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Donnerstag, 2!). $ebtuar (919

Erstes Blatt

169. Jahrgang

MetzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

SviNtngminddruü Verlag: SrühI'Iche Uni».-Bud), u. Steinöruderei B. tätige. Sdjriftleitung, ®efd}ä|tsjtclle «. ©ruderet; Schulftr 7.

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Sranffnrt a.m. 1168t.

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der gestrigen Sitzung des Landes-Arbeiter­

den

Sitzung um 7 Uhr geschossen.

Nächste Sitzung: Mittiovch 2 Uhr.

Aur dem Neiche.

Die Lebensmittelversorgung.

Berlin, 19. Febr. (WTB.) In

Dir braunschweigische Verfassung.

Braunschweig, 19. Febr. (WTB.) Die seit einiger Zeit schwebenden Eini­gungsverhandlungen zwischen den beiden sozialdemokratischen Frak

sonnig.-re Zukunft blicken können. $d> glaube, wir erreichen das am besten, wenn nur statt ein­sam rückwärts, gemeinsam vorwärts blicken. (Lcb-

böse Saat des

ligte, von der Landesversammlung gewählt werden. Sie wird aus vier Mehrheitssozia­listen und vier Unabhängigen bestehen. Die Anregung, auch Vertreter der bürgerlichen Parteien <n die Negierung auszunehmen, wurde abgelehnt. Der neue Verfassungsenl- wurf sagt u. a.: Alle Macht ruht beim braun­schweigischen Volke. Sie wird ausgcübt von der Landesvcrsammlung, dem Landes-Arbeiter­rat, dem Rat der Volksbeauftragten und den örtlichen A.- u. S.-Räten. Neben der Landes­versammlung besteht der Landes-Arbciierrat, dem es obliegt, die Sozialisierung vorzuberei- ten. Ihm steht ein Einspruchsrecht gegen die Beschlüsse der Landesversammlung zu. Der Landesaröeiterrat ist auf Grund eines beson­deren Gesetzes bis zum 1. 4.1919 zu wählen Die Geschäfte des Landes führt der Rat der Volksbeauftragtcn. Er wird von der Landcs- versainmlung gewählt und muß ihr Vertrauen haben.

Hasses ausgestreut, ist daraus erwachsen. ... . ,

-s des Schicksals Wille fern, daß nrck)t fort­dauernd Böses geboren, sonocrn daß der Ver­such gemacht wird, die Saat des Unheils aus-

Die Unrichen.

Gotha, 19. Febr. (WTB.) Wegen der Besetzung der Stadt durch Regierungstruppen brach heute Mittag 12 Uhr oer General­streik aus. Alle Betriebe stehen still. Die Zei­tungen erschienen schon gestern nicht.

Braunschweig, 19. Febr. (WTB.) Während der heutigen Beratungen der Lan­desversammlung über die Arbeitslosen­frage versammelte sich vor dem Landtags- Gebäude eine nach Tausenden zählende Menge arbeitsloser Männer uni) Frauen. Ein Teil von ihnen stürmte die Haustreppe hinauf und erbrach die Türen zum Sitzungssaal. Hier ent­spann sich zunächst eine wüste Schimpferei. Die Abgeordneten wurden umringt, ebenso der Prä i.ient. Die Eindringlinge bemächtigten sich des Abgeordneten Mller-Schoell, oes Direk­tors einer hiesigen Firma, schlugen auf ihn ein und stauchte:: ihn mit dem Kopfe auf den Tisch. Schließlich wurde auch der T is ch d es Präsidenten u m geworfen, die Tische und Stühle im Saale zusammenaeivorfen und die Türfüllung eingestoßen. Der Arbeiter- und Soldatenrat versuchte die Leute zu beruhigen, die Versuche waren aber ergebnislos. Die Volkswehr der Matrvsenwache wurde auf- geboterr, um das Gebäude wieder zu säubern.

