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Niederschlag am 23. 2.: 7.4
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nachts bedeckt
Universitäts-Nachrichten.
— Fran kfurt a. M., 23. Febr. Ter ।
Professor an der rcckftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt, Dr. Ernst Delaquis, hat einen Nus nach Bern als Leiter der schweizerischen Poliseiverwaltung, erhalten.
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Meteorologische Beobachtungen der Station Giehen.
zeigte sich zum ersten Male nicht in einer Salonrolle, und hier mutzte man feststellen, datz manches Gekünstelte und Gezierte erfreulicherweise wegfiel. Ihre Wirtin zur Tanne war ein warmblütig gestaltetes Menschenkind. Gut war auch Auguste Marcks als Groh- mutter. Die Oberfläche durfte etwas rauher sein. Ludwig Grosser gab den Gemeindevorsteher treffend und ohne Satire. Ihn ergänzte geschickt Hermine W ossidlo. Ausgezeichnete Figuren waren noch Rudolf Goll als Dalsamhändler und Helene Kallmar als blödes Mädchen. Würdig war der Pfarrer Karl Dolcks. Zu erwähnen sind ferner Hans Heinz He res als Gymnasiallehrer, (Curt Lerch als Gendarm und Wilhelm Koch als Regierungsrat.
Adolf Teleky, der die Spielleitung in Händen hatte, nahm das naturalistische Tempo richtig. Dem heutigen Geschmack wäre wohl eine leichte Beschleuni»
Gletzener Stadttheater.
Der Kuckuck.
Schauspiel von Fritz Dietrich.
Giehen, 22. Febr. 1919.
(Ein später Abkömmling des Naturalismus führt
nm. abbs.
vm.
23. 2.
23. 2.
24. 2.
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Höchste Temperatur am 23. 2.: 9.5°; 24. 2.. 6.0°
Niedrigste „ „ 23.2.: 5.2'; 24.2 : 4 3".
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Iustandsschilderung einen Ausschnitt aus dem thüringischen Landleben im Kriegsjahre 1917 vor.
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umliegenden Orten saut» gestern und heute bei Gastwirt Müller statt. Die Ausstellung umfaßte 100 Nummern und erfreute sich eines starken Besuchs.
-m. L i di, 24. Febr. An einer der letzten Nächte erbrachen Tiebe mittelst Dietrichs das Schloß zur Stallung der Brauerei I. H. Ihring und ftaiylen drei de r wertvo l l sten P ferde. Diese üxmnten sie vor einen Wagen, den sie aus dem Hofe der Brauerei und Wirtschaft ,Lum Engel" entwendeten, und wollten nun das Weite uchen. Durch einen spat heimlehvendcn Kraft- wa-en führet wurde die Sache aber entdeckt und als dieser zwei Wachposten harbeirief, ließen die Tiebe ilrre Beute üm Stich und entflohen unerkannt.
l. S te inberg, 23. Febr. Balxvrlei'er Ludwig Babel wurde beute unter sehr starker Beteiligung beerdigt. Er war vom Zug erfaßt end getötet ivorben. 30 Jahre war er an der Bahn tätig gewesen.
jrreis Büdingen.
e Büdingen, 22. Febr. Unter den vielen wohlgemeinten Vorschlägen, unsere gefallenen Helden zu ehren, verdient die hier von Profeffor Will gegebene Anregung, Heldenborne, analog den Heiligen- und Fürstenbrunnen, zu schaffen, Beachtung. Vorgeschlagen wird der im abgeschiedenen Waldtal und doch unfern der Stadt quellende Maunzanborn. Die bestehende Anlage liehe sich mit Leichttgkeit benutzen, und ein Architekt könnte mit wenig Mitteln etwas wirklich Grohzügiges schaffen, zumal Büdingen in seinem wundervollen Sandstein gleich das schönste und beste Material zur Hand hat.
e. Büdingen, 22. Febr. Der altbekannte „Petrimarkt" wird Dienstag den 25. und Mittwoch den 26. Februar als Schweine- und Krämermarkl hier abgelxdtcn.
