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der Kreis Wetzlar h. den vergangenen Jahren der Karloffelzwangswirtschaft stets Ueberschußkreis

geroorbeir Es sind bereits bei den zuständigeii stellen Schritte dahin unternommen, daß, die dem Kreise zur Ernährung seiner Bevölkerung fehlende Kartoffelmenge von rund 120 000 Zentnern von auswärtigen Ueberschußgebieten baldigst überwie- wird.

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bk Regierung zu Zwangsmaßregeln greifen müsse, rocnn die Erzeuger nicht freiwillig ablieferten. Be­sonders scharfe Maßregeln sollen gegen den Schleich­handel ergriffen werden. Einen großen Raum nahm in den Verhandlungen die Kartoffelversorgung ein, die im Kreise Friedberg sehr mangelhaft ist. Reumann gab zu, daß bis jetzt 24000 Zentner Kar« otffel aus unferm Kreise nach Saarbrücken und Köln verladen worden seien. Er übernahm die Verantwor­tung dafür, denn wir könnten unsere deutschen Brüder nicht verhungern lassen.

Bergheim, 20. Okt. Wie groß die Kar- tost-clnot in inefcnt Jahr selbst auf dem Lande vlt, kann man in unserer und der benachbarten Gemeinde Lißberg selten. Obivohl sehr viel .Kar­toffeln angrcbaut wurden, reichen sie infolge schiech- ter Ernte nod) iricht einmal hin, den eigenen Bedarf des Torfes zu decken. In beiden Gemeinden mußten vom Kdmmunalverband Offenbach noch hundert Zentner angefordert werden, in Bergi-eim morde deshalb in vorbildlicher Weise die nxiterc Ausfuhr nach auswärts gesperrt.

Bensheim, 20. Okt. 3n einer Massenver­sammlung, die sich mit dem Wucher und Schleich­handel im Kreise Bensheim beschäftigte, wurde fest­gestellt, daß von der guten Getreideernte des Kreises, die auf 120000 Zentner Roggen und Weizen geschätzt wird, kaum 15000 Zentner abgeliefert sind. Von der 80000 Zentner umfassenden (ßerftenernte kamen kaum 20000 Zentner zur Ablieferung. Wäh­rend der Kreis hinsichtlich der Kartoffelernte als Ueberschußgebiet gilt, fehlen in diesem Fahr 103000 Zentner.

* Eckartsborn, 20. Okt. Auch in unserer Gemeinde kehrten bereits zwei Kriegsgeiangene aus englischer bzw. französischer Gefangenschaft nach Laufe zurück. Es sind Theodor Scheuermann und Karl G o r r. Das Heimatdorf hatte auf An­regung der Kriegsgesangenenheimkehr und ihres Leiters zu Ehren der Heimkehrer eine Ehrenpforte errichtet.

** G r ü n b e r g, 16. Okt. Wir entnehmen demGrünberger Anzeiger": Ein Kkrtoffelbezugs- berechligter aus Grünberg, der bei dem Kreis­amt Alsfeld um Ausfuhrbewilligung nachge- suclK hatte, erhielt folgende Antwort:Dem Herrn Einsender zurückgesandt. Wir können die Ausfuhr von Kartoffeln nach dem Kreise Gießen nid>t mehr genehmigen. Ter Kreis Gießen ist in der Lag:, seine Venorgungsberechtigten vollständig mit Kartoffeln M versorgen. Tem Vernehmen nach erhalten die Leute deshalb im Kreis« Gießen keine Kartoffeln, weil die Erzeuger die Kartof­feln zurückhalten und tue Höchstpreis erheb­lich überschreiten. Nach unseren Feststellungen haben Käufer aus dem Krei.e Gießen auch in unserem Kreise die Höchstpreiie über­schritten. Um die Kar.vffelverforgung unserer Kreisangehörigen nicht zu gefährden, sehen wir uns zu dem Ausfuhrverbot gezwungen. Alsfeld, den 15. Oktober 1910. Hess. Kreisamt Alsfeld."

