Ausgabe 
23.8.1919
 
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Nr. 196

Zweites Blatt

Eiehener Anzeiger fGeneral-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, 25. Auguit 1919

Machdruck verboten.)

Fortsetzung 40.

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Jagdhund braun, mit weißer 8r t weih. Men, nm nt Cbr einger. rntimir Skberbt. erb. ÄeL I Änfaufro. aeroarnt. I

** Tie Bewirtschaftung des Sauer- kvhls ist durch Bekanntmachung der Reichs- stelle für Gemüse und Obst ixxm 30. Juli auf­gehoben.

Sonntag- am

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und | Dna Motiuiiti Wir eröffnen TinD 2. Lepl. 1018, abtafl 7Ubr,in der alten n* fdmle J Kirch,traße^ unter Leitung nj 1. LoriiMden. U A.Karnbach'MZ gcvr. Lebrcr d. teW gravbie, cmcn

Coupons- bogen

W M. 2000.- 5' ÄricöfianlcibefiltB Nr. 1175213 J der Führt von M lar nach Giegen verloren

gegangen. - bringer erhält Le!°h nuno beim M IM. Bastei

2111$ Stci^t nnv Land.

Gtesten, den 23. Aug. 1919.

** Amtliche Personalnachrichten. Am 18. August d Js. wurde der Finauzamtmann bei dein giuaiizamt Darmstadt I Finanz rat Aug. Klingel Höffer mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an zum Borstand des Finanzamts Grün berg ernannt.

Ragna Svendburg

'Jiomnn von Anny Wothe.

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** D i e W a r t e s ä l e im hiesigen B a h n h o f, die während der &it des militä- reschen Rückzuges uirh der Demobilisierung arg gelitten hatten, sind in den letzten Wocfar sauber und neu hcrgerichtct worden. Die Eröffnung des Speisesaales füll am morgigen Sonntag erfolgen.

** Die Erzeugcrhüchstpreise f ü r Grünkern sind durch Verordnung vom 14 August von 90 Mk. für den Doppelzentner auf 120 Mk. erhöht. Der Grünkern wird von der Rnchsgctreidestelle erfasst, die, wie in den Vor­jahren, nrit deni kommissionsiveisen Aufkauf den Einkauf südwestdeutschir Stirdte in Maimheim be­auftragt hat. Die Preise für die Abgabe des Grünkerns an die Verbraucher werden wie bisher nach den vom Reichsernährungsministe- rium ausgestellten Grundsätzen von den Vertei­lungsstellen geregelt.

** Tie Bewirtschaftung des Sauer-

Nach den Erfahrungen, dir wir hierüber in dem Lalfestel von Gießen gemacht fabtm, war dies bis- .*? 'bhr schiwrerrg. Es ist aber in dem neuen beut- laen Reich unbedingt zu verlangen, daß Landes- grenzen nicht mehr wie bisher, chinesische Mauern bedeuten, londern daß ein richtiges Zusammenwir- £ einzelnen Länder auf dem Bonn ter Reichsverfapung für sozial gemeinsame Zwecke statt- NPd^t. Nun steht allerdings die sogen. Soziali- 1 rer un g der E le k t riz i t ä l sein ri ch t u n* 3« T! int meich: bevor und man könnte scheinbar ein­fach warten, bis düs Reich rincn solchen Plan von nch aus in die Hand nimmt. Ich fürchte jedoch, oal, n»enn die Sozmlisterung in Form eines bu- rraukratiichen Zentralismus mit dem Sitz Berlin zuilandetommt, sich viele Hemmungen gegen solche wirtichaftlickstn Pläne in den Teilgebieten des Reick es Herausstellen werden. Wird das Etek- trizttatswesen sozialisiert, so ist m. E. unbedingt b-l der ^Ausführung eine Dezentralisation nach Landern lutb Wirtschaftsgebieten ""ter einheitlicher Leitung des Rei­ches notwendig, und gerade vott diesem Gesichts­punkt wird man den Vogelsberg a l s ein Teilgebiet der Elektrizitätsversor­gung i m Zusammenhang behandeln PV. ' Jc n Geschielst die Svziali icrnng des Elek- trizttatswesens in ungeschickter und bureaukratiick»er Welse mter Form, da st die jetzigen provinzialen und stadtiichen Werke einfach vom Reich ausgesogen imd mit R:ick>sbeamten te eyt werden, so wird dies der, nnrtschaft.icken Eittn-icklung d.'s Elekttizftäts- weseiis voraussichtlich, nickst dienlich sein. Die Hauptsache ist, daß die natürlichen Quellen der Elektrizitätsversorgung, d. h. neben Steinkohlen, Braunkohlen und Wasserkräfte nach Mögl'.cMeit I>erangezogen und zur Versagung grö­ßerer Wirtschaftsgebiete verwendet werden. Von diesem Gesichtspimkt könnte die elektrische Ver­so rgrmg des Bogelsberges ein Muster für andere deutsche Wirtsckjaftsgebiete werden.

