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Montag, 2\. Juli M?

Stetzen« Anzeiger (Seneral.Anzeiger fM Sberhetzen)

Swetter Blatt

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bolf Falken.

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gen futb lediglich Die Folge Der fd? die natürlich außerhalb des Dauses

ipen getrieben wurde.

Und warum Vollen Sie mir, der Fremden, otc Sie nicht kennt, die Sie nie geselM hat, Ihr

fintercS enteilen ? .Haben Sie keine Freunde,

dein Hy Sprengt: den Herren Kapell- d Adolf Falken.

Innige! abends 7 Uhr: len öes hih r. Mchtlitz heil

iimfl ber Vorlagen.

Präsident Fehre nbach ernennt den Wunsch L cls burck.auS bered}itigt an, ent schuldigt sich aber M rät den gedrängten Verhältnissen, unter beiten

Arrs Statt unö Land.

Gießen, den 21. Juli 1919.

gedacht wurde

Starkenburg und Rheinhessen.

oz. Offenbach, 19. Juli In der l^fcn Stadtverordnctensitzimg teilte Beig. St" avpu: c,.tt vütc kleine Anfrage mit, daß in Offens ch zunächst eine Woche lang w icder wci ßc Wc ck e n, v ' Kops ein e t ü cf verteilt werden. Diese Zane« lung geschieht teils aus Ersparnissen an oorfciL- den ein dunklen Mehl, teils aus einem Rest ameri­kanischen Mehls, der zur allgemeinen Verteilung aber nicht mehr ausreickfte. Mancher Dausfrau w> . c das Mehl vielleicht lieber gewesen, iourde von StaDtv. D a p p e eingewendet. Man batte sich lick r mal Pfannkuchen gebacken (Fett hat man ia jrt'i , oder andere Mehlspeisen bereitet in der kartofn1 armen Zrit. Beig. Kappus meinte, « bedauere, Nti er nicht zu jedem Weckbrödchen gleich auch noch eir Paar warme Würstchen liefern tonnte

Hessen-Nassau.

Frankfurt, 18. Juli. Der Zuzu g hat allen widerhvlt veröffentlichten War­nungen des Magistrats zuwider einen Umfang angenommen, der bei der bc kannten Wohnungsnot der Stadt zu einer dringenden Gefahr sür die Unterkuustsrnö!, lichkeit der einheimischen Bevölkerung gewor den ist. Der Demobilmachungskommissac hat deshalb zur Abdämmung des weiteren ;fn stroms eine Sperrverordnung für Frankfurt a. M. erlassen, die am 12. Juli d I. in Kraft getreten ist. Bon diesem Tage ab bedürfen grundsätzlich alle Personen, die vor außerhalb in das Stadtgebiet zuziel)en wollen, einer besonderen Genehmigung ihres Zuzug?. Für bestimmte Berufsklassen soll die Geneh miguwg erteilt werden, wenn durch ihren Zu zug die Unterbringung oder Ernährung der ansässigen Bevölkerung nicht gefährdet wird Die Genehmigung wird vom Wohnungsamt erteilt, unb ist dort einzuholen. Die Z u zugsgenehmigung des Wohnungsamtes ersetzt die für den Abschluß von Mietverträ.- gen vorgeschriebene Vertragsgenehmigung des Mieteinigungsamtes nicht, es ist vielmehr die Zuzugsgenehmigung dem Mieteinigungs amt, das nach wie vor alle Mietverträge zu genehmigen hat, vor der Entscheidung über diese Genehmigung durch den Vermieter vor

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. Iw, «Uj?1* 11 M 1919

(Sttchstraße 16), Zbmmer la eine Arttgltederver- Mmmlung ab.

