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Swillmgrnmddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Buch- u. St-indruckerei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

t rosen und sonstige Spartakisten Unruhe^ verursacht. Am Hauptbahnhof und in dessen

Umgebung bedrohten sie eine Marineabteilung tun

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gemeinen

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sichere Zukunft gewährleistet.

Ans dem Reiche.

Eine neue Staatssekrelärstelle.

Berlin, 18. Sept. (Priv.-Del.) Die seit Tun» geplante Neueinrichtung bes Amtes eines

Lechz ToLesuttelle im Geiselmordproreh.

München, 18. Sept. In dem Münschner Geiselmordpvr^ wurde heute nachmittag das Urteil verkündet. Tas Vvlksgericht sprach gegen die Äauptangellagten Fritz Seidl und Schicke!- Hofer wegen je zwei Verbrechen des Mordes je> zweimal die Todesstrafe aus. Tie Angeklagten Widl, Joses Seidl, Pürzer und Fremer wurden wegen Mittäterschaft glleichfalls zum Tode, die Angeklagten Kick, Gsell, Hesselmann, Lermer, Hannes, Huber und Rieth- meier Wegen Beihilfe gwm Morde zu je 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vvelkl und Schmittele wurden freigesprvchien. Petermaier außer Verfolgung gesetzt.

gongenen Nacht kam es zu weiteren Plünderungen. Gegen 11 Uhr stürmte ! die Menge die am Markt gelegenen Herren­artikel- und Konfektionsgeschäfte von Eduard Baruch und Gebrüder Hirschfeld. Ein Teil der Einwohnerwehr, die einzuschreiten versuchte, wurde entwaffnet. Bei den Plünderungen feuerte das Militär, wodurch fünf Personen, darunter zwei Mitglieder der

_ Eiseubahner-Berbandes

in Frankfurt a. M. statt, auf welchem der General­sekretär des Verbandes, der preußische Landtags­

lands, Frankreichs, der Vereinigten Staaten und Italiens teilen mit, daß wir ioegen der Koh­len krisis in Wien nach Paris berichten würden.

Die deutsche Antwort in der BerfassungSfrage.

Berlin, 19. Sept. Wie demBerl. Lok.-Anz." berichtet wird, ist die Antwort der deutschen Regierung an die En­tente wegen der Verfassungsände­rung heute abgegangen und dürfte auch noch heute veröffentlicht werden.

Besuch bei deutschen Schwerverwundeten in Paris.

Versailles, 18. Sept. (W. B.) Major Traudt besuchte heute in Begleitung eines fran­zösischen Offiziers 7 4 deutsche Schwer ver­wundete im Hospital Val de Grace in Paris. ES wurde ihm jede Bewegungsfreiheit zur unge­störten Unterhaltung mit den Verwundeten ge­geben. Der Major konnte feststellen, daß der augen­blickliche Gesundheitszustand aller Kranken ein der­artiger ist, daß ihrem Abtransport nichts im Wege stehl. Der begleitenbe französische Verwal­tungsoffizier erklärte, daß der baldige Rücktrans­port dieser Gefangenen bevorstehe. Major Drvudt konnte feststellen, daß die Kranken sich in recht gutem Ernährungszustand befinden. Die mensch­liche Anteilnahme des behandelnden Arztes und der pflegenden Schwestern wurde von den Kranken anerkannt. Major Draudt wird den Angehörigen der Kranken unmittelbar Nachricht übermitteln.

ständigen Staatssekretärs des Aus­wärtigen Amtes neben dem Minister nach englischem Muster ist der,,B. Z." zufolge nunmehr beschlossen worden. Der Staatssekretär, dem die in­nere Verwaltung des Amtes untersteht und der ein Bindeglied zwischen dem Minister und dem Amte darstellen soll, wird aus der Diplomatte ent­nommen. Welche Persönlichkeit als erster Leiter des neuen Amtes bestimmt wird, ist noch nicht fest­gestellt. In unterrichteten Kreisen wird angenom­men, daß der Vorsitzende der Friedenskommission Graf Bernstorff auf diesen Posten berufen wird.

