Freitag, 18. Juli 1919
(69. Jahrgang
Erstes Blatt
Gold durch die Stabt Berlin verlangt werden.
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den.
Die neuen Steuern
Dann werden sie bec verdienten Verachtung
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____ sie zu halten, aber bald .ihm Leute dieser Art nichts
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ter Oiehener Anzelgn nscheinl täglich, außer 6«in- und Feiertags.
vezoßTkpreis: m#neä. iRL 160, otertel- töhrlich Mk. 4.80; durch 16hoie- u. Zweigstellen nranetl. 1.50; durch die Post Mk. 4.50 viertel« ägrt. «russchl. Bestellq. iientiprrd) - Anschlüsse: türbieSchrsttkenung1I2 !.'-:rlag,Gcschäite-stelte5I Ansthrcktfür Drahtnach« richten: Lnzei-er «tetzcu.
poftfchecklsnlo: creeflud o. K. 11686
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Mo. August 1919
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Mllzugvkvminissi.'ii
1919 rotgefeljviic ’ltcn zur Einsicht ter
l*ung späteren Aus- der Bürgmueislere:
Ein SiegcSzua in London.
London, 17. Juli. (WTV.) Reuter erfährt, es stehe endgültig fest, daß Fo ch an dem Siegeszug in London am Samstag teilnehmen werde.
lopographj,^ !3- 3uli 1919 lk9t "is nebst
ßkgenteil beweisen." Wir müssen mit ^Htnhessen in Fühlung bleiben, müssen ihren ^»ruschen und Neigungen die ernsteste Bcach- schenken . Dies erfordert nicht nur yessisck-e, sondern auch dasReich>interesse.
Aus dem Aeiche.
Die sozialdemokratischen Arbeiterrüte und der Berliner „Bollzugsrat".
Berlin, 16. Juli. Heute fand im Ple- narsitzungssaale des Herren Hauses eine Fraktionsversammlung der Arbeiter- und Soldatenräte und kommunale» Räte der so- zialdemokratischen Partei statt, in deren Verlaus das Tischtuch zwischen der sozialdemo- kralischen Partei und den Unabhängigen und Kommunisten endgültig zerschnitten wurde.
Es wurde folgende Erklärung einstimmig angenommen: „Die aus der Revolution heraus geborenen Arbeilerräte hatten politisch' Kvmpekcnzen, solange Parlamente, auf demokratischer Grundlage gewählt, nicht vorhanden waren. Der Vollzugsrat von Groß- Berlin hat es nicht verhindern können oder wollen, daß die Vollversammlung der Groß- Berliner Arbeiterräte fast ausschließlich zum Tummelplatz niedrigster polittscher Demagogie und niedrigsten Dilettantismus gemacht worden ist. Positive Resultate zum wirtschaftlichen Aufbau haben die Verhandlungen der Vollversammlungen der Arbeilerräte und des Voltzugsrates nicht gezeitigt und werden sie auch zukünftig infolge ihrer Zusammensetzung nicht zeitigen können. In allen Situationen, welche durch den mit leidenschaftlicher Erbitterung geführten Kampf geschaffen wurden, zwecks Aufhebung verbotener Zeitungen, Freilassung politischer Gefangener usw., ist unser Verhalten stets von der Auffassung geleitet gewesen, unser Bestes für die Arbeiterräte zu leisten. Als infam und nichtswürdig müssen wir es bezeichnen, wenn trotz alledem unseren Vertretern im Vollzugsrat von Vertretern der anderen Richtungen persönliches politisches Spitzeltum unterstellt wird. Unter diesen Verhältnissen sind wir gezwungen, jede weitere gemeinschaftliche Zusammenarbeit in den Vollversammlungen und im Vollzugsrat abzulehnen.
Die Volksabstimmung in Oberfchlesten.
Breslau, 17. Juli. Entgegen anders-, lautenden Nachrichten teilt die Breslauer Zeitung mit, die Volksabstimmung über die Zugehörigkeit Oberschlesiens könne auf Grund der Anlagen zum Friedensvertrag frühestens im Februar 1920 stattfinden.
Berlin „17. Juli. (Privattelegr.) Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" führt aus, daß nach den Besttmmungen über die Abstimmung inOberschlesien die deutsche Bevölkerung im wesentlichen auf sich selbst gestellt
^rL.G.O.mlA t vorn 10. W»
des Wiegc'ncistrrs K Ml.
