Ausgabe 
18.7.1919
 
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Lustspiel

Sreitag, 18. Juli 1919

Siebener Anzeiger ISeneral-Anzeiger für Gberheffen)

Zweites Blatt

6«« ütu

Inti

1. Hype«k

!jnv Hr!kül

Fortsetzung U.

?ach>ruck verboten.)

Krau Therese schwang sich, von Male gefolgt,

Stelle im Herr gern.

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Henny

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ier Serie 18/19.

fahren ihr seliger Wilhelm als i-evurrs- -angebinde beschert. Ta-u auf dem saft kohlen Ädel mit den paar dünnen grauen Haarsträhnen himmelhohen Hut von schwarzen Spitzen, röHd^ncu lila Bändern und verstaubten weißen we, der seinesgleichen suchte.

d!ack> den SoimZ finde! SMr^ lerin f'5 *r» Sillti«." Siephanstrave^,

M6: 'para/ lelurot- * unter

auf die schöne Schweizerreise so sehr gefreut, aber in der Reisegesellschaft verging ihr alles, und sie war froh, wenn sie unterwegs mal unbeachtet und unbehelligt allein für sich den Anblick schöner Gegenden und interessanter Menschen gemeßen

men und besondni yern.

in

«rsorten zum großen Ergötzen der anderen isteiseudcn das Gepäck unterzubringe« suchte.

!2J bst lls trift' 113720 leifltr

einen Sitzplatz nieder, wahrend des Hauses unter vielen überflüssigen

DetfaffunggebtnOe Doltsfammer der Freistaates hesten.

34. Sitzung vvm 17. 3uh vormittags.

Darm stadt, 17. Juli.

drMdent Adel ung eröffnet um 9y< Uhr

V Ätzung.

Das Haus holt zunächst die .jiitzelberlMmg der zu rück gestellten Kapitel des Landgefttzes

und zwar zunächst das Kapitel über die |t6gramg.

Art. M wird kn der Ausschußfassung ange- k riwen.

Art. 5557 werden angenommen.

Male sah recht stattlich aus. Sie trug eine ' verblickicne schwarze Seidenmantille. die ihr

Bitte gnädige Frau, es ist die höchste Zeit." lic sie,vis auf Male scheinen wir ja alle ^gebracht. Der Zug geht ab."

Preß- Itifdjt unter

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6t ru u.Äns.

gna Svendburg

.1 u>man von Anny Wothe.

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erwünscht

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lenen eilt Durch' ,dn>irl' «"ft

Interessante Menschen? Langsam, scheu hob sie den Blick, aleichsam als müsse sie letzt einen interessanten Menschen oder wenigstens einen, der nicht so war wie die anderen, suchen, und, als sie das Auge voll aufschlug, sah sie gerade nn paar dunkelleuchtende Männeraugen. Wie schwarzer Sammet, durch lange schwarze Wimpern bald versteckt, glühten diese Augen seltsam tn dem feingcschnittencn vornehmen Männerantlitz, das ein halbes Spottlächeln um btt vollen roten Lip­pen, die von einem schwarzen Schnurrbart leicht beschattet waren, sich chr entaegenneigte. Ragna empfand ein sie seltsam durchschauerndeS Gefühl, als sie in dieses Antlitz blickte, gleichsam, als habe sie diesen Mann lange gekannt, lange gehaßt, lange gefürchtet und doch lange ersehnt.

Sie sah wie geistesabwesend in das noch immer spöttisch lächelnde Gesicht, und eint dunkle Glut färbte ihr AnUitz wie Rosenlicht.

Wie in geheimer Angst zog sie Fränze, die sich an ihr Knie schmiegte, näher an sich.

Tu, Fräulein," sagte diese zutraulich,ich habe Hunger." . .