Von der Eisenbahnerbewegung.

Am Sonntag fand der Bezirkstag des All-

Annadme von Anzeigen f. die Lagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejedeVerbindtichkelt vrctr für l mm höhe für Anzeigen v.34mmBreite örtlich 15 Ps., auswärts 18 Ps., für Reklame- anzeigen von 70 mm Brette 48 Ps. Bei Platz- oorichrisl20°/.Auischlag> Hauvtschriitleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich, für Politik: Ang. Goetz, für beu übrigen Steil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beckr sämtlich in Gießen

Oberschlcsien.

Berlin, 18.Sept. (Wolff.) Heber den gierungscntwurf, wonach Oberschlesier« Selbstänbigkeit als Provinz erhalten soll, wird derBZ." berichtet: Es soll zu- nächst ein oberschlcsischer Landesrat geschaffen werben, der vorläufig aus allen oberschlesischeni Mitgliedern aller Parteien der preußischen Lan­desversammlung und.der deutschen Nattonalver^ sammlung besteht. Durch Kooptierimg sollen mich die Polen in einer dem .Stimmenverhältnis bei den.Wahlen zu den verfassunggebenden Ver­sammlungen entsprechenden Zahl in den Landesrat ausgenommen werben. Der Landesrat ivird einen Staatsrat aus drei Männern wählen, der die' Vertvaltung der Provinz führen soll.

Berlin, 18. Sept. (Wolff.) Wie wir hören/ tritt die beabsichtigte Provinzialantono-

Kriegsbeschädigteü-Organisation.

Berlin, 18. Sept. (Wolff.) Zwei der größ­ten Kriegsbeschädigten-Organisationen, der Ver­band Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegs­teilnehmer sowie der Verband wirtschaftliche Ver-> einlgungen Kriegsbeschädigter für das Deutsch: Reich, haben sich bei dem am Sonntag und den fbL* senden Tagen in Hildesheim aögehaltenen ge­meinsamen Verbanbsv wtretertagi znm Zentral- verband Deutscher Kriegsbeschädig­ter und Kriegshinterbliebener zu- samnieng-schlossen Die neue Organisatton zählt etwa 100 000 Mitglieder. Dem wirtschaftlichen Beirat des Verbanoes gehört eine Anzahl von Organisationen der Arbeiter, Angestellten, Kauf­leuten, Handwerker, des Handels usw. an. Tic Reichsgeschästelle des Zentralverbandes befindet sich Berlin N, Luisenstraße 31b, .

Neue Putschversuche in Braunschweig.

B raun schweig, 18. Sept. In verflossen^ Nacht wurden in verichiedmen ©tabtteüen durch einheimische und von außerhalb zugezogene Ma-

i Einwohnerwehr, verwundet wurden.

frühen Morgenstunden trafen T.ruppen- iverstärkungenem -

Die Urteilsbegründung.

In der Begründung zu dem Urteil im Mün­chener Geisclmordpoozeß wird p. a. ausgeführt:

Fritz Seidl und Schicklhvfer waren nach lieber» zeugung des Gerichts innerlich unb äußerlich auf die Tötung der Geiseln vorbereitet. Bei der Eirk- Ueferiuig der Gefangenen kam dies wiederholt zum Ausdruck. Ter Entschluß, sie bei gegebener Ge­legenheit umzubringen, vernichtete sich zum Tö­tungsvorsatz, als beide am Vormittag und Nach­mittag des 30. April einen Erschießungsbefehl Egl- hosers erhielten, der beziveckte, den kampfunlustigen Soldaten der Roten Armee ein blutiges Schau­spiel zu bieten, sie zur Blutgier zu weizen und dadurch die schwankende Herrschaft der Rätevegie- rung zu stützen, was auch ihren eigenen In­teressen entsprach. Beide setzten die von Levien, Levinö-Nissen itnb Eglhofer gebilligten Erschie- farngen mit Heberlegung ins Werk und führten sie besonnen und mit Vorbedacht aus, ohne sich durch Vorstellungen und .Einmischungen Dritter, Bitten der Opfer und Weigerungen nicht völlig gesühllvser Soldaten abhalten zu lassen. Wenn auch beeinflußt durch ihre hochgestellten Hinter- mänuer, benutzten die kleineren Machthaber Seidl und Schicklhoser die Hinschlachtungen zur Befrie­digung ihrer eigenen Herrschafts- und Rachegelüste. Widl und Josef Seidl waren bei der.Tötung der Husaren, F-ehmer und Pürzer bei der Geiselerschie­ßung am Nachmittag mit voller Heberlegung da­bei. Widl und Joses Seidl haben nach den Opfern gezielt. Tie Tötung der 10 Geiseln hatte auch nicht den Schein eitles Rechtes für sich. Ohne Hr- teil, ohne Verhör, ja unter Verachtung der im Rechtsstaat uni> sogar unter der Näteregierung sonst üblichen Form vollzog sie sich. Da jeder der Angeklagten das wußte, kann sich keiner von ihnen, auch soweit sie Unterorgane waren, auf mangeln­des Bewußtsein her Rechtswidrigkeit oder diszi­plinäre Unterordnung berufen. Nur Herrschsucht, Rachgier und Mochlust beseelten die Täter.

Tas Urteil wurde durch einftimmigen Beschluß gefällt.

abgeordnete Oswald Riedel das Hauptreferat hielt. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen:Der Bezirkstag Frankfurt des All- gemeinen Eisenbahner-Verbandes gibt seinem leb­haften Bebauern Ausdruck über 1. die bicreau- kratische Verschleppung ber Wirtschaftsbeihilfe für die Staatsarbetter; 2. die beabsichtigte Wiederein­führung der Akkordarbeit, die ebenso undurchführ­bar wie zwecklos erscheint; 3. die tendenziösen und falschen Pressenachrichten, die in letzter Zeit über die Eisenbahner verbreitet werden; 4. die geplante Ausnahmegesetzgebung gegen die Eisenbahner. In allen diesen Tatsack>en erblickt der Bezirkstag die sicheren Anzeichen einer herannahenben Reak­tion, der allerdings die radikalen Putschversuche des letzten Sommers den Boden bereitet haLen. '.Ter

£Iot?ö George über die ttamerad- schaft unter den Völkern.

Cs war schon im Kriege ein wenig ver- swunderlich, daß die westlichen Demokratien whne viele Umstände einzelnen Männern .Machtbefugnisse einräumten, wie sie in dem verschrieenen nrilitaristtschen Deutschland 'kaum jemals jemand auf sich vereinigt hat. Wir erinnern uns nicht, daß in Deutschland zu irgendeiner Zeit ein Mensch eine solche Diktatur hat ausüben tonnen, wie etwa Cle- menceau in Frankreich. Llovd George steht in dieser Beziehung hinter diesem nicht weit zurück. Und Wilson gar gebärdete sich wie ein Gott. Jetzt erfährt er zwar im olympischen Senat einigen Widerspruch aber es ist noch kein Anzeichen dafür vorhanden, daß Clenrenceau und Lloyd George von der Bürde ihres Amtes etwas abrüsten. Lloyd George und Wilson tragen ähnliche Eharakterzüge, ober vielmehr, sie bandeln nach Methoden, die eine gewisse Seelenverwandt­schaft bedingen. Beide Männer gehören der englischen Rasse an, und da hat bekanntlich -die. Heuchelei einen großen Raum zur Be- ftätrgung. Lloyd George macht seinen Eng- jländern jetzt den Friedensvertrag plausibel !Nrit Reden, als käme er von einer religiösen fWeihnachtsbescherung. Merkwürdig, wie er fcie rauhe Wirklichkeit mit dem Lichte eng­lischer Humanität beleuchtet. Das Britenreich hat jetzt, was es gewollt hat, es besitzt so ziemlich die Weltherrschaft, hat seinem Riefengebiet neue Gebiete (Persien) angegliedert; es sucht jetzt nach der billigsten Verwaltung. Diese bieten .Abrüstung und Völkerbund dar. Von Flotten- /abrüstung war bei Lloyd George allerdings lnoch nicht die Rede. Er spricht aber von Völkerkameradschaft" und meint ein Erden- rnnb von einflußlosen Völkerschaften, die von der großen englischen Friedenshand nach Be­lieben geschoben und regiert werden.

