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$t«rfurt a. M. 11686

Zrettag, 20. Juni 1919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

ZwiMn-rrvnbdrvck u. Verlag: vrühl'sche U«iv.-Vuch- u. Stemdruckerei L. Lange. Schriftleitung, Gefchastrstelle u. Druckerei: Lchulstr. 7.

Annahme von Anzeige» f. die £agc*mtmmer bi» zum Nachmitlag vor hey ohnejedeVerbiudlichkeit! Sreis für 1 mm höhe» nseigeiiD.34mm Sterte' örtlich 15 Pf., auswärts 18 Pf., für Reklame- anzeigen von 70 mnt Breite 48 Pf. Bei Platz- vorfchriil20°/oAuischlag. Hauptschri'tleiter: Aug. (Äoest. Beiantwoitlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Gießen

Rücktritt der Kabinetts

14- ivirb hier-

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In der deutschen Havas-Uebcrsetzmig der schweizerischen Depeschen-Agentur lautet der Satz in Clömenceaus Begleitbrief:

Der Völkerbunds-Vertrag schafft gleichzeitig ein notwendiges Organ, um über die internatio­nalen Fragen auf freundschaftliche Weise durch Diskussionen und Uebereintommen zu verhandeln und um die Mittel zu sinden, um von Zeit zu Zeit die Regelung von 1919 selb st

hiesiger Stabt ner Ring, drei lasche mit )n- MeichMuh;

1 Tulauhr, in me Tarnenuhr, die mit 50 Ml. szigmarkscheine. seMstänbe be­machen.

kam on jedem 'is 5 Uhr nach- 1, erfolgen.

Barros ihre Wirkung getan haben. Der Ober­schlesier an und für sich ist ein nicht beständiger

Vorsichtsmaßregeln der Schweiz.

Bern, 19. Juni. (Wolff.) Schweizerische De­peschenagentnr. Am 23. Juni abeirds läuft die Frist ab, innerhalb' derer Deutschland die An­nahme oder Ablehnung der Bedmgungen zu er­klären hat. Wie auch die Entscheidung fallen wird, so besteht in dieser Zeit die Möglichkeit von Unruhen in Deutschland und daß auch diese nach der Schweiz über greifen können. Ter Bun­desrat bot deshalb zum Schutze der Nord­grenze auf den 23. Juni Truppen auf. Der Bundesrat hofft, daß das Angebot nur von kurzer Dauer sein und die Truppen bald wieder ent­lassen werden würden.

- Hmeralleut- 8u Gießen, 'e bei Äneral- x- Georg-Phj.-

les.

ßischcn Ämdes- jeiner am 26. rie M Zwecke des Freistaats

nehmigtcn Ber- gcgeben lucrbcn. i Mch-n Zu­

rr 1. Klasse ber yibc unb Ar-

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Tu ZieiMg

Juü 1919 siast-

Berli n, 19. Juni. (WTB.) General G r S n « r zum Reick^swehrMinister Noske nach Weimar fanifen worden, um mit diesem über die laufen- teil Geschäfte zu verhandeln. An den politischen Be- kf'chontgen, insbesondere auch an den Kabinetts- °t4mgen, nahm er nicht teil. Die ObersteHee- sesleitung hort am Tage des Friedensschlus- auf, zu bestehen. An der Entscheidung über Mmohme oder .Ablehnung des Friedens wirkt sic "«cht mit. k

D'ie Fraktionen der Mehrheit-Parteien.

Weimar, 19. Juni. (WTB.) Alle mög- l'ßen Gerüchte über Unterzeichnung ober Nicht- ^erzeichnimg durchschwirren die Stadt. Bis zur ptntbe haben die Fraktionen der Mehr- »e-its Parteien noch keine endgültige ^Mtscheidung getroffen. Den ganzen Tag kmerten die Frattwnssitzungen an. Der Zen- «r amsfraktion wird ein Beschluß des Frak- ^«asvorslandes vorgelegt werden, der sich gegen kiM bedingungslose Unterzeichnung richtet. Ganz «sjonders die Ehren fragen sind es, die der