Kreis Lauterbach.

lb. Wallenrod, 18. .Juli Am 13 Juli sand hier in der Kirche unter Mittvirkung be3 Po- tzaunenchovs eine Gedenkfeier statt, an der der lebten Kriegsopfer 6 aus dem Jahre 1918

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Preßkohlen erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände sowie des «Absatzes und Selbftverbrauchs verblieben am Mo­natsschluß absatzfähig: 8539 Tonnen Rohkohlen, 338 Tonnen Briketts, 2580 Tonnen Naßpreß­steine, zusammen 11457 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwerte von rund» 400 000 M k.

** Die L a n de s o b st st e l l e ist durch Ver­fügung des LandesemährungSanttes vom 30. Junji d. Js. die Hessische Landesobststelle aufgelöst wor­den. Gesuche, die Einfuhr von frischen Südfrüchten aus der Schweiz betreffend, sind daher von ietzt ab nicht mehr, wie bisher, an Die Hessische Landes­obststelle, Darmstadt, Scmdftraße 24, sondern an das Hessische Landesernährungsamt, Darmstadt, Wilhelminenstraße 3, zu richten.

** Der Jungdeutschlandbund halt am Dienstag, 22. Juli, 6 Uhr, im Gewerbehaus

ufieim

Ml- wM5 abends ist tfS Mad' gleer,

Vie ttommunalwahlen.

** Hausen, 20. Juli. Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl wurde PH. Mül­le r IV. einstimmig gewählt. Außerdem waren iwch verschiedente Stimmen zersplittert. Bon 305 Wäh­lern schritten nur 109 zur Wahlurne.

** Klein-Linden, 21. Juli. Bei bei gestrigen Beigeordnetenwahl erhielt der bisherige Beigeordnete Wilhelm Jung VIII., Kaufmann, 430 Stimmen. Die Gegenkandidaten Heinrich Luh 308 und Wilhelm Fink 149 Stim­men. 9 Stimmen waren «rfplittert. Es findet Stichwahl zwischen Jung und Luh statt. Die Wahl des bisherigen Beigeordneten scheint gesichert zu sein.

Q Aus dem Kreise Lauterbach, 17. Juli. In Ilbeshausen wurde Metzger O e ch l e r mit 207 gegen 109 Stimmen zum Bei­geordneten mwählt. In Lau t erba ch wurden bei der Beigeordnet en wähl 1757 Stimmen abgegeben, wovon Johs. Möller X. 925 Stimmen erhielt und gewählt wurde. In Herbstein waren zur Beigeordneten-

zulegen. Alle in Hotels, Gasthöfen, Pensio­nen (Fremdenheimen) und bergt zuziehenoc Personen haben eine Aufenthaltsgenehmigung des Wohnungsamtes, die in der Regel auf höchstens 14 Tage erteilt werden soll, nach­zusuchen. Für einen kürzeren als achttägigen Aufenthalt bedarf es der Genehmigung nicht. Spätestens am 8. Tage nach dem Zuzug hat der Ortsfremde dem Hotelier, Pensionsinha­ber usw. die Bescheinigung des Wohnungsam­tes über die Dauer der Aufenthaltserlaubnis vorzulegen. Die polizeiliche Anmeldepflicht der Vermieter wird durch diese Vorschrift nicht berührt.

gangen. (Ungeheuerer, minutenlanger Lärm bei den Unabhängigen.) Demonstrativer Beisall im übrigen! Hause. Zurufe aus der äußersten Linken: Schwind­ler, Lump, unverschämter Mensch.)

Abg. Seger (Unabb.): Ter Reichswrhr- minister hat mir persönlich niederträchtige Schand­wirtschaft vorgeworfen. Wenn er letzt von Ver­hetzung redet, so tut er nichts anderes, als daß er die erbärmlichen Verleumdungen der bürger­lichen Presse wiederholt. Wenn in Leipzig die

** Amtliche Perfonalnachrichten. Der Oberlehrer an der Eleonorenschule zu Worms Heinrich R a b e t wurde mit Wirkung vom l.Aug. 1919 zum Oberlehrer an der Ernst-Ludwig-Schme (Realschule) zu Bad-Nauheim ernannt. Dem Lehrer Wilrilm Viehmann zu Höingen wurde hie Lehrerstelle an der Volksschule ru Scha - b e n b a d), Kveis Alsfeld, übertragen. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 5. Schulstelle zuNidda, Kreis Büdingen.

