§reitag, 19. Dezember 1919
169. Jahrgang
Annahme von Anze.gen f. Mr Laqeonmmner oi4 *inn9lti(tmittafl um bet. Preis Iflr 1 mm höhe für 51n.eiacnu.34mm breite örth ti 15 L'f , nudioättS 18 B', für tHeUamen von 70 mm Brette 48Pf. nebst 20*/, 2eueiu'ig4* guidilan. Bei Platz- Dorfd)riii20°, y.iifiiilaq. Hauvtichri Heiter: '21 ng. (boeit- Verantlvotliich für Politik: Ang. Goeq; für den übrigen Xeit Dr. Reinbolo Zenz; für den üliijeigeiueil: v Beck; fänultd) in Gießen.
Nr. 29 Z
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General-Anzeiger für Oderhesien
3n>tmngsrunö6rud n. Verlag: vrühl'lche Uiüo.-Bud)= u. Steinbruderei R.Cange. Sd)r'.ftleitung, ge|d)jjts|telle u.Oruderet: Sfritftr. t
Scaba Flow: „Die Al-, beim Erlab dieser Verordnung den großen Be- idite Kreuzer und 40) 000 denken, die gegen die Preiserhöhung auf wichtige Docks ^Täbne, Sckstcpper, Ledensmiltel sprec^m, genr,6 nicht
L’.io erklärte, baß es die Mehrbelastung muh jttach, getrag u n»ee^, weim licrern könne, weil es diese verändert werden >oll, baß gegen Ende des Wirt
versenkten Schisse von Scapa Flow
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liierten verlangen 5 lei
Nächste Sitzung morgen 10 Uhr. Schluß gegen Uhr.
den füll'* ,
Die Note der Entente an Oesterreich«
Gefahr der llebersremdung und vorzuasaltien.
In der Deutsclien Wirtschaft^- und So- ziattorrespondenz lesen mir:
Der niedrige Stand der deutschen Va-
Die Antwort der (Entente.
Amsterdam, 18. Dez. (Wolfs.) Tie Times meldet aus Paris, daß, die Alliierten den Wortlaut der Antwortnote an Deutschland festgesetzt haben. Die Note wiederholt die Zusicto- lrungen in der Kriegsgesangenensvage intb enthält tin Verzeichnis derjenigen Personen, die sich nach Ansicht der Alliierten während des Krieges Vergehen haben zusclmlden fommen lassen und feeren Auslieferung von ihnen gefordert
^Paris, 18. T«y. (Weiss.) Davas. Journal'' berid}"ti übet bte Wiedergut ÄLchuugsaogelegeuhett bezüglich b-
Qin neuer Erfolg der Noten Truppen in Rußland.
London, 18 Dez. (WTB.) Eine am Don- nerStag eingegangene Meldung der Bolschewts.cn besagt, daß die Roten Truppen die beestigten ©teSimgcn ihrer Feinde, 3 Merlen südlich der Narwa, auf einer Ausdehnung von 10 Metten genommen haben. DK Bolfchmnsten wollnr den Feind vernichtet und die Narwa überschnttm haben, wobei sie Gefangene machten und Kr^ogS- material erbeuteten.
Abg. Tv rsch (S. Dp.) möchte Ire VerMtnrsse im Landcstheater derart gestal et rot.ien, taßtae Ausgaben durch die Einnahmen gea«U werden. Nicht alle Vorstettlmgen eignen sich für bie rnlge* mtinfrit der Bevölk-.rnng. Tie Au Ehrung von ausländischen Slücken müsse man rernrev en. -Heim man das Laichestlieater unterstütze, werden auch antvre hessische Städte mit gleichen Forderungen ^^Fteianzminister Henrich sp-icht seine Freude aus, daß die grobe Metatatt des Hames trotz der scheren Zeit auf dem Standpunkt der Regierung stehe. Eine früh re Erhöhung der Alow, nementspreise lieb sich nicht durchfuhoen. Er bestreitet, daß von Seiten des frül)eren Großhwzogs nach der Regellm' der Abfindung Anforderung an Freiplätzen gestellt worden s im.