Der Nklidemiker und der Streik.

Die Dertteterversammlung des Reichsausschusses der Akademischen Berufsstände hat beschlossen, die Deutschen Juristen und Sozialwissenschastler aufzu­fordern, Gutachten auszuarbeiten über die Frage: Der Akademiker und der Streift. 3n den Gutachten soll ausgeführt werden: 1. Ob und wie, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen rechtlichen Folgen ein Streik der höheren Beamten (Staatsbeamten, Kommunalbeamten, mittelbaren Staatsbeamten) mög­lich ist. 2. Ob und wie, unter welchen rechtlichen Vor­aussetzungen ein Streift der in freien Berufen tätigen Akademiker möglich ist. 3. Welche Forderungen auf Abänderung des geltenden Rechtes sufzustelleu sind, um den Beamten und nicht beamteten Akademikern die Möglichkeit einer Arbeitsniederlegung zu sichern. - Die Arbeiten müssen bis zum 1. April 1919 an den Vorstand des R. A. D., z. H. der Geschäftsstelle Berlin T 2, Burgstr. 28, Bürohaus Börse, Zimmer 37, abgesandt sein. Für die beste Bearbeitung wird ein Preis von 500 M, für die nächstbeste Bearbeitung ein Preis von 300 M ausgesetzt. Die ?!.beit ;oJ nicht mehr als 32 Druckseiten umfahr .

211t» Hessen.

Der Entwurf einer hessischen Rolvers^nng.

Darmstadt, 19. Febr. (WB.) Der bcPfchev Volkskammer hat an Stelle des ihr vom Munslcrvrck sidenten zugegangenen vorläufigen Entwurfs zu eine: Derfasiung eine Notverfassung Vorgelegen, durch welche die Staatsform, das Staatsgebiet, die Staate- gemalt, die Gesetzgebung und die Negierung geregelt wird. Das Referendum (Volksabstimmung) ist fort geblieben und als Ersah dafür wird der Regierung das Recht zugestanden, die Kammer aufzulösen, falls die Regierung das Vertrauen der Kammer nicht mehr besitzt. Die Staatsleitung liegt in den Händen des Gesamtministcriums, dessen Vorsitzender der Minister­präsident ist. Dieser wird von der Volkskammer mi absoluter Stimmenmehrheit gewählt und beruft die Mitglieder des Gesamtministeriums, das aber de Bestätigung durch die Volkskammer bedarf. Di Vcr antwortlichkeit des Gesamtministeriums gegenübe: der Volkskammer wird durch besonderes Gesetz ge­regelt. Die Befugnisie, die nach dem Gesetz dem Grofi- herzog zustanden, werden von dem Gesamtminislerinm ausgeübt Diese Notverfassung tritt mit dem Zeit- punkt der Verkündung der endgültigen Verfassung, spätestens aber mit dem l. Januar 1920 außer Kraft.

Die morgen zusammentretende hc'üsche Volks­kammer wird voraussichtlich über d,-s«t ^lotgesetz- entwurf beraten.

Hafter Beifall.)

