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Samstag, 24. Mai (919
Erster Blatt
169. Jahrgang
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mündlich verhandelt werden , dann erst lassen I «r nnitenm (faitmflinifl des GedantenL förber- sich alle Probleme prüfen und lösen, die X,1C ^mmiyum inljt oen Jsetfaillcr
Innft nifi*ti ftphpit imh rrnftc ßfefahtcn ßilben ^or>ck)!SlteN betresfend Fccilxil i>?r durchfuhr txs sonst offen stehen und ernste Gefahren vru>en ^yW„ llllb .oirtschaftlichen und Handels-
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^->ngen .Gegner ersuchert, bie allgemeinen oTundsätze der Menschlichkeit anzuwenden.
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dkmenceaus Antworten.
Daris, 23 Mai. (Dolfs.) Reuter. In der Antwort der Alliier en au die B r 0 ck d 0 r i f - Note vom 18. Mai über die wirtschaftlichen Be- flim mutigen wird erklärt, die in der Note entbal- ten'-n Beschwerden bezüglich der Bevölkerung, Schiffahrt, Kohlen. Blockade uw seien übertrieben. Deutschland müs'e sich Derqcgenroädv- gen, daß es aus dem Unglück, das über die ganze 2Bdt gekommen sei und für das es hauptsächlich
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Proteste ans England und Italien.
Amsterdam, 23. Mai. (WTB.) Die -malischen Blätter vom 21. Mai veröffentlichen ein Manifest des nationalen Friedensrates (National Peace Council), worin der Friedensvertrag verworfen wird, weil er dem republikanischen unb revo- lntinaren Deutschland eine Behandlung zuteil werden läßt, wie sie dem militärischen Hohen- zollern-Deutschland gegenüber nicht schlimmer hätte sein formen, und zwar trotz der vielen Erklärungen während des Krieges, daß die Alliierten nicht gegen das deutsche Volk kämpfen, sondern gegen die mrlitarrfche preußische Tyrannei. Der Friedensvertrag müßte als Instrument für eine dauernde Regelung von jedem Demokraten, Pazifisten und ZnternationülistLN zurüägewresen werden.
ter *te|eeer Xeytgei erscheint täglich, ai.net Cann* und Feiertags.
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Vie neuen Noten.
Versailles, 23. Mai. Gestern abrnd wurden dem Grasen Rantzau zwei Antwortnoten des Präsidenten Clemenceau überreicht, die nach Spa mitgenommen wurden und von dort aus ber PreHie zur Berössentlichung zugeden. Die eine beantwortet bie deutsche 9lok über oie wirtf cha s t- sichen Bedingungen, bie andere setzt dm Notenwechsel über den deutschen Bölkerbunds- e n t wu r s fort Auch in ihr stellt sch die (falten te wieder auf den Standpunkt, uns aui ihren eueren »irsprünglickvn Cntivnrs ;u Venveisen und fpeubt nicht von dem Wi s ntlichsten, nämlich von der Aufnahme Tcuischlands in den Völkerbtmd.
Bon deutscher Seite wurden im Lmtsc des gestrigen Tages abermals zwei neue Noten ülvrreicht. In der einen bmmt bie deutsche Delegation auf die internationale A r b etter qe se tz ge bn n g zurück unb wi:-erlegt die in der vorigen Alliierten-9iote ans *esp. ockenen Be- häuptungen, "daß bie Fragen des Arbeiter echtes und des ArbeiberschchtzeS durch den Entwurf ber ^faiteute in einer für die Arbeiter bcfricbiqenltn Weise gelöst seien. Sie betont im Gegenteil, daß di ne G si chgebung, die die Rechte der Arbeiter ge- iDiihrleiiiet, htur in dem bculfiben Entwurf vorhanden sei, und verlangt errt ut mit Nachdruck die Heranziehung von Gewertsck>astsvertrktem aller Länder zur Friedenskonferenz. Den von der (fairen tc für freu Herbst nach Wc?rington|rinlterufencmf iSlrbeitcrkongreß hält die den sche Note nicht für geeignet, diZe ungemein wichtigen Fragen zu lösen, da nackt der Zisimmenfetzung dieses Kongress) di, Ontcrefjen der Arbeiter gegenüber dem internationalen Kapitalismus 1 . keiner We s? gewahrt würden. Die zweite beutfuje Note behandelt ausführlich die Frage des Prioatei.rentums. In dem Be^- tragsentnnirf ber Entente ist bas Prin-ip der Un- antastbark-it des Privateigentums durckÄerodteN, indem das beutfbc Privatcüientum im Auslände zur Deckung der Krtegskcsten berangrtocen werden fo:I. %tdj I/terbet hat die Entente völlig eiusei'ia ver- sabren wollen, wahrend doch das W-^-nllichc der Wusonscheu Punkte die Gegenseitigkeit und Gleich- berechrianng ist. Um diese wiederhe^zustellen unb das deutsche Eigentum unb den d-rntechen Han>e im Auslande vor dauernder Vernichtung zu schützen, mad)l die deutsche Note in auriübrlicchm Darlegungen von großer juriftiicfxr Klarheit unter Anfüh- ruik} svon Beispielen aus der höchsten englischen nnl> beuif lxm Rcchtspreckmng Ge.tenvorschläe, die die Bereitwilligkeit Dm schlands, den entstandenen Schaden in angemrssenen Grenzen zu vergüten, aussprechen. (
Tie deutschen Gegenvorschläge zur Finanzfrage.