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t (tm 1. AuB 1919.
in9 te AusschlM genterei Kesselbaj
obres hat W Auszug über w ' in beglaubigter^ ngegaitgenen Gebühre
Deutsche Nationalversammlung.
59. Sitzung. Tmmerstag, den 17. Juli.
f Präsident Fe hrenbach eröffnet die Sitzung damit, daß er auf die GcsckiästSvtt>nungsbcstimmung hiirweist, daß das SBcricfcn von schriftlich abacfaß-
rungsanträgc sprechen entweder wie der Satz, daß wegen religiöser ober politischer Ueberzenmmg niemand gemaßregelt werten darf, Sclbstv^ständlich- feiten aus oder sie wollen, wie dar Antrag über die Vorbildung der Leiter ber Erziehungsanstalten in irgendeinem Spezicstpunlt allgemeine Kautelcn bringen. Ich bitte, sie abzulehnen.
Abg. Frau Neuhaus (Z
Angriffe der Frau Kähler wegen der konfessionellen Erziehung zurück.
Abg. Koch-Kassel (Dem): Die Berfassunß ist nicht der richtige Ort, um irgeiidwelck>e augeb- liche oder wirkliche Mißbräuche, die jemand enM deckt zu haben glaubt, abzustelleu. Wie kommt man außerdem dazu in einer Zeit, wo man Minister und Oberpräsidenlen ernennt, ohne nach ihrer Vorbildung zu sram'U, nun gerade in der Verfassung für die Leiter von Erziehungsan,»alten eine besondere Vorbildung vorzuschreibeu. (Seb« mit. Lebdaitcr Beifall.)
9 9d,
der Reichseinkommensteuer. Mau denkt innciMv der Reichsregierung daran, von dem gesamten Ertrag etwa 75 Prozent für das Reich iinüdiube halten, ettva 10 Prozent an die Bundesstaaten und etwa 1 5 P ro_je n t an d ic Gemeinden zurückzuerüat:en. Lamit ist a'xr nicht, wie irrtümlich» angenommen wurde, gemeint, daß nun jeder Bundesibaal mrd jede Gemeinde gleich' äßig 10 oder 15 Prozent bzw. nur diese Sätze von dem Betrag der in ihren Gebieten eingegangenen Reichem klommen steuer erhallen sollen. Bundesstaaten und Gemeinden sollen viel- mehr tn cher Gesamtheit ungefähr mit den an gegebenen Sätzen an dem Ertrag der Reick>s- einkornmcnsteuer beteiligt fein, aber im einzelnen unter Wahrrrng ihrer Bedürßrisse befriedigt werden.
Das zur Zeit in der Kommission zur Beratung stehende Grundweckselsteuergesetz hat in der von der Regierung eingebrachten Form keines- wogs die Zustimmung der Parteien, namentlich der demokratischen, gefunden. Einen das Gesetz einschneidend veränderten Antrag haben die Denw- fraten Flock und Siehr eingebracht. Der Entwurf sieht vor, daß bei jedem Umsatz voin Grundstück ein Stempel von 4 Prozent, gerechnet auf den gern meinen Wert oder, tvenn der Erwerbspreis sich l-ölwr stellt, nach dem Enver preis erhoben wer- ben soll. Dabei soll es den Gliedstaaten gestattet sein, einen Zusatz stempel in HöR von 2 Prozent zu erheben. Der vorgeselwne Satz von 4 Prozent + 2 Proz. = 6 Pro;., der vom Entwurf zroar als Norm hin gestellt, sicher aber zur Regel werden würde, ist zu hoch D .balb haben die genannten, demokratischen Abgeordneten beantragt, als Höchstmaß der zukünftigen GebäudesteuLr 5 Prozettt zu bestürmen.
(Heiterkeit.)
Die
Beratung des DerfasftmgSenttmrrfeS wird mit der Abstimmung über die Artikel 118 und 119 fortgesetzt.
In Bezug auf die Ehe wird nach dem Antrag der demokratistl-en Partei beschlossen: Tie Ehe stelch unter denr Schutze der Berfas,ung. Tie Mut- terfdmft hat Anspruch mH den Schitz und die Fürsorge des Staates. (Tie Vorlage sagt über die Mutterschaft nichts.)
