Ausgabe 
20.11.1919
 
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lönnen. Tie ccidjlidien Vorräte an

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Die Kartoffeloertorgung.

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Treber werden ringetabmt durch Botträge des bervorragend geschulrcn Orchesteroeräns, gesaag-

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der Regierung ein schärferes Vorgehen gegen die widerspenstigen Landwirte, die ilner Ablieferung bisher nicht genügten, verlangt. Es wird gefordert, daß diesen die Karwsseln mil Gewalt genommen werden. Das LandcSernährungsamt hält es für

es u. a.: In einer Versammlung im herbe man Kreisamtmonn Dr. Siegeri

Schicksal sei. einen Ausblick, der langsam, stetig aus der heutigen Not herauskührt.

Lebhafter Beifall dankte dem Rebnor.

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notwendig, mitznteilen. was von schehcn ist, um die Belieferung mit kichern.

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auch die Prämienanleihe gehöre, durch Hinweis auf die heilende Kraft der Arbeit, durch die Mahnung, daß des Deutschen Glaube auch

dieser Boi beginnen.

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Aus StaM und Ccinfcx

Gießen, den 20. Nov. 1919.

Ein Appell vom Land zur Stadt.

Von Tors-Güll ging und vor kurzem nn Eingesandt zu, das sich nrit der Kartvfsel.i.ferung von Eberftadk befaßte. Es handel'e sich darum, wo­hin die Waggons g. langt sind, die von dort aus zur Verladung kamen. Wir sind dec Angelegen­heit selbst nachgegangen und konnten die nähere Feststellung des städl. &btn§m:t.tiamk3 Gießen tn .unterer letzten Sams'agrnun nie. mitteilen. Eber­stadt hat demnach bei der Kartoff llieferung feine Schuldigkeit getan Wir können uns also diese be­sondere Seite des Eingesandts schenken und uns daraus beschränken, allgemein beherzigenswerte Sätze herauszugreifen.

Eingesandt.

fftflr flfvrm und vbu»u.i unu inner dieser Nibnl stehenden Artikel übmnmmt die Redaktion de» Publikum gfrt^iH>wr »nnrrlei Verantwortung.)

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Born hessischen Landesernährungsamt mitgeteilt:

In der Oefsentlichkeit herrscht eine starke Er­regung gegen die mangelhafte Belieferung mit Kartoffeln. Bon verschiedenen Seiten wird von

möglich, die größeren Städte wenigstens einiger­maßen mit Kartoffeln zu versorgen. Leider ist tie Zahl der uns zur Verjüguirg gestellten Reichs- wehrtrurven nur sehr klein, so daß immer nur wenige Orte erledigt werden können. Es ist weiter zu berücksichtigen, daß auch vas Tätigkeitsgebiet der Reichswehr eingeschränkt ist, da bekanntlich sowohl in der neutralen Zone wie im besetzten Gebiet Rrichswehrtinvpen nicht verwendet werden dürfen. In diesen Gebieten müssen oie Kommissio­nen ohne Reichswehr lediglich mit den vorhan­denen Gendarmen arbeiten. Dadurch geht hier die

Bereits Mitte Oktober, als die Kartoffelver­sorgung ins Stocken geriet, haben wir Fühlung mit der Reichswehr genommen und die Reichs­wehr ersucht, uns beim Erfassen der Kartoffeln behilflich ju sein. In längeren Verhandlungen ist uns zugesagt worden, die unbedingt notioenöige Zahl von Reichswchrtruppen zu stellen, die Tätig­keit der Reichswehr müsse sich jedoch darauf be­schränken, daß lediglich eine Absperrung der Zu­fuhrstraßen und Dege, die in die Ortschaften subren. erfolge, ntäüieitb das Ersa'sen der Kar­toffeln Sache von Kommiffionen sein müsse. Durch Baanntmachmg vom.22. Oktober 1919 ist alsdann bestimmt worden, daß Kartoffeln auf dem Wege der Enteigming ersaßt iverben und Kommissionen iu bieten Enteignungen gebildet werden müßten Mit diesen Kommis ionen hat die Reichswehr dann chrc Tätigkeit begonnen. Ans den maßgebendsten Orten, die chrcr Ablieferungspflicht nicht voll ge-

