Einzelbild herunterladen

Zusammenslötze in Braunschweig.

Braunschweig, 18. Sept. (Wolff.) jGestern abend kam es zu Zusammen- stö ßen zwischen der Reichswehr und fpartakistischen Elementen. Die Schwimmanstaltswache wurde in der zehnten Abendstunde aus dem nahen Walde beschossen. Ein Mann der Reichswehr wurde an der Hand verwuirdet. Zusammenstöße zwischen einzelnen Reichswehrleuten und Gesindel am Haupt­bahnhof hatten dort große Menschensamm­lungen zur Folge, die durch Abteilungen dec Reichswehr zerstreut wurden. Der Hauptbahn- hos wurde durch eine Wache gesichert. Auch an anderen Stellen der Stadt kam es zu star­ken Belästigungen einzelner Reichswehcleute. In den Straßen und städtischen Anlagen fielen Schüsse. Die Vorgänge sind anschei­nend planmäßig von spartakistischec Seite her­vorgerufen worden. Es wurden mehrfach Ma­trosen mit roten Bändern beobachtet.

Das Ende des Wuppertaler Buchdruckerstreiks.

Elberfeld, 18. Sept. (WTB.) Nach vierzehntägiger Dauer ist heute nach Eini- gungsverhandlungen unter dem Vorsitz des Reichskommissars S e v e r i n g zwischen Ar­beitgebern und Arbeitnehmern der Aus­stand im Wuppertaler Buch­druckereigewerbe beigelegt worden. Den Gehilfen wird anstelle der tariflich fest­gesetzten 10 Mark und der von ihnen gefor­derten 25 Mark eine Wochenzulage von 21 Mark bewilligt. Am Freitag wird die Arbeit allgemein wieder ausgenommen werden.

Eine gesprengte Stadtvrrordnetensitzung in Stettin.

Stettin, 18. Sept. (W. B.) Die heutige Stadtverordnetenversammlung wurde von d c - monstrierenden Magistratsbeamten gesprengt. Diese halten die Tribüne des Sitz­ungssaales besetzt und forderten von dort aus mündliche Erklärungen des Oberbürgermeisters Weyen der Gehaltsforderung. Dabei kam es zu der­artig lärmenden Kundgebungen, daß die Sitzung aufgehoben werden mutzte.

Ein neuer Fortschritt im Flugwesen.

Berlin, 19. Sept. Die Zeppelin­werft baut angeblich ein neues Flug­zeug, das die Fahrt BerlinFriedrichs­hafen in 4 Stunden zurücklegen soll.

Aus dem besetzten Gebiet.

Birkenfeld.

Ober st ein, 16. Sept. Wie den Obcrsteiner .Gemeinderatsmitgliedern am Samstag abend tcle- Hraphisch gemeldet wurde, hat dieRegierung" Zoeller-Eissel-Hvuth am Samstag nachf- mittag abgedankt. Nach einer Meldung der ,^daer Ztg." haben Zoeller und Eissel Birkenfeld bereits verlassen. Sie sollen sich, nach L o t h r i n -i 'gen begeben l-aben. Für diesen geradezu flucht­artigen Rückzug fehlt bisher jede Erklärung. sRoch am Samstag vormittag hattePräsident" ^Zoeller in einer Zuschrift an die Redaktion der .^Jdaer Zeitung" versucht, feine und seiner Ge­gossen Wahl zu rechitfertigen. Dabei glaubte er daraus Hinweisen zu dürfen, die RegierurrgsMaschsi ne arbeite nunmehr fast reibungslos. Demgegenüber betont dieJdaer Zeitung", daß während ten allerdings recht kurzen Wirksamkeit dieser vierten- Negierung unter Major Bastianis Regie sich sämt­liche öffcnllick.pn Kassen weigerten, die von ben, Regierenden" angewiesenen Gelder auszuzahlen. Nach dem sang- und klanglosen Verschwinden der Zoeller und Genossen hat die frühere Regie-, rung Hartong wieder die Führung der Ge­schäfte übernommen. Damit ist vorerst Gewähr gegeben, daß der Gang der Regierungsgeschtäste wie­der ein geordneter wird. Der stellvertretende Ro­gier ilngsPräsident hat .sofort Protest gegen ten stillschweigenden Abschied des Zoeller und feiner Kollegen eingelegt und verlangt von dem Triumj-t virale Rechnungsablegung.