Ter Anttag der Unabhängige n, daß die Mutter des unehelichn Kindes den Anspruchs lwt, auch im amtlichen Verkehr als Frau bezeichnet zu werden, wird mit 138 gegen J.33 Stimmen angenommen, ferner der Antrag der Demokraten: „Ten unehelichen Kindern sind durch Gesetzgebung die gleichen Veinnuungen für ihre leibliche, seelische und gesell schäftlich-e Entwickelung zu schaffen wie den ehelichen Kindern." Gleickrsalls auf Antrag der Temokraten wird bie1 Bestimmung über die Förderung der Familie in folgender Fassung angenommen: Tie Gesundung und die soziale Förderung der Familie sind Aufgabe des Staates und der Gemeinde. Kinder- reichte Familien haben Anspruch auf ausgleichkude Fürsorge. Ferner wird die vom Ausschlß beantragte Entschließung angenommen, einen Ofesetz- entwurf vvrzulegen, der die rechtliche und soziale Stellung des unehelichen Kindes in dem befchlos- fenen Sinn neu regelt.
Attitel 120 bestimmt: Tie Jugend ist gegen" Ausbeutung sowie gegen sittlich und geistige oder körperliche Venvalxrlosung zu sckjlützen. Tie Läirder Arbeit die erforderlichen Adastuahmen zu treffen. Fürforgemaßreaeln im Wege des Zwanges Gönnen nur auf Grund des Gesetzes angeordnet werden.
Ein sozialdemokratischer Antrag Frau Kähler u. Gen. will den Zusatz eilige ügt wissen, wonach die Leitung der Fürsorgeanstalten nur erzieherisch gebildeten Personen übertragen werden darf.
Ein Antrag Agnes u. Gen. (Unabh.) ver* langt den Zusatz: Wegen politischer ober relgiöscr Ueberzeugung und Betätigung der Erziehungs* berechtigten darf eine Fürsorgemaßregel nicht an* geordnet werden. Weiter verlangt er, daß „Staat und Gemeinde (also nicht die Länder) die zunv Sckmtze der 3ugenb erforderlichen Einrichtungen (also nicht die Maßnahmen) zu treffen haben."
Abg. Frau Kähler (Soz.): Unser Anttag ist notwendig, um ungeeignete Elemente auö der Jugenderziehung fernzuhalten. Wir stimmen dem Antrag Agnes zu, weil bie Verhängung der Zwangserziehung vielfach mißbraucht toorben ist.
Staatslommissar Dr. Preuß: Tie Abände-
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angelegen fein lassen.
Volkszählung für die EniuhmngSwirtschast.
Weimar, 17. Juli. (Wolff.) Ter Ausschuß für Vvlkswirtschasl der Na.taualversammluug stimmte gestern dem Entwurf einer Verordnung über eine Volkszählung am 8. Oktober für die Zwecke der Ernährung-swirtschast, bei der auch das Alter der Bevölkerung sestgestellt werden soll, iusb^-soudere um einen Ucberblick über die Lebens-- mittelvcrsorgung der älteren Leute zu geraumen, yu
- Hindenburg.
Hannover, 17. Juli. (Wolffs General- seldmarschall v. Hindenburg bittet nm die Verbreitung folgender Kundgebung:
„Ich erhalte täglich xahlreick>e Briese und Telegramme. So sehr mich diese Beweise des 93er* trauend und gütigen Gedenkens erfreuen, so wenig bin ich doch in der Lage, sie einzeln zu beantworten. Dieferhalb um Entschuldigung bittend, muß ich mich darauf beschränken, hiermit ein für allemal meinen herzlich st en Dank allgemein auszusprechen.
Hannover, den 15. Juli 1919.
gez. v. Hindenburg/
(Sitte Denkschrift über die Eiseubahnerlöhne.
Berlin, 17. Juli. (Wolff) Die Den5 schrift über die E i s e n b a h n e r l ö h n e , die seitens des Eiscnbahnministeriums der Lati- desversammlung zuging, kvinmt voraussichtlich noch vor der Vertagung zur Verhaus lung.
sein würde. Dessenungeachtet müsse erwartet werden, daß das Abstimmungsergebnis für Deutschland ausfalle, denn nicht nur die Deutschen, sondern auch ein großer Teil der polnischen Bevölkerung dürfte klug genug sein, sich zu sagen, daß ihr Wohlstand und Wohlergehen in Deuts<Aand sicherer aufgehoben ist als in Polen. Dem Auswärtigen Amt gehen unausgesetzt aus den Ost gebieten Zuschriften zu, die die Tiefe, verzweifelte Erregung der deutschen Bevölkerung bekunden. Die in patriotischen Kundgebungen geäußerten Wünsche und Anregungen bleiben unverloren. Jedenfalls werden bei Festlegung d^s Grenz-
Gießener Anzeiger
Eeneral-Anzeiger für Gderhesfen
Zwilllngrnmddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steinbruderct 8. Lange. Zchriftleilung, Seschästrstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.
