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Kamps um die Schule nach tnfi geistigen Waffen I r.>.Airnh ninnt bte Wrfrrhrrt hf»<t

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** Aus b ent Militär-Wochenblatt, v. Harnier, Major im Drag.-Regt. 5, wurde der Abschied mit der gesetzlichen Pension, der Charakter als Oberstleutnant und die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Draa.-Regts. 5 bewilligt.

** Von der Landes-Universität. Tas Vorlesungsverzeichnis der Universität für das Wintersemester 1919/20 ist erschienen.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Es ist von vielen Seiten der Wunsch nach Wieder- holurrg der OperetteSchwarzwaldmädel" geäußert worden. Die Direktion hat sich entschlos- stm, noch eine weitere Aufführung zu veranstalten und zwar am kommenden Dienstag, 22. Juli. Da Frl. Wossidlo wegen Verheiratung endgültig aus dem Verbände unserer Bühne ausgcsck reden ist, wird Frl. Anni Sutter, die erste Soubrette des Franffurter Schumann-Operettentheaters in der Partie desDärbele" diesen Abend gastieren.

** Oberhessischer Kun st verein. Tie Arbeiten der elf Berliner Zeichner sind erst heute eingetrossen, infolgedessen kann die Eröffnung der Ausstellung erst am kommenden Sonntag den 27. Juli erfolgen. An der Ausstellung sind be­teiligt: Christophe, Finetti, Karner, Kvch-Gotha, Leonard. Schenrich, Simnrel, Stern, Trier, Wolff und Zille.

** Anlagenkonzert. Morgen konzertiert die Regimentsmusik bei günstiger Witterung vor­mittags von 11 bis 12 Uhr in bet Süd-Anlage. Der Musikplan sieht vor: 1. Feierliche Musik jausParsifal" von R. Ragner. 2. Ouvertüre ur OperOberon" von K. M. v. Webe» >. Me­lodien aus der OperDer Kuhreigen" von W. Kienzl. 4. Peer Gynt-Suite" von E. Grieg a) Morgenstimmung, b) Aases Tod, c) Anitras- tanz, d) In den Hallen des Bergkönigs. 5. Armee­marsch Nr. 7 (L Ball. Garde 1806) bearbeitet von W. Voigt.

** Tie Auszahlung der Militär- versorgunasgebüh misse für den folgen­den Monat erpolgt am 29. ober wenn dieser Tag auf einen Sonntag oder allgemeinen Feiertag fällt, am 28. des vorhergehenden Monats an den der Paketannahme gegenüber für die Rentenzahlung besonders eingerichteten Schaltern von 8;1 Uhr vormittags und 27 Uhr nadMittags. Tie Zah­lungsempfänger mit H- und die mit P-Quittungen erhalten ihre Bezüge an dem Schalter links, die­jenigen mit R-Quittungen an dem Schalter rechts. An den übrigen Tagen tocvben MilitärSyersorgungs- gebührnisse an dem Briefannahmeschalter gezahlt.

** Weißmehl.und Nährmittel, die auf Grund vc.w Lrztlicljen Attesten zugewiesen wurden und bisher in der städttschen Verkaufsstelle, Asterweg Nr. 9, abgeholt werden mußten^ werden ab Montag den 21. d. Mts. in rvcnljiste'hendenl

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anzumelden.

Kreis Friedberg.

"Münster. 19. 3uti. Trc nut bot bereinigung zusommenhanzenboi ar««! nebnan bitr rinnt sntot $ottgw 3n ten

dem vortgen Markte rn^tenen waren, >rnd d«> mal ausgeschlossen. Die Böck werden in zwei Kl cs. fen eingeteilt und bei der Versteigerung m bn Reihenfolge bet Katalognummern einzeln ausge. boten. Die Versteigerung findet toi eher in der fteb. scheune der Fürstlich Lichschen GutsoerwaitULa statt. Freihändige Verkaufe nach bet Versteigerung sind in diesem Jahre verboten. Näheres sich' Inserat.

** Christlich-soziale Arbeits­gemeinschaft katholischer Akadem:, ter. Gestern abenb fand im Saale desFelsen- keller" bie Gründung einer christlich-sozialm Ar­beitsgemeinschaft katholischer Akademiker statt ntii dem Zwecke, katholische Studenten und Stuben- timten sowie bereits im Berufsleben stehende Aka­demiker zur Pflege einer christlichen Welt- anschauung und zu theoretischer und praktischer sozialer Arbeit zu vereinigen.