Aktionsvorstand des Antrums für unannehm-

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Hierzu meldet Wolff: DieBasler Nachrich­ten" erblicken die für Deutschland günstigste Be­stimmung, in der auf amerikanischen Vorschlag eingebrachten Bestimmung, daß der letzige Vertrag von Zeit zu Zeit geändert werden könne. Hierin liegen für Deutschland unbegrenzte Hoff- nung.s Möglichkeiten, auf Erleichterungen seiner künftigen Existenz, weil Amerika im Völker­bund alles durchsetzen könne, was es wolle. Vor­aussetzung sei nur, daß Amerika auch Mitglied 'des Völkerbundes werde. Diese allerwichtigste Frage könne angesichts der amerikanischen Oppo­sition noch nicht bejaht werden und darum sei auch auf diesen Hosfnungsanker Deutschlands noch kein Verlaß.

Die Pariser Presse.

Versailles, 19. Juni. (Wvlff.) Die P o - riser Morgenpresse veröffentlicht die ersten ausführlichen Telegramme aus Weimar und aus den deutsck)sn Blattern und sucht aus ihnen Rück­schlüsse zu ziehen, ob Deutschland unterzeichnet oder nickst. Tie Presse läßt jrodj» die Frage offen, wie sie cs übrigens auch vermeidet, ins Einzelne cjeljeiibe Kommentare zu veröffentlichen. Sie scheint jebod) hauptsächlich unter dem .Eindruck eines Tele­gramms derFrankfurter Zeitung" aus Weimar zu stehen, wonach die deutsche Delegation im Einvernehmen mit den SackMwständigen ein­stimmig beschlossen habe, den Friedensvertrag nicht zu unterzeichnen, und daß sie der Negierung eine in diesem Sinne gehaltene Denk­schrift zugestellt habe. Es findet sich imMa - t i n" ein natürlich sehr tendenziös gehaltener, aus­führlicher Artikel, dessen Grmldthemä ist, baß die deutsche Regierung durch allerlei Manöver den Augenblick des Entschlusses hinauszuziehen tvackste. Tie deutsche Regierung suche die Verantwortung aus die Nationalversammlung abzuwalzen. Tie diationalVersammlung ihrerseits möchte eine Volks­abstimmung über die Frage der Unterzeichnung oder^ Nichtunterzeichnung vvrneljmen lassen. Znersellos glaube man in Deutschland, daß man eine sehr baldige Revidie-- vung des Vertrages ^erwarten dürfe, daß htmt sogar hoffen könne, daß die Lage, falls die Alliierten eine neue -Frist getvähren würden, sich noch vor der Unterschrift gänzlich ändern werde. Wenn beispielsweise der amerikanische Senat den Pakt der Gesellschaft der Nationen nicht in den Friedensvertrag aufnehme, müsse das ganze Frie­denswerk von neuem angefangen werden. Diese Eventualität könne allerdings in vierzehn Tagen eintreten. DerMatin" fragt sich, wie die Alli­ierten sich verhalten wurden, wenn die deutsche Re- tz-ierung eine 14tägige Frist verlangen würde, um eine Volksabstimmung vornehmen zu fömren.

Paris, 19. Juni. (WTB.) DerPetit Parisien" glaubt zu wissen, daß die Regierung am nächsten Samstag dieVeröfsentlichungder Präliminarien für Deutschland vom 6. Mai mit den neuen ^Vergünstigungen gestatten wird.

Französische Geheimdokumente über Oberschlefien.

Breslau, 19. Juni. (Wolff.) DieNeue Oberschlesische Volkszeitung" in Ratibor ist in der Lage, Dokumente über die Treibereien der Entente in Oberschlesien zu veröffentlichen. Sie beginnt mit einem Bericht des französischen Schriftstellers Maurice Barrös. In dem Bericht kann man zwei Punfte feststellen, erstens, daß es der Entente gar nicht um das Wohl Oberschlesiens zu tun ist, zweitens, daß französisches und eng­lisches Geld in großen Massen nach Oberschlesien geworfen wurde. In dem Bericht finden wir folgende Stellen:Dr. Dillon vomDaily Telegraph" schrieb mir im Februar, sie möchten ihm Leute für polnische P ropaganda mit englischem Gelde in Oberschlesien werben. Der Polenführer, mit dem ich auf der Redaktion der Berliner polnischen Zeitung eine mehrstündige Unterredung hatte, glaubt daß es zu einer Ab- stimmung kommt, wenn sich Deutsche und Polen allmählich erholt hätten. Dann würden das eng­lische Gold und die französische Propaganda von