VerivicM Frucht. Obst
Zentner
ttmcritanifche Politik.
Versailles, 17. Juli. (Wolff.) DerSonder- beriditerftatter dos „Echo be Paris" aus Washin gton berichtet: Tie Kommission des Senats für miswättige Angelegenheiten nahm eine Entschließung an, bie verlangt, erstens, daß Wilson bie Abschrift des Protestes übermittele, den Lansing, B l i s e und White gegen bie Klausel des Friebensvertrages betreffend Schau tu ng erlassen hätten, zweitens dem Ausschuß Auskunft zu geben über die Anstrengungen Japans, China einzuschüchtern unb zur Unterzeichnung des Frie- bendüertvaged zu zwingen, brütens ihm eine Abschrift bes angeblichen Geheimvertrages zwischen Japan unb Deutschland zuzustellen, viertens ihm 5benntnid zu geben von allen in Paris ausgearbeüeten Entwür en eines Völkerbundes sowie der Protokolle aller Sitzungen der Friedenslouserenz. Ter Berichterstatter vergleicht den Versuch der Kommission mit den Manövern der Bolschewisten, als sie Geheimdokumente des russischen Ministeriums des Aeußern veröffentlichten. Man erwarte, daß Wilson sich weigern werde, was allerdings einen Konflikt Hervorrufen könne. Es sei augenscheinlich, daß man die amerikanischen Gefühle gegen Japan auf den Gipfelpunkt treiben und den geheimnisvollen Schleier lüften tvolle, hinter dem der Friedensverttag verhandelt wurde.
Paris, 17. Juli. (Wolff.) Verspätet. Präst- bent Wilson richtete anläßlich der Siegesfeier am 14. Juli folgendes Telegramm an den Präsidenten Poincarö: „Möge es mir erlaubt sein, an dem Tage, der den Bruch der Fesseln brachte, die ehemals Frankreich in qualvoller Knechtschaft hielten, an das französische Voll herzliche brüberlid)e Grüße des Volles der Vereinigten Staaten und den Ausdruck seiner Freude zu richten, die es empsindet darüber, das Privileg gehabt zu haben, sich zur Befremng der Welt mit Frankreich zu verbinden."
Hessen unb bas Reich.
.. Die hessische Volkskammer hat gestern das kmdgesetz mit allen gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. In der Erkennt^ ms, daß in der Seßhaftmachung der Arbeiter auf dem Lande etwas geschehen muß, sind sich alle einig. Nur über das M a ß der Landauf- trilimg bestehen Meinungsverschiedenheiten btn Unabhängigen geht das Gesetz noch lange richt weit genug, sie beteiligen sich an keiner- lei Kompromissen, sondern wollen eben die Tmchjührmlg ihres Parteiprogramms in all I ikmer Maßlosigkeit. Nun ist man aber mit den oergesehenen Bestimmunngen des Reichs- ^setzes über die Landsiedlung in Wider^ jpriüh geraten; die Nationalversammlung will in der Landaufteilunb auf der untersten (ren-e bis zn 100 Hektar gehen; das hessische tfesetz will schon bei Landbesitz von 50 Hektar an die Bestinnnungen des 0)esetzes anwenden. Man sucht nun in einer Entschließung die Reichs in stanzen dafür zu gewinnen, daß sic den hesfischen Beschlüssen zustimmen. Leider wird in dieser Entschließung zu sehr der demonstrative Zweck, weniger die fachliche Be- IZündung in den Vordergrund gerückt. Es ist reilich^u wünschen, daß unsere Bollskammer ich.nicht umsonst in so vielen Sitzungen und Sieben ersckchpft habe, sondern daß ihr Gesetz, racl-dem eine so große Mehrheit dafür gestimmt hat, auch Rechtskraft erlcnrgt.
