Zigaretten an. Tie Zigaretten sanden Labroeins Beifall.
„Ich hatte in Elberfeld eine Knopfsäbrik." erklärte Tvrival. „Sie kennen vielleicht die Firma Rotmüller u. StHjn ?"
„Oh io!" log Labrvcin.
„Nach dem Tode meines Vaters habe ich die Fabrik zwei Jahre allein geführt. Nun habe ich sie verkauft. Sehr günstig. Ich will mich irt Berlin niederlassen. Berlin bietet doch mehr wie Elberfeld."
„Ta haben Sie recht!" bestätigte Lab wein
^Jch besitze ein recht ansehnliches Vermögen." Lobroein horchte auf. _
„Ich kann Ihnen einige ausgezeichnete Sachen an die Hand geben," unterbrach er Dorioal, kniff dabei ein Auge zu, sah mit dem anderen seinen Besucher verschmitzt an und küßte sich die Fingerspitzen seiner rechten Hand. „Großartige Sachen! Zum Beispiel hier eine Hypothek auf ein prima Vorortgrundstück. An der Hypothek lassen sich tm 5xurdumdvehen 20 000 Mark verdienen. Es ist ein Geschäft, das man dem eignen Bruder nicht gönnt, so fein, so glatt. Doch davon später. Fahren Sie fort, Derr Rotmüller. S« haben mein Interesse." .
,Hch möchte nur hier kn Berlin rnrgtfo — so als gar nichts Herumlaufen!'' erz^hirc Tonoa» weiter. ,Lch nx’.l ganz offen zu Ihnen sevr Derr Direktor. Sic machen auf mutz euren lehr günstigen Eindruck."
,Zch danke, Derr Rotmüller," sagte Lakkvein mrd lächelte g-.schmcichelt. „Ich kmm Ihnen außerdem die Versicherung geben, daß s« aus muh dem allerbesten Eindruck machen, den allerbesten Derr Rotmüller, Es würde muh freuen, «an tch
Ihnen dienen kann. Sie gestatten." Er nahm sich aus der offenen Dose Torivals eine neue Zigarette. „Fahren Sie fort, Derr Rotmüller Sic haben mein Interesse."
,Lch will Oralen," sagte Toriruck und beugte sich zu Sabioctn vor. „Eine junge Tanre aus sehr guter, adliger Familie. Nun bin ich nuck bürgerlich, bin auch nicht Reserveoffizier. Daran stößt sich der Vater mri-rer Braut. Tumme Vorurteile. Aber was ist da zu machen? Solche Leute legen Wert auf Titel. Darum möchte ich Konsul werden!"
„Ta haben Sie recht!" erklärte Derr Labwern. „Sic sind bei mir gerade an dic richtig Ad reffe glommen. Sie haben G.ück gehabt. Sir werden viele Angebote erhalten haben. Alsos Schwindel, alles Schwindel. Hier in Berlin ist es überhaupt anders wie in Elberfeld. In Elberfeld ist alles reell, gedirgen. Dier ist viel Schmu- del. Sie haben Glück gehabt, das formt ich Ihnen gar nicht oft genug sagen. Sehen Sie sich mal das Bild an." Er reichte Tvrrval eine Phoeo- g-raphte, die ht schlichtem Rahmen auf dem Arbeitstisch des Direktors stand. Das Bild zeigte das Galgengesicht eines Mannes in reichgestickrer Generalsuniform.
„Sehen Sie sich einmal den Mann an. Derr Rotmüller. Was sagen Sie? Ein geistreicher, intereffanter Kops. Können Sie spanisch leien?' Er deutete aut eitrige Worte, die aus den unteren Teil der Photographie gekritzelt waren.
Tvrival verneinte. . .
„Tas heißt," erläuterte Derr LaAncin:.„Set' nem ausgezeichneten Freunde Erich Labwern b?r tapfere General Aloarez."