Präs, des Landc->dildungsamts Dr. Strecker: Früher wurde im Hoftheater auch manch s Min- derwertige geboten. Nicht nur das Ballett, sondern auch den Operettenschilnd, wie „Die luftige Witwe", die Dutzende Male aufgeführt wurde. Do?,
veranstaltet werden m ,CEX _ v ,
Berlin, 18. Dez. (Wolff.) Zu der bereits gemeldeten Annahme des Sozialisierung s- gesetzes in dritter Lesung durch die Nationalversammlung ist nachzutragen, daß auch der Nach- tragselat von 300 Millionen Mark zur Durch- sührung der Sozialisierung der Elektrizitätswirte schäft m allen drei Lesungen ohne Erörterung genehmigt wurde.
verfassunggebende Volkskammer des Zreiftaates Hessen.
Darmstadt, 17. Dez. .
Am Regicrirngstisch: Ministerprä ident Ulrich, Finanzminiil.r Henricli, Landfvrstmei er Tr. Weber, Präs, des Landesbildungsamtes Dr. Strecker und andere Regierungsvertreter.
Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9,20 Uhr. Tie Debatte über die Regiermigsvor- lagc, betreffend
d e Brennholzabgabe wird fortgesetzt.
Abg. Feldmann (Dem.) wendet sich ^egai die gestrigen Ausführungen der Atog. Sorto und Fmchcl. Ter Vergleich zwicken Wein und Brenn- tolzsei nicht angebracht. Ter Wein sei das einzige Produktionsmittel, welches ohne Nachteil für uns an das Ausland verkauft werden bann, und habe man fein Interesse daran, diesem (Ausland) billig zu liefern. Ter größte Teil des Verdienstes werde wieder weggesteuert. Man solle den AblSsung^ gedanken in Nh.inhessen nicht noch mehr starten und bedenken, daß nicht alle Landwirte vermögend
und des Zuckerrübenanbaues.
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Ter RerchsjustiMin s^r urö das Reichsnot- opfer.
Berlin, 18. Dez. (Wolff.) Zn den gestrigen Erörterungen in der preußisckien Landesversammlung und in der Nationalversammlung wird der „Deutschen Allgemeinen Zeitung aus dem Reichsministerium der Justiz mitgcteijt Der Reichsjustizminister vertrete die Ansicht, daß das Gesetz über das Re ichsno töpfer in der jetzt beschlossenen Fassung oer Entente weder mittelbar noch unmittelbar das Recht aus Erfassung des Ertrages des Notoplers gebe. Diese Ansicht stehe in Einklang mit allen vom Neichsjustirministerium in der Angelegenheit erstatteten Gutachten.
Deutsche Nationalversammlung.
Berlin, 18. Dez.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 20.
Aus der Tagesordnung stehen Interpellationen Arnstadt betreffend Steuerpolitik, sowie das unablässige und ungeheure Steigen aller Preise und die (Än- und Ausfuhr.
Reichsfinanzminister E r z v e r g e r erklärt, daß die Regierung bereit sei, die Interpellationen
morgen zu beantworten. ,... . D , ,
Abg. Trimborn (Ztr): Ich bitte das hohe
Haus, schon jetzt entscheiden zu lallen, ob und wann die Interpellationen verhandelt werden sollen.
Abg. L ö b e (Soz.) wünscht ebenfalls eine Ente cheidung darüber, ob morgen oder übermorgen verhandelt werden soll. Es ist eine Illoyalität der Rechten, diese Interpellationen jetzt einzubrrngen, welche die schwersten Angriffe gegen die Regierung enthalten. Es ist ein Ueberfall! Sie haben mit den Interpellationen im Hinterhalt gelegen! (Widerspruch und Lärm rechts, Beifall bei der Mehrheit.)
Al^. Pa ch nicke (Dem ): Die Einbringung dieser Interpellationen widerspricht allen Verabredungen. Wir müssen aber morgen verhandeln.
