-nur
sonenverke telm ächte.
da geht nichts drüberi
Darmstadt, 20. Juni. (WTB.) Der hessische Richter verein hat den Mainzer Amtsgerichts rat Dr. L i e b i n g wegen seiner Tätigkeit für die rheinische Republik ausgeschlossen.
** Gemüsekonserven. Nachdem zmerte eaibimg eingetrvffen ist, gelangen die f nmsekonserven in den Kleinhandel sgeschaften ms Z zur Ausgabe. Leider sind die Srimfai weder in der vorgesehenen Menge geliefert tooti. noch entsprechen Güte und Sorten der ersten gäbe. Bei Eingang einer weiteren Sendung tu den ine Kleinhandelsgeschäfte entsprechend nyti liefert.
Att- Sta>t «nd Land.
Gießen, den 21. Juni 1919.
Bcwirtschastung der Frühkartoffeln.
Tie LandeskartoffelsteLe bestimmt durch Bekanntmachung vom 15. Jmri, daß Frühkartv-ffeln, die bis zum 30. Juni 1919 geerntet und geliefert sind, von öffentlicher Bewirtschaftung freigelassen und keinem Höchstpreise unterworfen werden. Frühkartoffeln aus feldmäftigem Anbau fallen nicht hierunter. Diese dürfen vor dem 1. Juli 1919
** In 'den Schwarz-W ei ß-Lii-t' Vielen, Seltcrsweg 81, kommt ab heute d- Mvntag den i23. Juni der gro^ Kriminal- #•’ Abenteurerroman „Marionetten des 5)asses" r« der Bühnenkünstlerin Ressel Orla in der HM-' rolle, außerdem noch das 3aktige Lustspiel der Erste" Sur AuffWrnng.
Landkreis Gießen.
*♦ Leihgestern, 121. Sunt. Tienstag dck 24. Juni feiern die Eheleute Heinrich L a u x Marie Laux geb. Tamasky das Fest der fflbw neu Hochzeit.
** Lollar, 21. Juni. Die Sienvgro phen-Bereinigung Lollar beginnt.«» 26. Juni einen neuen Anfängerkurftis für SyM Gabelsberger. Näheres siehe Anzeigenteil.
Kreis Schotttn.
. . Jie das „Hamburger Fremd» Watt" vom 1. Juni nach einer Mitteilung Berliner Bureaus des Kgl. Holländischen Llr berichtet, soll die Blockade für überseeiD Personenverkehr von der englischen Regierung ri» eben worden ,sein. Tie deutsche Wassens! rstommission erfahrt hierzu vom Amski mer Bureau des Kgl. Holländischen Lloyd, sich diese Aufhebung der früheren Beschränkm im überseeischen ^Personenverkehr für Angehtci der Mittelmächte nur auf Passagiere bezieht, mrj neutralen Dampfern nach neutralen Ländra reisen.
I X 8KD,tK!t
MM
Vit*Ä
M/S WL? M f* Er«*««
i iirfi toM 4 IRr Üctncb u MP&r auigcm M^Adberg.
» 2ar mitib liAeiiteretöt lljrä imrb >mS LkSä1 I Sm m verschiede IrtWW wr hjU^bcr Äunei lün’jWt usw. ber« E rn liki'Ä c’11 v
?chÄükelt < . dmte. AM I tiM Otmt, ab MMHcrs ve deumact I* «üitföma an d M Eß M jetzt A |l MÄs Personal,
Mei I vt Kehlar, l |fc hiesigen sttüg to^lugieu« tici Üi wer und ei K18 5ah« alt vn M imb hatte sich < Ire nicht Wen, J Mi I "Aernsbur ■ hübere Gastwirt iRa Marie geb. Wc L -Zranksurl Mkrbslose, d MiAose, setzten Irömn beim ss llmausbejahl) LRbM Ihre I v dm Beamtm d l i frans bezahle, f I ftjeiche Zeit die W iür alle gelte, pn. Auch die Em pxbtüihtai ' »■t MmvKich, % Tranen zu erhaüv = Franksi Mrncme Shldeilte Bp erhebt daga Wlttttag abend zn !Llnruhen am fon. Müde des« Mwröfidlum in ei Wi unb teilte . -7^1 es bad E-eneZman 'lhnereier im Wiesbaden "slllfti Behoft lieber cing »untml ’• Mainz, ' ?ie -mitget« ??gunsii 'kriegsgxf von der
' Sühn Vcnnann ।
maren
Ans dem Reiche.