zialdemokratische Fraktion der preußischen Landesversammlung eine Fraktionssitzung ab, in der die Frage der Friedensunterzeichnung besprochen wurde. Obwohl formelle Beschlüsse nicht gefaßt wur- )en, ließ sich die Stimmung doch dahin fest- tellen, daß der überwiegendeTeilder Fraktion der Ansicht war, daß die Un­terzeichnung sich schließlich nicht würde umgehen lassen. Das größte Be­renten gegen die Unterzeichnung erweckte auch bei deren Anhängern das Schicksal der Ost- rrovinzen. Allgemein war man der An- icht, daß vor der Unterzeichnung noch ein äußerster Versuch gemacht werden müsse, we­nigstens für We st Preußen eine Volksab- timmung wie für Oberschlesien zu retten.

Die Meinung des Vorwärts.

B e r I i n, 19. Ium.. (Priv.--Tel.) Derv r- Worts" veröffentlicht eine aus Weimar datierte Erklärung seines Redakteurs Friedrich S t a m p - fer, worin es heißt: Der Artikel .^Volksab­stimmung" in Nr. 307 desVorwärts" ver­anlaßt mich, öffentlich festzusteKen, daß ich^ mit den dort ausgedrückten Auffassungen nicht über» ein stimme. Ich halte die Unterzeichnung des Friedensvertrages für itiite Moralische Ka­tastrophe, die, wie ich fürchte, noch schlimmere Folgen haben wird als die NichtunterzeickMMg. Ich glaube beftinnnt, daß wir den letzten Gang, der mit diplomatischen Mitteln auszufechten ist, ehrenvoll zum Nutzen unseres Volkes bestehen könnten, inetm unser Volk nur die dazu nötige moralische Widerstandskraft aufbrächte. DerVor­wärts" hättefeinen Augenblick vergessen dürfen, daß die großen Entscheümngen der Weltgeschichte nicht ohne Mut ausgefochten werden können.

Hierzu bemerkt zugleich namens der anderen politischen Redakteure desVorwärts", Redakteur Kuttner u. a.: Der ArtikelVolksabstimmung" ist ein ausgesprochener Redaktionsarttkel. Der In­halt entspricht der Ansicht der gesamten politiscktcn .Redaktion, die in den vergangenen Wochen Mit großer Selbstverleugung ihre Ansicht zurück­hielt, um bei den Unterhlrndlungen auf keinen Fall die Position unserer lUnterhändler zu schwächen. Nachdem jetzt durch das Ultimatum der Entente die ^Situation verändert ist, erschien uns im Augen­blick der letzten. .Entscheidung ein längeres Schweigen unmöglich

Der Bat -er vier.

Paris, 19. Jirni. (Wolfs.) Diplomatische Sage. Ter Ratder Vier versammelt sich Mitt­woch und Tonnerstag nicht, da Wilson nach Belgien gefahren und Lloyd George an die Front gereist ist. Lloyd Georges hat Paris gestern morgen im Auto verlassen und zwar mit zahlreichem Gefolge, das der englischen Friedens­delegation angehört, um die Schlachtfelder von Verdun und Umgebung zu besuchen. Er wird Donnerstag nach Paris zurückkehren. Die fün Außenminister berieten gestern über die Frage der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Polen und der Ukraine,

Der Völkerbund als Revisionsorgan für den Friedensvertrag.

Rücktritt des italienischen Rabinetts.

Rom, 19. Juni. (WTB.) Reuter. In­folge eines Mißtrauensvotums der Kammer ist das italienische Kabi­nett zurückgetreten.

Rom, 19. Juni. (WTB.) Stesani. In der Kammer sind mehr als 350 Mitglieder an­wesend. Die Sozialisten widersetzen sich einer geheimen Beratung. Niki wünscht eine eingehende Besprechung der Lage, verwirft aber die geheime Beratung. Die Regierung stellt die Ver­trauensfrage. Dieser Vorschlag Or­landos wird mit 27 9 gegen 78 Stim­men verworfen.