Spa, 23. Mai. (Wolff.) Morgen, Samstag, werden die Versailler Finanzdele- gierten mit dem Reichsfinanrmini- st e r die Einzelheiten der finanziellen Vorschläge zum endgültigen Abschluß bringen. Die Uebcrre'chung der G e g e n v 0 r s ch l ä g e, die ungefähr einen Umfang von 80 Schrcibmaschi- nen-Seiten haben, wird in Kürze erfolgen.
Es gibt bisher kaum ein Anzeichen dafür, 1 bie Entente in wesentlichen Stücken ihre ondingungen zu revidieren gedenkt. Die ®a6lofifitcit Frankreichs strebt noch darüber lu^auä, wie der Putschversuch in der Pfalz ^'enbart hat, wo der dort zustäiwige Gene- Ovi Gerard die verhafteten deutschen Steer ater
beziehungen ber versckncdenen Länder wohlivollenO gegenüber, (fartftr Abmachungen iixroen gecenivärrifl erwsgn», -die dem Völkerbund dann unterbreitet werden. Tie Alliierten erkennen die Wohlbegründ,theit deS Sterschlages an, daß ben zuwidechandelnden Staaten die Zilvsten der Schäden niliuetiegen sind, btt ben Mitgliedern des SZölker- bnndeS aus Der^tbiungen gegenüber dem Vertrage erwachsen. Jmmeichm vertraut die Ksm- mif von daraus, daß brr Völkerbund in ben Fällen einer solchen Verfehlung wirksame Maßnahmen versehen wird, unb sie hält es deshalb nicht für nötig, die Bestimmungen des Paktes in diesem Sinne abjuaubem. Tte Kommission nimmt mit G^nuchumig von ber Tatsache, daß bie deutsche Re? eiun'* dem Abrüstung gebanfen shm- p-.tli ch g'genLd.rsl ht Sfrnn rb. Sic weist Mr» aus bin. caß in b:m Pakt Vorschläge an die Mit- gfi. ‘KT der Bölkt-rbmtbes sonne Projekte über die in^rno.ianale Abrüstung vorgesel-en sind. Tic, Kommisstm nimmt bie Mutschen Äarchläge bette f mb das V-rfqbren gegen die fehlbaren Mitglieder des Völkerbundes zur S6eitntmd. Sie ist jedoch der Ansicht, daß ein wirtsckxtstli lier, automatisch nrirfenber Truck den iunntxrbaiiMnben Sleaten im Zusammenhang mi d n ersor erlichen intcmatijua?en militärischen ober marilimen Riaß nehmen eiufrfnif^cnbcre unb wirksamere Erfolge zu oert)eifecn scheinen als die deutjchen Vorschläge.
Ta» Wirtschaststprogramm der Entente.
