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mrterncchm unter anderem auch die Verpflichtung, für eine Wohnung be8 Seelsorgers in Langsdorf zu sorgen und erwarb in Ausführung dieser Ver­pflichtung ein Pfarrhaus. Das bisherige Pfarrhaus ist nun aus gesundyxitlichen Rücksichten falt nicht mehr zur Wohnung geeignet, imd die Erbauung eines neuen Pfarrhauses schon in der Zeit tn der noch Pfarrer Mahr definitiv Seelsorger hier war, in Erwägung gezogen worden. Zum größten Er­staunen der Einwohner von Langsdorf bei tritt das Marienstist zu Lich die Annahme der Baupflrcht eines Pfarrhauses in unserer Gemeinde. Bei den ersten Verhandlungen wurde vom Marienstist eine Ablösung beantragt, die aber an dem geringen Angebot des Stiftes (15 000 Mk. und altes Pfarr­haus) scheiterten. Die Gemeinde verlangte 30 000 Mark einschl. altes Pfarrhaus und Aufgabe des Präsentationsrechtes, das dem Fürsten zu Lich zu­steht. Dadurch wäre das Marienstist jeglicher Ver­pflichtung enthoben worden und der Gemeinde wäre die Möglichkeit gegeben worden, selbst über die Wahl des Pfarrers zu bestimmen. Da die Ge­meinde nun feit 4 Jahren keinen definitiven Pfarrer besitzt, wurden neuerdings Verhandlungen geführt, die erfreulicherweise nicht ergebnislos ver­liefen. Das Marienstist zu Lich erkennt endlich die Baupflicht an und stellt ein Kapital von 10 000 Mk. 5 pwz. Kriegsanleihe als Kapitalstock ein, deren Zinsen jährlich zugeschrieben werden. Hoffentlich wird dieser Vertrag bald rechtsgültig und die Pfarrstelle in LangÄ>orf definitiv besetzt.

Tb. LangSdorf, 22. Sept. In einer der letzten Gemein de ratssitzun gen wurde be- gflössen, daß innerhalb der Gemarkung nach uellen geforscht werden soll zum Zwecke der Erbauung einer Wasserleitung. Die Wasser­leitungsfrage für unsere Gemeinde ist nicht neu. Im Jahre 1906 stellte her verstorbene Reichs­und Landtagsabgeordnete Philipp Kühler, der damals Bürgermeister in unserer Gemeinde war. int Gemein berat den Antrag, bafc die Leitung des staatlichen Wasserwerkes Lauter durch unsere Ge­meinde gelegt werde. Vom Kreisamt Gießen war ein Vertreter gekommen, der auf die Vorteile dieses Anschlusses hrnwies. (Die Gemeinde hätte mir die Anlage des Ortsnetzes zu befahlen gehabt.) An der Eigenwilligkeit verschißener Gemeinderats­mitglieder scheiterte die Wasserleitung. Die Leitung wurde anstatt durch Langsdorf, durch Ronnenroth, Villingen und Hungen gelegt. Kderz vor Ausbruch des Krieges beschloß nun der Gemeinderat eine Wasserleitung zu bauen. Es wurden auch zu diesem Zwecke Bohrversuche angestellt, die der Gemeinde ungefähr 12 000 Mk. kosteten, aber ohne Erfolg blieben. Neuerdings wird nun der Ruf nach einer Wasserleitung in unserer Gemeinde wieder laut. Nachdem nun die Direktion des staat­lichen Wasserwerkes den Anschluß der Gemeinde an dieses adgelehnt hat, mit ber Begründung, daß

Hochschttlnachrrchten.

mr. Frankfurt, a. M., 22. Sevt. Augen­blicklich smd in der Frankfurter Lttholifckttn Ge­meinde wieder Bestrebungen int Gangn, die katho- lische theologische Fakultät der Uni-* versitätStraßburg nach Frankfurt zu ver­legen, zumal die Universität Freiburg (Breisgau) mit ihrer ausgedehnten katholischen Theologie für die vertriebene Straßburger Fakultät nur beschränkt aufnahmefähig ist.

