Dienstag, 18. §ebruar 1919
169. Jahrgang
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Mainz
1919.
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Brot Klg.....
Weizenbrotmehl Klg
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Unter den Gewählten befinden sich Frauen.
Tie Revolution in Rumänien.
Berlin, 17. Febr. Eine Pariser Depesche der „Stampa" meldet in Bestätigung früherer Gerüchte, daß in Rumänien die Revolution ausgebrochen sei. Der König
erfreuliche, traurige Bo! mitiubringen habe. Die Urnö einen neuen Kriq
führen kann. Wenn man uns auch wehrios machen kann, ehrlos fcnrrf nxm uns nicht machen. (Lebhafte Zustimmung.)
Präsident Fehrenbach: Wir alle stehen unter dem Eindruck der Mitteilungen, die uns Minister Erzberger über die schmerzlichen Ver- tjanblungcn in {frier gemacht hat. DaS ganze deutsche Volk ist tott schwerer Sorge über dieses WaffenstillstandSobkommen und seine Folgen esr- füllt. (Allkilige fluftinmtimg). Unter diesen Umstanden wäre cs weniger angezrigt, wenn totr jetzt umniltesdar nach diesen so überaus schmerzlich«: Mitteilungen die allgemeine politische Aus- Pracks vom Sonnabend ft>rtsetzen würden, und ich schlage deshalb vor, für frnite darauf zu verzichten.
Auch der preußische Fustizmimster und der Kriegsminister die sich znm Worte gemeldet haben, haben sich entschlossen, ihre Reden für spater zu verschieben.
Das Hans erklärt sich mit dem Vorschlag des Präsidenten einverstanden.
Präsident Fehrenbach schlägt vor, am Die ns» tag die Interpellation der Deutschen Volksparte 96er die Weffenstillstandsverhandlungen zu er» Obigen und sie mit einer allstem rinen Mrsspracbe scher das neue Abkommen zu verbuchen. Tie Fort- Ktznna der AKis^toache vom Sonnabend soll am Mittwoch erfolgen.
Tas Daus erklärt sich auch damit einver- staniwn.
Tr- Srhnne am Dienstag beginnt um 2 Uhr.
Schluß 3 Uhr.
Der «nßebliche Rücktritt de» Wrafen Brockdorff-Ranstau.
Weimar, 17. Febr. (WTB.) Verschiedene Blätter bringen die Meldung, daß der Reichs- Minister des Auswärtigen, v. Brockdorff- Ra n tz e n, wegen seiner abweichenden Ansicht in der Beratung der letzten Waffenstülstandsbeding- ungen sein .Portefeuille zur Verfügung gestellt bat. Es .ist richtig, daß zwischen dem Reick-S- Minister des MrSw artigen einerseits imb der Mehrheit der KabineltsMttg<i<Ler und den heran gezogenen Parteiführern mid> rersriks m dieser Frage eine Mcinungsverscksiedenhrit besteht. Ein hinreichend lvgründeter.Anlaß zum Rücktritt des Ministers ist durch diese Meinnngsverschieden- beit na cf) Ansicht der Regierung nicht gegeben.
Die parlamentarischen UntcrftaatMchrtnre.
Berlin, 17. Febr. Die Berufung der parlamentarischen Unterstaatssckretäre soll im engsten Tin- vernehmen mit den Mehrheitsfraktionen erfolgen. Die sozialdemokratische Mehrheitspartei gedenkt u. a. den Abg. Taubadel (Reichsministerium des Innern) und den Abg. Dr. Quarck(Post) als Unterstaatssekretäre vorzuschlagen.
Xus Stadt und Land.
G i e ß e n, 18. Februar 1919.
Gültige Lebensmittelmarken für die 8. Woche vom 17. bis 23. Febr. 1919. Brot: 2250 Gramm Brot ober 1680 Gramm Mehl,
Weizenbrot Klg
Weißbrotbäcker: Gg. Keil, Neustadt, Gg. Schilling, Bismarckstr., Deicheri, Liebigstt.