Brüssel, 23 Mai. (Wolff.) Reuter. Tie interparlamentarische 5)andelskon- feren z svrock» ettftimmig ben Wunch nach einer 3nterenatronali{ierung der Donau unb des Rhcincs a >s. um bie freie Fahrt auf diesen Flüssen unter Wahrung der privaten, im Friedensvertrage seu- g'setzten Regste zu sichern. Ferner svrack,die Konferenz ben Wunsch ans, daß unter dem Bvkkerbunb eine internationale AufsichscÄ>.nmisswn errichtet werben soll, welche bie Ausgabe hat, von ber Nordsee bis zum Sckstva'Hen Meer Ar die volle Frcil)eit imb b?m .VSchstertrag irrer Wa'serw'ge zu l'o’-flat, und zwar in Ucbereinstimmung mit oen Rechten ber User Maaten unter A«mahme c inbeitlickMr Grundsätze, deren TurchÄhrung den llfaitaaten unter b r Mvxtnone des Dälkerbuich?s überlassen tortim s- II. Außer dem gab die Konferenz dem Wunsche Ausdruck, daß von der Ostsee bis zur Adria Eisenbahnlinien angelegt werden, die nir- gends über feindliches Gebiet führen, unb durch w iche bie Dandelsbeziehun^n zwischen Polen, ber Slowakei und Serbien ftdxrrgcfL'.Itt widen. Scksticßllch wurde der Wunsch aus»?- sprvchen, daß das fra.tzös sbe Protcckvrat so mich wie möglich von ben Beschränkimgm, die sich aus ben Alsecirasakte ergeben, befreit werde.
verantwortlich sei, nicht ohne Einbuße hervorgehen läiaie.
Paris, 22. Mai. (Wolff.) havas Auf bie Note des Gra en Brockborif-Rantzau bett die d.in scheu Vorschläge für ben Völkerbund antmortc’c Clemenceau: Die Kommijsion der alliierten unb afsoznerten Mächte studierte diese Volschtäge, deren Bestlmmungen im allgemeinen erst dialuliert werden können, wenn der Volker- bunb des.nitiv konstituiert ist. Die Kommission beschränkt sich heute daraus, die Aufmerksamkeit aui eine Anzahl von Punkten zu lenken. Die Kommission ist der Ansicht, daß bie in dem Pakt ent- baltenen Vorschläge, die lange bi.*hihert worden sind, V r a f l i f d) e r sind, als bie ber deutschen Regierung, und daß sie bester geeignet sind zur Errichtung eines Völlerbunix-s. Die Kommission stellt mit Besriediflung sest, daß Deutichlackd einem Völkerl-und günstig g genübersteht, sie teilt aber bie Auffassung der dculichen Vorschläge nicht unb unterbreitet folgende Bemerkungen:
Ein Vermut ungr-organ entsprechend dem beut- scheu Prviekl ist nicht geeignet, den Frieden zu unterhalten, und die au dem alliierten Entwurf bekannlen Räte sind eher dazu imflanbe, bieicr Aufgabe gerecht zu werben. Vermöge bes Systems eines VerunltlungsausschusseS lönnten bie dem Schiedsgericht nicht unterbreiteten Konflikte beige legt werben <£.gcn die Einsetzung einer solckren SUunuuifÜHi n<m>d )id) iilnigetiü tv.e Bcstimm tug des Vertrages Die deutichen Vo Schläge wegen bei Zusammen e^urg unb des Verfahrens tined les ä bigen in e.nationalen Fustizho es werben vom Rat
Bern, 23. Mai. (WTB.) Laut „Secolo" spricht sich die republikanische Partei Italiens in einer Entschließung ßcßfn bie in Paris angewandte Gel-citnd-iploinatie aus unb bedauert die harten^Deulsch- laub auferlegten Bedingungen. Die Lahmlegung Deutschlands bedeute die Vernichtung der Reichtümer ganz Europas.
Tic deutsche Monieren3 Int srauzvsiichen Spiegel.
Paris. 23. Mai. lWvlss.) Das Tagesereignis ist bie Abreise bis Grafen Brvckdorsf-Raittzau unb ber ganzen beutfdien Deleyation noch 3ca. Da Gras Brockborfs Rantzau leuterlei Abficht erkennen ließ, Versailles befinitiü zu verlassen, so wird angenommen, baß bie den tickten Devo.lmäcb- tigten in Spa n e ne Instruktionen eiuholen wollen. Daß sämtlickre beutfdxn Delegierten sich nach Spa begeben hab n, ist bamii zu erHärcn, daß ber GJcgenHanb b*r Erörterungen sehr wichtig ist unb einen ailgemcinai Meinungsaustausch er» sorbert. Ausckxstnenb ist bie deutsckx ötsenNiche Meinung in der Frage der Unterzeichnung des Vertragest verschiedener Auffassung. Tie Lage in Deutschland ist offenbar verwickelt, unb es ist wohl möglich, daß die deutsckxn Bevollmächtigten noch einmal alle Möglichkeit n grü.ib ich erwägen wollen, biDor sie sich nach ber einen ober anderen Richtung hin entsck-e.den. Pi^ll icht wird aber auch die yiegierung Srfxibemann, bie durch die össent- lichc Erklärung gebunden ist, der Delegation, deren Führer für die Unterzeichnung ist, ihre gegenteilige Meinung mitteten.
