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Es folgt dir

zwei:« Lesung des Umlatzsteurigrietzes.

«brr Stock (©oj.): In die Borlage fmb soziale Bergünsttgungen ausgenommen worden, DU den ärmeren Kreisen zugute kommen, was un­sere Bedenken gegen dieselbe einrgermaven zer­streut Hot. Wir wünschen nun noch, bau aus den Erträgen dieser Steuer eine Rückvergüttrng an kinderreiäte Familien zugestanden roetpe mit betrachten das ganze Gesetz aber nur als yrotry sorium, das geändert werden muß, sobaw die Lage des Reiches es gestaltet

Dbg. Schlack lZcnlr..,: Cm Teil memer Freunde bcsürchtet eine Äonzemratwn der Be- triebe. TaS SinbcrurwiLuium begrü Fn ton vom sozialen Stawwu.rkl aus. Trotz ma^r Bedenken stimmen wir der Darlage zu. we l ohne dieic inref- tm Steuern eine Gesundung unterer Fcronzen un* ^?lbg"Detzlich (T.-Natl.): Diese Vorlage ist unS uttirimpalhisch. Wenn Minister Erzberger ?u- gibt dost die Belastung der Arbetterschast durch diese' Steuer imbcdingt Lohnerhöhungen im Ge­folge haben must, so ist daraus zu vcrweren, datz die mmtrrbemiitclrtn Kreie heute nicht mehr Ar­beiter sind, sondern der Mittelstand und die Be­amten. für die 'dann eine Gelialtsauibesserung er­folgen' must. Tie Steuer wird dadurch wesentlich fferabgemindert, wenn auch der Steuersatz tun 1 Prozent aus V/e Prozent heraufgeletzt warten ist. Not tut uns ein Abbau der Preise. Durch dieses Gesetz wird ober daS Gegenteil erreicht.

Dbg. Waldstein (Dem): DaS Gesetz ist em Pvovi'vriiim. Kommen einmal wieder nor­male Ariicn mit normal,-n Preisen, so must d,e Umsatzsteuer goandert werden. DaS Kinderprivil-g stillte nur Platz greifen bet kinderreichen Familien, nicht schon bei rin ober zwei Kindern.

Aba Kem vkeS (D. Vpt): Es wäre falsch, aus Prinzimenreiterri gegen eine indirekte Steuer -u stimmen Schon mitten im Krieg haben rotr verlangt, dast dos Gleicktgewicht des Haushalts mich! nur durch Anleihen, sondern durch Steuern bernestellt werde. Die freien Berufe haben wir m die Steuern hinein genommen gerade tm Inter­esse der gleichmästigen Belastung aller Bolkstrile Ebenso stehl es mit der Lurussteuer. Das Kinder- Privileg gehört eigentlich nicht in eine inbircftr Steuer hniein. Trotzdem stimmen rotr ihm zu. allerdings so. bau es nicht schon bei jedem zweiten vder dritten Kinde eintritt.

Abg. Lenke (Unabh.) beantragt Vertagung und bezweifelt die Beschlutzsähigkeit des HauseS.

Vizepräsident Löbe setzt daraus die nächste Sitzung aus Mittwoch vormittag 10 Uhr an.

J-vrtsetzung und dritte Beratung des Reichs­no to Piers

Schlust 61/, Uhr.

Aus StaM und Land.

Gte s.e n, den 17. Tejvmb'Z 1919.

Lebensmittel.

** Zucker-Ausgab«. Der bet den Klern- HLndlern bestellte Zucker für Dezember 1919 kanrz von Donnerstag bett 18. Dezember ab gegen Vor­lage des BestellauSweises und Ablieferung der Zuckermarte Nr. 12 in Empfang genommen toer* den Es entiallen oui die Zuckcrmarüe 12 (De­zember 1919) 750 Gramm Zucker. Näheres stehe Bekanntmacknma.

* Speck. P<rsonen, welche den vmm zu- stehenden Speck nicht abg^cholt haben, wollen dies auf dem Stadl Vclw8mitt<1amt, Biuöner 13, mel­den, do beabsichtigt ist, anbere Lebensmittel als Ersatz U liejcrn.

Haserflocken-AuSnabe. Von ^rrihip den 19. Dezember 1919 bis ein* fchliestlich 5. Januar 1920 gelangt gegen Ad- aabe des Bezugsabschliittes Nr. 1! der Le- bensmittelklnte »/, Pfund Laserslocken zum Preise von 95 Pf. zur Ausgabe.