Menschenschlag und materialistisch veranlagt. Die Entente wird die Propaganda genau durchführen. Die Franzosen selbst unterstützen die polnisct»e Bewegung in jeder Weise. Der Beweis für die Arbeit des englischen Geldes in Oberschlesien ist folgende Stelle:Das Geld ging ihnen für 1500 Personen in Oppeln, Beuthen und Ratibor zu Schicken wir es durch Eh. . Man sagt uns, daß es seine Wirkung tut. Je langer wir mit einer etwaigen Volksabstimmung Watten, um so sicherer sind wir, daß die Deutschen unter unserer Aufsicht weniger Stimmen erhalten. Machen Sie den Deut­schen klar, daß wir in Oberschlesien ihre Habe konfiszieren und die jungen Leute zunil Arbeiten zwingen, in dem wir sie nach Frankreich schaffen Wir können nicht dulden, daß ein so großes Land wie Deutschland uns Widerstand leistet. Grüßen Sie S., der dem Justizrat Ezapla schreiben wird Ich schicke ihm die nötigen Fonds Dann heiß es weiter an anderer Stäle: Außerdem wird Charly, der nritfommt, das nötige für Streiks inszenieren. Unser Kollege Williams ist der Heber» zeugung, daß die Schlesier sich an Polen rachen wollen. Aber sie werden cs nicht können, weil wir die Unzufriedenen deportieren, ebenso wie wir es,am Rhein machen, ftde Zeitung, die heute noch für Deutschland eintritt, wird von uns aus­geschlossen."

on hält. Das Kabinetr, das den ganzen Vor­tag über getagt hatte, ist heute nachmittag um bl^hr wiederum zu einer Sitzung zusammen- S:eten. Ebenso hat sich der S t aa t e n a u s- ,. u ß in den späten Nachmittagsstunden zu einer nT»»>- . t^.1 gültigen Besprechung versammelt.

Sk 0. Berlin,19. Juni. (Wolff.) Der .,Vor- sÄA schreibt: tote MrMcktag hielt die io-

«eimar, 20.Juni. (WTB.> 1.10 Uhr morgen». Das Kabinett ist znrück- g«treten. Es wird die Regierungs- gefchäfte vorläufig weiterführen, bis der NeichSpräfident ein neues Kabinett ge­bildet hat.

In einer Privatmeldirng derFrankfur­ter Ztg." heißt es noch, der Reichspräsident Ebert werde voraussichtlich noch int Laufe des Freitag einen neuen Ministerpräsidenten be­rufen und man nehme an, daß vielleicht die Minister Noske oder Dr. David mit der Neubildung des Kabinetts betraut würden.

Ferner wird gemeldet, daß in der sozial­demokratischen Fraktion bei einer vorläufigen Abstimmung 75 Abgeordnete für die Unter­zeichnung, und nur 35 dagegen gewesen wä­rm. Im Zentrum seien drei Strömungen: die eine wolle ublehnen, die andere anneh­men, die dritte wolle den Versuch gemacht haben, Abänderungen des Vertrages durch- zrsetzen, die der nationalen Ehre Rechnung trugen. Man denkt hier also wohl an die Schuld frage und die Auslieferungen. In der demokratischen Fraktion ist die über» wiegende Mehrheit für Mlehnung gewesen.

Es ist also noch schleierhaft, wie das neue Kabinett aussehmt wird, das aller Vor­an ssickft nach den Friedensvertrag unter» schreiben wird. Die Unabhängigen kämpfen bekanntlich für die Annahme. Wie die Ver­hältnisse im Reiche und die Tatsachen liegen, kt der grundsätzlich richtige Standpunkt et­iler Ablehnung dieses Schmachfriedens nur mch schwack^e Stutzen. Ja, wenn wir ein einheitlich geschlossenes, ziel- und tatbewuß- Iles Volk hätten! In einigen Tagen werden vir wohl einem von einem ausgehungerten, tviderftandslosen, in seiner Gesamtheit demo­ralisierten Volke erpreßten Frieden ge­genüber sttheu * .

