Hieb, weil btt (Eingänge von Trnvvrn stark gesichert waren. Soweit bii abends bekannt, wurde einer der Sicheri^eitSmaitnschaten im S.ndweg auS einem Etagenlxrus erschossen und ein anderer in der Tas st ratze schwer verletzt. Tiefer sollt durch einen Sanitäter verbunden werden. Ter Mob hinderte ihn baren, indem er ihm eine Pistole vorh-elt. Bei dem Sturm aus di? Marga trtftimad)? trai eine Kugel einen vorübergehenden Knab-rn, der a;t den folgen der Derlei-ung starb Aus Scitci des Mobs gab es mehrere Schwer und Lcichtverwu.-idcle, die mit wegge schleppt wurden.
Besserung der Lage im Ruhrgebiet.
Berlin, 23. April. Wie wir erfahren, Wird in 81 Schachlanlagen des Ruhrreviers gearbeitet. Tie Lage hat sich heute wesentlich gebessert.
La» Ende des Ausstande» in Vberschlesteu.
Beuthen, 24. April. Der A u s st a n d in ganz Oberschlesien ist heute beendet worden.
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Einstellung de» Eisenbahnverkehrs.
Nürnberg, 22. April. sWTB.) Degen Kohlen mangels mutz, wie die Eisenbahndirektüm betaimtgibt, ab 24. Avril der Personenverkehr mix den bayrischen Staatseisenbahnen ein- g e st e l l t treiben Ter Gütcr.ugverlehr wird notdürftig au'redjterlxilien.
Die Ausfuhr pfälzischer Weine.
Ludwigshafen, 22. April (WTB) Nach einem iSriaB dcs sranzöfiichen Kommandierenden tsienerals der 8. Armee wird vom 16. April ab die Ausfuhr pfälzischer Weine nach rechtsrheinischen G bi ten gestattet Interessen feit haben ein Gernch um Genehmigim-i der Ausfuhr an die Section 4conomüme srancaise m Ludwigshafen zu richten.
Aus Statt «nd Land.
Gießen, 24. April 1919.
Die Bertehr-not.
Unser Bahnhof gleicht seit dem ersten sOsterseiertage einem Friedhof. Die große Empfangshalle, in der die Fahrscheinschalter fest ae- schloffen sind, wirkt wie die dazugehörige Kapelle, ,und die Leidtragenden sind in den lebten »vier Tagen die nach tausenden zahlenden Männlein und KÜeiblein, die bei Tag und Nacht die Halle füllen, tammem und klaaen, teils schimpfen und drohen, und fick schließlich doch in Geduld fassen, weil sie die Hoffnung verreisen zu fönnen, begraben müssen.
Nur die Güterzüge, die leider sehr spärlich auf kurze Strecken den Verkehr oermitidn, be- fürdern Reisende, und zwar solche, die aus einem anderen als dem Frankfurter Tivektionsbezirk tofilmen und mit Fahrscheinen versehen sind, die sie «uf der Absahrtsstatwn erhalten haben. Nach einer Älteren Verfügung können auch Personen, welche die Dringlichkeit der Reise Nachweisen, auf Anordnung deS StationsvorsiandeS mit den verkehrenden Güterzügen befördert werden, müssen aber dann im Packwagen stehend iloei Fahrkarten 3. Klasse besitzen und außerdem einen Zuschlag von 4 Mk. pro Person opfern, so daß z B. die Reise nach Frankfurt 10.40 Mk. kostet Don dieser Reisemöglichkeit wurde trotzdem auSgiebig (Gebrauch gemach'.
Zahlreiche Personen mit Fahrkarten nach Endstationen im F-rankfurter Bezirk kamen von Marburg zu Fuß hier an. Für diese und auch nur für diese Reisenden wurde die geschlossene Sperre geöffnet. Tie ankommenden und abgehenden Güter- züg? haben je einen Wagen 3 und 4. Klasse eingeschaltet, die aber überfüllt ankamen und abgingen.
Gestcni fand ein lebhafter Personenverkel-r zlvi fchen Frankfurt u. Balmstif Giefeirr sla t. Er wurd? durch Lastautos hergestrllt, die durch Bänke Stühle und sonstige sehr fragwürdige Sitzgelegenheiten sich für Personenverkehr eingerichtet hatten. Gestern Nachmittag konnte man ein solches Ungetüm mit 4 0 Reisenden befrachtet, abfahren sehen. Tie Fahrgäste mußten pro Kopf dis Nauheim-Friedberg 20 Mark, bis Frankfurt a. M. .30 Mk. Fahrgeld zahlen, loobri allerdings zahlreiches und geivichtiges vamstzergepäck gratis befördert wurde.
