ben verschieden« Verhältnissen der errtymcn Industrien angepaßt werd« müssen, um die Produk- tion nicht zu beeinträchtigen. In erster Reihe wurde mit den Vertretern der Kriegsrohstoffabteilung und des Temobllmachungsamts die Frage besprochen, auf welche Weise sich der Staat in der Kriegswirtschaft bestimmenden Einfluß auf den Gang der Produktion und des Absatzes in den J«dustri-n verschafft habe, ferner die Frage nach dem Grade der Zusammen, und Stillegungen und nach den Ge- ftchtSpunkten, tue bu^r maßgebend gewesen seien. Insbesondere beschäftigt sich die Kommission mit solchen Industriezweigen, in welchen das Mißverhältnis zwischen den vorhandenen Anlagen und den Möglichkeiten einer Beschäftigung besonders groß geworden ist, so daß der Gedanke eines Eingriffs jum Zwecke der Nationalisierung nahcgelegt wird. Ta nun die Kommission bei Gelegenheit dieser Be
sprechungen erfuhr, daß in den Kreisen der Interessenten das Bestreben nach Aufhebung der Kriegs- zwangswictschaft und damit noch Wiederherstellung deS früheren unrationellen Zustand-'"- im Wachsen sei, so reichte sie bei dem Rat der Bvlksbeauftragten den ausführlich motivierten Arrrrag ein, die 'Zwangsorganisationen im einzelnen Falle nur üi Uebereinstimmung mit der Kommission abzuändern oder auszuheben. Wenn auch keineswegs verkannt werden darf, daß diese Organisationen nicht durchgängig fehlerfrei, d. h. nicht nur nach den Grundsätzen der Rationalisierung konstruiert sind, so bieten sie dennoch eine oeeignetc Handhabe zur Einwirkung auf die betreff entert Produktionszweige im Sinne einer rationelleren Organisation. Ta man sich im Reichsjck-atzamt mit dem Problem einer Verstaatlichung deS Bersichcruirgswescns befaßt, so wurde diese Materie zunächst mit dem Verrreter des Reick-sschatzamtes, spater auch mit einer Reihe namhafter Interessenten, sowie den Vertretene der Aufsichtsbehörden der Kvnsumenlen und mit her- vorragenden theoretischen Fachleuten eingehend be-> bandelr. Im Vordergrund der Erörterung stand die Frage, ob und in welcher Form ein staatliches Verllcherungsmonopol möglich und zweckmäßig sei, und ferner, ob und bis zu »oelchem Umfange ein Solches mit einem Versickierungszwang zu verbinden ei. Datei wurde die Frage der etwaigen Ersparnis -urch den Ausfall der Konkurrenz und die wichtige Frage des AuslandSgeschästs an der Hand um* fassender Unterlagen erörtert.