Ctra^nrrinigung

Wenn man an trockenen Tagen über die Gie­ßener Ströhen geht, begegnet men zu jeder T o geszeil, sei es vormittags 9 oder 11, nachmit­tags 2 oder 4 Uhr, ganzen Scharen von Liras<n- reinigern, die den Passanten mit Staukwwlken umhüllen. Wo sind diese Stroßenrriniger letzt? Mit dem Beseitigen der am Sani Stag und 6onn- tag gefallenen Schnee massen hätte am Montag b -onnen werden müssten Etwas mag wohl auch teickehen sein. Aber noch am Mittwoch abend lmb Straßen Übergänge und Kreuzungen, so z B. SD-

-ffra ja llnior otubfiftmte UÜMAir

Stadt Darmstadt zu dem $)octteat« in Hohe von 25 Prozent für nicht ausreichend, während man den verlangten Zchchuß von 5) Pro en! im Aus­schuß für zu hoch hält Der Ausschuß kam dann zu der Annassung, daß die state Tarmstadt 331/, Prozent zu den Kosten beitragen solle. Die Regierung schlägt dann eine Berordnung über das Brennholz vor. nach welcher Brennholz, daS am 15. O riober 1919 noch aut dem Stock steht, zur Erfüllu.m von Kaufverträgen nur verwendet werden dar st soweit d«s von dem staatlichen Lber örster zuge.a.sen wird. Dies gilt auch für Brennholz, ba^ am 15. 10. 19 bereits anfbereitet im Walde sitzt. Der Ausschuß nahm von dieser Verordnung Kenntnis. Bei der Vor­stellung des demokratischen Frauen­ausschusses um Schaltung einer Stelle als Referentin im Ministerium einigte man sich dahin, daß diese Frage noch in den Fraktionen vorbesprochen werden soll.

trügt haben, sind die Kartoffeln tarnt mit Dille der I ist. Bei muß man eine teanrige Dor-

Rrichswehr herausgeholt worden. Der Erfdlg war richtung an der unteren Oeffmnig d^ ZvlwderS zusriodenstellend und es war nur aus diese Weise anbrir-g n, also nach innen tangeib

einmütig das Versprechen gegeben, in der Kattoffel- v«sorgungsfragc zu hm, was nur möglich sei. Die 21 Kommissionen, die sich über das Entgegenkom­men Oer Landwirte nur lobend aussvmechen konnten, sollten m ihrer Arbeit nur forfckhren, um die noch abzuliefernden Kartokftln festzustellen.

Zeige man so vvm Lande aus in jeder Be­ziehung guten Willen, so könne man das von der Stadt nicht sagen. Ohne sich um die wirk­lichen Gründe der $«iög.Tung in der Abliefe­rung zu kümmern, würbe parteipolitisch drauflos geschimpft^ Eine eingehende Anfrage an mast­gebender Stelle, warum nicht schneller eingeliefert werde, sei bedauerlicherweise unterblieben. Ter Landwirt müsse in einer vorgerückten Enten Witte­rung wie in diesem Jahre zuerst Gemüse, Rüben und targlricten in filteren Schutz bringen, wo­durch alle Gespanne und HLnte in Anspruch ge­nommen seien. Bei einer Verzögwmig habe das Erfrieren schon groben Schaden verursacht. Jetzt, wo alles eingLmacht sei. könnten die beim Land­wirt gut anfb.wahrten und durch die Kommissionen feftgcndlten Kartoffeln abgelicf rt und absrsahr.m werden. Ja, man erwarte vom StommunalDertanb die Anordnung schleuniger Beliefrrwig, damit ängstlichen Gemütern aus iteer Karlo ffelnot ge bollen werde. Gerate die Gemeinde Dors-Güll tiefere seit langen Jahren nach Gießen, vielfach letiefere der Enkel die gleichen Familien, die schon der Großvater bdiefiert habe. Manche ängstliche Hausfrau habe eines schönen Tages den Bauern- wagn, auf den sie nicht mehr gehofft habe, vor ihrer Türe gesehen.