Weimar, 19. Juni. (Wolff) Das Kabi­nett MMftigte sich gestern in Gemeinschaft mit iwi Mitgliedern der Fritt>ensdelegation in vier­stündiger GeneraAebatte mit den Gegenvor- schlä gen der Entente. Das Urteil der Rnchsregierung hat sich seit der Ergänzung der Mantclniote durch das inzwischen eingetroffene Me- tooranbum nicht geändert. Sie steht auch ihm yegenüber auf dem Standpunkte: Unerfüllbar und tiurttraglich. Tie endgültige Stellung- Ubm e wird heute nach einer Besprechung der cmzclnen Reichsminister mit ihren Fraktionen und beit eiuzelstaatlichen Ministern erfolgen.

Das Urteil des Sachverständigen- ausschnfies.

Berlin, 19. >Jmck. (WTB.) Eine zur Prü- ftng der Antwott ber Entente auf unsere Gegen­vorschläge aus allen 'Kreisen des deutschen Witt- schch^lebms, aus Vertretungen der deutschen Mmw biete und aus Ausl andÄXntschen Msam- tetberufere Sachverständigenkommts- sivn ist Iner ^ufammengetreten und bat in enge» cm Untrrfommiffi'men den ganzen gestrigen Tag tie gesamte Motette beraten. Das Ergebnis der Bratlingen wurde in formulierten Vorschlägen ffHcrgetegt, die den heute mittler zusammenge- tertenen Volkskommissionen der Sachverständigen cks Referat .unterbreitet wurden. Wie wir hören, lontmen die Beschlüsse der Vollkommissionen ein- nütig zu dem Ergebnis, daß die in der Antwort ter Entente enchaltenen Zugeständnisse nicht ge- fiffnet sind, das auf Grund der früheren Beratung «chattete Votum über die Unerfüllbarkeit bzw. Varamiehyibarkeit des Ententevorschlagest Wesent- Lch zu modifizieren.

GrSner und RoSSe.

zu gestalten durch die Anpassung an Tatsachen und Bedingungen, so wie sie sich. riaßeltaL

Die Cschecho-SIowalen im Kampf mii den Ungarn.

Prag, 19. Juni. (Wolff.) Tas tschech». slowakisckie Preßbureau teilt mit, daß die U n- g ar n ihre mit der Da!tzn in die Gegeoü) Jswenz(?) Karpfen herangeführten Kräfte in der Umgebung von Lewenz emfetzten. Am 16. Juni, versuchte der Feind, mtterstützt von starker Attillerie, in Richtung Neutra durchzubrechpu. Sein An­griff scheiterte. Mit Unterstützung von seckO Monitoren griffen die Magyaren auf dem rechten Flügel der Heeresgruppe des Generals Mrttel- Ijaufer von der Zitva bis gegen Kuett an, wurden aber z u r ü ckge schlagen. Weiter nördlich muß­ten die tschecho-slowakischen Truppen nach 48stündigem Kampfe stellenweise Boden auf geb en. Sie halten die vorbereiteten Stel­lungen östlich Zitva.! Der Mvnpf ffand auch nördlich Lewenz seine Fottsetzung. Der Feind wehrt sich entschlossen. Die Abteilungen der Heeresgruppe des .Generals Heimogus rückten vor, überall auf zäl/en .Widerstand stoßend. Südlich Tisvves bis gegen Mims Banxa und östlich Rosenau bis gegen Jaso, sowie in der Umgebung Eperjes leisttte der Feind sehr ztthen Widerstand. Es wurden ihm 18 Maschinengewehre, viel Material und Gefangene abgenommen.

Ter Wehr ausschuß beschloß im Beiiein des Ministers für nationale Verteidigung, Klo- fas, und des Landeskommandanten für bte Slo­wakei, Generals Schoebl, nach einem Berichte des Obersten Polz, sämtliche Studienurlaube auszu­heben, damit es möglich ist, sofort Offiziere und zwar Studenten, Lehrer und Professoren zum Kriegsdienste .ein ^berufen.

Clemeuc^au an Vie ungarische Regierung.

