Ausgabe 
24.5.1919
 
Einzelbild herunterladen

bruch emmirtiQ andchließt. (Wiedvchotte allgemeine stürmische Zustimmung.) t

Ter Prozeß Ledebour.

B e r l i n, 23. Mai. (Wolff.) In der heu­tigen Satzung des Ledebour-Prozesses wurde der Antrag auf Haftentlassung des Angeklagten Ledebour nach längerer Beratung vom Gericht abgelehnt.

Zum Kampf um Riga.

Berlin, 22. Mai. (Wolff.) Wie wir hören, sind an den Rigaer Kämpfen deutsche Truppen nicht beteiligt. Es ist zweifelhaft, ob die schwachen lettischen Truppen Riga halten können, denn die Bol- toauiften haben bei Bausk erneut stark an­gegriffen.

Die Ztadtoerorvnetenwahl.

Die Deutsche demokratische Partei schreibt uns: Der von der Deutschim demokratischen Partei. Deutschen Volkspartei, Deutschnatwnalen Dosis- partei, dem Zentrum imb dem (Siebener Bürger­vereinemem'am eingereichte Wahlvorschlag »reift nach seiner endgültigen Festsetzung eine Lifte von 50 Kandidaten auf, die das Kennwort trägt:Ver­einigte Liste, beginnend mit dem Namen Urftabt" fAuf die einzelnen Gruppen verteilen sich die Kandi­daten wie folgt:

Deutsche demokratische Partei (17):

1. Professor Nrstadt, Stadtverordneter (Nr. 1), 2. Professor Michel, Oberlehrer (Nr. 3), 3 Geb. >.-Rat Dr Sommer, Stadtverordneter ^Nr. 71, 4. Reserve-Lokomotivführer E Simon (Nr. 9\ 5. Bahnschlosser A. Erhaich (Nr. 111, 6. Fran Emma Biermann (Nr. 131, 7. Oberbibliothekar Dr. Elvl, Stadtverordneter (Nr. 151, 8. Kauf­mann Aug. Noll (Nr. 181, 9. Uhrmacher Heinr. Marx lNr. 211, 10. Bankdirektor A Heichelheim (Nr. 23\ 11. Bautechniker Heinr.^n (Nr. 24), 12. Kau'"mann Leov. Mover (Nr. 29), 13. Äe- fckläftSführer Fr Beeck (Nr. 31), 14. Schrein er- melfter G Haubach (Nr. 331, 15. Kaufmann Jos. Sauer (Nr. 38\ 16. Schreinermeifter und Fabri­kant E. H. Müller (Nr. 39), 17. Architekt H. Meyer (Nr. 421.

Deutsche Volkspartei (15):

1. Dr. Kransmüller (Nr. 21, 2 Frau Minna Naumann (Nr. 8), 3. Landgerichtsrat Neuen­hagen lNr. 101, 4. H. Winn, Stadtverordneter (9?r. 14), 5. Universitatsprosessor Dr. Vmelin (Nr. 16\ 6. Schloffermeister K Krailing (Nr. 201, 7. Treber Fr. Wenzel (Nr. 251, 8. Weinbündler Aug. Schwan (Nr 27). 9. Weißbindermeisler H. Lannspach (Nr. 30\ 10. Genossenschaftssekret.ir H. Kirchner (Nr. 35), 11. Frau Emma Schudt (Nr. 37), 12 Schuhmachermeister L Bernhardt (Nr. 41), 13 Sven gier meister Gg. Appel (Nr. 43), 14. Frau Elise Riebel (Nr. 46), 15. Bahnmeister 1 Kl. H. Rahlmeier (Nr. 481 Deutsch-nationale Volkspartei (10):

1. Landgerichtsrat K. Schmahl (Nr. 4), 2. Frau Wilhelmine Kramer (Nr. 12), 3. Lehrer Gg. Kling (Nr. 17), 4. Wagnermeister L. Faber ($r. 22), 5. Unrverfitätsprofessvr Dr. Gistvius (Nr. 28), 6. Fabrikant H. Schirmer (Nr. 32), 7. Hausver­walter Joh. Loh (Nr. 40), 8. Postsekretär H. Lucas (Nr. 44), 9. Frau Martha Sievers (Nr. 47), 10. Eisenbahnsekretär R. Eomvter (Nr. 50).