Weiber, so fährt stier daS Schreiben fort, konnte noch nicht jede Familie mit ihrem Bedarf ver­sehen werden. Deshalb muß hier öüfe geleistet werden. Wir müssen uns in Stadt und Land in dieser schweren Zeit verstehen lernen und nickt gegenseitig verbittern. Haben wir Landwirte doch vier Jahre lang mit euch Städtern dem Feind die Stirne geboten und alle Entbehrung und Gefahr geteilt. Manche Familie beweint noch un)vm werten und unvergelUlchen Kamerarvn, der uns zur Seite gefallen ist. Wir, die wir wieder zu Hause sind, wollen dessen eingedenk sein und euch Helsen, soweit es in unseren Kräften steht So denkt und handelt ein rechtes, edles Dauern­herz.

Die Landwirte von Dorf-Güll haben »uw Durächalden und Füttern ihres Biestes Möhren bestellt, die im Preis den Kartoffeln gleich steten, aber mir den halben Wert baten. Um helfen zu können, schädigen wir ans selbst. Deshalb soll man in der Sticht nicht nrit Twostungen kommen, nrie dies in letzter Zeit öfter geschehen ist, son­dern sur feinen guten Willen Verständnis zeigen

Mägen de IjerVba ten Worte aus Dori-Güll zu einem besseren Verständnis jroiicten Stadt und Land mit beitragen.

Gas zn sparen.

Wir staben naebtetenbe RatsckLäge von sach- verstmitegw Seite prüfen kaffen.

Man ,-ündet dos Gas an, stellt tarnt aus fiSWMb, DttUeidyt aus hall», dann legt man ein Stückchen Blech auf den Zylinder, so daß die £Äfrte offen tst. nun rückt man w lange an der Sttette, bis der Strumpf wieder weiß glübt L-urch ixe Drrnseiung der Luft wird teirirft, daß inne Itärkere Vcrbreimung des Sauer off-s skatt- tmtxl, dadurch wird der Strumvf ->um stärkeren »'üben gebracht. Mann kann ivb auch Hilfe einer gewöhnlichen Schere aus alten Tosen ober Büchsen eine Vorrtchlung schneiden. welck>e man in Gestalt von Klammern auf oder in den ZosinLe-r EidfÜiyn kann. Tvcie Scheibe wird durrillocherl Auf dieser bringt man eine drehbare Scheibe mit einem Niel an. Diese Cann mau nun auf der Unterlage ßo lange drohen, bis der Efftlt erreicht

* Seibern letzten SchneefaIl haben in ten verschriebenen Straßen die Einwohner, ent- g gen ten Vorschriften für den Verkehr und den schütz der släbll.chen elektrischen Straßenbahn in Eichen, Schnee o u f die Gleise g.ivorKm. Tie betreffenden Per orten machen sich hierdurch strafbar urü'hxTten, hir tric Direktion der Straßen­bahn mitt'Ät, jur Anzeige gebracht. Es liegt daher ämleriänluten Jntereffe und dem der Siriier- beit ter Straßenbahn, daß der Schnee nicht auf ter Gleise geworfen wird. Ferner sind durch Schnaeballen Reslektorscheiben an der Slrabmbahn zertrümmert worben. Ebensogut tonnen auch durch Schneeballen die Wagem'chciben zertrümmert und Personen verletzt werden. Tie betreffenden Personen machen sich ebenfalls straf­bar und werden unweigerlich zur Anzeige gebra-te und außerdem zu den Kosten hccangezogen. so daß nicht dri. g nd genug vor Werfen Schnee­ballen gewarnt werten kann.