Mainz, 18. Sept. (Wolff.) Die französische 'Zensurstelle teilt mit: Zwischen General Man­gin itnb den Delegierten aller Parteien von B i r- kenfeld, die eine Rücksprache bei ihm erbeten hatten, haben gestern, den 17. September, wichtige Besprechungen ftattgesimden. Diese begannen vormittags 9 Uhr und dehnten sich bis 71/» Uhr abends aus. Ein ausführlick)er Bericht darüber wird Morgen erscheinen.

Bekämpfung der Wohnungsnot.

Berlin, 17. Sept. (W. B.) Im Reichsmini- sterium des Innern fand eine Besprechung über die int besetzten rheinischen Gebiet durch die Einquartierung der Besatzungstruppen, insbesondere der zahlreichen Offiziere mit ihren Familien, entstandene außerordentliche Wohnungsnot statt. An der Besprechung

Feuilleton.

Kart Wolfskchl.

Zum 50. Geburtstage des hessischen Dichters am 19. September 1919.

DieBlätter für die Kunst"", erscheinen.unab­hängig von irgendwelchen chronologischen Verab­redungen, feit drei Jahrz-ch.ften als der entschie­dene Ausdruck einer nicht nur künstlerischen, son­dern auch allgemein menschlichen Gesinnung. Den Don und das Tempo dieser Arbeit hat von jeher Stefan George angegeben: aber innerhalb des Kreises seiner Freunde nimmt Karl Wolfskehl als einer der ältesten und ersten, die zu George traten, seine besondere Stellung ein, die auch seinem literarischen Ansehen den bestimmten Hin­tergrund verleiht. Denn dieses Ansehen ist unlös­lich verknüpft mit der Tätigkeit Wolfskehls als Mitglied derGesellschaft der »Blätter für die Kunst" außerhalb deren er mit eigener Dichtung niemals hervortrat. Gleichwohl kann er nicht als einSchüler" Georges bezeichnet worden. Wie stark die freundschaftlichen Bande zwischen diesen beiden Dichtern auch fein, wie bewußt sie sich auf ein gemeinsames Ziel eingestellt fühlen mögen, so bestehen doch zwischen ihrer schöpferischen Tätig­keit auffällige Unterschiede. Da ist als primär das eMutische Lebensgesühl äu bezeichnen, das allent­halben in dunklem Rausch emporquilll, eine glühende Daseinssreude, die aber leiäst in tiefe, totes sück-ttge Schwermut Umschlägen kann: es ist natürlich, daß eine so bebende, lustvolle, blutdurch- bauchte Empfindungswisc Sinnbitoer sucht, die il-rer stolzen Artung entsprechen: so kommt es.

nahmen sämtliche beteiligten Reichs- und Landes­zentralbehörden, die Provinzialbehörden und die Oberbürgermeister der meistbetroffenen Städte teil. Es herrschte Einigkeit darüber, daß den berech­tigten Interessen der dortigen Bevölkerung durch die Rcichsbehörden Rechnung getragen werden muß. Die Reick>sbehörden sicherten, sofortige Maß­nahmen zur Bekämpfung der Notstände zu.

Weiße und farbige Waffenbrüder.