**TerJuxplatzander Lahn ist Samstag und Sonntag geöffnet. Neu erngetroffen ist Rusen- Sicherheits-Schaukel, 25 Meter Front, das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland mit neue« Musikinstrument. 1

** In den Schwarz-Weiß-Licht, spielen, Seltersweg 81, kommt ab heute bis einschließlich Montag eine große Bauerntragödii in vier Akten mit dem beliebten Charakterdarstelln Friedrich Kühne und Hedda Vernon in der Haupt, rolle, sowie das dreiaktioe LustspielDaS fidele Gefängnis" mit Harry Siebte in bet Hauptrolle zur Aufführung.

Landkreis Kietzen. Grotzfmer in Sich.

O L i ch, 19. Juli. Gestern kurz na® 12 Uh, mittag, brach in der Heinrich Negerischen Eisschrankfabrik Großfeuer aus. Feuer fand in dem großen Holzvorrat reiche Nah­rung, so daß in kurzer Zeit der Maschinenrami mit Werkstatt in hellen Flammen stand. Dank bti energischen Eingreifens der hiesigen Feuerwehr konnte das Feuer überwältigt und auf seinen öeeb beschränkt werden. Der Schaden ist sehr erheb­lich, da viele wertvolle Maschinen und Geräte bat Flammen zum Opfer fielen. Soweit bekannt, der Schaden durch Versicherung nicht gedeckt.

** Klein-Linben, 19. Juli. Zu btt gestrigen Notiz über Kvmnrunalwahlen in Klein- Linden wirb berichtigend mitgeteilt, daß bi: am Mittwoch stattgefundene Versammlung wohl vorn der sozialdemokratischen Partei einberufen war, aber als öffentliche Bürger Versammlung galt. Sei der Kandidatur Luh handelt es sich nicht um bat Weichensteller 1. Klasse, sondern um den Unter­assistenten Heinrich Luh. Eine Spaltung zwischen der demokratischen Partei besteht nicht. Von bieiet Partei wurden lediglich nur 2 Kandidaten (Sune lund Luh) aufgestellt. Der überwiegende Teil bei Versammlung sprach sich jedoch für die Kandidatur

bleiben.

Tie Weiterberatung wird auf 4 Uhr vertagt.

NachmittagSsttzullg:

Vizepräsident Haußmann eröffnet bie Sit­zung um 4.10 Uhr.

Abg. Beiermann (D. Vp.): Wenn es ge­länge, die Einheitlichkeit des Lehrerstandes herbei­zuführen und gleichzeitig dem ReligionÄmerricht den ihm gebührendOi Platz in der Schule zuzu- roeifen, so wäre alles geschehen, was man billiger­weise von den Schulartiteln fordern kann. Die Ausschußsassung ist zum Teil überladen mit Din­gen, bie nicht in die Verfassung gehören. Wir treten dafür ein, daß Bekenntnis- und Simultan­schulen, .wo sie geschichtlich begründet sind, er­hallen bieiben.

Abg. Kuhnert (Unabh.): Wir verlangen volle Einheitlichkeit, Unentgeltlichkeit und Welt­lichkeit der Schule. Was uns bie Vorlage auf dem Wege zu diesem Ziele bringt, ist nichts weiter als ein Bröckckren, eine winzige Abschlagzahlung.

Abg. Philrpp (Deutsch-natl.): Tas Schul­kompromiß wird nicht das Ende des Schulkampfrs, sondern der Anfang eines neuen Schulkampfes sein, der in die Schule hinein getragen wird.

Abg. Tr. Luppe (2cm.): Das Kompromiß ist höchst unklar. Ter Schulkampf wird wciter- gehen. Ein besonderes Gesetz soll die Tinge rociter regeln. Dieses Gesetz wird nicht sobald kommen, und ich glaube, bie Sozialdemokraten werden auch ganz froh sein, wenn es nicht soweit kommt.

Abg. Frau Blos (Soz.): Tie wellliche Schule, um bie wir seit Jahrzehnten kämpfen, ist infolge des Schnlkompvomisses möglich gewor­den. Wir Frauen und Mütter wollen den Begriff der Völkerversöh-nung in die Verfassung hinein- haben, damit wir nicht nochmals einen so furcht­baren Krieg erleben.