Zentrum (6):

1. Amtsgerichtsrat Fr. Wachtel (Nr. 5), 2. Leh­rer H. Goer (Nr. 19), 3. Architekt P. Gerde (Nr. 26), 4. Schriftsetzer P. Schäfer (Nr. 36), 5. Frau Luise Peters (Nr. 45), 6. Kaufmann H. Selbst (Nr. 49).

Bürgerverein (2):

1. Lehrer Valentin Müller (Nr. 6), 2. Kauf­mann Alex. Ringel (Nr. 34).

Die vom Büräervercin aufgestellten beiden Kandidaten sind solche, die keiner politischen Partei angehören. Ein dritter hat seine Kandidatur nach­träglich zurückgezogen. Im ganzen erscheinen auf dem Wahlvorschlag 21 Mitglieder des Bürger­vereins.

Bei der Auswahl der Kandidaten, über die in den Parteien die Mitgliederversammlungen die letzte Enrsck)eidung fällten, wurde auf die verschie­denen Berufsstände die größtmögliche Rücksicht ge­nommen, teils durch Aufstellung direkter Berufs­vertreter, teils durch Ausstellung solcher Kan­didaten. die geeignet und willens sind, die Jnter- es>en solcher Berufsstände kräftig zu wahren, für die direkte Vertreter fehlen. Manches Opfer wurde dabei gebracht, wie z. B. in der Deutschen demo­kratischen Partei ein Lehrer und ein Rechtsanwalt, die an gesicherter Stelle standen, zugunsten eines Kaufmanns und ein s Handtverkers auf ihre Kan­didaturen ganz verzichteten. Für die Einreihung der Kandidaten in die den vereinigten Gruppen aus der gemeinsamen Liste zugefallenen Plätze war die Stimmenzahl maßgebend, de sie in den Mit- Sliederversammlungen ihrer Gruppen erhielten.

.m gleich am Anfang der Liste die von der über­wiegenden Mehrheit der Einwohnerschaft Gießens freudig begrüßte Einigung zum Ausdruck zu brin­gen, ging die Deutsche demokratische Partei von

Feuilleton.

Maikiirvlnter in Rübezahls Reich.

Du? Schreiberhau im Riesengebirgewird uns geschrieben: Maienschnee im Riesengebirge, noch dazu Mitte Mai. 3 Grad Kälte, Schlitten­bahn bis zum Zacksiall frirtab, das ist selbst für rrnser Gebirge eine Seltenheit. Acht Tage vorl-er war der Koppenlegel schon so gut wie schneefrei, nachdem aus dem Kamm noch am 9 Mai V/2 m hock Schnee gelegen hatte. Ein Gebirgswinter von zähster Aue da ier Unten im Hirschberger Tale blühen derweilen die Obstböume. Durch schloh- voeiße Dlütengälten hindurch der Blick über die im jungen Maiengrün prangenden Vorberge aus die gewaltigen Hochlamme, die in glitzerndem Weiß leuchten. Unten Frühling, oben Winter, Motive, wie sie Morgenstern so ichön auf seinen Gebirgs- aquarellen sel'.gebalten hat.