Starkenburg und Rheinhessen.
----- Offenbach, 21. Febr. Die Stadt erhöhte den Preis für das Kubikmeter Leuchtgas von 16 auf 22 ^Pfennig, um die durch Lohnerhöhungen ent- stundens jährliche Mehrbelastung des Gaswerkes von l1/, Millionen Mark decken zu können. Die Stadt Frankfurt, deren Gaswerk dem hiesigen gegenüber am rechten Mainufer liegt, mutzte aus den gleichen Gründen den Gaspreis bereits auf 36 Pf. steigern.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 23. Febr. Tat Aln- zegien in den hiesigen Scihr.igen Mfolge wurden» Samstag in Frankfurt nicht weniger als 4 2 Maskenbälle und karnevalistisch: Bercmstal- timgenn abgchalten. Ta die meiften Balle bereits um 4 Uhr nackxmittags tegeraien, wimmelten die Straften <mi Samstag von Masken, von denen einige Gruppen, wie wir beobachteten, von der gerade hier weilenden amerikanischen Studrem- konrmissim auf die Platte gebannt wurden.
----- Frankfurt«.M., 23. Febr. Das erste Gewitter dieses Jahres entlud sich Samstag mit kräftigem Hagelschlag, der noch lange den B^- ben bedeckte, über der Stadt. Leider forderte es ein Opfer. Tie Gliälyrigt Ehefrau des Tapezicr-rs Fischer, Osteirdstraße 82, würd' auf einem Gartengrundstück der So nnemannstr a ße von^einem B l i tz-- strahl getroffen und mn ter Stelle getötet.
--- Fr an k fur ta. !M., 23. Febr. O ra n sen und Zitronen werden seit einigen Tagen in den hiesigen Gesckiäften imb im Straßenhandel zum erstenmal wieder seit 1915 feilgeboten. Jl*re Preise sind nach sehr hock). Für eine Orange fordert man 1,20—1,65 Mk., für eine Zitrone bis zu 1 Mk.
h Aus dem Kreise Marburg, 21. Febr. Bei dem Dorfe Ronhausen wurde die seit 7 Wochen verschwundene Landwittsfrau Laucht aus der Lahn geländet. — In Cölbe wurden heute zwei westfälische Schleichhändler festgenommen, die außer einem fetten geschlachteten Schwein einen Sack Frucht, 20 Pfund Butter, 25 Pfund Schinken, 15 Pfund Speck und Schlachtgeflügel bei sich hatten.
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1 c.,n latent (tim* S»nÄV1 ein < ?om 3. Juli 1917 selben,st ein Pa- 26. Mai 1910
3: 5 ' Tienstgradrs vom ist?" met,9Cr im hin$Qtent seines 111918 verliehen, desunivrrsität. ft in der Helmstedter lmmbeschädigte Heilung von Frau statt. Der Kursus ist n bmessen. Tie Aus- dieselben wie für die J die Ausnahme ent- fftsstelle nach übep nis, das über die Art genau Ausschluß gibt, mnschen Lilssbundes Wie zu den Kosten mbrsckädigte Studie- rsus hingeroiejen und n 1. Marz 1919 Aulen hilssbund Gießen
nnngen der deutschen Regierung inrtmant^bnai unter namentlich auch Vorschriften über Tarifverträge, Arbeiter- und ?lnrtttelltena»sschüstie iintl über die Schlichtung von Arbeitsstrcitigieiten. Tfcr. Vertreter der deutschen Regierung forderte,, daft diese dem Wafsenstiustandsvertraa zuwidcrlausende. fgindliche 'Maßregel sofort rückgängig gemacht werde. >
Vermischte».
Eisenbahnunfall.