D a r in st a d t, 16. Sept. Zn Griesheim fand laut L.-A. vor kurzem eine Prügelei zwischen weißen und farbigen Waffenbrüdern statt von derartigem Umfang, daß zuerst die weiße Infanterie aus dem Ort verlegt wurde und jetzt auch die Farbigen das Feld räumen mußten. .

e »

fm. Altenkirchen, 18. Sept. Die amerikanischenSoldaten pflegen auf neutralem Gelände zu wildern. Vor eini­gen Tagen trafen sie mit einer Streife zusam­men und eröffneten sofort das Feuer. Die Bürger nährten sich und schossen wieder. Bei der Schießerei wurde ein amerikanischer Soldat erschossen, ein anderer wurde später festgenommen.

Köln, 15. Sept. Der Parteitag der Deutschen demokratischen Partei, Wahlkceisverband Köln-Aachen, hat einstim­mig beschlossen: ,Hedes Mitglied der Deut­schen demokratischen Partei, das für die Rheinische Republik eintritt, ist in Verfolg der Entschließung des 6. Wahlkreis­parteitages vom 17. März 1919 unverzüglich von seiner Ortsgruppe auszu sch ließe n." wv. Worms, 18. Sept. Eine Unmasse von Zwetschen wird im Bliesgau (Rhein­hessen) geerntet. Das Angebot übersteigt be­reits die Nachfrage, so daß der Preis von 30 auf 20 Pf. gesunken ist. Ein weiteres S i n k e n des Preises ist zu erwarten.

Aus Hessen.

Die Ausführung des Gesetzes über die Neichs- finanzverwaltung.

Der Volkskammer ist folgende Regie­rungsvorlage zugegangen:

Nach tz l des am 1. Oktober d. I. in Kraft tretenden Gesetzes über die Reichssinanzverwaltung werden die Reichssteuern von Reichsbehörden ver­waltet. Darnach gehen die seither mit der Verwal­tung dieser Steuern befaßten hessisck)en Landes­behörden an das Reich über, und es werden von jenem Tage ab für die Verwaltung der hessischen Staats- und Gemeindeabgaben keine besonderen Landesbehörden mehr vorhanden sein. Solche Be­hörden jetzt neu *u schaffen, empfiehlt sich schon deshalb nicht, weil zunächst hierfür genügend aus­gebildete Beamte nicht vorhanden sein würden. Vielmehr ist es zweckmäßig, diese Verwaltung den bisherigen bewährten Stellen ju belassen. § 12 des erwähnten Reichsgesetzes bietet hierzu die Handhabe. Darnach hat auf Antrag einer Landes­regierung das NeichSftnanKministerrum dm Landesftnanzämtern und den Finanzämtern die Verwaltung von Landesabgaben und von Landes­vermögen zu übertragen. Ferner hat auf Antrag der zuständigen Stelle das Reichsftnanzministe- rium den Landessinanzämtern und den Finanz­ämtern die Verwaltung anderer öfftntlich recht­licher Abgaben, insbesondere von Kirchensteuern zu übertragen.

Soweit die Einrichtungen und Befugnisse der erwähnten Landesbehörden auf gesetzlicher Grundlage berufen, wie sie z. B. in den einschlä­gigem Vorschriften des Einkommen- und d.'s Ver­mögenssteuergesetzes, des Gesetzes über den Ur* krm den stempel usw., enthalten sind, kann ein An­trag der vorbezeichneten Art Nicht ohne Ermächti­gung der Volkskammer gestellt Werben; Zweck dieser Vorlage ist es, die gesetzliche Ermächtigung nachzu­suchen. Tie -Dienstgeschäfte der Ministorialabteilung für Stzmecwesen werden alsdann, tote näher be­merkt wird, an das Lantessinonzamt über zu gehen gen; in gleicher Weise die Gr schifte der l-essisck-mf anzämter und des benmädjft aufzulösenden Erb- ftssteueramts an die ReichtZfinanzämter. Tie Landeskommissivn für Steuersachen und dir Ver- anlagungskommissiv-nen werden nach den für ihre Bildung und ihre Tätigkeit bestehenden gesetzlichen Vorschriften zunächst Weiterarbeiten: ebenso ist vor­läufig nidit beabsichtigt, von der Bestimmuirg des § 25, Abs. 4 des angeführten Reichtsgesetzes, wo­nach, auf Antrag einer Landesregierung das Reichs­finanz Ministerium den Reichsftnanzhof als oberfte Spruckbehörte für Laudesabgaben bestellen kann, unsererseits Gebrauch zu machen.

