Ausgabe 
21.2.1919
 
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meldet wir!

rinz Joachim von

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Die von

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Hof, 20. Febr. (WTB.) BeieiitrrKund­gebung wegen Nahrungsmittel- und Kohlcn- 7Vt Aogen gestern Soldaten und Arbeitslose zum Rathanse, holten den Oberbürgermeister Neupe rt heraus, der ge fesselt imZuge mit gebe ii mutzte, und schleppten beimHo- er Anzeiger" den Chefredakteur mit fort. Beim Oberbürgermeister hielt die Menge eine Haussuchung nach Nahrungsmitteln, allerdings vergeblich.

Prinz Joachim von Preußen.

München, 20. Febr. (WTB.) Wie ge-

Preußen, der mit Frau gestern festgenommcn wurde, an den gestrigen Vorgängen n ichtbe­te i l i g t. Er wird unter Bedeckung über dic Grenze nach Preußen abgeschoben.

Verordnung über die Pfälzer Weine.

Mannheim, 20. Febr. (WTB.) Dic pfälzische Regierung hat im Einver­nehmen mit den französischen Behörden Bc- stinimungen über Weinbeschlagnahme und Höch st Preisfestsetzung erlassen. Danach dürfen Weißweine 1918er nicht mehr aus der Pfalz ausgeführt werden. Alle 1918er Weißweine von Weinbauern und Grvßwin- zern (Winzervereinen und Winzergenossen- schaftcn), die am 7. Februar noch nicht ver­kauft waren, sind zugunsten der Konsumver­bände beschlagnahmt. Die von der Beschlag­nahme betroffenen Weine sind bis 1. März anzuzeigen. Bezüglich der bei den Weinhänd­lern lagernden Weine behält sich die Regie­rung die Beschlagnahme noch vor. Als Äus- schankpreis wurde festgesetzt für 1918er Weiß- lveine aus der Pfalz oder anderer Herkunft 1,20 M., 1,40 Mk. und 1,10 Mk. pro V. Li­ter. Vergehen gegen die Höchstpreise werden mit einem Jahr Gefängnis oder 10 000 ML Geldstrafe belegt.

.)er 13. Division eingeliefert wurden. Siä-erheitsim'hren sind noch nicht ganz den Unabhängigen gereinigt.

Eine wüste Aussthrritung in Hof.

tae Stertbmtngnt m bar Deek-orönnnge tr beschlossen Ukirten. Der Hmivtöchalt brr Ber^rd- nimg ist der Fortfall deS Wahlverbautes bet grö-

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Rtiit 11. und I

.>«>rigabe ! (JWcyiiMtW mndm Slarf hie BrrTukrtf iMrfcxtam ' ffeflr elllü Für ..ntttüs fcfltr

Iltis der hessischen Dollsfammer.

Da rmstadt, 20. Febr. (WTB.) In der heutigen Sitzung der hessischen Volks­kammer wurde der Entwurf einer Not­verfassung für Hessen mit dem Anträge der Deutschen Volkspartei auf Wieder­einfügung des Referendums mit allen gegen die Stimme des Unabhängigen Sozialdemokraten angenommen. Da nach die­ser Notverfassung der Ministerpräsident von der Volkskammer zu wählen ist, gab nach Annahme der ^Vorlage Ministerpräsident U l- r ich folgende Erklärung ab: Ich crHäre nun­mehr namens der Regierung, daß wir unsere Aemter in Ihre Hand zurüctlegen. Abgeord­neter Reh beantragte darauf, die Regierung zu erfud)it, die Geschäfte des Landes bis zur Nemoahl durchzuführcn. Das .Haus beschloß, ein derartiges Ersuchen an die Regierung zu richten.

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Krkgstrltbnifit »es Ref.=3nf.=Regts.22g.