** Hondelskammerwahlen. Der gestrigen Mitteilung ist noch nachzutrag^n, daß auf Herrn Louis Marcus 78 Stimmen entfallen sind. Im Wahlbezirk Gießen- Land sind die bisherigen Kammermitglieber Herr Fabrikant Ludwig Rinn- Heuchelheim und Herr Kaufmann Wilh. L. Rühl-Gr.- Buseck mit Stimmenmehrheit wieder gewählt worden.

* 500 Mark Belohnung! In der Nacht zum 19. November 1919 wurden durch Einbruch aus einer hiesigen Zigarrenfabrik 70 Pfund Java- und 20 Psund Havannatabak im Werte von 2300 Mark und 2U0 Arisschuß- und beschäoigte Zigarren entwendet. Für die Ermittelung des Täters und Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung von 500 Mark ausgefetzt.

** Spendet Eßlöffel. Schon seit Mo­naten kommen Flüchtlinge, Ausgewiesene aus E1- saß-Lothrmgwt, Zivilinternierte aus Frankreich und anderen feindlichen LLrtern. teils in Traus- vorten, teils einzeln hier durch, die vom Raten Kreuz am Bahnhof verpflegt werten. Die FlücA- Imy sind stets tagelang unterwegs und oft seit mehreren Tagen ohne warme Nalwung geblieben, so daß sie 'alle stier warm verpflegt werden. Sic kommen meist vmt allen Mitteln entblößt stier an antb haben nicht einmal einen Eßlössel, mit dem sie die ihnen verabreichte Suppe einnebmen

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Cs ist sür js>en PraklÜer eine Äleintgi', sich »o ctwos anzufc-rtigeu uw) ist da man derlei Lviel- caum g taten. Alles beruht darauf, d« Luft, w.lche Cen Strumpf bestricht, zur beferen Der- biennung zu bringen, al.o etrtf grob? Ditze im Zulinter hervor zu rufen. Man brrucht bei Hänge- [idi. nur tie untere CetTnung des Zvlinbers paßend zu verkleinern, dann hat man schon die Wirkung. Bei Ltehlicht muß al irrten^ zum Anz finden erst eine große Leffmmg zum Änzünten bleiben.

Arbeit noch etwas langsamer vor sich. Das Lan­desernährungsamt hat jedoch den Kvmmunaloer- bänden wiederholt Auftrag erteilt, soviel Kom­missionen als irgend möglich zu bilden, um die Karwsseln für die Bevölkerrnig zu holen.

In den Hauptkartoffelgegenden haben mir zur Bekämpfung des Schleichhandels und der Bersdne- bung ter Kartoffeln außerdem eine Verstärkung der Gendarmerie durch Reichswehrtruppen vor­genommen. So sind der Gendarmerie sür den Kreis Friedberg zur dauernden Unterstützung 40 Reichswehrtruppen beigwrdnet worden, für den Kreis Büdingen 20.

Ferner weisen wir darauf hin, daß von uns aus ein Verbot für Ausfuhr von Kar­toffeln aus Stehen bereits im Anfang Okwber erlassen Worten ist, um die in Hessen erzeugten Kartoffeln der einheimischen Bevölkerung -uführen zu können.

= Hachenburg, 19. Nov Die Wilhelrns- zeche bei Bach gibt Braunkohlen an dir Devölüerung ät Mengen bis zu 80 Zentnern pro Haushaltung bi zugscheinfrei ab.