Der Streik im Eisenbahndirektionsvezirk Erfurt.
Erfurt, 20. Juni. (WTB.) Die Lage imEisenbahndirektionsbezirkEr- furt hat sich heute noch verschärft. Der Zugverkehr nach Gocha, Meiningen, Jena und Gera ist nicht mehr möglich. Dort streiken die Eisenbahnbeamten und Arbeiter. Der Verkehr in Richtung nach Berlin über Weimar ist vorläufig nicht gehemmt. Seit vormittags 10 Uhr streiken auch die Arbeiter der Erfiirter Eisenbahnhauptwerkstatt. Die Arbeiter verlangen u. a.,i daß der Präsidentenposten im Sinne 'Her bekannten Gewerkschaftsforderungen besetzt werde. Die Hauptforderung der Regierungsvertreter bei der für nachmittags geplanten Verhandlung wird sein, daß der Verkehr sofort wieder ausgenommen wird.
des für den Erzeuger zu- Ten Kvmmunalverbandes abgeerntet werden. L Juki 1919 ab tritt die öffentliche Bewirtschaftung der Frühkartoffeln ein. Ter Höchstpreis für Kartoffeln aus» der Ernte 1919 beträgt im Monat Juli 1919 12 Mk. für den Zentner. Der Höchstpreis gilt für den .Berkaus durch den Kartoffelerzeuger. Er gilt für die Lieferung ohne Sack, sowie bei Barzahlung beim Empfang; er schließt die Kosten der Beförderung bis zur Verladestelle des Ortes, von dem die Ware versandt wird, sowie dies ftoftat des Einladens ein. Für Lieferung gesackter Kartoffeln, aussckstießlich Sack, frei Keller des, Bestellers, kann höchstens ein Zuschlag von 80 Ps. für den Zentner gefordert iverben. Bei Lieferung der Kartoffeln vmu Lager eines Kommunalverbandes, einer Gemeinde oder eines Händlers erhöht sich der Zuschlag von 80 Pf. auf höchstens 1,50 Mkl für den Zentner. Bei Lieferung durch den Erzeuger innerhalb seines Wohnortes frei Keller oder an einen Ort im Umkreis von nicht mehr als drei Kilometer frei Keller, darf der Aufschlag höchstens die Hälfte ber im vorhergehenden genannten Sätze betragen.
Die Ruhegehalkverhältniffe der Minister in Hessen.
Man schreibt uns:
Wie ein Satyrspiel tagtet es ton, daß die Volkskammer sich in der jetzigen Zeit mit der Frage der .Pension und Hmterbliebenenversorgung der jetzigen Mitglieder des Gesamtmrnisteriums beschäftigen soll. Während das deutsche Volk in Hangen und Bangen um fernen Bestand und seine Zukunft lebt, hält es unser Gesamtministerium für angebracht und zeitgemäß, die Pensionsverhältnisse seiner Mftglieder zu regeln!