3n dec vergangenen Woche würben in Reinheim und Bensheim das 1. und 3. Bataillon des Reserve- Infanterie-Regiments 224 nebst Regimentsstab und Musik demobilisiert. Die Truppen machten t-urcnwrg einen guten Eindruck und liehen eine tadellose Hab tung und ungclockerte Disziplin erkennen. Der größte Teil der Mannsckaften war in Hessen und Hessen- Rossau beheimatet, namentlich aus den Bezirken Frankfurt und Gießen.

2itis dem Kelche.

Die Serorbuun# über die Kreistage in Preußen

Berlin, 20. Febr. (WTB.) Amtlich. In der gesiria m Stpung des l5tflat5imniftrnum$ ist

svrgung Der Tsornyenoe ves .nrriaaznmnxne abgeorbnetcr Fenchel sowie Dr. Siegen berichteten hierüber und teilten der Versammlung mit, daß! noch ein- namhafte Menge Kartoffeln cn kreise ausgebracht roerten müsse. Nach eingehetcher tSro- hondlung erklärte sich dic Bersanunlmtg damit einverstanden, daß demnächst Ausnahme njur fr cirotlligen Abgabe von Kartoffeln vorgenomnum werden sollen, an denen Beauftragte des KonmnmiilverballdeS und Vertreter der Ort*-* bauern rate teünchmen.

Außerorderulich rege war die Aussprache ßba die Preise und Ablieferung deS Ge­treides. Folgende Entschließungen fan­den die cinftunmige Billigung bg Versammlung:

1. Ein großer Teil Der hessischen Landwirt- schast hat jetzt noch G.treidemen'zen liegen oder thron gesamten Ertrag erft nach dem 1. Oktober 1918 ohne ihr Verschulden abliefern können. Ta^ durch haben diese nad) den derzeitigen Bestim­mungen kein Aftrecht aus die Dr u s ckpr L m i e n. Tiefe sind nach Ansicht der weitaus größten Mehr­heit des gcsantten Volkes und idbft nach Aussage abnehmercher Behörden ein Unding. Sie stich bei einer Regierung mit dem Gcunteotz: Meillns Recht für alle" eine nicht zu verstehende finanziellv! Verkürzung einzelner Landwirte, gau- besonders des TI einen Bauernstandes, dem es trotz größter Anstrengung nicht immer möglich war, rechtzeittg die Dreschmaschine zu bekommen.

Wir stellen deshalb das dringende Ersuche» an die Regierung und haben das feste Vertrauen zu ihr, daß sie dir Preise für die Frucht, die nach dem 1. Oktober abgeliefert wurde, entsprechend erhöht, zumal das Getreide mit jedem Monat trockener und vollwertiger wird. Die Möglichkeit wird um so leichter sein, da Brot- und Oe treib* preise nicht im richtigen Verhältnis strhen.

2. Für die Ablieferungspflicht bett Laichwirte für Getreide sollen die beim Dorschen durch die vereidigten 2Bicgrmnftrr sestgestelltew Ernteergebnisse allein maßgebend fein. Die Ernt»- schätzungen auf dem Halm liefern keine eimvand- freie Grundlage für den Ausfall der kommender Ernte. Ist es doch bekannt, daß nicht rtnmnl der Landwirt den Ertrag seiner eigenen Felder genau enschätzen Fann, geschweige, daß dies einer orts­fremden Kommlsston, die nur oberflächlich arbeiten; kann, möglich ist."

Zum Schluß der Versammlung werden folgende Entschließungen unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden beschlossen und nach Weimar brzw. Darmstadt gedrahtet:

Ter Bauernrat des .lkreises Gießen stobt voll und ganz auf dem Standpunkt des ReiclSpräft- deuten:Lieber ärgste Entbehrung als Gmtcbrirng't und fordert die Regierung auf, rede Verschärfung! der Wafsem'tillstandsbedingungen mit einem glatten nein" zu beantworten."