Dresden, 22. Febr. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Gestern abend um 7'/, Uhr fuhr der von Annaberg kommende Personenzug 1351 infolge irrtümlicher Freigabe der Einfahrt auf dem Bahnhof Wileschtal auf den in der Abfahrt befindlichen Güter» zug 7277. Durch den Zusammenstoß wurden 28 Personen- und Güterwagen stark beschädigt. Die Hilfs- zugsschaffnerin des Güterzuges wurde getötet, eine Anzahl Reisende verletzt, davon sieben schwer. Die verletzten Reisenden erhielten durch herbeigerufene Aerzte aus Zschopau und Scharfenstein die erste Hilfe. Die Schwerverletzten wurden mit Sonderzug dem Chemnitzer Städtischen Krankenhaus zugeführt. Die Aufräumungsarbeiten werden voraussichtlich heute abend beendet sein. Der Verkehr auf der Linie konnte aufrecht erhalten werden.
früh wieder an ihre Arbeitsstätten zu begeben. - Auer ist noch am Leben, doch ist sein Zustand nach wie vor ernst.
Amerikanischer Kredit für Belgien.
Laag, 23 .Febr. Aus Brüssel wird berichtete Die Regierung hat mit dem Delegierten der Vereinigten Staaten für Finanzangelegenheiten Ba» ruch ein Abkommen getroffen, nach dem Belgien! einen amerikanischen SVrebit in Höhe von 500 Millionen Franken zur Deckung der Kosten für Materialien und Tiere zur Verfügung gestellt wird . Es handelt sich hauptsächlich um die Bestellung pon Wagen, Autos, Schuhen, Kleidung, Telegraphen- und Telephonapparaten sowie von! Pferden und Maultieren, die bereits aus den Vereinigten Staaten nach Europa gesandt wurden.
Clemenccaus Befinden
Berlin, 24. Febr. Laut „B. 2z" müsse jetzt in Paris zugegeben werden, daft bei Cie- menceau die Körpertemperatur langsam steige. Rach anderen Blättern führen die Aerzte eine zunehmende Erregung des Kranken auf die vielen Besuche und Unterredungen zurück und haben sie deshalb verboten.
Zu Churchills Nede.
Berlin, 24. Febr. Tie Absicht Chur- ch i l l s so heiftt es in der Deutsch. Mg. Ztq., Deutschland später wieder zu versöhnen, ist gewiß sehr freundlich und daft er die Versöhnung im Interesse Groftbritannicns und der Vereinigten Staaten für notwendig hält, spricht durchaus für seinen realpolitischen Sinn. Tiefer sollte Herrn Churchill aber auch ^u der Erkenntnis führen, daft einer großen Nation gegenüber, die man auf Jahrzehnte in Zucht Hausfesseln legen will, die für später in Aussicht gestellte versöhnende Für- wrgeerziehung leicht zu spät kommen ttemte.
Ein Bankraub.
Mülheim a. d. Ruhr, 23. Febr. (WTD.) Ueber den Raub von 170000 Mark aus der hiesigen Reichsbankstelle in der Nacht vom Samstag auf Sonntag wird von zuständiger Seite berichtet: Zivilisten nnb Soldaten, die als Sicherheitswehr fungier» ten, überwältigten den Direktor und drei Herren, die sich in der Bank befanden, bedrohten sie mit Er- schießen und erzwangen die Herausgabe der Tressor. schlüssel. (Es ist gelungen, fünf der Beteiligten hinter Schloß und Riegel zu bringen.
Demonstration gegen Scheinpfiug.
Stettin, 23. Febr. Kapellmeister Stein-' pslug holte sich gestern bei einem Konzert in Stettin mit seinem Blüthner-Orchester »ocgen der Beteiligung des Orchesters an der Gedächtnis^ feier für Liebknecht eine schärfe Abfuhr. Ms. Scheinpslug das Podium betrat, setzte plötzlich großer Tumult ein. In einer Ansprache versuchte Sckeinpflug sein Verhalten zu rechtfertigen und forderte, als Proteskrusc ertönten, den Teil tev Publikums, der nicht mit seinem Verhalten ein verstanden sei, auf, den Saal zu verlassen, damit das Konzert ungestört feinen Fortgang nehmen/ könne. Ein großer Teil des Publikums verließt daraufhin den Saal. Doch kaum halte Scksein Pflug den Taktstock wieder ergriffen, als cs jir so ungeheurem Lärm kam, daft das Konzert abge-. brochen werden muftte
verschiedene Behauptungen der Hauptredner und er- örterte nochmals die Kriegsgefangenenfrage. Herr Ciffert beschlaft die Versammlung, die anwesenden Kameraden und-Kriegshinterbliebenen zum (Eintritt in den Verband auffordernd.