Oie Lrschllehung öes Vogelsberger durch eine elektrische Buhlt GicßeuTaufsteinFulda

Bon Prüf. Dr. Sommer, Geh. Med-Rot in Gießen.

T« wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands nach dem Friedensschluß führen mit Notwendig­keit zu einer besseren Erschließung der Boden­schätze. Besonders die Steinkohlennot, die zum Teil durch den Verlust wichtiger Kohlen.gebiete bedingt ist, drängt vor allem zu einer erhöhten Ketlwi-ndung vvn Braunkohle. Sodann haben die Erfahrungen bei der allgemeinen Wohnungsnot «zeigt, Vvn welcher Bedeutung eine billiger: Hcr- brischasfung von Baumateriil ist. Neben diesen allgemeinen 'wirtschaftlichen Bedingungen ergibt sich gerade für dm Nogelsberg aus der eigene artigen Anordnung der Bahnlinien die Folge, daß dieses Bergland besonders in westöstlick-er Ri<l>- rung noch nicht ausgeschlossen ist. Bei den folgenden Ausführungen bitte ich Rav-ensteins Wegebezeicfa mingskarte für Vogelsberg und Wetterau zu ver- gleichen. In ein Sdjema gebrackst, zeigen die Bahnstrecken GießenAlsfeld, AlsfeldFulda, FuldaGelnhausen und Ge.nhausenGießen ein CiurtaMt, das bei Gelnhrusen auf einer Spitze steht. Tie beiden Diagonalen AlsfeldGelnfau- sen lNord-Süd) und GießenFulda sWest-Ost) schneiden sich ziemlich genau auf der Höfa des Kögelsbergcs. Um nach Schotten im Niddatal, sütwcstlich des oberen Vogelsberges zu gelangen, muß man über Nidda im rechten Winkel fahren. Die einzig' Bahn, die den oberen Vogelsberg be­rührt, ist die vvn Stockheim nach Lauterbach, die über HartmannshainOb<wwrldGrebenhain

führt.