Der Bauernrat des .lkreises Gießen fordert von der derzeitigen hessischen Regierung mit allen' Mitteln dalür cuijutreten, daß imfcrc gegen jrtwÄ Völker- u. Menschm reckt zurückgehal ei^en .kriegs­gefangenen unverzüglich- andgcltcfcrt rverven."

Jahre umtachsichllich Gebrauch gemacht werden.

Evangelischer «rbeiterverbanv.

- Die gemeinnützige Rechtsbera­tungsstelle deS Evang. Arbeiterver­eins die seit tlrrtr Errichtung Dom Berufsga- nossenfchaftssefretär Herrn, jkir ckner ehren am tlrck geleitet wird, blickt am 1. April l. Js auf eine tOifljrrigc Tätigkeit zurück. Obwohl sie anfänglick nur für die Mitglieder des Vereins intr dcreft Angebörigen bestimmt war, ergab 'ich nch sehr bald die Notwendigkeit, die Wohltaten dieser (Pin*

besonders soweit eS sich um soziale Angelegen- beiten bandelte, zutell werden zu lassen. Während die Beratmmsstelle in den ersten Jahren ihres Bestehens infolge völliger Verkennung ihrer ac- meinnützigen Tätigkeit mit manchen Sckwiertg- teilen zu kämpfen hatte, gtroaim sie allmählich, befonberS auch bei den Behördert, soviel Ber trauen, daß selbst diese teilweise der Beratungs­stelle Ratiuckeilte ursühren. Besonders in rtm sozialen Fragen bat die Beratungsstickke in den 10 Jahren ihres Beftedens segenSreich wirken können, wenn auch leider finanzielle oder räum- licke Gdnhcripfettcrt ihre Entwicklung we'cnlluh hinderten. Sie wurde seit Bestehen von 151« Personen in 1686 Fällen in Anspruch genommen,

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Aus Stadt und Land.

G i c tz e n, 21. Februar 1919.

Eieradlieftrrma im Jochre 1919.

Vott ber Landes-Eierftelle für Hessen fim* besetztes Gebiet), Offenbach, wird mitneteilt:

Durch die Bekanntmachung des Hessischen Landes-ErnährungSamts vom 25. Januar b. I. ist aud> für das Jahr 1919 wiederum, eine Pflichtablic'erung von Eiern vorgeselien. Die für das Hudn abzuliefernde Anzabl Eier ist entsprechrttd den besonderen Verhältnissen niedriger anaesetzt worden, als im vorigen Jahre; aiuf) werdest in diesem Jahre diejeni­gen Hühnerl>altungen, bei denen die Hühner unter erschwerten Auslaufs- und Fütterungs- Verhältnissen gehalten werden, zu niedrigerer Eierabgabe herangezogen und zwar dient als Maßstab hierfür die Größe des Ökunb* eigentums des betreffenden Hühnerhalters. Im einzelnen sind aüzttliefern von Hühnerhal­tungen mit einem Grundbesitz über 50 Ar (2 Morgen) 50 Eier für das Huhn einschließ­lich Hähne, von den übrigen Hühnerhaltungen indes nur 30 Gier. Für Hähne und schlecht- legende Hülmer kommen wiederum 20% in Abzug und für den Ävpf des Selbstversorgers und seine Familienmitglieder in engerem Sinne, zu denen in diesem Jahre and) die int Betrieb verköstigten, ständigen Arbeiter ge­hören, 30 Eier. Die abzuliefernden Eier sind in erster Linie für Kranke und Kinder bestimmt, deren ausreichende Ernährung heute kaum noch möglich ist, so daß die Sterb­lichkeit in diesen Kreisen geradezu erschreckend zugenommen hat. Außerdem soll der übrigen, nicht gef^ügelhaltenden Bevölkerung vwnatlich l'/r Ei zugeteilt werden. Es darf erwartet werden, daß alle Geflügelhalter bei dem ge­ringen Maß ber Ablieferungspflicht unb un­ter Berücksichtigung ber vorge ehenen 93er» wenbung ber Eier alles tun, um ihre Abliese-

Bauemrat für den Kreis Sieben.