Tie Hauptarbeit ter Kommission wurde jedoch bisher dem vornehmsten Sozialisierungsproblem gewidmet, ter Vergesellschaftung des Bergbaues, ßn täglich stattsind enden kontradiktorischen Verbandlungen mit den Vertretern der Bergbehörde sowie der Bundesstaaten, des Privatbergbaues, der Steigerschaft und ter Bergarbeiter aus den ver- 'djicteium Kohlenrevieren, schließlich des Kohlen- hndikats, des Kohlmgroßhantels und ter Koir- umenten wurde nach einem gründlich durchdachten Plane das ganze Gebiet durchforscht. Andeutungsweise galten die (Erörterungen den Vorzügen und Nachteilen des Staatsbetriebes gegenüber den Privatbetrieben in tezug auf den technischen Fortschritt, in bezug aus die Verhältnisse der Angestellten und Arbeiter, auf die Arbeitsleistung und schließlich aus das Rechnungswesen; ferner den Schwierigkeiten, die der Organisation aus der Be- tricbsveveinigung mit den nachfolgenden Produktionsstufen erwachsen; sodann den Fragen der Absatzorganisation und schließlich den etwaigen Formen der Staatskontrolle und der Beteiligung der Arbeiter und Angestellten an der Leitung und am gewinn. Tie Kommission hat es schon jetzt für nötig erachtet, daß durch einen deklaratorischen Akt Has private Monopol an den Bodenschätzen gestochen werde. Sie hat daher dem Rat der Volks-- teauftrogten den baldigen Erlaß einer Verkündi- C empfohlen, durch welche das Eigentum der in an den mineralischen Bodenschätzen ausgesprochen, die Frage der Bctriebsorganiiation und der Entschädigungsform zwar noch näheren Ausfüh- rungen Vorbehalten, dagegen die Einwirkung des Staates auf die gesamten technischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Industrie und die Beteiligung der Arbeiter und Angestellten an der Betriebsleitung grundsätzlich sichergestellt Derben sollen. Die nächsten Beratungen werden den folgenden Gebieten gelten: weitere Zwerge des Berg, und Hüttenwesens, Energiewesen (Elektrizität und Wasserkraft), Latifundien und Forstwirtschaft, Kommunalisierungen und Genossenschaftswesen (Bauwesen, Apotheken, Bäckereien, Schläch. teceien usw.).
vk Srle&cnstonfcrem.
Paris 19 Ian. (WTB.) Haoas. Elernen- eeau dankte auf bte Ansprachen von Wilson, Lloyd George und Sonnino und erklärte, seine Wahl sei notwendigerweise eine große internationale Höflichkeit gegen das Land, in dessen Hauptstadt die Friedens- Konferenz tage. Die Vergeltung müsse so groß sein, fuhr er fort, rote der angerichtete Schaden, damit die Völker frei von der Furcht vor einem plötzlich auf. tauchenden Feinde sich der Arbeit widmen können. Zum letzten Punkt der Tagesordnung übergehend sagte Elemenceau, die erste eingeschriebene Frage sei die Verantwortltchkeit der Kriegsurheber, 2. die Be- ftrafung der im Kriege begangenen Verbrechen und 3. die internationale Gesetzgebung. Alle Mächte wer- den ei,.geladen, ihre Delegierten zur Behandlung dieser drei Fragen zu bestimmen. Auch die weniger interefiierten 'Machte möchten eine Denkschrift über alle Interessen territorialer, finanzieller ober wirtschaft- lich" Fragen dem Generalsekretariat der Konferenz in kürzester Zeit einreichen. Er werde dem Bureau die Geschäftsordnung zur Verteilung übergeben. Man müsse zuerst die Frage der Verantwortlichkeit der Kriegsurheber bebanbeln. Jede Delegation müße sich dem Studium dieser Frage widmen, die den Gegen stand einet Denkschrift von Larnaude, dem Doyen der Rechtssakuttät in Pari, und La Pradelle, Professor des Völkerrechts in der Rechtsfakultät in Paris »üben. - Nachdem kein Delegierter mehr eine Frage an das Bureau zu richten hatte, wurde die Sitzung um 4.35 Uhr nad mittags geschlossen.
Die Verhandlungen in Trier.
Berlin, 19. Ian. Während der Derhand- lungen in Trier wurde eine Protestnote der R-gierung über b,e Frage bet Ablieferung von nicht fertigen U-Booten verlesen. Darin wird besonders darauf hingewlesen, daß nach der Erklärung des Admirals Wernyß Arttkel 22 nur gegen das Wieder- ausleben des U-Boot-Krieges sichern soll, daß durch die Einbeziehung der U-Boot-Neubauten Deutz'ch- land aber gezwungen würde, U-Boote für seine Kriegsgegner fertig zu bauen und baß bie Zerstörung der nicht abzugebenden U-Boots-Neubauten ein (Eingriff in den Privatbesih der Dauwerften sei. Deutsch- land sei bereit, die vorgeschrittenen U-Boote zurückzuleiten, insbesondere bte Maschinen daraus zn ent. fernen, prot, stiere aber gegen die beabsichtigte Der. gewaltigung und müße es den Alliierten überlassen, für die Abholung der unfertigen und unerprobten U-Boote selbst zu sorgen.