Bei dieser Sachlage soll hier die Frage einer west-östlich gerichteten elektrischen Bahn van Gießen über den hohen Bogcls- berg na ch Fulda erörtert werden. Tiefe müßte zweifellos von Gießen, mit Anschluß an das elektrische Netz der Stadt an der Station vor dec Siechienanstatt, auf der Chaussee nach Lich ssihren, ivürde Lich an der nordöstlichen Seite berühren, von hier über Münster nad> Laubach, ndann nach Schlotten gehen, diese Stadt im nörd- lichon Teil berühren und von da über sltüdingshain den Obertvold nach dem Taufstein erreichen. Tie Fortsetzung nach Fulda führt naturgemäß über tlrainfclv, würde von hier dem Tal der Lüder über HeistersBlankenau nach Kleinlüder folgen und von hier direkt östlich über Heimbach nach Fulda gehen. Was die für diese Bahn not- Ivmdige elektrische Energie betrifft, so könnte diese im Gebiet des Freistaates Hessen aus iwm Werk der Provinz Oberhessen bei Wölfers- teim durch Verwendung vvn Braunkohlen far- nrnommen werden. Tie Hauptsckstvicrigkeit bildet, ivie in öteten die Provinz Oberhessen betreffen-, ben wichtigen Tingen, die preußisch-hessi­sche Grenze und die Frage, in welcher Weise sich das preußische Gebiet bei Fulda, das zu Hessen- Nassau gehört, beteiligen soll. Hierbei ist der Umstand vvn Bedeutung, daß Braunkohlen 'bmiv luie am südlichen imb nördlichen Rand des Logelsbcrges auch im Osten Vorkommen. N-afa dem oberen Teil der kalten Lüder, die bei Klein­lüder in das Lüdertal mündet, befindet sich nah« bcm Himmelsberg ein Braunkolstenbergwerk. Tie- 'co könnte zur Besck>affung der elektrischen Energie für ben preußischen Teil der Strecke verwendet iterdnt, falls nicht ein Abkommen mit der hessi­schen Provinz Oberhessen znstamdc kommt. Was i>ii Anschluß an das elektrische Netz der Stadt Wen betrifft, so ist ein wesentlicher Fortschrftt durch die Verbindung der städtischen Ueberland-- ^ntrale Gießen mit dem Netz der Provinz neuer­dings erzielt worden.

Tie gemeinte Querverbindung über den Vo­ssberg toürde für das ganze Gebiet zwischen Nüßen und Fulda eine große Bedeutung haben, kenn die elektrische Bahn von vornherein in der Ausstattung nicht nur «ruf den Personenver­kehr, sondern auch auf den Güterverkehr in praktischer Form eingerichtet würde. Auch für die Besiedelung des ganzen zentralen Teils des Vogelsberges unter Verwendung des ausgezeick>- teten Baialtbaumaterials wären viel bessere Be- dinaungen gegeben als jetzt. Auch wäre es viel leichter, ben Sandstein, der, wie z. B. Büdingen |ri(it, sich ansgez-eichnet zu Bauten eignet, von Osten Hach Westen in emsaäier und billiger Weise zu transportieren, folge der oben dargestellten kigenart des Balsttnetzes macht der Bahntransport M Zeit viele Umständlichkeiten und Kosten, be- smders, da vielfach mit einer längeren Anfahrt »u den Eisenbahnstattonen gerechnet werden muß.

Es frägt sich nun, von wem ein solcher Plan iu die Hand genommen werden Cann. Eine Aus­führung ist nur möglich durch ein Zusammen­wirken von hessischen und preußischen Behörden. '

_Dte gewerbsmäßige Herstellung von Obstbranntwein ist nach wie vor ver­boten. Nur für Mengen, -ie für die menschliche Eruährmig unverwendbar geworden sind, können die zuständigen Behörden zur Verhütung gänzlichen Umkommeus Ausnahmen zulassen.

** Die Richtpreise für Gemüse- samen sind festgesetzt und nach Zustimmung des Reickrsernährungsmrnistcrs im ReichSanzeiaer Nr. 177 veröffentlicht nwrden.

** Veranstaltung von Schauptflügen für Landwirte. Um den Laoürwirten und Interessenten Gelegenheit zu geben, die neueste Bauart von Modorpslügen, wre sie die Prnris schon melerorls in Tättgkeit befindlich aufweisen kann, f(iinen zn lernen, veranstaltet die Landwirt- schastskammer für Hessen ein Sck>aupflügen, bei welckwm Motvrpslüge der Deutschen Ki-astpflug- Gesellschast in Berlin, sog. W. T.-Pflüge und der - rsckmotor-Gesellschast in Berlin, sog. Stockmotor- bllliste zur Vorführung gelangen sollen. Das Sckwupslügen erfolgt auf dem Hofgnte .Habitzheim i Odw. am 26. und 27. August jeweils in per Zeit von nachmittags 14 Uhr und auf dem Hof- gutc Wickstadt (Oberhessen) am 1. und 2. Sep» tember in der gleichen Tageszeit.