Gieße«. 18. Febr. 1919.

?ht der Sitzung deS Shrci55aiiemtatS Gießen am lo. Februar nahmen 78 Mitalieder der Orts- bautrnr&te und vom Avntmrmalverband Gießen Dr. Siegen teil. Im Sotbcrgninb ber Brrhano- lungen stand Frage bet K^art )f felver^

Stimmen tm .^rn^tage. Die einzigen Wahlver» btiibe sind die ber StLne und Landgemeinden. Auf sie werden die Kreistagäabg cortxvim nach bem Verhältnis der städtischen zur ländlichen Be- oölöerung vorteilt. ,Jn den Städten werden btt KreiswgSabgeordireten durch die Stadtverordneten^ Dcriammlungen und in denjenigen Landgemeinden, auf die mindestens ein Kreistagsabgeordneter ent­fällt, durch die s^emeindevertretungen gewählt. Zn den CetTirren liantavmefnben und in den Guts' xiirfen werden die Steistagsabgeordneten direkt^ vurch die Ernwohnersä)aft nach Wahlbezirken ge­wählt. Sowohl bei der indirekten als auch bet der direkten Wahl findet sie nach dem. Verhält- itisWahlsystem statt. Tie Kreistage sind bis 3um 4. 5. d. Js. zu wählen. Tie neuge-vahLten Kreistage wählen ihrerseits die Kreisausschüsse und Kreiskontmissümen, glerchfallS nach dem Bcrhält- itisivahLsyslem. Die Veoordnung gilt hinsichtlich der KreistasLausschußwahlcu nicht in Westpreußen, l Zofen, Oberschlesien und Hohen Kollern. Für dic Ernennung ber Landräte verbleibt es zwar bei dem Vorschlagsrechte ber Kreistage, indessen fallen die besonderen OualifikationSvoraüssctzungen für das Amt des LandratrS fort.

Aus dem Ruhrgebiet.

Essen, 20. Febr. (WTB.) Es kann kei­nem Zweifel mehr unterliegen, daß der feit langem geplante, sorgsam vorbereiteteGene- r a l st r e i k gescheitert ist. Dic Höchstzzahl der 'Streikenden betrug etwa 25 Prozent der Gesamtbelegschaft. Dabei ist zu berücksichtigen, > der weitaus größte Teil der Feiernden du^haus arbeitswillig war, sich jedoch in Er­mangelung jeglichen Schutzes dem von lveni- gen, meist nicht zur Belegschaft gehörenden Spartakisten ausgeübten Zwang fügte. Auf vielen Zechen ergab die vorgenommcne gc- )eime Abstimmung, daß entweder niemand ür den Streik war, wie auf der Zeche Rol­and, ober nur einzelne Leute. Nach Mittei­lung der Arbeiterpresse ist wohl auf keiner Zeche die Mehrheit für den Streik.

M ünfter, 20. Febr. (WTB.) Das Ge­neralkommando teilt mit: Ter Bezirks-Sol- datenrat Gelsenkirchen verhaftete in der Nacht vonl 19. zum 20. Februar fünf der Hauptrüdelsführer der Spartakisten, die bei

2BeÜ über btt Scholl» ber Unabhängigen gesagt tmta ist, habe ich schon ausgeführt. Hinzufügei, könnte ich sehr viel. Ich will mich beichränkett. D« Soldatenräte werden allerdings in ihrer Zahl vermindert werten. Tie Truppen, die nad) Gocha ffdomm.n sind haben keinen Auftrag ge» bxbt, stch in die politischen Berhältnisie einzu- mischen ober gegen die Arbeiterschaft Stellung zu Nehmen. In Ototba hatte das dortige Bataillon arten Marsächesehl bekommen, sich aber diesem Marschbefehl nicht gefügt. Ick habe dafür gesorgt, daß dieser .Befehl befolgt wurde. (Lebhafte Zu­stimmung? Tie ,®otl)acr Arbeiterschaft, die mu Seiten der Unabhängigen steht, hat einen Streil proklamiert. Im Ruhrrevier herrscht ent schamloser Terror. Ter Streik ist imjttte fünun. Tie maßlosen Uebcrtreibimgcn her, Frau Zietz haben die am Samstag von mir scstgestellten Tatsaclnm in nicht einer einzigen Hinsicht zu er­schüttern veruwcht. (Lebhafter Beifall.)

la mit schloß die Debatte.