D i e Ausgabe der Vollmilchkar­ten findet Donnerstag den 18. d. Mts., Freitag iben 19. und Samstag den 20. d Mts., vormit­tags von 912 Uhr und nachmittags von 25 Uhr in den zuständigen Bezirken statt. Näheres im Anzeigenteil.

* Marken-AuSgabe. Am Donnerstag, ßrritng und Samstag, dem 18., 19. und 20. ds Mts., gelangen tn bot Bezirken Brot-. Fleisch-. Nährmiitrl-, Zuckr- und Milchinarven zur Aus­gabe. Räl-cors siehe Bekanntmaäzung.

Veranstaltungen

Mittwoch: GewerksclioftshanS, 8 Uhr. Ar- Vritsm'mrinscltast für Angritellte Gie^mS. 93e- triehsvertrauenSmänrter-Versammllma. £>otcf Groscherzog, 3'/, Uhr. Weihnaclitssesl des Seminar* kudergartrns 2id)t(pirilxui8, ..Gebannt unb erlöst'. Lichtspiele, Se.tcrSweg,Der Scor- flton".

2. IL GosveneS Doktorsubiläum Die philosopl)isck)e Fakul!ät der Landcs-Uni-

versltSt Meßen erneuerte am 16. Dezember I das vor fünfzig Jahren erworbene Doktor- : diplom Herrn Professor Tr. August Wecker- lina in Worms, Lberlebrer t. R-, Vorstand . des Paulus-Museums und der Paulus-Biblio- thek,dem verehrten Lehrer der Jugend, dem um die Wormser Geschichte und die mittelcheinische Altertumsjorschttng hochver- bienten Mitbegründer und Leiter des Paulus- Museums, dem Schöpfer und erfolgreichen Verwalter der städtischen Bücherei, dem ver- stänonisvollen Hüter des reicks-sstädtischen Ur- kündenschatzes, dem umsichtigen Verfasser und Herausgeber wertvoller geschichtlicher Schrif­ten, Dem selbstlosen Förderer echter deutscher Volksbildung".

"Schutz der elektrischen Straßen­bahn Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekom- men, bat Fuhrleute kurz vor dem herannahm- ben Sttaxenbahnwagen bie Bahn mit ihrem Fuhr­werk kreuzen anb auch sonst nicht rechtzritig aus- weichen. Hierdurch entstehen erhebliche Gefahren für ben Betrieb der Sttahenbahn sowohl wve für die Fuhrwerke.

** Tas Beschmieren der Gebäude mit Kreide. Die hauptsächlich unter der Schul­jugend viel verbreitete, nicht scharf genug zu verurteilende Unsitte, Gebäude und Ein­friedigungen usro. durch Beschmieren» mit Kreide, Schmutz usro. zu verunreinigen, hat in letzter Zeit wieder sehr überhand genom­men. Das Kreisaml sieht sich daher veranlaßt, vor solchen Beschädigungen eindringlichst zu war- nen, sowie an Lehrer. Eltern, Vormünder usw. das dringende Ersuchen zu richten, die ihrer Ob­hut untenlellten Kinder mit allen ihnen zn Ge­bote stehenden Mitteln von der Verübung der- artigen Unfugs abzuhalten. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Schuldigen im Betretungs­salle unnachiichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der Strafunmündigkeit der betrefienden Kin­der aber die Bestrafung ihrer Eltern, Vormünder usw. nach Artikel 44 des PolizeisttafgesetzeS her­be izusühr en.