Fr 'M) erg, 20. Okt. Der Dor and der Hefs. Bau evn bundes richtet an seine Mitglieder die Aufforderung, alle verfügbaren Kartoffeln der Allgemeinheit zuzuführen und den Verkauf an Ham­sterer so ange einzustellen, bis die Ortsbewohner chren Kartoffelbedarf gedeckt haben.

OKonrabsborf, 20. Okt. Wer den hiesigen G u t s h o f in den letzten Tagen besucht hat, glaubte sich in das reinste Jahrmarkttreiben ver­lest. Zu Hunderten strömten die Leute der um­liegenden Gemeinden dem Ho,e zu, zu Hunderten saßen sie in den geräumigen Kellern, die der Do- rnanenpächtet Ruoff in entgegenkommender Weise geöffnet hatte und in denen jeder seine Kartoffel selbst auslesen und damit seinen Bedarf decken konnte. Während es sonst der Bevölkerung nur unter den größten Schwierigkeiten möglich ist, in diesem Fahr ihren Bedarf zu decken, versorgte der Hof mit hun- denen von Zentnern zu gesetzlichem Preise die Be- oölkerung. Allenthalben ist man über die;es Ver­halten des Lobes voll und steht daraus wieder die Wichtigkeck der Gutshöfe für die Versorgung unserer Bevölkerung. Auch im Kriege erfüllte Konradsdorf in jeder Weise seine Pflicht.

Offenbach, 20. Okt. Auf Anordnung der Landeskrei-stelle sollte der Kommunaloerband Offenbach der Stadt Saarbrücken 5» 000 und der Stadt Köln 47UÖ0 Zentner Kartoffeln liefern. In­folge mangelhafter Lieferung der Erzeuger konnte Saarbrücken nur 17000 und Köln nur 20000 Ztr. zugeführt werden Rach Schätzung muß im Bereiche des Kommunaloerbandes, zu dem die Kreise Fried­berg und Offenbach gehören, ein Ueberschuß von 400 000 Zentner Kartoffeln vorhanden sein. Dieser Heberschutz und die für die Bedarfsgemeinde erforder- lichen Mengen können aber nicht ersaßt werden, weil die meisten Landwirte keine Kartoffeln zu den fest- gesetzten Höchstpreisen liefern.

ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 20. Okt. Bei der am 8. d. Mts. veranstalteten Ernte-

oorschätzung für Spätka r to ffeln , an der Sachverständige aller Bürgermeistereien des leises teilnahmen, hat ergeben, daß der geschätzte diesjährige Ernteertrag hinter'dem des Vorjahres um rund 210 000 Zentner zurückbleibt. Während

Die Karfofftirerforaung.

Q Bad-Nauheim, 20. Okt. Am Samstag sprach ber Präsident des Landesernährungsamtes Reu. mann vor einer gut besuchten Versammlung über I »Unsere Ernährungslage". Er schilderte die Aus- |1VW ulvtl|U)U9llM,

^ten für den Winter sehr trübe und bemerkte, daß war, ist er in diesem Jahre zum Bedürfniskreis

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Letzte Nciehvichten.

Das Reichsnotopfcr.

Berlin, 20. Okt. Ter Ausschuß der Natio­nalversammlung für vas Reichsnotvpfer trat in die zweite Lesung des Gesetzentwurfes ein. Von ber Teutsch-naticmalen Volkspartei war ein Antrag Tr. Dietrich gestellt worden, daß an Stille des Reichsnvtopfers eine Abgabe in gleicher Höh«, je­doch in solg-ud.-r Form erhaben w.roen soll: 1/3 als einmal.g.' Vermögenssteuer und % als Anleihe, tic bet fünfprozentigw Verzinsung dre ersten zehn Jahre mit einer vierpvozentigen, die zweiten zehn Jahre mit einer dreiprozentigen und von da ab mit einer zweiernhalbprvzeirtig^m auf das Kapital gerechneten Zinsscheinsteuer belastet wird. Ter Reichsfinanzminister ersuchte um A.lel/irm'g dieses Antrages und bat, mit der Einzelberatung zu be­ginnen. Nach kurzer Geschäfteordnungsdebatbe wurde beschlossen, dem Abg. Tr. Rie