Abg. R heinländer (Z.): Die freie Schule wird die Freude an der Arbeit wecken und pflegen.

Abg. K a tz e n st e in (Soz.): Das Schulöom- pvomiß wird keine Konfessionelle Zersplitterung er­zeugen, sondern im Gegenteil ihr vorbeugen.

Abg. Haase (U.S.): Diese Vereinbarungen bedeuten eine glatte Unterwerfung unter das Zen­trum. Alles, was das Zentrum gewünscht hat, hat es bei diesem Kompromiß durchgesetzt.

Abg. Hofmann (Z.): Tie Konfessionsschule soll nicht den Haß schüren, sie soll die Versöhnung predigen.

Abg .Weiß (Dem.)Warum haben Sie (zu den Soz.) das Kompromiß wieder fallen lasten, das im Ausschuß unter Mitwirkung sämtlicher Parteien zustande gekommen war? Nur desl)vlb, weil eine andere Parteigruppierung eingetreten wäre und weil das Zentrum in \dyc kluger Weise die Situation ausnutzte, um noch mehr ZugestLnd- niste für sich herauszuholen.

Damit schließt die Besprechung. Vor der Ab- ftrrmnung bezweifelt Abg. Luppe (Dem.) die Be- chlußfähiakeit des Hauses. Der Namensaufruf er­gäbt die Anwesenheit von 218 Mitgliedern. Das Haus ist also beschlußfähig, da dazu die Anwesenheit von 212 Mitgliedern erforderlich ist. In der

Abstimmung

werden die Artikel 139, 140, 141 und 142 in der Ausschußfassung angenommen. Ans Anttag Katzen- tein (Soz.) mit der Hinzufügung zu Artikel 142, daß -nicht nur in den Volksschulen, sondern auch in den Fortbildungsschulen Unterrichts- und Lern­mittel unentgeltlich sind. Tie Arttkel 143146 werden in der Fastnng des Kompromisses nach dem Antrag Loebe-Gröber gegen die Stimmen der bei­den rechtsstehenden Parteien, der Demokraten und der Unabhängigen angenommen. Hinzugefügt wird dem Kompromiß noch die Bestimmung, bah neben der Staatsbürgerkunde und dem Arbeitsunterricht auch die Volkswirtschaftslehre Lehrgegenstand in den Schulen sein soll. Alle Abänderungsanttäge werden abgelehnt.

Nachdem schließlich Arttkel 147 (Denkmalschutz) angenommen ist, wird die Weiterberatung vertagt. Nach längerer Geschäftsordnungsdebatte einigt sich das Haus auf Beendigung der Verfassiungsberatung aM Montag und Dienstag. Die große poli­tische Aussprache beginnt Mittwoch mit den Reden der Minister.

Nächste Sitzung Samstag 9Vz Uhr: Zahlung der Zölle in Gold und kleinere Vorlagen. Schluß 8V< Uhr.

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-Mistes.

Abg. Groeber (Ztr.): Die Regierungsvor­lage enthielt nur einen einzigen kleinen Artikel. Der Ausschuß bat durch seine tiefschürfende Arbeit einen ganzen Abschnitt über die Schtulfrage ausge­arbeitet. Das Zentrum hat an dieser Erweiterung tztach Kräften mitgearbeitet. Bezüglich des Reli­gionsunterrichts ist es schon im Ausschuß gelungen, eine Lösung zu finden, bie wir als eine ausreichende und genügende anzuerkennen vermocht haben.

Abg. ©et) rert (Dem.): Der Schulkompromiß hat zu unserm größten Bedauern die Aufrichtung der staatlichen Gemeinschastsschule verhindert. Man hat uns fälschlich die Schuld aufgeladen. Vor dem letzten Kampf sind wir ausgeschaltet worden. Wir lehnen die Verantwottung für das Ergebnis ab und betonen gleichzeitig, daß wir unsere Ausschal­tung als ichmerzlich empfunden haben. Tas Zen­trum hat m dem Kampf um die Schule die schärfste Waffe ausgespielt im Hinweis auf die Unversehrthett des Reiches. Das Zentrum hat wesentliche Zugeständnisse erreicht. Die Sozial­demokraten haben zwar die religionslose Schule im Prinzip erreicht, aber auf Kosten der Schule: denn an die Stelle der Staatsschule tritt die zerklüftete Weltanschauung, die zu roeiteoer Zerklüftung führt. Mag es nun werden rote es will, ich wünsche der Volksschule das Beste.