(Fortsetzung folgt)
Zweites Blatt
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er wie folgt: Schreiner 120, Weißbin-
t bis heute auf 292 gestiegen. Auf die ein- Verufsgruppen verteilten sich die Mib-
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** Amtliche Personalnachrichten, lrnannt wurde am 15 Mai der Lehrer Jakob jung in Darmstadt mit Wirkurrg vom 1 Avril m.9 ab zum ständigen DilsSarbeiter bei dem Ividesamt für daS Vildtmgswesen und bef m Heilung für Scknilangelegenluiten unter Ber- rhmo des Amt.titelS „Sckuckrat". — Ernannt bmbc am 14. Mai 1919 Willtelm Born aus sfer-Möilen giim Gehilfen für das Dcnkmal- irdnö und die Dcnkmalpsleac mit Wirkung vom | April ds. Is. an — Am 13. Mai ds. Js. hübe dcm Stcucrcmfseher Hemrick Dilh. Klenk u ©tmufen mit Wirkmrg vom 1. Oktober 1919 h eine SteuerMisfeherstelle bei dcm Salzpeu'-ramt pünpien endgültig übertragen. — In den Rulie- klmo versetzt wurde am 12. Mai der Lehrer an der kelksichnle zu Gciß-Nidda, Kreis Büdingen, Lud- >?Sei o aus fein Nachsnchen unter Anerkennung iner dcm Staate geleisteten Dienste vonr 1 Juli '.’19 ab. — Erledigt ist eine mit einem evange- stzcn Lehrer zu besetzende Lehrerstelle in Gadern- •im, st reis Bensheim.
** Dic Tätigkeit be5 Ortsgc- perbeve re i n s. Die RohstoisverteiluugS- :elle bat sich im abgelaufcnen Jahre außer- rdentlich günstig entwickelt. Während die L'tglicderzahl vor Jahresfrist 144 betrug, ist
Der Doppelgänger.
Roman von CarlSchüler.
Fortsetzung Nr. 27.
Aus dem Zimmer nebenan drangen Worte, ^nval hörte den Direktor seiner Besucherin bte Schwierigkeit schildern, die sich heute der Belei- einer Hypothek entgegenstellren, noch dazu sinrr zweiten Hypothek. Er selbst könne sich auf Geschäft nicht einlassen, er wolle aber sehen, er bie Dvvothek bei^ einem Gefchaftsfreunb s>trbrin^e. Er bedang sich eine Provision auS gbtrfudite die Frau, ihm die Hypothek zu „treuen Ruben" zu übergeben.
, Zöge nid ging die Frau auf den Vorschlag 4i. Sic erzählte, daß sie das Geld unbedingt 1 ^cn nächsten Tagen brauche, eine ihrer Töchter vll.e heiraten und der Schwiegersohn verlange Mitgift in barem Geld.
_ „Hat er recht," hörte Dorioal Derrn Lab- ."’tt bemeßen. Tann versicherte er seiner Be- •6crin, er würde tun, was in seinen Kräften Gleich darauf trat die Tame in daS Dor- pliinunet. Sie noar eine gutgekleidete Fünf- 'i)«rin.
L . „Wen darf ich melden?" piepste das ältliche gteulein jetzt Tvrival an. Er reiche ibr eine Mier für diesen Besuch angefertigten Karten.
I Tas Fräulein las.
, ,Jn welcher Angelegenheit wollen Sie den dam Tirektor -foredxn, Derr Rotmüller?"
I Dorioal gab ihr die Postkarte mit der Unter* krift des Derrn Labwcin. Tas Fräulein prägte die Chiffre ein, schlug in einem Buch nach, hatte bald gefunden, was sie suchte.
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Au» Stadt und Land.
Giehen, 21. Mai 1919.
Gietreuer Medizinerschast.
Im April dieses Jahves erfolgte der 3u- emwenschlnß der beiden Tcilveretnigungcn der Vedizmstuo^krenden der Landesunivcrsität zur f*vrnu*r Mcdizinersckaft" Diese zählt den wett- £7gröhten Teil der Medizinstudrerelchen zu ihren agaliedern In gemeinsamer Tätigkeit sollen An- ^fdrnbeiten allgemeinen Interesses und IPesicUc r, ^>ikvsragcn, bereit eine moste Zahl ourch btc jarnart der neuen Verhältnisse gegeben ist, bc*
*15T Mai ftmd int Saale des DotrlS Köhler - ftarf besuchte 2 ordentliche Versammlung statt Nach eingehender Besprechung über das Per •imü der Äiestener Medizinerschast ;um Alt- vndnen SmdcntenMisschust wurde einigen An- wign stattacgcbcn, die dic gegenfettigm Bert-' t—xn nach neuen Richtlinien gestalten sollen.
fui ifiecmct betonte die Notwendigkeit eines «MeanSschuises und forderte die sofortige Grün-
Der Antrag wurde angenommen und eine Mission von drei Mitgliedern mit des Aus- der Ausgabe beauftragt, zumal da die tgabc bei Tätigkeit der Giestener Mede ast für weite Kreise Interesse hat, und „jllärung über die Aussichten des Medizin- 'ibium .' von mabgebender Stelle dringende Not-
inrichttmg einer Büchervermittlung, die y Beschasfung der zum Studium erforderlichen Leratur vermittebi soll, würbe beschlossen.