** AuS dem Militär-Wochenblatt. Auf ihr Gesuch rourben zu den Reserveoffizierei, der bettcffenden Regimenter übergcsührt: die Leute nants Johns im Jnf.-Rogt. 81, Graf zu Solms-Lanba ch im Drag.-Regt. 23, Lex tm Feld.-Art.-Regt. 27. Maurhoff, Fähnrich im Jnf.-Regt. 81: Schott, Fähnrich im Jnf.-Regt. 168 In das Reserveverhältnis wurden überge­führt Hauptmann z. D. v. Boetticher, zuletzt im Gencralstabc der Armee, und die Leutnants Makowka, Büchner, im Fuß-Art.-Regt. 3.

** Die Kohlenproduktion in Hes­se n. Im Juni wurden an Rohbraunkohlen 30 416 Tonnen gefördert, verkauft wurden davon 10 544 Körnten; der größte Teil der Rohkohle wurde wei­ter verarbeitet ober war zur weiteren Derarbcitunl bestimmt. Aus den Der arbeiteten Rohkohlen rourbent neben Schwelereiprodukten erzeugt: 306 Tonnen Braimkohlenbriketts, 2140 Tonnen Naßpreßsteine. Außerdem wurden in Hessen, soweit die Produk) Hon bis jetzt festzustellen war, 2162 Tonnen ©teilte

gesprochen hatte. Die Dorgefommenen Ausschreitur'-- sind lediglich die^Folge der schmählichen Hetze, ~ des Hauses gegen die Trupff Gogen die Schuldigen sind wir unsererseits in allerstvengster Weise vorge-

eiiie Benvanvten?"

Ein halb verächtllches Lächeln zuckte um die »llen Lippen des merkwürdigen Reisebegleiters ued jungen Mädchens.

,Marum guäten Sie mich denn?" sagte er, mit leuchtenden Blicken Ragna umfassend. -Warum wühlen Sie in der Wunde, die mir int Herzen brennt? Ich weiß," fuhr er fort, als I er sah, daß Ragnas Augen sich halb mit Be- iremdung, halb in Scheu auf ihn hefteten, ,MB I S-ie in diesem Augenblick glauben, es mit einem Wahnsinnigen zu tun zu haben, denn wer sollte \ owhl sonst die Vermessenheit haben. Ihnen beim | echten Sehen zu sagen, mit so klaren, dürren i Worten, wie ich es tue, daß er <Äe liebt, gren- I »e illos, über alles, daß er, als er Sie sah, mit er item Blick die gefunden hatte, die er gesucht ein ganzes, langes Leben hindurch. Sehen Sie mich, 5i;:te, nicht so starr an und verzeihen Sie mir, daß fl) das alles hier so platt und so unvermittelt aus- ivweche. aber mit dieser Stunde riimt der Tag des Äiückes sür mich mrwiderbringlich dahin. Soll iSl, da ich das weiß, das füUe, bieten Tag nicht Mskosteu, selbst auf bie Gefahr hin, nicht uerftanben md nicht erhört zu werden? Antworten Sie mir

men beseitigt werden.

Reichswehrminister Noske: In den letzten Monaten war es das Verdienst der Truppen, Deutschland vor dem Chaos bewahrt zu haben. Da­für haben sie ihre Haut zu Markte getragen gegen verbrecherisch! <l Unfug und verbrecherisck;es Trete den. (Großer £ärm bei den Unabh. Verfall auf der andern Seite des Hauses.) Als der Wehr- minister von der niederträchttgen to-chandwirtschasi spricht, die Qcgrr und seine Freunde betrieben hätten, entsteht ungdjatrer Lärm bei den Unait*

Präsident Fehrenba ch rügt, daß einem Mitglied des Hauses Schandwirtschaft vorgeworsen wird.

