material über Alkoholi mus zu halten. Stadtv. Krausmüller (- Vp.) stimmt dem bei, das Ansehen der Bersamn- lung wird geschädigt, wenn sie sich Redseligkeit vor werfen lassen muß.

Die vorerwähnten Gesuche werden genehmigt

Beig. Klingspor: DaS Gesuch des Mar tin Nagel, ffiroftwrfer Straße 2, ist früher abgc lehnt worden. Es ist jetzt für eine Speisewirtschast neu ein gereicht. Die Kvmmission befürwortet dac> Gesuch.

Das Gesuch wird gegen 12 Stritimen ange­nommen.

Bei«. Klin asporl Das Gesivb des Wilhelm Kern um Erlaubnis »um AuSschank alkoholfreier Getränke für Plockstratze 7 bat keine Genchaxgung notwendig^ der Ausschuß befürwortet es daher. Es sprechen hierzu die Stadtv. Wachtel, Ebel unb Gmelin, die der Ansicht sind, daß die Genehmi­gung erforderlich ist.

Das Gesuch wird genehmigt.

Gesuch des Männerturnveieins um Erlaß der Miete für die Tusnhalle der Oberrealschule.

Unter Hinweis auf die Bedeutung des Sportes für die Volksgesundheit wird von ber Deputation Mipfohlen, die Miete von 120 Mk. zu erlassen Der Verein stellt dafür seinen Turnplatz am Schif- fenberget Weg den Schulen tagsüber zur Ver­fügung. Die Baudcputation befürwortet, sämtliche Turnhallen den Vereinen kostenlos bis aut die Be­leuchtung kostenftei zu über lassen.

Der Antrag wird gendpmgt

Rämnung des neuen Gerichtsgebäudes durch das Lebensmittelamt.

Beig. Krenzien: Tas Justizministerium hat die Räumung bis 1. Oktober ungeordnet. Be-