So ist es denn in den oberen Bergregionen noch recht ein am. 3m Tale und in den Vor­bergen dagegen regt sich schon die kommende Saison". Sehr zagba't zwar, aber doch unver- knnoar. Weyigstens besteht dock nun die Klar­heit, daß die Sommersrischen des Riesengebirges nicht gesperrt werden. Sie bleiben vielmehr, nrr.n auch unter gewissen Einschränkungen, dem Vermehr geöffnet. GegenHamsterer" soll aller­dings schar' vorgegengen werden, aber die Houvt- fa-dje ist schließlich doch daß Erholungsbedürftige kommen b.-n.icn. Tie Gemeind« Hermsdors untenn Kyuaft hat beschlossen, daß die Fremden in diesem

dem ihr zugefallenen 5. Platz zugunsten des Zen­trums aus den 7. Platz, die Deutsche Volkspartei vom 6. Platz zugunsten des Bürgervereins auf den 8. Platz zurück, womit eine Zusammenstellung von Vertretern der vier Parteien und des Bürgerver­eins an die Spitze der List« in unmittelbarer Auf­einanderfolge erreicht wurde.

Die langwierigen Verhandlungen und viel­fachen Schwierigkeiten, die mit der Aufstellung des gemeinsamen Wahlvorschlags verbunden waren, machten eine frühere Veröffentlichung unmöglich. Daß aber derartige Verhandlungen, wenn sie ihr Ziel nicht verfehlen sollten, nicht unterstarker Beteiligung der Oesscntlichkeit" geführt werden konnten, sollte für jeden, der mit solchen Dingen auch nur einigermaßen vertraut ift, doch wohl selbstverständlich sein. *

Wir verweisen auf die amtliche Veröffent­lichung der WMvvrschläge in heutiger Nummer. Es sind dort außer der Vereinigten bürgerlichen Liste die Wählvorschläge der Unabhängigen, der Sozialdemokratischen Partei inti) der Privackan- ge stell den aufgeführt.

Aus Statt uuö Land.

Gießen, 24. Mai 1919.

Warnung vor Trichiuerigefahr.

Das Kreisgcsundheitsamt Gießen wie­derholt dringend die unlängst gegebene Warnung vor Trichinengefahr. Niemand möge den zur Ausgabe gelangenden amerika­nischen Schinken genießen, bevor er gründ­lich gekocht ist. Die Direktion des Schlacht­hofes Gießen hat dem Kreisgefundhcitsamt heute mitgeteilt, daß bei der Schnelligkeit, mit der b$r amerikanische Schinken oder durch­wachsene Speck zur Verteilung gelangt, eine vorherige Untersuchung auf Trichinen durch das Personal des Schlachthofes nur unvoll­kommen und nur teilweise vorgenommen wer­den konnte. Selbstverständlich ist bei Schin­ken die Trichinengefahr größer als bei durchwachsenem Speck, weil der Schinken mehr Muskelfleisch enthält und die Trichinen sich nur in der Muskulatur aufhalten.

Da» Tanzfieber.

Es gibt immer noch Leute im Kreis Gießen, die Sinn für Tanzvergnügen haben.

Können oder wollen diese Leute eine Zeit nicht verstehen, in der es sich um Deutschlands Sein ober Nichtsein yandelt?

Soviel wissen wir aus bester Quelle, daß vorläufig bis Pfingsten im Kreise Gießen niemand auf Tanzerlaübnis rechnen kann.

** Amtliche Personalnachrich­ten. Am 14. Mai wurde Anna Wagner aus Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1919 an zur Bibliotheksgehilfin an der Hof- und Lanoesbibliothek, der Kreisamtsgehilfe Richter von Ortenberg mit Wirkung vom 1. Mai ab zum Sekretär der Hauptfürsorge­stelle der Kriegsbeschädigten- und Kriegs- hinterbliebenenfursorge und der Fino.nzaspi- rant Karl Hahn aus Bessirngen zum Ve- zirkskassenassiftenten ernannt

LU. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag den 2 5. Mai, vorm mittags UV» Uhr, findet in der Neuen Aula ein Unlveifi- tÄs-Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität rin geloben sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zu­tritt. ! Es (mb keinerlei Plätze vorbelmsien: die Stühle stehen jedem Besuelxn gleichmäßig zur Ver­fügung. Die Predigt hält Herr Professor Dr. Schi an.