Butter: Marke Nr. 8. 40 Gr. Margarine zu 27 Pf
und die Königin seien nach Jassy geflohen, aber vom Uoll nach r**-fareft -urüctgeholl
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J durch Auslage oon ffen StüÖL AKnwlNifttzir Myr bet alte blieb.
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Tie Wahlen in Dcutsch-Lesterreich.
Wien, 17. Febr. (W. B.) Das Wiener Wahlergebnis von 7 Uhr morgens, vorbehaltlich der endgültigen Ziffern, ist: 32 Sozialdemokraten, 11 Christlich-Soziale, 2 Deutsch-Nationale, 1 Bürgerlicher Demokrat, 1 Tscheche, 1 Jüdisch-Nationaler.
len gefordert Hütte.
Lpartakutz Im Reiche.
Mülheim a. d. R., 17. Febr. (WTB.) Die kommunistische Partei und die unabhängigen Sozialdemokraten proklamieren als Protest gegen den Einmarsch der Regierungstruppen in das Industriegebiet In Mül heim, Oberhausen, Hamborn, Sterkrade und Düsseldorf den Generalstreik. In Mülheim be etzten um 6 Uhr bewaffnete Spartakisten und Leute der Sicherheitswehr die Portale der großen Werke und verwehrten den Arbeitern und Angestellten den (Eintritt. Die Spartakisten besetzten außerdem das Telephon- und Telegraphenamt, so daß jeder Tele- phon- und Telegraphenoerkehr unterbunden ist. Die Aufforderung zur Einstellung der Arbeit wird an all« Betriebe gerichtet.
Die hiesige Ortsgruppe des Volkskunden zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivil? gefangenen veranstaltete gestern nachmittag hn Stadttheater die zweite große Protestkundgebung iiv Hx-nvi/iH, । gegen die Zurückhaltung unserer Gefangenen. Der -urüctgeholl I Andrang war äußerst stark, und da das Theater tr
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Fleisch. Wochenabschnitt 8.
Metzger für Fremde: Decker, Crednerstt.
Metzger für Urlauber: Günther, Walltorftr. Kartoffeln: Anteil 5 Pfund zum Preise von 40 Pf Nährmittel: Marke 2 Februar 1919.
Auf die gelben Karten (A) 250 Gr. Supvenfabrikate
Auf die roten Karten (B) 500 Gr. (Brief}
250 Gr. Haferflocken
Auf die blauen Karten (L) 250 Gr. Graupen
125 Gr. Suppenfabrikate 100 Gr. Teigwaren Iugezogene: Kleinhenn, Bahnhofstt.
Urlauber: Becker, Löwengaff«. Lebensmittel: Marke 5.
V. Pfund Marmelade zum Preise von 50 Pf.
Dre Marke 5 verliert am 20. Februar ih.« Güb tigkeit.
Jucker: Marke 2 Februar 1919.
Jucker für Februar noch nicht eingetroffen. Zugezogene und Kranke: Berdux, Bahnhosstr Urlauber: Geschw. Leo, Bahnhosstr Seife: Marke für Februar 1919.
Anteil 125 Gramm KA.-Seifenpulver zu 15 Pf und 100 Gramm KA-Seife zu 40 Pf.
Gemüse: Städt. Obst- u Gemüseoerkaufsstelle, Turmhaus am Brand.
Kohlraben, Rote Rüben, Zwiebeln.
Letztere, solange der Borrat reicht, zu 55 Pf. pro Pfund.
Samenverkauf: Brotkartenbezirk 2, Turmhaus am Brand. Bor- und Nachmittags.
Erbsen, Bohnen, Gelbe Rüben und Mairüben.
