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Pfarrer Berthold Schwabe.
Vorgestern in der Nachmitlagsstunde, als auf StadtKirche die Glocken fünf Uhr läuteten und
Notgeld. Wie man uns mittdlt. wird 'vielfach die Vlim<il>me der Siebener
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Erlebnissen in russischer Gefangenschaft. Herr leger über englisches Lazarettwesen. Herr
retts «ne halbe Stund« vor Beginn überfüllt war. gelang es, mit Rücksicht auf die zahlreichen auswär- 5gen Besucher, noch eine Parallelversammlung m der IohannesKirche zustande zu bringen. Nach einer kurzen Begrüßungsrede des Dorfitzenden des Angehürigen-Ausschuffes Herrn Boller, ergriff als erster Redner Herr Dr. S ch n e i d e r - Gießen das Wort. Er führte aus, die Versammlung müsse das Gewissen der Zuhörer wecken. Wollten mit schweigend mitansehen, wenn der Feind unseren (Befangenen grundlos die Heimkehr verweigere? Es sei unser aller Pflicht, einen flammenden Protest za erheben an das Gewisien der Menschheit, und auf dieser Grundlage sei auch der Dolksbund erstanden.
Herr Oberlehrer Freitag berichtete alsdann von
** Postverbindung mit deutschen Krieg saefangenen in Sibirien. Der Bezirksausschuß Metzens für vermißte und kriegsgefangene Deutsche teilt ütit, daß die seit längerer Zeit unterbrochene Postverbindung mit den deutschen Kriegsgefangenen in Sibirien durch die Bemühung des amerikanischen Roten Kreuzes in Wa- ihinytvn wieder hergestellt ist. Es sind auch bereits aus Sibirien Postsachen über Amerika nach Deutschland gelangt. Nach Mitteilung oto amerikanischen Roten Kreuzes arbeiten unter den Gefangenen in Sibirien augenblicklich 300 amerikanische Sekretäre. Die Verpflegung der (befangenen soll besser sein als früher. Briefe und Karten mit genauer Anschrift des Gefangenen nimmt der Bezirksausschuß in seiner Geschäftsstelle, Alte Klinik, Liebizstrahe, zur Weiterbeförderung entgegen.
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letzte Ton verklang, starb Berthold Schwabe, Pfarrer der Markusgemeinde, erst 55 Jahre alt. Er stammt aus einer Gießener Familie: sein Vater war Santor und Organist an der Stadtkirche. Seine Schul- und Studentenzeit verbrachte er in Gießen. 1890
her er viel getragen. Sein starkes Mitfühlen und Mittragen hat ihn zu einem hochgeschätzten Prediger und Seelsorger gemacht Mit ihm geht ein selten innerlicher und arbeitsamer Mensch dahin: fein Ge- dächtnis wird bleiben in den Herzen aller, die ihn kannten und liebten. Er ruhe in Frieden!
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durchaus nid# dick <nzTgmxtgeri w> imb vor allem es hat ein paar prachtvoll i.nS'Trbualüterte Ge° flalten.
Tic Spiclleilimg übte unseres (rrimttmd zum ersten Male Oskar Feitel aus Man darf zu teueren Verfachnr aumnmt-rn. Tie SUgfai tipfett deeüi'luß:c anscheinend wohl tuend an£ dkidjenb und glättend fein Spiel. Eine iaftigt QfciniÜ schuf LUrl Bo l ck, einen weltfremd gewordenen Rittergutsbesitzer Adolf T e l e f n. Den Eindruck eines weltmännischen Arztes wußte Wilhelm Koch nicht vorzutäuschen. Helene Kall- mar war als Backfisch entzückend. Tie Borstust jur jungen Tarne, jene köstliche Mischung von Kindllichkeit und Eoabmmtztsein, findet in ihr eine glänzende Darstellerin. > Auch Änni Kretzer war in bet ajtiünyerftrb n Gouvernante eine Rolle iuyallen, die eine noch mu Denvertcte Begabung bloßlegte. Else A l l n e r, hatte eine ihr liegende Ausgabe gesunden. u
Notgeld« ckci.NL m prcußnchen Gebietsteilen verneigen. weil sie den Vermerk tragen: Gültig biS zum 1. FeonZar 1919. T« Gültigkett ist Mitte Januar durch Bclanntinaitemg bis auf weiteres verlängert inorben. Ter Ablauf dieser Frist wird rechtzeitig bekanntgenmcht werden.