Abg. S ch u l z - Bvomberg (T.-Natl.): Wir haben tun einem schmalen Rechte der Opfwsttwn Gebrauch gemacht, indem wir die Interpellationen einbrachlen. Wir bestehen darauf, daß wir morgen die Interpellationen begründen. (Beifall rechts.) Ten Vorwurf der Illoyalität weifen wir auf das
Prässtcrt Fehrenbach: Alle Parteien des Hauses sind darin einig, daß wir nicht in die Ferien gehen wollen, ohne eine Kundgebung für unsere Gefangenen erlassen zu haben. (Alle Abgeordnete erbeben sich von ihren Sitz,m.) Die Nationalversammlung nimmt mit tie'em Schmerz Keimte is davon, daß fast eine halbe Million deutscher Brüder noch ihrer Befreiung aus der Gefangenschaft harrt. Der größte Teil wird in Frankreich jurütfgehalten, aber auch England hat noch nicht alle herausgegeben. Deutschland hat alle seine Gefangenen jimufcefdndt, die jurüdgcbib teuen Russen deshalb nicht, weil es unmöglich war Die Nativ «ckperstimrnlung fühlt und leitet mit den unglücklichen Gefangenen, sowie mit ihren Eltern, Frauen unb Kindern, die te,t zu Weihnachten in besonders tiefer Sehnsucht der fernen Lieben gedenken werden. Sie weidet sich an bie Neutralen mit Heistern Dank für ihre btifcngv Tätigkeit, sie wendet sich an alle Fragen und Männer in den bisher fcmblicfen Ländern, die sich ein menschlich sichtendes S>:rj bewahrt haben, daß sie heute ihre Stimme erheben zu dem Ruf: Sckxifft ben Fraueii ihre Männer, tan Kindern chre Väter, ben gebeulten Eltern ihre Söbne wieder. tBravo') Tas Wort zu dieser SVunbgebung w-.rd nid# gewü-' scht. Sie haben sich zu Ehren unsrer ftSrie^j e'or g.iten von i wen Sitzen ercho en. x5<ö danke Ihnen und stelle dir einmütige Annahme dieser Eittschließung durch die Nattoimlver>mun- llmg fest.
<5d>ärffte zurück. ,
Abg. Tr. Heintze (D. Vp.): Wir haben nicht illopal geltenbclt. (Widerspruch bei der.Mehrtet.) Tie Interpellationen sind erst in den letzten Tagen entstanden, aus dem Strom der Entrüstung, Der sich im Lande gegen die Politik der Regierung bemerkbar gemacht hat. (Zustimm-mig rechts, Wtder- spruch links.) Tas Detriebsmtegcsetz hat noch Zeit! (Lärm und Gelächter bet der Mehrheit.) ,
Bei der Abstimmung ergibt sich eine Mehrheit dafür, daß die Interpellationen morgen beantwor- tCt 'Der Gesetzentwurf gegen die Lichtspieltb.ater wird in allen drei Lesungen ohne Aussprache angenommen. , v Ä .
Ter Notenwechsel zwischen Deutschland und den alliierten unb assoziierten Mäch en und das am 22. September in Versailles unterzeichnete tuteten über Artikel 61 der Bcrsaf'iung totrb tn allen drei Lesungen erledigt. Tas Gesetz betreffend bie Soziali'iermig der Elektrizitätswirtscho st wird in dritter Leimig angenommen, oorbet ein Nach- trag zum Etat für 1919 ebenso in allen teret Lestmgen und endlich in dritter Lesung das Umsatz-
Berlin. 18. Dez. (Wolff.) Tas heute angenommene Gesetz gegen das Glücksspiel ersetzt den bisherigen Ü 284 des Strafgeietzduches durch folgende Bestimmungen: Wer ohne behördliche Erlaubnis öffentlich ein Glücksspiel veranstaltet ober die Einrichtung lfierzu bennt hält, wird mit Gefängnis bis zu 2 Jahren ober mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark beitraft. Als öffeutück) veranstaltet gclen auch Glücksspiele in Vereinen ober geschlosjenen Gesell-, toaiten, in bcnen Glücksspiele gewohnhettsmäßtg
Neue Massnahmen zur Sicherung der Ernähruna.
Berlin, IS. Dez. (WTB) 9E drr Der- ordnung, die unter Zusfmnrimg desRmchsrats unb des 6. Ausschusses der Natwnalveriammlmtg fo- eben erlassen wird, wurden mtt lofortinCT Wtrwng neue A b l ie fe r ung s vr S m t e n furjörot- getreibe, Gerste und Kartoffeln em- aeführt Das Prämtenshstem tst tm Htnbltck auf die Abiieferungsschmterigteiten, dte aus der ver- späteten Ernte, aus Kohlenmang.1 unb Transport- steckunyen entstanden, der zweckmaßtgste ^mtd «folg- versprechendste Wog zur Erlangung der unbebmgt T nottuenbüren Steigerung der.