Die Zuschauer deS eigenartigen Zeitbildes freuten sich, daß den Frankfurtern die Hamsterreisen diese» Mal nicht billig kamen und wünschten, daß sie tönen dadurch in Zukunft überhaupt verleidet werden.
Aber daS Geld spielt heute anscheinend überhaupt keine Rolle wehr. Wer in den Ostertaoen eine Reise unternahm, kann davon erzählen. Es wird alS bestimmt erzählt, ein Gieftener Herr, der -in einer Autodroschke, die Pia'' für fünf Personen bot. von Frankfurt nach hier fuhr, bite den Spaß mit 600 Mk. bezahlen müssen. T r Führer des Wagens erhielt in einem hiengen Hotel als Rückfracht nach
Der Doppelgänger.
Vornan von Carl Schüler.
Fortsetzung Nr. N.
„ffefkn Sie Sxrr von Annbrüster Schnepfe tritt stets so auf, al» gehöre er zur Gesellschaft !öat ja da- Zeug dazu. Famose äufjere Erscktei- nun 8. Sicherheit. Mult Wütige . Frechheit. Arbeitet nur in beiten Kreisen. Adel, Finanz rri- jtokatic DaS ist der ^aten. la steckt die Polizei wra Rast nicht gern hinein. Ta sind solche Kerls wchever, wie der Tachdecker auf dein Mirdjturm. Aber gerat» derartige Anfyaben fi ib unsere Spezialität Dir haben natürlich Verbindungen! Wir haben im'ere 6rtabnin(r*it V*
Er lächelte fdbffteiinifet.
„Aber —"
„Nun -r ober?"
— solch ehr Versvlgmig ist teuer. Haben Sie daran schon coacht, $>nr Baron?"
„Gewiß!" lächelte Torival.
„DaS ist ja g änze.ch! dachte der Direktor. „Er bat schon buan gebad>l!" Er strah tr
„Ja." iubr er fort, „an einen Emit Schnepfe Kommt man eben nicht heran *n Kafferklappn ober Kellerkasch inmen Ta müssen wir unsere besten Leute mobil machen — die Svielfäle in den Batewrlen bwboch.en — überall sein, wo sich die vornehme Weit versammelt . Nun, — wir baden in Zutri t!"
Wuter das selbsttenmßte Lächeln.
„Und nun rein -.schädlich — wenn Sie gestatten, Derr V irvn . .
„Bit.e!" sagte der Freiherr von Armbrüüer. es ist mir natürlich tuunäfM, kn Losten-
** A u f eine 26 i ä 6r i ge TL tigkeit konnte heule Herr Franz Hanstein in der Verlagsbuchhandlung von Emil Roth zurückblicken. Dem Jubilar wurden von Seiten des Geschäfts- inhabers und des Personals befonbere Ehningen aus Anlaß des Tages zuteil.
** AuS dem M ilitär-Woch'en blatt. Schwecht, L>auptm. im Fufeart.-Regt 3, ter Ab- schied m. d. gesetzt Pension aus dem aktiven £>ce c bewilligt; gleichzeitig ist er bei den Reserveoffiz, d. RcgtS. angestellt Lexis, Lauptm. im Pion.- Batl. 25, der Abschied mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Pion.-Balls 25 bewilligt; Feltz, Dauptm. im Fußart.-Regt. 3, der Abschied mit her gesetzlichen Pension aus dem aktiven Heere bewilligt; zügle ch ist berfelbc bei den Reservevsfiz. d. ReglS angcslellt. 96if ihr Gesuch zu den Reserveoffizieren der betr. Regimenter übergefübrt: Zim mer mann, im Int -Regt .117, Wagner, im Inf -Regt 87, Schaefer, im Jnf.-Regt. 116, Wesp, W i l l-
Frankfurt vier Denen, die gern Sie stDne Gelegenheit weiterzukommen, benutzten. Sie da ten ..as besondere Glück für 'zusammen 4t>0 Mk. befördert zu iDtrben. Bor dem Kriege hätte man Jemand Tür verrückt erklärt, wenn er für die Fahrt nach FranHurt a. M 100 Mk. geopfert hätte.