Nach den Vorschlägen der Regierung soll den jetzigen Mitgliedern.des Gesamtministeriums ein Anrecht auf Pension und Hinterbliebenenversorgung wie ben Staatsbeamten zugestanden werden. Ter Ruhegehalt firft mindestens 5 0 ®/o des Gehaltes betragen. Anspruch auf Ruhegehalt sei jnit dem Aussck-eiden aus dem Amt gegeben. Ter Ruhegehalt soll ruhen so länge und so weft der Berechtigte infolge anderweiter .Anstellung ober Verwendung im Staatsdienst ober sonstiger Tätigkeit ein ständiges Einkommen beziehe, das einschließlich des Ruhegehaltes das seither bezogene Tiensteinkommen des Mitglieds des Gesamtmmi- steriums übersteige.
Zu dem Gesamtministerium gehören nicht allein die Minister, sondern auch die Präsidenten der Landesämter für Bildungswesen, Ernährungs- Wesen und des Landesarbeitsamtes, sonne der Direktor der Schuldenverwaltung. Jlinen wirc» Nach den Vorschlägen 'ber hessischen Regierung der Kanzleibirektor im Staatsministerrum < Abgeordneter Bornemann, angeschlossen.
Amsterdam, 20. Juni. (Wolff.) Dem „Hlgemeen Handelsblad" zufolge meldet der Parrser Korrespondent des „Manchester Guardia n", daß im Augenblick in P a r i s eine bedauerliche antibritische Stimmung herrsche. Dies sei zmn Teil auf das Hinauszieheit ber Friedenskonferenz zurück- zusühren. Auch by verhängnisvolle Geheimhaltung der Verhanblungen habe dazu beigetrogen, die MißverstLndnisse zu vergrößern und ^Unruhen zu verursacheir. Der Korrespondent des „Manchester Guardian" sprach
.___läßt sich eine solche For- Metzgergeschästen auf die Fleischkarte der 25
berung der Regierung absolut nicht vertreten. (16. bis 22. ds. Mts.) Säunalz zur Aus^,-
" f x r ‘ ^Kcn3fa^CTl cuf die versorgungsberechtigte .Pch
125 Gramm Speck zum Preise von 3,25 - Stehe Anzeigenteil.
** Ausgabe ber Bollmilchkan, erfolgt Dienstag den 24. d .Mts. (Näheres s.
Oberhessischer Kunstverein. neue Ausstellung, die nahem 90 Bild-r faßt uj ■Berte bekannter Künstler aufweist, ist von motiy Sonntag, an täglich mit Ausnahme Samstags J öffnet und zwar >SomUags vmi 11 bis 3 Uhr mj an Werktagen von fil—1 Uhr. Die Gieße ne, Kunstsammlung im Neuen Schloß ist ©oi» taflö öon 11—1 »Uhr unentgeltlich geöffnet.
* E i n Wohl t äti g ke i ts ko n z ert Besten unserer ftriegsgefangenen wurde geft» abend in der Aula der Universität von Frl. Ji, Stammler und ihren Schülerinnen beranftalttt ^er allgemeine Eindruck des Konzettes sprach jg eine lwch anzuerkenneyde Gescmgsku^tur, die ta ber Verschiedenheit von Begabung und Stin» material bei .den zahlreich mitwirkeuixn Sch» nnnen festzustellen war. Es war ebenfalls erkennen, daß weniger auf Bravourstücke geftfl wurde und den Schülerinnen Ausgaben geM waren, die sie mit ihren Mitteln lösen EoiutiS ew machte die Veranstaltung einen sehr gebiet Tau Eindruck, .was der starke Beifall des üb«! füllten Saales bestätigte. Auf die einzelnen $ )hingen näher tzinzugeheu, ist bei der Neichhalli» keit des.Gebotenen unmöglich. Einige Schülerin« zeigten eine anchr als durchschnittliche Begabu« und überraschten durch reiche wohl burrhgebilfo Stimmittel. Als größter Erfolg seien das Tnq aus dem Freischütz hervorgehoben und der Frau» chor mit Sopransolo aus einer unvollendeten Dm von Mendelssohn. Bei dem vielseitigen Program war Pimtist Julius Hahn in allen Fällen d semfühlender Begleiter, der allen Feinheiten j vecht wurde. Die Begleitung von 22 GesanI nummern, die sich fast pausenlos folgten, im keine geringe Leistung.