Parteitag der Deutschen Volkspartei in Rheinhessen.

Ter erste Parteitag der Deutschen Volkspartei für Rheinhessen und dem besetzten Teil Starken-' burgs fand am Sonntag in Mainz statt, lieber 200 Vertreter aus allen Teilen dos besetzten Gv*

daß in Wolfskehls Gedichten, die so ganz vom Alltag sich abwenden, der Prunk melyrerer Kultur zeitaltcr mannigfach sich spiegelt, daß antiker Göt- terCult, mittelalterliche Himmelsverehrung, kurz, religiöse Mysterien verschiedenster Art ihren Ritus leihen dürfen zur Gestaltung von Erlebnissen, die in einer über die Persönlichkeit hinausschlvingenüen Gefühlsbewegung wurzeln.

Es gelingt diesen an sich so strengen Formen nicht immer, den Ueberschwung zu bändigen, der sich gegen die künstlerische Bindung, gegen Maß und Auswahl, wehrt. Nicht leicht gelingt eine Strophe, die eine Stimmung in der von George gefordertenrein ettenmäßigen"" Kürze karg und bezeichnend mietet gibt, wie etwa-diese:

Uebers Auge mir, feucht, leer, Streicht der Abschied mit Bal ter Hand. Trüb in kühler Früh versinkt das Land. Nur eine Biene summt honigschwer.

Der Stoff, in dem das Kunstwerk seine Ge­stalt in Raum und Zeit erhält, ist das bewegte Gefühl des Künstlers. Wir wissen nichts von ter Empfängnis des Kunstwerks im Künstler. Wir wissen nur, daß er aus einem Meer von Tönen und ^Farben sich in seiner Seele zur Klarheit berausringt, und wir denken an die Schaum­geburt der schönsten Göttin. Im Dämmern, in den Sdjauem eines geahnten Entzückens wird ter Mensch dem Menscl-eu offenbar. Sckwner.lkt es uns, verborgenes Gut zu aljiten, als in offene Truhen zu greifen, schöner, heftiger, wissender.""

Diese Satze aus gclegenllichen Betrachtungen Wolfskehls, von denen eine bezeichnenderweise

Eine Knnsttagung zu Nidda.

berechnet.

Du hast ins Leben stumm gcseh'n Mit deinen Angen, die vergehn. In tenen alle Welten fd^äurafen, In denen alle Leu-e träumen Vom Aufersteh'n.

Wer mag den Frühling dir befrei'n?

Wer wird ter Welterlöser fein?

Rings Licht und Hall in ben Geläuten edjtocr ruht dein Haupt in teilten Händen, Ewig allein. (,,lllris"", V.)

Aus Stadt und £anfc*

Gießen, den 19. Sept. 1919.

Die September-Schönheit.

Turch eine Kette lenchtenter Sonnentage und märchenhafter Monduödste entschuldigt uns her Sep­tember für die wolkenumzogene Trübe und die melancholische Tunstigkeit, die in den eigentlichen Sommermonaten keine rechte Freute an ter Glanz­zeit des Jahves aufkommen lieft. Ja, eine Sym­phonie ter starken Farben, ter feinsten Uetergänge, der kristallklaren Luft- und Lichtspiele ist hier ver­einigt, wie sie der Hochsommer mit feiner satten Schn-ere nicht zu bieten vermag. Solche S:p- temberto.ge, wie wir sie jetzt mit Entzücken aus­kosten, vermählen Sommer- und Herbstschönheft zu einer wahrhaft berauschenden Fülle des Natur­genusses. Tie reife Pracht des Herbstes, die in oer höchsten Steigerung ihrer Säfte und Kraft: die welkende Wehmut des nahm Sterbens und Deriolls alynen läßt, ist ja erst von ter modernen Kunst in ihrer ganzen Tiefe erfühlt worden. Ter September spielt noch nicht mit jenen müdm Klän­gen, diedas Herz brechen"": er z:igt die Natur