** Aus dem Stadllheaterbureau. TuS vierakttge Schauspiel „Ter Kuckuck" von Fritz T lernet, das am toinmendcn Ssnntag hier zum ersten Male gegtoen wird, hat seine Feuerprobe bereits am ^ioiwnaltbcatcr in Weimar und am Schauspielhaus in rkömgsberg mit größtem Erfolge bestunden. TuS imerrfsante Werk rührt an ein Thema, das auch Sudermanns ,,Stein unter Steinen" jarr Grundlage dient, dock ist bei dem Kuckuck der zeitgemäße Einschlag von be. ionberer Wirkung. Unsere Bühne ist die britte, hie duS wirkungsvolle Werk urr Aufführung bringt
Göring über das Los von deutschen Äriegsge- mgenen in Nordafrika und Korsika.
Herr Dr. Schneider gab nun einen Ueberblick über das, was der Dolksbund bis jetzt erreicht hat. Was von der Waffenstillstandskommision verlangt wird, wurde in einer Entschließung, die Herr Dr. Schneider verlas, dargeleat. Sie lautet:
„Die von etwa tausend Angehörigen und Freun- »en deutscher Kriegs- und Zivilgefangener besuchte Versammlung der Ortsgruppe Gießen des Dolksbun- bes zum Schuhe der deutschen Kriegs- und Zivil» gefangenen erhebt flammenden Protest dagegen, daß die Regierungen der Verbündeten beabsichttgen, entgegen allen Forderungen der Menschlichkeit und des Völkerrechts, 800 000 deutsche Kriegs- und Zivil» gefangene auf ungewisse Zeit ihrer Heimat vorzuent- halten und Hunderttausende von ihnen noch nach Friedensschluß in jahrelanger Fronarbeit schmachten zu lasten. Eine solche Maßnahme ist Fortsetzung des Krieges gegen Wehrlose, Verlängerung des vernich- tungsfcampfes gegen die deutsche Dolkskraft und Rückfall in die Sklaverei barbarischer Jecken - in der Geburtsstunde des Völkerbundes unb des Welt- friedens. Statt Völkerversöhnurg wird Dölkerhaß daraus erwachsen . Eingedenk unserer Pflichten der Blutstreue und der Dankbarkeit gegen unsere Brüder, die für uns alle gekämpft und in fahre» langer Knechtschaft gelitten haben, fordern wir, >aß die qualvolle Ungewißheit ihres Schicksals »ie bet Gegner durch Verzögerung der Friedensver» )anblangen immer weiter verlängert, ein Ende gemacht »irb. Am 17. Februar wirb der Waffenstillstand erneuert Wir verlangen von unseren Unterhändlern, daß sie vom Gegner eine sofortige unb unzweideutige Erklärung darüber fordern:
1. Ob der Gegner bereit ist, unsere (Befangene sofort herauszugeben.
2. Falls er darauf beharrt, daß erst die Friedens- Verhandlungen darüber entscheiden sollen, ob er bereit st, diese sofort zu beginnen.
3. Ob er bereit ist, die Herausgabe der (Befangenen sofort bei Beginn der Friedensoerhandlungen zu bewirken.
Falls der Gegner diese Erklärungen verweigert, erlangen wir von unseren Unterhändlern Unterbrechung der Verhandlungen. -
Herr Doller dankte zum Schluß allen Rednern inb forderte auf, dem Volkskunde beizutreten und für chn zu werben.