**Pferdeoiebftahr. Am 20. b. Mts.,ur V2II Uhr vorm., wurde einem hiesigen Gärlnech besitzer aus feinem in Klein-Linden gelegenen Stal russisches Pferd (Panje), Hengjtz —160 Meter groß, mit langem Schweif, ük> fahren er Mähne, Brandzeichen auf der Brust, tui Jahre alt, auf den Namen „Max" hörend, cnü hwnbet. Täter ist ein seit einigen Tagen bei ihi beschäftigter Arbeiter, der sich Theodor EmonS. igieb. 9. 6. 00, zu Bonn, nennt, ea. 1,75 Metz ^roß, von kräftiger v breitschultriger Figur ii zchwarzes, langes Haar, rundes, braunes GesiÄ Und große schwarze Augen (Zigeuner-Typ) hat Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hich- Kriminalpolizei entgegen.
** Orgelkonzert. Wir machen nochmag auf das morgen abend 8 Uhr in ber StadtkirÄ ftattfinbenbe Orgelkonzert aufmerksam.
, * Der Spiritismus — ist ergökl- l t ch? Hebet dieses Thema wird Prediger R. Roll am Sonntag, abends 8 Uhr, im Hotel Großherzu
Erhöhung der Z ü n dhol z preist» Die fortöauenibe Steigerung ber bZestehungskvE für Zündhölzer hat es notwendig gemacht, die je bem.März 1919 bestehenden Höchstpreise für w händische Zündhölzer heraufzusetzen. Im Khr» handel beträgt ber Preis für ein Paket von zeku Schachteln jetzt nicht mehr 55 Pf., sondert 65 Pf., der Jur zwei Schachteln 12 statt 11 Ä
** Zahlung von Milrtärvcrscw gungsgebührnissen. Tie am 28. Juni iil- : [isenfYPeträge an Militärversorgungsgebühniiito für Monat Juli werden bereits am Mviu 23. Juni,bon den Postanstalten ausgezahlt, liegt im .Interesse der Zahlungsempfänger, i> Beträge am 23. sämtlich abzüholen.
** Rückständi ge Quartiergeldi aus den Monaten Juni, Juli, August, Septci. Oktober und November 1918 können Dienstag 24. Juni, vormittags 8—12 Uhr, im Siadll Zimmer 7, erhoben werden. Spätere .Ans bleiben unberücksichtigt.
** Die fälligen Zinsscheine Kriegsanleihen lösen die Postanstalten bereite 21. des dem Fälligkeitstage vorhergehenden nats ab ein.
Richtungen, imb tonnte dabei die erstaunliche Uebereinfttmmung jn ihrer Haltuna gegenüber Großbritannien feststellen. Es wird Lloyd George vorgeworfen, daß er unter bem Einfluß der Arbeiterpartei und des äußersten Flügels der Liberalen stehe. Wenn Zugeftändniffe notwendig seien, würden sie niemals von Großbritannien gemacht. Man verlange für verschiedene Länder das Selbst- bestnmnungsrecht, aber nicht für Irland. Die Völker des mittleren Ostens würden durch genau festgestellte Mandate gegenüber den sie beherrschenden Mächten geschützt, die Aegypter aber bleiben unter britischem Protektorat. Ueber die Freiheit der Meere könne man zu keinen sachlichen Besprechungen kommen, denn die britische Flotte sei heilig. Das britische Kolonialreich müsse vergrößert werden, deshalb müssen die besten deutschen Kolonien daran angeschldssen werden. Franb- reich.habe in Kleinasien rechtmäßige Interessen und Aspirationen, aber die Briten intrigierten dagegen, anstatt sie zu unterstützen.
Tschecho-Slowaken und Ungarn.