Abgeordnete Frau Marie Iuch'arz (SdZ.): Meine Herren und Temen! (Aha und Heiterkeit.) Ter Revolutioi: verdanken wir unsere Sitze im Parlament. Ms Sozialdemokratin aber freut es mich, daß es eine sozialdcinokrattfchc Regierung war, tnc die deutsche Frau von der politischen Unmündigkeit befreit hat. (Beifall links.) Für Deutschland ist die Frauenfrage damit gelöst. Wir werden aber niemals unser Frauentum verleugn neu weil nun auch wir in die politisck>e Arena ge flieg en find. (Allseitiger Beifall.) Bei der Be­ratung der neuen Verfassung roerdett wir dafür zu sorgen haben, das; nun auch in der Verwaltung die Flau als gleichberechtigt mit herangezogen wird. Vor allem gilt das für die Jugendpflege, für die allgemeine Volksbildung und für die vielen Ztveige der Wohlfahrtspflege. (Beifall.) Wir for­dern eine Ausbesserung der Bezüge unserer Alters- uno Jnvalidetlrentner ^Zustimmung.) Gegen die Knebelung der Presse protestteren wir immer wie­der. (Lebliaste Zusttmnmng links.) Auch die Ver- sanmllungsfreih.it war unterbunden. (Sehr wahr ! links.) Tie Blamtenschaft hat die Revolution mit einem befreienden Ausatmen begrüßt. Sie wird auch wirtschaftlich unter dem neuen Regime besser fahren als bisher. Die unabhängige Sozialdemo- Fratie hat die spccrtakistische Polttik unterstützt. (Sehr loahr! bei der Mehrheit.) Das befreite T-eurichtend sendet seinen Volksge.no sscm, die noch immer in Kriegsgefangenschaft im Ausland« schmachten, brüderliche Grüße. (Beifall.)

Der 9!bg. Meyer»Kaufbeuren (Zentrum) be­spricht die innere wirtschaftliche Lage m Deutsch- lartb. Er ist der Meinung, dist unsere Proincktiort an Getreide, Fleisch, Kartoffeln irito. noch auf Jahve 'hinaus Saumäßig vaoonschlagt und verteilt tuerben müßte, und daß das ganze deutsche Volk zu einer einfacheren Le^nshaltung kommen müsse.

Abg Falk- Köln (Demokrat, gibt der Liebe der Rheinländer z>u ihrer engeren Heimat Aus­druck, weist aber gleuitvirig darauf hin, daß die Rheinländer wohl rvüßten, daß die Rheinlande zu ben Stcpmnesländern Teutschiands gehören; und ivenn jetzt der Uebcrmut des Feindes die Hand nach rhrinischem Gebiet ausstrerke, so möge er wissen, daß er das gegen ben Willen auch des letzten Rlpeiuläiüxns tut. (Lebhafter allseitiger Bri- sail.i Tie Behandlung seitens der Befatzungs- aiinee sei in Köln übrigens erträglich. Anderswo sei dies aber nicht der Fall.

Rrichsministier Erzberger hebt hervor, daß der Feind, ivenn er auch gegenwärtig eine Rhern- gren$c gezogen habe, eine geistige Blockade niemals verhängen könne. Tie Ueberschreitung der Bc- birigrurgen des Wasfenstilliüandes ginge über das erträgliche Maß Istnaus. Tas deutsche Volk habe das urrveräußerliche Reckst auf einen gerechten Frie­den bereits in der Tasche und köime mr^-sichts der Vergewal igimgsplä e eiiT^elner der Alliierten nicht oft und nicht laut genug seine Stimme er­heben. (Beifall.)

Rach einigen persönlichen Bemerkungen der Abgeordneten Haase, Ri ßner und Vögler wird die

und böse Frucht

Aber nun könnte

ist, einzuscknänken. Heiterkeit.) Ten Ofsiziereft! war das Adlegen der alten Gradab^ ichen beson- \ ders schmerzlich. Ich tann das selbst am wärmsten iInten nachsühlen. Manche sehen darin eine Ent- luürbigung. (Sehr rickstig! rechts) und vermuteten, ich hätte mir diese Ateßnahme abbrängen lassen.

gefahr ist?"

Vielleicht war der Pariser Rcvolveran- ichlag ein Anfang zu solchen Ueberlegungcn bei unserem Gegner. Wir billigen die Tat nicht, aber nicht immer ist der Satz richtig:Böse Früchte bringt die böse Saat." Cle- menceau hat eine

zujäten.