Frau gab ihm hierauf 60 Mk, echtes Geld zurück, so daß fle nicht allein ihre Butter los war, sondern auch noch ihrem guten (Beide nachsehen konnte So müßte es jedem Wucherer ergehen, die den Einheimischen nichts abgeben, da sie von diesen die Wucher» preise nicht fordern wollen.
** Rödgen, 15. Febr. (befreiter Wilh Lückel, der seit August 1918 vermißt wird, hat gestern aus französischer Gefangenschaft geschrieben.
Kreis Lauterbach.
0 Lauterbach, 18. Febr. Der Protest gegen die ungerechte Zurückhaltung unserer (Befangenen im Feindeslande nimmt in unserem Kreise mächtig zu. UeberaQ bilden sich Ortsgruppen des Dolksbundes zum Schuhe unserer Gefangenen, meist unter Führung der Geistlichen, mit stets wachsender Mitgliederzahl
Kreis Büoingen.
na. Nidda, 15. Febr. Drei mehr als achtzig» jährige Ni ddaer hat der Tod innerhalb einer Woche dahingerafft: den 83jährigen Ludwig Runk, bisher das älteste Mitglied des Gesangvereins „Sängerinan)*, und die 81jährigen Heinr. Nuppel IV., Huttnacher, und Katharina Klös. Der jetzt älteste Einwohner Niddas ist der 89jährige Landwirt Bechtold.
Kreis Friedberg.
O. Bad-Nauheim, 16. Febr. Unter Mitwirkung des Kurorchesters und des ..Vereinigten Männerchors' unter Leitung von Wilhelm Bechtolsheimer fand gestern in der Turnhalle des Turnvereins die feier- liche Begrüßung der heimaekehrten Kriegsteilnehmer statt. Die Begrüßungsansprache hielt Bürgermeister Dr. Kayser, die Festtede hatte Kir» chenrat Wissig übernommen. Ein von Hoftat Stein» goetter verfaßter, in Neimen gehaltener Willkom» mensgruß erzielte, von Fräulein Minna Franke gesprochen, einen großen Erfolg Die ganze Feier, um die sich der Männerchor, die Stabt» und die Bade» und Kurverwaltung besonders verdient gemacht, stand in jeder Beziehung auf beachtenswerter Höhe. - Der 70jährige Landwirt Teuschel aus dem nahegelegenen Dorfe Nödgen rettete mit eigener Lebensgefahr den 9jährigen Sohn des Eisenbahnpförtners Oehm vom Tode des Ertrinkens.
= Niederwöllstadt, 16. Febr. Die Verpachtung des 160 Morgen großen Pfarrackers brachte die nette Summe von 19 000 Mk. Bisher betrug der Erlös 4000 Mk.
Kreis Wrtzlar.
— Wetzlar, 17. Febr. Für den beschleunigten Bau von Kleinwohnungen genehmigte die Stadtverordnetenversammlung die Summe von 300000 Mk. an den Spar» und Dauvereiu. Das Geld braucht nicht zurückgezahlt und auch nicht verzinst zu werden.
wa. Wetzlar, 17. Febr. Die Besprechungen zwischen der Leitung der Buderusschen Eisenwerke und den Derttetern der Arbeiterschaft haben erfteulicher- weise zu einem Einvernehmen geführt, infolgedessen die Arbeit bereits am Samstag abend in vollem Umfange wieder aufgenommen worden ist.
Hcsscn Nassau.
** Dillenburg, 15. Febr. Vorgestern war hier im Kahm'schen Lokal eine Versteigerung städtischen Holzes angeseht, die aber nicht stattfand. Einer der Neflektanten hielt nämlich vor und nach (Eintreffen der Dersteigeruugsbeamten an die erschienenen Holz» liebhaber eine .zündende' Ansprache des Inhalts, daß jeder, der über den Taxpreis biete, hinaus» fliege Daraufhin packten die Beamten ihre 2lkten zusammen und verließen das Lokal. - Wie wir hören, besteht allgemeine Mißstimmung, daß das Holz nicht rationiert, daß andererseits den Staatsbeamten eine gewisse Menge zum Taxpreis überlasseu wird, nicht nur in Dillenburg, sondern auch in anderen Ort- schäften.