Wien, 20. Juni. (Wolff.) Tschecho-slo- wakisches Presse-Bureau. Da die Magyaren der Anordnung der Friedenskonferenz, vor dem 18.6. 12 Uhr das nördlich von der neuen Grenze befindliche Gebiet des tschechoslowakischen Staates zu «räumen, nicht nach- termen, werden die Operationen fort» g e s etz t. Der Feind vermehrte seine Kräfte. Während des gestrigen Tages fanden an der ganzen Front heftige Kämpfe mit den Magyaren statt. — Heeresgruppe des Generals Mittelhauser: In der Schlacht bei Inga na kam, östlich Kvmorn, eroberte unseq Heer die gestern verlorenen Orte Marcelhaza und St. Peter zurück. Heftige feindliche An^ griffe in ber Richtung auf Neuhäusl und Neutra, westlich .Surany, scheiterten. Nördlich .Levize und in der Umgebung der Karpathen greifen unsere. Truppen die Magyaren, die tapferen Widerstand leisten, an. Die Schlacht geht weiter. Heeresgruppe des Generals Hannoque: Zwischen den Flüssen Saje und Bodva drangen wir südwärts vor. Die Stadt Plesivce befindet sich in unseren Händen. Zwischen den Flüssen Bodva und Hemad unternahm der Feind heftige Angriffe auf unsere Stellungen. Die Schlacht ist noch jm Gange. Oestlich <5a.binoto wiesen wir erbitterte Angriffe ab. Westlich B a r - oejow wurden starke bolschewistische Banden von unseren Sicherungstruppen zerstreut.
Budapest, 20. Juni. (Wolff.) Das Ungarische Korrespondenz-Bureau meldet vom 19. Juni: Die tschechische Heeresleitung zwingt trotz des entschiedenen Befehls der Entente, ihre Truppen noch fortgesetzt zum Angriff. Zur Paralisierung dieser Angriffe sind unsere eigenen Truppen gezwungen, mit Verteibigungskämpfen zu antworten. Diese sind von Erfolg begleitet. An den übrigen Fronten nichts Neues.
** I m Ve r ke h r m i t D e u t sch- O e st< reich sind jetzt gewöhnliche und eingeschrie Briefsendungen jeder Art sowie Wertbriefe z lassen.
** Kein «freier überseeischer Per rfürAngehörigeberMi
cherkÄast,. die der Delegation durch die kurze Prü- ftmgjffrist auferlegt tooröm war, war es noch nicht möglich, das stets von vielen Seiten gebrauchte einzige Exemplar Wort für Wort mit dem Druck vom 7. Mai zu vergleichen. Ich muß daher ber Delegation wettere Mitteilung Vorbehalten. Vorläufig mache ich auf folgende Abweichungen <Dzfmcrffam: 1. Sette 103 des zuletzt übergebenen Exemplars hat in §2 einen britten Absatz, beginnen!) mit ben Worten: chacun bes gouverno- ments, ber in den früher übergebenen Exemplaren fehlt. ,.Seitc 1 weicht ber englische Text in § 12 in ben Exemplaren insofern von einander ab, als ber Paragraph ber früheren Exemplare nur einen Absatz hat, während er in dem zuletzt übergebenen Exemplar in zwei Absätze geteilt iwuüde, wovon die -zweite mit ben Worten „the eomnlission shall m general" beginnt. Selbstverständlich Tarnt die bättsche Delegation Text- änberungen, die nicht hanbschriftlich ein» getragen sind ober anderweitig als Zilsätze er- tennbar finb, erst dann als maßgebend anerkennen, wenn die alliierten und assoziierten Regierungen ihr bestätigen, daß die Abänderungen nicht auf ber wesentlicher Verwendung falscher Druckexemplare, sondern auf nroblübcrlegter Ansicht beruhen. In diesem lAckle bittet aber fbte Delegation, daß ihr alle solchen Abweichungen nvckz vor Ablauf der für die .(Sntfdieiburtg erforbertidjien Frist mitgeteitt werden. Auf möglichst utugel-ende Llntwort muß die Delegation aus begreifüchen Gründen größten Wert legen.