♦♦ Der Reichsverein deutscher Arbeiter,Ange st cll^enundBeam- teit, aus dein sich zu einem Zusammenschluß der Arbeitnehmer vor etwa vier Wochen auch eine Ortsgruppe Gießen gebildet hatte, lud am Samstag ateitb im „Großherzog von Hessen" zu einer öffentlichen Versammlung ein. Herr W. Fecht (Frankfurt a. M.) sprach über das Thema „DemokratieundArbeitneh- m e r". Er nahm u. a. Stellung zum Soziali- sierungsgedankcn, und wenn er ihn auch kei- nestvegs ganz von der Hand wies, so betonte er doch Lra ßder Gegensatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht ausgeglichen würde ,wenn der Arbeitgeber durch den Staat repräsentiert sei .Als einen Hauptpunkt wollen ivir aus den Erörterungen des Redners noch oen herausheben, daß der Arbeitnehmer durch Einführung einer Gewinnbeteiligung zu höherem Interesse an seinem jeweiligen Betriebe erzogen werden müsse. — Die Versammlung war wider Erwarten nur schwach besucht; immerhin schloß sich eine längere Aussprache dem Vortrage an.
** Bund technischer Berufsstände. Änt Samstag ten 22. ds. Mts. hatte bte Orts- 7-uVpc Güßen des Bundes technischer Berufs- ic.irt.be ihre erste Miig edetverlsantmluny, die sehr stark besucht war. Reaierungslcnmreister Storck ^richtete über die Reichstaglung der deutschen Techniker in Eisenach. Er wies auf die dlnfgaben hin, . i? inrfcrc Tech.ük in der nächsten Zukttnst, bei en Waffenstillstands- und FtietensvetlandlunFen io wo Ist >vie nach Friedenstzchlnft zu lösen haben rird. Weiterhui entwarf er ein Bild darüber, wie Deutschland aus Grund der Uebcrlcgcnljeit des Geistes feiner Techniker in der Sagt? gciuefat ist, t«s, was es vom Auslande an Rohsiioffen bezo,?, als bevorzugte Ware in die Welt $u bringen nnb wie diese (Geistesarbeit in letzter Linie für uns Handelsware war. Ter Redner erläuterte, daft wr mit Anspannung» aller Kräfte zu arbeiten hätten, daß wir unsere Kräfte nur dann auszu- inifjen imstande seien, wnm mir nack) amerikani- idxmt Torbilee unsere Industrie anders als bisher organisieren. Eine Normalisierung und Itipi'ic» ning sei nwl.st unumgänglich twtwendig. An der -ich ansckilirßenden Ar.ssprack»_' beteiligten sich die öerren Kockerbeck, Bülmemann, Schuster. Schäfer, thxibert u. a. Ter Vr rstrmntlungsü it n- Ingen stur Zur mester bvb die B-Seutung der Bestrebung vs .Bundes für uirfer gesamtes wirtsck>aftlichos Lelm hervor, indem er darauf histwi^'s, brft zum Wiederauchru unseres neuen Deutschland de poli- titdr Mitarbeit der Teckmiker an führender Stelle m ten Parlamenten erforderlich sei. Ramenttich ollte die Ort ogruppc dos Bundes dafür sorgen, daß er tsckmisckie Geist auch in der Stad-tvertvalttmg, i- ihm Achührende Rolle spielc. Rach der Ansprache fiarti) die Vorstandswähl statt, welche fol- chmdes Ergebt ris hatte: Regierungsbanmeister ötorck Vorsitzender, JnMnienr Burmester stellv. Vorsitzender, Rechn. Revisionsbeamrer G r ü- tt g Schriftführer, Eisenbahn-Betriebsingeni-'ur Lntzeroth Kassier, Tirektor Thome, Bau- ^m.VTueb'mer und Dicht.-Jng. Paul Müller, L^-rkmeister Lange, Architekt Seuking, Ma- ^sstnentechnikerr Peter. Auf Vorschlag« des Herrn rladtbaurats Braubach 'werden mxl> Svnder- (ii ;;d)ü"f? zur Erledigung der unrftnrgveichen Ar- -> iten gebildet.