** Zur Seefischvertciluna wird uns vom Ledensrnittelamt mitqeteilt. Die am Samstag hier ein getroffenen Seefische kamen unerwartet und ohne vorherige Ankündigmtg, so daß eine rechtzeitige Mitteilung an die Verbraucher nicht erfolgen konnte. Da eine regelmäßige Anlieferung von Seefischen zu erwarten ist, wird die Erteilung durch die Nummern der Lebensmittelkarien geregelt werden, wobei jedem Verbraucher nur eine bestimmte Menge zufällt. Da eine Verteilung der See fische bei dec schlechten Bahnverbindung nach Eintreffen sofort erfolgen muß, wird der 53er kauf jeweils durch Anschlag an verschiedenen Stellen der Stadt bekanntgegeben werben. Ob im Gießener Anzeiger darauf lsingewiefen werben kann, hängt von der Zeit des Gintreffend ab.
Protestkundgebung gegen die Zurück- Haltung unserer Gefangenen.
veutsche Nationalversammlung.
9. Sitzung, Aäonmg, beit 1 <. Feoruar 11)19.
' Arc ton Mchen für bie 'Jteid^regieauiß uub sie aberlreter ber E-ttrzelregierungen: Süjtetto' mxuut, Roste, Erzberger, trieb, penrzc u. andere.
Prä>ibent Fehrenbach eröffnet die Sitzung inn 2 Uhr 25 Mrmtten.
Vor Eintritt in bie Tagesordnung nimmt das Wort Ministerpräsident Scheibe mann: Es ist gestern ein neuer Abschluß des Waffenstillstandes erfolgt. Wir hatten die Absicht, daß erst morgen gleichzeitig mit der Beantwortung der Interpellation Heinze über diesen neuen Abschluß berichtet werden sollte. Ich fiitbe den Wunsch aber durchaus verständlich, bereits heute einiges -darüber zu hören. Ich habe mich deshalb mit »ent Minister Erzberger in VeMndung ge- jetzl und ihn gefragt, ob er, iveimgletch er ent beute morgen von ber strapaziösen Reise znrück- gekommen ‘ sei, trotzdem in ber Lage sei, uns} Darüber Mitteilungen Lu machen. Herr Rcichs- inrnister Erzberger hat sich dazu bereit erklärt. Ich schlage deshalb dem Hause vor, diesen Bericht entgegen^rnleljunen und tvefter damit emveritan- ben zu sein, baß morgen die Interpellation^ !>xmze beantwortet Wirb.
Tas Haus stimmt zu.
Rcichsminister Erzberger.
Tas 1)oI)? Haus hat ein Jtecht darauf, den Wortlaut d.s Wu ff.nstil l slandsab komme ns alsbald »ou mir zu erfahren und im Anschluß daran erläuternd Stein ertungen von mir dazu entgegen« »unehmen. Tas gestern abend Vs? Uhr nnter--
das vertreten, daß Marschall Fvch sein gegebenes Wort in Trier äffen und loyal einhält. Unsere Gegentorsckstäge will ich nicht in allen Einzel- hriten mitteclen. Da Marschall Joch erflärtc, mchi in der Lage zu sein, irgend eine wesentliche Aen- terung in dem Entwurf der Miterten zu vollziehen, habe ich dem 9Jtarid)aü Jock) eine 9b)te mit unseren beutidjen Vorschläge, die sich insbesondere auf die sofortig Freigabe der deutschen Kriegsgefangenen bezieht, überreicht mit bet Bitte, diese Rote den (ätientcreg.'crungen zu unterbreiten. Marschall Joch hat sich bereit erklärt, diese 9iote bereits heute dem Obersten Kriegsrat der Alliierten zur BeschLußzassung M unter - oreiten. Zu meinem Bedauern .in es nicht Setungen, irgendwelche definitive Zusagen über die sofortig: Freigabe der deutschen KriegSgefmigenen ml erlangen. (Bcwegimg.