Der rlablnettrwechsel in Italien.
Bern, 20. Juni. (WTB.) Ter „Karriere della Serra" erklärt: Wohl noch nie ist in Italien ein Kabinett in sv rühmloser Weise gestürzt 'worben als das Orlandos. Tie Verurteilung durch die Kammer bezieht sich ans den gmizen Komplex der Regierungstätigkeit, wenn nuch die auswärtige Polittk den Ausgangspunkt gebildet habe. Tie Niederlage und die Enttäusckmng der italienffchen Politik sei auch für den Leichtgläubigsten unerträglich geworden. Tie Enttäuschung ser um sv größer, da Orlando befähigt gewesen wäre, in Paris den Kampf für ben europäischeir Rechtsgedansten und einen Frieden der Gerechtigkeit aufzunehmen. Tie Nachfolge fei um so schwerer, als niemand eine solche Erbschaft antreten wolle.' Das Blatt sagt, daß bte nächsten Aufgaben der kommenden Regierung in der Regelung ber internationalen Interessen Italiens bestehen, bevor Italien auf. Gnade und Ungnade denjenigen ausgelicfert werde, denen es geholfen habe, die absoluten Herren der Welt zu wetten. <
Der „Secvlo" schreibt: Die Orlando-Komödie sei AU -Ende. Orlando habe nicht begriffen, daß, nachdem England imit ber Seeherrschaft fein Ziel erreicht habe, auf dem Festlandeein fran- zöfischer Frieden skonzern herrsche, der das lbesiegte Deutschland durch einen Rim; neuer dQttschfeinblicher Staaten einschnüren soll. Er hätte tnif ber Stelle sagen müssen, wie sehr die italienischen Interesse durch eine solche Neuordnung bedroht werden. Orlando habe aber nur verstanden, den gefpriamen Diener der Entente zu spielen.
Versailles, 20. Juni. (WTB.) Ueber» einstimmend heben die Pariser Blätter die ausschlaggebende Rolle hervor, welche Nitti.in ber gestrigen Kammersitzung in Rom spielte imb welche um so kennzeichnender sei, als Nitti der Vertraute und politische Freunb Giolit- tis sei. Mit großer Besorgnis blickt die Pariser Presse der Entwickelung ber italienischen Krise entgegen. Das „Echo de Paris" schreibt: Ntttt, ber Bunbesgenosse Giolittis, repräsentiert in ber italienischen Politik stark die deutschsreunb- lich gefärbte Strömung. Jene Elemente, welche für ein Zusammenarbeiten mit Deutschland sind, nutzten bas vorsichtige Mamfest Wilsons in ber Fiume-Frage bestens aus. Die ungarische Regierung wurde zweifellos ohne Wissen Orlandos und Sonninos von ben Italienern unterstützt. Die ungarischen Erfolge gegen bie Tschecho-Slowakei sind größtenteils diesen Machenschaften zuzuschreiben. Gewisse Italiener scheinen immer mehr darauf hinzuwirken, die aus der Auflösung Oesterreich-Ungarns entstandenen Staaten zu schwächen und' Dättsch-Oesterreich in bie Arme Deutschlands zu treiben. Daß sie ben Donaubund oder besser gesagt, bie Elemente eines eventuellen Tonaubnndes mehr fürchten als ein vergrößertes Deutschlanb, laßt sich nur so erklären, baß sie bie Unterstützung bieses vergrößerten Deutschlands zu erhalten hoffen. Sie wollen eine deutsch-italienische Entente gegen bie Slawen. — Der „Matin" sagt: Die Politik Italiens ,welches wirtschaftlich von England und Amerika abhängig sei, Eönne doch wohl nicht darin bestehen, sich mit Deutschland zu verbünden.