Wann die Bahn den regelmäßigen D rkehr wieder aufnehmen wird, ist unsicher. — Die übrigen Eisenbahndirektionen haben ten Personent. e^ kehr anscheinend überhaupt nicht ober nicht vollständig eingestellt.
«== Fran kfnrt a. M., 23. April. £nfo!ge der Sinüellung de» Personenzugvcrkrhrs ichicß.'n hier und in den Nachbarstädten die Auto-Ber- kehrsaesellschaften. wie Pilze aus der Erde. Vom Bahnhofsplatz kann man für sehr teures Geld, wenn man sich rücksich slos einen Platz auf offenem Lastauto gegen 30, 40 und noch mehr Reisekonkurrenien erkämpf: hat, nach Friedberg, Bad Nauheim, £xmau und vor allem nach Tarmstedt fahren. T*t Fahrt nach Darm- Habt kostet z B. 15 Mk , sie wird icbem Teil- neljmer, der zwei Stunden auf den eisenbe- sch agenen Lastautos hmri tu einer samumartigen Staubwolke zubringen mußte, eine ewig tenk- mürbiac Erinnerung an Ostern 1919 bleiben. Heute früh fuhren von Inet allein 8 vollgepfropfte Autos nach Tarmstedt, ungezählte Leu»r mußten zurückbleiben, und viele, viele wagten die 30—35 Kilometer nxiie Reise zu Fuß nach larml'tibt oder umgekehrt.
Marburg, 23. April. WoS das Reisen heute kostet, trruute ein S>crr in einem Nachbarorte erfahren. Er mußte in dringenden Angelegenheiten nach Cassel und nah.n teSl)alb ein Auto. Tie Fahrt hin und zurück koste e die Peinig feit von 400 Mk. Er hatte allerdings die Genugtuung, bi6 die ganze Reise mit der Erledigung der Geschäfte nur 7'/, Stunten in Anspruch nahm.
Ein nachahmenswerte» Beispiel.
In bm Orte Schornsheim bit der evm- gelische .skirchenvorswiid folgende Erklärung veröffentlicht:
„Wir unterzcichneten farnt icfen Mi g'ftder des evanselisch.-n .itirchenvorstnndcs SchirnSlxim fühlen uns von unserem Geioissen getrieben, folgendes zu erklären: „Wir verurteilen es einmütig aufs schärfste, wenn in diesen schweren Zeiten es immer noch G aubenSgenossen gibt, die sich für Lebensmittel die höchsten Wucherpreise bezahlen lassen. Wir erkennen in diesem! Treiben die natür'iche Ursache von viel Unzufriedenheit und Erbitterung, bie zu den schlimmsten Folgen führen muß. Wir Mitglieder des Kirchenoorsliwides geben für uns selber dos Versprechen ab, daß wir für unsepc GrjnignifK ninnandon mehr abnehm en werden, als die Höchstpreise betragen, und wir erwarten im Namen ter christlichen Li-'be und Brüderliche feit von unseren Gonteintemi! gliedern ein Gleiches.
Lohn bei 0 reif ?
Zur Frage der Lohnzahlung bei Streiks hat der breufetidN? Minister dec öffentlichen Arbeiten Oeser in llebeveinftimmung mit der Stellung der pr-euNischen Regierung in einer Verfügung au die Präsidenten der Eisenbahrtdirektionen ausgeführt, daß grundsätzlich davon ausgegangen werden müsse, daß den Arbeitern Lohn für die Arbeitsoersäumnis infolge von Streik nrcht zusteht. Es macht baba keinen Unterschied, ob es sich um Lohnstreck, politischen Streik oder Arbeitseinstellung aus anderen Gründen handelt. Wenn bie Arbeiter in solchen Fällen mit Arbeitsniederlegung drohen, so sind sie daraus aufmerksam zu mackicit, daß sie für etwaige Streiktage des Lohnes »erluftig gehen. Zu Abweichungen von diesem Grundsatz sind die Eisen» bahndirektionen nicht ermächtigt. Wenn aiiSr.ahms-- weise die Zahlung deS Lohnes für die /Zeit des ArbeitSaussalles angezeigt erscheint, so ist die Entscheidung deS Ministers einzuholen. Gedacht ist dabei z. B. an Fälle, in denen Arbeiter durch äußere Gewalt an der Arbeit gehindert sind.
punkt auch nur anr.id)ernb festen epen. Tas wäre unsolides Geschäftsgebaren, da ich mit unbekannten Möglichkriten rechnen muß, aber für ten Erfolg stehe ich ein —u
„5teuplsache!" sagte bet Freiherr von Arm- brüfter.