** Besitzwechsel. Die Bauunterneh- tner Abermann und Kling verkauften ihr Anwesen, Ludwigstr. 37, für 60 000 Mk. an die Frau Dr. Neubert-Drobisch aus Frankfurt ii. M. — Der Weichensteller 1. Klasse, Ludwig Friedrich, kaufte 'für 35 000 Mk. das Anwesen ves Karl Nikolaus, Weserstraße 6.
** Die National st iftung hat zur
Letzte Nachrichten.
Die Verhandlungen in Spaa.
Berlin, 23. Febr. (WTB.) Sitzungsbericht der Wasstnstillstandskommission in Spaa vom 22. Februar 1919. General Nudant teilte auf die gestrige putsche Arrfvage mit, baft der Abtransport der Deutfth-en ans Haidar Pascha bereits im Gange sei und die erften Schiffe Malta verlassen hätten. Die Vorbereitungen für die Ankunft der Deutschen in Hamburg könnten getroffen werden. — Tie deutsche Regiertmg lstss den Gegnern eine Note überreichen, die dagegen prote»- ftiert, baft die feftrdlichen Besatzungsbehördei, die Gemeindewahlen im besetzten Gebiet verbitten. Genera! Nudant erklärte hierzu, Marschall Foch iftybc bis auf einen weiteren Befehl die Äbl)altung der Wahlen verboten, da die alliierten Besatzungsbehörden mit den jetzigen Ge- meinbeöermaltungen, die über eine lange Erfahrung verfügen, gut ein gearbeitet seien. Ter Vertreter ber deutschen Regierung ersuchte trotzdem Maßnalftnen zu treffen, welche die Durchführung der Gemeindewahlen im besetzten Gebiet sicher- stellen. Er bat Nudant, sich in diesem Sinne bei Niarschall Fock) zu verwenden. Nudant erwiderte, er glaube nicht an eine baldige Aenderung: der Entscheidung des Marschall Foch. Es handle sich nicht um Wahlen, die für die Berfassmig des Lairdes von Belang seien. Der deutsche Vcrtrtter wies darauf hin, daß das Verbot der Wahlen int besetzten Gebiet aus keinem Paragraphen des Waffensttllstandsabkommens hcrgeleitct werden könne. Nach der deutschen Auffassung entspreche das Vorgehen der Besatzungsbehorden nicht dem Waffensti'llsbandsabkommen. General Nudant antwortete hierauf: Ich bedauere, aber das ist nun einmal so. Wuf die Erklärung des Vertreter^ der deutsckren Regierung, er habe soeben ein Telegramm erhalten, aus dem hervorgehe, daß auch in der neutralen Zone em Verbot für die Gemeindewahlen ergangen sei, erwiderte Nudant, er werde die Angelegonhett nachprüfen, glaube aber nicht daran imb er würde, meint es tatsächlich der Fall sein sollte, in ber richtigen Weise dagegen Anspruch erheben, da seiner versönlich"n Ansicht nach eine solche Maßnahme nicht berede tigt sei. Zum geitrigen Ersuckien des Generalck v. Hammerstein, die deutschen 5l^rieger ftei- zugeben, welche infolge der für die Fahrt de- deutscknm Unterhändler nach Comipiegne zur falschen Zeit angeordneten Waffenruhe in Gefangen- fdiaft geritten, teilten die Alliierten mit, daft bem# deutsck;en Verlangen nicht Folge gegeben nnrden könne.—Tie interalliierte Feldeisenbahn-Kommis- sion in Trier lieft die deutsche Konrission durch General Nudant benachrichtigen, baft die Kohlenvorräte der Eisenbahnen im besetzten Rheinland in beunruhigender Weise gesunken seien, da die Zufuhren aus dem Ruhrgebiet fast völlig ausblicbcn. — Der deutsche Vorschende bat die Älliierten um Auskunft, ob sich die Nachricht des „Temps" bewahrheite, Herr Röchling sei von dem französischen Kriegsgericht in Diedenhoseui zu 7 Jahren Z>vangsarbeit Derurteilt