ZMarburg, 16. Febr. An einer heute in den StadtsÄcn abg^haltencn, vom Büvgerrat ein» berufenen öffentlichen Versammlung wurde nach Aussprachen der Professoren Rade und Her- melinl folgenbe Eittscksiivßung an die Regierung angenommen: Tie Marburger Bürgerschaft aller Parteien erhebt lcidenschastlichen Widerspruch g^ien die tcnllllürliche Verzögerung des Friedensschlusses durch unsere Feinde inti> gegen die sorttvährend gesbei-7er:e Grausamkeit der Waffen st i l l- standsbedingungen. Sie svreert für das deutsche Volk, das seinen Friedenswillen genug und übergenug vor aller Dell benriejen hat, das Zugeständnis der Lebensbcdingungeu, ohne die es nicht existieren kann. Wenn unsere Staats» regicrimg dies durch weitere Verhandlungen nicht zu erreichen vermag, so möge sie lieber auf solchg verzichten, damck die Welt das ungeheuerliche SchmNpiel eines vergewaltigten, rechtlos gemachten Volkes ohne 'Schleier und Vvrl)ang vor Augen habe. Tie Gesckstchtc der Zukunft wird ein solches Verbrechen richten.
Aus dem besetzten Rhringebiet:'
— Höchst a. M., 16. Febr. Einige Post- unö liiiciibayiibcauue wurden mit (ä>eiangittS bcstrasl, iveit )«e einen französischen Ossizicr ittchi gegrützl yatlen.
= Bao iL ms, L< Feor. Ter amcrilanndfr Tiviswusiominandeur ließ Aivri (Limaohner, ixe die Fahne eines die Stabt durch»ielxenocn Regimentes nicht gegrünt hatten, mü ^zangnis und j« öO Mark bei trafen.
= St. Goar, 17. Febr. Wegen Ueber- tretimg der deutschen Bestimmungen über die Fleischversorgung verurteilte ine französische Mtomnumbantur den Landwirt Kühn zu zwei Manaten Gefängnis und 300 Franken (447 Mark) Geldstrafe, .siühn hatte zwei Kühe freihändig verlauft. Ferner wurde die Winve Wagner zu Buchholz zu Gefängnis und 300 Franken berurtrih, well sie sich geweigert halte, ein Stück Dieb an die deutsche Behörde abuiliefcrn.
= Mainz. 17. Febr. Ter Militär-Administrator für Rheinhessen ordnete für arbeitslose Männer, die hie Arbeit verweigern, den Ar- beitszwang bei Strasienderftellungen. an.
Wefoetter Sta-ttbeater.
Tic bc bt« Sonoren.
Lnstipiel von Paul Lindau.
(Bietzen, 17. Febr.
Als Achtzigjähriger ist Paul Lindau vor rot« ingen Wochen zu Grabe getragen ivvrden. Derer, vor der g-ofteiK literarischen RevolutÄm des Zabees 1889 die deut,che BLme beherrschten, werden immer weniger. Lindau war nicht der bedeutendsten, aber der triefeiner. Er war vntitcr, Tramatiber und DhraterdirekVr in rin« Person Seinen größten Einluü machte er durch Begründmtz der b-itnt Zeitschri'ten „Gegenwart" unb „Teuttche Rundschau" grftexb Er war ein höchst ntidi»-r Svps und schrieb eine äu^rst Orivanbh- Feder, die auch in seinem Lustwlri „Tie beiden Looiwren" nicht zu verkctrnen ist. Ta^ kleine Lustspiel ist voll «Lender Gin fälle, du
| Vermieti fr., ukli nl m.5d)Ttibt.an ob. vmmnn v ** lilttnw.
Letzte Nachrichten.
Zur miniftertrifis in vcy:rn.