Reichswehrsoldaten, bte von der Meng: umzingelt wurden. Nach längeren Bemühungen gelang es^ einem größeren Truppenaufgebot, ohne Blutdergie-j scn die bedrängten Soldaten zu befreien und bte; Unruhestifter zu zerstreuen. Auch am Westbahn­hof und cm der Wolfenbütteler Straße sanden Zusammenrottungen statt. Ferner wurde ein; Heberfall auf die militärische Wache am Querumer1 Wold unternommen, wo sich ein Munitions- und Waftendepot der Reichswehr befinbit, dabei wurde ein Soldat verwundet. Tie Täter sind anerkannt entflohen. In den Straßen der Stadt werdm seit mehreren Tagen auffallend viel auswärtige Spartakisten beobachtet, ferner kommen größere Kommandos von Matrosen oder in Matrosen uni­form gesteckter Saite in Braunschweig an, so daß man mit neuen Gewalwersuchen zum Sturz der Braunschweiger Regierung rechnet.

Die Chemnitzer Unruhen.

Dresden, 17. Sept. (WTB.) Wolffs Sächsi­scher Landesdienst verbrettet einen vorläusigen Be­richt, nach den amtlichen Untersuchungen über die Chemnitzer Unruhen im August dieses Jahres, in welchem es u. a. heißt: Provokatio­nen der Bevölkerung und Hebergriffe auf die Reichswehrtruppen fanden in Chemnitz in jenen fritiftfjen Tagen auf keinen Fall statt. Dagegen steht fest, daß einzelne Reichswehrleute schon vor den eigentlichen Unruhen belästtgt worben sind, unb baß schon mehrere Tage vorher burch Flug­blätter gegen bic Reichswehr truppen gehetzt worben ist. Die zur Verstärkung ber örtlichen Sicherhetts- organe am 8. August nach Chemnitz beorberten Truppen würben bereits auf bem Bahnhof um­ringt unb burch bie in der Albertstraße aufge­stellten Maschinengewehre unter Feuer genommen. Daraus erfolgte ein regelrechter Sturm gegen ben Bahnhof. Es kam zu bebaue» lidten Kämpfen in bem Lichthof und auf ben Gleisen, wobei bie ben Soldaten entrissenen Ma­schinengewehre gegen bie Reichswehrtruppen ge­richtet und diese, von einer gewaltigen Heberzahl übermannt, zur Preisgabe des Bahnhofs gezwun­gen wurden. Schwere Mißhandlungen von R«chs- wehrleuten sind bei diesen Kämpfen und bei der Abführung von Gefangenen, ja sogar unzweifelhaft auch an Verwundeten vorgekommen. Sämtliche Mannschaften, soweit sie nicht gefallen oder ver­wundet in Lazarette eingeliefert sind, find zu ihrer Truppe zurückgekehrt. Die Mitwirkung von Bahnbediensteten bei den Ausschreitungen gegen die -Reichswehr steht fest. Die Beteiligung politisch interessierter, zum Tell von auswärts zugereister Elemente, ist ab 7. August nachweisbar.

Die Plünderungen in Köslin.

Köslin, 18. Sept. (Wolff.) In der ver--

Der Friedenövertrag mit Bulgarien.

Versailles, 18. Sept. (Wolff.) Ter Oberste Rat ter Alliierten, ber nach dem .^Journal des, Debats" jetzt in eine diplomatische Konferenz um- umgewandelt wurde, hat in per heutigen Sitzung den bulgarischen Friedensvertrag end- güttig angenommen. Er ivird am Freitag vormittag der bulgarischen Friedensdelegatvon am Quai d'Orsay überreicht werden. Nach dem Temps" "ist bestimmt, daß Thrazien Griechenland äufällt und daß Bulgarien einen freien Zugang zum Aegäischen Meer erhält, und zwar Unter später sestzustcllenden Bedingungen.