Tie 'on den Teutschnotionalen beantragte Zurückverweisung der Kreditoorlage an die Kom­mission wird abgelehnt.

In der 2. Lesung ber Kreditvorlage ergreift auch in Vertreter ter Zboburger Regierung, Dr. Löwen- Hardt, das Wort: Am Dienstag rückten drei tjicgtnienier Sieticferbt unb Merkdr in Gotha ein. Sie besetzten die äßa^v.rfabrif unb verletzten zwei Svltaten. Samt besetzten sie das Negierungs- ivbäiwe. Auf Protest gab General Merker das Gebauve wieder frei. Dte Arbeiter traten in den Gmeralstteik, als die Truppen die Waggonfabrik besetzten. Es ist niemals vorher in Gotha Blut gestossen, cs I)at niemals ein Streik stattgefunten; fcit gestern aber ftret Een in Gotha alle Beamten unb Arbeiter. iAbg. Cohn ruft: Noske Ijat ge- d>yu ; mu ist ber Lügiter NvsL?)

Reicksminisler Erzberger:Herr Präsitent! Ich gestatte mir die Anfrage, auf Grund widm Rechtes ber mir unMaitnte Herr aus Gotha soeben gesprochen hat.

Präsident Fehrenbach: Herr Tr. Löwen- hardt bat sich mir sogenüber als Vertreter her gotl-aii'chen Regierung durch einen Ausn^is ,jnü Phot^raphie legitimiert.

Reftlrsmmisber Erzberger: Die Roichsre- giermrg lxtt lxtschLosscn, einen Vertreter ber Repu­blik in Der Natiotuuversammlimg und im Staaten» hausausschuß nicht zuzulasfen, ivcil sich die gv- thaische Jicgiermtg nid>t erttipreckcnd den Destim- nmngyi der provisorischen Verfassung auf eine aus atlymfüKm Waljlcn hervorgegangene Volks­vertretung stützen kann.

Prä^rnt Fehrenbach: Der Htrr hallte sich mir {^iienüber durch seinen Paß legitimiert. Nach- temt sich herausgtstellt htt, daß er keinen Zutritt *u der Versamuckung Int, bitte ich beit Her^n, die Nationalversammlung zu verlassen.

Abg. Bock-Gotha sllnabh. Soz.): Herr Dr.- weuhardt ist durch die stoburgische Regierung bestellt.

Abg. Cohn-Nordhausrn (Unabh.): Ich muß fest- stellen, daß Herr Dr. LSwcnhardt ein vollgültiges Mandat seinerzeit von seiner Regierung behommen bat Cs ist ganz überraschend, wenn uns Herr Erz- berger jetzt mitteilt, daß vorgestern die Reichsregie- ntng beschlossen hat, keinen Dertreter von Gotha zu- zulasien. Die Reichsregierung hat dazu nicht das Recht, sondern nur der Staatenausschuh.

Reichminister Erzberger: Ich begreife nicht, wie ein Mitglied des Hauscs sprechen kann, ohne sich vorher die provisorische Dersassung durchzulesen. Es ist dort ausdrücklich festgesetzt, da nur solche Vertreter zugelassen werden dürfen, die von einer Regierung be­stätigt worden sind, die sich auf eine demokra- Uscher Grundlage gewählten Volksvertretung stützen

Damit ist die Debatte geschlossen. Die Kredit­vorlage wird in der zweiten üesung und in der dritten Lesung endgültig angenommen, nachdem ein deutsch-nationaler Antrag abgelehnt worden war, an Stelle von 25 Milliarden nur 18 Milliarden zu bewil­ligen. Abgelehnt wurde ebenfalls der unab­hängige Antrag, nur 300 Millionen für den Wohnungs- bau zu bewilligen.