,Zch auch," echote Aenne von der anderen Seife, wo Male noch immer eifrig mit dem ®e* yäd fagte Frau Theres«.Unb Sie

sgM ^Linder äLu.^^J

gefdjin llihmtfclmlt Alber-, schwarzen Beichten ettjeuge

Rmdled», W TOoDtr.e ffM g aus Lager.

inger Tclevboi

zu. Was scherten stt ott gen luven -octif.

hatte gerade genug davon, und tainendmal hatte stt es schon bevcut, es durchgesetzt zu ha^n, mit Kind und Kegel einige Wochen in die schwelz zu reisen. Aerger, nichts als Tleraer hatte fte bisher gehabt, «tb heute, die Fahrt schien ia auch recht

Raana schämte sich, sie wußte aber nicht recht, ob vor sich selbst oder vor den seltsam forschenden Augen, btt in ihrer Seele zu lesen suchten, die so ungemein spottsüchtig an Familie Lorenzen hingen und die doch so weich, so träumerisch und warm blicken konnten.

Wie lange fahren wir noch bis 2anferfrnrrni en, mein .Herr?" sagte die Professorin, welcher di« Fahrt langweilig zu werden begann.

Kaum eine halbe Stunde, meine gnädigste Frau," gab der Fremde artig zurück.

^Jst di« Dahn, die nach Mürven fährt, in der Nahe der Bahnstation in Lauterbrunnen?"

,,Ja, kaum fünf Minuten entfernt. Tvch ist es jedesmal mit Schwierigkeiten verknüpft," iuhr der Fremde fort,mit der Trah> V ilbabn mittnkonv men, ich darf Ernten also wohl Ette namentlich wenn Sie, meine (hnädigste^mtt Ihren Angehörigen zusarnmenbletben wollen."

(Fortsetzung folgt.)

teilen.

Wenn ich nur wüßte," sagte die Frau Pro­fessor, ,M> mein Alter und die Gören stecken, die könnten doch auch von dem guten Zeug essen, es ist doch nun mal da."

Ragna errötete wieder und sah scheu zu ihrem interesseanten Nachbar hinüber. Aber der lächelt« jetzt und sagte verbindlich zu Frau Therese:

,L8enn Sie, meine gnädige Frau, den Stieren und den jüngeren Herrn mit den jungen Damen meinen, die mit Ihnen zusammen kamen, so kann ich Ihnen Auskunft geben, die Herrschaften sitzen hier tm Nebenooup6."

Damit stand er langsam auf und schob mit einer eleganten Bewegung die Tür zurück, die das andere Abteil von diesem trennte. ,

Tanke, danke verbindlichst, mein Herr, rief Frau Therese hocherfreut,das ist ia prächtig. Lorenzen", rief sie in das Nttxmwupö,willst du hrt Stulle. man, man, sonst wird dir flau, und du Geerd und du Peter? Wo stecken denn die Mädels. Wollt ihr nichts offen?"

Nein, nein, Mama, wir denken nicht daran, sieh mir das herrliche Tal und die himmelhohen Berge", schallt« es aus dem Nebencaupü ^trück.

Äbg. Urstadt (TemJ begründet seinen An- - a die Mindcstgrenze auf 50 Hektar hin aus- XYben. Es ist das Resultat der AuSjchußbespre- tziiig. Wir hoffen dadurch zu erreichen, daß auch 11 Deimar uns Entgegenkommen bewiesen iverben I Altz.

Abg. Diehl (H. B.) spricht zum Antrag ß Uwag Knoll den Standpunkt der evangelischen kilckc aus, die jahrhundertelang fortschrittlicher 5 wc als der Staat. (Ter Präsident macht darauf jrirrffnm, daß das Landgesctz zur AuSsPrackre >>bt) Ich werd« gleich beweisen, daß meine Aus- il/nntgen zur Sack>e gehören. Tie evangelische | jfirite hat im Gegensatz zur katholischen Kirch? in | f)cit einen ziemlich großen Landbesitz. Di« Kirche i ui bi« Berpachtung der Kirchengüter längst in sozialer Weise durchgefülirt, als der Staat ' n i.inen Domänen. Unsere Kirche hat ja den . 5iim des Lundgesetzes längst erfüllt, besser als ktz-r Staat vielleicht tun ivürbc. Tie beiden ItSntrn haben im letzten Jahrhundert viel bluten lassen zugunsten der Gemeinden und des Staates, w ich »»gebe, oft notwendigerioeis«. Tie Kirchen farmt nicht ganz auf bk Geldwirtschaft rng^ Ejtrcit 'werden, sonst gehen sie zugrunde. Wenn Ihr Antrag Knoll, wie ich fürchte, abgelehn! wird, ||> jttc ich, den Antrag Urstadt auf Hin-aussttzung s! r Mndestqrenze aus 50 Hektar auch auf Kirchen- '11 aus-zut^tz-ren.