** Tie sozialdemokratische Partei veranstaltet morgen, Sonntag, 10 Uhr vormittags > int SaalbanCaf6 Leib", Walltorsttaße, eine große öffentliche Versammlung. Ministerialdirektor Raab, Darmstadt, wird über: Die Sozial- demokratte und die pvlftisckZen Tagesfragen sprechen.

tt. Da die diesjährige Ausschnß- sttzung des Oberhessischen Bicnen- z ü ch t e r v e r e i n s wegen Verkehrssch-vierigkeiten mir 3. Ostcrtag nicht stattfinden konnte, trat sie Arrtttvoch vormittag im GasthofHindenlmrg" zu- sarmnen. Nach dem vom Vorsitzenden, Lel/rer B n ß- Leil^estern vorgettagenen Reckwnschaftsberickt be­trug der Mitgliederstand 1432, er hat inzwischen wieder zugenmnmen Die Rechnung ergab einen Ueberschuß von 656,18 Mk., der Zuschuß des Ver­eins an seine Zweigltererne betrug ettva 800 Mk.,

-'Winunn : flt. gut.

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Ragna hatte alles so anders erhofft, Sigrid r>d Sven, die beiden Menschen, di: ihr so unend­lich teuer waren, mußten sich ja finden. Was tat daß ihr eignes Herz in dem Gedanken ver­blutete, daß Sven ihr nie, niemals etwas sein mfte? Oft in stillen und einsamen Nachten hwr Plötzlich über sie gekommen, daß ihre Seel: kut nach Glück schrie, daß sie sich sehnte, nur tiumal, ach nur ein einziges Ädal an Svens rjteu zu ruhen und Glück, berausckiendes Glück seinen Lippen zu trinken, aber siegreich hatte F bie aufflammende Leidenschaft bekämpft. Nic- s' ifi durfte er ihr gehören niemals durfte 6 ben ihr näher treten, sollten sie nicht beide da- !ftii zu Grunde gehen. Und nun war sie, die sie I i Schwager so lange gemieden, auf dem Wege zu I m.

| Er selbst rief sie herbei zum Schutz, zur Hilfe litt die geliebte Schwester, ohc.ie zu ahnen, daß I »gi:a eovendbnrg die war, die sein Herz in Zwie- I teil gesetzt batte zwischen Pflicht und Liebe. O Ite'c ihr hätte sagen können, ob sie recht tat?

L, Aber Sigrid rief, Sigrids Leben schien ae- IWoet. Ta kannte sie keine Wahl sie mußte jte World.

| Endlich nach langer, banger, trüber Fahrt &i>ie letzte Bahnstation erreicht. Ragna aber

, nachdem sie dem Nahnzng entfliegen, wr: Pt'J k t ,:m Strande Si hatte in der Eil: F cixJ-cLQrün g<biri>l, daß nur alle drei Tage ein nach Svendburg abging und daß jie nun

Keck >V., Bürgermeister, Ettingshausen. Ludwig Rinn, Fabrikaitt, 5xuchelberm (Kteeis Gießen), Wil­helm Benner, Bürgermeister, Treis a. d. Lumda, Veinrich Etter, Laittmiirt, Muschenheim, Alfied Rumpf, Landwirt, Lang-Göirs, Itlarl Stork, Re- grer-ungsbaumcister, Gießen, Gottfried Leidich, L-'h- rer, Langsdorf, Ludlvig Volk I., Landwitt, Allen- dorf a. d. Lahn, F-ritz Fischer, Recht^mmlt, Gie­ßen, Ludwig Göbel III., Landwirt, Londorf, Jakob bhäincr II., Bürgermttster, Steinbach i.Kr. Gießen), Otto Tyeuerftcin. Hilftwcichensieller, Gießen, Hcin- rrck) Lotz II., Landwirt, Nreder-Bessingen, Georg blling, Lehrer, Gießen, Philipp Stumpf V., Laird- wirt, Reiskirchen, F-riedrich Conrad, Gemeinde­rechner, Climback).