Abg. Traub (T-Natl.): Das Kompromiß ist unnatürlich. Wir halten bie ursprüngliche Re­gierungsvorlage für besser. Tas Kompromiß ist eine Verschlechterung. Es bedeutet die Zertrümme­rung des einhelllichen, nationalen Schulwesens.

Unterstaatsfekretär Schulz: Eine staatliche Einheitsschule werden wir nicht haben, solange der Charakter des Reiches nicht einheillich ist. Ter

bann tdi=s Fur cht vor Bestrafiumq ms «nbesetzte Ge­biet geflüchtet.

Ein Zwischenfall in Mannheim.

ft. Mannheim, 19. Juli. Zu einem auf­regenden Zwischenfall kam es am Dienstag abenb bei der Rheinbrücke. Die Darstellungen der Mannheimer Blätter gehen in der Schilderung der Angelcgenhell auseinander, soviel scheint aber festMstehen, daß Mädchen mit schwarzen Franzosen pich einließen, woran eine größere Menschenmenge Anstoß nahm. Eine Frau wurde von der Menge ans bem Wachlokal herausgeholt iinb verfolgt. Vor bent Schloß kam es bann zu einem derartigen Auf­lauf, baß die dorttge Wache glaubte, es handle sich itnt einen Putsch. Sie warf einige Handgranaten, worauf bie Menge auseinanderstob. Daß die Ent­rüstung der Menge nicht ohne Grund war, geht dar­aus hervor, daß die Frauen oft die ganze Nacht in bem Wachlokal der schwarzen Franzosen zu­brachten.

Schmugglrrlos.

---Worms, 19. Juli. In der hiestgen Gemarkung wurden zwei Schmuggler, die auf den Anruf französischer Soldaten nicht stehen blieben, e r s ch 0 s s e n. Bei Bodenhetm traf einen Schmuggler das gleiche Schicksal.

--Idstein, 19. Juli. Der Landwirt Karl Ries aus Esch wurde im Tiefenbach­tal, als er für Schleichhändler Waren ins un­besetzte Gebiet fahren wollte, von französischen Wachen durch einen Schutz in die Brust le­bensgefährlich verletzt. Seine Pferde, der Wa­gen und die Waren wurden von den Fraw- zosen enteignet.

= Cronberg, 18. Juli. Domi König- fteinet Militär-Polizeigericht wurden zahlreiche htesige Einwohner, die Lebensrnittel ins unbesetzte Gebiet auszuführen suchten, zu empfindlichen Geld- urtb Gefängnisstrafen verurteilt. Der von den Franzosen als Führer von Lebensmlltelschmugg- lern bezeichnete Weißbinder Ludwig G e t n b a r b t erhielt drei Monate Gefängnis und 4000 Mr. Geld­strafe, ein gewisser Adam Müller zwei Monate und gleichfalls 4000 Mk.

Aus Heflerr.

H.T.K. Darmstadt, 17. Juli. Dte Grün­dung eines Demokratischen Bauern­bünde s für Hessen im Anschluß an den Deutschen Bauernbund steht bevor. Eine große Anzahl vm Mitgli»dern hat sich bereits angemdbet

Deutsche Nationalversammlung.

60. Sitzung. Freitag den 18. Juli.

Am Regierungstisch: David und Dr. Preuß. Präsident Fehrenbach eröffnet bte etfcung 9 Uhr 45 Minuten.

Abg. 2 aber rett» (D. NM.) fragt, was bte Regierung zu tun gebende gegen die Versuche, bie Absetzung mißliebiger Beamten bur chAngehörige

nmngen entfernt werden tonnen.

Abg. von Gräfe (D.Natt.) fragt ergänzend, waS gegen bat mecklenburgischen Minister für VokkseNtähamg getan werden würde, der nach seiner Erttärung nur Beamten von ausgesprochen sozialistischer ober demokratischer Gesinnung rav* stelle" wolle.

Geh. Rat Freiherr ttoU Welser: DaS tst-me vollkommen neue Frage, auf bte bre Regreruns nicht antwortet

Abg. Hamp« (D.Natl.) fragt, was dieReichs- regimmg zu tun gebetete, um bem immer mehr umsichgreisenden Glücksspiel

nachdrücklick! entgegenyuirden. Die bestehenden Strafgesetze versagen.