worden. Zu'< tressendensalls ersuche er um Müteilung des Wort-- lauts und der Begründung des Urteils. — Der Vertreter der deutschen Regierung überreichte den alliierten Kvmmisswnen mehrere Gesuches nm A u s- fuhrgenehmrgung von Waren aus dem linksrheinischen Gebiet nach dem unbesetzten Deutschland. In den Gesuchen unrb darauf hin- gewiesen, welche schwere Nachteile die Unterbindung des Verkehrs zwischen dem links- und reck)ts- rheinisck>en Gebiet durch die Alliierten zur Folge hat. So können z. "B. medizinische Präparate, die für die unterernährte deutsche Bevölkerung im
Rautzau in Berlin.
Berlin, 23. Febr. Der „Bert. Lokalanz." berichttt: Graf v. Brockdorff-Rantzau ist aus Weimar zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen, um hier für die nrneve Organisation seines Amtes notwendige Anordnuiegen zu treffen. Unterstaatssekretär Baake wird vorläufig die Öfc* schäfte der Reichskanzlei weiterftchveu. Reick)sprä sident Ebert, der bekanntlich feine Reise nach Berlin wegen der Müncheirer Vorgänge verscho- ben hatte, gedenkt im Laufe ber nächltttr Woche die Reichshauptstadt zu besuchen, um dort private
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Die Technik dieser Stilform ist gut erfaßt und lehnt sich hauptsächlich an Hauptmanns ^Vor Sonnenaufgang" an. Der Inhalt zerrinnt, ohne dramatisch wirksam zu werden, weil keine Problemstellung vorhanden ist, die die Handlung hochreiftt. Vier Akte bleiben Episode ohne Ereignis. Entfernt fühlt man sich an Sudermanns „Stein unter Steinen" erinnert, eine dramatische Mache, aber bühnensicher aufgebaut. Der frühere Zuchthäusler kämpft gegen Scheelsucht und Roheit um Menschwerdung und erringt sie durch die Liebe eines Mädchens, das sich ebenfalls aus seiner Umgebung hinaufläutert. Der Kuckuck hingegen bereut nicht und kämpft nicht, kaum einmal um Anerkennung als Gleichberechtigter in der Dorfgemeinde. Er will die Zeit, um die ihn das Zuchthaus bestohlen hat, nachholen. Er will heißes wildes Leben um sich. Deshalb meldet er sich zur Front. Das wird ihm abgeschlagen. Er tobt, aber er findet sich damit ab. Er wirbt um seine Zugendgeliebte, eine Kriegerwitwe. Sie kommt ihm entgegen, aber wirft sich nicht fort. Sie wurzelt an ber Scholle und zaudert, ihm ins ungebundene Leben zu folgen. Er tobt, aber er weift sich schadlos zu halten - die Mannbaren des Dorfes stehen im Felde. Irgendwie muft ein Abschluß erzielt werden. In der Nähe ist nachts eine Mühle abgebrannt. Der Verdacht wird sich auf den Zuchthäusler lenken. Sein Alibi kann er durch die Schwiegertochter des Gemeindevorstehers erbringen. Er wird dies Alibi erbringen, und damit die Entsittlichung des Dorfes aufdecken. Das soll seine Rache dafür fein, baft man ihn ber Mutter wegen Kuckuck hieh und ber Zähzorn über biesen Spottnamen ihn zum Totschlag hinrift. Die alte Großmutter seiner Zugendgeliebten erhebt die sittliche Forderung, das Dorf zu schonen und bas Heil in der Fremde zu suchen. Warum er darauf eingeht, wird nicht ganz klar. Zedenfalls, er nimmt (ein Bündel und wandert. Die Episoden und die in naturalistischen Dramen beliebten Episodenfiguren sind gut gestaltet, aber die befruchtende und tragende dramatische Idee fehlt, und damit die innere Notwendigkeit und Geschloffenheit ber Handlung.