Poris, 19. Febr. (WTB.) Funksprirch Usingen. Tnrch einen Funfspruch des Eiffelturmes nnrd mitgeteilt: »Heute morgen gegen 9 Uhr ist in dem Augmblick, als Herr Clemencean. luelrfper geixtiy: xdoii zu Hanfe kam und in einem Automobil die Ecke der Franklinstraße passierte ein Attentat verübt worden. Es 'mürben auf Den Ministerpräsidenten mehrere Revolver­schüsse abgegeben, hie ihn jedoch nur leicht verletzten Ganz ruhig kehrte er nach Hause zurück und sagte zu den ihn Umgebenden: ,^Es ist nichts!" Er zeigte keinerlei Erregung, mc Bolijiften bemächtigten sich des llnbefiaimten, bei versuchte, -u entkommen, aber von Vvriibergeyen- >?n fesch, halten wurde. Ter Festgenommene er- flärte, Pottin zu heißen. Herr eiemcnccau) tomite zu Fuß nach Hause zurückkelnen. Sem Sufhirtb ist keineswegs besorgniserregend.

Paris, 19. Febr. (WTB.) Reuter. Cle- irt e n c e a u ist an der Schulter und nicht, wie früher gemeldet, am Kopf verwundet. Sein Zu­stand ist anscheinend nicht als gefähr­lich an zu sehen

Paris, 19. Febr. (W8ri Hävers. Tas Attentat gegen Etemenceau wurde in dem Augen­blick verübt, als der Wagen des Mnisterpräsi- terrteii den von der Franriinstraß? und dem Bou- l-Ttiarb Delcssert ybilbctcn Winkel passierte. Ein in einem Pi schic verstecktes Znoividuum stürzte megen den An loschlag und gabsünfRevolver- I cb ü H gsgen neu Minischrpräsidenten ab, von denen einer oen Präsidenten traf. Die Menge stürzte sich auf den Angreifer. Es st«l<mg den Polc- risten, il'N fritzunehmen. -später gab das Jndc- büiunm ii o t() mehrere Schüsse ab und ver» 'tu(]??:; i:Soldaten: auch der Giyunfeur wurde kl: wriebt. Ter- Angeriser, gab an, er ch'iße $ j i i . und Wime in Eonwiegiue. Ter wlrilei= km-nisch'' des Quartiers nahm das Verlstir vor. Liw.- ' ; i<>1 Menschenmenge sammelte sich bei (Sic* ncnceauv Wohinwg an, wo ein Ordmmgsdtensti

aufgestellt mürbe. ZahlreickZe PersSnlicksteiten be­gaben sich MM Präsideittm, darunter PrckMr, Dournicr, Chäron und aitbere, um Nachrick>ten über sein Beenden au erhal.en.

Tie Professoren Laubrt», Eosset und Cusster untersuchten Elemenceau, der von der Kugel in dasOberteildes rechten Schulterblat- tes getroffen !norden ift Die Wunde ist ziem­lich tief. Es wurden Trine inneren Organe ver­letzt, das Allgemernbesindcn des Patienten ist aus­gezeichnet.

I England und der Friede.

London, 19. Febr. (WTB.) Reuter zufolge hat eine Konferenz der Vertreter von 800verschiedenen Arbeitervereinigungen, die den NamenKameraden des großen Krieges" führen, einen dringenden Auf­ruf zu Gunsten des Friedens in der Industrie ver­öffentlicht.

deutsche ttatlonalocrfammlung.

11. Sitzung vom 19. Februar 1919.

Prä'idml Fehrenbach eröffnet die Sitzung um st,20 Uhr. Aus der Tagesordnung steift zu­nächst die erste Lesung des GesetzcMtrvtries, be­treffend Abändermrg der Verordnung über bie Rückgabe der in Belgien und Frankreich we gge h r t enBe t r ie b sei n r ichtun g e n vom 1. Februar 1919. Danach soll die Anmeldung der betreffenden Einrichttmgeit nicht bis spätestens 20. Februar erfolgen, vielmehr soll der Termin vom Jnneirminist-ermm nod) festgesetzt teerten.