Ein Redner nahm Stellung zur beabsichtigten Ulasfung von Ausländern zum Studium an der 'endc-'universität. In Anbetracht der schon für « dcutfchen Studenten durch den übermätzigen l'.drang geschossenen schwierigen Lage wurde cin- rimmig gefordert, beim Allgemeinen Studenten- sckust die Ausschliestung aller Studierenden .icher Staaten zu veranlassen.
Nach Erledigung mehrerer interner Fragen Dal>l eines Vertreters zur VerbandSsitzung r Klinikerschaften in Leipzig kam die Der- [unn gerne der Anregung der Deidelberger zinikerschaft nach, burai Beitritt zu gemein- 'ttzistni, ans wissenschaftlickter Basis arbeitenden htineit die Volksgesundheit zu fördern Äuerungsjulagc für Rentenempfänger.
vom 1 Juni 1919 ab ist den Empfängern von lr?..ir VersorguiigsgcbÜl)riiissen R und H bis auf hicreS eine monatlich zahlbare Teuerungszulage m40 v D. der ihnen zusteltenden lausenden Ver- orqungsMbührnifse zu zahlen, und zwar den R* h .'iinnern sämtlich, den II^nipfängern mir so- wit, als et sich um Dinterblicbene von Militär- trtonen der Unterklassen lnickt Offizieren und | tii’hiri'enmlcn'' handelt. Tie zu zahlenden Be- tc ic werden auf volle 5 Pfennig nach ob n ab- | tunbet. Tic Empfänger von Militärkersor- !inqSqcbührnissen R und diejenigen Empfänger -Ii iIiilitäroersorgungSgebühruissen H. die nicht unterbliebene von Milttärpersonen der llnter- Tcfini sind, erhalten diese Teuerungszulagen nicht, Iltber swelck«i Betrag die Quittungen über die ^^VLrversorgungsgebülwnisse ausgestellt werden Itfh, wird den Rentenempfängern von der zu- Rindigen ^l-ostanstalt sck>ristlich milgeteilt.
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Kiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffew
Mittwoch, 2(. Mai 19(9
der 74, Tapezierer 16, Buchbinder 15, Wagner 66, Spengler 1. An Materialien wurden im Jahre 1918 beschafft und zur Berteilung gebracht: Leim 28*22 Kilogramm, Schmierseife 1362 Kilogr., Leinöl 85 Kilogr., Lacke 98 Kilogr., Kreide 1224 Kilogr., Farben 181 Kilogr., Pappen 3580 Kilogr., Pinsel 530 Stück, Glaspapier 273 Bogen, außerdem Drahtstifte, Schrauben, Feilen usw., sowie Reifeisen für Schmiede. — Die Handwerker- Beratungsstelle wurde int Jahre 1918 von 137 Personen in 142 Fällen in Anspruch genommen. Bon den Ratsuchenden roartn 116 Gewerbetreibende (darunter 24 Handwerkerfrauen), 21 sonstige Personen. Bon den erteilten Auskünften betrafen 34 Steuerfragen, 11 Arbeiterversicherung, 32 Kriegsversorgung, sonstige militärische Angelegenheiten, 37 Handwcrkerfragen, 16 persönliche Ange- legenheiten, 12 Fragen verschiedener Art. Neben dec Erteilung von Rat und Auskunft wurden durck die Beratungsstelle im Berichtsjahre 114 Schriftstücke angefertigt. Diese betrafen Steucrfragen, Aibcilerversicherung, Kriegsversorgung (Rente, Beschaffung von Darlehen für kriegsbeschädigte Hatldwerker), sonstige militärische Angelegenheiten (Urlaubs-, Dersetzungsgesuche usw.> Eingaben an Behörden, KriegSgesellschasten usw. für Gewerbetreibende und berufliche Bereinigungen, Bekämpfung des Schwindelunwefens und Auftlärung über steuergesetzliche und soziale Fragen. — Die Lehrlingsvermittlungsstelle, die am 1. Januar L I eingerichtet wurde, hat bereits eine rege Inanspruchnahme der Gewerbetreibenden und der Lehrlinge zu verzeichnen. Bis jetzt wurden gemeldet: offene Lehrstellen 44, und zwar: Schreiner 7, Weißbinder 9, Schnhmack)er 3, Tapezierer 3, Schlosser 3, Glaser 1, Holzbildhauer 1 (mithin zusammen 24), Schriftsetzer 5, Buchdrucker 1, Buchbinder 2, Schuhmacher 3, Schmiede 4, Wagner 2, Bäcker 1, kaufm. Lehrling 1, Graveur 1; Lehrlinge 49, und zwar: Schreiner 2, Weißbinder 1, Maurer 2, Schlosser 12 (mithin Baugewerbe zusammen 17), Schuhmacher 8, Schriftsetzer 1, Buchbinder 1, Mechaniker 3, Elektrotechniker 1, Optiker 1, Uhrmacher 1, Sattler 1, Friseur 1, ohne Angabe des Berufes 14.