München, 17. Febr. Zu Beginn der heutigen Nachmittagsfitzung des Kongresses der 2L», S.» u. B.-Rät« Bayerns gab Mmisterpräsident (Eisner im Namen des Ministerrates eine Erklärung über bi« zur Zeit schwebende Ministerkrise in Bayern ab. (Er erklärte, daß die vier Mitglieder der Mehrheitssozial. demokratie der Negierung unter der Wucht ihrer Verantwortung die Entscheidungen nicht auf eigene Faust treffen wollten. Die Mehrheitssozialisten haben infolgedessen sofort eine Landeskonferenz der sozialistischen Partei einberufen, die morgen zusammentteten wird und in der die ganze politische Lage mit allen damit zusammenhängenden Fragen zur Klärung und Entscheidung kommt. Die Entscheidung soll am Mitt» wach abryd, spätestens Donnerstag früh erfolgen. Der Kongreß nahm von dieser Mckteilung, die die Klärung der politischen Lage in Bayern wecker ver» schiebt, Kenntnis. Die Fraktionen des Nätekongreffes beschlosien, über die tRegierungseridärung inFraktions- besprechlingen einzutreten und die Sitzung wurde des» halb unterbrochen.
Der Vorsitzende teittt in der Sitzung folgenden Antrag der Unabhängigen mit: Der Minister für militärische Angelegenhecken wird ersucht, unoer- züglich auf dem kürzesten Wege die bestebenden Werbestellen zur Bildung einer Dolkswehr in die Hände der örtlichen A.-, B.- und S.»Näte zu legen. Sämtliche Listen über die bereits angeworbenen Offiziere und Mannschaften sind bei der Uebergabe vorzulegen. Wer sich von den Führern der Werbestellen weigert, ist in Schutzhaft zu nehmen. (Es dürfen nur gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbeiter und bauernbündlerisch organisierte Bauern angeworben werden.
Nach Begründung des Antrages erklärte Mi- nlsterpräsident (Eisner sein vollständiges Einverständnis mit dem Antrag. Wecker bemerkte Eisner, das Mißttauen, das durch die letzten Ereignisie im Wachsen sei, hacke er für unbegründet, aber begreif- lich. Wir wollen die Neoolution schützen und fort führen, aber mit anderen Proletariern, nicht Prole» tarier gegen Proletarier. Der Antrag der Unabhängigen fand einstimmige Annahme. (Eine neungliebrige Kommission begab sich zur Durchführung des Antrages sofort in bas Ministerium für militärische Angelegenheiten.
Don der Unabhängigen sozialistischen Partei lag weiter folgende Entschließung vor: Der Kongreß der 2L-, B - und S.-Näte ist der Hüter und Förderer der revolutionären Errungenschaften, oerurteitt leben Bruderkrieg und richtet an das gesamte bayerische Prole» tariat den Appell, bei Aktionen nur einig und geschlossen gegen jede Reaktion vorzugehen. Die Nes». lution fand einmütige Billigung. ,
Spartakifteuhkrrschaft im Rnhrffrbiet.
Hannover. 18. Frbr. AuS Münster wird flnrtdbri, zur Niederwerfung der Sparta» kistenherrschast im Ruhrrevier werden 30 000 Mann regierungstreue Truppen ziisammen- gezogen. Die Spartakisten haben im Laufe des Sonntag und Montag mehr als 100 Zechen unb einige 40 Gemeindeverwaltungen des Ziohlen- rcviers besetzt.
Weimar, 18. Febr. Das Reichsknbinet hol sich gestern eingehend mit der kritischen Lage tm Ruhrrevier besaßt. Nach den vorliegenden amtlichen Berichten befinden sich neun Zehntel des Ruhr rev iers in den Länden der stom» munisten, die jeden Äohlentransport gewaltsam verhindern.
Duisburg, 18. Febr. (C. 2L) Zn Mül» heim a. d. N. ift die Beamtenschaft in einen Abwehrstreik eingetreten, wodurch die Stadt gänzlich vom Post- und Dahnoerkehr abgeschnitten ist. Das Proletariat wurde zum Widerstand gegen die N» gicrungstruppen aufgerufen.