Rrichsminister Erzberger bittet, dem Ent­wurf zuzusriminen, da er eine Folg.' des soeben abgeschlossenen Waffenstillstandes sei. Er verliest sodann eilt Schreiben des Reick>s>virtschaftsaiML über die Frage des Sachverständigen bei den Wassei'.stillstandsoerl)a:>lungen und fälyrt fort: Durch di.' Verlesung dieses Schreibens ist der w'.'is erbracht, daß die Jnbtistrre es abgelehnt IM, nach Ablehnung von Hugo Stimres neue Sachver- ftäiitig? in die Wasfenstillstandslvmmissi->n zu ent­senden.

Hierauf wird der Gesetzentwurf d.brttslos in allen drei Lesungen unverändert angenommen.

Tie orige meine Aussprache tvi rd fortgesetzt. Präsident Fehrenbach teilt mit, daß ver­sucht werden solle, die erste Lesung heute zu Ende iu führen.

Arbeitsminister Baue r sprach über die Grundsätze, nach denen die Vergebung der zur Behebung der Wohnungsnot angetereberten Mittel er folgen soll, und fuhr fort: Besondere Förderung soll ben Siedlungsge sril sckmften zuteil werden. Die Gewährung von Zuschüssen an b.ie Hausbesitzer kann an die Uebernaljme der Verpslichmng zur Auf­nahme kinderrcicher Famülien gcknüpft loerben. Tie Rrichsreg-rerung will alles tun, um die Wie­derbelebung der Dantätigkeit zu fördern. In ilprem Pvog amm to Id) s b s stift di- Vervrdnu g zur Be­hebung i-cr Wohrugseo:. den Eriaß ii*gcn <5d af= fung lantlvirtschiftl. Sievelungen, die'währung von Bancostenzuschüfse-l im Beiragr. von 300 Mil­lionen Mark, dm Erlaß betreffend das Erbbau­recht und endlich die Err ichttm.g einer besonderen Mteilung für Wohnirirgs- und SiedlrmgSwesen im Rrichsarbeitsamt umfaßt, bilden diese Kredit- sorderungen einen wesentlichen Teil. Ich bitte die Rationalversammlung>, sie zu betvilligen.

Preuß. Kriegsminister Oberst Reinhardt: Tie Verwendung der Truppen zur Auftrchterhal- tung oder

Herstellung der iunereu Ordnung ist unerfreulich und zwar ganz besoirdcrs für die beteiligten Truppenführer und Soldaten. Tiefer Kumpf ist unerauicklich, und er ist nicht leicht zu führen. Er wird häßlich verschärft durch die tückische bolschewistische >Kanrpfeswrise der Ruhe­störer, die von ungemein gesahrlickien Schwärmern angeführt werden. .Auf diriem Untergnmb voll­zog sich bie Tötung der Frau Luxemburg und Liebknechts. Welches -auat immer das rein mensth- lickte und politische Urteil über die Bedeutung der Schuld lmd Hes Todes dieser beiden Persönlick)- keiten für den Frieden in unserem Volk fein mag, als Soldat Emm ich die Tatsache nur aufs tiefste bedauern, daß die BegleitLommandos nicht ver­mochten, die Häftlinge unversehrt den Richtern abjuriefem. (Große Unruhe bei den Unabhängigen Sozialdemokraten, erregte Zurufe: Unverschämte hrit! Sie haben sie ja selbst gemordet! Sie sind der Mörder! Fälfchen Sie doch bie Geschürfte nicht!) Ter,kommandierende General von Lütt- witz teilt meine Auffassung, und darin erblicke ich bie Gewähr, daß bet der dem Korps des Generals unterstell ten Garde-Krival lerie-Sckvrieu-Tivis nm