^rntoetreibc setzt dte Promte mtt der Erfüllung! Mtt $70 Prozent des Mindeft-Abli^rungssolls 1 rin unb wird auf die gesamte, b^ts erfolgte Lw- ferunq nachgezahlt. Die Pramte betragt bet Er- füllmtg von 70 Prozent des Ablteferungsteils 2 Mk. für den Zentner Getr ide, bis 80 Prozent 4 Mk, bis 90 Prozent 6 Mk., bis 95 Profit 8 Mk, bis 100 Prozent 10 Mk,bts lOv Prozent
dzs 3*Ä £
Sen mehr aWVv fetten Z utner, sowv- 5 Mk. für Aeu über 100. Pro-ent abg lt -fert m Zenttter^ Dte . Qufö läge üb.T 50 newen auch den Lant^ wirten gezahlt, die bei E.laß dw Derordnung 50 Das Prozent des Ablstfenmgssolls ab^'ltefmck haben. . t - Tie Uebemahme der Pram en testen auf das Rrtch der1 ober bu Lommuneu war munögluh- Man hat suy
inb.
Abg. Fenchel (H. Dp.) stellt fest, da^ er von dem Abg. Feldmann botnl mißverstanden worden ei. Ober Hessen sei nicht gegen die Hekobgabe Überlaupt, sondern nur gegen die jetzige Art der Rationierung. Mit vollem Recht verlange man vvn der Regierung Aufkl-ltung über ernzelne euui chneibende Bedingungen der Vevvrdnm'g.
Abg. Tor sch (H. Vp.) wcist taraufhm, daß auch feinen Freunden manche Aussül-rungen des Zentrums nicht angeneh-u sind. Er bringt nochmals tic Gründe seiner (Stegnertoaft wir.
Landforstnreister Tr. Weber erliulcrt dte einzelnen Bestimmungen der Vorlage und nnberfegt die Befürchtunaen, daß dte ob.-rhesstschcn. Lato- wirte nicht Holz genug erhielten. Zunächst müsse man freilich für Rh-inhessen unb. bie Städte sorgen. Tie Vorlage wird gegen die Stimmen der Mgg. Dorsch unb Fenchel angenommen.
Tann wird die Regierungsvorlage, betr. den Betrieb M Landesihraters
beraten. Danach sollen die Kosten, wweit ste mcht durch Einnahmen gedeckt werden, zu ttnem drittel von der Stadt, mindestens 350 000 Mk., unb zu zwei Drittel von bem Lande getragen werden. Gl.ichzei.ig wird die Vorstellung der Stadt Mauy, betreffend Gewährung eines Zusckfusses für daS dortige Stadttheater, beraten. . L ..
Berichterst. Abg. Horn (Ztr.) hofft, daß dte einmütige BewUligung einen guten Eindruck hinterlassen wird. __
Abg. Tr. Osann (D. Vp.) bemrwortet den Zuschuß für das Mainzer Stadtthoater. Tte Los- trennung des tÄMitoen Gebietes werde vorn Feinde mit allen Mitteln angestrebt, bte Bevote terung soll uns entfremdet werden, und wir mmfen alles anwenden, um uns das Gebiet tn bcutldk- nationalem Sinn zu erlxiLen. Tcutfche Kultur müssen wir in jeder Weise zu sördern suckln. Ter Redner verbreitet sich dann über ben früheren tmlxm Glanz unseres HofI Heaters, das Dank d« Tivettvren unb Fürsten ein Brennpunll der Kunst in Teutschlanb war. Auf der anberea Sette muss« in i-.ber Beziehung gespart unb für neue Einnahme- quellen gesorgt werden.