Ter Prinzregent Don Serbien hat im Hinblick auf die Schwierigkeiten, die duvch die Bestimmungen, über die Minderheiten entstanden, die beiden Frie- densdelegierten Paschllsch und Trumbitsch nach Bel­grad zurückberufen, um sich mit ihnen zu besprochen. Während ihrer Abwesenheit werden sie in Paris durch den serbischen Gesandten Wesnftsch vertteten.

B e r s a i 11 e s, 18. Sept. (WTB.) Nach dem Homme Libre" enthält der bulgarische Friedens- Vertrag folgende Bestimmungen: Tie allgemeine Wehrpflicht wird abgeschpfft. Bulgarien darf eine Polizeitruppe von 20000 Mann unterhalten. Die Zahl ber Zollbeamten, Wald- und Feldhüter so­wie Polizisten, die bewaffnet sein dür­fen, darf 1000 nicht übersteigen. Bulgarien hat in einem Zeitraum von höchstens 37 Jahren eine Kriegsentschädigung von 2l/2 Milliarden Franks zu bezahlen. Es muß der interalliierten Kommission gestatten, nach allen Angehörigen ber alliierten Länder z usuchen, bie sich noch in Bul­garien aushalten. Diese Kommission setzt sich aus Vertretern von England, Frankreich, Italien, Grie- chcmland, Rumänien, Serbien und Bulgarien zusammen unb muß sich verpflichten, alle Per­sonen auszuliesern, bie sich gegen die Kriegs­gesetze vergangen haben. 3irr Bmntwortung des Friedensvertrags wird nach einigen Blättern eine »Frist von 20 Tagen gewährt.

Ein Besuch Poiucar^s in London.

Versailles, 18. Sept. (Wolff.) Präsident P o i n c a r e wird am 14. Oktober zum Besuch des englischen Königspaares in London eintreffen, in Buckingham-Palast abfteigmt und zwei Tage dort verbringen.

BezirMag weist alle Eisenbahner des Direktions- bezirks Frankfurt tracktbrücklichst darauf hin und erinnert sie daran, daß wieder wie immer in der .. ,

Vergangenhett allein bic streng sachliche Arbeit | ^^^ohtterwehr,^ verwundet wurden. In den des Allgemeinen Eisenbahner-Verbandes eine ...... r'

Amsterdam, 18. Sept. (WTB.) Wie das Mreßbureau Radio aus .Horsea meldet, sagte Lloyd George in einer Rede auf dem inter­nationalen Gewerkschaftskongresse in London ferner, die großen Rüstungen müssen ver- fchwffrden, zwar nicht nur in Deutschland, sonst mürbe das Opfer all der Tausenden umsonst ge­wesen fein. Er erwarte, daß jede Verschwendung aufhört, und daß das Mißverständnis inbezug auf Irland verschwinden werde. Aus den Opfern des .Krieges sei ein neuer Geist auferstanden, ein Geist, der zu dem Lande der Verheißung führen 1 oerbe, von bem viele träumten unb das jetzt in erreichbare Nähe gerückt sei. Er wünsche Groß- hrttannien nicht mit ben Trophäen seiner Siege un Lehnstuhl sitzen zu sehen. Bezüglich des Völ­kerbundes sagte der Premierminister: Ich weist, daß hier, in Frankreich und Amerika viel kritisiert wird. Es tourba aber niemals von einer menschlichen Hanb ein anderer Vorschlag ober Ent­wurf unterbreitet. Niemals fand sich ein anberer SDtatfd) J>er kam unb sägte, daß der Entwurf man­gelhaft kl daß er bieFbei'fer geworden wäre, wenn er rha gemacht hätte. Man müsse bedenken, daß Der Völkerbund-tein Kompromiß sei. Trotzdem werbe sein Gebäude den Hnterdrückten aller Län­der Obdach gewähren, wenn die Völker seine Mauern treu beschützen. Das ist es, was wir ^brauchen, unb alles hängt davon ab, daß im .Volkerbunb nicht mehr Intrigen unb Mißtrauen 'gefat werden, daß er nicht dazu ausgenutzt wird, batz eme Nation Vorteile über eine andere er­ringe sondern daß unter den Völkern der.Well ^©erft wirklicher Kameradschaft herrsche Wenn dies der Fall ist, so wird er eine »er größten Einrichtungen fein, die jemals von Mensehenhand geschaffen wurden.