alles Nötige zur Feststellung des Falles und zur Bestrafung ber Schuldigen gesck^heei ist (Neue Un­ruhe bei ben unabhängigen Sozialdemokraten, air- bauembe Zurufe: Unerhört, Unverschämtheit, Mörder usw. Präsident Fehrenbach erklärt, er werde, wenn die Zurustr sich nicht beruhigten, von Ordnungssttnstn Gebrauch machen.) Ich muß es deshalb mtschieden ablebnen, mich über das Er­gebnis des fdrnxbenbcii Verfahrens anszuspreck^n. Tie Reickisregiemng hat schon den Plan gefaßt, die Militärstrafgerichtsordnung so umziiwandeln, daß rein bürgerliche Straftaten vor die bürger­lichen Gerichte kommen sollen (Bristlll.) Unser Zukunftsheer wird sehr bescheiden sein, aber wir können es trotzdem noch nicht aufbauen, weil wir noch leinen Frieden haben. Ich meine, wir müssen in dieser ernsten Zeit nicht trennen, sondern einen. (Gelächter imb Zuruf bei den unabhängigen So­zialdemokraten : «Mit MaWinengewehren!) Tie Soldatenräte oder Vertrauensleute werden bei der Verwaltung der Truppen in ihrem ganzen nurerai Leben ebenso ehrlich mitroirfen tonnen, wie sie die Führung und Verwendung den Zkvmmrrndos übcrlaiien müssen, bie setzt auf die Republik zu verpflichten finb. (Unruhe bei den lUirtbgängigen. Präsident F.Himbach bittet die .freundschaftlichri^ Aussprache, die zwischen den Bänken der lbuf>* iMigigen und der Mehrheitsjo-ialisten im Gange

letzten Verhandlungen in Spa und Trier über die Versorgung Deutschlands mit Lebens- mitteln nrurben neue Abmachungen über wei­tere Lebensmittelliestrungen von 235 000 Tonnen zum Preise von ungefähr ll'/rMil­lionen Pfund Sterling nach dem heutigen Kurs fast 400 Millionen Mark getroffen. Die Finanzierung dieses Kaufes beschäftigt zur Zeit die beteiligten Stellen. Die Zahlungs­mittel sollen durch Nutzbarmachung der noch im Jnlande befindlichen ausländischen Werte und durcl) gesteigerte Ausfuhr von Rohstoffen und Waren beschafft werden; die Verhand­lungen darüber laufen weiter.

Die Bcrfassnugsfragen.

Berlin, 18 Febr. (WTB) Zu der Stimmen» Verteilung in dem nach der neuen Verfaffung an die Stelle des Staatenhauses tretenden Reichs rat schreibt dieDeutsche Allgemeine Zeitung": Grundsätzlich soll in Zukunft auf eine Million Landeseinwohner der Gliedstaaten eine Stimme entfallen. Solche Staa-. ten, die weniger als eine Million Landesein­wohner haben, sollen stimmberechtigt sein, wenn auf Grund eines Reichsgesetzes zugestanden worden ist, daß überwiegende wirtschaftliche Gründe eine besondere Vertretung des Kleinstaates im Reichs­rate erfordern. Diele Vorschrift soll jedoch, um den Kleinstaaten den Wunsch nach einem Zusammenschluß mit anderen Gliedstaaten zu einem größeren Gebilde nahezulegen, erst nach einer Karrenzzeit von 3 Jah­ren in Wirksamkeit treten. Bis dahin soll im Neichs» rat auch der kleinste deutsche Gliedstaat vertreten sein.

(Ein Anschlag ans Tlemencean.