?lbg Dr Pagenstecher halt es für unmög- D i., in ein 'Ausnahmeaefetz, wie das Lanirneseh, Lüi ein Ausnahmegesetz zugunsten der Mochte Rnnnnctzen. Doch muß mit aller berechtigtm fcdotning vorgegangen werden. Wir haben den An» fl^ftellt, die Position c zu streichen (zur H berung des KleinwolmungsbauS), weil er im Ütlfmen dieses Gesetzes keine Wirkung haben würde 'm iiedenkliche Folgen zeitigen könnte

'.'[hfl. Kaul (Soz.) spricht für Beibehaltung x Position 6; sie hängt organisch mit dem Gesetz j jimten, denn das Gesetz tvill doch das Sied- > !o-4sweftn aut dem Lande fördern. Es dient nicht Jftfti Aiffehen der Kirchen, bei der Verwirklichung großen sozialen Gedankens eine Ausnahme

Alles ylbmahnen der Familie Lorenzen, alle tfeteicn dec Kinder, diesen vorsintflutlichen Hut

zu Hause zu lassen, war erfolglos geblieben.

erklärte, der Hut wäre wie neu, m zwanzig jtan hätte sie ihn erst dreimal und zwar nur Nr Kirche getragen, und wenn dieser Staatshitt Mt: put genug für die Reise wäre, so würde sie M lieber zu Hause bleiben als ohne diese Reliquie fb-ie weite Welt gehen. Ueberhaupt sei ihr das Morn verhaßt, sie wäre chr Lebtag nicht gereist, 11 es wäre eine Verrücktheit von ihr, auf ihre c-im Tage so was zu unternehmen usw., so daß die cerrcrlic Lorenzen Male gewähren lassen mußte, torti sie nicht ohne diesePerle" in die Schweiz »itw wollte. Und das wollte sie nicht. Ohne

toben. Wenn es auch nicht der eigentliche Zweck > Gesetzes ist, das Wohnungswesen zu fördern und m int Rahmen des Gesetzes nicht erfüllt werden «rt, so l-alten wir es für praktisch, der Regie- 0 3 leine Handhabe zu geben, schon vor der Ber- ischicdmrg des Heimstättenaesetzeö der dringensben Ptzmmgsnot zu steuern. Unser Antrag (Osann), t Mindestmaß auf 100 ha jefhufefcen, bezweckt. Ic Schwierigkeiten, die dem. Landpesetz vom Rerch »acht werden könnten, zu befeittffcn.

F-mmunrinister Henrich: Wenn der in Wer- » gestellte Antrag im Reichssiedlimgsqesetz auf' S*mnat wird, sind unsere ganzen Beratungen kr Act. 58 gegenstandslos. Ich glaube, daß Lin et her Anlaß zu einer Kirchendebatte vorlag. Po-> Ln b trifft doch nicht nut Kirckienstistungen, son- ht auch Äkttengesellschvften, die sonst den Zweck | Gesetzes vereiteln könnten. Wir müssen eine vglichkeit habrn, den Grundbesitz der toten Hand fc Ausgleich heranzuziehen. Wir geben die aus- ßkliche Erklärung ab, daß Kirchengut nicht in | Eigentum von Privatpersonen Übergehen soll. Jatn großer Wert darauf gelegt wird, wivo die kimmg der LrhShung von 25 .Hektar aus ~>0 Hck>