* Der Bund freier Erzieher hält in Nidda (Oberhessen) am 27. und 28. Sept, d. I. seine erste Kunst-Tagung ab. Mit ter Tagung wird eine Ausstellung von Original» gravhik moderner Meister verbunden fein (Otto Ubbclohde, A. M. Schnnudt-Darmstadt, Gertrud Koch-Berlin, Ferdinand Steiniger-Dresden). Ter Verlauf ist so gedacht, daß am Samstag den 27. September, beginnend um 4 Uhr, eine Aus­sprache über dieZiele der Schulreform"" statt- fintet. eingeleitet durch Lehrer Weber-Reuters. Der nächste Nkorgen bringt eine Ansprache über Kunst und Lehrerschaft" von G. H. Neuen­dorff, Direktor der Türerschule in Hvchwald- baui'en. Dann hält Tr. Robert Corwegh-

~ '* ft im System

verkehr und feinem derben Bedarf allenfalls ge­nügen. Die Kunst Wolfskehls ist durchaus feier» lid). Deshalb ist auch feinem schöpferischen Dasein eine gewisse Tragik yicht abzusprechen.

in einem klaren Leuchten auf ter Höh» ihrer Le­bens i ul le und Lebenslust, in des Jahres Mittags­zeit, Da :coch nicht Die Schatten ihre urnflortm Trauerschleier herabsenken. Diese September-Hel­ligkeit rührt davon her, daß die in den oorher- getenten Monaten so reichlichen Ausdünstung.^ ter Bodenfeuchtigkeit aufhören; die Baumblätter, deren Leben vorzugsweise in Wassftrverdunstung besteht, find nun ihrem Ente nahe und gebn nur noch nienig Feuchttgkeit ab; die Tageswärme h'bt weniger dampfförmiges Wasser empor, das vorter Den Horizont in Dunst hüllte, und die aufttri- genden Nebel schlägt die kälterwerdente Nacht als Tau nieder. So entsteht jene wuntervolle Durch­sichtigkeit des Aethers, in ter das Sonnenlicht wie ein goldiger Regen langsam herabströmt und die Farben in juwelenhafter Frische und Schärfe erllingen. Während in dem unbewegten Luftmeer die letzten Wandervögel vorübersehweben und die Tautropfen wie 'Brillanten in den Spinngenxten hängen, entzünden Blumen und Bäume das ruhige Feuer ihres vollen Farbenreichtums. Di; Sonnen­untergänge tauchen den Westen in rine phantastische Glut von purpurnen und orangefarbenen Tönen, um Dann in einem milchigen Grün zu verschwim­men, während im Osten feierlich ter Mond btrauf- fteigt, um die eben noch von feurigen Strömn umarmte Welt in das Bad seiner kühlen Silter- strahlen zu tauchen. So kamt man sich nicht satt seien an dieser September-Schönheit, die sich in aller schier unerschöpflichen Glorie bar bietet.

unserer Volksbildung"". Hierauf findet im Anschluß an die ausgestellten Bilder eine Aussprache statt überBildtetrachtuna"", die von Maler Lieb­mann - Hochwaldhausen geleitet wird. Für Unter­kunft ter Teilnehmer ist gesorgt. Mft ter Tagung soll ein Verkauf von Bildern verbunden fern. Tie Veranstaltung ist nicht ausschließlich für Lehrer

Heber die Dunkelheft"" betitelt ist, lassen die (Minnnng des Diners deutlich hervortreten und. sind geeignet, das Verständnis für ferne Gekickste vorzubereiten, die mit Bewußtsein auf jede Art von Popularität verzichten.Dem KünsÜer liegt allein ob, sich wert zu erhalten ter segnenden Besnuhtung; das erfordert freftich die glühende Hingabe eines ganzen Ertenlebens."" Es liegt in ter Tat etwas Heroisches in dem Verzicht einer glänzenden und reichen Begabung auf Wirkungen, die l-ervorzurufen weniger kosten würde als diese Beschränttrng.