= U s in gen , 19. Nov. Der Regierungs­präsident hat das Llmdrvtsamt, da die Karwssel- aMieferung im Kreise mehr als zu wünschen übrig läßt, angewiesen, sich in Zukunft der Mithilfe der Reichswehr bei ter Aufstttngung der nock fehlenden Kartoffel mengen zu beizeiten. Eine gleidy Anweisung erließ auch die PrvvinzialEarwffelstelle

liche Darbietungen von Seminarkestrer Kuhn und Rezitattin n von Zöglingen sämtlicher Lehra-cstal- tcn. Zur Frner des Tages erfch.rinl eine b sondere, gut illustrierte Festschrift:Tu Entstehung von Burg und stabt Fri^kxrz", deren Veria fer Professor Dreher ist. Tic stabt wirb am 21. Nov. flaggen. Der Schuttuuerricht setzt am 22. Nov. um 10 Uhr aus.

C. Bad-Nauheim, 18. Nov. In ter beute Qbg.'ta le en Stadtverordnetenver­sammlung wurde iolgcndes beschlossen? An die Spitze der stäbliichen Letensmittelvirsorgung tritt vou jetzt ab Beigwrdnetkt Kling, ter das Amt selbständig verwaltet. Gleichzeitig wird ii>m ter Handelsverkehr aus dem Wocheltmarkte unterstellt. Für Erbauung einer Koksgasanlage werden 42 000 Ml. bewilligt. Die Aus ührung ter Anlage wird ter Dcrlin-Änba'.ter Maschinengesell- idxnt übertragen. Die Gebühren der Fried- ho s- und Begräbnisordnung werten um 100«fo erhöht. Tie Berfammlung ist einverstanden, daß Bad'Naubeirn einer stäbteoerrinigung sür Hessen. Hessen-Nassau uiw. beit ritt. AIS Vertreter der Stadt wurden Bürgermeister Dr. Kayser und Beigeordneter Kling gewählt. Dem Fahrer des Leichenwagens wird eine Erhöhung teS Fuhrlohnes von öO"Vo bewilligt. Ein Gesuch des Männerkurnoerrins um lieber! asung ter schultumhalle für feine UebungSstunten wird ab- iTclebni. Der Gas preis wird mit sofortig« Wirkung aus 60 Pf. für ben Kubikmeter tFrie- densprers 16 Ps.) festgesetzt, fämlliche Rabatt/ werten aufgehoben.

Hessen-Nasfa».

Skrbot von Vonrägen über Hypnofe.

----- Frankfurt a. M, 19. Nov. DaS vreuß. Ministerium des Innern verbot für gmiz Preußen alle öffentlicsten Schaustellungen und eun-rimen- tcllen Borträge über Hypnose, Suggestion irin». und die damit verbundenen Ster.omen in Zeitungen und an Anschlagsäulen. Es hat jick dem Erlaß infolge herausgeste.lt, daß jaWrndx P«- ionen. Sie sich bei den Vorführungen zu Versuche« vergaben, geistig erkrankt jiuö. Ten be­kannten Hypnotiseuren Gumbetlanb, Otto Ott», Larsen, Paulsen, Labero u. a., die ter Elsaß namentlich auirübrt, wurde für die Zukunft jedes öfsenlliche Auftreten untersagt.

Deutschland; Zlnanzen.

Gießen, 20 %n®.

Heber Deutschlands Finanzen sprach gestern abend imEinhorn" Finanzrat Bastian vom heffischen Fmanzmiiiisterrum an Stelle des angefüntnqten Finan.zmiuiit«s Hen­rich, der durch die Ungunst bet Berkehrsoerhält- nisse verhindert war, rechtzeitig von ein« Dienst- reife hier einzutresfen.

An dem Vortrag gefiel wohl allgemein die prägnante Art, in welcher ter Redn« seine bis ins einzelne fertigen Ansichten über ten heutigen Stand unserer Finanzen und über die Wege zu deren Sanierung übermittelte. Heb« die objektive Gültigkeit ter Ausführungen dagegen sich ein ab* schießendes Urteil zu biuxn, wird man vorsich­tigerweise unterlassen und den Vortrag als will­kommene Anregung zu betrachten haben, durch das Dornengewirr unseres Finanztiefstantes einen richtunggebenden Weg zn suchen.