Abg. Schilbbach (<Ä)z.) möchte nrcht, daß durch diese Zuschüsse es den Stabtsacken Wurmet » macht wird unb wendet sich bann in tangeren Ausführungen gegen ben Versuch der fembltchen Besatzung, aus den Spielplan und die Theatervm> lältnisse in Mainz besonderen Einfluß zu ge
wonnen Hafenmaterial, Äigger usw. Ten t tote wo er Härte, daß es bie Lid,en Kreuzer nicht liefern könne, weil es biete Schiffe für bie Küstenpolizei b-nölige unb erbot sich, iasür einige Gwßlämpf.chiffe, bie lid) nock) tm Bau befinden, zu geben. Man antwortete i.m, bay tik-ie Großtempsichifs' abgebaut werden müß.en unb daß über btete« Punkt keine jtzonzeiswneu möglich seien, die leichten Kreuzer daher geltewrt wrr^n mui&'en. Tentschtend bewies ferner, batz es im bestell Falle imiLiide wäre, 180 000 Tonnen Hasewmaterial abtzulttsern und schlug vor, iwch 50 000 Tonnen Hafeunioterial nach Will ber Jlb liierten zu bauen. Tie technischen SachversätoMN : slxhon darüber noch in Beryatolungen. Tte Frage liängt hauptsachlto »om Entsrlxi» Englands ab, ! da ihm der größte Test dieser Beute zugedetlt wer-
luta hat es mit sich gebracht, daß an den beute scheu Börsen deutsche Aktien vom ausländischen Kapital aufgekauft werden. So kommt das ausländische Kapital in die Lage, die Herrschaft über deutsche Industrien allmählich an sich zu reißen. — Die Gefahr, die dadurch entsteht, ist nun nicht die, daß einzelne Ausländer, die kapitalkräftig genug find (und dazu gehört heute wirklich nicht viel), mit deutschen Aktien deutsches Kapilaleinkommen dauernd belegen. Die Gefahr liegt vielmehr darin, daß sich im Auslande Gruppen bilden, deren Interesse nicht darin besteht,hohe Dividenden zu bekommen, sondern bie aus an-1 deren Umständen VoMteziehen wollen. Diese Umstände können vekMLener Art sein. So kann bie auslänbische Muppe bie Interessen auslänbischen Wettbewerbs vertreten, unb dann dazu zu kommen, bie billig erworbenen deutschen Aktien in der Generalversammlung so vertreten zu lassen, daß für bie teilweise ober ganze Stillegung bes Betriebes gesttmtyt, seine Probuklivität unb bamit ber beutsche Wettbewerb zum Erlöschen gebracht wirb. Ausläiidiiche Aktienmajoritäten können auch darauf ausgehen, bie Erzeugnisse beutschcr Betriebe billig zu erwerben, inbem sie burch Beeinflussung ber Divibenbenpolilik ben Reingewinn brücken, um bann burch eigene, ausländische Berkaufsorgani atronen bas wirklich große Geschäft als Zwischcnhäiidler mit bem । deutschen Erzeugnis zu machen. Schließlich besteht bie besonbere Gefahr, daß auslan- disck« Rohstoffabrikanten unb Händler den Besitz deutscher -Aktien benutzen, um deutsche Werke zum Kauf ihrer bestimmten teueren Produkte zu zwingen und so wieder den ent- stel»eiiben.Reingewinn der deutschen Industrie 4U ihren Gunsten herabzudrücken. Die Aktien, die in deutschem Besitz bleiben, b. h. der deutsche Aktionär, tragt den Schaden aller dieser Machinationen.
Zum Schutze gegen diese Möglichkeiten i 'versucht die deutsche Industrie, Vorzugsaktien mit mehrfachem Stimmrecht in die Hand von Vertrauenspersonen zu bringen. Es besteht nun die Möglichkeit, daß tn der Generalversammlung die Stammakttonare I sich mit dieser Beschränkung nicht ohne wei- te teres einverstanden erklären roer^rt Es ist daher dringend notwendig, daß bas Publikum über die Gefahr der ausländischen Uebersrem- . düng sich hinreichend im klaren ist, anberer- seits aber Maßnahmen getroffen werben, um l es auch burch bie mehrfachem <Stinuutcd)t aus- gestatteten Vorzugsaktien nicht schädigen zu i ^Zweckmäßigerweise wird, um auch solckfe Gefahren auszuschalten,' die aus den Vorzugsaktien für die Aktionäre entstehen könnten, an ein Verfahren erinnert, das bie deutsche Kolonialgesellschaft für Südafrika vor bem Kriege benutzt hat, um englischen Speku- lotionskäufen ihrer Aktim so zu segnen daß der englische Einfluß bie Geschaftsfub- iung nicht berühren konnte. Auch damals wurden Vorzugsaktien ausgegeben, unb zwar vn ein Konsortium, das von einem überwiegenden Teil der deutschen Banken gebllbet wurde. Dieses Konsortium hatte die Verpflich- tunp übernommen, die Dorzugsartren nie» maks ohne Erlaubnis der Mgieruna zu verkaufen. Durch eine solche Sicherung des deutschen Einflusses würde auch m diesem Falle! erreicht werden, daß bie deutsche volitik nicht durch das Ausland gefahroet wird, zugleich aber auch die Vorzugsaktien nicht zum Gegenstand unlauteren Einflusses auf die Gesä>äftsfahrung gemachtw-rben.