„Stehe ich ein? Wahrschri n'ich ist aber ietm» falls — und nötig für den Erfolg — daß wir bedeutende Kosten haben roerbeit —"
Öerr Direktor Zahn flame seinen Klienten in atentofer Erwartung an.
„3a?"
„Bedutente Kosten!" Und der Sxrr Tirekvr erlitt in vier Setunten ein Martyrium ter rafft- niettvren Art. Er taritte mit unheimlicher Sdme.Iigfcit. Zwei au end? Trcitmsend ? Ta Klient ha te so eine Art . . . Zahn sckn appte rach Luft. End ich faßte er einen Entschluß, seiner würdig, denn er war in ferner Art ein genialer Mensch Entweder — ober . . .
„Und so muß ich sagen — Herr Baron —" *neß er hervor, ..daß ich es für richtig halte, wenn Sre uns einen Vorichuß von — sagen wir — lnn, fünftautertb 'TRatf für Kosten ui® Auslagen bezahlen würden?"
„Bitte!" sagte Torival und schrieb einen Scheck über de verlangte Simone aus
Damit war die ütenp'ache erledigt.
Darm Hofe er noch eine Art von Seebär zu bestehen. Es tont tem Dir k ' tesonterS teirnuf an, bie Leute kirnen zu in. die persönlich nnt vschnepw in Beruhrmig 7kommen waren, und Dorival nannte itnif die Adressen ter Frau von Ma.rrkatz und des Lwte'vor iers.
Lieraui mürbe er verabfchietet
Sxrr Tireftor Zahn aber fehlte sich weit in feinen otirtibttidbfefrl zurück nnb aimetc lief auf
mann, an Inst^kegt 118, otgt, SSHn- g t n , Breidenbach, Klein, Schmidt im Ft start.-Regt. 3: in daS Sieferoeverhältnis über- grsührt: die Fähnriche: Ebner, im Jus-Regt 117, v. Grone, im Trag.-Regt. 23, Frhr. von hungern, im Trag.-Regt. 24, Lavrisch, Kettig, Walther, im Fußart.-Regt. 3
** Ber teilungvou Z ncht ka n i n che n. Tem Landesverband be.fi'ktrr Ätt-tindynnlLbter fit tat zur BeckZaf u g vo.i Zuch.kmrrnckien ctrva 7500 Ma k zur Verfügung Aus dem Frloe jmrüd* gelehrte oder durch U-tglÜcksfälle betroffene Züchter mögen sich wegen Zuteilung von Zucheticrrn an itcu* Vereine nxnben. Näheres im AnzcigeMkile
** Die Wirtschaftliche öereini* aang der Privalange ft eilten von Gießen und Umgcgenb hält am Freitag, 25. April, ateirds 71/* Uhr, im Wintergarten des Cafe Amend eine öfsen lichr B r'ammlung ab über bad Th.ma: Emtsprick-t das Abkommen mit dem 9r- fki g ■ber-8ecbanb unseren berechtigten Forde- rtngm?
•* BackhauS-Konzert Der Konzert- ocrein wird am Freitag den 2 Mai 1919, abends 7/2 Uhr, auf vielteititen Wunsch einen Klavierabend mit Derrn Wilh. Backhaus veranstalten. 2as Konzert findet außerhalb des Abonnements as Sonberfonjert statt, jedoch werden den Abon- nmten die innegebabten Stammplätze biS Montag ten 28. April reserviert, worauf besonders auf* uerksam gemacht wird.
Slarlenburg und Rheinhessen.