Die Verlautbarungen dieser durchaus eigenen dichterischen Persönlichkeit (vorliegend unter an­derem in ben bei Georg Bendi, Berlin, im Ver­

bi etes waren erschienen. Ter Vorsitzende 'Zsarrer Berck begrüßte die Anwesenden und schlug als erste Kundgebung des Parteitages vor:Ter erste Parteitag ter Provinz Rheinhessen ter Deut­schen Volkspartei spricht ben Vertretern der Partei in ter Nationalversammlung und in ter Hessischen Volkskammer sür ihre Tätigkeit herzlichen Tank und volles Vertrauen aus."" Dieser Jtintogcbunn tourte mir großem Beifall zu gestimmt. Aog. Exz. Becker, der nun in ter Versammlung prideen, tourte mit Jubel begrüßt, lieber das hessische Landgesetz erstattete ter Abg ordnete der Volks­kammer Oberbürgermeister Köhler einen um­fangreichen Bericht. Tiefer führte aus, was die Vertreter ter Deutschen Volksvartei geleistet hätten, intern sie Die Regierun^vorlage zerpflückten und ihre Fehler beseitigten. SoDann sprach Abg. Hahn- Heßloch. Es fei ter Deutschen Volksvartei Vorbehalten gewesen. Die Rechte Der hessischen Bauern zu wahren. Es fei erreicht, daß Der bäuerliche Besitz unter 100 Hektaren nicht angegriffen werde n Darf.

Abg. Tr. Becker sdKterte den Gang des Reichssietelungsgesetzes. Abg. Dingeldey be­richtete über die politische Lage in Hessen. Eins Entschließung sand Annahme, in ter es u. a. heißt:Mir geloben Treue dem deutschen Volk und Vaterland heute und immerdar. Wir be­kennen uns allen Absonderungsge­lüst en zuwider zum einigen den tschen Reich. Wir verwerfen jede Klassenherrschaft und fordern eine starke unabhängige Regierung. Wir treten dafür ein, daß unserem Volk die Grundkrast seines Gedeihens, die Religion, erhalten bleibt, unt| daß ihm vor allen anderen Dingen Die geistigen und sittlichen Krirfte zugeführt toasxm, ohne die fein Volk bestehen kann. Wir sind für unbedingten Schutz ter freien Persönlichkeit. Wir fordern, daß der Reli­gionsunterricht in ter pädagogisch allein möglidjeir konfessionellen Form erteilt wird, und daß ter ge-, famte Ingendnnterrichä von vaterländischem Geist durchdrungen ist. Wir sind Gegner sowohl einer kosmopolitischen Demokratie ime eines national listischeu Scharfmacherttmcs. Wir rufen alle Volks­kreise zur Einigkeit auf."

Der Parteitag genehmigte bann weiter den Entwurf einer Satzung des Provinzialverbantes Rl-einhessen des hessischen Landesverbandes ter Deutschen Volkspartei. Ferner wurden zahlreiche Ausschüsse für die verschiedensten parteipolitischen Gebiete gehütet. Der Anstellung eines Partei­sekretärs und der Herausgabe eines Wochenblattes tourte zugestimmt. Der Vorstand wurde ermächtigt, ein Kommunalprogramm aufzustellen. Die Vor- standswahl ergab, daß Pfarrer Berck zum ersten, Oberbürgermeister Köhler zum zweiten und Di­rektor Kftz-Gusiavsburg zum dritten ^Ersitzenden, Rechtsanwalt Schwörer-Mainz zum Schri tsührer, Westhäuser-slNainz zum stellv. Schriftführer, Reg- Rat Horn-Mainz zum Schatzmeister und Finanz­rat Damm-Mainz zum stellv. Schatzmeister ge­wählt wurden.