Bei den Interpellationen Heinze (D. Vp.) und Arnstadt (T.-N.) bett, die Landarberterstreiks erregt der Vertreter des Reichsarbeitsministerrums Tr Levy den lärmenden Unwillen der Versamm­lung durch seine saloppe Haltung, in der er Aus­kunft zu erteilen sich anschickt. Tie Jnterpellattonen werden demnächst beantwortet werden.

Tas Haus setzt seine

Beratungen des Verfassungsentwurfrs

dem Abschnitt Bildung und Schule fort, zu dem der bereits veröffentlichte Schulkompromrß als Antrag Löbe, Groeber u. Gen. vorliegt.

Reichsmrnister des Innern Tr. David: Mit der Vereinbarung, bie in bem Kompromiß zwischen zwei gwhen Auffassungen getroffen ist, wirb sich auch bie Regierung einverstanden erklären. Hoch- bedeutsam ist, baß Kinder unbemittelter Eltern Erziehungsbeihilfen erhalten sollen.

Abg. Schulz- Ostpreußen (Soz.): Wrr haben keine Veranlassung uns über bas Schulkompromiß besonders zu freuen. Vom pädagogischen Stand­punkt aus wünsche ich nicht, daß die Schule in die politischen Streitfragen hineingezogen nnrb. Ich empfehle ohne Ueberschwung, aber auch ohne Ge- wissensbedenten die Annahme des Schulkompro-

Atts Stabt und Land.

Gießen, den 19. Juli 1919.

Gießener Volkshochschule.

Der borläufige Arbeitsausschuß hat die Vor­bereitungen so weit geförbert, daß er zu der öffentlichen GründungsVersammlung am Donnerstag den 24. Juli, abends 81/* Uhr, in ber Neuen Aula ber Universität ein toben tarnt. (Siehe Anzeige.)

Die Gießener Volkshochschule ist nicht zu ver­wechseln mit Bolkshochschul kursen, wie sie im Auftrage bes Landesamtes für das Bildungswesen von ber Zentralstelle zur Förbemng ber Volks­bildung in Hessen im vergangenen Monat für Arbeiter und Angestellte auch in Gießen veran­staltet würben. Ste ist jebermann ohne Aus­nahme zugänglich. Ihre Bevanstaltungen finden in den Abendstunden statt, so daß jeder Hörer den Besuch mit seiner beruflichen Tätigkell ohne Schwierig kett be Deutbaren kann. Die Gießener Volkshochschule will vor allem eine Bildungs- gemein schäft sein. Desl;alb richtet sich auch die Wahl ihrer Lehrstoffe nach ganz anderen Gesichtspuntten. als bei den erwähnten 14tägigen Kursen. Die Gießener Volkshochschule soll ferner eine dauernde Einrichtung werden, die in regelmäßigen Semestern ihre Arbeit leistet.

Tie Gießener Volkshochschule ist berufen, eine merkliche Lücke in den Bildungsbesttebungen unserer Stadt auszufüllen. Das Bedürfnis nach Erweiterung des Wissens und nach Verttefung ber Bildung hat weiteste Kreise erfaßt. Das beweist die lebhafte Teilnahme an ähnlichen Veranstaltun­gen und der schon oft laut geworbene Wunsch, sie im ©inne ber Volkshochschule auszubauen.

Die Ausfuhr von Lebensmitteln aus dem besetzten Gebiet.

Durch bie Interalliierte Kommis­sion ber Rheinlande ist die Blockade Deutschlands vom 12. einschließlich an aufgehoben worden, mit Ausnahme von einigen eBschränkun- gen, welche verschiedene chemische Produkte, Edel­metalle, gemünztes und ungn^inztes Gold und Silber und ausländische Wertpapiere betreffen. In­folgedessen kann die Ausführung der Le­bensmittel ungehindert vor sich g e h e n. Es sind in dieser Hmsrcht keiner la Rapiere

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Anzeige. _ m

* Schafbockversteigerung. Die Be­sichtigung der zur Schafbockversteigerung in Lich nngemelbeten Schafböcke durch Sachverständige ist abgeschlossen. Infolge strenger Auswahl verringerte sich die Zahl der zu versteigernden Böcke aut un­gefähr 50 Stück. Bei der Auswahl ließ sich die Immission von dem Grundsatz leiten, daß nur beste Tiere aut den Markt kommen dürfen. Die stvmge Auswahl mag manchem Züchter als Härte 'chÄnen, sie ist aber nötig, wenn die oberhes- che Schafzucht gehoben und das vom oberhess chafzüchterverein erf

Lich aus.