R M. 8. T a r m ü a d t, 22. April. Tie Stillegung de s Berkchrs auf der Eii'en- tehn, insbeionb-re der Ausfall der Pcrianenzüge, hct für viele Turchg.ingsreifenb.', die schon unter» w.'gs waren, auß rortent-ickie UnLmehnr.ichkciten grbcacht, um wieder auf die Feiertage zu ihren Angrhörifen zu ge.angen. Sei bitter ftanteitb routte d e e Not ag- von vielen Un.ernehmern zu ihr nn Vorteil au:ffebeu*t So mußten teifpielsweii-! zahlreiche Reifende für die Strecke Frankfurt- T a r m st a b t während der Feier age in einem Iwlbofjenen Kraftomnibus den Betrag van 20 Mark zahlen, für den man früher nach Berlin fahren konnte. Wo sollen wir bei dieser Preistreiberei noch hi:ifonrmen?
KreiS Wetzlar.
ra. Wetzlar, 23. April Am Bahnhof Wetzlar tritt am 1. Mai unter der Bezeichnung Wetzlar 2 eine P o st a n st a l t mit allen Annabrne- befugnif en, der Ausgabe bahnpoftlaaernder Briefsendungen unb einer öffcntli.ix'11 Sooechftelle in Dirksamkeit. Das Postamt Wetzlar führt vom glei- dxn Tage die zusätzliche Bezeichnung Wetzlar l.
ra. Krofdorf, 23 April Der Landrat hat zu Gemeiittevorstehern bestätigt Balthasar Drommershausen zu Wißmar und den bisherigen Stellvertreter Ludwig Schmidt zu Krofdorf
ra. Von der Dill, 23. April Zwisckien Aßlar und Berghausen befindet sich eine D i l l - brücke, deren Unterhaltungskosten auf 44 Gemeinden verteilt waren, unter ihnen auch die frü- lxre Landgemeinde Niedergirmes. Jetzt sind Steter Unterhaltungskosten in Löhe von 5750 Mk. arfzubringen. Zu diesen Kosten möchte die Bürgermeisterei Aßlar auch die Stabt Wetzlar heran- Stehen, unb zwar auf Grirnb der früheren Zugehörigkeit von NicdergirineS zur $ür<]ermeifierei Aßlar. Die Sache spielt schm seit 1911, Itnirbe aber auch jetzt wieder von den Vertretern der Stabt Wetzlar abgelehnt.
Hessen-Nassau.
Frankfurt a. M., 23. April. Der amerikanische Speck kann erst in etwa 10—14 Tagen zur Verteilung kommen, da jede Speckseite aufs gründlichste aut Trichinen untersucht werten muß. Zn einem Speckstück wurden bereits Trichinen in größeren Mengen gefunden.
= Frankfurt a. M., 23. April An Stelle deS iurütfgetreteiten Polizeipräsidenten, Reckst^- anwalts Dr. Sinzheimer, wurde ter Vorsitzende des Solbatenrate-3, Charles Darris, •mit der Leitung dcs Poli-^ipräsidiums betraut. Der stellvertretende Poli eiprästeent Zimmermann hatte die Uebernahme des Amtes ab^e ehnt. — Tv Leiche dcs am 31. März bei den Frankfurter Plünderungen ermordeten Matrosen Roedel wurde heute früh am Nieterräter Wehr auS dem Main gcläntet.
Limburg, 23 April. (WTB.) Wegen Rote lenmangrls mußte gestern abend mit der Nacht- schicht bie Arbeit in der staatlichen Eisen- bahnhauptwerkstätte Limburg ein- gestellt werden. Infolgedessen feiern ca. 3000 Arbeiter.
Kirchliche Nacheichten.
Israelitische Beligicasgemeinbe. GrNteSdienst In ber Smiagoge (Süd-Anlage). Samstag, 2 i. 2Un il: Vorab).: 7.30; morg.: 8.30; abdS : 7 45 u. 8 25. Israelitische «eligionrgesellschast. Sabbat eirr am 26 April: Freitag abb.: 7 10; SamStag vorm : 8.00; naebm.: 4 00; Sabbatau4]ang' 8.25. WochengotteSd.: morg : 6 39 : abds.: 7.00.
vücherlisch.
— Heber Sunstunb Revolution sckreLk Karl Sdnfflcr im Felwuarteft von „Kunst und Künstler' (Verlag B.uno Eas irer, Berich). Da» heft ist reich iUustrvri. mit fdxnien Fudern aus terUümten Bremer Pnvatsam mlungen A?ierm ba: ter Direftvr ter Bremer stunuhaUe. Cmll Waldmann, einen i tstrukiioen Au'iatz gefd)rieten. Sehr intfreftant ist auch ter Aufta» des Rostocker ProfeschrS emrii Utritz (eine» g'^orenai Cefier- reicher») über Sie«.