Rom, 20. Juni. 1 (WTB.) Stefanr. Die Morgen blä tter heben mit besonderer Schärfe die Un ent schlo ssenheit der Kammer ünb des Senats hervor. Jm übrigen können fäe nur vage Vermutungen über bie Lösung ber Krise aufftellen. Der „Messagero" schreibt, daß diese rasch erfolge und schon am Freitag in ihre Endphase cintneten werde.
Wilson und Belgien.
Amsterdam, 19. Juni. (Wolff.) Ha- vas-Reuter melden aus Brüssel, daß Wilson in einer Rede in der Kammer erklärte, .um der Würdibung für das tapfere belgische Volk feierlich st Ausdruck zu geben, werde die Vertretung der Vereinigten Staaten in Belgien zur Botschaft erhoben werden. Amerika werde seine Pflicht bezüglich der Wünsche Belgiens erfüllen, welches bei der Versorgung mit Rohstoffen und Maschinen als Erstes Land berücksichtigt werden würde. Zum Völkerbund erklärte Wilson, er fei ein Bund des Rechts. Jm Rathause fand am Nachnnttag zu Ehren Wilsons ein feierlicher Empfang statt.
Antibriirsche Stimmung in Pari».
Ausgabe van Pöckelsteisch?
Die Landesfteischstelle schreibt laut „Darmst. Zettung" an bie hesisschen Kreisämter:
Die Reichssleischstelle hat uns 158 655 Kilo- gramm ausländisches Pökelfleisch überwiesen. Das Pökelfleisch soll auf Flcischkarten wie das frische Fleisch ausgegeben werden. Der Preis ist noch tridjt genau bestimmt, doch dürfte ber Gestehungs- preis etwa 10 Mk. für bas Kilo betragen. Bei gleichmäßiger Verteilung bes Pökelfleffches auf die Verbrmlchsberechfigten des ganten Laubes (Kinder die Hälfte) kommen etwa 200—240 Gramm auf bie erwachsene Person. Das Rinderpökelfleisch kamr nur in ganzen Fässern geliefert werden und befindet sich in einer starken Lake. Es ist daher notwendig, daß bie Bersorgungsberechtigten rechtzeitig daraus hin gewiesen werden, daß eine Vorbehandlung vor dem Genuß notwendig ist. Wir können nicht ermessen, ob) alle Kommunalverbande das Pökelfleisch unter den erwähnten Bedingungen abnehmen, und ersuchen daher um eine umgehende Mitteilung, ob sie die ihnen zustehende Menge übernehmen oder darauf verzichten wollen. Diejenigen Kreisämter, deren Antworten nicht bis zum 25. Juni in unserem Besitz sind, können nickst mehr berücksichttgt werden, da eine Verteilung ber Mengen, auf deren Bezug verzichtet wird, an genanntem Termin erfolgen muß. Bei derftSerwendung und küchenmäßigen Behänd^ tung dieses Rinderpökelflei sches, das bisher in Deutschland nur teilweise Eingang gefunden hat, ist folgendes zu beachten: Das Pökelfleisch muß vor dem Gebrauch 8—10 Stunden in kaltes Wasser gefegt werden, barmt es im Geschmacke nftlder wird. Nack dem Wässern wird das Fleisch vorgekocht, von den Knochen gelöst, in kleine Würfel aeschintten unb mit vorgelochtem Gemüse zu einem Gemüse-Fleischgericht (Gemüsegulasch) gargekocht. Auch als Beigabe xu Teigwaren '(Banbnudeln, Wassemubeln) ist es empfehlenswert. Ferner bildet das gut gewch- erte unb hernach gekochte Rinderpökel fleisch, in >ünne Scheiben geschnitten,. einen vorzüglichen Brotbelag.
Leben-mittel.