Donnerstag vormittag v rHande t tt Clemen- ccau, Lloyd Okorge unb Wilson über die A n t - wort auf die beutfdje Note über bas Saar* decken Am Tonnerotag narfmihtag wohnt? Orlando einer Sitzung des Bi cerrats bet, ber sich mit ben Schuld, n Oesterreichs unb ber Ber eilung bcri.lben zwischen Teritsch-Oesterrrich und ben per- bünbetxm Staaten, bie aus ier ehemaligen Donaumonarchie hervorgegangen sind, befassen. Die Ausarbeitung bes Vertrags mit Oesterreich niadjt Fortschritte. Man versichert, baß bie Alliierten geneigt finb, ^General Koltschak als tzaupl ber russisihen Regierung anzuercknnen. Diese Eickscheidung würde bie enbgülhgc Verurteilung bes Bvlschen-i-muS burch Frankreich, England unb bie Bereut igle» Staaten brbeuten.
Eine vernünftige englische Zeitung.
Rotterdam, 23. Mai. (WTB ) ,,D a i ly News" schreibt in einem Leitartikel über die Deutschland zugeschriebime Absicht, ben FriebenS- Dertrag nicht zu unterieichw.m: Wenn dreier Fall eintritt, bl.iben ben Alliierten zwei A! öglicki- feiten offen: die eine besteht darin, den Vertrag zu revidieren,, die andere darin, Deutschland zu besetzen. 'Der letztere Weg würde eine genial ine Ausgabe bedeuten: nicht, daß Deutschland etwa Widerstand leisten würbe, es befiehl sogar Grund zu ber Amtahme, baß eiuflußn-iche Elemeirte m Deutschlanb einer solck»en Lösung nicht abhold sind. Die Bl-setziing mürbe jedoch eine unlnilnollc Unternehmung für die Länder fr-beute«, d.e s e au-führten Sie würde eine unbeschränkte Au5behnung bet Dienstpflicht und d.e Anwendung grofxrr Deere zut Eintreibung von Schulden bei einem wider freust g.-n, verschlagenen und unwilligen Volke darstellen. Sie würde die Alliierten in Konllikte verwickeln, die die Quelle zahlreicher SckMicrigkeilen sein würden, sie .nürbe aus DoutsckNand ikljer nicht mehr hcrausholen, als bieses Land zu bezalilrn im- slanbe ist, sie mürbe auf unbeschränkte Zeit den Völkerbund zu einem vergessenen Witz machen unb ben Weg für einen unvermeidlick>en Krieg vorbereiten. — Eine anbere Möglichkeit ist die, einen solckten Fri den mit Deutschland abzuschl e .en, den Deutschland ann hmcn kann mit ber aiofinung für bie Zukunft und mit dem Vertrauen aui d.e guten Absichten der Alliierten und mit dem Zwang, nicht nur seine Schulden bezahlen zu müssen, lonben auch seinen Platz in der Gcmeinsck^st der Völker ein nehmen zu dürfen.
Der Pfälzer Putschversuch uud der bayerische Landtag.