Landkreis Gießen.
-m. Dungcn, 20 .Mai. Tie hier einquar» fierten Tragoucr veranstalteten am Sonntag abend im „Tarmftäbtcr £>ü" zu Gunsten unserer Kriegs- gefangenen einen Untcrhaltungsabend, bem ein sehr reichhaltiges Programm zugrunde gelegt war. Mehrere Theaterstücke wurden unter Mitwirkung einiger Laubacher Tarnen zur Ausfüllung gebracht. Kauplets und Musikstücke der Tragoneilapelle wechselten sich ab. Ter Abeiid txrlicf in schönster Weise und bot den zahlreich Erschienenen genußreiche -Stunden. Mit Tanz- verc-nügen schliß die Veranstaltung.
** L a n g »G ö n s , 19. Mai. Das von dem Toppelauartctt Lang-Göns, unter Leitung des Derrn Wilhelm Müller von der Gießener Regi- mentSmusik, am Sonntag im Saale „Unter den Linden" veranstaltete Konzert crrcute sich eines außerordentlich starken Besuches. Sämtliche Darbietungen des Önartetts sowie des Tenors, DH. Stroh-Frankfurt a. M., und des Orchesters waren in jeder Beziehung hervorragend.
KrriS Vüdittgcn.
ba. Büdingen, 19. Mar. DaS durch den Tod des Schulrats Baldauf verwaiste Amt des Pvrsitzcnden der Hefigen Kreis- und Ortsgruppe deS Vo ksbundaS zum Schutze der d?utschen Kriegs- und Zivilgesangenen übernimmt vorläufig Prof. Tr. Muller in Büdingen.
y. Büdingen, 17. Mai. Ein großer Leichenzug gab gestern dem im Alter von fast 58 Jahren verschiedenen Schulrat Gg. B a l d a u daS Geleit zur letzten Ruhestätte. Außer dem größten Teil der Einwohner erwiesen ihm die gesamte Lehrerschaft und viele Geistliche und Bürgermeister deS Kreises die letzte Ehre. Pfarrer Göbel zeichnete in der Leichenrede den Ber- cmighm als treuen Christen und echten Vater- landssreund. Hierauf würdigte Geh. Regierungsrat Boeckmann im Namen der KreiSschulkommis- fion und im Auftrage des Ministeriums in herzlichen Worten den unermüblidjen Mitarbeiter und peinlichst gewissenhaften Beamten, der in feinem Hauptberuf stets vollauf seine Pflichten erfüllte und in der langen KriegSzeit sich hervorragend bei der Kriegshilfe des Äreites beteiligte. Als Vertteter
der Sebrerkfcaft des KreiseS rief Lehrer Hensel von Hirzenhain dem hochverehrten Vorgesetzten, der sich während siebenjähriger Wirksamkeit als KreÄsschulinspektor das volle Vertrauen aller Lehrer und Lehrerinnen des KreiseS erworben hatte, nannc Absckäedsworte nach. Pro'sssvr Müller von hier bant.e dcm Verewigen für seine eifrige Täti-keit als VorswndSmilglied des Roien Kreuzes und des Alice-Frauenvereins. Tcfan Schäfer O.