Abends fand eine überfüllte öffentliche Ver­sammlung statt, wo Abgeordneter Dr. Becker gegenüber der Absonderungspolitik in Rheinland, Hessen und Pfalz zur Einigkeit aufrief. Die Ver­dächtigung abwies, daß er Schrittmacher solcher Pläne sei, die Arbeft ter Nationalversammlung und ter Deutschen Vollspartei beleuchtete und die Wirtschafts- und Steuerpolitik berührte. Rechts­anwalt Dingelde y-Darmstadt wandte sick) in scharfen Worten tg-egen Die einseitige und die Massen irreführende Polittk der Sozialdemo­kratie, bereit schiefe Maßnahmen die Arbeiterschaft zum Radikalismus treiben, aber auch viele zur Umkehr, zur Vernunft brachte, und bekannte sich als Gegner Der partikulartstischen Bestrebungen und als Verfechter des nationalen Einheitsstaates. Zum Schluß forderte Pfarrer Berck alle die­jenigen, die für die Einheit des Vaterlandes sind, auf, die Hand zu erheben. Es war ein schönes Bild, als hunderte von rheinischen Männern und Frauen die Hand erho.ben und ausriefen: j a, w i r wollen es!

läge ter Blätter für die Kunst erschienenenGe- samrnellen Gedichten"") erheischen Darum eine psy­chische Assonanz, Die nicht in jedem beliebigen Leser schlummert. Dieser Expressionismus innerer Gefickte, der metaphorisch das kaum iwch in Stoff­lichem wurzelnde Erlebnis des Dichters gänzlich der Greifbarkeit enthebt, ist nur etwas für Men- xmun M yuuuvt,t

Die ter Sprache mehr abzulausd-en nnpen Darmstadt-inen Borttag überKunst als, Näherungswerte die dem gemeinen. Tagest Volksbildung"". Hieraus findet i

Krieg? gefangenen-Heimkehr. Wiederum rief ter Klang der Glocken gestern abend gegen Vi8 Uhr alles, was sich frei matten konnte, nach der Süd-?ln1age usw., um einem neuen 5xtun send ter endlich von Stackxldrabt und Fwndienst; erlösten Brüter ein herzliches Willkomm entgeyn-t rufen zu können. Ja frei man merkte es den: gebräunten Gestalten, denen die Freute aus ten Annen glänzte, an, was für sie dieses Wörtchen in sich birat. Es waren 1370 Mann aus eng­lischer Gefangenf,chast. Sie waren zuletzt in ter Gegend von Arras beim Wiederaufbau tätig. Ter Zug lief um 1/I7 Uhr auf diesigem Bahnhof ehr. 3um Empfang hatte sich auch diesmal wieder die Reickswehrkapelle eingefunden, die mitt flott cn Marschweisen die Heimkehrenten

auch zum Tuvchgangslager geleitete. Am Bahnhof hatten sich neben einer großen Volks­menge mehrere Mitglieder des Empfangsaus- sckmsses für heimkehrende Kriegs- und Zivilgc- fangene sowie ein Vertreter DeS Oberbürger­meisters Keller ringefunten. Die Begrüßungsan­sprache wurde von Herrn Bär, Mitglied des Empiangsausschusses gehalten. Nach Der üblichen Beschenkung von Liebesgaben durch Damen des Roten Kreuzen setzte sich Der Zug, geleitet von Jung-Gießen, nach dem Durchgangslager in Be­wegung, unterwegs von Der Bevölkerung herz­lichst begrüßt. Die aestern abend ganz besonders aufgelegt zu fein schien. Auf ter Durch­fahrt hatte ein weiterer Transport mit 1000 Mann, diesmal aus amerikanischer Geiangenschaft heimkehrender Landsleute, gestern abend von 11 bis 1 Uhr Aufenthalt. Die Zeit wurde den Ge­fangenen auch diesmal wieder durch vaterländische Weisen der hiesigen Regimeiftsmusft verkürzt. Nachdem die Heimkehrenden verpflegt waren, fuhr Der Zug nach dem Lager Lechfeld wefter.

