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Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

** Tas Amtsver kündig ungsblatt Nr. 77 vvm 22. August enthält fiolgende Bekannt- machungen: Die Mrtt zum Prbvmzialtag. B«rteljührlÄ-e Viehzählung. StottcrufberbKtit.

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Letzte 2Xad?ri$tcn.

Des Reichspräsidenten Dank für die weimarische Gastlichkeit.

W e i m a r, 22. Aua. (WTB.) An die Strrats­regierung von Sachs tw-Weimar unb an die Staats- regierimg von Sachsrn-Weimar-Eisenoch hat der Reichspräsident folgendes Schreiben ge­richtet : ~

Tie in Weimar stattgehabte Tagung der ver­fassunggebenden Nationalversammlung hat nach der Fertigstellung des VersassungÄverkes ihr Ende er­reicht. In stetiger Arbeit ist die W Aufgabe der Versammlung gelöst und dem Teutscheu Reiche sein Grundgesetz gesck>afsen ioorben. Tiefe Lösung mar nur möglich, wenn Reick-äregierung unb Na­tionalversammlung sicher sein Konnten, in der Ste­tigkeit ihrer Arbeit (einer Störung ausgesetzt zu sein. Tas war in Weimar dank der freunbtidjen und gastlichen Haltung der Bevölkerung und der von demselben Geist gastlicher Förderung und Unterstützung getragenen Adaßnahmen der wer- mariid>cn Regierung der Fall. Auch mir, der ich in den verflossenen Monaten öfters hier weilte, sind die Segnungen der weimarischen Gast­lichkeit und vaterländischen Gesinnung zuteil geworden. Auch id> habe in dem von der Staats­regierung bereitwillig zur Verfügung gestellten weimarischen Schloß freundliche Auf­nahme gefunden. So mochte ich denn am Schlutz dieses Abschnittes und beim Scheiden aus Weimar nickt unterlassen, der weimarischen Staatsregie- rung und der ganzen Bevölkerung von mir aus und zugleich für die Reichsregierung und alle Organe, die hier gastliche Aufnahme fanden, auf­richtig und herzlichst zu danken. Möge diese Zeit auch für das weimarische Land 'röte schöne und grohe Grfrmenmg bedeuten. Möge das schöne Land in dem neuen deutschen Vaterland nach der ver­flossenen Zeit der Prüfung einer hohen, feiner grasten Vergangenheit eittsprecherchen Blüte ent­gegengehen.

Der Notemmttausch und die Abstempelung.

Berlin, 23. Aug. Im Finanz­ministerium fanden siestern wichtige Besprechungen aller in Frage kommen­den Stellen statt, in denen nochmals der No­te n u m t a u s ch imb die Abstempelung er­örtert wurde.

, Der britische Erlab für das besetzte Gebiet, von dem gestern berichtet wurde,, bedeutet ein Verbot der Loslösungsbestrebun- gen, soweit sie sich mit den jetzt gültigen

; Reichsverfassung nicht vertragen. Eine Ein­schränkung ist jedoch in der Bemerkung ent-

Der Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen.

Verhandlung vvm 19 August 1919.

1. Tie Wirt schaftliche Vereinigung bet Privatangestellten von G ießen unb Umgegend hatte gegen eine Reihe von Firmen des Großhandels ufw. die Ver­mittlung des Schlickitungsaussichusses . angmifcn, um eint Gehaltsaufbesserung zu erreichen, hatte jedoch die Aufstellung der Forderungen wieder zurückgezogen, um denTarifvertrag für kaufmännische und technische Ange­stellte des Stadtgebietes Frankfurt a. M." vom 26. Mai 1919 auck den Gießener Erörterungen zu Grunde zu legen.

Ta dieser Tarifvertrag erst zu Beginn der Ber- l-andiung vorgelegt werden Konnte, mußte man sich daraus beschränken, seine Bestimmungen durch- zusprecken, die sich im aH gerne inen als geeignete Grundlage für die auch in Gießen zu treffende tai ist icke Regelung he raus stellten. Eine endgültige Stellungnahme oder bestimmte Vorschläge tonnten ittod) bei der Kürze der Zeit von der Arbeitgeber­seite nicht erwartet werden. Insbesondere mußte Gelegenheit gegeben nrrten, nuteiiUEiber ins Be­nehmen zu treten über die Feststchmg des Gehaltes der einzelnen Gruppen und diWirtschastsbei- bilfe".

Tie Verhandlung wurde deshalb auf 26. Aug. 1. Js. vettagt.

2. Zur Abfindung des W i e d e r e i n st e l - lungsverlangens des Buchhalters Götz in Assenheim gegen Koch iWalzenmühle ! in Assen - beim wurde unter Ablehnung weitergehender An- sMücke ein Betrag von 1OOO Mk. zugefpwchen 'Oiehalt von 3 Monaten, Grattfikatio-nsanteil aus 1914 uslv.). Ter Schiedsspruch wurde vom Arbeit­geber anerkannt: Antragsteller will die Entschei­dung des Staatskommissars für die wirtschaftliche T emobilmackung in .Hessen zu Darmstadt anrufen.