Amsterdam. 18. Sept. (WTB.)Nieuwe Ivon Dag" meldet aus London, daß Lloyd Ge­orge sich jetzt, bevor er seine Arbeiten in Eng- lanb wieder aufnahm, vor allem persörllich mit ben Maßregeln zur Einschränkung ber Staatsausgaben, bie sehr einschneibend fein äxteben, befassen wird.

Aus Dentsch-Oesterreich.

ÄH 19^ Sept. (WTB.) Laut deutsch-

fGfrafär ___Wnbcnj wies ber Staats-

Ivfretarbeg. ^6001 Renner, beim ersten Emp­fang der orplornattschen und militärischen Missio­nen rn Wien gegenüber ben Vertretern ber alliier- Kn unb anosnerten Machte darauf hin, daß nach

Friedensvertrag die freund- gastlichen Beziehungen zur Republik schon am Tage ber Hnterzeichnung des Friedens von St. Germain wiederhcrgestellt werden könnten und daß , bie Republik allernachstens jede einzelne Macht -triudjen werde, ben geordneten diplomatischen Ver­mehr mit ber Republik wieder auszuneh'men Die aSertrctcr dieser Mächte erhärten, daß nach ihrer Auffassimg kein Hindernis dagegen obwalte. Die meisten Vertreter konnten mitt eilen, daß der von ähneil vertretene Staat in Wien eine Gesandtschaft W errichten beabsichtige. Sie bewiese^i lebhafteste .Teilnahme an ber gegenwärtigen Lage und Zu- krmst Deutsch-Oesterreichs. Tte Betttete.' Eng-

Ar. 2|9

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Krmttstirt a. M. U686

Erstes Blatt 169. Jahrgang zreitag, p. September (9(9

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger ffir Oberhesfen

D'Annunzio in Fiume.

Sern, 18. Sept. (Wolff.) D'Anntrnzio erklärt m einem Manifest an die italienische Dresse, daß die von derAgenzia Stefani" ver­breiteten Nachrichten falsch seien. Er gibt zu. daß Ftume tatsächlich blockiert ist, setzte abtr hinzu, daß sämtliche Truppen der Besatzungszone trotz aller Regierungsbefehle auf feiner Seite stehen. Die Brigade Regina ist gegen bie Kroaten auf­gestellt unb Carabinieri hatten Sulac besetzt. Nach weiteren Nachrichten haben sich ttotz aller Gegen­befehle ber Negierung vier italienische Kriegsschiffe, die die Fiumaner Flagige hiß­ten, b'Annunzio zur Verfügung ge­stellt. Auch ein Flugzeuggeschwaderv'hat sich in seinen Dienst begeben. Um das meuternde Panzer­schiffDante Alighiere" abzusangen, kreuzt eine kleine Flotte in den benachbarten Gewässern. Zwecks Herausgabe desDante Alighieri" hatte ber Vizeadmiral Milo eine Unterredung mit b'Annunzio, wobei biefer ihm mit Festnahme drohte. Milo kehrte auf einem englischen Tor- peboboot unverrichteter Sache auf seinen Panzer­kreuzer zurück, ber von Sturm truppen überwacht wird.

T« Angellagten nahmen das Urteil, an bas- -wie für Oberschlesien am 1. Oktober in Kraft, hdi eine längere Begründung anschLoß, vollständig ruhig aut. Im Justizpalast waren heute besonders strenge miTitäriJd.e Vorkehrungsmaßnahmen ge­troffen. Ter AottanSport ber Gefangenen erfolgte in geschlossenen Autos zwischen militärisch stark besetzten Lastwagen.