Reichswehrminister Noske: Die Schuld der Soldaten muß an jedem Einzelfalle feftgestellt roerben. Sehr oft handelten sie erst, wenn sie bis gufs Blut gereizt waren. Keine Gemeinheit, Nie- derttachtigkeit und(^, die nicht die unabhängige, Presst Tag für Tag gegen die Soldaten aus-

Daß traf ihr Blick das Auge ihres Vetters, dec sie rote eine Vision noch immer an starrte.

Haben Sie kein Wort für mich," bat y, und.seine Stimme klang weich und bittend.

Doch, mein Herr, ich brauchte nur Zeit, um das alles, was Sie mir, der Fremden, die Sie heute zum erstenmal sahrii, sagten, zu über- mürben. Ich brauchte Zeit, um zu fassen- daß ein Mann, der im Begriff steht, sich soeben zu Der- wählen, seiner Braut die Treue bricht, um einer andern, bie ihm gerade in den Weg gelaufen kommt, seine Liebe zu versichern. Fühlen Sie denn nicht, welche grenzenlose Beleidigung, nicht mir für mich, sondern auch für Ihre Braut, m Ihren Worten liegt? Was verlangen und er­warten Sie beim nach Ihren Eröffnungen von mir? Soll ich Ihnen sagen, daß ich Sie wieder liebe und daß ich gern darin willige, wenn Sie meinetwegen das- Verlöbnis mit einer andern lösen, ober soll ich Ihnen sagen, daß ich aus Edelmut zugunsten einer andern verzichte? Oder aber, das ist das letzte, soll ich Ihnen sagen, daß ich Sre nicht mag, ja noch mehr, daß Sie mir total gleichgültig sind?"

Erne fahle Blässe zog über das Antlitz des Fremoen. Zornig glühten die dunklen Augen auf. Wage es, mich zu reizen, stand darin, aber furchtlos senkten sich Ragnas Blicke in die feinen.

Es ift so überaus ungewöhnlich, unser G» spräch und weicht so ganz von den üblichen Former ab," fuhr Ragna im leichten Konversationston bei vornehmen Dame fort, ,chaß es eigentlich über« ftüüssig erscheinst, daß wir uns ereifern. Ich -rill zu Ihrer Ehre annehmen, daß Sie mich nicht kränken wollten, indem Sie mir von Ihren Gefühlen sprachen, die einzig und allein Ihrer Ser lobtet gehören dürfen. Jeder Mensch hat die Mlicht, bte Konsequenzen seiner Handlungswene zu traget und wer sich ihnen entzieht, der ist ein Feigling."

(Fortsetzung folgt.)

nicht, bitte," bat er mit emporgehobenen Händen, und lassen Sie mich erst altes sagen, was ich auf dem Herzen trage und bann bann verdam­men Sie mich wenn Sie können."

Ter Fremde schwieg einen Augenblick und sah traumverloren hinab in die Tiefe. Als Ragna auch nickst das kleinste Wort der En'.gegnung fand, fuhr er leise, mit fast bebender Stimme fort:

Was ich heute empfinde, das Gefühl uh habe es oft verlacht und verspottet, ist eine überwältigende Macht, die über mich kommt, ww eine elementare Gewalt. Sie verstehen^ muh nicht," setzte er fast hastig wie in leiser Selbst- ironte hinzu,und ich begreife bas vollkommen, denn ich verstehe mich selbst nicht mehr. Ich haßte die Frauen und verzeihen Sie spater ba lachte ich über sie. Viele sind mir auf meinem Lebenswege begegnet. Schön, jung, reich, be­gehrenswert. Aber ich ertaimte den faulen Unter­grund trotz der gleißenden Hülle und wandte mich widerwillig von ihnen ab. In meinen Traumen sah ich oft ein Frauenbild, stolz, kühl, unnahbar, aber in seinen Augen leuchtete es wie Sonnen- go[b und jeden Gebauten meines Herzens nahm es in sich auf. Ta meinte ich, es genügte, nur die Hände auszustrecken, um mein Traumbild zu finden, und ich reifte durch die Welt. Sabre-- lang suchte ich meine Freunde nannten mich einen Narren, lmd ich fing fast selbst an zu glau­ben, daß ich einem Phraitom nachgagte, das mir meine aufgeregte Phantasie zeigte. Müde, mürrisch, an geekelt von der Welt, in der ich mich mit memen Ansichten und Gefühlen nicht zurecht taub, beschloß ich, es endlich auch zu machmr wie alle andern. Ich war der letzte meines Stammes, man drängte mich, unter den Töchtern meines Landes eme Wahl zu- treffen. Mir schauderte davor, mir graute oor der Ehe ohne Liebe, mir graute vor einer Frau. Ich sah aber selbst ein, daß es so teht mußte, und ich gab nach. Ich orählte mtc eae Qfr

ng-M-kplah. ang-M-ßT ang-Dorderplatz. iperrsih. ang.fflittW

ang.M<kpl°tz 5etk

Meatrrszunch^ Jr«*1 13 bis 4 Uhr-

Offizieren und Mannschaften gaben ihr Blut ohne zu markten für bie Verteidigung von Deutschlands Größe und Ehre hin. Tie unvergleichlichen Opfer­taten der Offiziere des Beurlaublenstandes und die in der Welt unerreichte Hingabe an Tapfer- teit unserer Offiziere und Mannschaften muß man ich immer vor Augen halten. (Lebhafter Beifaltz) Von den augenblicklich noch vorhandenen 20 000 Offizieren kann das zukünsttge Heer nur 4000 auf6 nehmen. Wir müssen versuchen, die Besten für das neue Heer zu gewinnen. Die große Masse muß in neue Berufe Überführt wer dar. Die Ab­rüstung soll bis Ende Mürz 1920 auf alle Fälle beendet sein. Einheitlich und uneingeschränkt er­kennt die ganze Welt an, daß unsere Ossiziere und Mannschaften in einzig dastehender Weise ihre Pflicht und Sckmldigteit getan haben. (Lebhafter Beifall.) Diesem Gerste danken wir, daß die Mehr- zalst der cinzclnert Schlachtfelder die Stätten des Sieges für uns, eine Niederlage für unsere Gegner im Westen und Osten bedeuten. Der Teil unserer Wirtschaftslasten wird gern getragen, der dre em Tank Ausdruck gibt. Nackrdem wir nun trotz aller Wafsenerfolge von den Merrsären- und Maschinen- rnassen allcr Weltmäckfte übertvatigt njorben fnib, tehcn wir doch nicht am Ende des deutschm Mutes und bet deutschen Tatkraft. Sie haben in drel-rn Öaufc das Werk begonnen, unsere Heimat neu zu gestalten und mutig trotz all unserer Not einen neuen Wettbewerb auftunehmen, durch den das deutsche Volk in ftcihritlicher, sozialer Betätigung eine neue Döchstleistung unter den Kulturvölkern aufstettcn wird. Dieser kühne Gedanke kann aber nur verwirklicht werden,,wmn wir alle Maste zu- sammensassen. Darum lassen Sie sich bieientgm nicht entgehen und las en Sie die?migen nicht oer- kommen, die die Abrüstung frei macht und die auch in den jüngst vergangenen Monate, dem jungen deutschen Freistaat neue groß: Dienste ge­leistet lmbcn. (Lebhafte Zustimmung.)

Abg Davidsohn (Soz.): Wir behalten uns Unsere Aussührupgen für die zweite Lesung vor.

Abg. Dr. Neumann-Hofer (Dem): Wir sind Mit beiden Gesetzen einverstanden und stimmen der UeberWeisung an den Ausschuß zu.