3. In der Entschädigungssa<fe Klingas gegen Firma Sondermann und Bücking in Alsfeld wegen nicht bewilligter Wiedereinstellung kam unter den Parteien ein Vergleich zustande.

4. Tie Belegschaft der Grube Ober- Ofleiden hatte mit ihrer Arbeitgeberfirma über Lohnnachzal^ung und Vorschüsse Meinungsverschie­denheiten, über die sich die Parteien vor der förm­lichen Verhandlung verständigten.

Bekanntmachung.

Die durch Schiedsspruch des Schlich- tungsausschusses der Provinz Ober­hessen in Gießen vom 14. August 1919 für die Arbeiter der Firmen Sack & Jughardt, sowie Jean Dem & (So., in Gießen getroffene Lohnfest­setzung: 1, Mk. Stundenlohn (unter 16 Jahren) bis 1,75 Mk. (über 20 Jahre), bzw. der betr. bau* gewerbliche Tariflohn für Fließonlcger, ist von Arbettgeber- und Arbeitnehmerseite anerkannt worden. (9817c

Gießen, ben 21. August 1919.

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und sämtliche Kfasäa kauft, verkauft und repariert sachgemäß Heinrich Noll Papierhandlung und Bürobedarf wn Mäusburg 7.

Eine viertekjLhrliche Viehzäh­lung findet am 1. September statt. Sie erstreckt sich auf die gleichem Vieh^ltmi^n, die bei der Zählung am 2. 5uni, nämlidji auf Pferde, Rind­vieh, Sckiafe, Sck-oüne, Ziegen, Z'edervteh und Kanrncheir Es ist dabei zu bead,|ten, daß diese Vieh- gattungen auch bei Nick-tlandwitten gezählt wer­den, also in jeder Hctusl-ttltung, in der auch nur eine dieser genannten Viehgat tun gen tiortommt. Tie Leitung der Zählung ist der Zeittral,tolle für die Landesstatistik zu Darmstadt übertragen. Tie Ausführung liegt den HessfickM Bürgermersdwnon ob. Wer vorsätzlich die Angabe semes Vielche- ftanbed, zu der er bei dieser ZälLung ausgefordert wird, nickt erstattet, ober wer wissentlich unrichtige oder Lmvvllständige Angaben macht, wird mit Ge- sairgnis bis zu seck-s Monatair oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. 9hid> ttmnJBrcb, dessen Vorhandensein versckIviegen worden ift, tm Urteil für den Staat verfallen erklärt werden.

Die Rvtlaufseuche in dem Gehöfte des Karl Schäfer I. zu Leihgestern, des Jakob Reuhl III. zu Golzheim, des Goorg Joh. Müller zu Holzheim, des Jvh Mar- golf III. zu Geilshausen, der Heinrich Rühl III. Witwe zu Burkhardsfelden, und der Joh. 5)ch. Streb Mtioe zu Burk­hardsfelden ist erloscküen. Die Sbervnmßregeln sind aufgehoben.

Medizinalrat Dr. Walger ist vom 10. bis 27 August 1919 beurlaubt Vertreter ist Kreisassis'.eirzarzt Tr. Schü pper t, Gießen, Lud- trigftraße 45 (Jomruf 1284).

vermischte».

fn. Bad-Nauheim, 22. Aug. In der ver­gangenen Nacht schoß an der Tiergattenstraße in Berlin ein dort aufgestellter Posten des Sturm- Bataillons Schmidt auf ein Automobil, das nach seiner Meinung auf seinen Anruf nicht schnell ge­nug halten blieb. Von den darinsitzeirden zwer Töch­tern des Prokuristen des Bankhauses S. Bleich- rober, wurde Ada Gloner getötet, deren Schwester Nelly Gloner, sowie der gleichfalls tm Auto be­findliche Nauheimer Badearzt Dr. Arthur Friedländer schwer verletzt. In der Klinik wurden die beiden Schwerverletzten sofiott obenert. Das Befinden des Frl. @tonet ist den Umständen gemäß günstig, dagegen wurden wegen Dr. Fried­länder Besorgnisse geäußert.

** Ter Sckieberzug. Ter Persvnenzug, der um 12 Uhr 22 Min. mittags Wiesbaden verläßt und stets übermäßig besetzt ist, führt im Volksmund den NamenSchieberzng^tz Die Schokolade-, Seife- und Speckschieber bemttzen batiptsäcklich diesen Zug, um in der 4. Klasse ihre Kisten und Kasten billig unb schnell nach Frankfurt zu schaffen. Ein einzelner dieser wenig beliebtere Zeitgenossen bringt oft 3 bis 4 große Kisten mit und verstaut sie in dem Personenwagen, ohne sich auch nur im geringsten an dem Protest der Mit­fahrenden zu stören. Das Zugpersonal möge sich einmal etwas mehr um diese Leute kümmern. Was übrigens ein geübter Schieber heutzutage täglich verdient, übersteigt das bekannte Ministergehalt. Davon hier nur eine kleine Probe. Ein biederer Bäckermeister vom Lande gelangte zu den. Quel­len", wo man feinstes Weiz-mmehl sackweise haben kann. Er verlegte sich deshalb auf das Geschäft des Brötchenbackens. Das Weißgebäck verkaufte er einem

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Kartoffel-Handlung angeschlossen und findet der Verkauf von morgens 8 bis abends 7 Uhr statt. Halte mich beim Bezug von Winter-Kartoffeln bestens empfohlen.