IX. Wahlvorschlag.

Kennwort: Landwirt Thao^vr Eellarins, Cckotten. Thc^wr Cellattus, Landioirt, Schotte:!, Fritz MlingeHröifcr, Fotttnuttter, Gedern, Friedrich Wittelin Stein, Landwirt, Stumr^rtenrod, Ru­dolph Ritter, Bürgermeister, Laulach, Eteorg Lud­wig Hofmann, Landivirt und Bürgermeister, Ulfa, Heinrich Kaiser, Landwirt und Bürgermeister, Steinberg iMt. Schotten), Heinrich Null VIII., germeister. Ul id> ein, Georg K auß III., Land­wirt und Bürgeririeister, Wetterfeld.

rang es sich wie ein Schrei von seinen Lippen:

Tu, du bist Ragna, sprich, sag' die Wahr­heit!"

Ich bin Ragna, Sven," sagte sie leise imb zwar so unendlich tveich und milde, daß es bn diesem Ton heiß tote Tränen in seine Augen flieg.

Er preßte die Hand gegen die klopfende Stirn, als wollte er die auf ihn einströmende Flut der Ge­danken bannen, bann aber sagte er tonlos:Kamm zu Sigttd."

Er reichte ihr ben Arm und jo schritten sie stumm zu dem Segelboot, das luftig auf ben Wellen tanzte.

Karras folgte kopfschüttelnd.

Sckmurrige Menschen, die Vornehmen," brummle er vor sich.Tut der junge Herr doch, als wäre mein Liebling ein böser Geist. Scheinen sich iroch gar nicht gekannt zu haben hm, ist doch merbvürdig sind doch ©d^uiegerdteute' Aber Gräfin Ragna, das ist Gute. Wie stolz sie dahingeht. Soll ja vor Jeld schreiben hm anfefcn tut rnan's ihr nicht so vornehm ist sie. Na, Gatt behüte sie und die arme, junge Frau auf Svendburg dazu/'

Kein Laut wurde zwischen Sven und Ragna grtoechselt. Schweigend bot er ihr die Hand zum Einsteigen. Ohne sie au nehmen, sprang Ragna in das Doot. Ter Grad und Karras falgten. Ter alte Schiffer löste die Segel, und pfittgeschwind schoß dieMöve" durch die schäumenden Wogen.

Sven laß mit düster gefallenen Brauen dicht an Ragnas Seite. Dem jungen Mädchen war es, als hörte sie zwischen dem Gebraus und Gezisch den schweren Atem des Mannes, den sie meiden mußte, und der nun so dicht bei ilyr saß, daß sie meinte, den Hauch seines Mundes zu spüren.

Bitte," sagte sie endlich, als sie sah daß Sven noch immer schwieg.Sagen Sie mir um alles in der Welt, nrie geht es Sigrid? Wie werde ich sie finden?"

Sven fuhr empor.Sie lebt," sagte er, und es war, als klänge eine leise Bitterkeit durch den Ton feiner Stimme.

Gott sei Tank," entfloh es Ragnas Lippen, dann kann noch alles, alles gut werden."

.Meinst du," sagte Sven hart, imb ein kalter Blick trat ihr Antlitz.Meinst du? Laß die Lüge, an die du selbst nicht glaubst. Ich weiß alles, Sigrid selbst hat es mir gesagt, daß du es warst, die jie zwang, mit mir nach Svendburg zurück zufahren wahrend ihr Herz sie andere Bahnen zog. Ich habe dir das verziehen, denn als Sig-