** Verkehr mit Feuerwerk-kör- pern. Wer Feuerwerks körper Frösche, Schwär­mer, Zündplättchen (Amorces) usw. feilhalten will, muh dem Polizeiamt Anzeige machen. Im Kaufladen dürfen nicht mehr als 2'/, Kilogramm, im Hause außerdem nicht mehr als 10 Kilogramm vorrätig gehalten werden. Die Abgabe von Feuer- werkskörpern an Personen, von denen ein Miß­brauch zu befürchten ist, insbesondere an Per- onen unter 16 Jahren, ist verboten. Diese Vor- chrift findet keine Anwendung auf Spielwaren, die ganz geringe Mengen von Sprengstoffen ent­halten. Zündplättchen (Amorces), die mehr als 7,5 Gramm Sprengmischung «Knallsatz) aus 1000 Plättchen enthalten, dürfen als Spielwaren nicht in ben Verkehr gebracht werden. Zuwiberhand- lungen gegen diese Bestimmungen «verden mit Geldsttafe bis 150 Mk. ober mit Hast be­straft, soweit nicht höhere Strafen Gefäng­nis von brei Monaten bis zu zwei Jahren verwirkt sinb. An bewohnten oder von Menschen besuchten Orten ist das Abbrennen von Feuer- werkskörpern verboten. Wenn (Eltern, Vormünder ober anbere Personen, denen Obhut Kinber unter 12 Jahren ober sonstige unz'rrechnungSsähige Per­sonen anvertraut sind, es an der erforderlichen Aufsicht haben fehlen lassen, bann werden bie zur Beaufsichtigung verpflichteten Personen beim ersten Falle polizeilich verwarnt, im Wioberholungssall^ bis zu einem Dritteil ber auf bie Uebertretung selbst gesetzten Strafe belegt.

** Umsatzsteuer. Der Verband Deutscher lertilgcfdröile e. B., Ortsgruppe Gießen, »nacht darauf aufmerksam, daß nach dem neuen Umiatz- steuciaesetz auch atu vor dem 31. D.'z-.'mber 1919 gekauften Waren ber erhöhten ©tu-r unter­liegen. wenn bie Bezahlung nicht bis zu die­sem Tage erfolgt ist. Der Käufer,ist in sol­chem Falle gesetzlich verpftichtri.dem Skrtßuf r einen eutfprcdxnben Zuich ag zum Kaufpreis zu e na - ten. Es empftehlt sich deshalb, sämt- ltche Rechnungen bis längstens -um Ende des Jahres zu begleichen.

** Dre Oberheslische Gesell! chatt für Natur- und Heilkunde hielt gestern ihre diesjährige Hauptversammlung ab, zu der auch ein Vortrag des Prof. Dr. Kaiser Über W t n b und Wasser in derWÜ st e" auf der Tagesordnung stand. Prof. Steifer hat den Krieg in Südwest verbracht, 1914 von seinem dlusbruch dort überrascht. In stiner Foricherarb.nt nicht le- sonderS gestört, sammel de er eine Menge Material zur Erbforschung, woraus er nun einen ganz klei­nen Ausschnitt anschmilich und vor allen Ihn gen von eigener Forsärerarlxit durchleuchtet darbot. So bekam jene- to teste Stück Erde, bte Wüste, ein ganz bcsonderrS Leben. Oder ist es and.es als Leben zu bezeichnen, roenn der Sand, vorn M.rr angesvÄt, vom Wiird erfeßt wird und die Reife an tritt? In der Küstenwüste von Süd-West wan­

dert der Sand durch be Luft, er schleift barest Quarzit-Felsen, er durchlöchert wehren Stein tn schönen Mustern, er macht aus Holz tafeln. t>w Tiamontschürfer auffteilten, wunderliche schnitt stempel. ja er mcdH aus Glasflajchcn Siebe, jahraus lal/nin in gleicher Richtung geiagt Sichel- drmize Dünen roanbem über die Erde dort, laftm fl.inere aus sich ausgehen, überwinden selbst Fe> senzüge. Berge und Platten ändern sich unt.r dem steten Wind, weite Felder kleiner Maulwurfs- hstgri werden unter dem Streichen und Lecken hei) crorgen Wehens. Das Vaster, wenn es au£ud>ni-> mcise aus dem satten roärmertn Norden herunter kommt in Regengüssen von ein bis zwei Tagen, wascht aus den bergen und Höhen langsam Schicks um Schicht nach den Becken und Wannen: dort lässt es Stufen dochwasen, l-ilret STruilen, dfe in ber Sonnenglut zu tndgftaltrtcn Qu<tt«n zer­springen. jTviichen die dann wieder Sand rie-elt und uerbädt, wie unser Buntsandstern noch er­kennen lästt. Es war ein kleiner Abschnitt aus ber GebuNs>xichichte unserer Erd:, der deb aus ben ausgezeichneten Licht-nldem mti) Prof'stör Kaiser- Wonen bevaus^enalleie, wofür Gckx'im- rat König, der die lirrfemmlimg leitete, ganz besonders dankte. Der ausschlfetzluh geschäft.ich' TXil ber Tagesordnung hielt bann nur noch bte orbenHieben Mitglieder zusammen.