Die Sensation des gestrigen Tages aber !in der hessischen Volkskammer war eine Erklärung des Ministerpräsidenten Ulrich, wo^ rin er sich in einer anderen Frage mit den 8! ichsinstanzen und mit der preußischen Lollskammer auseinanderfetzte, nämlich in ber Frage der Neubildung eines mittelrhei- ni;dxn Staates. Wir wollen nur wünschen, daß seine Ausklärung, die vom Wolff-Bureau > ousführlich weiterverbreitet wird, in Berlin aufmerksam gelefen wird. Denn Ulrich verteidig sich red)t wirksam gegen die von Berlin her gegen chn gerichteten Angriffe, und i es bleibt von den erhobenen Verdachti- guiigen nichts an ihm hängen. Mit fs-lcichtfertigen Vermutungen und Auüstreuun- r1' jeit kann man sich nicht abgeben. Wir teilen betanntlid) Ulrichs Po litis cl>en Standpunkt nicht; das hindert uns aber nicht, an seine pirfönliche Ehrenhaftigkeit zu glauben unb, ! Heiner Wahrheitsliebe zu vertrauen. Sachlich Mat er gestern das unterstrichen, was auch fdic hervorgehoben haben: es sei zu fürchten, Maj man in Berlin nicht begreife, was links- Mhiuisch vor sich gehe und daß man verkenne, was nötig ist, um die Reichseinheit ktufrechtzuerhalten. Welcher Optimismus in hin deutsch gesinnten Kreisen in dieser Be- Mchung waltet, geht aus folgender Aeuße- jdnig der „Post" hervor, die sich einfach mit |kr vertrauensseligen Erwartung begnügt, es ■erbe den Franzosen, was sie auck) unter- »ehmen mögen, nicht gelingen, deutsches Land Mnzösisch zu machen:
„Lvemt ber französische Anspruch auf das linke Münnser sich feit einem Jahrtaufend beftanbig als fcbaltbar unb im lebendigen Bewußtsein unb im Kien bes tfjeinifd)en Volkes immer toieber als fcl*egrünbct erwiesen ljat, wenn es den Frmrzosen Bn int Elsaß geglückt ist, unter bestimmten Ver- »Ihiiffcn nach unendlich langen Bemühungen Mwoatlsten zu er.ixrbeit, ohne auch hier ben deut- Bxn Grundck)arakter des Volkes verwischen und Mk deutsche Sprache verdrängen zu Lmum, so darf Man wohl überzeugt fein, daß daran auch mit pCuolttai und Vertragsbruch ober mit Begünsti- fcng intb Anstifttrng laudesverräterisck-er Umtriebe Witts zu ändern sein wird. Unsere links- vfeinischen Landesteile sind deutsch Bub bleiben deutsch.
I Tie Frmrzosen haben sich offenbar die Sache ■toter vorgcstellt, nacktem sie an verschiedenen Aren eine Anzahl von Personen gefunben hatten, . Mk sich, durch Ehrgeiz, Fanatismus und fraaifbnfte ^.ftelluugeii 'verblendet, ben fremben Einstüstc- Wvgen zugänglich zeigten und die Schmach auf W laben, daß sie zur Zerstückelung ihres Dater- dem Feinde hilsreiche Hand boten. Diese kkrröter stehen nun verdientermaßen auch dem
XiumiW w« Xnitigee f. die lage<nuunmer vw zum NocbmNrag vorder ot)nejedeB<-rbn,blirvkeU vrelr |flr \ mm ffich« für «n^iaenv 34mm Brette örtli n 15 Vf, auBw&te 18 Pf., für Beklame- . anjeigeu von 70 mi» Freite 48 'Vf. Bei Plah- vo0tarii:20", Auischlog. Hauotjchri't^euer: Aug. Goeq. Beranlworllich für Politik: 'JUig. Goetz, für ben übrigen Seil: Dr- Reinhold Zenz; für den 21njetgcnii.il: p. Beck; fämthd) in Gießen
Die sranzöstfchc Kammer über den Friedeusvertrag.