Abg. Oberfohren (D.-Natl.): Mit die,en Gesetzen nehmen wir endgültig Mschied von un­serer ruhmreichen Armee und Flotte. (Bewegung.)

?(bq Schirmer (Ztr.): In der Anerkennung der Verdienste der Armee ist das Daus immer ein­mütig gewesen. Wir sind mit der Ueberweisung an den Ausschuß einverstanden. ~ m ,

?lbg. Dr. Becker-Hessen (D. Vp.): Wir be­grüßen die Entwürfe mtt ernster Sym^thte

Reichswehrm-inister N o s ke: Ich will nur fest- stellen, daß über die Entwürfe Erwägungen mit hm beteiligten Stellen stattgefunden haben. Es ist Don ihnen immer wickder erllärt worden, daß |t£ die Maßnahmen der Reichsre-gicrung anerkennen.

Abg. Seger (Unabh): Ausiallend ist, daß die Beratung so mit einem Loblied aus den Massen­mord enden soll. (Unrute.) Es ist höchste Zett, daß jetzt noch vorhandene Gewaltinstrumente vollkom-

vevtsche Nationalversammlung.

Samstag, 19. Inti. 61. Sitzung.

Präsident Fetzren bach eEnet die Sitzung nn >/410 Uhr.

LÖratung des Gesetzes über d« Zahlung der täte in Gold

Äbg. Rießer (D. D.-P.) bogE dte gesetzt

Stärkung unserer Valuta. Er erklärt das Z4etz für berechtigt und tritt füi sasiortige Ver- abütiebung ein.

Rcichssinanzminister Erzberger ixmlt dem Da. Rießcr und sagt, daß sich ferne Ausführungen t!t den Absichten der Reichs sinanzverwaltimg ecken.

! Abg. Molkenbuhr (Soz.) verspricht sich ob dem Gescch Vorteile für das Wirtschaftsleben, tcnängilt aber Teile der Begründung.

9te ichsfinanzmin ist er Er» berget: Von einer Serschäriung der Schutzzölle durch die SSabrta kann -lau wohl nicht spreck-en.

Abg. Wurm (U.S.P.) lehrst das Gesetz ab, eine dreifache Erhöhung der Zölle bedeute. Die Valuta werde sich infolge dieses Gesetzes nicht yjfern, sondern verstechtem.

Abg. Raschig fTem.): Das Gesetz bringt fine dreifache ZollerhöHsing. Durch den Stand nferer Valuta hat vielmelw eine Ermäßigung der xtle auf den dritten Teil stattgefunden. Tas 1'kfeb stelle nur den früheren Zustand wieder her.

Reiäjsfinanrminister Erzberger: Tie Vor­tage will nickZts anderes, als die durch die Valuta .-^getretenen sinanztellen Nachteile für das Reich teheben. Tadurch wird sich die Nack^age nach unseren rm Auslände herumsck)wirrenden Geld- irotcn steigern ultb vermutlich die Valuta etwas bessern. Eine Folge der Vorlage wird vermullich aud) die Abwendung der Gefahr, die unserem Nittschaftsteben durch die Uebersch-vemmung mit 7<rligfabritzaten droht.

Abg. M v lkenbuhr (So-.): Tas Gold ist nickt im Preise gestiegen, die Papiere dagegen im Preise aesunten. Tas Gesetz aleickst den Unter- schbd wieder aus. Wer die Vorlage abletznt, leistet ber Arbeiterschaft einen schachten Dienst.

Abg. Wurm (U. S. P.) hält seinen Wider- juruch unter lebhaftem Wider sprach der Mehr- teitswzialisten auftccht.

Tanach wird das Gesetz ohne wertere Ans- kmache hi allen drei Lesungen gegen die Unab- yngtgen angcnommc'n.