ebenfakks einen .llbönde nnrgßantrag prinzipieller Aatur eing-bracht harte, die Möglichkeü zu geben, lernen Antrag lzu begründen. Sein Antrag bezweckt, an stelle des Rerchsnotvpfers zu setzen: 1. eine fortlaufende progrefsive lährliche Vermögens- ab gäbe in Höl-e von fünfzig Prozent des ge­schätzten Betrages nach dem Reick,snvdopf^rgesetz, 2. gleichzeitig oder vorher oder nachher die Auf­legung einer Notanleihe (Zwangsanleihch in Dohe von fünszrg Prozent des gesclzätztcn Betrages nach dem Reichsnodopfergesetz. Diese Anleihe soll in den ersten zehn Jahren überhaupt nicht, dann zehn Jahre lang mit einem Prozent, alsdann mit einem äße zel/n Jahre um einen Prozent zuneh­menden Satze bis zu fünf Prozent pvo Jahr im ganzen verzinslich fein. Auf Eintrag des sllbg. Tr. Braun lirurbc sodann die Beschlußfassung über die Anträge bis zur nädrfben Sitzung zurückgestellt

Die deutsch-polnischen Verhandlungen.

B e r l i n , 21. Okt. Zum Stand derdeutsch- polnischen Verhandlungen wird in der Teutschen Allg. 3ta/' u. a. mitgeteilt, daß bei der Behandlung der Beamtenfragen sich für die Regierung selbstverständlich die Forderung er ­gab, daß nicht nur für diejenigen Beamten, die in den Gebieten verbleiben, van einer Vermögens- liqmdierung Abstand genammeu wird, sondern daß diese Erleichterungen auch anderen Beamten und der übrigen Bevölkerung zuteil werden müßten. Bisher sind die Palen bedauerlicherwtise auf die billigen deutschen Vorschläge nicht eingegangen. Aber es liegt noch kein Grund har, die Hoffnung endgiltig aufzugeben. Einer Zugehörigkeit bt-r ev< ngelischeu Kirche in Palen zur preußischen Labdeskirche stel-en die Bolen mit einem gewissen Mißtrauen gegenüber. Es ist ledoch anzunehmen, baf, jich ilwe Bedenken zerstreuen werden mit der vollkommenen Trennung van Staat und Kirche, nie sie in Preußen beabsichtigt ist.

General Mangin.

Paris, 21. Okt. (Wolff.) Havas. ES bestä­tigt sich, daß General Mangin mit der .Kon­trolle der.Durchführung der Mumung der bal- tifc^n Provinzen durch die deutschen Truppen be­auftragt wird. General Mangin wird Paris diese Woche verlassen und wahrscheinlich in Berlin Auf-- enthalt nehmen.

Die Reichsschulkonferenz.

Berlin, 20. Okt. (WTB.) In ber Nach­mittag? sitzung der Vorbesprechung zur Reichs- ch u l k 0 n f e r e n z am Montag (unter Vorsitz des Unterstaatssekretars Schulz) wurde mit großer Mehrheit beschlossen, die Reichsschulöon- ferenz stattsinden zu lassen, ferner einen Ausschuß M bilden, der die Verbindung zwischen, dem Reich und be:i Unterrichtsverwaltungen der Länder her- sirllt, und außerdem die Kvnsereii^ vorbereitet. Ein­stimmigkeit herrschte darüber, daß eine Reihe wich­tiger Fragen schnellstens durch das Rcichs-Not- schulgesetz zu regeln und noch vor der Reichsschul- konsevenz zu erledigen fei. "Tie Vorarbeiten für die Konferenz mürben einem Ausschuß übertragen. Insbesondere die Frage der Tauer der Verhand­lungen, die Auswahl der Teilnehmer und toeibere Einzelheiten. Als ungefährer Zeitpunkt für das S-tat.finden der Konferenz ist Osternr 1920 in Aus­sicht genommen. Einschließlich ber Regierungs-, Vertreter soll die Zahl der Teilnehmer mcht mehr als 400 betragen. Ferner routben dem Aussckmß Cie Leit atze zur Vorbereitung überwiesen, die die Reiäisjch illonf-ereirz beschäftig:n sollen, sowie eine Reihe anderer noch zur Erörterung gestellren Fra­gen auf tom Schulaebiete. Einhelligkeit herrschte darüber, daß die Sicherung der im Ausland tätigen Lelsrkräfte eine Frage sei, beten möglichst baldige Regelung erfolgen müsse. Ferner soll die Neuotd- nung der Rechtsschreibung baldigst in die Wege gelei.et werden. Morgen werden in der Vorbe- Iprechung mit tem Schulwesen im Zusamenhang jttfymbe Verfassung^fragen behandelt.