Es ist zu hoffen, daß der Norddeutsche Lloyd und die Hamburg-Amerika-Lrnte bei ihren Stommaktionaren Verständnis für bte » Notwendigkeit, die beabsichtigten Dorzug-- aklien durch-usetzen, finden, dag aber Wetter auch insbesondere die deutsche
bie am meisten eine starke Mtslandtsche Kon- kurrenz zu fürchten hat, sich gegen bie Gefahr ber Stillegung burch Ausgabe von Vorzugsaktien schützt.
ckwftsjahres mir noch Auslandsware zu bebeutenb höheren Preisen vorl>andcn ist, die für bie breite Masse der Bevölterung unerträglich sein würden.
Berlin, 18. Dez. (WTB.) Der Volkswirtschaftsausschuß der Nationalversammlung nahm tic Regierungsvorlage über bie ZalL'mg von Mlieferungsp.Lmien für Arotgetrridc, Gerste imb Karo fiel n sowie den An- trag der Sozialdernvtraten, nach dein eine Suommite ton zur Prüftmg der landiviitschastlichen Prvbuk- tenswstcn eingesetzt werden soll an, sowie eine Vevordimng zur Förb.-rung ber Zuckererzeugmig
Wien, 17. Tetz. (Wclsf) Heut« vormittag , erschien beim Staatskanzler Renner ein Beamter des Obersieii Stetes, um ihm die vvn Elemenceau unterfertigte Note zu überreichen. Ter Skonto bemerkte hierzu, daß die in dieser Note wteder- gogebenen Entschließungeii spontan wtd aus eigener Uebcrzeugung gcftißt und schon vor dem Er- ftoeinen des StaatSkanzlers beim Obersten Rat fcflig>2lcgt wurden. Tie Note lautet:
Tie Aufmerksamkeit ber alliierten und alte* gierten Mächte wurde auf genxj-c Agitationen gclenft, bie von verschiedmen Seiten den Zu- sam menhalt und sogar die Integrität der österreichischen Gebiete betauW. Die vom Vorarlberger Landtage bei der Wiener Recft rung untcimummencn Schritte, um um dos Sll-stbes immungsrecht.dieter Pvovinz an- I erkennen zu lassen, fallen zusammen mit fenen Bewegungen, die sich tahin richten, sei es den Bezirk von Salzburg, sei es Tirol, in den Wirte schaftskreis benachbarter Staaten ernzubez«yen, und mit der in ben einstmaligen weltlichen Kvmi- taten Ungarns wachgcrufenen Bewegung zur Veranstaltung eines Plebiszites, das tn dem diele Gegenden Oesterreich zusprechentan Vertrage nicht vorgesehen ist. Tie alliierten unb aitezuerten Mächte sind der Ansicht, daß, wenn die trennenden I Kräfte in irgend einem1 diel er Punkte zum Durchbruche gelangen sollten, eine solche Trennung das völlige Zerfallen des österreichischen Staates nach sich weben unb das Glcick>gewicht Mitteleuropas I zerstören könnte. Die alliierten un> assoziierten Mächte wollen tatTxr ft iuerlei Zwei st l besthcn lassen, die tcrrioitnlen ober sonstigen Besandungen des Friedensvertvages von St. Germain aufrecht zu erhalten und ihre genaue Anwendung bmto8ufuto.it. Don dreiem Gedanken geleitet, iiahrn der Oberste Rat heute folgr.itta Entschließung an, die er durchzuführen entschlossen ist und die ich bie Eine habe, in seinem Namen nutyuteilen:
Von bem Wunsche g leitet, den Bestand Oester- vcichs in den Grenzen sicherzustellen, die iftman- I gewiesen sind und entschlossen, tae Bestimmungen des Friedensvertrages von, St. Germ am um zur Gkltung zu bringen, erklären die alliierten und aus-1 assozii-.-rten Ndätote, daß sie sich allen Beriuchen widersetzen, die geeignet sind, die Fitogrikät des österreichischen Geltotes zu beemträto-tgrn toer ne im Gegensatz zu ton Bestimmungen des Artikels 2b erwähnten Vertrages m irgendeiner Weile, se, es immittelbar, sei es mittelbar, die politische ober wirtschaftliche Unabhängigkeit Oestevrerchs bcem- trächtigen. Gez. Elemenceau.