All die vielstelligen Zahlen, die in unter Ohr barngen, fatten das gemein, daß fie unwiderleg­lich nachwiesen, wie bedrängt unsere Finanzwirt« schäft heute ist. Wir beschränken uns daraus, die Höhe uns«« Reichs Verschuldung mit 200 Milliar­den Mark anxuführen, die eine jährliche Zinsen- deckung von 10 Milliarden erfordern. Die Ehren­schuld an Kriegshinterbliebene und -beschädigte, Berwaltungskosten, Besatzungs- und Kriegsentscha^ digungskosten an die Entente tun auch reichlich das ihrige, um zu einer neuartigengroßzügigen" Steuerpolitik hinzudrängen. Auch die Ueberleitang dec Finanzhoheit auf das Reich begründet man damit. Der gröfcre Teil des Storrn.^ gilt ter Frage, wie wir zu einer Hebung der deutschen Valuta und tamit zu einer Gesundung unseres Wirtschaftslebens gelangen könnten. Schleunigste Beseitigung des brsheri^en ungesunden Fmanz- roigd tue not, der seit Kriegsbegiim ohne Steuer» erhöhung durch knrzftistige Schuldverschreibunaen ter Schwierigkeiten Herr zu werten suchte. Tie t-pinslut ter Banknoten bedeute keine wahre eckung, wenn auch dem witersprocheen werden müsse, daß die Teuerung in dies« Finanzoperation ihren letzten Grund habe.

Das Reichsnotopfer mit fernen beson­ders hohen Anforderungen an den gröberen Be­sitz fei eine bittere Notwendigkeit. Das für uns ungünstige V«hältnis von Ein- und Ausfuhr müsse behoben werten durch Verringerung bet Einfuhr und durch R e i chs z u sch l 5 ge auf die aus zu füh­renden Waren. Diese Zuschläge, die auf vom Zu- kall bestimmten fiDniunttingeromnen süßten, müßten in die Neichssinanzkasft ftießen. Ein Ver­trauensverhältnis zwischen Arbeit­geber und -nehmet werte dadurch zum Nutzen des Betriebes ervricht, daß ter Sriicr zwar Leiter bleibe ater dem Arbrit« die Stellung eines Mitarbeit.'ts eingeräumt werte. Tiefe Versöhnung der Gegensätze müsse als segenbringendet Paziffs- mus im Innern b zeichnet werten. Eine Erle i'cb- terung bet Forderungen durch bie Entente besonders in Kvlllen müsse auf dem Wege erreicht n*ctten, daß man den eh maligen Feind ^überzeuge, wie nur ein industri H wieder er­starktes T«nitsckland zahlungsfähig fei, denn 'itutid^e Wäre u.* nicht deutsche Banknoten brauche die Entente. Langsristige M i l liarde n kre- dite des Auslandes müssen wir anstrebea, die Sicherung dafür könne ein RKesensynoi- kat in Form eines genossenschoftlichen Zusammen­schlusses all« wirischaftlidien Betriebe bi-tai.

D« Redner strrifte die Dotwc?nb«gkeit ein« Schulreform zur Hebung ter Valuta und meinte weit«häi, daß ein Staatsbankerott uns das gefmbe Funbament zmn Wiederau fbav umnöglicp bringen könne: auch daß ein finanziell« Zusamnienbruch uns durch die uetermacht widriger Verhältnisse aufgezwun- gen werden könne, wies ter Redner weit von sich. Statt des.en bat et durch Aufforderung zum tätigen Mit helfen am Wiederaufbau, zu dem

Sine lUinifterreöe Im Theater.