* Ter Deutschen BolkSpartei ist es Gelungen, Geh Rat Pws. Tr Kahl-Berlin, Mitglied der Nalfenoloersammlung, als Redner für eine öffentliche Versammlung am 19. Januar zu gewinnen.

"Volkshochschule. Das Verzeichnis der Vortragsreihen und Arbeitsgemetnschaf- ten im 2. Semester (JanuarMarz 1920) ist in allen Buchhandlungen zu haben oder von oer Geschäftsstelle (Löberstraße 2611.) zu be­ziehen.

Landkreis Giesten.

H. Allendvrf a. d. Ldo., 15. Dez. Der hiesige Zweigverrin des Evangelischen Bundes hielt gestern abend einen Familienabend ab. Pfarrer Petick^-EbS^vri sprach überWas uns rot tut". Fräul in Jäger-Lich und Tr. Benning- ft'ft-Gietzen brach en abwechselnd Lieder und Musik­stücke zum Vortrag, bte nril viel Beifall ausge- rrommen wurden. Der Reinertrag tbmml den not- leiden den Wienern zugute.

ga. Grünberg, 17. Tez. Am Samstag gingen am Lauterer Berg einem hiesigen Offizier bie Pferde durch. Der Wagen wurde derart be- schädigt, ba& bie Pferde auSgesvannt unb in bie Stadt geführt werden mussten. Als man zun'ck- 1hm, war alles, was am Wagen von ein wem Wer) und nicht ni-t- und nagelfest war, verschwun­den. u. a. rin werttnlles Sitzvolster.

** Heuchelheim, 15. Dez. Den Um­ständen ber Zeit folgend, fanden sich hier unter reger Beteiligung die Ber m ieter njfommcn, um ihrer Meinung über zeitgemäße Mietpreise Ausdruck zu geben. Die Lage der Zeit nicht verkennend, war man andererseits aber doch ge­nötigt. die hiesigen Mietpreise als fehr rückständig anzufehen. Um bei heutigem Geldmärkte nicht geschädigt zu fern, glaubte man folgende Sätze als wirtschaftlich notwendig sestfetzen zu müssen: für 1 Zimmer und Küche nebst Zubehör sKeller und Holzschuppen) 1518 Mk., für 2 Zimmer und Küche nebst Zubehör 2022 Mk., für brei Zimmer unb Küche «bst Zubehör 2528 Mk.

U Lang-GönS, 15. Dez. Die Freiw. Preu erwehr hielt gestern abenb in Stille ihr 39jähriges Stiftungsfest in ber Restauration Wal­lenfels ab. Man gedachte ber gefallenen Mit­glieder An 20- und 25jährige Mttgliedschaft wurden Twlome übergeben.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 15 Dez Jin 9. Bolkshoch- s ch u l a b e n b deS hiesigen VolksbildmigSt errins. wozu sich wiederum gegen 100 Personen aus allen Schichten und Sibcnä iit rn unserer Gemri ide tin- gefunben hatten, hielt Architekt Ihle von hier einen Hochinteressantei« Vortrag Üb.-r:Die Bau- ' fünft in Vergangenheit unb G geuwart." fla'.lridic bildliche Darstrllun.en unb pijoto < <fy? Auf­nahmen standen ihn» hierfür zur 9>u,üfliing. Im 2. Teil des Vortrags wurden bie Schlitze«: Dou- . b-mTmäl r riror cingcli'ntx.m Betrachtung unter- zogen Eine anregende An-sprachc schloß sich an

, Berichtigend fei roch «nitg teilt, ba& an unserem 8 Brltol»chschulal»nd nickst, wie in Nr 288 irrtünv

. lich berich et, Pfarrer Knott, sond rn Pfarrer Bvrck- . ner ben Vortrag über: ^.Die Wirksam ei dS Boui- fazius unb Sturmius tm allen ^udjcnlanb"" ge- . halten bat

Kreis Schotten.

* Ra in rod. 16. Dez. Die unter Terrt i malSschutz ftefrnbe .Läger eiche"' ist gefäll:

worden. Ter Feldbereinigur^ ist sie. wie eine Zu i fchrift in berOberh Z:g" besagt, nicht zum i Opsrr gcfeflni, doch ist nrcht ang geben, von w.w Hz Anordnung zur Befeindung txi Naturdenkmal anSgegangen ist. Angeblich bat der ehrwürdig« Baum 36 Meter Holz ergebrn.