Beratung des Gesetzentwurfes über den Absatz von Kalisalten vom 25. Mai 1910 unb seiner Ab- Lllderuug->gesetze sowie Abänderung des Gesetzes über die Regelung der Kaliwirtsck>ast vom 24. April 1919. Ter Gesetzentwurf wird in allen drei Le­sungen mst einem jtzompromiß-Anträge der Sozial- teniofratvn, und des Zentrums ohne wesenttiche Äenderimgcn angenommen.

Erste Beratung des Gesetzentwurfts, betreffend Irtöbung Der Pensionen der Reichs beamten, die das 65. Lebxnsjahr vollendet l)aben, in Verbin- \ bung mit der ersten Beratung eines Gesetzent­wurfs, betreffend die Pensionicrung von Rcichs- teaarten infolge der Umgestaltung des Staats- ntfenS.

Abg. Heinze (D. B.<^P.) bittet zur Gesck)ästs- ocbmntg den Präsidenten um rechtzeitige Zustel-

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ct, gearbeitet iverben mußte.

(J Rrickssinanzminister Erzberger bittet, die

c La« Rudolf ffi lättaürfe so rasch wie möglich ni verabschieden. JiUOOl| w- l l ?i sich smn Ausgaben, dte lachliüll begründet dass kalkest. eien unb die vom Reich unter allen Umständen

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»Ragna Svendburg.

Roman von Anny Wothe.

lNackchruck verboten.) Fortsetzung 16.

..Fürchten Sie nicht, mein Fräulein, daß | ih Ihnen lästig fallen will, ich möchte nur ein- nal einem Menschen sagen, wie ich empsinde, nur I tinmal im Leben berftanben werden, nur einmal | lern Glücke nahe sein, das mir ewig fern I: üeiben wird und muß."

S< driftet werden mußten. Ter zweite Gesetzentwur ieyiefoe sich natürlich nur auf politische Beamte, ür sei gt-tragen vom Geiste politischer FreHett und sozialer Gereckstigkrit. Bride Gesetzeirtwürw gehen rach kurzer Debatte an ben Haushaltausschuß.

Erste Beratung ber Gesetzentwürfe über die U Entschädigungen der infolge der Ermäßigung der | SSehrmacht aus dem Heer, der Marine und den Mt-chutztruvpen ausschcidendLN Offiziere und Teck- Mofftzterc sowie über die Entschädigung der infolge «ter Ermäßigung der Wehrmacht ausscheidenden $ Uritutanten. t

Preuß. Kriegsnnnister Reinhard: Mit bem k-feft übt die Regierung eine dreifache Pflicht. $3ir müssen in Erfüllung des Friedensvertrages ßbrüften. Sie müssen die von der Abrüstung am W Hirte sten betroffenen Berufs so da .en für den Vcr- M tust ilires Lcbensl>erufcs eistsck>ädigen. Sie müssen K teu ins büigertidye Leben Uebertretenden helfen, Ä riebet in den Sattel zu kommen. Das Gesetz toll W ikr keineswegs eine Abschlagszahlung für die 1 Leistungen im Kriege fein. Eine Geldentschädigung t |itr diesen Dienst ist undenkbar. Tausertoe von

NoSke-Truplpen unbl ein gezogen wären, bann wäre Lripyig die einzige Swdt. wo nicht gestohlen, würde. (MinrttÖttang andauerndes Gelächter^ Wenn Noske ben Mut hat, den Erpresserprozes'. heranzuziehen, so betodlt er, daß er entweder nicht untemebtet ist, ober aber, mas mir richtiger erscheint, er weiß es, und jedes Mittel zur Ver­leumdung ber unabhängigen Sozialdemokratie ist ihm recht. (Präsident Feyrenbach rügt den Aus­druck.) .

ftriegäminifter Reinharde Dann sind wohl alle Teutschen mit nrit einig, baß ber gelben3 tob auf bem Schlachtfeld von Vtassenmord sowett erttfemt ist. rote ber Terror von der Freiheit. _

Der Gesetzentwurf geht an ben Ausichuv. Es folgt die Dritte Beratung des Reichs siedel ungs- gcsetzes, das nach kurzer toebattc nach den Be­schlüssen ber Kommission angenommen wird.