Zur Konferenz in Washington.

Amsterdam, 20 Okt. (WB.) TerIde* grotf' meldet aus London, daß der delegierte der b ritifcken Regierung für die Arbeiterkonserenz in Washington, George Barnes vor seiner Ab­reise nach "Washington eine Abo dnung des Rates der Seeleute unter Havelock Wilson empfing. Sie beiprachen Maß'iahmen für die intemationaie Ver­stimm, ung, die tm Zusamnienhing mit derWashing* doner Konferenz ernberusen werden und, «ich aus­schließlich mit den Interessen ber Seefahrer be­sät sen soll. Auf Ersuchen Barnes formulierten die Räte ber Seeleute die Forderung ber Seeleute aut internationaler Basis, die 14 Punkte um­fassen, ix:runter Mindestlohn, freie Kost an Bort auch während des Ladens, Feststellung einer be­stimmten Hahl von Arbeitsitunden auf See und in den Häfen, das Recht der Seeleute auf einen Teil ihres Verdienstes bei der. Ankunft in einem fremden Hasen, im Falle von Schisfbruch Bezah­lung des Lohnes bis zur Heimkehr des Seemannes,

"Ne Feier der Volkshochschule Ridda wieder viele neue Freunde erworben.

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Q) Dindsachsen, 18. Okt. Mehrere Einbrecher, von denen der eine als Hamsterer vorher die Gelegen­heit ausgekundschaftet hatte, machten in der vergan­genen Nacht die Häuser unserer Gemeinde unsicher. Sie brachen an mehreren Stellen ein, wurden jedoch bemerkt und verfolgt. Leider kamen die Verfolger am Bahnhof Hirzenhain, wohin sich die Einbrecher mzwischen gewandt hatten, einige Minuten zu spät an, die Herren waren bereits abgedampft. 3n Stock­heim wurden sie auf telephonischen Anruf hin von Wachtmeister Buchhammer aus Ortenberg, der sich schon mehrmals bei . der Gefangennahme von Ein­brechern hiesiger Gegend bewährt hat, ttotzdem sie sich versteckt halten wollten, aus dem Zug heraus­geholt und verhaftet.

)( Eckartsborn, 20. Okt. Jur Zeit werden die Hausleitungen für elektrisches Licht gelegt, hoffentlich wird auch die Transformatorenstalion bald im Bau fertig, so daß der Anschluß an die Heber» landzentrale noch vor dem dicken Winter mit seinen dunklen Abenden erfolgen kann.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 19. Okt. In dem Bericht über die hiefige Volkshochschule in der Freitagsnummer desGieß.. Anz." muß es statt Ortsbildungs- oereinArbeiterbildungsverein" heißen.

rm. Lauterbach, 20. OKI. Das hessische Ministerium der Finanzen gibt bekannt, daß als ort» liche Dollzugsbehörde für die Geschäfte des Siede- lungsunternehmens in den Kreisen Alsfeld und Lauterbach mit Wirkung vom 20. Oktober an ein Landamtmann mit dem Amtssitz in Lauterbach bestellt ist. Mit den Obliegenheiten dieses Landamtmannes wird der Oberförster Hch. Keu del zu Lauterbach unter Belastung feines bisherigen Dienst- grobes beauftragt. Mil diesem Tage scheiden die Kreise Alsfeld und Lauterbach aus dem Bezirke des l2anbamtmannes zu Gießen aus.