.Neuen R!

schwrin, das nach TMendurg befördert werdea sollte, der Beschlagnahme unb Versteigerung.

Frankfurt a. M., 15. Dez. Nach der 'hrinrchen Aorresvondenz" meldet be Wesn'älliche Seiiung7' auS Lüden«

Starkenburg und Rheinhessea.

Darmstadt. 16. Dez. -Dolfs.) Bei der Heimkehr aus dem Theater wurdm am Frettag abend ein Herr aus Griesheim unb seine Frau vor ber Grenze des besetzten Gebietes von bret gelben Fran zosen angtballen unb nach ben Papieren geiraal. Dährenb der Mann ui bet Tasche suchte, fielen zwei ber Gelben über bie Frau her unb suchten sie f a r 11 u« schlepven, währenb der dritte den Mann mit dem Gewehr bedrohte Auf das Hilfegeschrri ber Frau eilten jroei elsässische Dolmetscher von bet sperre herbei, «voraus bie Gelben in der Dunkel* heft verickioanden.

oz Offen ba ch, 16. Dez Tie Nachricht, rooroeb ber Hauptschuldige an dem Oif en lachet Karsrritagsputsch, E i s e n r e i ch, aus dem Zucht- Ixrus entsprungen sein soll, bewachrhrivet sich nicht. Eifenrrich ist zur Zeft wieder nach Darmstabt in UntersuckAMgsyast gebracht worden, da demnächst eine weitere Stoassacke gegen ihn verhandelt wird.

Kreis Wetzlar.

Da. Wetzlar, 17. Dcz. Bor einigen Tagen wurde hier ein Mann aus Gilsbach angehalten, t>ir einen Treibriemen von 10,80 Mwu Länge tntb 23 Zentimeter Bte-ite zum Kvufe anbot Der Riemen tollte angeblich «inem Hrinrich Mütter zu Grünebach gehören. Diese Angabe hat sich all unwahr heranöoestellt. Der rrdtmäftige Ergrrr- tümer bat sich bisher roch nickzt gemeldet. )o datz rvohl festst«ht, bau ber Riemen aus euirm Dfeb- smhl herrührl.

Hessen-Nasstm.

Biedenkopf, 15. Te» Der Gendarmerie griong eS gestern in 91 iebereifenbcufen eine ttn* zahl lunger Schweine zu beschlagnahmen, die in Hommertshausen etnfrtnuft waren und ohne Ausfuhr gen chmigimg nach Nfedericheld (T>il iftriO tcanepjr.iitt nxrden feilten. Aus demielbe« Grunde verfiel Vvr einigen Wochen« ein Läufer-

RlteinischckRPH1W.------

scheiv dost der dortige Arbeitaeberverq ein feine Mitglieder verpflichtet habe, mit kei­nem einzigen sranzösi scheu Geschäf.tS- ha u S in Verbindung |u treten, fe langt sich roch ein deutscher Kriegsgefangener in Frmck-

reich befindet.

kr. Frankfurt a. M., 15 Deh Die Auf- zeickmungcn deS Statistischen Amtes bringen alS Ergebnis der Volkszählung wm 8 Oktober eine Efttwohnerzahl von 448 299 für bie Stabt Frankfurt. Davon sinb 210 955 männlichen und 137 344 weiblichen Geschlecksts. Die Bcoölferunz hat sich gegen bie Zeit vor bem Krieg kaum ver­mehrt. Der jrauenidxTidjufL ber vor dem Kriege 13 000 betrug, hat sich jetzt aus über 26 000 vermehrt.

=> Frankfurt a. M , 16. Dez. Durch HittS- pelizisten wurde in der vergangenen Nacht im Biegwalb ein mit 24 greifen Kiiten Dein be­ladener Wagen gestellt, der unter Bedeckung tun acht MLnnern aus dem besetzten Gebiet nach Frarcksurt geschmuggelt werden sollte. Noch hartem Kampfe fcnnte bte Pasck>erware von der P^-lizri in SicherIz-it gebracht unb beschlagnahmt werden. Bei der Prüfung der Sktrffiften an ber Hand der Begteftschrribeil stellte ei sich heran? daß die acht Ordnung-Hüter, bie der Schieb« itim Schutze seiner Waren bestellt batte, währ-'nd des Transportes schon gründlich an dem Bein genippt hatten.