1üptfter fcatteft du recht, es war deine Pflickt. Jetzt aber, wo ich weiß, wer Ragna ist, letzt sage ich dir, es war ein Verbrechen gegm Sigrid und mich. Ahnst, fühlst du bemt nichi, bau, man zwei Menschen nie zusammen schmieden kann, dve sich so fern stehen, rote Sigrid und ich? Kannst du auf derner kalten, einsamen Höhe, aus der du stehst, denn nicht mal das nachempfinben, glaubst du wirklich, daß das Bewußtsein, seine Pflicht getan zu haben, alle Wünsckte zum Schwei gen bringt, leben Durst nach Glück stült? Tu kennst die Liebe nicht, wenn du meinst, sie baburrb jugeln ^unb meistern zu können, indem du ihi- das Mäntelchen der Pflicht umhängst. Wir haben beide redlich gekämpft, Sigrid und ich wir sind am Ende und daß uns der Kampf so schwer ge worden, daß Sigrid wenigstens schon daran zu' Grunde gegangen ist, das ist dein Werk, und du ttägst die Verantwortung."

(Fortsetzung folgt)

verdammt war, iwch zwei Tage tatenlos auf ten nächsten Dampfer zu harren. Sigrid tonnte in dieser entsetzlich langen Zeit schon läirgft gestorben sein und sic würde sie nicht mehr seh^r, sie würde nichts meljr tun können, ihren Lveblmg bcm Tode abjurtegen.

Verzweifelt irrte Ragna am Strande umher. Vielleicht daß sich ein Schiffer fand, der sie hin­über nach Svendburg brachte. Zwar, dte eec ging tixfj, und es war ein Wagnis, aber Ragna schreckle vor nichts zurück. Suchmd ließ sie ihre Augen über die Wasserfläche schweifen, und da flog etwas heran 'rote ein Blitz und durcheilte die Wogm. Ein Segelboot 'war's und Ragna hätte es unter Tausenden ertiumt es war dieMöve" uno gehörte Karras, dem alten Karras.

Ausjubelnd rief sie seinen Namen und ri:f einmal über das anderemal:

Alter, lieber guter Karras, tausend Dank, daß du gekommen, ich batte es ja nicht ausgehalten, frier zu warten, nun aber sag', tote geht's meiun Schwester, hat sie dich selbst gesandt, sprich doch Alter?"

3a, ja, gnädige Gräfin, allens zu ferner Zett und nach und nach. Die Frau Gräfin hatte absolut keine Ruhe und schrie und jammerte nach Ihnen, und da kam der Herr Graf, der Ihre Depesche falte imb wußte, daß Sic heute hier eintreffen und fragte dann, ob ick wohl allciveile Mut hätte, mit meiner Möve los zu gondeln. Na, ob ick wollte. Topp, sagte ick und dann jing ick zum Claus, den ja gnädige Gräfin ooch noch fermen, damit er uff de Lampen acht gibt, und ba bin ick imb der gnädige Herr Gras is »och da."

Zn demselben Augenblick trat Sven zu her Gruppe. Wie cntgcifteit starrte er einen Augen­blick in Ragnas tief erblaßtes Antlitz, dann aber

Grngesairdt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bcm Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Unerklärliche Militärritte imb -Fahrten

Ich möchte an dieser Stelle anfragen, ob das Militär des neuen Deutschlands nicht auch Gesetz und Ordnung unterwvrsen ist. Sckwn öfter müßte ich mit ansehen, wie berittene Soldaten in frfjneil- stem Galopp durch die Straßen reiten, beim Ern- biegen in eine andere Straße mitunter den Bür-

prooinziaktagswahl.

.. Flk die am Sonntag den 31. August statt­findenden Wahlen zum Provinzialtag der Pro­vinz Oberhessen iftbie Verbindung nachstehen­der Wahlvorick-lwge zu gelassen worden. Diese Wahlvorschläge gelten daher anderen Wahlvvr- schäägen geynüber als ein WahlVorschlag.

V. Wahlvorschlag.

Deutsch-Nationale Partei des Kreises Alsfeld, beginnend mit bcm Nam«: Heinrich Brauer, MüUcnbesitzer, Obcr-Osleidcn. Heinrich Brauer, Mülfleichesitzcr, Ober-Ofleiden, Gustav itiordl, Gutspächter, Angenrod, Paul Hein­rich Korell, Bürgermeister, Eudorf, Karl Hesse, Gutspachter, Otterlmch, Karl Dickfard, Bürger­meister, Lehnheim, Otto Seim, Sürgermeifter, Hei­delbach.