rheinische Gebiet von un5 ab fällt, und daß wir scktver geschädigt werden., DaS ist die Absicht gewesen, und ich verwahre mich gvgv' alle Versuche, mich persönlich herunterruretßen, ich verwahre mich auch enddneben dagegen, daß man versucht, mich als Agenten der ftan^üsischeu BesatzungSarni« hinzustellen. Das werde rch nicht fein. Und wer mich kennt, der weiß, daß baS nicht möglich ist, und daß das, solange ich atme, unmöglich sein wird. DaS wollte ich vor dem Hause und dem Lande festgestellt haben. ..Beifall.)

Präsident Adelung erflärt, das HauS nxrbt später Olelegeuheit haben, zu der Sackx- Sll-lllurs zu nehmen.

Tas HauS fährt bamt in der Beratung des Landaeselu's fort.

Artikel 62, 63, 65 und 66 werden neftridjni. Artikel 64 wird mit einem der neuen Fassung deS Art. 61 entfprlxlßmden Zusatz genehmigt. Artikek 67 wird in der AttssckMÜfassrmg anoawjmnuiLi

Abg. Bornemann beantragt die Eiuschie- brmg eines Art. 67a, wonach die vormckehene Re­gelung der Entschädigung nicht eintreten soll, bei Lieaenschaften der StlurdeSherrm und der adeligen ^ferichtsherren, soweit fic sich bereits vor t»em 17. Dezember 1820 im Besitze einer Standesherr« fchast oder eines adeligen Gerichtsherrn befaninm; ferner der m Hessen gefogenat FideckHnimifse, soweit diese Grundstücke früher bLbsl^oidrge Viauernnütcr oder Land stellen waren ober in den letzten 50 Jahren vor dem Inkrafttreten diese« Gesetzes aufgetauft wurden. In den vorbezeich^ neten Fällen wird als Entfchädiaung der Er- lverbSpreis gezahlt oder der 30. Teil des gemeinen WerteS.

ES ist ,namentlich« Abstimmung beantragt. Tir Minister stimmen mit ihren Fraktionen. Es er­gibt sich Stimmengleickü)eit, 28:28 Stimmen (Xie Sozialdemokraten stimmen für Einfügung bvß Art 67 a, die anderen Fraktionen dagegen.f Man streitet sich nun, ob der Antvaa Bornemann angenommen oder abgelehott fei. Ter Präsident gibt schließlich der Ueberzeugung Ausdruck, daß der Eintrag Bornemann adgelehnt ist.

Tie Art. 6878 werden nach beit Dor­sch lägen des Ausschusses angenommen.

Artikel 79 werd tn der Fassung des Ausschusses angenommen, ebenso di« Anträge Dr. Pgge»steck>er (der eiltstimmg angenommen lvird) und Köhler mit Stimmenmehrheit. Hmtcnach er­gaben sich Zweifel über die letzte WtimnufflUL Wad) kblyafter Geschäftsordnung wird die 9llx slimmung wüd^rholt. Abg. Osann gibt einen Ein­spruch feiner Fraktion dagegen zu Pvatokoll. Ter Antrag Kähler wird nunmehr abgellslmt.

Art. 8183 werden nach den Au-.ftlniß'rnträ- gen angeiwmmen, Art. 8588 werden anflenunv- men in der Fassung des Ausschusses.

Schluß der Sitzung 1 Uhr.

Nächste Sitzung nackMittoigS 4 Uhr.

viel versprechend anzufangen, beim Peter hatte eine Mütze verloren, wie er soeben weinend ein* ;eswnd, und Dagmar bemühte sich, mtt Hilft hres Taschentuches eine neue für den kleinen Bruder zu fabrizieren. Der Professor grollte, well ihm die ganze Reise unbeguem war, und Geerb schimpfte über die .Rinderzucht, d^ einem Bergnügen verleide. Nur Gunhlld saß mtt fllftn« -enden, sehnsüchtigen Augen da, al» müßte chr der Tag noch viel Schöneres und Herrlicher« bringen, und blickte tn den taufrischen Morgen selig lächelnd hinaus.