Bamberg, 23. Mai. In der heutigen Sitzung des bayerischen Landtages gab Mtnisterprä'ident Hoffmann tun Eintritt in die Tagesordnung dem Haust Kenntnis von der Proklamatipu des Dr. Haaß und läßt der Verlesung, die von stürmischem Protest des lLaudtags begleitet war, folgende Erklärung folgen:
Zunächst ist ersrch^.ich, oaß die Franzosen entgegen den am Sonntag in Speyer einmütig mb furchtlos ausgesprochenen Willen der Vertreter der gesamten pfälzischm Bevölkerung ihre Bestrelmngen auf Lv^b^suiig der P alz vorn Reiche r.?rtfebcn und entgegen allem Bölter- und Meu- -ch.!ii«frr bayerisch yädxer und Beamten, bie nut tote Amts^ unb Vaterlandspflicht eriüut haben, ms Gefängnis werfen. (Lebhafte Pfuiru/e.) Aus oem 2dearomm ist weiter ersichtlich, datz es, wie überall, so auch ch der Pfalz Lumpen gibt, oie il/r Vaterland o-rraten und veröaufeli. Erneuer lebhafte ^Pfuirufe.) Gegen die Bergewal- tigvitg ber Pfalz unb der Beamten ber RcgBerung । bin cf die Franzosen legen wir in Sva imb biet öffentlich ben sthärfsten Protest ein. Starke , einmütige Zustimmung.) Ter tapferen psäl nchen Bevölkerung und den treuen Beamten wrcchi« : •Pir unteren Dank, ben Verrätern an Bolk und t Larld urf.te Skrtufitung aus Stürm sche Zustimmung unb laugaiihalt ube tiefe Bewegung.) -
Miiifterpräsident Lwffmann fomta.urt, mJ , sich bex Landtag dem Protest ber baycrnckxm Re* t getung gegen den unerhörten Verrat und 3techtH^ ,
befreit und dafür die Beamten ins Gefängnis gesteckt hat, die gegen den geplanten Streich pflichlgernäß vorgegangen waren. Was faql Wilson, was sagen die Beschützer der geheiligten Völkerrechte zu dieser brutalen An- nexiottspolitik, die von den Franzosen mehr oder minder ossenkuitdig aus dem ganzen linksrheinischen Gebiet getrieben wird? Und wollen unsere Pazifisten auch weiterhin träumen, .daß ein neues Zeitalter des Ideals unb ewigen Friedens nahe sei? Glaubt man, daß die Einsetzung des g r 0 ß p 0 l n i s ch e n Staates die Ruhe unb Sicherl)eit Europas förderii wird? Abgesehen vonGrenzübergrisfeit, oie sie sich unter Verletzung des Wasfenstill- stands Deutschlaiid gegenüber leisten, gehen Die Polen in Ostgalizien zum Angriff gegen die Ukraine vor! Auch mit den Tscheck>o-Slo- waken unterhalten sie keine Brüdersck-ast. Der Völkerbund, dein uns Deutschen noch immer ber Beitritt unb bie Mitwirkung versagt wirb, mag noch recht häufig in Verlegenheiten kommen. Solange so große Völker wie Deutschlanb und Rußlanb ausgeschlossen bleiben, ist mit bem großen Orb- uungsinstrument nichts anzufangen. Die Entente hat sechs Monate gebraucht, um das Fricdensschiff vom Stapel laufen zu lassem Es zeigt sich, baß es nicht recht gesteuert, roerben fann unb baß eS an erheblichen Sh>n*
wochenrückbiick.
Seit wir bie Friedensplüne un- i serer Gegner aus ihrem Bucke kennen, baben Tag für Tag.bie Proteste aller Volks- fteife unser Reich burchhallt. Es liegt darin Einerlei Methode, keine überlegte imb eingc- Drillte Taktik, sondern es ist eine ander- alschte Enipörung aus tiefstem Herzen über (in Maß von Haß unb Vemichtnngswillen I unserer Gegner, wie wir es trotz allem nickt ftt möglich gehalten hätten. Daß die Welt, euch außerhalb der Entente, unS nicht gerade wohlgesinnt ist, merkten wir auch jetzt wieher Immerhin zeugt es für uns und bie Dalpiheit unferer Feststellungen, daß auch <m neutralen Ausland, unb gerade auch von Organen, bie von vornherein gegen uns eingenommen waren, die schärssten Einwendan- gai gegen ben vorgelegten Gcwaltfrieden ge- macht worden sind. Besonders wichtig ist für rns bie öffentliche Meinmig Amerikas. IIInb da war leider nichts Gutes zu ver- nehmen Das mag xum Teil an der sensation-mäßigen Art der dortigen Publizistik i lirgen, bie in Fortsetzung der bisher dort üblichen Hetze gegen alles Deutsche sich noch ; einen Triumph