Wir wollen bie W rbung des mißlungenea Morounschlages aus den französischen Mi- niftexpräfibenten nicht überschätzen. Noch steht ins zur Stunde nicht fest, ob der verhaftete Täter sich zu einem politischen Plan bekennt oder ob er ein Geistesgestörter ist, dessen Tat mit den großen Ereignissen des Taoes nicht üt einen vernünftigen Zusammenhang zu bringen ist. Aber auch wenn Pitton so jcifot der Verhaftete nur ein seelisch und geistig Zerrütteter wäre, so schlösse dies nicht gänzlich aus, daß die kriegverlängernde Machtpolirik ClSmenceaus den Boden für die­sen Rcvolveranschlag geliefert hat. Wie dem auch sei das Ereignis wird in den zwei­felnden Köpfen und aufgeregt pochenden Her­ten Frankreichs wie ein Zeichen des Himmels erscheinen, und nicht wie der Helm Jeanne v'Arcs neuen Mut entflammen. Es ist ein Haltesignal für den militaristischen Macht- . rillen des Nachbars, der durch andere Vor­gänge und Zeichen bereits gewarnt ist. Wir haben geftmi jene uns erfreulich scheinende Meldung veröffentlicht, wonach die Ameri- kaner mit wachsendem Unmut dem franzi>- ^.schen Dünkel entgegentreten. Vielleicht hat Der Attentäter erfannt und gespürt, welche verhängnisvolle Rolle der alte /Jiger" vor dem Tor des Frie-deirs heute spielt. Vielleicht stehen hinker ihm die Hunderttausende, die sich !!eimsehnen aus den kriegerischen Unterneh­mungen und die von neuen Wagnissen nichts mehr wissen wollen. Wir stehen ja iumrittet- irnr vor den wichtigsten Entscheidungen. Acrn Mensch weiß heute, ob der ndgültige Waftenftillstandsvertrag, mit oem wir in einigen Tagen weniger be- riückt, als erschreckt und entsetzt werden wl- cn, wirklich einem nahen Frieden entgegen- aihren mag. Scheidemann hat vorgestern er- llärt, daß die Stunde zu einem Nein viel­eicht noch einmal kommen werde. Und im /Berliner Tagebl." stellt der Reichsminister Gothein u. a .folgende Betracbtmtgen an:

es nicht unter Umständen vorru-ichan, 7>m Frinden die Bevantwortung für die Erneue- ung bet Feindseligkeiten zu überlassen, sie Den ts chland b e s e tze n zu l ässe n und ihnen Mmit die n»r mit M illionenheeren zu lötende Aufgabe »u überweisen, für Ruhe und Ordnung darin zu sorgen? Werden sich dre Sol­daten der EnteMehrere, werden sich ihr? Völler gefallen lassen, noch ialyrelang als Besatzungs- I-Uppcii in Feindesland zu stellen? Werden sre ter Vernichtung ihres wertvollsten Marktes ruhig Zusehen? Wird nicht auch bei ihnen die Ueber- yugrang durchdringen, daß man auf die Tauer rin altes Kulturvolk von 70 Millionen mckft knech- len und mit erb rüden kann, daß eine Jrredenta, die man in ihm schafft, eine ständige Friedens-

A,^.ß auch lfter fri"Ö n« tionen .führten zu einer Einigung In Fall ist Tie M-zrichrnftage wurde dann sachlick der gestrigen Sitzung des Landes-Arbelter- erwvgm. Tas Abrcifteä der Abz-.rickien durch l>alv- hiiö Soldatenrates wurde gefch(offen einem wüch'ige zügellose BurMn bat um tviner ernsten Kompromiß zugestimmt. Die gesamte Seite' Beifall gefunden. (Lebhafte Zustimmung.> gegenwärtige Regierung legte deshalb ihre Tie neuen Abzeicksen sind schmucklos, sie ftnd aber j Remter in die Hände des Landes-A.- und S.- .Flügen bitteren Tagen der Not rmd derj^^^s zurück. Die neue Regierung wird ent- M.tadH-ntra. SrcmhfcTOdwt «ijenKfiai Möchten, iOied)enb bei mucn proöiivris-lxm Seifaffung, dit der Landes-A.- und S.-Rat -d-ns-lls bil-