Angenommen wird auch eine Resolution, welche Maßnahmen zum. Schutze der Kleinpächter gegenüber den Grunbbcsitzeni verlangt, die, .o?> sie Land bergeben müssen, die Pachtverträge am heben könnten. Darauf wird ber Gefetzent.vuri einer Kleingärtner- und KteinpüchtLr-Landordnung in der Ausschußfassung in zweiter und drttttr Lesung angenommen. Tie noch "ul der Tages­ordnung stehenden Jnterpellatwnen oer Teutsch- Nationalen und ber Deutschen Volksparter über Veamtensragen werden nach kurzer Geschastsoro- nungsdebatte abgesetzt.

Schluß V?2 Uhr. Nächste Sitzung Montag. 21. Juli, nachmittags 3 Uhr: Verfassung.

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Weimar, 19. Juli. (WTB.) In der.heute unter bem Vorsitz des Nrichsfinanzmimfters Erz- (ictgcr obgebattenen Vollsitzung des Staatenrus- schüsses wuroe ben ©ntroürfen eines Gesetzes iiber eine ergänzende Maßnahme gegen bie Kapttal- abtoanberung in das Ausland, etned Gesetze^ bc^ treffend die Abänderung des Gesetzes über bie Regelung ber Kohlenwirischaft, einer Verordnung über bie Vertragsablösung und dann den Vor­schlägen über bte Besetzung von drei Reichsgerichts- ratsstellen unb ber Aenderung ber Satzung ber Hannoverschen Kreditbank in Hildesheim zu­gestimmt. ________

fährtin, bie ganz mein Geschöpf fein sollte. Jung, ohne Welt- unb Menschenkmntnis und vor allem arm, ganz auf mich, auf meine Hilfe angewiesen. Ob ich recht daran getan? Ich glaube es, denn meine Braut in einigen Wochen soll unsere Hochzett fein ist ein süßes, an schmiegendes Ge­schöpf, ost war es mir auch, als flöge zuweilen ein Schimmer über ihre Züge, ber sie meinem Ideal, Ihnen näher brachte. Aber heute, wo ich Sie sah, da siel es mir wie eine Binde von den Augen, berat Sie, Sie waren es allein, bie ich gesucht, Jahr um Jahr, nach beten Antlitz ich lechzte lange Jahre hindurch, ohne Sie je gesehen zu haben. So, jefcr haben Sie meine Beichte unb nun entscheiden Sie über mich."

Ragna saß da wie ein Steinbild. Jhve Hände ruhten lässig ineinander Jein Blick traf das herrliche Lauterbrunnental zu ihren Füßen, Lnn Blick die schimmernde Bergwclt in ihrer gleißenden Pracht, die sich so gigantisch vor ihnen auftürmte, ihre Blicke hingen mit fast angstvollem Entsetzen an dem Manne, der alle diese Worte zu ihr sprach.

Wte ein Blitz war ihr plötzlich bte Erkenntnis gekommen, daß dieser Fremde Sven Svendburg war, der Verlobte ihrer eigenen Schwester. Tos waren Svendburgfche Augen, denselben Blick hatte bie Großmama, und so bte seinen schlanken Hände geballt, wie dreier Fremde, hcttte ihr Vater oft, wenn er in höchster Verzweiflung war. Soen Svendburg! Wie eine Feuergarbe durchlohte es sie! Der Mann, ber ste so tief verletzt, dessen hilfreiche Hand sie verschmäht, ber tntxreft bte Ursache war, daß ste sich einem ungenauen Schick­sal und tausend Demütigungen ausgesetzt hatte, bet saß jetzt an ihrer Seite und sprach ihr., die er kaum kannte, von Liebe, und chve eigene Schwester sollte das Opfer sein?

Stolz dl in Bogna auf. Fast wie in