- T« Antwort des Mar- ichallS Joch ging dahin, daß die alliierten Regierungen einen Beschluß über die sofortige Freigabe unserer ®riai;oenen nicht herbe igefübrt hätten, vaß aber Fvankrrich bereit sei, 2000 kranke und schwerverletzte LrivgSgcsmrgene alsbald in die Heimat zu enthaften. (Unruhe.) Auch Englmrd würde 2000 nachsenden. Darauf erwSwrte ich, daß diese Ännarrt in Deutschland mit tiefster Trmier und begründeter Sntdtfttmg ausgenommen loerden wurde. (Mseitige Zustimmung.) Wenn von 800 000 Gefchtmnen ganze 4000 zurückgegeben werden, so ttimt- das als eine wohlwollende Bel)and- tuiM der deutschen Forderungen nicht angesehen werben. (Cerieute Zustimrmmg.) Die Vertreter der Ä liierten drängten zum Abschluß des Abkommens Auf meine Anfrag? erhielt ich von der Regierung I lm Auftrag, das Abkommen zu nnterzrichnen, aber vorher Marschall Joch folgende Erklärung -u übergeben. (R«ick>öminister Erzberger verltei't die bereits beröfflcntlidjte Protestnote der deutschen Regierung.) Diese deutsche Erklärung wurde vor der Unterzeichnung des Abkommens Marschall Joch übergeben und von ihm aitgrirontmeiu Sie i|t tamit allso nach unserem Standpunkt als ein Tril des neuen Waffenstill-
Varrvd r 1919
worden. Das Schloß sei bombardi.ert und König Ferdinand rernnntixt worden.
Der Kamps mit den Polen.
Schneidemühl, 17. Febr. (WB.) (Ein überlegener polnischer Angriff gegen Miroslaw südwestlich Usch wurde abgeschlagen. Der Bcrsuch der Polen, östlich des Waldes einen Steg über den oberen Netze- Kanal zu schlagen, wurde veredelt. Beiderseittg« Ar- tillerietätigkeit bei Rakel. Sonst nichts von Bedeutung.
Eparlakisttsche Putschgclüste.
Berlin, 17. Febr. lieber das, was Berlin gestern drohte und was durch das rasche Iugreifen der Kriminalpolizei und der Regierunastruppen am Samstag abend durch Massenoerhaftungen verhindert wurde, berichten die Blätter das folgende: Unter Führung der Truppen des Roten Soldaten- b'undes, denen bewaffnete Arbeiter-Kompagnien angegliedert werden sollten, gedachte man die ganz« Innenstadt systemattsch zu besetzen. Unter Führung der verhafteten Führer und Unterführer sollten gegen abend zunächst das ganz« Ieitungsviertel abermals besetzt werden, um die Nachrichtenquellen zu unterbinden. Ferner sollte das Haupttelegraphenamt und andere wichttge Gebäude durch hinreichend verstärkte Truppen genommen werden. Man begnügte sich diesmal nicht damit, einzelne Gebäude besetzen zu wollen, man hatte den fertigen Plan ausgearbeitet, ganze Straßenblocks zu besetzen, um den Kampf von den Dächern gegen heranrückende Truppen mit (Erfolg betreiben zu können. Feder Block sollte eine Festung für sich sein, bereu Erstürmung große Truppenmassen und schwere Opfer an Blut von den Beteilig-
Trauer und Entrüstung.