Kreis Friedberg.

Q. Vad-Nauheim, 2p. Okt. Das gestrige Gastspiel des hessischen LandesTheater (ehe­maliges Hoftheater) bei demCavalleria" undBa- 10330" 3ur Aufführung kamen, hatte einen gan3 außergewöhnlichen Erfolg. Trotz bedeutend erhöhter (Eintrittspreise war das Theater (Konzerthaus) voll­ständig ausverkauft. Die Gäste fanden begeisterte Aufnahme. - Gestern fand das letzte Konzert des Kurorchesters im Konzerthause statt. Don heute ab »oerden die Konzerte in den Sälen des Kurhauses abgehalten und ist damit der Winterbetrieb eröffnet.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Tarmftobt, 19. Okt. Die Stabtver- rdnetenversarnmlung beschloß in geheimer Sitzung 'oie Erhebung eines ^.Zieles der Gemeinde- il e u e r.

rm. Tarmstadt, 19. Okt. Der Verband 1 v - kirchl Frauenvereine in Ha sen hielt 1 Ter seine HerbstmitgliÄ>erversammlung ab. Nach einem Bericht von Geh. Oberkvirsisüorialrat Tr. Bern deck über die Augustt-agung ber Landes- Synode sprach ber Vereinsgeisllicl-e des Landes- btreinS für Innere Mi.sivn in Hessen über: Wie lieüen wir uniere Kinder zum Glauben ein?, wäh- vend Pfarrer Schaefer sich über den Dienst ber Mutter in den ersten Lebens.ahren des Kindes, 'owie den ber (Stern unb Erziehern im fort­geschrittenen Alter sich verbreitete.

rm. Darmstadt, 20. Okt. Scharfe M a ß- n ahmen wegen verzögerter Milchablie- s e r u n g wurden nunmehr im Kreise Gr. Gerau er» Ififfen. Da eine Anzahl Landwirte der einzelnen Orte ohne besondere Gründe mit ihrer Milchabkieferung im Rückstand blieben, wurden sie mit Strafbefehlen über 1000 Mk. bis 1500 Mk. belegt. Wenn eine Lästerung in der Milchablieferung nicht eintritt, sollen außer den Geldstrafen auch Gefängnissttasen eintreten

Kreis Wetzlar.

ra. Aus be m Schöffengrunb (Kreis H^eßtar), 2Q. Okt. Die Bewohner unserer Gegend sv.'rden wieder durch näch-licyc Einbrüche ge­ängstigt. Aus Ober-Öuernbach wird ein ftlpverer Diebstahl gemeldet, unb in Oberwetz haben bie Diebe sogar einen Hausbewohner burch Kopfschuß schwer verletzt.

ra. Wetzlar, 20. Okt. Die Stabt verordne- trnvorlage betr. Bewilligung einer Beihilfe für die vertriebenen Elsaß-Lothringer fanb eine er­freuliche Erledigung insofern, als Stabtoerorb- nerer Fabrikant Humbert bie für biefen Zweck geforber.en 5000 Mk. aus eigenen Mitteln zur Verfügung stellte.

Hessen-Nassau.

X. G e r s f e l b, 18. Okt. Ter Kreistag des Kreises Gersfelb hat ben Anschluß bes Kreises an bie elektrische U e b e r l a n bze n t r a l e ber äJlamflauanbgr: unb ben Beitritt zum ZweLxr- banb Ueberlandwerk Fulba-Hünfelb-Scküüch'tern be­schlossen.

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Ent'chädignng an die Hinterb.iebenen bei Verlust des Lebens, .Entschädigung bei Unglück und bei Verlust von verjönlidiem Besitz, Reorganisation des drahtlosen Tieiistes auf See und Bildung eines gemischten nationalen Seefahrtsgesetzes und eines solchen internationalen Rates.

Airche itnO» Schule.