* Stimmbeschädigte Akade­miker. Ab 15. Juni 1919 findet in der Helmstedter Burse ein Kursus für stimmbe- schädigte Akademiker unter Leitung von Frau Schott-Auerbach statt Der Kursus ist auf 46 Wochen bemessen. Die Aufnahmebe­dingungen sind dieselben, wie für die Helm­stedter Burse, lieber die Aufnahme entschei­det die Hauptgeschäftsstelle nach überreichtem ärztlichen Zeugnis, das über die Art der Stimmb^schädigung genau Ausschluß gibt Der Vorstand des Akadem. Hilfsbundes ist gewillt, Zuschüsse $u den Kosten der Kur zu leisten. Stimmbeschädigte werden auf den Kursus hingewiesen. Bis zum 1. Juni sind die Gesuche an den Akademischen Hilfsbund, Berlin NO 7, Georgenstr. 44, einzureichen.

** M it einer Demonstration wandt.n Kcfjl gestern mittag die hiesigen Lazarett­en f a s s e n an die Oefsentsichkett und lohten damit dem Beispiele Frankfurts und vieler anderer Städte. Veranlaßt wurden diese in ganz Deutsch­land einheitlich durch ^führten Kund.ielmngen durch die ablehnende Haltung der Rrichsregieiung gegen-

Jahre dort kein Fleisch erhalten Dieser Beschluß beleuchtet die Lage. In der Arbeiterschaft des Hisickcherger Tales ift fick-: sich eine g w ße Ab­neigung gegen die Fremden vorhanden, an bei diese, soweit sie in schlimmster Weise gehamstert haben, anerbmal selbst schuÜ» sind. Doch diese Verstimmungen werden sich mit der Zeit wohl weder ausMeichen. Jedenfalls hat man in Bres­lau und Berlin ersrensicherweise den Standpunkt eingenommen, daß es nicht angeht, so ohne wei­teres zu diktieren, daß bas Gebirge denen ver­schlossen bleibt, die nicht so glücklich sind, in seinem Bereich zu wohnen.

Inzwischen ist Johann Kirsch'chlager, her alt­bekannte Dsinterwirl, cck.wck>ertig ölttTieirijrKfxT Poswerwaller, so-oie stellvertnetenber deutscher Postagent aus her Schneekoppe, im Alter von 74 Jahren verschieben Ehe die Wetterwarte aus der Koppe errichtet wurde, war er 2!) Jahre Beob­achter des Preußischen Meteorologischen Instituts aus Preußens höchstem Gipfel. Im Riesengebirgs­museum in Hirschberg sind nun auch die fünf kolossalen Wandgemälde des Breslauer Pwsessors Wislioenus aufgffbellt Worben, die das Gebirge in charakteristischen Ausschnitten aus den vier Jahreszeiten teigen, ferner den Hackel all im Mondschein. Das Museum hat damit einen her- vorragenden Schmuck erhalten. Ob fich die Hoss- nungen puf gute SchnellB-ge noch HrrsclHerg er­füllen werden, weiß noch niemand genau Die Aussichten s nd jedenfalls nicht günssig. Niemals seit fünf Jahren ist man im Riesengebirge mit solcher Ungewißheit der «Salloa" aitatiicnqegan»