-tolt-ie ferner Verdienste als Mi:glied deS Kirch<-n- vvrüttndeS. Haupllelner Mvckenbaupt »ib der Trauer über den Verlust ciicS ersahrmi^Sreichen Vorstandsmitgliedes der Gewerbcsckmle inrngeji Ausdruck. Im ?Iuftrage des Lehrerseminars Friri» verg, an dem edjailini Baldauf viele Jahre govirfi l«:te, leg e Seminarlehrer Thierolf einen Slraiy nicbetx Lehrer Pepple r von hier widmete im Namen des LehrerbeziriSoereinS Büdingen einen Krantt Der Trauer der Schulkinder des KreiseS g baarc Lehrer Fleischhauer von Haiuchen und kgrtt emen Kran- nieder, den seine Schüler selbst.g.wunden halten. Aufrichtiges Beileid wird namenilid; der Tochter des Entschlafenen entgegen- ybrodU. dic vor ll/i Jahren die Mutter verloren hat, und deren einziger Bruder schon über zwei Ialfve in fran-ösischer Gefangenschaft schmachtet. -Lchulrgt Daldcmf war aus dem Vocksschullehrer- tzande hervorgrgangen, ein vorzüglitler Schulmann, der lieben einem reidjeu Wissen viele Crsahrrun^n besaß, die er sich mit großem Weiß nühreizd seiner 2cbrcrroirt,'amTrit an den Realschulen tu Wimpfen und Gießen, dann als Dauptlvmer der Stadtschailc in Friedberg und als Scitninarlehrer dort erworben hatte.
Kreis Alsfeld.
oz. Homberg, 18. Mai. Tie Bürgermeister des Rinnctals hielten hier eine Versammlung ab, um über die Eisenbahnlinie Hersscld—Wabern zu beraten und ihre Führung statt durch daS Efzetal durck.s 9lftinetal zu verlangen, da die Linie durcl^s Rinnetal sürzer und schon deshalb weniger kostspielig ftri- Außerdem seien auch mehrere Kunstbauten vermeidbar. Dem Gesuch sckiließen sich auch die anwishnenden Beamten der Kohlenzeche Frielendorf an, die im Tal Mutungen auf Braunkohlen erworben hat.
Hessen-Nassau.
ht. ^Ketzdors .19. Mai. Die Gemeindever- tretuna beschloß, um der Wohnungsnot zu steuern, ein Zuzugsverbot für Betzdorf, Brücke und Sckeuerfeld. Weiter soll die Zwangsvermietung und das Verbot der W-ohnmigÄnndigumt bzw. btc llngültjgtcitserttärung der Kündigung durchgefM)rt werden.
== Frankfurt a. M., 19. Mai. Trotz der schlechten Zeiten wagten doch am Sonntag hier nickst iocirigcr als 7 2 P aa re den Sprung in die Ehe.
Protcslversammluvgeu in Oberhessen.
M. Laubach, 21. Mai. Am 20. Mai sand hier eine von Laubach und umliegenden Orten zaistreich von Mitgliedern aller Parteien besuchte P-.otestve-.'-sammlung gegen den Gewalt frieden statt, die auf btm schönen Rammsberg abgehalten wurde. Bü'. germ, Ritter eröffnet die Versammlung, sodann hielt Pfarrer Fritsch-Ruvpertsburg einot Vortrag, in welchem er in fd>arfen Worten den schändlichen GewaltftiÜden schilderte und charatterisierte und bewies, daß unsere Antwort nur „unannehrn- b a r" l-eiHen könne. Ter dementsprvch.nden Ent- sckstießung, die er vorlegte, stimmten die Anwesenden zu. „Deutschland über alles" schloß dü se alle tiefbewegende Versammlmig. Tie Entsckstießung ward dcm NeichsUanzler telegraphisch mitgcteilt.