Die anderen Mitreisenden hatten sich bald an die lärmende, durcheinander schreiende unb redende Familie gewöhnt und kümmerten sich nicht mehr viel darum, nur RoguaS Gegenüber war voll Jntevesse.

Der Antrag Urstadt wird angenommen. Der i Antrag Torfch wird zurückgezogen

ES tritt eine Pause von 10 Minuten ein.

Nach der Pause erfolgt eine

persönlich« Erklärung drs Minifterpräfidrntrn Ulrich über die mittelrheinisck« Republik.

Zeitungsberichte über die gestrige Sitzung der preußischen LanoeSversammlung Mer meine Unter­redung mit General Mangin in Mainz ver­anlassen mich zu einigen persönlichen Bemerkungen, wozu ich mich dem Lande flehen über für verpflichtet halte, um nichts hinauSgelfeu zu lassen, was td) Tür falsch halte. Ich will deslralb ffbon letzt er­klären, weil die Zeitungsnachridstcn kein vosim^S Bild dessen enthalten, waS wirllich vorgegangen »st und der amtUdx B.richl abfleivartci mecocn mutz, ^fegenüber oen Ausjührungeii des Aba. Molden bauer erkläre ich: Es handelt sich nicht um cutt Werbearbeit, mit Hilfe der Franzosen eine neu- l-essische Republik

Was nun die Bemerkung anlangt, daß man in den betreffenden Kreisen keine Nrigung habe, c i n- verleibt zu werden, so will ich mir kurz er­klären, daß alle die Berichte, die ich über diese Stimmung bekommen habe, das Gegenteil beweisen. (Hört! hört!) Und ich fürchte, meine Damen und Herren, daß man tn Berlin immer noch nicht b^egrei st, waS l i n k s r*l) e i n i s ch v o r g e h t. lSehr richtig!) Ick) befürchte, daß man in Berlin nie lernt, was nötig ist, um d i R e i ch s e i n h e i t ausrechtznerhalten. (Sehr richtig!) Und diese Furcht hat mich getrieben, in streng reinver- sassiuigsmäßiger Weise zu handeln, und ich muß cs zurückweisen, daß jemand annehmen könnte, daß irgendwie der Versuch gerned)t worden wäre, mich einzuseifen oder mich irgendwie in meiner' Auf­fassung zu beeinträchtigen. Was ich verlangt habe, ist nicht, im Schatten Der Franzosen, im Schatten deS Generals Mangin unsere Agitation zu treiben, smidern was ick> verlangt habe, ist, völlig gleichberechtigt mit den Torten scheu Treibereien unsere Auf fass ung siegen diese vertreten zu können, dal; alle Par1 teien unseres Landes, alle Parteien ohne Unter­schied dasselbe Recht haben, waS sick) die Dorten scheu Leute erlauben können.

Ich wollte ferner festlegen, daß es falsch ist, wenn behauptet wird, daß der Plan eines groß.- hessisckn'l Freistaates vorläge. Daß der Plan nicht Vorgelegen hat und nicht vorliegt seitens der hcs- fifd)eu Negierung, geht aus der ganzen Entwicklung hervor. Daß ich mdsts getan habe, was ich nutzt öfsentlid) vor aller Welt verantworien kann, das huögen Ihnen einige Daten zeigen, die ich nock> hier oorführen will. Am 28. Juni sand die Unter-- rebung mit dem Herrn General Mangin statt, der 29. Juni war ein Sonntag. Am 30. Jimi habe ich den Bericht über das abgesandt, was ich dort wahrgenoTnrnen habe, nicht «tiva nur was in der Unterredung mit General Mangin vor sich gegan­gen ist, sondern, was ick) in den Unterredungen mtt den Spitzen der rlTeinhefsischen Behörden, der Han» delskom-mer, mit einer Anzahl prominenter Leute, die miffen, wie die Stimmung in den verschiedenen Städten ist, gehört habe. Ich habe vorher auch mit Kollegen aus meiner Partei verhandelt.