— Karten vom besetzten und neutralen Gebiet Nack amtlichen Unterlagen bearbeitet, vauptkarte: Geriet ter Brückenlötse Köln. Mo'vleni und Mainz 2 Sorte: Vaden. Preis jeder Karte 3M. — TaunuS markierung»- karte 1:170000 mit genauem Eindruck des besetzten Gebietes. Preis 1.80 Mk. Ludevig Ravensteins Verlag. Frankfurt a. M.
— Ter moderne Knigge. Heber baf Umgang mit Menschen. BollsrLnd.ge Neutenrchei- tung bei Buches des Freilierrn von Knigge von Eurt von Weißen seid: 4. Auflage Preis in et eg. Er.chand -LdO Mk., tartDitnitrt 3 Mk. Verlag von Wckhelm Möller in Oranienburg.
Vermischte».
ch Camp a R h , 21. April. Ja ter hiesigen Gegend stehen bereits bie Aprilofen., P irsifch unb Pftaumenbäume in voller Blüte. Tic Blüten ter FrühkirfchendLume brechen eben auf. Unsere Gemarkung wie auch bie benachbarten Gemarkungen teigen allenthalben voUblühende Odst- bäume. Eine hier abgehaltene dauptveriammlung bei Äreidobfi. und ÖeinbauDcrcm:- des Xrrifes St Goarshausen faßte ten Beschluß, bei ter Nationalversammlung unb den Reick stebörden die Genehmigung zur Ausfuhr des Frühobstes in bad nicht besetzte Gebiet nadjßuiuiten Tie meisten und bedeutenden jDbfhttthter befinden sich am Rhein, an ter Mo-cl und in ter Rbeinpfal», während ber grifele Teil ber Abnehmer im Rheinisch-westfälischen Industrieaebi t, in Ftankiuri a M. uno den größeren Städten Mittelteutsch- lands, also im unbesetzten Gebiet, zu suchen ist. Dar besetzte Gebiet vermag kaum ein Viertel bet leicht verderbenden Emtcmengcn des Frühjahrs auizunehmeu.
Letzte Nachrichten.
Viederahsnahme der personenvcrkehrr.
Eben nach RedaktionSschluß wirb unS vom Eisenbahnverkehrsamt Gießen amtlich mitgeteilt:
Der Persoo en verkehr wird von mor* gen, 25. Avril, in de m Umfange wieder ausgenommen, in dem er di» zum 19. April bestanden hat. Die Jta:iener brechen die Verhandlungen in Paris ab!
Pari», 24. April. (HovaS). Nach der Beröfseutlichuug einer Note Wilson» hielt die italienische Delegation eine Sitzung ab, in der sie beschloß, Pari» zu verlassen. Sie wird am Douner-tag morgen obreisen.
Pari», 2.'!. April. (HavaSf. Orlando benachrichtigte Wilson tu einem Bries, daß die italieuischeu Delegierten Pari» verlosten würden. Dasselbe teilte er 2loud George mit.
Die italienischen Forderungen.
L o n b o n, 24. April. (WTB ) Zu den itchilenischen Forderungen erfährt da) Reuterbureau : Großbritannien riet 3taten in seinem Interesse aus einige feiner Forderungen zu verzichten. Wenn aber die Italiener auf ihren Rechte« nach tem Londoner Vertrag beftan.cn, so würde« Großbritannien und Frankreich lieb zur Unterzeichnung bei Vertrages bereit erklären Es we. te aber in tem Vertrage bestimmt, daß Fiu me Kroatien zusalle und wenn ber Vertrag autzzesührl werte, müsse auch bie» in Geltung bleiten.
Veröffentlichung der Ariedentzbedingungeu?
London, 24. April. (WTB.) Reuter erfährt, daß vorläufig bie Absicht bestehl, einen amtliche« Auszufl aus ten FtietenSbedin un en ter i3reffe z» über reuten, wenn sie den Deutschen überreicht fi-ren, aber möglicherweise werde der BesckLuß geändert.
Vonar Law öder die Vlockäde.