Man muß dem nunmehrigen Reichs- ministcr Erzberger Gerechtigkeit widerfahren lassen: er^haf sich in Trier redlich bemüht und geplagt, und wenn er im Verlauf der bisherigen Verhandlungen vielleicht auch öfter seine Zuständigkeit überschritten und es versäumt hat. Sachkundige hinzuzuzielien, so ist dock) an seiner persönlichen Energie, an seiner Beharrlichkeit, die in seinem schwierigen Amte unbedingt erforderlich war, nicht zu noeifeln. Und doch ist er diesmal aus Trier wieder mit leeren Händen zurückgekommen, lieber der Nationalversammlung in Weimar hing gestern ein Tag trauriger Eröffnungen. Sie hörte Erzberger zu und verstummte in Trauer Der Präsident Fehrenbach ist kein heatralischer Macker: er würde die Versamm- img nach dem Bericht Erzbergers nicht ver- agt haben, wenn es nicht in der Stimmung ies Hauses gelegen hätte. Ganz besondere Ve- mülnmgen hatte Erzberger in der Sache der eutschen Kriegsgefangenen gemackft. Fach würdigte sie kaum einer Antwort. 4000 kranke deutsche Soldaten sollen aus der Fremde zu ms zurückkehren, die übrigen Gefangenen sollen den Gegnern Frondienste tun. Neue Meldungen berichten von den Schikanen, der 'Drangsal, die Uber unsere unglücklichen Landsleute im Westen hereingebrochen sind. Erzberger entgegnete Foch, seine Auskunft oerde in Deutschland Trauer und begründete Entrüstung Hervorrufen. Damit hat er in vol- em Maße recht. Es hieß gestern, Graf Brock- -orff-Rantzau sei infolge dieses Ausganges der Trierer Verhandlungen zurückgctreten. 9iun wird es heute klargestellt, daß der Nücktritt r.roar nicht erfolgt, daß aber der Minister ursprünglich Zweifel hatte, ob er die Annahme der neuen Bedingungen werde mit- uicrantroorten können. Was uns noch droht, liegt in der Zukunft Schoß. Ein schlechtes Vorzeichen ist auch die gestrige Veröffentlichung des Entwurfes eines Völkerbundes, 'sber den sich unter Wilsons Vorsitz 14 bfr gegen uns verbündeten Staaten vorläusig geeinigt haben. Wir Deutsche sollen zunächst «utsgescylossen bleiben. Die Aufnahme-Bedm- «gungen sind so gestellt, daß sie wie eine neue Demütigung unseres Landes und Volkes sich lusnchmen in einer Zeit, die doch den Frieden und die Völker versöhn un g einläuten ollte. Unsere Gegner machen es wie die alten Römer; sie bauen sich, den heimkehrenden Siegern, stolze Triumphbogen, und wollen den gefesselten Germanen hindurchführen. Klauseln, oehnbare Begriffe aller Art sind die Fesseln und Fußangeln. Wie die ftemdey Waffen- stillstandsunterhändler bisher daS Recht für sich in Anspruch genommen haben, allein die Auslegung der Abmachungen zu besorgen, so sollen auch über den Völkerbund nicht die Worte Freiheit und Gerechtigkeit, onbern Willkür und Unterdrückung stehen. Die Abrüstungen sollen einseitig erfolgen, die Vertreter der jetzigen Alliierten wollen die großen Entscheidungen und die Exekutive in der Hand behalten. DaS deutsche Volk läßt sich nichts vormachen. Es nimmt auch diese Kundgebung mit Unwillen und Protest entgegen und die jetzigen Gewalthaber mögen wis- fen, daß sie wohl die augenblicklichen Herren der Laae, nicht aber die Meister künftiger Fahrzehnte und Jahrhunderte sind.
^huuqmt von Uiizeige» f. die Zagednununec vis jum9lad)miitaq vorbei ol)nejcbeBertnublid)teii
Seilenprtife:
für örtliche Anzelaer 25 Ui.;für auswärtig« 30 Pi., für Reklamen 'DlLL-nebfl20°VIeue- runaSzuftt'lag;Playvor- febrift 20 % Au'fchlag. Hauptfchritleiter: Auq Goetz Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz für den übrigen Teil: Dr Renchold Zenz; für ben Anzeigenteil: v. Beck: sämtlich in Gießen
t« •trfctMt ÄfHr» erscheint täglich, außer konnlaa«. - Bettooen: •iefreitr $tmlli«nblittcr;
Kttisbietl ftt Mu Kr«U •k|ee. »twfitreh: nwnaU. llu.l .35, viertel» Mbdirt) Dtt. 4J)5; durch Abhole» u. Zweigstelle» wwnad. Alk. 1.25; durch die Post Mk. 4.05 viert eß» fährt, au-schl. Beitellg. Ferniprech - Anschliiffe: für bie 6d)riftlfiluiiflll2 A erlag,(^efchästsstellebl AnIchriftsürDrobtnach- nchten: Lnzeiger Kietze».