Und ich habe bei allen diesen BerhandlunEi die Ueberzeugung gewonnen, daß, wenn wir nickst wirken, wem» wir nicht dafür forgen, daß ttnr geschloffen als Ganzes austreten, im Interesse der Gesamtheit, daß bann die Dortnrschen Machen­schaften, die, das ist kein Zweifel, dock» noch nicht stille sind, uns in die unsinnige Situation der betrübten Lohaerber bringen würden. Tie stiolle des betrübten Lohgerbers werde ich nicht spielen, sondern idj) wer de handeln, wie es notwendig ist Im Inter ess e des Reiches und unseres Landes. Ter Berickst ist am 30. Juni abgegangen an Herrn Neicksspräsldent Ebert. Herr Reickispräsident Ebert hat mir unmittelbar darauf mitteIIen lassen, daß er meinen Berickst mit großem Interesse gelesen und ihn weiteraegeben habe. Am 30. Juni war auch der Geschäftsträger Der preußischen Regierung bei mir, dem ich ausdrücklich ^mirtirid davon gegeben habe. Am 3 Juli aber ist auch den Re­gierungen von Preußen, Bayern und Oldenburg Kenntnis von hem Schriftstück, das ich an den .Herrn Reichspräsidenten grianbt habe, gegeben worden. Ich habe also nach meiner Auffassung nach allen Richtungen das getan, was im Jnteres e des Landes notwendig war. Es flamt nicht die Rede davon sein, daß ich irgendwie ehrger ine Pläne habe, es Ikmn auch nidpt die Rede davon sein, daß ich irgendwie auf ein Großhe sen hinarbeite, sondern «s kann nur davon bie Red« sein, daß wir angesichts der Vorgänge, die »vir erleben, tun müssen, was in unserer Kraft steht, um 8 u verhindern, daß das links-

Male gab es kein Vergnügen, ohne Male konnte man nicht fein, und so blieb nichts anderes übrig, als sich in Geduld den Launen unb oft maßlosen Ansprüchen der alten Person zu fügen.

Ragna wagte Baum aufzusehen. Sie hatte sich ....... Schweizerreise so sehr gefreut, aber selllchaft verging ihr alles, und sie

öri .Art. 58 beantragt Afpg. Knoll (Ztr.) 3 c idjung der Pos. b, die das Eigentum der toten x rb zurEntrinung heran-yiel,en will. Tas Kirck-en- ;li ist schon parzelliert. Wir haben iiich.ö gegen

Vorschrift der Zioangspackst für jfirchengut, yvt sind wir einverstanden mit Vorschriften, n: ,w;t tmd zu welckxm Preise verpachurt wer- |n soll. Es hat denselben fozialen Efiekt, wenn |r Position b aus dem Enteignungskapitel Ijer- « genommen und in das Kapitel Der Zwangs- gtiöud hing ausgenommen wird. Was den tu» ^ichkn Gemeinden recht ist, ist den KirckM-

Vie Nommunalwahlen.

o Gedern, 17. Juli. Während sich di« Bürgermeistcrwahl völlig kampflos vollzosien hatte, waren für die Beigev rdn« t enwa hl am vv> gangenen Sonntag 5 Kandidaten ausgestellt wo» den. Es erhielten Bäckermeister Wilhelm Wahn 175 Stimmen, Schrriuermeister Karl Griemetz 157 Stimmen, Forstsekretür Rrrnharo Ban er 144 Stimmen, Wagneriin-tster Kurl Fran» ITT., 117 Stimmen und ülanbuxrt Karl Strvpp I. 66 Stimmen; 6 Stimmen waren -erfpiittert. Am nächsten Sonntag finM daher Sttchwa hl |*- schen Wahn und Griemetz statt. T« Walstdetei- iigung flaut allmählich ab; von 1083 Wahl­berechtigten stimmten ab nur 665 Personen.