über den bekannten Foroerungen her Kriegsbeschä­digten (3 Mk. tägliche Zulage neben 1 Mk. Löh- htung, ^Verbesserung der Verpflegung ,ufn>.). Tie Angehörigen der veifcksiedenen Lazarette zogen go i flössen nach dem Ludwigsplotz, wo sie sich sam­melten. In dem Zuge es s.llcn annäleno 700 Mann gewesen fein wurden Sckililder getragen im ick ^Inschriften wieWo bleibt der Dank des Vaterlandes?",tZehn Millionen dem Großherzog; wir kommen nichts!",Deutschland hoch in Ehren, wie tust du deine Krüppel ehren!",Wir wollen keine Almosen, sondern nur unser Recht!". Die Demonstranten bewegten sich durch die Ludwig- straße, Anlage, Seltersweg nach dem Marktplatz, wo tüt einer kleinen Ansprache die Fordecungen! der Kriegsbeschädigten bargelegt wurden. Hierauf bing es zur Bürgermeisterei, wo sich der Zug, der f-tion unterwgs i m ich zu ammenc,esch>Mo!'e 1 irar, ci islöstc. Die Vertrauensleute der einzelnen La­zarette 'begaben sich zum Oberbürgermeister, um mit ihm über eine städtische Beihilfe zur Derpsle- Gung, Fahrpreisermäßigung aus der Straßenbahn um die Hälfte us 0. zu verhandeln. Soweit uns bekannt, vollzog sich alles in Ruhe und Ordnung.

** Oberhessischer Kun ft verein. Bei noch rechtzeitigem EintreffAi werden mor­gen unter anderem einige Werke des bekann­ten Münchener Künstlers Robert Curry aus­gestellt sein. Die gegenwärtige Ausstellung bleibt nur noch 8 Lage einschließlich zweier Sonntage.

** Die Anlagenmusik findet mor­gen, vormittags von 1112 Uhr, in der Süd- Anlage mit nachstehender Musikfolge statt: 1. a)Morgenstimmung", b)Ases Tod" (aus ber 1. Peer-Gynt-Suite) von Ed. Grieg. 2. Themen aus ber OperRl-eingold" von R. Wagner. 3. Angereihte Stücke aus ber OperStradella" von Franz von Fbotow. 4.Des Hirten Morgensieb" von Frr. von Suppe, Solo für Flugelchorn (Vizefeldwebel Schwarzlose). 5. Walzer aus der Operette Frühlingsluft" von O. Fetras.

** Marken-Ausgabe. Heute ge­langen in den Bezirken Brotmarken zur Aus­gabe. AK vormittags von 812 Uhr, LZ nachmittags von 26 Uhr.

** Entwendet wurden aus einem Waggon im hiesigen Bahnhof 100 Flaschen Wein (Trarbacher - Schloßberg). Wem gehört em aufgesundenes älteres Weilrad, das offenbar von einem Diebstahl Zerrührt? Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal-Abteilung entgegen.

** Die Gewerbescheine für 1919 (Patente) können von den Gewerbetreibenden der Stadt Gießen das Stück zu 1 Mk. während der Zahl stunden bei der Bezirks­kasse in Empfang genommen werden.

** Kein Schlußsch einzwang für Frühgemüse und Frühobst! Bekannt­lich hat die öffentliche Bewirtschaftung von Frühgemüse und Frühobst aufgehört. Wie wir zuverlässig hören, wird von der Reichs- ftelle für Gemüse und Obst deshalb auch auf die Durchführung des Schlußschcinzwanges für Frühware nicht mehr ber frühere Wert gelegt.. Vielmehr sind bie Lanbes-, Provin­zial- und Bezirksstellen angewiesen worben, im Verwaltungswege bem Handel alle mög­lichen Erleichterungen und Befreiungen von der entsprechenden bisher geltenden gesetzlichen Vorschrift zu gewähren.

** Der Bürgerverein teilt mit: Wie verlautet und aus den aufgelegten Plä­nen zu schließen ist, bereitet die Eisenbahn- Verwaltung in einem Teil der Gemarkung Gießens Bahnanlagen vor, die wenig­stens in der vorgesehenen Ausführung durchaus nicht den Wünschen und Interessen unserer Einwohnerschaft entsprechen. Um nun ber Bürgerschaft Gelegenheit zur Stellung­nahme in dieser Angelegenheit zu geben, hält ber Bürgervcrein heute abend 8 Uhr imFel- senkeller" eine allgemeine Bürgerver­sammlung, auf bie hiermit nochmals ausdrücklich aufmerksam gemacht wird. Es sei dabei bemerkt, daß auch Angehörige ber in Betracht kommenden Nachbargemeinden will­kommen sind.