Ter Kampf mit den Polen
Nawitsch , 18. Febr. Die Polen binden sich nicht an die Waffenstillstandsbedingungen. Der Volks- rat zu Nawckjch teilt mit: Trotzdem um 5 Uhr nachmittags der Waffenstillstand begonnen hat, unternahmen die Polen seit den Abendstunden heftige Angriffe auf Sarne, Friedrichsweiler, Laszyn und Ko- narczewo, wobei sie starke Artillerie verwenden.
Wilson über die Freiheit der Meere.
Bern, 17. Febr. (WIB.) Wilson erklärte einem Mitarbeiter der .Newyork Herald" auf die Frage, ob die Frage der Freiheck cker Meere schon erörtert worden sei: Was die Neutralen anbelangt, so wird es solche in der Liga der Nationen nicht mehr geben, denn die Neutralen werden alle ein De- standteck der Liaa werden und müffen sich infolge- besten deren Beschlüsten fügen, falls eine bewaffnete Intervention gefordert wird. Sobald es keine Neutralen mehr gibt, gibt es auch keine Frage der Freiheit der Meere mehr: denn diese Frage wird j > eben durch die Dez ehungen zwischen Kriegführenden und Neuttalen aufgeworfen. Die Liga der Nationen wird in Zukunft alle Fragen der Marinepolitik wie auch der Nüftungen regeln. Wilson beabsichtigt in Boston zu landen und bi ganz Nordamerika eine große Kampagne zugunsten des Völkerbundes, zu entfallen. Wilson glaubt, daß der Friedensvertrag im Juni den Mächten zur Notifizierung oorgelegt werden kann
Amerikanische Soldaleo onf der Durchreise durch Tcutschland.
Koblenz, 18. Febr. 480 unbewass- ne te amerikanische Soldaten unter dem Befehl von sechzig Offizieren der ersten und zweites Armee fuhren im Sonderzug Sonnabend abend auf der Reise nach Berlin hier durch. Von Berlin aus werden sie nach den russischen Gefangenenlagern geschickt werden, um eine gute Behandlung der Gefangenen ficheczu- stellen. Jedes Lager wird den Besuch von drei Offizieren und 24 Soldaten erhalten.
TL» Demi ।
** Bolizeibertcht. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde im Schissen- berger Weg ein verschlossener Stall erbwchen und daraus eine Ziege gestohlen. Die Ziege wurde dann auf dem Nahrungsberg in einem Gartenhaus abgeschlachtet. Haut und Eingeweide wurden noch vorgefunden. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.
•• Nicht rechtmäßig erworbenes Heeres, aut beschlagnahmt! Die Sicherheitswache be» schlagnahmte in den letzten 14 lagen am hiesigen Bahnhof folgendes nicht rechtmäßig erworbenes Heeres- gut: 4 Pelzmäntel, 25 Tliliiärmäntel, 64 Paar Tuch- Hosen, 56 Waffenröcke, 34 Drillichjacken, 34 Drillich- Hosen, 38 Paar Stiefel, 34 Paar Schnürschuhe, 99 Paar wollene Strümpfe, 41 Hemden, 83 Unterhosen, 39 Zeltbahnen, 136 wollene Decken, 12 Bettbezüge, 12 Bettücher, 4 Kistenbezüge, 6 Ledertaschen, 19 lourntfter, 9 Brotbeutel, 3 Säcke mit Lederzeug, 16 Feldmützen, 6 Kochgeschirre, 3 Gewehre, 2 Pisto- len, 13 Seitengewehre, 2 Wagekdecken, 3 Armee- ferngläfer, 2 Autoschläuche, 2 Pferdegeschirre mit Zügel und Trense, 3 Armeesättel, 1 Leckerwagen, 2 Bagagewagen, 2 Rollen Kabel, 1 Sack mit Wollsachen, 5 Handtücher, eine Anzahl Vummistücke und Maschinen- teile. Sämtliche Gegenständ» wurden der Sammelstelle des Regiments Nr. 116 übergeben. Ferner beschlagnahmte die Sicherheitswache in einem Prioathof fünf Faß Benzin, welches der Heeresverwaltung gehörte.