Bekanntmachung.

Auf Grund des 8 9 der BekamttmackMrg über Maßnahmen gegen Wohnun^mcmgel vvm 23. Sevtember 1918 werden mit Zustimmung des ReickBarbeitsminifteriums und Ermäckckigung des hessischen Landes-Arbeits- und WittsckMftsamtes folgende Anordnungen auf die Dauer bts spätestens zum 15. Januar 1920 für Lollar getroffen: 1. Eine Ueberlassung Don Wohnräumen an Per­sonen, die von miswärts zuziehen, ohne Zu­stimmung des Mittcrnigung-amtes ist verboten.

2. Ten .Aufenthalt von Personen in Gasthöfen, Wittsckaften und bergt ist mir für die Tauer von höchstens einer.Woche gestattet.

Wer vorstehenden' Anordnungen zuwiderlmn- delt, wird gemäß 8 10 der Verordnung über Maß­nahmen gegen Wolnmn.gismangel mit Geldstvafe bis zu 1000 Mark bestraft.

Lollar, am 21. August 1919. 98198

£>eff. Bürgermeisterei Lollar.

Schmidt.

halten, daßkeine neue Autorität o h n e v o r» l;erige Genehmigung der briti­schen Militärbehörde" anerkannt wer­den soll. Es heißt also doch noch wachsam ge­gen reichsfeindliche Umtriebe zu sein?

Erhöhung der Eisenbahnfahrpreise.

Berlin, 23. Aug. Vom 1. Oktober ab sollen sämtliche Eisenbahnfahrpreise und Gepäck fr ach tsätze um 50 v. H. er. höht werden.

Hindenburg über die Reichswehrspende für Kriegsgefangene.

B e r l i n, 23. Aug. Generalseldmarschall v o n H i n d e n b u r g hat sich nach demBerl. Lokalanz." zu der Reichswehrspende für Kriegsgefangene wie folgt ge­äußert: Unseren aus dem Elend der Kriegs­gefangenschaft heimkebrenden Kameraden die schwere Uebergangszett des Wiedereinlebens in der Heimat zu erleichtern, ift eine Pflicht, der sich keiner entziehen darf. Sie litten für uns. Vergeßt das nicht!

Die Bankangcftellten-Bewegung in Hamburg.

Hamburg, 22. Jan. (WTB.) In einer Bekanntmachung >r Bankleitungen an die Bank- »ongLstellten, Vie in den Sonn-abend^Morgcnblätwar erscheinen wird, werden die streikendenBank- angestellten au f ge fordert, sich sofort zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit an ihrer Arbeitsstelle zu melden und am Montag iric Arbeit wieder zu beginnen, andernfalls mit der Einstellung.neuer Aushilfsbeamter auf Grund bei vorliegenden zahlreichen Angebote begonnen wer­den würde.

Ein Massenmörder.

B e r l i n, 23.. Aug. Nach den bisherigen Ermittelungen wurden dem Massennrörder von Falkenhagen, Schuhmann, bisher 10 Raubmorde und eine ganze Reihe von schweren Raubüberfällen nachgewiesen.

Militärische Besetzung Deutsch-Westungarns durch Deutsch-Oesterreich?

Wien, 22. Aug. (WTB.) Korr.-Bur. T« Neue Freie Presse erhält aus Ententekreisen dir Nachricht, der Oberste Rat habe beschlossen, Deu tsch-Oefterreich i>as Man da t zur mi­litärischen Vetotzung Teutsch-Westungarns -u er­teilen. Tas B^att veröffentlicht diese Meldung mit dem Vorbehalt, daß an .hiesiger maßgebender Stelle eine "derartige Nachricht bisher nicht etn< getroffen sei.

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Montag den 25. August 1919, vor­mittags 9Vr Uhr beginnenb, werden in den Walüunaen der Stadt Gießen tm Distrikt des Forsttvarts Geisel-Gießen (Abteilung 113 b, 110 b 114) versteigert:

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Tie Zusammenkunft ift an der Kreuzung des Alten Sckifienberger Weges mit der 4. Schneist.

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Schieber das Stück zu 35 Pf. Dieser brachte die Ware nach Franlftrrt a. M. und nahm tm Einzel- veikaus 65 Pf. für das Stücks also nur 30 Pf. Ansicliiag auf ein winziges Weißbrötchen. Ta der Umsatz täglich weit über die tausend ging, so hat ber gute Mann mitunter einen Tagesverdienst von 400 bis 600 Mk.

Wettervoraussage

für Sonntag:

Meist wolkig und trocken, westliche Winde, Temperatur luenig geändert.