** D i e Vortragsvereinigung (Kaufmännischer und Ortsgeweebeverein) ver­anstaltet am Dienstag abend in der neuen Aula ihren ersten diesjährigen Vortrag. Prof. Dr. Schian wird überDas deutsche Volk in seiner Schicksalstunde" sprechen. Der Vortrag ist durchaus unpolitisch. (Siehe Anzeige.)

**DieWirtschaftlicheVereini- gung der Privat-Angestellten von Gießen und Umgegend veranstaltet am Mon­tag, den 26. Mai, abends 7'/, Uhr, im Win-

gen, wie diesmal. Tie Tsck»ock«igefahr schien zwar vorüber, aber was iotrben kann, wenn die Frie- denSvcrhandlnngen zu keinem Ergebnis führen, taim auch in dieser Hinsicht niemand Voraussagen.

TasintelleNuelle Proletariat.

In der Revue mondiale macht Jean Finot/.aus die schnnerige Lage des intellektuellen Proletariats! onpisichtS der Drohungen der sozialen Revolution aufmerksam.Tie anerkannten Führer des Bol­schewismus," schreib er.kommen fast alle aus dem Milieu des intcllekluellen Proletariats, bem cs nicht gelungen, ist, die notwendigen Fortschritte im Leben zu machen, die ihren Ehrgeiz mit ihren Appetit bef i dig-.n können. Man muß anerkennen, bot seine Lage sch-vierig ist, wenn man sie mit der der Handarbeiter verglcicht, die ihre Forde­rungen erfüllt sehen. Sind nun nicht die einen, ,oie die andern der gleichen Sympatlne würdig? Und hat die Gesellschaft nicht ein Interesse daran, ilpe allzu gcrcchtfersi^ten Gründe zur Klage zu vermeiden?" In diesem Sinn macht Finot aus den bemerkenswerten Versuch derBerufs­schule Rachel" von, Leonard Rofenkl-al auf» merksam. Tiefe hat sich zum Ziel gesetzt, den ii-tellektuellenArb>eitslosen" einen sicheren und pinfömmtvben Srot werb zu verschaffen, und zwar du ich fünf ober sechs Monate praktischer Ausbil­dung in gewissen Berufen. Ter Versuch hat aus- ne^iämck* Ergebnisse gehabt, und Fmot tritt da­für ein. ibn in größerem Maßftabe auszuführen. Etwa 30 Berufe sind sowohl Männer Itrie Frauen ter waemmudm -liberalen Berufe leicht zugmig-

dz. Dillenburg, 23. Mai. Die in den ei»

zelnen kmismännishen, technisckien und sonst« : LttM Angeftellten-Verbanden organisierten Angeftrlllli' liegt ira

haben sich zur Wahrnehmung ihrer Interessen

Evangelische Gemeinde

Gottesdienst am

f.d.

eukonsirrn. aus

9Vz: Psr-Ass. Schaefer; 11

ü

der

ckth.-Gem. Pft.

: Kinderk. s. d. Ma

lich. Andererseits ist bie radikale Trennung d scheu Hand- und Kopfarbeit unter verschiede^ Gesichtspunkten zu bedauern, und hier ist A Mittel gegelen, die brüderliche Gkfhtmnig Klaffen zn stärken.Tie intellektuellen Prvsitolst werden hier Mittel finden für ihren Lcbensimo' halt. Die beiden Arten von Arbeitern hetM einander besser kennen lernen, und die HupiW ivirb so den Rittern ber nützlickren Arbeit oj» Unterschied ihrer künsrlickMi Kla.scn gehören.^ j

tn Mlkonimi Tir ZettUl

einer wirtschastsichen Vereinigung der An gestellten für den Tillkreis zusammen- schlossen..

Kirchliche NacbrichSen.

ar di- M

<yn McinWhl^. äditigfit. Am!