Don Herrn Dr. Strecker, Präsidenten be5 Landcsbiloungsamtes, erhalten mir folgende Zuschrift:

In Nr. 265 Ihres Blatte* (12. Rod.) rmrb mir im ersten Abschnitt der Tellrezenswn Schul Weisheit und Gesd>macklosiakril norgeroorfeti »na durch die in AnführungSzeichen gelebten Dorp der Eindruck erweckt, als halte ich die Darrnstadiki Jphigenieaufführung mit cm« Z«gliedimng ibte* Inhalts emgeleitet. Ich unterdrücke mrine Xkt- wunterung über die Heranziehung meim-d ^tamens zu der Gießen« Tcllaufführung und bitte nur um Mitteilung folgend« Tatsachen an Ihre SJekr. Der Zweck mein« Anjprache im Lande«theoter war desien Beglückwünfchung zum lOOiäbngcn Be­stehen. Meine kurzen Worte gingen auS von Schil­lers Programm derSchaubühne als moralischer Anstalt". Jdr hoffe auf das deutsche Sdttional- theat« der Zukunft und aus DeulfchlaiidS blei­bende Kiilturgeltung uni« ten Böldcru Go.ttes Iphigenie, die an jenem Abend MttgesiwN wurde nahm ich alS Brispiet für daS, ioas Deuifchl-u» ter ganzen Menschheit zu fagni habe. Die Darm­städter Zeitung Nr. 263 (10. 'JioD.) brachte vor. meiner Ansprache eine JnhaltSmigabe, die ttotz ihrer Kürze jedem oenknteii Lei« alS Uwris dafür genügen dürfte, daß es sich um keine Schul- ne sbnt und Z«glicvermig des Go khesd»en StückeS hcutalte. Was ater ten Geschmack betrifft, lo will ich übet ihn mit Herrn Dr. Z. nutzt flreiten.

Dr Strecker.

Präsident des Lantesamtes für das Biltemgewesen.

Es ist fatal, daß uns Herr Dr. Strecker zwingt, auf den peinlichen Vorgang nochinal- zurückzukommen. Aber nun müssen wir ihm unsere Ansicht etwas gründliicher sagen Die Besucher der Jphigenie-Auffülirung in Darm­stadt setzten sich sucherlich nicht lediglich aus Anhängern der Lebcnis»veishiil unseres Prä­sidenten des Landesbildungsamtes zusam- men, sondern eL waren zu einem tzrvßen Teile auch Zuhörer zugegen, denen das vielseitige Hervortreten tes Bilipingsministers in Wort und Schrift außerhalb seiner eigentridien Amtstätigkeit langst nicht gefallen hak Er mußte darum den Takt besitzen, von einer so feierlichen Stätte wie der klassisckzen Bühne mit ihrer Verheißung Avethescher Weihe­klänge feine superkluge Pädagogik fernru-ol- ten.Was Deutschland der ganzen Mensch- heit zu lagen hat", das konnte aklensells an einer anderen Stelle erörtert wei­den. Wir haben die Rede Streckers, die nach einem Bericht derDarmstädter Zei­tung" doch etwas länglich geraten war, uns natürlich nicht so genau eingeprägt, ab« es ist ja auch gleichgültig, was und wie er redete. Wenn erIphigenie" nicht zerglie­derte, so zerspaltete er doch, wie auch aus manchen anderen ösfentlick>en Protesten her- vorging, den Stimmungsaehalt des "Abends auf dessen Bedeutung als Gedenkfeier die Direktion des Theaters selbst in einer ihr ge­eignet erscheinenden Weise hätte aufmerfiaffl machen können.

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Lebensmittel.

*" Marken-Ausgabe. Am Freitag und Samstag, dem 21. uno 22. d. Mts, gelangen in ten Bezirken Brot- und Wrischmatken zur Ausgabe. Näteres siehe Anzeigenteil.

** Kartosfelbczugsscheine, welche von hiesigen Landwirten b«lie:«t worden^lind, müssen bis fpälestens 21. d. Mts. auj dem State. Letensm ttclamt abgeliefert werten.