au. Nidda, 20. Mai. Für den vergangen.-n Sonntag drtte der VezirkSverband Nid- dertal o r Deutschen demokratischen Partei auf Finsthaus Finkenlock znnsck)en OrtenLtrg und Nidda zu einer grasten Protestversammlung gegen den Gewaltfrieden ringeladen. Als erster fRebncr sprach Rcchnungsrat .Haas-Ortenbera, indem er fcststelltc, daß angesichts der schreck.ichm Emsckri- dung alle Parteiuntcrschiede schocigen sollten. Mb- niftcrialbirdtjr Tr. S t recker Darmsiadt sprach dann in LV2stündiger R de von der Schmach, die uns angetan rocro.m soll. Nach ihm sprach Pfarrer Weidner-Oberlais, der sich ganz besonders an die anivesenden Bauern wandte. Mit d m Rüt i-Sch,vur schloß Pfarrer Weidner feine Ansprache, indem er der Zuversicht Ausdruck gab: „Gtott wird den Gri)beben richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht!" Zur Bekräftigung dieser Zuversicht sang die Versammlung stehend den ersten und dritten Vers des alten deutschen Trutzliedes: „Ein' feste Burg ist unser Gatt." 'Hieraus ergriff Pfarrer Herpel-Lißberg das Wort zu einer Schlußansprache. Die hierauf ein» gebrachte und einstimmig angenommene Entschließung lautet: „Tie heute auf ForsthauS
Fin-enlock versammelten Bürger und Bürgerinnen. Bauern und Arbeiter aus dem Niddertal und desien weiteren Umgebung pro testieren Xtien bert dem deutschen Volk lugemutctcn 0ieroallfti<-deii ber Entente-Imperialisten. Die Annahme desseiben bedeutet Vernichtung und Untergang für das gesamte deutsche Volt. Tie Regierung hat die Pflickst, ihn für unannehmbar zu erklären und solange an diesem UnairncbnUxir sestzuhalten, bis die feinb- lidien Regierungen einen Frieden abzuschließeil l«crcit sind, er auigcbaui ist auf den Grundsätzett des Reckus und der Gerachtiakrit." Mit dem nninberoj'lcn, auch wie für unsere Zeit geschasse- neu, Gkbctc des im 16. Jahrhundert lebenden IustuS IonaS „Wo Gott der Herr mit bei uns hält, wenn unsere Feirrdc tpben" wurde die Frier geschlossen. Sic ist hoffentlich für alle eine Aus- härung und zu einer Ermutigung geworden.
qu. Aus dem hohen Vogelsberg. 20. Mai. Aus Einladung der Teutschen demokratischen Partei sanden am vorigen Samstag in Herchenhain und am Sonntag in Crainfeld zwei große Protestversammlungen gegen, den Gewaltfrieden statt, öeibe Versammlungen, besonders die Versammlung in Crainfeld am Sonntag, waren auch auS den umlrgiitxn Orten außerordentlich stark besucht. Haittttredner war Ix-ibemal Ministerialdirektor Tr. Strecker autz Darmstadt. An Hand der 11 Punkte Wckson) wies er nach, daß bie uns zugedachten Fri^-densdedingunge« einen großen Vertrauenöbnich darstellten. Nur em Friede des NeckstS und der Gerechtigkeit dürfe unterzeickutet werden. In beiden Versammlungen sprach auch noch Pfarrer Weidner aus Ober LaiS. der sich besonders an die Bauern wandte und diesen darlegte, wie dieser Geivaltsriedc den Niedergang ber deutschen Landnnrtsck-aft bedeute In der Versammlung in Crainft l'-, die von Bürger- instr. Ganß geleitet wurde, sprach Herr Ministerialdirektor Tr. Strecker noch auSiühr.ich über <5d)ul* fragen. Ter Leiter der Türerschule in Hochwalh- Txsufen,, Neuendorff, wieS in Crainfeld in einem kurzen Schlußwort hin auf unser aller Pflicht, unsere heffifche Regierung tatkräftig zu unterstützen. In beiden Versammlungen wurde fol genbe En ts chl ießung einstimmig angenommen : „Tie im höchsten Vogelsberg aus Einladung der Deutschen demokratischen Paiiei versammelten Bauern und Bürger erheben nach eindrucksvoller Rede des Herrn Ministerialdirektors Tr. Strecker Darmstadt laut ihre Stimme gegen bei unS jugo backten Vernickstungsrreden der Feinde. Tic’rr Friede wurde den deutschen Bauer auf Jahr ehnt.: Irin au zum Knecht der Frinde machen: er bedeutet den Del igen RiidSseen deutsch n BauemtunS. .Tie deutsckien Bauern erwarten von der Rei >»s- regierung, daß sic unter feinen UniftänDcn d.e.em Naubsrieben iljrc Zustimmung erte.lt."
2Iu$ dcm 2ImtsDertünöigungsbIott.