** Klein-Linden, 18. Juli. Arn Mitt­woch abend fand tm Saal« derDeutschen Eiche" eine öffentliche Versammlung des svrialdenilokra- rischen WahlvereinS Aber die bevorstehende Dei- geordneten wa h l imb die Tätigkeit des biS- lyerigen Beigeordneten statt. Die Versammlung war stark besucht, mich Frauen fehlten nicht. Aufgestelti find drei Kandidaten, der bisherige Beigeordnete Wilh. Jung VIII., Kaufmann, Wilhelm Fink, Techniker, unb Heinrich Lutz .Weichensteller 1. Kl An der Tätigkeit des bisherigen Beigeordneten wurde tn der Versammlung scharfe lkritik geübt Der hiesige Demokratische Verein hat Hd> durch Mfstellen von zwei seiner Mitglieder, des Kan­didaten Jung und Luh. in zwei Lager geteilt. Von der arbeitenoen Bevölkerung, einem Teil der Be- (amten und Angestellten wurde Techniker Wtthelm Fink ausgestellt.

* Langsdorf, 17. Juli. Zu unserer Nachricht über die Vrigeordneieinoaht wird irnfl von Langsdorf mtigetettt, daß agitatorisch von allen Seiten stark gearbeitet wurde. Tast auf btt Kandidatur des Hermann Kneipp II. bte höchste Stimmenzahl entfiel, dürfte darauf zurückMführen

tat nicht widersprechen, well wir dadurch hoffen können, daß man uns m Weimar en wegen kommt. Darum halte i cheS für unridjtig, oen Antrag Köhler anzunehmen. In Weimar haben die Ver­treter von Baiern und Württemberg ohne Unter* chied der Parteien uns -uoestimmt, well dort die vesitzverbältnisse so sind, wie bei uns Ich bin der Truden; der Position c einverstanden, aber sie wird bloß falsche Sxjfhnmgen und Enttäuschungen hervorzurufen. Ich bitte, sie zu streichen.

Abg. Diehl (H. Vp.): Wir sind bereü, daS jtird.engui in noch kleineren Packx.stücken zu zer­legen. Aber wir wollen es baaxn sckZützen, daß eine spätere Regierung (vor ixx jetzigen Haden wir ferne Besorgnis), das Gesetz mißbi-auck»en würde. Ich mürbe sogar für das Gesetz stimmen, ttrnn das Kirchengut bis 50 Hektar geschützt wird.

Abg. Knoll <3.) macktt einen DermtttlungS- vorschlag, in der Position b das Kirchengut und das der anerfkumten Wohl tätig kritSstiftun gen und llnterrichtsanstolten aus-unehmen.

Finanzmiinster Henrich madit darauf auft merffam, daß auch nach dem vcrbesftwten Antrag sfuoll u. a. der Mainzer Universitätssvnds ge­schützt iDÜtbe, was doch niemand wolle.

Es kommt nunmehr zu einer sehr verwickelten Abstimmung. Ter Antrag Bornemann auf Wiederherstellung deS AuSscknlßantrages »oird ab­gelehnt. Hierauf werden in getrennter Llbstimmuiig die einzelnen Positivnen angenoniwen, wobei in Position d nack» dem Antrag Urstadt 50 Hektar als Mindestgrenze festgesetzt werden. Alle anderen Anträge werden abgelchnt.

Artikel 59 wird in der Fassung des Aus­schusses angenommen, ebenso Artikel 60.

Bei Art. 61 liegen verschiedene Anträge vor. Ein Aittrag Urstadt sicht vor den Ausdruckan­gemessene Entschädigung", ein Antrag Köhler wünscht als Enlsck)ädigung dengenuinen Wert", ein Antrag Dorsch wünscht als Entschädigung den Preis".

Abg. Urstadt begründet seinen Antrag mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit, das Gesetz den Rrickröbritimmungen anzupassen.

Abg. Kühler (T. B.) hofft, baff eine Formel gefunden wird, auf die sich alle einigen können.