Kreis Alsfeld.

M. Alsfeld, 18. Juli. Gestern nachmittag hielt Prof. Tr. Kinkel imDeutsck)en Kaiser" den letzten seiner sechs Borträge über bas Thema: Schicksal und Charatter". Tie Menschheit müm eine Entwickelung der Kultur zur vollkommmm Schönheit durchleben. Mitarbeiter an bem Ent­hüllen bet Welt seien Fichte, Goethe und Schilstr. Es sei ein Irrtum, anzunehmen, der Cbarakia sei unwandelbar. Leben fei Entwicklung. Des Hub sei es auch Torheit, von guten ober bösen Menscher! zu sprechen. Es könne dies höchstens nur twnj einzelnen Seiten des Charakters gesagt toetten,' Tie Charakteren würden sich daher auch gr»r* seitig nicht ausheben. Deshalb fei eS aiun ca Unrecht, wenn Völker ober Krtchengemeinschaste, sich die gegenseittge Achtung versagten. Genau bat« selbe gelte auch für das Privatleben des Etnzrinert Ter Begriff Schicksal sei ebenso wie bas Wort Charakter recht vieldeutig. Bei den alten Völlem habe es die Bedeutung ton äußerer Macht gehabt, bie sogar über die Götter geherrscht habe. T« neuere Zell sehe im Schicksal all die ungrluN Probleme, die unser Leben erschwerten. Aiiette und Leidenschaften dürften nicht zu unserem Schll' sal werden. Um groß zu werden, müsse nasl Großes erleben. Im Glauben an die Zukunft Üc- die Rechtfertigung Gottes wie die des Menschca- An den Vortrag schloß sich nun eine rege Aus­sprache über die sechs Vorträge an. ObcrwaW direkter Hensiug - Alsfeld eröffnete fte. Es te teiligten sich daran Pfarrer Möbus-AM und Pfarrer Hoffmann-Hopfgarten. Mll te Hoffnung auf frohes Wiedersehen schloß Schulla Huff die Aussprache

Kreis Lauterbach.

= Lauterbach, 18. Juli. Bor eiriefli Tagen wurden einem fast erblindeten Kriegsrnt« liden aus seinem^ Garten sämtliche Erdbeeren 6» stöhlen. Die Diebe waren so fteundlich, ihre Vinte»'! karte zu hinterlassen, denn einer verlor ber M Tat ein Notizbuch. Dadurch kamen die Täter yw hus Ein Schreiner eines benachbarten Deri!^ ffihr in den Wald, um seine gesteigerten ßtnWj stämme zu holen. Da der eine gestohlen toar, fal^l er sich kurzer Hand einen anderen Stamm, füllen der Förster schläft nicht. Als er nach Hause lori ffndet er schon den Forstmann vor, der nun « ^Messung des Stammes vornimmt. I

4b Wallenrod, 19. Juli. Beim Swela mll emer Schrtßwaffe traf hier em 14ilrtM Junge ctwm anberen Jungen mll der Kugel l«! Bein, so daß er sich m ärzllrche Behandlung Lauterbach begeben mußte.

Kreis Schotten. . j

qu. Ober-Lais, 19. Juli. TieJuge'iS' Vereinigung Ober-Lals-GlasYättr'. veranstaltet am Sonntag den 3. August un -uawi bei Ober-Lais ein großes Jugend fest. Mittelpunkt des Festes steht dre Aufführmm drei Volksszenen aus SchülersWrlh.rte Teil". Es sind dies die Apfelschuß-, OtW* Tod- und bte Rütti-Szene. Tie Darsteller W Mädckpen, Jungen und Männer aus Ober-Late Glaslstitten. Tie Hauptrolle- des Wühelm 2L spielt der beliebte erste Heldendan'.eller vom MaD zer Stadtthcater Otto Laubrnger, berget Kind, ein Sohn des in Worms verftor^Ji Lehrers Laubinger. Die Kostüme stellt das ÖriW , Landesthcater in Darmstadt auf Anregung ^! Bilbungsministeriums. Tie Gesamtern'lrwter 1 liegt in den Händen des Dltekwrs MerZ^,^ Heidelberger Stadttheater, der auch du Rotte R Geßlers übernommen lyat. Näheres totrb Farmt gegeben; es ist ratsam, wegen des -u tenden Andranges den Besuch von Schutm I Vereinen schon jetzt an Pfarrer Wcidner-Ober I

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Klein handelsgesck)äften ausgegeben: Nährmlltel: Adami, Gebr., Vläusburg, WeißmeA: Arnold, Heinr. II., Karser-Allee.