= Frankfurt a. M., 16. De». Die Le­bensmittelkarten-Unter sch lagunaen bei her Birtoabtetlimg im Ivsigen Leben-m iriete ml iiriyn immer grdficre Kreise. Heute verlMstete tv Krimiwalri lizei weitere acht Angestellte, fo daß bis jetzt 27 Personen in die Angelegen hat verwickelt sind.

Wrdie und Schule«

DaS ZüchtigungSrecht.

Berlin. 16. T.ex. (WTB.) Der vren ßk- schon LandeSverfammlung ist ein Äniroy König- Frankfurt a. M. (Svz ) und Genossen zugegongen, wonach dos ZüchEiuungsreckst der Loh- rer und Lehoeriimon für alle schulen nur in be­sonderen Ausnabmefällen zugrlassen feioie auf völlige Besteigung des ZüchttgungSrechteS hin- gcroirtt werden feil.

yochsebulnuchrrchten.

Kapserlina-Stiftung für freie Philosophie in Darmstadt. Der früher« Gros« Herzog bat auf Grund des Inhaltes bet Broschüre deS Grafen Kayserling Was uns jot tut! in Darmstadt eine Kanseriing-Stii'tung für freie Philosophie, in Berbrndung mit mrh- rreen namfxif en Porfenen errichtet.

Geegespenskec.

Roman von Anny Wothe.

A»erflran«Khee Copyright «918 by Ae*y Vo.he-Mdn.

kNochdruck verboten.) Fortsetzung 10.

lagt Euch bcÄ?"

Estr'd wurde blafe

,^d> meine, wir hätten eS jüngst erörtert. Aber d e ©dKinen, die ich gewahre, sind ganz freundlich. Seht Ihr dort brühen, nach den Lister Dünen zu, wie cs glänzt unb nkifot? Ist eS nicht, als bdx sich rin fcbimmeniber Seepalast im Abend- flote aus ber title? Nften im tzfelddaar um­spülen ihn, unb alle, Frau EstrS», tragen Eure Büße."

,^JHr fest) rin Schmeichler," lächelte Estrid, unb blinde Glut trat in ihr Antlitz.

Nichts liegt mir ferner. Ich sehe Euer Ant­litz nur immer ander-, und immer ist es schön Bloh Eure Seele verbirgt sich mir. Gleich den STOeemnen hütet Ihr Eure Gedanken."

Woher roifct Ihr da-?"

Ich fühle es. In diesen Tagen besonder- tzode ich darüber nachgcchickzk. al- ich in. ber Seele Eurer Schioester Sölve las, bie mir bei unserer aemeinternen Pflege vertrauter als sonst gewor­den ist."

Estrid lachte fast dobnvoN auf.

Tas sieht ben Männern ähnlich. Heute schwärmen sie für bie eine, morgen für die and^-rr. und am dritten Tage roiiien sie von beiden nichts."

Ter jtapüän sah die erregte Frau befrem­

det an.

Wie eigen ^hr seid, Frau Estrid. Ein ge­heimnisvolles Rätsel, das ich gern ergründen möchte."

WaS reizt Euch dazu^

Eure Dingen, d e alles a-^vn nriv b*** alle- versagen, Ihrer ft'fanu^ Lächeln, de- einen Himmel verheizt unb doch förmlich in Spott ge- trdnlt ist. u.urt tuten cip^c., oic gc.vid iaIu lüften können und es doch nie tun."

Distt Ihr daS so genntz^

Dunste Glut stieg Bent Banken in fein ebr- lich^s, braunes Gesicht Wohin verirrte sich das Gespräch mit bieier blonden Frau in bem seidenen Nitenhaar, bic noch dazu die Frau seines Bruders war?

Nein," gab er zögernd zurück,aber ich meine eS zu fühlen."

TaS kann man nur ans dem Erleben beur­teilen."

Denk fad feine Sckpvägerin ehrlich erschreckt an Was memte sie mit bieten Worten? Sollte ,ie? -vrin Herzschlag stockte, dunkel rourtx- es vvr teilten Augen Sckron bob er fein Haupt bir blon- ben Schände t. ihren dürstenden Lippen entgegen W«e von Smnen war er einen Augenblick, bann aber sprang er Idmell von dem Futzschemel aui unb starrte Estrid erschreckt an.