über das verlästerte Bolk ' glaubte schuldig zu sein. Es fehlt drüben . tid) allzusehr an der Fähigkeit, bie Dinge, : tue sie sich bei uns jetzt entwickelt haben, | t:chtig cinzusetzen. Da schwingt man das encrnnaß der Straszitmessmig mit einer flcrtriebenen und nicht ganz ernsthasten Stibauluft. Liberale Londoner Blätter L ben sich weit einsichtsvoller und besser »mterrichret geäußert. Von Berlin aus ist nun h (er Tage noch einmal der Versuch gemacht vorden, auch Amerika die Schwere unserer y!ol unb der Rechtsbeugung, bie in den Fri»- k*ii4bcbingiLngen bet Entente liegt, besser imb «ochlstiltiger zum Bewußtsein zu bringen. Die Berliner Vertretung der „Associated ?reß" hat aus amtlichen JnfoiTmutionen ben Deutschen Stanbpunft hinübergebrahtet, unb vielleicht werden die kurzen, harten Satze, die tz».: der Vernichtruip Deutschen Lebens sprechen, ^enn doch In Amerika einen allmählichen ll.'ischwung bewirken. Don der ameri- kanisck>en Friedensdeleaation heißt eS ja auch, daß sio zum großen Teil von den in Rede fteljenben unrnenschlick-en Bedingungen nichts
Ick''lldigen, dem nun alle Verluste unb K»|ten unserer Gegner im Westen zur Last legen waren. Ein krankhafter Haß glüht ht der zuletzt befarmtgegebenen Note GI6- fr-tnecauv über die deutschen Gefangenen. Es 2>in huudert empörenden Beispielen be- wie bestialisch die Franzosen sich oft , W'iübcr unseren wehrlosen Landsleuten be-
„ . . , ,, _ - ... , j des Vöikcrbuudes später gtprüit werben. Die all-
strukliOiiSschlern krankt. Der Friede ist noch gemeine Tuidiiübnini bes Prinzizs des od i ialo-
nickt serlig. Ter Pariser Vtcrcrrat kam, ll)n > rischen Tchiedcgerichis ist in ber vorg fckila-
nicyt mit achttägiger Frist bestellen. Es muß . gcii.n Weise gegen wär!ig unmöglich,
zwischen allen Teilen verhandelt, und zwar! Tie ^irilich.m^g dned fläridigen Junizlwses^ wico
i nymmen haben. 3hm speit aud) der franzv- Ä(4 Me Ministerpräsident rwch einmal Wut und auf sie aus, indem er sie beschinipfl .. L wrd sie nicht auf gleiche Stufe mit den Ge- 7,,-fj. Egonen seiner eigenen Nation stellen will,
nr ®lr können mit einer solchen Geistes- und ^nütsverfassung höchstens Mitleid l>aben, Äe^'-Üte!. ?^sen aber aufs eindringlichste unsere ’r"-~ -----------
wissen wolle.
Von diesen Gesichtspunkten aus wäre eS tu begrüßen, daß wir etwas Zeit gewinnen. Die Frist zur Vorlegung der deutschen A e g e n v 0 r s ch l ä g c ist bis 29. Mai verlängert worden. Mittlerweile haben wir über diese deutsck-en Geaenvorschläge iu>dx keine bestimmten Einzelheiten vernommen: da- aegen wurden in einer Anzahl von 2ioten, die w: Entente überreicht wurden, die aUge- meinen Richtlinien der Bedingmigen geändert. Ba-5 ClLmcnceau bisher darauf geantivortct hat, läßt nichts Gutes erwarten. Seine Rede träfe ist barsch abweisend und unfreuridlich. In der Frage der Schuld am Kriege unb ber Rückgabe der Gefangenen bekundete der Alte [oqar eine beißende Gehässigkeit. Er will die bfutid>c Einwendung nid)t gelten lassen, die sick dagegen auslehnt, aus dem Gefühl der kchuld am .(Tricge die verlangten und zuge- kgten Entsd)ädigungen zu leisten. Ein beute Idicr amtlicher Kommentar sprach ganz tlchtig von einem „Taschenspielerstück'" Cl6- umiccnud. In der Tat hat er, was von der Rutschen Regierung im November unter dem : Zwang der Verhältnisse der Ausfassung Wilsons nachgegeben worden ist, willftrrlich zu einem Schuldbekenntnis zusannnengeknüpft. kkutsd>land hat in Belgien und Nordfrank- ihd) .zwar angegriffen und ist bereit, die bnraus entstandenen Schäden wieder gut zu brachen, aber es bekennt sid; nicht als Kriegs-
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GietzenerAnzeiger
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General-Anzeiger für Oberhessen esb
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