** Tas Backen von Weißbrot ist in­folge ungenügentet Belieferung von Weizenauö- zugsmehl bis aui weit«es eingestellt.

* Petroleum-Verteilung. An die- lenipen Familien und Einzelp«fonen, die zufolge Bekanntmachung vom 3. Oktober 1919 ihren Bc- oan in Petroleum an gemeldet haben, erfolgt am Fre tag und Samstag die Markenaussabe in den Brolmarkintezitken. Die P^troleumauSaabestellen find im Anzeigenteil zu «lehen.

Bei auftaltuugen.

Donnerstag. Licht^picltaus:Schiff­brüchige bet Liebe",Die Laune eines Lebeman­nes". Licht viele Sdt-r&veg:Ikarus im Höhenflug ter Leid.uschafteu".

und Eßlöffeln sind während des Krie»-s aufge- brauckt worden, Neuanickafftmg ten Elllösseln, an denen es be'vnters fehlt, ist nicht müsli.b, ba es mit unvertaltnismäßig hohen Kosten verbun­den ist. Wer rin Hetz hat für die schweren Leiten unl'«et Flüchtlinge, helft dem Roten Kreuz durch eine Svende von Eßlöffeln. Er tut damit ein seht gutes W«k.

* Der Reichsbund der Kriegs­beschädigten, Kriegshinterbliebenen und ehern. Kriegsteilnehmer v«anstaltet am Totensonntag, nachmittags 3 Uhr, an den Gräbern ihr« ,gesallenen Kametaten aus dem neuen Friedhos' eine Gedächtnisfeier unter Mit­wirkung ter Reichswehrkapelle sowie des Gcsang- v«einsEintracht".

KrriS Büdingen.

* Ansdem Niddertal, 18 9btro. Nach dem auch gritrrn und in ter letzten Nacht rod) gewaltige Schnee ma s sen nietergeaanttzm waren, üo daß tereits üterall daS schöne Geläute d« Schlitten «tönte, ist seit fcutf morgen bei verändertem Winde Regen mit Tauw«t« ein getreten. T« Landmann begrüßt den Urnftbidp mit gwoß« Freude und hofft, daß hrieter milteteS Wett« dirtrct ta noch viele Arbeit draußen sein« harrt. Stcllenwei c sah man noch auf eriti- <rn Aeckrim RunkelrübenblLtt« bermitedKUcn, ja es leuchteten sogar hi« und da noch Aepf.l uno Birnen unter Blätter und Eis teraor. Hoffentlich wird ter Winter doch nicht fo streng wie voraus- griagt.

44 Büdingen, 19. Nov An Stelle des aus ter demokratischen Partei, dem Kreistag und Ktrisausschuß ausgetret nen Psarr« Johannes Otta Herpel aus Lißberg hr It in ben Kreistag Landwirt Gustav Adolf Sc nm in Schwickarts- hausen, in den KtrisauS^ckuß Landwirt Wilhelm Reinhardt in Gis-Nidoa ein.

Kreis tzriedberg. FeieddergS <00 Javrfeier.

* Fticd berg, 19 Nov Die politische Lage nn Sommer die^S Jnhros war ter Grund, bec das 700iädrige Besteh«i von Friedberg am 11. August nicht gebührend gefriert werten konnte

Jetzt holt die Slate daS Versäumte nach und v«.

cmftaltet am Frenag, 21. November, eine große Stratzenütergängr und Kreuzungen, w i « «m>- akademische Feier, die am s (gotben Tage Anl g Blcrichsttaße, Süte-AnlagcEoerhestroße, für die otersten jilaffen ter Friedberger Schulen SüteAnlagcVisumrckstraße ungereinigt Tex wieterhrit wird Die An sprach-' von Herrn-g«-1 Schnee ist nahezu neittawlfr-n. große Wa se'l-"b« meister Dr. Sc y d und die Festrede von Pri'sessor! stehen umher, durch die jedermann waten muß.

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