Vermischte».

* Sätze als Familiennamen. In Miseren Familiennamen, die wir heute so gedanken­los gebrauchen, ist ein Stück uralter Geschichte auf-* gespeichert, und in diesen heute vielfach zur Un- kenntlichksit verstümmelten Worten finden sich wertvolle Hinweise auf die ferne Vergangenheit ganzer Geschlechter. Dies ist besonders bei den Familiennamen der Fall, die aus ganzen Sätzen zusammengezogen und verkürzt worden sind. Aus alten Urkunden werden in der ZeitschriftHessen­land" solche ans Sätzen entstandenen hessischen Familiennamen zusammengestellt. Bei manchen Namen, denen heute niemand mehr ihre Ent- stehunb aus einem ganzen Satz anmerken wurde, läßt sich dieser Ursprung noch al'tenmäßig Nach­weisen. So wird z. B. in hessischen Akten von 1498 ein Hermann Koppmnacke, d. h. Hermann, der den Kopf im Nacken trägt, erwähnt, und der- 'k 7?ann wird zugleich auch Hermann Koppen oder Stoben genannt, woraus da in der heute vielfach gebräuchliche Familienname i Köppen ent­standen ist. Als andere zum Teil wieder ver­schwundene, zum Teil noch erhaltene Familien­namen, bie aus Sätzen entstanden smd, feien nach den hessischen Urkunden ausgeführt: Bradegans: brate die Gans! Dehenleder: dehne das Leder! Druckepltennine: drück jeden Pfennig erst in der Hand, bevor ou ihn ausgibst! Virlusdichnickt: verlier dich nicht im Walde ober im Dunklen! Geldmache: macke Geld! Gernegros: einer, der gern groß fein will! ein Name, der noch heute vielfach vorkommt. Hassenslaff: haß den Schlaf! Ein anderer mit Haß zusammengesetzter Name ist der des noch heute blühenden Geschlechtes Hassen­pflug: haß den Pflug! Ebenso foynnt noch her Name vor: Hebenstreid: fang Streit an! Recht merkwürdig wirken die Namen Kratzentüfel: kratz den Teufel! und Stichentufel: stich beit Teufel! Rekkebuch: recke beit Bauch! Regkesleichs: recke bas Fleisch? Bei bem Namen Nure den ring: setz den Ring in Bewegung ! ist es fraglich, ob es sich um den Ring eines Türtlopfers, eines Pan­zers oder einen Fingerring handelt. Dann gibt es Schoetesel: schüttete bas Fell! Schindengast: schinde den Gast! (ein Name, der sich besonders für ausbeutende Gastwirte eignet). Soowcnvus: schau den Fuß!, heute noch in Schaufnß erhalten.

die Rohrleitung zu klein sei und äuch neue Quellen erschlossen werden müßten, soll nun in unserer Ge­markung toieber nach Wasser gesucht werben.

, ..** Leihgestern, 23. Sept. Eine schon seit ermgen Tagen in der Bahnhofstraße in dec Nähe des Bahnhofs Großen-Linben errichtete Ehren­pf o r t e legt Zeugnis davon ab, daß man sich hier für den Empfang unserer Leihgestern er Kriegsgefangenen gerüstet hat. Außer dem schon S'ckgekehrten Georg Paul, welcher auf dem morsche in Rumänien (Armee Mackensen) in­terniert wurde. Tarn gestern der erste Kriegs­gefangene in unserem Dorfe an. Es war der vor 2Vr Zähren in englische Gefangenschaft geratene Karl Arnold, Sohn des Gastwirts PH. Ar­nold, der noch einen zweiten.Sohn aus der Ge­fangenschaft erwartet. Um 9 Uhr abends hatten sich die beiden Gesangvereine vor dem Hause Ar­nolds eingefunden und brachten dem Heimgekehrten in Lied und Worten ihre Willkommengrüße dar. Auch eine große Anzahl Einwohner hatten sich eingefunden. In einer Ansprache wurde auch derer gedachte, denen es nicht vergönnt ist, iuieber fn ihre Heimat zurürtzukehrLn, und aufgefordert, üpt-m ein ehrendes Andenken zu bewahren. Wie hier die jJugend das Haus Arnolds durch Tannengrüir geschmückt hatte und der Empfang am Llbend durch die Vereine ftattfand, so ist es auch bei den weiteren noch ausstehenden 11 Gefangenen geplant.