** S tädt ischer Eierverkauf. Bon Montag den 23. ds. Mts. bis T-onrrerstag den 26. ds. MtS. einschließlich erhalten die Bezirke 1—4 und die Bezirke 8 und 10 gegen Abgabe der Eiermarke 7 und Vorlage der Ausweiskärie ein Ei zum Preise von 33 Pf. Näheres siehe Bekannt- machimg.
' Wie kann auch irine verantwortliche Regierung tzn lHess-en, in einer Zeit, in der das Fortbestehen des Landes in 'fernem bisherigen Umfange gar nicht feststeht, in ber die Bestrebungen auf Abtrennung von Rheinhessen noch lange nicht end- yülbig befeitigt sind. Dem Lande eine solche Last ür 9 Staatsfunktionäre auflogen! Dabei bie ü b e r» , . . „ _ „„ . ... ans schwierige finanzielle Lage des
spondent Dey „Manchester Guardraw lprach > Staates, die jetzt eine zweite Erhöhung oer Wi F-ranzozett von vecjdjiebemm polttMen IStauer «ütts «emocht hat.
O Gedern, 20. Juni. Unter dem Vrrü von Forstmeister Klingelhöffer bildete fH eine Ortsgruppe des Hessischen Landesvereins M Krieger heim statten, die bis jetzt 38 M glieder zählt. Zum Schriftführer wurde Bahnhv^I 'Lchmalzausgabe. Am kommenden,Verwalter Dickel, zum Reck-ner Landwrrt h
SÜBtetag den 2^ Jmü sriaaet m ben hiestg«! Gcmevckeratsmitslied Karl L v
Haben wirrnchteine parlamentarische Verfassung, nach der die Minister von dem Vertrauen des iParlamerrres abhängig sind? Sie müssen dann twn b. Ministerstühlen auf stehen und sie verlassen, wenn das Parlament ihnen das Vertrauen entzieht und zwar ohne Entschä- digung für ihre Zukunft. Es farm ja einzelne Ausnahmen geben, in welchen befonbere Verein» Mnmgcn mit ben Ministern auch wegen ihrer Rlck-ogehalte nötig ,ftnb, allein bei uns sind ja allgemeine, also für alle Minister geltende Be- ftimmtrugen vorgesehen.
Haben denn wirklich die Mitglieder des Ge- samtminrsteriums Ulrich unb Tr. Fulda, Neu- mann und Raab, Uebel und Henrich, bei Anttitt ihrer Aemter geglaubt, Minisferpensionen vom Staat in .Anspruch nehmen zu können? Dann nm« der 'Kampf gegen einen solchen Minister-, Überfluß wie swir fim haben, noch schärfer ent- brarmt, als es bereite bei Bildung des Ministeriums geschchen -ist.
Nock nicht ein Jahr sind bie Minister und Präsidenten im Amt, entfernt die morgen ober übermorgen die Mißbilligung des Volkes, so sollen sie mindestens die Hülste ihres Gehalts als Ruhegehalt haben, also die vier Minister rnin- besfens 7500 Mk., jeder ber Präsidenten mindestens 6000 Mk. und der Direttor der Staatskanzlei indestens 3600 Mk.
Es ist begreiflich, daß eine solche Regierungsvorlage in dem Volke lebhaftesten Widerspruch hervorruft, auch in dem Ausschuß der Volkskammer hat sie selbst bei den Regierungsparteien eine, denkbar' kühle Ausnahme gefunden, wiewohl doch das Gesamtministerium von ihnen gebildet ist und ttotzdem sie von bem Herrn Finanz Minister horten vertreten werden.
(S# ift bezeichnend, daß das Gesamtministerium "Augenblick für den richtigen hält, eine solche Frage zu regeln Mio auch noch so zu regeln, wie es von ihm vorgeschlagen worden ist.
Wir glauben, daß dem Empfinden des Volkes der Vertreter der Deutschen Votkspartei Ausdruck verliehen Ijat, wenn er sich mit aller Schärfe gegen die Regierungsvorschläge erklärte.