^Jdr treibt seltsamen S.cherz. Estrib Banken." kam es tonlos von feinen Lippen.

Wer lagt Euch, bas ich i\1jme?"

Mein Herz, denn ich kamt nicht annehmen, bah meines Bruders Weid"

Er sprach ben Satz nicht zu Ende, jonbern er starrte Estrch nur unaNaffig an.

Wieder Ug das Lächeln um ihren Mund, brs

ihn rofemb machen konnte. Er wutzte nich^ ob vor Liebe, Schmerz ober Wut.

Ein wunderlicher Getelle seid Ihr, Herr Schrvogcr, Ihr versteht mich nicht."

Ziigrgeben." antwortete er bedrückt,ich sinne Euvm Welen nach. ES gi.-t rin berühmtes Bild, bie Mona Lisa ich weist nicht, ob Ihr es kennt, das mich immer seltsam ungezogen und lugfeid) abpe st osten bat Euer Lächeln und Eure Äugen hat eS. 8:el bei he L» idenschast la:«vrt da­rin, aber auch unendlich viel Graufamleit."

Sehr schmeichelhaft beurteilt Ihr mich nicht, Bent Bonken." Irirrtb sagte es spöttisch, aber ihre Sttrnme zitterte leicht.

Ihr mögt recht haben. Zmvecken deute ich. Euch terjeibt menschliches Seien ttenft' ist. Vfelleicht feid Ihr gar ein N«klein dort auS dem salzigen Grund?" versuchte er zu scherzen.

Estrid lab ihn prüfend an. DaS wollte er eigentlich? Was wustte er unb tote stellte er sich zu ihr?

,Lch gedenke oft unseres letzten Gesprächrs von den Seegespenstern," fuhr Bent fort, näher an bie breite Fensterrride tr.-tenb und tn bi- letzt gintrotc, unter ödende So «ne blittemb. ,^)st es nicht telttam, dast Jngewart Ferks gerat* so au unS ins Hau« Dom, wie rotr uns denGonger", das bekannte Seegesvenst, trorflelkm ?"

Estr d schwieg ES war totenstill m der Stube.

Welch dunkle Worte er sprach." fuhr der Ka­pitän fort, ,,alS er aut ber Diele, rote wir ibn krackten, einen Augenblick zu sich kam. Wer mag bte Ungetreue fein, tvr er d.s Nachts erscheint unb bte er verfluchte > Such hat feine wir« Rede so erschreckt, dast Ihr lufemmenbrachct."

Estrcd raffte sich ans.

Ja, ich glaubte ibn schon tot, unb vor seine» plöküichn Di bbeit fürchtete ich mich, daß ich noch beute zittere, ivenn ich baran benfe Wenn Ihr mir «yjr ein Nein wenig gut seid, Bent Bonten, bann sorgt dafür, batz ber Mann aus bem Hiuse lommt. Mit Peter ist darüber nicht zu rer« und bie törichte Sölve tut, als pflege fie den Heftand selbst."

Zuerst, bei Estrid» kosenden Dorten hatte de« Kapitän Ix in da- Herz geklopft, aber ihr Angrift aus Sölve erlältete ihn loiort.

,^Jbr tut Eurer Schwester Unrecht," trat er eifrig für sie ein,nie sah ich eine rührender^ auiovfcrnbe Pflegerin, rote dfeses junge G.»schöpf, das fest em halbes 5Ci«O, eine so feine Seri: für bat schwere Leiden dtefes verunglückten Si^fehrers hat."

^Jhr flberteeibt, Käpten, denkt etwas weniger an völve und lieber rin klein wenig mehr an mich, unb sorgt, dast JngewaN Ferks den Gvttes- koog versäht."

Das dürfte taum angeben, ffren» Estrid. Peter krachte vorh'N die Nachri.lt au- List, ditz Ferks Mutter selbst schwer krank bonuccerlirgt. Sie tonn ihren Säten weder holen noch nfleyn."

Estrid sah voll Schrecken in bad Gesicht be# jungen Seemannes.

So bleibt er hier?" stammelte fit fassungs­losAch, Bent," rie« sie verzwei>tlt, beide "rmt um bes Schlra^rs Hal» schl n -end,ich ä^'tne mich vor demSeegespenftt', das ich oft M feite, so wie Jng-wart Ferks dort au« tter Tide gelegen hat. Helft mir hoch, tfenl Bonten.

(Fortsetzung ulgQ

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