Au» Statt und Land.
Gießen, den 21. Januar 1919.
Einstellung der Ltromabgabe!
Wie da« Elektrizitätswerk mittcilt, sind nur noch für zwei Tage Kohlen vorrätig. Treffen bis dahin keine Kohlen ein, fo müssen übermorgen alle Industriebetriebe abge- schaltet werden.
Die- veranlaßt nochmals, dringend zu äußerster Einschränkung des Licht- und Kraftstromverbrauches zu ermahnen. Trotz aller Mahnungen und aller Bekanntmachungen
noch keine Lichterfparms zu bemerken, manche Lokale verschwenden zurBeleuchtung eineStrom- menge, als ob überhaupt kein Anlaß zur Spar- famkeit vorläge. Wahlversammlungen tagen wett über die Polizeistunde hinaus und auch in Industriebetrieben kann und muß eine Ersparnis erzielt weiden. Die Lage des Elektrizitätswerkes ist sehr ernst, da durch die politische Lage nur mit einer ganz unbestimmten Kohlenzufuhr gerechnet werden kann.
An die Esenbahnverwaltung und alle sonstigen Stellen, die an der Zuleitung von Kohle Anteil haben, muß die dringendste Mahnung ergehen, alles zu tun, daß in der Anfuhr keine Verzögerung eintritt und daß vor allem keine Kohlenwaggons auf totes Geleise geschoben werden und dort tagelang stehen bleiben.
Herrn, Tr. jur. Dieser schlägt ihm »ar, fick' txxfi seine Rente auf einmal auszahlen zu lassen, wodurch ihm so'ort geholfen wäre, und verspricht ihm, ein tem ent sprechendem Gesuch an zu erigtm. Ter Kriegsbeschädigte zahlt 10 Mk. und erhält das (tesuch, das er absentet. Nach wenigen Tagen wirb ihm ter Bescheid, daß eine Kapitalisierung ter Rente gemäß 8 1 des Kapüalab indimgsgesetzes nur zum Zwecke des Ettvertes oder ;ur wirtschaftlichen Stärkung ei jenen (tenndbesitzes stakt inten kann. Es wäre sehr zu wünschen, das; die Anorte nungen, die von versck-ietenen Shiegvbci ö.ten zum Schuhe ter Krieger getro fen sind und besonders die Rechtsberatung betre fen, fernerhin trotz der Aushebung des Belagerungszustandes brieten blieben und daß immer wieder die Krnejsbeschädig- ten darauf hingewiesen würden, sich in ihren iRentensachen nicht an Unbekannte und Unberufene, sondern an die amtliche Fürforgestelle, Kirch- (trabe 16, zu wenden.
Landkreis Gießen.
j Grünberg, 19. Ian. Gestern abenb sprach dahier im „Wappen" vor mit Wählern unb Wähler, innen gedrängt gefülltem Saale für die Deutsche bemo. kralische Partei zuerst Frau Schne der-Haggemüller und bann Iuftizrat Grünewald von Gießen, her u. a das Derhä tnts zu den übrigen Parteien beleuchtete. An der Diskussion beteiligte sich nur Rechtskonsulent Jockel von (Brünberg. Den Vorsitz führte Postsekre. tär Keller von Grünberg. Die Versammlung verlief in bester Weife unb endete gegen */t12 Uhr.