•* Deutsche Dol kspartei. Im Saale des „Groscherzog von Dessen ' sprach ö-err Pros. Tr. Gmel in gestern abend über den Reichs- versassungsentwurf, und zwar fußten seine Betrachtungen auf dem eigentlich offiziellen Entwürfe von Preust. Zunächst beleuchtete der Redner das Problem der Austeilung Preußens, in welcher der Staatssekretär das sicherite Mittel siegen eine Reaktion zugunsten der Monarchie erblickt, unb führte seinerseits gewichtige Gründe für eine Erhaltung Preußens an. Tas darauf entrollte Bild des RegierunqsentwurftS führte die neuen Gewalten vor Augen: den vom Volke ae- wählten. aber nur mit repräsentativen Befugnissen ausgestatteten Präsidenten, sowie Reichskanzler und Reichsmimster, die die Regierung auSüben und dem Bolkshause verantwortlich sind. Sxrr Pros. Gmelrn hob als besonders brirenklich bei dieser Organisation das Fehlen einer hemmenden Gewalt hervor, indem nämlich das Volksbaus alle anderen Gewalten überrage und weder Präsident noch Regierung noch das Staatenhaus ein Gegengewicht bilden könnten. Gleichseitig deutete der Redner auch ans einen für die Vtenbcnmg des Entwurfs möglickten E^sichtspankt hin, demgemäß sich das Staaienhans aus instruierten Vertretern zusammemetzen würde. Aus den ausführlichen weiteren Erörterungen des Vortragenden sei noch der Gedanke hervorgehoben, daß die auswärtige Politik nur in öänbrix der Reich-regierung, nicht in denen der Einzelstaaten liegen dürfe, da sonst das Rrichsanschcn.leide, — Noch in vorgerückter Stunde schloß srch an den Vortrag eine Tükussun an, auf die näher eintugehen indessen zu weit führen würde.
*• Besitzwechsel. Bäckermeister Ernst Muth verkaufte für 107 000 Mk. sein Haus Ludwigstraße mit allen Däckerrimaschinen unb Einrichtungen an Bäckermeister Barth. - Der Kaufmann Isidor Rothschild erwarb für 45 000 Mk. das Anwesen Derastraße 17. — Assistenzarzt Dr. Ludw. Alefeld kaufte für 60000 Mk. vom Architekt Schramm in Wiesbaden dellen Villa Hofmannstt. 5. — Birken- stock L Schneider verkauften an Bahnhofsvorsteher Schmidt ihr Anwesen Friedrichstr. 13 für 50000 Mk.
** Wieder KriegdieLebenshal- tung verteuert hat, zeigt eine in Nr. 31 der „Wirtschaft!. Demobilmachung" veröffentlichte graphische Darstellung, wonach die Preise der wöchentlichen Ration einer vier- köpfigen Familie (8000 Gr. Brot, 1000 Ar. Mehl, 14 000 Gr. Kartoffeln, 900 Gr. Zucker, 975 Gr. Fleisch, 300 Gr. Butter, 5^4 Liter Milch und 2 Eier) vom Oktober 1913 von 8 Mark auf 16,8 Mark im Februar 1918 gestiegen sind. Die Darstellung beruht auf Angaben des Reichseriiäyrungsamtes.
** Der Volksbund zum Schutze derdeutschenKriegs-undZivilge- fangenen, -Ortsgruppe Gießen, halt am Donnerstag, den 20. Febr. 1919, nachmittags 2Vr Uhr, im Saale des Hotels Großherzig von Hessen eine Zusammenkunft der Mitarbeiter und Vertrauensleute ab. S. Sinnige.
*♦ Die Frauengruppe der deutschen^demo» Kratischen Partei hält am Mittwoch, 19. Febr., abends 7‘ , Uhr, im Postkeller eine Mitglieder-Der» fammlung zwecks Besprechung über ihre Arbeiten. Siehe Anzeige in voriger Nummer.