VI. Wahlvorschlag.

Kenmrort: Hessischer Bauernbund und .T e u t sch-N a tivnale Partei, begin­nend mit dem Namen Mog k, Gustav, Landwirt, Grund-Sckwalheim. Gustav Mogk, Landwirt, Grund-Schwcckheän, ÄVrrl Roemheld, Geh. Justiz- rat, Nidda, Friedrich Fendt, Bürgermeister, Bü­dingen Georg MöbS, Landwirt, Gettenau, Rudolf Weitzels Buchhalter, Hirzenfain, Joh. Reutzel XII, Landnirt, Kefenrod, August Birkenstock, Bürger­meister, Ranstadt, Tr. Karl Ldffler, Beterinür- arzt. Ortenberg, Heinrich MLser, Nürgermcister und Landwirt, Wolf.

VII. Wahlvorschlag.

Kenivrort: Tr. Georg von Hclmvlt, Nie- der-Wöllstadt, Neck>t'?anlralt in Fri-.dberg. Tr Georg von Hclnwlt, Nieder-Wöllstadt, Rechtsan­walt in Friedberg, OeCotromicrat Karl Breiden­bach, Landwirt, Dorheim, Kvmvd Ph. Diehl, Bür­germeister und Saitütmirt, HockteWeisel, Johannes Seiboldt VI., Land-virt, Niedcr-Eschfach, Jo-fannes Kleophas Reuß, Landwirt, Ober-Mörlen, Jean Fauerbach, Altbürgermeister, Okarben., Hermann Steten, Bürgermeister, Neichielsheim i. W., Hei^v- rid) Fink, Landwirt, Vilbel, Gustav Geis, Land­wirt, Ctammheim, Wilfalm Göbel I., Landtvirt, Pohlgöns, Friedrich) Gedb, Landwirt, Klein-Kttr- ben, Robert Wchrheim, Landwirt, Rvbheim v. d. H., Eduard Kipp, Landwirt, Ockstadt,Gustav Rcuhl Landwitt, Petterweil, Ludtvig Wehrheim II., Land­wirt, Nieb'r'Rosbach v. d. H., Hermann Mickcl, Landwirt, Ossefiheim.

VIII. Wahlvorschlag.

Kemrwvrt: Ve reinigte Stadt- und L a n b l i st e, beginnenb mit ben Namen 1. Otto Schneider L, Landlvirt in Utphe, 2. Tr. Paul Gisevius, Professor der Landtvirtschvift in Gießen. Otto Schneider I., Landwirt, Utpfa, Tr. Paul Gisevius, Prvfestor der Landivirtschrst, Gießen. Pelev Neeb, Weißbindermeister, Hattewod, Heinrich

in j Overe^j-irc»

TAZ

auf jedes Mitglied 60 Pf. Wegen großer Erböhung der Druck- und Versenbiuigs kosten ber Vereins Zeit­schriftDie Biene", sowie ixt Kosten für die fribat jabrltdxm Unterrichtslehrgäng«! wurde der Ver­einsbeitrag auf 3,50 Mk. jährlich erhöht. Für Fach« vorttäge in den Vereinen n»erben 10 Mr. rntb die Reisekosten vergütet. Tie Imker erfaßen in diesem Jahre zur Winterfütterung der Bienen auf bas Volk 15 Pfund Zucter gegen 12' ? im Vorjahre. Tiefe nottoenbige Erhöhung (xn ber Reichszucker- stelle durchgesetzt zu faixm, ist einzig und allein den unablässigen Bemühungen der Vorstände der deutschen Jmkcrverbänd? zu verdanken. Schlvärmc erhallen 1 chilogramiu Wintcrzucter Der Honig- preis ist von der Zuckerstelle in Mainz auf 6 Mk für das Pfund ohne Glas festgesetzt ivorden. Jeder Imker, ber Füttcrungszucker fabelt will, muß für jedes Bienen.>olk 1 Pfimd Honig an die bekannten Abnahinestellen auf liefern. Iw Jahre 1918 wur­den in Oberhesseu 5000 Kilogramm Honig ab« geliefert.