n. Ettingshausen, 21. Jan. Eine gutbesuchte evangelische Volksversammlung nahm nach einem packenden Vortrag des Ltiftspfarrers Lenz aus Lich einen Beschluß an, der von Regierung und Volks- Vertretung die Wahrung der geistlichen und materiellen Rechte der evangelischen Kirche bei einer Aus« einanbersetzung zwischen Staat und Kirche forderte. Sie sprach sich für die Erhaltung des christlichen Religionsunterrichts in der Schule als der Grundlage aller wahren Erziehung unb Bildung aus und gab ber Hoffnung Ausdruck, baß die evangelische Kirch« kraft der unzerstörbaren Mächte des Evangeliums sich zur Dolkskirche gestalten werde für alle Volks- genoffen, die für sich unb ihre Kinder das Geistesund Glaubenserbe der Reformation bewahren wollen. Der Gesang des Lutherliedes schloß nach dem ein. wütigen Bekenntnis zu dem obigen Beschlüsse bi« Feier.
Anr dem Reiche.
Eine Provinzialversammlung für Ostpreußen.
Berlin, 19. Ian. Die Regierung hat angesichts der besonderen Derhältniffe in Ostpreußen eine Verordnung erlassen wegen Errichtung einer vorläufigen Provinz ialversammlung. Mitglieder biefer sinb bie in Ostpreußen gewählten Mitglieder ber beutschen Nationalversammlung unb ber preu- hischen Lanbesversammlung. Die Provinzialversammlung besteht aljo aus 35 Mitgliedern. Die Bekanntgabe ber Verordnung, in ber auch Bestimmungen über bie Zuständigkeit der vorläufigen Provinzial- Versammlung enthalten sein werben, ist in den näch- ften Tagen zu erwarten.
Aus Düsseldorf.
Düsseldorf, 20. Jan. (WTB.) Bürgermeister Dr. Oehler, der gestern auf der Königsallee mit feiner Gemahlin verhaftet unb nach dem Volkshaus, dem Haupt- quaTticr des Vollzugsausschusses gebracht norben war, ist heute vormittag auf Befehl des Vollzugsausschusses nach außerhalb gebracht trotten.
Berlin, 20. Ian. Der .Lokalanz." meldet aus Düsseldorf: Obwohl sich Düffeldorf unter der Herrschaft ber Spartakisten befindet, ist doch der Wahl- tag ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung sowohl in Düffeldorf selbst wie im ganzen Bezirk war außerordentlich stark. 3m Durchschnitt beteiligten sich über 90 Prozent an der Wahl.
Kämpfe im Osten.
Sromberg, 19. Jan. (WTB.) Amtlich. Ein Erkundungsvorstoß in Richtung Labischin drang nach Erstürmung der Brücke von Alt-Domby und Oburzma bis etwa einen Kilometer an Labischin heran. Es wurden 12 (Befangene, mehrere Fahrzeuge und Pferde eingebracht. Patrouillenkämpfe bei Rüden, beiderseitiges Artilleriefeuer. Die im gestrigen Bericht genannte Schleuse 6 liegt bei Mittendorf. Ein Panzerzug fuhr am 19. Januar 1 Uhr mittags bei Groß-Neudorf vor Die in dieser Gegend stehende polnische Abteilung mit Artillerie ging beim Herannahen des Panzerzuges kampflos zurück. Sonst nur Patrouillenkämpfe.
** Aus dem Stadttheater-Bureau. Da am nächsten Sonntag „Der Revisor" statt „Dreimäderl- Haus" gegeben wird, so sind die für das letztgenannte Stück aufgegebenen Bestellungen ungültig.
** Entwendungen aus Kasernen. Es ist festgestellt worden, daß sich Zivilpersonen und Militär- Personen bei ihrer Entlassung Kasernenwäsche, Bett- wüsche und Handtücher, sowie Matratzen, Decken und sonstiges Gerät widerrechtlich angeeignet haben. Diese Gegenstände sind bis zum 10. Februar bs. Is. an die Ortsbehörden abzuliefern. Gegen Personen, bei denen nach dem 10. Februar 1919 Gegenstände, die dem Milltärfiskus gehören, vorgefunden werden, wird gerichtlich vorgegangen.