** Amtliche Personal nachrichten. Der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitz in Hun­gen Konrad König wurde zum Gerichtsvoll­zieher mit dem Amtsfitz in Grünberg, ter D«nwt- steueramtsafsistent Heinrich Ludwig zu Gietzen zum Obersteuerkonttolleur und der Finanzaspiranr Heinrich Lehr aus Daubringen zum Hautesteuer- amtsafsistenten ernannt. Erledigt ist eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrer­stelle an der Gemeindeschule zu Glashütten (Kreis Schotten). Mit der Stelle ist Organisten- dienst verbunden. Ferner ist eine mft einem evang. 2cIrrer zu besetzende Lehrerstelle zu Schlitz er­ledigt.

* Ans dem MiNtär-Wochenblatt. Den Charatter als Oberst erhielt Oberstleutnant a. T. B rockhaus, früher Vorstand des Ar- ülleriedepots in Darmstadt. Oberstabsarzt Dr. Platz zu Gießen wurde neben dem Abschied die Erlaubnis zum Tragen feiner bisherigen Uni­form bewilligt.

** Das Fest ihrer silbernen Hoch­zeit feiern am Sonntag ben 21. September die Eheleute Oberpostschaffner Hermann Jlgner und Frau Anna geb. Alt haus.

** Verteuerung des Televhonver- k e h r s. Wir erhalten nack/tehente Zuschrift : Wobk nur wenige machen sich txm der Kostspieligkeit emeH TelephonanschLuftes eine richtige Vorstellung. Tie bevorstrhente neue erhebliche Verteuerung gibt Vnx. anlassung. hier einmal ein kleines Rechen beispiel ter Oefsenttich.keit mitwuteüen. Ein Anschluß mit zwei Spreck,stellen zahlte hier in Gießen bei runch 1350 Gesprächen sefther 105 Mk. Grundgebühr­nisse und für jedes Gespräch 6 Pf. Gespräckpgebülx: = 81 Mk., zusammen 186 Mk., so daß sich daÄ einzelne Gespräch auf nahezu 14 Pf. stellte. In Zukunft beträgt die Grundgebühr mit Nebenan-, sckluß 183 Mk., die Gesvräck,gebühr 10 Pf. An­genommen, es finden insgesamt 1500 Gespräcte

LM ffltnb di

<«

M

LK

AW

LcM: rsÄM!

IUt! iu

unb

***

Ä

r AZ

'M

i B5

TM

6 44 973»P«

I »S«.

! 'S®

Ml

L'rtei jn der ^übermeser »ttÄ« ff-A

1916,63 5

®

! ^^rhrrern l ^[Luj jtp emc Poli.r« (intnt Lau!« in, Uhr sei «»i die cyt ich to, die auch de «ücnd, io da» Jutüdgegeben w.' ircuevausb Mim hatte atro tenod; barten To ftobiat imnbc. < «' - u woraus i me 100 Mk. V <nid» die Wahrni Lx>tjnung eine 5 trrrn BrMf »tu«: als vau mm gtftetn but ,-mminenenT' 1' :''.sMMt OU X'ünben, befchl tr ntyMlt. msat Fahnen bat konnte toi und smem L

" Die 9 StrbiUigui für frirgsbtfdtt ten Snjfigtnttil stelle trifft von 3. kraut, Wmir iu 10' Traut ju 25 Pf. 6 rkauf.

"Die Wo rauben Samstag w-ckags 2 llf)t fk "-Deut ß/i Uhr irr, S<rbtrwmlung al ^^n<k in der le liing geben soll. ($ ,, "Der LanL hr Dtfien hat . .Mdberg eine B Anzeige.