»eidpiae AvLlmrmea htt folgenden ä&artlzuit: (T« 1 'Uluuftcr vernelt den Wvriurltt des Zusavapkom- l mens, welches im ersten Punkt die luunrzügtutze i (SiniLellung aller deutschen Osienfivbew^uiigeu in 1 den ölttichon Landesletten feirsitzl ujö öu Utter- i schreinarg einer gtiviilen, genau bcilimmren Ate- I markationslinie untersagt, im zweiten Punkt i>i< Verlängerung des L^ffenlMstandsabkvmmens vom । 11. Novenrter auf eine lutbefriitete kurze Zett 1 dauer bestimmt, (ux>bri die alliiertet Mächte sich ■ das Rocht Vorbehalten, den Waffensüllstund mti 1 einer Frist ton drei Tagen zu üünbigen, nunach drittens die noch schwebenden AbkOrnmeusverhand- lungen, dczw. ,tne Ber Handlungen über noch unvollständig verwrrüichte frütere Admochungen fortgesetzt und zwn Abschluß geführt werden sollen). Ich wünsche den einzelnen Mitgliedern diefes HanseS niäch, daß sie in ihrem Leden die schweren Stunden durchkosten.müssen, wie es mir in Trier beschießen war. Die Frage: ®arm ein Waffen- ( ftillflxirtb mit diesen Bedingungen überhaupt angenommen werden, oder ist es nicht besser, man fügt sich dem Tittat ton Mrrrschall Flxh?^daS war die Frage, die zu beantworten wir tn Trier ebenso verpflichtet waren, Wie die Nrichöregieru ng in Berlin. Eine große technische Sdmnmgfdt stellte sich der raschen Beantwortung dadurch in den Weg, daß die Tepeschm, die ton mir alsbald <rm Freitag abend abgegeben worden simd, auf bis jetzt unerklärliche Weise bis Samstag nachmittag nickst in den Händen der Regierung m Weimar und Berlin geroejen sind. (Hört, hört? Ich verlangte indessen von Marzchall Foch cfair Friscoerlängerung ton 24 Stunden. Diese Frrst» Verlängerung w,mj>e abgelehnt mit dem -Beifügen, wenn bis Sonntag abend 6 Uhr der WnffensÜtt-' stand nicht verlängert sei, er (F<xÄ s^sinst seine Befehle an seine Truppen geben würde mch der ganze Waffenstillstand am heutigen Vormittag 5 Uhr sein . Ende erreichen werde. Gleichzeitig ließ er uns wissen, daß er nicht iX der Lage sei, irgend etwas m den mir mttgr- teilten Abmachungen zu andern, oder sie zu erweitern, denn die Bedingungen fetenj<1rgeic6t ton den Chefs der alliierten und affojterten Regierungen, und sein Dolmett'chelofsizier teilte ans- drück!ich mit, daß auch Präsident Wilson ausdrücklich diese Bedingungen genehmigt habe. (Große Bewegung, hört, hört!) T<church war dem TLttg- keitsraum ber Kvmmiss«m eine enge Grentze ye- L-ogen. Trotzdem haben nxtr vernicht, eine Rnl» ton Milderungen durchsuseven. Bon einer Ausnahme abgesehen, ftf.ie sich auf eine anbetroeitigr Abgrenzung gegenüber den Polen bezieht, ist uns dieses zu unserem lebhaftesten Bedauern nicht gc- limgen. Nach den mir am Freitag n>ack»mitt«!g Überreichten Bedingurrgen und nach der Karte, bie ich auf Den Tisch des Hauses Niederlage, sollte das ton uns zu räumende respekti» nicht zu überschreitende Gebiet int Süden bte Oder entlang gehen, bann Oderschlesien unchrssen. Ich lnbc so- firrt erflärt, baß auf Grundlage dieser