** Zigeuner, teils mit 3nfanferteunifonn be- kleidet, suchen Angehörige von Musikschülern auf, mit der Behauptung, sie kommen im Auftrag des Musik- lehrers unb bieten Geigen zum Tausch unb Verkauf an, wobei sie minberwertige Geigen gegen gute eintauschen unb sich noch Gelb barauf bezahlen lassen. Vor biefen Betrügereien sei hiermit gewarnt.
•* Die Deutsch-nationale Volkspartei (Hessische Volkspartei) veranstaltet Freitag ben 24. Januar, abenbs 71/, Uhr, im Fürstenhof eine Wähler- Versammlung, in ber Professor Dr. Werner über bas Thema „Was forbern wir von ber Hessischen Volkskammer?" sprechen wirb.
*• Die Deutsche Aolkspartei hält eine öffentliche Wählerversammlung am Donnerstag ben 23. Januar 1,8 Uhr im Ltadttheater ab. (Es werden sprechen Prof. Schian und Oberstaatsanwalt Wünzer über die Wahlen zur Hessischen Volkskammer.
** Wertpakete bis 100 Mark. Den Auf- lieferern von Paketen kann zu eigenem Ruhen nicht bringend genug empfohlen werden, von der Erleichterung Gebrauch zu machen, die die Postver- waltung in dankenswerter Weise für Wert- pakete bis 100 Mark eingeführt hat Die Neuerung besteht darin, daß an solche Pakete hinsichtlich ihrer Verpackung keine höheren Anforderungen gestellt werden als bei gewöhnlichen Paketen, unb baß Versiegelungliberhaupt nicht verlangt wird. Die Wertangabe ist nur auf ber gelben Paketkarte nieberzuschreiben, nicht auch, wie bei ben Paketen über mehr als 100 Mark, auf bem Paket selbst. Gegen bie Entrichtung der Versicherungsgebühr von 10 Pf. erletzt die Post in Verlust- und Beschadigungs- fällen unverkürzt ben Wert bis 100 Mark, lieber jebe berartige Sendung wirb bei ber (Einlieferung eine Bescheinigung erteilt
Briefkasten der Redaktion.
A.. ®. hier, a) AIS Wochenhilfe wird avnröljrti 1. ein einmaliger Beitrag jui ten SMlcn ter Ent* brntnmg in Höhe von 25 Mk.; 2. ein Wochengeld von 1 Mk. tä^ich (einschließlich ter Sonn- und Feiertage) auf bte Dauer von 8 Wachst (mar bie Wöchnerin im letzten Jahre vor ihrer Niederkunft ftlbst mindesten- 6 Monate Milgiei» einer reich)- gesetzlichen Krankenkasse, so erhalt sie, fal!S ihr nach ter Satzung ihrer Kasse ein höheres Wochengeld zusteht, einen entsprechend hvteren Betrag); 3. eine Beihilfe bis zum Bettage von 10 Mk. »ür Hebammendienste und ärztlich- Behandlung, falls solche bei Schwange rschaslsbesch werde n erforderlich wetten; 4 für Wöch-erinnen, die ihre Neugeborenen selbst stillen, ein Stillgeld von 50 Pf. täglich (einschließlich ber Sonn- und Feiertage) bis zum Ablauf ter 12. Woche nach der Nied.tftlnft. Durch V.ro dnung vo n 21. Te; niter 1918 ist eine Erhöhung »s 3 Llge.b 5 auf 75 Pf. (statt 50 Ps.) dngelreten, jedoch nicht rückwirkend. b) Weitere bi'tun gen stchen auch ten Wöchnerinnen, die Mi a:icb einer Krankenkasse lind, nicht zu, eS sei beitn, baß ärztliche Geburtshilfe oder dergleichen in Frage'käme.
(S. in v. Anspruch aus EntlassungSteld und Entlassungsanzug haben nur diejenigen Militär- Personen, die nach dem 8. November o. I. zur Entlassung gekommen sind.