** Ein Le be ns reichen der Braven von Scapa-Flow. Bon der Besatzung des Torpedobootes 8 132, das in Scopo-Flow inter­niert war und dort versenkt wurde, traf gestern die erste Kunde von dem Obermattosen Alfted Kohlhase bei seinen Angehörigen hier ein. Tie Besatzung ist in dem Gefangenenlager Gvbv - ven bei O swastr Y (bei Schrewsburh) unter­gebracht und wurde von den Lagerinsassen mit großer Freude begrüßt. Tie Nachricht von der Versenkung der Flotte wurde mit gleichem Jubel ausgenommen. Tas Aussehen ber Gefangenen sei Stt, doch erwarten alle mit großer Sehnsucht den ag der Heimbesörderung. Ter Brief ist vom 25. 6. dattert. Die Seeleute haben daher sogleich mit der Heimat in Verkehr treten können, während eine amtliche Meldung über den Aufenthalt der Besatzungen von den Engländttn bisher nicht zu erlangen war. Tie Ungewißheit über das Sck)ick- sal der gefangenen Besatzungen ist nunmehr be­hoben.

** Schuhdiebstahl. In der Nacht zum 18. Juli wurden aus einem hiesigen Schuh­geschäft in ber Friedrichstraße mehrere Paar Herren- und Damenfchnürschuhe entwendet. Dar­unter befand sich ein Paar orthopädische Herren- Schnürschuhe Nr. 42 mit Korkeinlage. Vor An­kauf wird gewarnt. Sachdienliche Mittrilungen nimmt die Kriminalabteilung entgegen.

** Hesediebstahl. Am 18. Juli, abends 8l/s Uhr, kamen hier am Bahn Hofsplatz zwei Kartons mit 50 Pfund Hefe abhanden. Die Hefe- Pakete tragen die Aufschrift Preßhefefabrik Hanscff' Neunkirchen, die Kartons Konrad Bender, Gießen. . ,

** Besondere Abteile für Kriegs­versehrte. Der bequemen Beförderung der Kriegslnschabigten widmet die Eifenbabnverwal- tung die größte Ausmerksamkell. Wo sich ein Be- dürwis zeigt, werden befonbere Abteile für Kriegs­beschädigte eingerichtet. Die Abteile sind als Ab­teile für Kriegsbeschädigte bezeichnet. Wo keine be­sonderen Abteile freigehalten werden, ist das Zug­begleitpersonal angewiesen, unter allen Umständen für gute Unterbringung der Kriegsbeschädigten be­müht zu sein, sei es durch Anweisung eines Sitz­platzes ober durch Aufnahme einzelner Persorren in das Dienstabteil. Bei Platzmangel in» einer Wagen klasse kann auf Anordnung des Aufsichts­beamten ober Zugführers den Reisenden zcittvcilig ein Platz in der nächsthöheren Wagenklasse ange= wiesen werden. Diese Anweisung ist besonders für Kriegsbeschädigte mit Bein- und Fußverletzungen erneuert toorbrn. Den beteiligten Beamten ist noch­mals zur Pflicht gemacht worden, den Kriegsbeschä­digten und namentlich den SchTOerverletzten, bei ber Beschaffung eines Sitzplatzes in jeder Weise behllflich zu sein. Man kann aber nicht den Schwer­beschädigten allgenvein erlauben, bet Ueberfüllung ohne weiteres eine höhere Klasse zu benutzen.

** Tie Nähstube für Kriegs für sorge, Walltorstraße 24 I., tarn an jedermairn noch Jop- penstvff, 1,50 Meter breit, zum Preise von 22 Mk. der Meter, sowie Männerunterlwsen zum Preise von 12 Mk. und Ersttingsjackchen zum Preise von 3 Mk. das Stück und Nahgarn abgeben. Siehe

Kampf um die Schule nach tnfi geistig« WaffenI ** Amtliche PersonalnaArichten. ausgefochten werden und wenn bte Mehrheit deS 1 Der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lampert-