tt. Treis a. L., 22. Sept. Als erster von den hiesigen in englischer Gefangenschaft befind­lichen Kriegern kehrte beute der Gefreite Philipp Rock in die Heimat zurück. Er war etwas über ein Jahr in Gefangenschaft gewesen.

Kreis Alsfeld. Braunkohlenlager.

4- Zell, 23. Sept. Tas vor etwa 30 Jahren schon einmal betriebene Braunkohlenberg­werken Flur3 & g e r t a l" unserer Gemarkung, gelegen, wurde vor etwa Jahresfrist von Berg­ingenieur Kramm in Breslau käuflich er­worben imd wieder neu erschlossen. Ter neue Stollen ist schtm eine gute Strebte. Varget rieb eit, so daß man hofft, bald mit der Förderung von Kohlen beginnen zu können. Sicherem Vernehmenl nach soll es sich um sehr gute und auch für ober­hessische Verhältnisse ziemlich mächtige Lager handeln. Aus den Abfällen sollen an Ort und Stelle Nebenprodukte gewonnen werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

X. Offenbacha. M., 21. Sept. Ter in den Lederwerken Spickarz Akt.-Ges. beschpftigte Arbeiter Rudolf Hack aus Fechenheim hatte int Verein mit einigen Mithelfern größere Mengen Leder ent­wendet und an Lederverarbeitende Firmen in Fechenheim und Frankfurt verkauft. Bis jetzt sind durch« die Fochenheimer Polizei drei Verhaftungen in dieser Angelegenheit vorgenommen worden.

Slrntweoche: schling die Wecke herunter! Stoppe» sacke: stopf den Sack! Tuteludt: tute laut! (vom Nachtwächter) u. a. m.

BücherLisch.

Der Irrwahn des Berständi- aungsfriedcns. Von Oberst Bauer. (Verlag August Scherl G. m. b. H., Berlin, Preis 2 Mk.>- Dicse zwettc Schrift des Obersten Bauer, des ver­trauten Mitarbeiters von Ludendorff, enthält ver­bürgtes Material über die Vorgeschichte unseres Wasscnstillstandsangebots, das deni Verfasser vom General Ludendorff zur Veröffentlichung über­lassen roorbcit ist.

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Lttrehliche Nachrichten.

Israel. R e l i g i o n s g e m e i n de. Gottes­dienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Donners­tag den 25. u. Freitag den 26. Sept. 1919: Neujahrsfest. 1. Tag. Vorabend: 6 Uhr. Predigt. Morgens: 7.30 Uhr. Predigt: 9 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 6 Uhr. Morgens: 7.30 Uyr. Abends: 6 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nickt gestattet.

Israel. Neligions - Gosellscha ft. Donnerstag den 25. n. Freitag den 26. September 1919: Neujahrsfest. 1. Tag. Vorabend 6.05 Predigt, morgens 6.00 Predigt, nachmit­tags 4.00. 2. Tag. Vorabend 7.05, morgens 6.00. Sabbatfeier den 27. Sept. 1919: Dorabeick 5.45, Samstag vormittag 8.00, Predigt, Nach­mittag 4.00, Sabbatausgang 7.00. Wochen- g-ottesdienst: morgens 5.15 abends 5.30.

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Groß-Umstadt, den 23. September 1911.

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Ihrer aller Namen aufzuführen ist die Zahl zu groß.

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