Phil. Schm, in 3. Die Dermißtenlöhnnng tvirb ün allgeme neu nur gewährt, wenn die Eltern u'w. bedürftig sind. Sie kann aber auch gewährt werden, wenn nachgewiesen werden kann, daß seitens ter Angehörigen zur Besserung ter Lebensver- hältni'se des in Gesangettschaft Geratenen Aus- nendnngen gemacht worden siitd. Der Antrag auf Auszahlung ter Berni ißtenlöhnung ist bei dem- ieiligen Truppenteil zu stellen, dem ter in Ge- fanset'ichFft Geratene zuletzt angehört hat.
rlenßernngen Fochs.
Paris, 19. Ian. (2VTD.) Havas. Marschall Fach zeigte bem Berichterstatter bes „Matin" in Trier auf feine Fragen wegen ber Waffenstillstanbsverhanb- langen unb ber zögernben Ablieferung bes Materials durch bie Deutschen bie ihm von ben beutschen Bevollmächtigten übergebenen Schriftstücke unb sagte: .Sie üb rschwernmen uns mit Papier! Wir nehmen einen Teil davon unb lassen noch mehr beiseite. Wenn sie um (Erbarmen schreien unb nach Verpflegung rufen, so glaube ich nicht, baß sie übertreiben." Als ber Berichterstatter demgegenüber für bie letzten zwei Monate in ben Rheinprovinzen ein nicht befonbers schweres Dasein feststellen zu können glaubte, antwortete ber Marschall: .Ja, Sie! Weil Sie in ben größten Hotels absteigen, bie sich zu riesigen Preisen durch ben Schleichhandel versorgen! Doch bie Be- völkerung in Preußen und Oesterreich ist sicherlich in einem an Hungersnot grenzen- den Zustande.' Der Marschall wies auf Deutsch- lanbs aufgelöste zerrüttete Armee hin. »Nun haben wir gute Bürgschaften! Der Rhein bildet eines ber benkbar besten Hinberniffe. Wir besitzen außerbcm alle wünschenswerten Ausfallspsorten gegen Deutsch» lanb." Der Marschall glaubt nicht an ein Einbringen des Bolschewismus, der Deutschland jeder Regierung berauben würde Obwohl er zugibt, nicht mehr darüber zu wissen als bie Presse, meint er, bcß Deutschlanb sich erholen unb biefer Gaswolke entgehen werde. (Er kümmert sich nicht darum, ob bie Regierung (Ebert feststehe. Er kennt nur bie beutschen Bevollmächtigten und seine bewunderungswürbigen ftanzösischen Soldaten. Wenn bie Deutschen bie Waffenstillstanbsbe- dingungen nicht erfüllen, wirb er sofort ben Waffen- ftiüftanb abbrechen. .Deshalb,' meinte er, .führen sie sie so gut wie möglich aus. Sie sinb mit ben Eisenbahnwagen unb Lokomotiven im Rückstände, boch haben sie in biefer Hinsicht mit ernstlichen Schwierigkeiten zu Kämpfen. Wir werben bis nach ben Friedenspräliminarien im Kriegszustand sein."
Tie VcrtchrSsperre zum besetzten Gebiet.
Die Frage, warum bie Alliierten eine kaum über- steig bare Schranke zwischen bem rechts- unb bem links- rheinischen Deutschland errichten, ein Zustand, der so unendlich viele Schädigungen, besonders für die angrenzenden ßanbesteile zur Folg«' hat, ist vom Mar- schall Foch, gelegentlich ber letzten Verhandlungen über bie (Erneuerung des Waffenstillstandes beantwortet worden. Als Staatssekretär Erz berg er wiederholt auf eise Regelung der Verkehrsverhältniffe zwischen den links- und rechtsrheinischen Gebieten zu sprechen kam und eine definitive Zusage forderte, erwiderte Marschall Foch: „Das ist ein sehr schwieriges und kompliziertes Gebiet. 3d) kann Ihnen nicht rundweg Verkehrsfreiheit zusagen Vor einiger Zeit versuchten die Bolschew sten in Düffeldorf in das besetzte Gebiet einzudr ngen, wir haben sie zurückgeschlagen und wollen vom Bolschewismus nicht angesteckt werden."