** I n ben Schwarz-Weiß-Licht spielen tritt ab l-eute Shbil Smol owa in ihrem neuesten RomanNora Hilger" in vier Alten auf. Außerdem kommt noch bad neue Lust spielBaron Kün-enjunge" in drei Alten zur Ausführung.

Landkreis Gießen.

** Großcn - Buscck, 22. Aug. Ter l and- wirtschaftliche Konsumverein Grvßen Buseck hat eine Zuchtviehverkaufsmeldestelle ein­gerichtet.

ga. G r ü it b e r g, 22 Aug. Grünberg ist seit vier Tagen ohne Brot. Nack- MitteUung be< Kommunalverfanbes wurde das Biehl am 15. Aug. in Gießen angefahren, nach Mitteilung der Güter abfertigung Gießen am 19. vormittag; nach Grün­berg abgerollt. Seit dieser Zeit ist der betreffende Wagen spurlos verfdfltnmben. Ta wohl kaum ein Tiebßahl fit Betracht kommt, wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß durch die Verfaltnisft bei der E i s e n b a h n, nickst durch ein ü^rsel-en landercr Stellen, der Brotmangel veranlaßt warben ist. Am 20. sind, um der 9tot zu steuern, auf Ber anlassung deS Komntunnlverbatrbes weitere 50 Sack Mehl in Gießen verladen worden. Die erste Sen düng soll durch telegraphische dtochtorschungeit er - mittelt werden.

** Rodheimb. Hungen, 22. Aug. Dem hie­sigen Bittgermeister und Gemeindeeinnehmer wurde vom! Gemeinderat einstimmig eute Teuerungszulage von 100 Mk. bewilligt.

Zircis Alsfeld.

Up. R Uppertenrvd, 20. Aug. Tie Korn ernte ist hier beendigt und auch eingefahren. Nack einem. Hagelschlag, wie er hier wälirend eines Men­schenalters nicht vorgrkommcn und der besoirders den Roggen traf, läßt sich ber Ausfall der Korn­ernte in unserer Gemarkung beurteilen. Das Korn reicht raum zu den eigenen Bedürfnissen ber Land­wirte aus. Der Stand der anderen Früchte, wie Weizen, Gerste und Hafer bringt hoffentlich Ersatz. Hier fat man die Grummeternte schon begonnen, weil man für die Bergwiesen durch die anhaltende Trockenheit ein Zurückgehen des Er träges befürchtet.

Hessen-Nassau.

oz. Wetter (Kr. Marburg), 23. Aug. Mon­tag nadjfmittag sand in der Gastwirtschast Junk eine von ben Landwirten aus Wetter imb Um­gegend gut besuchte Versammlung statt, die zur Gründwvg einer Ortsgruppe des Bauern­vereins führte. Der Vorsitzende des Bauern­vereins Kapp aus Wolfshausen und ber Ver­sammlungsleiter Gutsbesitzer Penzel aus Wnönmi begründeten in ihren Ausführimg-en dir Notwendigkeit des ZusantmenschlusseS aller Land­wirte. In der Aussprache wurde mit Nachdruck gr ^^U Gänzliche Aufhebung der Zwangswirt- fdwtt, Wcfafiung ber Truschkoutrolle, der Stall- revisionen, Einfaltmtg des Getreides durch die Ge- nieind.ebehörden für die Versorgmigsberechtigten ber G-emernden, um Verteuerimg durch Transportkosten zu vermeiden, bessere Belieferung der Landgemein- den mit Fleisch. Hingegen wurde angeboten: Eine freiwillige Getreideabgabe von 1 Zentner Getreide fiür ben Morgen. In beit Vorstand ber Ortsgruppe Wetter wurden gewählt: Landwirt H. Sck>äfer I, Bernhard Hilberg und Michael Ortb, sämtlich au« Wetter.

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