L o n b o n , 24. April. (WTB DonarLaw erklärte gegenüber einer Xeoutation der liberale« Frauen: Die strenge Blockade sei sckwn sehr gc* miltert, um bie Lieferung ter für Deutichland und Defterrvitfe bestimmten LetenSmit.el tu envüglichen. Bei der Unterzeichnung des Frieden» werte alle Einschränkung beeitigt.
„Uss!" sagte er. „Tiefes Geschäft wäre gemacht V*
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Und darauf rauche er eine Zigarre. Eine llpmann Zu einer Mark fünhig.
Eine Kolonne von 3tratenrct 11^01 schob in >er Wi hrlorüraße Lt til örmiger Sch tchochnung >ie lang xtiielten, nck: Gummtolartcu terjeoenen •3ifetwltte>en vor sich her u.id stieß Straßenschmutz und Iaulo.fi n in die AbzugZlantrle
Dorival, ber ten Kragen seine.' Pelzmantels hochgeschlagen hatte und seinen Seitenlw! mit einem 9i.ynf(farm schützte, war vom Pariser P atz '.ekrm.meu unb wollte bie Wilhelmstraßc in ter Nähe des Reichskanzlerpolais üteraurren. Um ixe Stratenrci :ig?r vorbei-ulassen, bife er einen Augenb.ick auf ten »LmbfKi.rn des Bürgerstri tes neben. Unwillkürlich roanbtt er sich um und da sah er, daß ein nrittelgroter »Maan in dunkel- grauem R d nantel u rd fdxtxirem Schlappbu: nur wenige Schritte birwr iixn Posten gefaßt hatte Ter aufgedrehte Schnurrbart, ter durchbohrewv Blick, ter Ochenzi.-mer mit tem Bleiknopf als Gnn verrieten Torival sofort, daß er einen Ge- te'mvoliristm vor sich ober vielmehr hinter sich bette. Er fannfr diese Art von Mem'chen nun schon »ur Genüo-
Torival wußte, daß er feine Legitimation in die Brustt^sche s iaeS Rncke; <rW: bitt?. Einen Augenblick tauche ter Ächanke in ihm auf, auf beu Mann zu-ugehen unb ihm zu sagen, daß er seine Zeit für ten Staat vorteil Hafter an wen den könne, n«enn er sich ter Verfolgung wirklicher Svitzbiiben widmen würde. Ater fckme'I verwarf er diese Idee. So\u sich bei bi-fern Schmutzw.nter mit dem Mann auf lange Erörterungen c in lassen?
Eilig überschritt er die Straße ®in Blick unten tem Schirm hervor liefe ihn erkennen, bafe bet Mann ihm sofort folg e.
Jenseits d S Wi.be.müplateS erboten sich int neb.idrn Zwieichl des Schnee leitens die maf -gen Umrisse des skaiserhofe». In ter Steile biekf Lwtels mußte gerate letzt der Fünfuhrtee in veil.'m G.mg sein. ToN mol Le er hin Untertauchen in ter Dog- ter eleyaitten Aelk, die um diese Zeit sich hier au versammeln pflegte. .Mochte Hn Verfolaer draußen auf ihn warten. Eine ungemütliche Arbeit bei tem Wetter. Er lächelte bet tem Gedanken an daS innerliche ^schimpfe te» Beamten, ter sich auf ter Strafen i.asse. falte Füße holen würte Ter Mann konnte cs ia nicht wagen, sich in seinem Anzui unter die Güste teS Fünfuhrtees zu nriftben. Dar er nach »weistün- bigem Ausdarren noch auf »einem Posten, gut, bann wollte ibm Torival beim verlassen des Lokals ieme fiegitmution jcijen. Tie VerbiÜfftmg! Ter Aer^er!
Torival malte sich das auS
dieser anaemlmten Sitmmung betest er ten Teeraum Ein diensteifriger ÄtITner trug ihm &ut und Mantel in die Garderobe, rin anderer brachte ihm Tee und Gebäck.
Torival zündete sich eine 3mret- an grine Gedanken wanderten. Dar eS nüfe: rigetititfe gottlos von ibm, ten Beamten, der ted> nur seine ^.'^icht tat, fo schnöde auf ten Lrim »u l ähren? Wäre es nicht rich:tger gewesen, ihn off-n aufw klä'en ? Was tonntt der Mann dafür, tefe fcerr Emil Schnepfe dem Frriterrn von Ärmbrüfier so ähnlich sah? Tiefer Schnepfe!
(Fortsetzung folgt)