Glue deutsch-französische Wirischa,tSstelle iu Ludwigshafen.
Mannheim, 19. Ian. (Prio.-Telegr.) Zwecks Schaffung einer deutsch-französischen Hauptwirtschaftsstelle in Ludwigshafen a. Rh. fand auf Einladung der pfälzischen Regierung im Industriehandelsamt Ludwigshafen a. Rh. eine Besprechung von Vertretern deutscher und ftanzösischer Behörden sowie einiger pfälzischer Industrieller statt. Die Hauptaufgabe dieser deutsch-ftanzösischen Hauptwirtschaftsstelle soll die Bearbeitung der Wirtschaftsstatistik, die Rohstoffbeschaffung, die Ausfuhr von Halb- unb Fertigsabrikaten aus ber Pfalz nach bem Innern Deutschlands, nach Frankreich, ben verbündeten Säubern fein.
Hl. Schm. G. Da Ihr Ehemann an ben Folgen ter erlittenen Verwundung gestörten ist, baten Sie neben Hh-em ficte’jäbr:g-*n Sohn Anspruch auf bie 9JZli ärh n'erblreteie tter'o gmcs ettihruisse. 3ft Ihr Sch>vieg:rt>ater von Zhrem litemann vor testen Einberufung zum SttcgS4?nft ganz oder überwiegend unterbal1.en Worten, so sicht Ihrem Schi-i gervater ftrkfS Itcrnmlb zu. An- -ttag aus Auszahlung ter Hinterblictenenversov« hrniffe ist beim Bürgermeisteramt
KraftwageovertehrFrankfurt-Darmstadt.
Frankfurt a. M., 20. Jan. (WTB.) Die Verhandlungen zwischen dem Frankfurter Verkehrsverein und dem staatlichen Verkehrsamt Frankfurt a. M. über Einrichtung von Personenfahrten im Kraft wagen zwischen Frankfurt und seinen Nachbarstädten sind dahin zum Ab chluß gekommen, daß zunächst vom 22. d. M. ab ein regelmäßiger Kraftwagcnvertete von Frankfurt a. M. nach Darmstadt und zurück ausgenommen wird. Vorläufig wird täglich außer Sonntags ab 9.30 Uhr früh Bahnhofsplatz 8 vom Verkeljrsverein aus ein Personenauto nach Darmstadt falxren. Der Wagen hat in Darmstadt Anschluß an den V-Zug 156 ab Darmstadt 12.57 Uhr nach Mannheim, Karlsruhe, Leopoldshöhe. Das Gegenauto verläßt Darmstadt um 2 Uhr nachmittags am dortigen Hauptbahnhvf. Don der nacktsten Woche an erfährt der Verkehr durch Einstellung weiterer Personenautos eine wesentliche Verbesserung insofern, als täglich drei Touren hin und zurück gefahren werden. Wi weiterer Hebung des Verkehrs stehen gummibereifte Lastautos mit Sitzgelegenheit zur Verfügung. Durch die neue Auto-Verbindung erfährt der V<ttkchr mit Süddeutschland eine erl>eblich^ Verbesserung, da die Wagen regelmäßig Anschluß an wichtige durchgel>ende v-Zügc haben werten. Die neue Verkehrsgclegenhcit dürfte in weiten Kreisen lebhaftem Interesse begegnen, da durch die angekündigte, fast völlige Einstellung des Zugverkehrs eine sichere Verbindung mit unserer Nachbarstaüt Darmstadt und darüber hinaus gewährleistet wird.