Die Darstellung zeigte sehr viel ansprechende und verschiedene außergewöhnliche Leistungen. Die flackernde Darstellungsweise Oskar Feigels fand in der Rolle des Kuckuck die gegebene Vepwerlung. Etwas mehr Sparsamkeit im Gefühlsausbruch des zweiten Aktes käme den folgenden zugute. Sonst konnte man von feiner Auffassung sehr befriedigt sein. Else Allner
Angelegenheiten zu regeln.
Sladtverordnctcawahlen in Berlin.
Berlin, 23. Febr. Die Wahlbeteiligung bei den Stadtverordnete nwah len war durchschnittlich 25 % geringer als bei den Wahlen zur Preußischen Landesversammlung. Am meisten haben ein- gebüßt an Srimmenzahl die Mehrheitssozialisten und die rechtsstehenden Parteien, während die Demokraten und Unabhängigen am besten abgeschnitten haben. Die Mehrheitssozialisten erhielten in Berlin nach den vorläufigen Feststellungen 233 685 Stimmen, die Unabhängigen 181201, die Demokraten 96 891, die Deutsch-Nationalen 67 109, die Christliche Volkspartci (Ienttum) 29 721 und die Deutsche Volkspartei 29 804 Stimmen.
Dcr „Krieg" in Gotha.
Weimar, 23. Febr. Der Krieg in Gotha scheint seinem Ende entgegenzugeben. Die R^'gie-, rungstrnppcn sorgen für Ruhe und Crbmmg. Die Ablieferung der Waffen geht ohne Störung vor sich. Tie Reichsrcgierung ist von Gotha aus Darum gebeten worden, Vertreter nach dort zu entsenden, um den Abschluß der Berhandlnngens zu beschleunigen.
Ans Bayern.
München, 23. Febr. (WTB.) Der Zentralrat der Republik Bayern hat nachstehende Bekanntmachung erlaßen: Laut Beschluß des Ienttal- rates sind zum Schutze der Revolution beftimmte Persönlichkeiten als Geiseln in Schutzhaft gesetzt worden. Die Sicherheit der Verhafteten wird verbürgt, solange keine Attentate aus konterrevolutto- nären Bestrebungen unternommen werden.
Das Dolksgericht bei dem Landgericht München 1 veröffentlicht folgende Bekanntmachung: Die Staatsanwaltschaft und das Dolksgericht München haben anläßlich der Attentate auf (Eisner und Aucr sowie der Tötung des Canbtagsabgcorbneten OefcL sofort eingehende Erhebungen eingeleitet. Um die Möglichkeit zu schaffen, dem Verfahren eine öffentliche Gestaltung zu geben, wird auf Veranlassung des Zuftizministeriums je ein Vertrauensmann ber Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei, ber Mehrheitssozialisten und der Bayerischen Volkspartei zu allen Untersuchungshandlungen zugezogen. Der Ientralrat lieft ferner einen Anfruf an die Arbeiter in ber Stabt anschlagen, in dem erklärt wird, baft das Proletariat in machtvollen Kundgebungen gezeigt habe, wie tief, es durch den Verlust Eisners getroffen fei. Das Proletariat habe feine Macht enthüllt; die Kundgebungen hätten ihren Zweck erfüllt, der Rätegedanke marschiere. Die Arbeiter werden ersucht, sich Montag
unbesetzten Gebiet unbedingt notwendig sind, nicht aus bem linksrheinischen Gebiet ausgeführt wer-- dcn. Ferner.ist es deutschen Städten wie Hamburg und Frankfurt a. M. nicht möglich, durch Notstandsarbeiten der herrschendeit Arbettslosig- feit zu steuern, da die notwendigen Baumaterialien aus dem besetzten deutschen Gebiet fehlen. — Dis feindlichen Behörden haben in Krefeld die Der-, öffrntlichung und Anwendung mehrerer Vkrord-,
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Ecke Neuen Baue - fe kam in schnellste" >s dem Neuenweg Hel' chrerderStratzenbch kn konnte. In da re. Die Droschke!$< Näheres über sie konnf erden.