Damit ist die Kreditvorlage erledigt und das Haus oertagt sich auf Freitag 2 Uhr

An erster Stelle steht die DiStenvorläge auf der Tagesordnung, dann wirb die allgemeine politische Aussprache fottgesetzt.

Eine deutsche Kundgebung in den Oftmarken.

Birnbaum, 20. Febr. (WTB.) Eine machtvolle Kundgebung des Deutschtums fand gestern nach­mittag in der deutschen Stadt Dirnbaum statt, die nach den neuen Fochscken Waffenstillstandsbedingun- gen östlich der Demarkationslinie fallen soll. Rach einem Paradezuge des Grenzschutzes durch die Stabt versammelten sich auf dem Marktplätze Tausende von Bürgern aus Stadt und Land, geschmückt mit Blumen unb schwarz-weiß-roten Bändern. Redner aus allen Äreifcn und Parte en ber Bevölkerung legten ihr Gelübde ab, deutsch bleiben zu wollen, und verlangten Sematz dem von Wilson proklamierten Selbst» estimmugsrecht der Völker, daß die Stadt, die eine fast reindeutsche Bevölkerung hat, weiterhin beim Deutschen Reiche verbleiben müsie. Es wurde beschlosien, an die Reichsregierung, da» auswärtige Amt, die Ratioualversamm» hing, die Waffenstillstandskommission, den Präsidenten Wilson und Rlarsckall Fach Telegramme abzusenden des Inhaltes, daß die Bevölkerung verlangt, daß die Stadt und der noch unbesetzte Teil des Kreises weiter­hin beim Deutschen Reiche verbleiben müssen, und daß die jetzige deutsche Linie, die östlich der Stabt liegt, vom Grenzschutz unbedingt weiter gehalten werden müsie, um mcht noch mehr deutsches Land der polni. scheu Willkür preiszugeben.

Eine ttuiibgebunfl der Stadt Wien.

Wien, 19. Febr. (WB.) Zu Beginn der heutigen Vemeindesitzung entbot Bürgermeister Weiskirchner ber Nationalversammlung in Weimar seine innigsten Grüße Er erklärte: Die herzlichen Worte, die uns Dentsch-Oesterreichern in der Rationalver- sammlung gewidmet wurden, fanden in ganz Wien den hellsten Widerhall. Wir freuen uns des Tages, der ein einiges Reich schafft, worin auch mir Deutsch- 0esterreicher unentwegt unb ungehindert zum Wohle unseres deutschen Volkes wirken können. Möge der jahrhundertelange Traum von der Vereinigung aller Deutschen bald in Erfüllung gehen. tLebhafter Bei­fall.) Der Bürgermeister wurde ermächtigt, diese Kund- gebung telegraphisch dem Reichspräsidenten zu über. Mitteln.

Zurücklegung von etwa 1000 Äthrm. infolge Drückeu- fprenaungen durch feindliche Kräfte abgebrängt und war gezwungen, sich in Odessa von den Engländern internieren zu lasien. Wie bestimmt verlautet, soll in Kürze mit dem Abtransport begonnen werben; auch . soll die Behandlung durch die Engländer gut fein.