•* Der JahreSarbeitSverdienst der Ange stellten, lieber ten Jahres ar ei s- verdienst ter Angestellten hat ter RcltteiiauS'chuß Berlin ein itmfa gniches Merkblatt beraub 'cctlcn. Die Versicherungsps icht nach dem Bersicheruugs- gesetz für Angestellte hängt u. a. davon ab, daß ter Angestellte gegen Entgelt beschäftigt wird. Bei Entgelt ist ter Nachdruck toeniier auf die Benennung teS Bezuges und auf die rechtliche Erscheuunigsform, als auf den wirklichen Tatbestand und seinen wirtschaftlichen Inhalt zu legen. Unter dem Begriff Gittgclt fallen z. D.: Gehalt oder Lol;n, Ueberstunteug.'lter, Provilionen. u. U auch Reisespeseu und R.i eh»ten. Bei Reisenden, die DcrtrauenS'pesen bezi ben, kommt die Erzielung barer Ersparnisse an den Spesen nich: in Betracht 8imi Em gelt gehören aber auch z. T. AuslMids- Zulagen, Teuerungszulagen, z. T. Gleiter gelter, Mankogelter, und zwar in voller Höhe, Gtvlnn. ametle und Gratifflativnen, die einen Rechtsanspruch oder eine Gewohnheit zur Gruirdla-n teben. Ferner rechnen bam Schulten-Tilgunos. betragt, gutgesch^iebene Btträge, die Prämien für eure LebenSlx-rslcherung, freie Fahrt, Trinkgelder und Sachbezüge.
v-rater. Ter KrttgÄEtchategte I. besmdet sich in einer gro- bat noch aus ben Jahren 1913 14 L-chulten in Hohe von 1200 Mk. und ist gezwungen, diese Schulte« unverzüglich zu begleichen. In feiner Rot sintet er in einer Zeitung eine Anpretsung^vorin sich ein Rechtsteistand
Briefaufschriften.
In ber jetzigen Zeit, wo ber Bestellbienst ber Postanstalten vi<ljach noch durch wenig geübte Hilfs- Kräfte besorgt werden muß, wirken Mängel in ber Aufschrift der Postsendungen (ungenaue Bezeichnung des Empfängers, Fehlen in der Angabe von Straße, Hausnummer, Gebäudeteil, Stockwerke usw. auch bei wenig be-annten Personen oder Geschäften) besonders erschwerend auf den Betrieb und verursachen n cht selten erhebliche Verzögerung in ihrer Bestellung, Richtigkeit, Deutlichkeit und Vollständigkeit der Aufschrift find die unelläßlichen Vorbedingungen für die ordnungsmäßige Beförderung und Zustellung von Postsendungen.
Bei Briefen nach Berlin macht es ber Massen- verkehr bri- genb erforderlich, in der Aufschrift außer dem Postbezirke (C, N, O, W usw.) auch die Nummer bes Postamts anzugeden, von dem bie Sendung bestellt ober abgeholt wird (z. B Berlin S 42; Berlin C 17). Selbstverständlich darf aber auch die Angabe der Sttaße, ber Hausnummer, des Gebäudeteils unb des Stockwerks in ber Aufschrift nicht fehbn.
Man muß also beispielsweise schreiben:
Herrn Kaufmann Karl Alüller in
Berlin N W6
Albrechtstrahe 7, Hinterhaus, UI Treppen links.
Das von ber Postverwaltung herausgegebene „Straßen- Verzeichnis von Berlin unb ben angrenzenden Orten mit Angabe ber Bestellpoftanstalt" kann an ben Post- schottern eingesehen und sollte vom Publikum zur Dervollftänbigung ber Aufschriften im eigenen Interesse stets benutzt werden. Das Verzeichnis nebst Stadtplan ist durch alle Postanstatten unb Briefträger für 5 Pfennig zu beziehen.
ist bisher noch kein Rückgang des Stromver- Beärteit 01 - trag OUJ uuugui^iuu
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