"f* Der Oberhessische Verein für 0 n n e re M i s s i 0 n hält feine diesjährige Gene­ralversammlung am Dienstag den 11. November nachmittags ab. Zur Besprechung kommt ein wich­tiges Thema: Die Volksmission in Oberhessen mit besonderer Rücksichtnahme aus die Frage des Zu- lammengchens von Kirche und Gemeinschaften. Zwei Berichterstatter werden das Thema von ver­schiedenen Dlandpunkten aus beleuchten.

«Bkßcncr Tlonzertvcrein.

Gießen, 20. Okt.

Tas Kvn^ert der Frankfurter Madri­gal ve r e i n i g u n g unter Leitung von Fräulein De floss verdient in icber Hinsicht ein Ereignis un Gießern:r Musikleben genannt zu werden: wird man doch selteii, vorbachische Kunst so formvollendet und klangschön singen hören. Schon das Programm war mit großer Sachkenntnis und Sorgfalt so gewählt, daß sämtlich: Nummern ber Blütezeit des Madrigals (von ettva 1520 bis 1650) ent­nommen waren, jener Zeit, in ber bie vier- bis achtstimmige. Gesangskomposition bie Stelle des späteren einstimmigen Kunstliebes einnahm unb gleich unserer heutigen Kammermusik bie aristo­kratischste Form ber Musikbetätigung bar stellte. Die Darbietungen werben manchem Hörer neben dem unvergleichlichen Genuß auch allerlei zu denken gegeben haben; ba wäre viel zu sagen von Schlüssen aus Füialis, reiner Quinte unb Ok­tave, ohne die ben Dur- oder Mollcharakter be­stimmende Terz, von Melismen unb Ligaturen, kanonischen unb imitatorischen Führungen, Mr- chmtönen unb Kontrapunkten; auch bas wirb man­cher beobachdet haben, baß Richard Wagner nich eigenUich erst ben Sprechgesang .erfunden" hat, nne beim überhaupt bie Kunstform bes Madrigals geradezu als Vorläufer ber Oper betrachtet wer­den muß; doch würden Ausführungen hierüber ben Rahmen unserer Besprechung überschreiten: wir begnügen uns daher unter höch ster An­erkennung der künstlerischen Gesamt­leistung einjdne Höhepunkie zu markieren. In PalestrinasO süßer Tod" war besonders die letzte Zeile von außergewöhnlicher Wirkung; bas Echo" bes großen Lasso stellte burchweg eine Kabinettleistung bar; während das Tanzlied bes Engländers Morley durch die wunderbar drama­tische Ausbruckskrast und Charakteristik hervor trat, bezauberten in Donatis Tanzlieb der ideatisierte Tanzrhythmus am Schluß ber ersten unb letzten Strophe, sowie bie bezüglichen bynamischen Ab­tönungen beider; trat in ben Gesängen von Isaak Into Haßler ber T«wr als wirklicher tenor (b. h. Dielodieführer) schön heraus, so hatte von ben letzten burckpveg von feinstem Humor getragenen Gaben bei Frioerici der Baß eine köstliche Funk­tion, wozu der Teiwr in einer wunderbar ausdrucks­vollen Linie aufwärts kontrepunktierte, der Fuchs" wußte durch feinen überaus kunstvollen, fein und zart gehaltenen imitatorischen Schluß zu fesseln, unb zuletzt glaubte man sich auf einen gro&m Hühnerhof versetzt: waren es auch nur Kunsteier", bie da gelegt wurden, so überragten sic doch dank ihrer dauerhaften Konsistenz durch die Jahrhuiider^e so mandjed rasch verblaßte Straußenei, das uns die letzten Dezennien beschert haben, vielleicht, daß sich diese Erzeugnisse in dem neu zu errich.enden Frankfurter Richard Scraußmuseum besser koniervieren werden .

___________ Dr. G. R.

** Vortrag von Kardorff. Auf den heute abend im Hotel Einhorn von der Deutschnationalen Volkspartei ver^ anftalteten Vortrag des Herrn von Kardorff Was uns not tut" wird iwchmals b.sonders aufmerksam gemacht. Niemand sollte es sich enti geben lassen, ben Vortrag des bebeutenben Poli­tikers unb glänzendeii Redners anzuhören. Tei Vortrag beginnt pünttlich um 8 Uhr.

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