Das Regiment hat eine ziemlich bunte Vergangen­heit hinter sich. Es focht mit großer Auszeichnung in Frankreich und Polen, in den Karpathen und in Galizien, später in Wolhynien, und trat von dort vor Zahresftist den Vormarsch in die Ukraine an. (Es bestand hier mit großer Tapferkeit mehrere zum TeU schwere Gefechte mit einem an Zahl zehnfach über­legenen Gegner unb drang am weitesten osnoärts bis ins Dongebiet vor. Das 1. Bataillon besetzte cm 7. Mai die Hafenstadt Taganrog am Asow'schen Meer unb befuhr dort mit der 1. Komp, zum ersten­mal unter deutscher Kriegsflagge das Asowfcke Meer und östlich das Schwarze Meer bis zur kaukasischen Küste, mit dem westwärts stationierten Panzerkreuzer Soeben die Verbindung herstellend. Der später von der Seeseite her geführte Großangriff der Dol- schewiki auf Taganrog unter Unterstützung durch ihre Kriegsschiffe wurde glänzend abgeschlagen und 10000 Fe nde hierbei vernichtet. Mehrere Kriegs­fahrzeuge wurden in Grund gebohrt.

Später wurde dem Regiment der Schutz des ausgedehnten Don . Kohlenreviers übertragen, wobei ständig kleinere und größere Kämpfe gegen Bolschetoikis und bewaffnete Banden an der Tages­ordnung waren.

Nachdem im Dezember v. F. die zum Abtransport der gesamten Ukrainertruppen benötigten Kohlen unter dem Schutz des Regiments beschafft worben waren, wurden die Bataillone am 11. unb 24. Dezember ver­laden unb traten die Rückreise in die Heimat an. Große Schwierigkeiten verursachte ber Mangel an brauchbaren Lokomotiven unb Waggons, wie öfteres Heißlaufen infolge Oelmangels sowie die schweren Schneewehen. Leider wurde sestgestellt, daß die ganze 2000 fiilom. lange Strecke bis zur ukrainisch-polnischen Grenze von der Etappe fast völlig verlassen war. Ein Teil der Strecken war gesprengt unb sehr oft von revolutionären und gegenrevolutionären ukrainischen Truppen, durch Bosichewiki-Banden ober Kosaken beseht, welche von den abgewogenen österreichi­schen Truppen reichlich mit Maschinengewehren und Geschützen versehen waren. Zumeist hatten sie es auf Waffen, dann auf Kleidungsstücke, Geld und Lebens­mittel abgesehen. Truppen, welche nicht energisch genug auftraten, waren entwaffnet worben unb warten heute noch, nur mit der nötigsten Unterwäsche bekleidet, auf Abtransport durch die Bolschewiki. Infolge wieder- Holter Ucberfälle, welche jedoch sämtlich für den Feind verlustreich abgeschlagen wurden, wurde zumeist nur bei Tage gefahren, während nachts auf freier Strecke Halt gemacht und der Zug durch Feldwachen unb Posten gesichert würbe.

Nachdem auf diese Weise Kiew, die Mitte vom Ausgangspunkt bis Brest-Litowsk, erreicht war, waren die Hauptschwierigkeiten überwunden und am 16. Fan. wurde die Festung Brest-Litowsk erreicht, welche sich noch fest in deutscher Hand befand. Dort übernahmen die Bataillone noch 14 Tage Bahnschutz gegen die polnische Front und wurden am 28. Januar erneut verladen. Don hier rollten die Truppen ohne weitere Störung über Bialystock durch Litauen und Ostpreußen übet AUenstein, Thom, Bromberg und Schneidemühl ihrem Bestimmungsort entgegen.

Srob-heffen.

Gießen, 20. Febr.

Ter Heffische Volksbund, Crtsgru^tx Ofteßen hielt Mittwoch abenb im Hrtel Schütz eine Milglictervcrsanrmlung ab. Gcinüß beit in ter letzten Versammlung genehmigten Satzungen wurde der Vorstand auf Kehn Versionen ergänzt. ES wurde bcfchrvsscn, tet der Hauptleitung in Marburg dic Einberufung eines Tclegiertenirges sämtlicher Ortsgruppen,füT Einfang März anzu- regm unb bis dahin durch den ersten Vorsitzetiten ter Ortsgruppe Meßen die Interessen des bis­herigen Grokcher»ogttims Hessen bei der Halcpt- leitung vertreten zn lassen.