Uorschlcku ton den deutschen UnterlxrrtblmT picht verhandelt werben fönne, denn alle diese Gebiete seien nickst, wie Marsckpall Foch irrtümlich aitnalym, von den Polen besetzt. Es fand etn? Aussprache der teidcr- stitig.'n mlitärischen Sachp^-rs^ä'chst- n stett. die dazu geführt hat, daß sowohl der Repetnstrikt bei Bwmderg nickst in das Gebiet einbestoeu werde, als auch OberseUesien ans dem Gebiet ausgeschaltet bleibt. Meist: war angesichts her Verhältnisse nicht zu erreichen. Die Forderung, daß dir deutsche Stabt Birnbaum nicht ton Ms gitäumt Werden müsse, wurde abgelchnt, ebenfb bezüglich Ventschcn. Wir lsaben nur das eine erreicht, daß ber Bahnhos Bentschen ton unseren Truppen nicht (träumt Werben muß. Tie Alliierten haben ihrerseits die Verpflichtung übernommen, zu gewährleisten, daß and) die Holen sich strikte an die verabredete Linie Wteu sollen. Tie Bemühllngen, zinn Schutz« der T«urschen in «allen diesen Gebieten Beslimmungen in de« WasienstAlsiMibsver- trag auftrnrrlstnen, 'iraren erfolglos Fckh bat nur in Aussicht gestellt, daß er sich bemühen Werbe, auf eine S^fuitg ber Frage in unferem Sinne in der interalliierten Konrmissiml eniru- treten. Er «erklärte positiv, daß das ganze ?tb= kommen in fernem ersten Artikel eine rein militärische Maßnahme darst.'lle und frvterfei tzo'ilischc Folgewirtturgen. nack) sich riehen könne, daß also auch durch die Abgrenzung idcfer Gebiete m ßeincr Weife der Erledigung des 13. Punktes des Mllon- scken Progranrms torgegrissen Werden solle. Es bleibt den künftigen Verhandlimgen überlassen, daß in ben ton uns geräumten Gebieten ein genügender Scknitz geleistet wirb. Wichtig ist, daß nach den Versich.'rungen ber Alliierten mich die Polen jede inilitärische und Dffen)isbrwcnr.ing g?g?n Deutschland einzustellen bibcst. Artitel 2 entlstckt mir die Verlängerung auf eine unbefristete kurz: Seit bauer, wobei die Alliierten sich das Reckst dveitägiger Kündigung torbehalten haben. Mein Antrag, das Wort „kurz" vor „Zettdauer' zu streichen, wurde von Marschall Frnh abgelehnt. Auf meine weitere Frage, ob der Ausdruck gewählt 'worden sei, Weil man hoffe, in kurzer Frist *811 einem Präliminarfrieden zu .kommen, antwortete Foch: „Ich denke, ich vermüte es!"
। Wie ich Ihnen mitteifen Tann, wirb in diesen , Tagen in Paris über diese Frage eines Bor- ftievens verhandelt Werden. Tie Berlstmdlungen in Span haben sich m der letzten Zeit virifach sv zugespitzt, daß die Vertreter der Alliierten ver-
; langte». daß >'ie das alleinige aussckstießliche Reckst über bie Auslegung der Verträge l-ätten. (Hört, Iwrt!) Angesichts dieser neuen Forderungen habe ich es für nötig gehalten, über diese Frage eine Klärung herbri'uführen. In längerer Debatte iil festgestellt Worben, daß an dem bisherigen Ver-
1 hältnis in Spaa, wo Wir in der Auslegung als : Glrichbcrechtigte ben Alliierten gegenültersvehen, nicksts ^rinbert werden soll, unb deshalb kein«
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