: Whlmvor«' l l'afitn, rote ttti in Seilen 1 ^mmiifen 'N yier, Waisen de Hofer warten g

i

kn inö cw i bttB bei Gel SertMpicmi Dilechcwlrlsä

H lobe M irf ganze Arbci Hofft. Tie Nee ij sÄoer beim abitfe Opfer ii pt Mir seien e m Antrag Bon mann ml! den kten Staat mt i gar nihl bra i®r M tnin Wjerrlihen B« sieBeNsaltung ««sie ihren c» Antrag Bot I «bi) W es d Irrigen B« « eoziolisimi ttematmen mir I ungeeignet

Benins 'H.Wtt sch

Atv.

r,.Knuten, aus dir

keiner dirler § pH

L'l,V Sorncn den Frm Rlli lisch IIP

trorix-rung bt-

8y*6 fritier j te.e.i! Lben SS®? riee ij?? SlÜ es ÖÄI»

KfeNhu

<1 PSoÄfi

l-pirft

Ta? Lnrrb

L»w*2

leistende 0

L«SvetMlier Sm) Srme!

LC'fife bet Sri

*y.n uitD kam J la'sin SB f-vbung der 0 jiitit vorher a

Der Wiederaufbau dutt Reimt Die Franzosen wollen angnispeinlich bei Wiedeiausbau der zerstörten Städ.e in NordfE «ich die Einrichtung derPatenschaften" tN ahmen, mit denen die beutirlje Organisation dem Wiederaufbau des zerstörten Dftpreufcrv1 Sitte Erfahrungen gemalzt hrtt. Wie deutsche Lt«H sich je einer zerstörten ostpreußischen SawestrW annahmen, so hoffen bie Franzosen, daß aittn^j fanifdjc Städte oen f.Wizösiftchen Orlen Helsen t*^i den. Jetzt haben sich die Bürger von Elneago ktg erklärt,Reims zu adoptieren" und ert dem 8-^ beraufban tätig mitzuarbriten. Tas Leben bat fl Reims bereits wieder einen großen AtlfschwM g'nommen: 2000 gefl-oheite Famllien sind g kehrt und haben sich wieder in ihren WohnvnM ein^-richtet. Freilich wird es noch eine Zeit daE bevor die 10 000 zerstörten Häuser sich wieder P Ipeben und die Stadt zu bem großen Zentrum M den Wein- und Wollhandel wird, das es aor W Kriege war.

Gern. Pfr.-Ass. Schaefer. In der I 0 h a n nei kirche. 8: Zugl. Chriftenl f. d. Neukonfirm, b. i Luk.-Gern. Pfr. Bechtolsheimer: 91/2: Zi Militärgottesd. Pfr. Ausfeld; 11: Kmdrk. s. Joh.-Gern. Pfr. Ansfeld; abds. 8: Bickelbefpr. iE Jolmnnessaal. Kirchberg. Borrn. 10: Abdm. f. Mainzlar. Mainzlar. Nachm. I1

Ko hvltfche Gemeinde.

13ftünfrtge3(Skbet um Erilhnnn baldigen Fried 672: Beichbgel.: 7: Hl Ntes e. Anssitzun;

Mlerl)eisigftcn, Beginn des dreizehnstünd. Okt 8: Aust. d. hl. Komm.: 9: Hl. Mcs'e; 11: Mcste- die letzte Betstunde ist abds. 7, birmtf feit Scksinß des dreizehnstünd. Gedtts. Dienstag Freitag, abds. 672: Segensand, an den übri Tagen ist um 7 Segensmeffe. Samstag, nachm u. abds. 8: Beichtgel. Diasvora-GotteÄ>. <u 25. Mai: Grünberg 97$, Hungen 97».

handel.

== Wetzlar, 23. Mai. Tie heute in flirt a. M. abgehaltene Generalveriammlung da Buderus'scheu Eisenwerke genehmigte den Avkiul ber Westdeutschen Eisenwnre in Kray und stimmlr, I um die Verschmelzung dnrckfführen zu können, btt Erhöhung des Aktienkapitals um 27$ Millwns Mark ans 247- Millionen Mark zu. J

-richt

vsrsasiunagebkn-« Dclfstammer öt$ Srctftaates hcffen.