Ter lressischc Bolrslmnd erftoebt, wie die ter Versammlung voraelegten Einzeichnnngs- listen der Sxuiptlcituriy bartun, dic Errichtung eines neuen groiint StaatesHessen im Rah­men eims starken Deutschen Reiches und wirbt in diesem Sinne für den freiwilligen Zu* sammenschkuß bci.vr Hessen Na saus, Waldeck-? unb Wetzlars. Tie Versammlung nahm Smnt1'-? von bt?fcn Listen und besckLoß btc weilest? Ber. ., :mg> dnrck persönliche Werbung aller Mitglieter. Tiefe Listen werten in den nächsten Togen schon ver­breitet werden. Tnrch Einzeicknnng wirb die un­eingeschränkte Mitgliedschaft des hessischen Volkä^ buntes unter Vortehalt aller religiösen, polittslten imb sozialen Ansck>anungcn erlangt. Beruflich tungen irgendwelcher finanzieller Art erwachsen für die Einzcickxner nicyt.

Ter setzte Punkt der Tayesordmmg betraf Stellungnahme zu den Besrrebmtgrn auf Trennung der drei Teile des bisherigen Gvoftterzagtum-^.

Veranlassung lfierzu gab ein Llunatz des Ober- bürgerunisters van Kassel, Herrn Dr. Koch, in terDeutschen Mlgemernen Zeitung". wonach tei ter Neucrnteiluitg des Tartfcfxm Reiches ter Z u - sammenschluß von Kur Hessen mit Oberbessen ohne die südlicheren Teile te* Grv Hiser zog ck, ms angeregt wird. Majüd'tend für diesen Vorschlag fdrittt die Absicht zu sein, bei Ausschaltung von Tarnrskadt und Frankfurt au> dem neuen Hessenstaat, Kassel die Stellrmg als grasch.fi isch' Land'SlLUwNäadt »u verschaffen. Um- g.'Mnt ituiVrl iid) in ter letzten Zeit eine äh-nlich« einseitig? ftirdnimntolüif in Tarmftnbt gegen den Zusaimnen'rteuß mit Kurhessen. Es wurde fol­gende Entfcl»ließung gefaßt:

Tie Orisgrupve (Vt.jxnt des hessischen Vr»kls- Hundes verwahrt sich entimechenb t>*n leiten- ten Gntrcksäst^n d?s Bmrtes einftimmigent» schieden dagegen, daß bei einer Neugliete- nmfl des Teutschen Reiches die trennende M ainlinie wieder he rge stell t wird

In ter anscktli chntden 53ürtcnte i ung wurde einstimmig Herr Prof Weber, Giestrr. Moltke^ sttaße 2, zum ersten Vvriitzenten der Ortsgruppe gewählt. Der die Mitglieder betreffende 2<fxrift- terfebr, Listenfüteungen und Kassenangelegen beiten mitten Herrn Tfrefior GrieS bauer, Gießen FvbMrneSslrcße, übertragen. Zur Entgegeirnawm' rr.-LV-rfiiyr Be.trrgv wurde tee Entrichtung eines BankVontos ter Ortsgruppe tei ter Milsttteittschen 1 dreintbanf in Gteßen beschlossen.

runaspflübt restlos »u erfüllen. Bei Wider- stano oder Weigerung ist mit erheblichen Stra­fen zu rechnen; von derartiger Bestrafung t V 41 9 A«- Vrt vXa w ( e \ » « S t rit n nv

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Mit Xufl dadurch ffrloi die alsetzlicha wnmrtt s-ud, mit der W

ter Erlaß der Verordnung über dte Zu s a m m e n- t' Leiber gelang es dem 2. Bataillon nickt mehr setzung der Kreistage und über einige wer--' die heimatliche Grenz« zu erreich«'». E» wurde nach