Paris, 17. Juli. (Wolff.) Davas. In der Faiedenskommifsion der Kammer setzte am Mittwoch Charles Benoit seine Berichterstattung fort. Er führte aus, daß in Bezug auf das Saarbecken, außer der Volksabstimmung nack) lüjähriger Besetzung, keine territorialen Sanktionen bestellen für den Fall, daß Deutschland den Schadenersatz nicht durchführt. In bejug aus die Klauseln über Elsaß-Lothringen führte er aus, daß er bedauern müsse, daß Landau den Deutschen verbleibe und daß der Vertrag nicht Frankreich die Grenzen von 1814 zverkenne. Er stelle fest, daß die Rückkehr Elsaß-Lothringens ohne Protest erfolgt sei. Was Dester reich betreffe, sei es von Bedeutung, daß Deutschland die unbedingte Unabhängigkett der österreichischen Grenzen anerkenne. Es erkennt ebensalls die unbedingte Unabhängsg'eil der Tscheckw- Slowakei an. In Beendigung seines Berichts sagte Benoit, daß die Festlegung der österreichischen Grenzen gegen Polen noch nicht erfolgt sei. Ein unabhättgiges Polen wird als Barriöre zivischen den Mi!'.elmäcl)ten und dem russischen Reiche eine günstige Wirkung erzielen. Die Kommission hörte nachher einen Bericht über die Seehäfen, Schiffahrtswege, Eisenbahnett und den freier: Transit durch Deutschland und über die Gleichberechtigung der Alliierten an. Die alliierten Staatsangehörigen erfreuen sich der gleidjeu Vorteile wie die deutschen. Gewisse Klause.n rocrbcn durch den Völkerbund revidiert werden müssen.
Zur Tötung tzcs sranzöfifckken Quartier- meister» Mauueim.
Berlin, 17. Juli. (Wolff.) Wie wir von zu- ständiger Stelle erfahren, ist in ber Angelegenheit des erstochenen frtmiöfUdjcn Quortiermeisters Manheim eine Note des Marschalls Koch eingegangen, worin btt Beschleunigung des gerichtlichen Bersahrcus, @ntfdxulbigung wegen des Vorfalls, bie Uebernahme bet SMhnr ber Bestattung, bie Zahlung einer Entschöbiglrng von 100000 Fr-, für Die Familie des Ermordeten intb die^Zahlung einer Buße von einer Million Francs
Heber bie neue Kapitalrentenfteuer heißt es in ber „Deutschen Mlgem. Ztg.": Die vom Reichsfinmt-ministerimn geplante neue, mit ber Reickseinüomnrensteuer verbundene K « pitalte n t e n st e u e r , bie bis zu 30 Prozent betragen soll, stellt sich als Vorbelastung bes mobilen Kapitals bar unb soll an bet Quelle, also z. B. durch Abzug bei der WrszalLung ber Kupons, Htzpothekenzinsen usw., entrichtet werden. Als Kapitalrcnienftaict gezahlte Beträge würden dann jedenfalls bei der Einsckiätzmig zur Reichsein- fiomnren[teuer in Abzug gebracht werden. Hat also jemand ein Einkommen von 10000 Mk. aus Po-
^»^üs^^nst^e^ÄooM?'!suges die Wünsche der deutschen Bevölkerung so^brauM er nur iwch 17 000 sttf. Sinfiommen nach vertreten werden. Vor
L ber Reichsevttd««nHeuer » terfterea. Lei' alle» wzrd tue »euchsiLaErung, für die Sicher-
kleineren Einkommen würbe aber noch eine ent-1 beit und für die Interessen der nunmehr aus s. ^chcnde Rückerstattung aus ber Kapital reinen-1 bem Verband des deutsck-en Reiches ausichej- [teuer erfolgen. I denden Deutschen in jeder Weise zu sorgen, sich
Ta^fdlit Blatt berichtet über bie Verteilung
Hand schützend über sie zu halten, aber bald W®’eten wird, baß.ihm Leute dieser Art nichts [Ker. Tann werden sie der verdienten Verachtung Mr Welt preisgiegeben sein."
& , Ganz gut, aber man darf sich unseres Er-
Mp»' mit bloßen Erwartungen nicht begnü-
undE Ä.icktli v’W1’' ^usere linksrheinischen Landesteile wol- ' fiith ' Z deutsch bleiben, das ist richtig: aber man
' f dabei wohl, was Ulrich hinzugefügt
."Wvs die Bemerkung anbelangt, daß * y6fl|l*T den betreffenden Kreisen keine Neh-
L -4/v । habe, einverleibt zu werden, so will ich
, «fflffl lHlS erklären, daß alle Berichte, die ich über . uorca ii»"h ;Stimmung bekommen habe, mir das