Budapest, 18. Juni. (Wolff.) Nach einer Meldung des Ungarischen Korresp.-Bureaus heißt es in der Note Clömeuceau an btc un­garische Regierung: Die auf tschecho-slovakischem Gebiete kämpfende ungarische Armee wird aufgefor­dert, sich sofort hinter die für Ungarn bestimmten Grenzen zurückzuziehen. Wenn die alliierten und assoziierten Mächte auf Gründ der Information ihrer Vertreter vom 14. Juni mittags gerechnet innerhalb vier Tagen nicht Mitteilung erhalten, daß die Bestimmung tatsächlich durchgeführt ist, so wird es ihnen freistehen, vorzudringen oder- sonstige Maßnahmen zu, ergreifen, die zur Siche­rung eines gerechten Friedens geeignet erscheinen. Die rumänischen Truppen werden augen­blicklich zurückgezogen, wenn die ungari)dien Truppen die Slowakei räumen. Die alliierten und assoziierten Mächte fordern nachträglich, daß während dieser Truppenbewegungen die Rumänen nicht beunruhigt werden und keinerlei Versuch ge­macht werde, ihnen über die rumänische Grenze hinaus zu folgen.

Eine weitere DepescheElemenceaus an die ungarische Regierung äußert sich über die Grenzen Ungarns gegenüber ber Tschecho- Slowakei und Rumänien. Danach bildet von Preßburg bis zur Mündmrg des Eipel-Flnsses der Hauptlauf der Donau die Grenze. Die Grenze geht von der Eipelmündung 25 Kilometer in nörd­licher Richtung entlang des Eipelftusses, durch- schneidet den Eipelwinkel in nordöstlicher Richung und erreicht den Eipel-Fluß von Neuem südlich von Jpelyzag. Von JpelyM bis zu einem Punkte 10 Silonieter südlich von Losoncz entlang geht die Grenze am Eipelfluß entlang, verläßt dann den Fluß und schneidet die Eisenbahnlinie Salßo TarjauLonfvnez, 7 Kilometer nördlich vvn ea> gotarjan. Bon diesem Punkte zieht sich die Grenze in nordöstlicher Richtung, berührt dm Bcreini- gungspunkl des sSajofund. Ides Rrmpflüsse- trnb geht sodann in ivordöftlickier Rickftung Wetter bis zur Gemeinde Torna. Diese Gemeinde gehört ben Tschechen; sie liegt etwa 23 Kilom. südwestlich bon Kaschau. Bei Torna beginnend nimmt die Grenze int allgemeinen östliche Richtung au, fchrwi- det den Hernad-Fluß und zieht sich in sudöstlichcr Richtung gegen Satoraliad-Uihely Dieser Ort ge. hört Ungarn. Von Satoralia-Uihely ist die Grenz« derart festgelegt, ba6 die Satorcha-Uihely Ezap. Nagy Szoellocs, Szatmar-Nemett, .Nagy-Karoch, Groß-Wardein und Nagy-Szalonta (letztere Ort­schaft 35 Klm. südwestlich von Groß-Wardein) ver- bindende Eisenbahnlinie bei den Tscheck»en bzw. bei den Rumänen verbleiben würde. Die Grenzd zieht sich von der genannten EisenbahnliniL abwechselnd in einer Entfernung won 21 bis 15 Klm. hin. ^Son Nagy-Szalonta an läuft die Grenze in süd­westlicher Richtung weiter bis zum Maros--Fluß in bCT südwestlichen Ecke des Komitates Arad und ist weiter entlang des Maros-Flusses bis zur Höhe der Stadt Mako festgestellt.

Die Verbitterung in China.

Amsterdam. 19. Juni. (WTB.) Das All­gemsen Handelsblad metbet: DieTimes" mel­det aus Peking vom 10. Juni: Die Lage in China hat sich verschlimmert. Neben der Boykottbewegung entstand jetzt eine Bewegung, die gegen die milttaristische Regierung gerichtet ist. Ter gesamte Handel steht so gut wie sttll. Es droht ein Eisenbahn-, Post- und Telegrapheid' ftreil Die Bewegung gegen die Regierimg oe* siÄänkt sich nicht nur auf Studenten, wndertt. auch einflußreiche Elemente aus der Vettoattnng nehmen an ihr teil. Der Beschluß der Pariser Konferenz bezüglich Schantungs hat san^ Land gegen die Japaner aujgeW mtb erzeugte viel Verbitterung gegen die Alliierten, -oi-'beti haben nur unbedeutende Kundgebungen gegen MC