24. Sitzung vom 23. Mai.

Präsident Adelung eröffnet um lO1/^ Uhr dl Sitzung.

Tas Hans fährt fort in der Aussprache ühi Landgesetz und Fldeikonrmitzgesttz.

Geh. Oberjustizral Schwarz berichtet übll den Entwurf des Fidei k 0 m mi ß gesetzt^ das zum Ressort d^ Justizministeriums gebö^ an Stelle des am Erscheinen verhinderten Juflif Ministers: Dieser Gesetzentwurf ist eine cuiim ordentlich schwierige Materie in juristischer, vch tischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht und bui den Zusammenhang mit dem Landgesetz, so bah d für jeden einzelnen schwierig ist, sich in dieser Äh teric auszukenuen. Der Gesetzentwurf will iah kale Arbeit schaffen und die Grundstückssideikost misse, die volkswirtschaftlich bedenklich sind, in rck kalfter Weise bekämpfen. Durch die GrundstW fideikommiss:, die den Boden dem freien Verkj entstehen, wird die Binnenfiedlung und nii selten die Bodenbewirtschaftung erschwert. Die vd nehmstie Ausgabe war cs, die UnveräußerlikW der fideikommissarisch gebundenen Grundstücke m zuheben. Das Landgesetz und das Fideikommitzgrd scheinen einander zu widersprechen. Das crM enthält ein Veräußerungsverbot, das letztere ftj die freie Veräußerlichkeil der Grundstück fest. « Landgesetz will die freie Veräußerlichkcit mcht d feitigen, es bringt nur ein gewisses Korrektiv, nicht der Grundstücksspekula!ion Tür und Tarl offnen und zu verhindern, daß die GrundftülkrI Hände ungeeigneter Personen, z. B. KriegsgeE

tergarten des dafe Amend eine Mitglieder­versammlung über das Thema: Die Venn, tung der Angestellten im neuen Stadtpacl-ll ment.

** Wie die Gesellschaft zur FörM derung des oberhessifchen Hand-V Werks und Kunstbewerbes mitteilt, hat bet j Preisgericht in (einer Sitzung vom 22. 5., 1 in ber 16 Entwürfe für eine S ch m ulk'.V marke Vorlagen, folgendermaßen entfchic-1 den. 1. Preis Saatkorn 3, 2. Preis Saal- I körn 8, 3. Preis Saatkorn 7. Als Verfass^ I für alle drei Entwürfe ist Herr 9Bölfe, I Gießen, festgestellt. Die Entwürfe sind Oom 24. Mai bis 2 Juni in der Kunstausstellrmg (Turmhaus) ausgestellt.

Landkreis Gieße«.

** Lollar, 24. Mai. Morgen findet m Gasthof zur Linde ein einmaliges Gastspiel bn Leipziger V.-Sänger statt, die einen Theater- me Opercttenabend g.-ben.

Landkreis Gießen.

Wiescck, 24. Mai. Die für Sonntag dq 25. Mai in Trohe an beraumte Versammlung bei Freien hessiscknm Landesverbandes Kriegsbefch- digter, OrtsTruppe Wi.s.^ck" zwecks Organifatwi der iKriegsbeschädigten unb HinterbsieLenen v« Asien-B-.stck, Rödgen und Trohe, muß besonder« Umstände halber auf später verlegt werden.

Grüningen, 24. Mai. Herr Adolf Hrj |unb Frau feiern heute ihre Silberne Hochzeit.

Hcfscn Nassa».

j D iugjte, - ixt AllgeMinhk ctt Siiibunfl n to (onbent auf Ichen wir daS

Sonntag den 25. Mai (RoM K'LSiduft adtkirche. 8: Zugl. ChriV SH

aus d. Mattb.-Gem. Pfr. Ma