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ch t. In ber vv' t ein Kellerein, kraße verübt, wobei hte, Ker und Tabak tätet Hnrwin ba 7 ^ecfhimfm et' ten. — Inder Nachi . wurden m emei Strafte 15 tütrl- ilen. Es gelang bei er Tat zu überführ« r. - Auch der Zie iffenberger Weg saut t die Diebe ermittelt CT. - Der von bürg ausaeschriebtt! 4 wurde hier ding-
Untorsttchung der Kriegshinterbliebenen außerordentliche Mittel bereitgestellt. Durch Beschluß des Präsidiutns der Nationalstiftung wurde der für das laufende Unterhaltunas- fahr freigegebene Betraa vorerst auf 9i/2 Millionen erhöht und barühcic hinaus sollen einzelnen auch dann noch hilfsbedürftig bleibenden Landesausschüssen besondere von Fall zu Fall zu bemessende Zuweisungen aus den noch verfügbaren Mitteln des Ausgleichsmtds gewährt werden. Diese Beschlüsse treten als Not- standsmaßnahmeir sofort in Kraft. Ferner sind in Anbetracht der gegenwärtigen Notlage auch aus den Sonderstiftungen noch Mittel im Rahmen der für die einzelnen Sonoer- stistungen gegebenen Zweckbestimmungen bereitgestellt, so daß für das laufenoe Unter- stützungsjahr der Gesamtbetrag der von oer atNionalstistung mrd den ihr angeschlossenen Sonderstiftungen ber^itgestellten Unterstütz uugsgelder rund 13 Millionen Mark bei einem Stiftungsvertnögen von r u n d 10 7 MillionenMark beträgt.
*• Das Scharffchützenkorps Prey bei ber Garbc-Kavallerie-Division forbert Scharfschützen aller Waffen, alles ausgesuchte Leute nach Charakter und Leistungen und Liebe zu unserem armen Vaterlands und festen Willen, ihm mit aller Kraft zu helfen, zur Meldung auf.
** Alraune im Film. Der bekannte Roman von Hans Heinz Ewers, „Alraune", ber die künstliche Entstehung und bas bämonifdje Leben eines elbischen Mädchens behandelt, ist nun auch verfilmt worden. Der Film kommt von morgen Dienstag ab im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, zur Aufführung. _ Auf allgemeinen Wunsch ist der Film Albert Vafferrnann bis einschließlich Dienstag verlängert. Die Spielzeiten sind wie folgt angesetzt: Albert Basiermann von 4-5 Uhr, Alraune von 5-6.30Uhr, Saffermann von 6.30-7.30 Uhr, Alraune von 7.30 bis 9 Uhr.
Landkreis Gießen.
( Gründers, 23. Febr. Tem 9Jtültrr Frey von ter Sommersmülle wurden vor drei Wocken zwei Pferde im Werte von 8000 Mark gejioljlcn. Ls cjclang nunmehr, die Diebe, zwm lunge Soldaten, aussindig, zu ntad)en und eines der Pferde irneter zu erlangen. — Tie Pfcrdep reise Aitb enorm gesttenen. Eftr Landbewohner, ten fein Pferd vor einigen Wochen bei .ter Temvbil- Mlchung« 120 Mk. koste!e, konnte dieser T-Ägie Id liebt als Zehnfache bohlt lösen.
I Kirchgöns, 23. Febr. (Eine Geflügel- und K aninchen.Ausstellung für Züchter von hier und