** Schwarz-Wciß-Lichtsptcle, Sel- terswog 81. Bon heute bis Fttiiaq, 21. Febr. Oiangai der Roman van Goarg Hermann .Len» vierte Zaloby", Fortsetzung von ,.)ettchcn Geberti" und das Lustspiel „Bobbs Rache" zur Ausführung.
Landkrris Gießen.
" AUendorf a. d. Lda., 16. Febr. Unser Turnverein, der seit 1904 besteht, hat in dem Kriege 12 Mitglieder verloren, die den Heldentod fürs Vaterland starben. In Gefangenschaft befinden sich noch: Iohs. Benner, Eberhardt Loh. Johannes Wißner und Willi Balser Ferner starben noch infolge Krank- Heck während des Krieges: Heinrich Krieger,'Christian Schmidt und Eduard Bergen. Bei der diesjährigen Generalversammlung ttaten 27 neue Mitglieder zu.
•e Beuern, 18. Febr. Am 14. d. M. feierten die Eheleute Phil. Becker und Frau in oller Stille das Fest ihrer Goldenen Hochzeit. Beide sind noch ziem- lich rüstig und im Alter von 78 bzw. 76 Jahren. Schon im Jahre 1906 beging der Jubilar sein 50» jähriges Derufsjubiläum als Geschirrhändler auf Messen und Jahrmärkten.
m. Garbenteich, 18. Febr. Infolge der großen Bedeutung, die das Aluminium erlangt hat und der enorm gestiegenen Preise dieses Metalls hatten mehrere Unternehmer bald nach Ausbruch des Krieges das ftüher schon bestehende Bergwerk unterhalb unseres Ortes, am sog. „Pfahlgraben", wieder in ‘Betrieb gesetzt und die Schürfungen nach dem edlen Metall aufgenommen. Zu diesem Zwecke wurde auch die frühere Düngemittelfabrik ..Weißenburg' in der Nähe des Stellwerkes am ,Pfahlgraben' angekaufL Die Menge des Vorgefundenen Metalls soll nicht un» bedeutend sein. Ein neuerdings angestellter Versuch an der zutage gefederten rotbraunen (Erbe hat er- wiesen, daß sich aus ihr ein vorzüglicher Baustein brennen läßt. Die (Erbe soll deshalb für diesen Zweck ausgebeutet werden. Det durch die Waschungen entstehende Schlamm wird zu Ocker verarbeitet.
"Leihgestern. 17. Febr. Hier kaufte dies r Tage ein Hamsterer von auswärts von einer Bauers, frau zwei Pfund Butter ä 20 Mk. und drückte ihr einen falschen Hundertmarkschein in die Hand. Die
wurde er Diakonatsoerwacker in Erbach, 1891 Pfarrer zu Stumpertenrod. An seiner ersten Pfarrei hing er mit befände er Liebe: dort gründete er seinen Haus- stand. 1898 wurde Schwabe Pfarrer in Rödgen, 1903 Pfarrer der Markusgemeinde Gießen, 1914, nach dem Weggang von Geh. Rat Schlaffer, erster Pfarrer der Gefamtqemeinde Gießen. Ein rastlos schaffender Mann war Schw.ibe, der sich keinen Augenblick Ruhe gönnte und weit über seine körperliche Kraft hinaus arbeitete. Bekannt wurde er in größeren Kreisen durch seine Arbeit für die Dckanatskrankenpfletze und für den Wartburgverein Gießen. Wie sehr seine Gemeinde an ihm hing, bewies die Feier seiner silbernen Hochzeit im März o Zs. Um ihn trauert seine Markusgemeinde, ins- besondere der Frauenverein, die Konfirmanden-Derci- nigung, der Wartburgverein. Der Allg.Verein für Krankenpflege verliert in ihm fernen ersten Vorsitzenden. Besonders schmerzsich wird der Verlust der Militär-Gemeinde sein, der er im Krieg viel gewesen und mit