Finanzminister Henrich: Ta anzunelpnen ist. daß in die Reichsverfassung über die Grund­rechte des deutschen Bolles auck; die Bestimmung aiifgcnommen wird, daß Eigentum nur gegen an­gemessene Entschädigung hi Anspruch genommen werden soll, und auch das Rrichlssiedelungsgesetz eine solche Bestimmung enthalten soll, so ist ro vielleicht zweckmäßig, uns der Form der Rcick>s geschgebung anzupassen. Ich empfehle als das entsprechendste Mittel beit Antrag Urstadt als Er­satz des Art. 61. Tann fällt § 62 unb § 63 weg unb § 64 muß entsprechend abgeändert werden.

Abg. Dr. Pagenstecher (Dem.) empfiehlt den Antrag Urstadt, der sich am regsten an den Wortlaut des Rrickisgesetzeö anschließt.

Obersiuanzrat Hesse empstthlt gleick)salls die Formelancremeffene Entschädigung" und lehnt die FormelnPreis" (Antrag Dorsch) undgemeiner Wert" (Antrag Köhler) ab.

Abg. Engelmann (So-.): Wrr .werden beim Ausschußantrag bleiben.

Abg. Köhler zieht seinen Antrag Zurück.

Abg. Schildbach (So-.): Wenn Sie die Massen mit aller Gewalt aufreizen wollen, so nehmen Sie nur die kapitalistischen Anträge an.

Ab«. Dr. $a gcnjled>er (Dem ): Abg. Schildback) hat ja den Antrag gar nicht gelesen. Wir lehnen ja gerade die Konjunkturpreise ab. Ten Borwurs der kapttalistischcn Gesinnung wei­sen wir zurück.

Präsident Adelung gibt bekannt, daß der Antrag Urstadt eine Aenderung erfahren hat; bis­her hieß es: außerordentliche Wertsteigerung in­folge des Stiege*.; jetzt werden die Worte infolge des Krieges gestrichen.

Abg. Bornemann (Soz.): Wir wünsdien den gemeinen Wert als Höchstgrenze der Qmtfdxtbi- gung. Wenn Sie dagegen sind, so vertreten Sie Geldsackinterefsen, was ich vor bem Lande fest­stelle. (Sehr richtia lknkS.)

Abg. Dorsch (H. 93.): Wir vertreten unser« Interessen wie Sie bte Ihren. Deshalb dürfen Sie nicht über uns richten. (Große Unruhe im Hause.)

Abg. Pagen st echer (Dem.): Unser Antrag entspricht der Begründung des Gesetzes.

Abg. Urstadt (Tem.): Der Antrag Dorsch ist jetzt überflüssig. Unser Antrag entspricht der Absicht der Sozialdemokratie mehr alb der ur­sprüngliche Antrag des Ausschusses.

Abg. S ch i l b b a d> (Soz.): Im ursprünglichen Antrag ist daS Ialtt 1919 scstgelegt worden. D-vaus legen wir Gewicht.

Abg. Reh: Wir haben gar kein Bedenken gegen den Ausschußantrag aefribt. Wir wollen nur eine Anpassung an bte Reichsverfassung.

M srch xir forvern.

Setiter einet f Präsident Adelung bittet, sich nicht tn den Wlrtschall nf lichenpolltische Ausführungen zu verlieren.

wirtschaft In eine-' <jrhlT Köhler (D. B.) bittet, dem demokra- Siad! iNähc f >|(Kfi Änttag ans Streichinrg des Art.« nicht statt- fiid)t30060ÄMT - * ,jru v -!X

5gpoibetaulicl«j schäften auf] Schr.Air--u.0lN 19. b.3Rt*

I auch, Fräulein," fügte sie gönnerhaft hinzu |es ist doch alleS da."

Ragna schüttelte leise dos Haupt und begann dem ziemlich einfachen Handgepäck eine große Düte mit Butterbrot, Kuchen und Obst zu ent­nehmen und an die Kleinen unb Male zu ver-

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