TaS Amtsverründigungsblatt Nr. 32 vorn 20. Mai enthält: Schluß der DeVannri mackamg Nr. K 10 über Beschlag:rahme, BeslmrdÄ- erh.bmig und Höchstpreise von Lumpen und neuen Stossabfällen aller Art. Vom 1. März 191.9. — Bekanntmachung betreffend die Beamten-, Dedien- steten- und Lehrer vereine. — Anbau- und Ernte- slLchenerhebung vom 5.—81. Mai 1919. — Beitreibung dur Gernrindegesälle für 1918 Ri. —- Gesuch ves Vereins für chem Industrie zu Fried- richSlchtte um Erlaubnis zu Betriebsoerräiderimgen in seiner chem. Fabrik ^FriedrichsHütte und zur Einleitung der A^vässer m die Horloff. — Cckilie- ßnng der Oelmühle Wilhelm Will m Großen- Bnseck.
Vereine und Verbände hessischer Beamten, Lehrer, Lehrerümen und Stebicnfteten ircrtcu ersucht, ihre Organisationen bei dem Hessischen G.samt ministerium ft Lastens bis zum 25. Mai d. I. Mrzumcl'ben. Tic Airmeldung soll enthalten: 1. Name und Sitz des Vereins oder Verbands, 2. Zwrck deS Vereins ober Verbands, 3. Zalck der Mi glieder, 4. 9tame und Wohnuwz der DorstmrdSmi: gl jeder. 5. bei er rem Verband auch bi? Nam.u der ihm <arg sckLojft en Vereftr, 6. zwei Abdrücke der Vereins^ cHer Verba.ckx^satzung.
Anfterdem sftid diejenigen Vertreter tx*r Sier- eine und Verbände zu bezeichren, mit denen die Regierung bei Desprechmig von Fragen, die die Beamten, Lehrer, Lehrerinnen und Bediensteten berühren, in Verbindung treten tann.
Ta ferner daS ReickiS.ninisierium des Piment eine Uebersicht über alle im Lwrde bestehendes Beamten vereine und Verbände von uns ringe» förtert hat, ergcht auch an die Vvrsiftrde der Vereine und Verbände der Reichsbeamten die Aufforderung, obige Anmeldung über ihre Or- ganffation srä.e^Lns bis 25. Mai eiTrzureichTN.
Tie Oelmühle des SBilljdün Will in Gra- ßen-Duseck ist für die Zeit vom 10. Mai bis 15. August 1919 gffck^ssön worden.
„Betrifft Beichasfung er.res Konsulats?"
Als Torioal zustimmend nickte, verschwand sie in das Zimmer nebenan, um den Herrn Tr- rtftor auf den neuen Besucher oorjuberriten w kam bald wieder und öffnete eine in bat Zahl- tisch eingebaute Türe:
„Herr Direktor Labwern lassen Herrn 9bt» müller bitten."
Dorival trat in das Arbettszimmer des Derrn Direktors. Er sah sich einem kleinen Mann gegenüber, dessen gelbliches Gericht ein schwarzer Spitzbart umrahmte. Er haue ratgeränberte, entzündete Augen
Ein altmodisches Mahagonisofa mit grünem RiPSüberzug und zwei dazu passenden nesseln, zwischen denen eil ovaler Tisch stand, füllten den hinteren Teil des Zimmers aus. Born, am ernster stand der Schreibtisch Labweins, ein altes Möbel mit Rvlloerschluß, und rechts von dem Schreibtisch stand an der Wand ein kleiner, aber anscheinend sehr guter Geldschrank. Torioal streifte ihn mit einem sehnsüchtigen Blick. In ihm ruhte vermutlich der Brief . . .
„Es freut mich. Herr Rotmüller, daß Sie mich aufsuchen!" begrüßte Labwein seinen Besucher. Dann lud er Torioal ein. auf einen der Ripssessel Platz zu nehmen, holte eine Kiste Zigarren herbei, drückte die Tür nach dem Bor- derzimmer in die Klinke und fe>tc ftch in den anderen Sessel. _
„Wir wollen in aller Ruhe Ihre Angelegenheit besprechen," sagte er mit freundlichem Lächeln. „Rauchen Sie? Sie wollen also gern Konsul werden?"
Torival lehnte die Zigarre ab, da ihm Zigarren zu schoer seien, bot aber Labwern, feine


