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SwlllingrrunddruS u. Verlag: Vrühl'jche Univ.-Such- u. Zteindruckerei R. Lange.Zchriftleitung, Sefchaftrstelle u. Druckerei: Zchulftr. 7.
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(Elftes Blatt (69. Jahrgang Mittwoch, (7. September 19(9
Sichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Sin „Mobilmachungsplan -er Arbeit".
Die Verkehrsverhältnisse int Ruhrgebiet haben sich im Laufe der vorigen Woche wieder Verschlechtert, was hauptsächlich durch die Herbsttransporte verursacht ist. Die Förde- trung ist sich seit dem Vormonat gleichbe- Hlieben: 230—235 000 Tonnen arbeitstäglich. sDer „Vorwärts" bringt neuerdings über die lArbeitsverhältnisse im Reiche einen interessanten Artikel, wobei er ebenfalls feststellt, Daß die Bergarbeiter im allgemeinen nicht -gerade der Ärbeitsunlust beschuldigt werden Eönnten, daß aber trotzdem ein großzügiger „Mobilmachungsplan der Arbeit" unbedingt «notwendig sei, der alle Volksschichten gleich- ürcißig erfassen müsse. Das Blatt schreibt u. a.:
„Es kommt längst nicht mehr auf die Bergfarbeiter allein an. Es ist ein Unrecht, wenn wir Den Bergarbeitern allein predigen wollten: „Arbeitet, schafft Kohlen" und in den übrigen Bereichen des Wirtschaftslebens geht der alte Schlcn- -drian ruhig weiter. Die Arbeitspflicht muß sich auf alle Berufe und schaffenden Kreise erstrecken. Alle Fachleute auf dem Gebiet des Kohleicherg- baues stimmen darin überein, daß sich das Pro- 'duktionsbild schon merklich gebessert hat. Spartakus hat sich bei den Bergarbeitern „abgestreikt". 'Die Förderziffern und Produktionsresultate erreichen lange nicht den Friedensstand, aber die Resultate lassen sich in Berücksichtigung aller Verhältnisse schon sehen. Nur werden unsere Bergarbeiter unzufrieden, weil sie beobachten, wie breit !Lie Schicht jener Menschen ist, die leben, ernährt »erden rmd das Arbeiten anderen Menschen peimdlichst überlassen. Unsere Regierung muß endlich den Arbeitszwang konsequent Durchführen.
Aber bitte, zunächst einmal von oben anfangen! Auspeitschend und aufreizend wirkt nicht zuletzt auf Lmseve Industriearbeiter des Westens, die wir für Die Ausbauwirtschaft jetzt so notwendig'brauchar, Die Tatsache, daß in diesen schwersten Tagen der das Gesindel der Schieber und Schntarotzer ' armer zahlreicher wird, immer frecher und selbst- tüchtiger in den Tag hineinlebt. Mit Recht ^hat »imn kürzlich auf den Luxus in den Bädern hin- ,gewiesen, große und kleine Spielhöllen wachsen in willen Städten wie Pilze aus der Erde, getanzt vmrd Nacht für Nacht und während wir für unsere krcmeinnützigen Bauarbeiten, für unsere Kohlen- Derteilung keine Lastautos auftreiben können, da r-ms die Reichsstelle die Lieferung von Benzin ver- ssagen muß, saust der Schieber in feinem1 Auto Tag wird Nacht lustig in der Weltgeschichte umher. ।
Diese Dinge sieht auch der Arbeüer. Er gibt mns mit Recht zur Antwort, ihn solange zu ver- I ckonen mit Ermahnungen, bis man diese Schiieber- ^esellsckaft und das Schimarotzergesindel aller Grade unb aller Gattungen kräftig in die Kandare ge- icommen hat."
„Es ist notwendig und auch wir alS Mehrheitssozialisten dürfen aus Rücksicht vor den Demagoge n- iUn|teil von links nicht vorder Konsequenz zurück- schirecken, die Arbeitspflicht für alle Arbeiter öffentlich mit aller Entschiedenheit zu proklamieren. Auch unsere Arbeiter müssen arbeiten, nicht für den Kapitalismus, sondern für ton Bestand unseres Reiches als Republik, für die Sicherung der Revolution, für den Sozialismus. Wir müssen uns in aller Oeffentlichi- lcit damit einverstanden erklären, dem dir Er- werbslo senunterftü tzung zu entziehen, der arbeiten kann, dessen Arbeitskraft gebraucht wird und der die Arbeitskraft verweigert."
, Gegen Tanztaumel und wachsende Ver- ignügunbssucht müßte wohl ebenfalls ganz allgemein auf dem Wege besonderer Verordnungen vorgegangen werden. Es trifft natürlich zu, daß das widerwärtiae Schiebertum sich protzentümlich in den Badeorten usw. breit macht, und wo man dem entgegen- treten kann, sollte es geschehen.
vom Obersten Rate der Entente.
Paris, 16. Sept. (Wolff.) Der Oberste Rat hielt gestern im Kriegsministerium zweiSitzun- gen ab, in denen er die wichtigsten der gegenwärtigen Probleme der auswärtigen Politik be- Di.nsichtlich der Besetzung Fiumes durch beschloß der Oberste Rat, der ttalie- Rechnung zu überlassen, die Angelegen- heil ms Reine zu bringen, in der Annahme, daß Handeln rein internen Charakter habe. — G^ck^eittg aber kommt der Oberste Rat zu hem ■ lu «-t noch immer schwebende Frage ,n -kürzesten Frist gdöft werden müßte; da uitglumicherweise die amerikanische Abordnung noch immer ohne Instruktion seitens ihrer Re- gierung sei, tonnten nod) keine Beschlüße gefaßt o«rdeii, Der Rat beschäftigte sich ferner mit der ~a0* l” ^fn baltischen Provinzen, die ^ch Marschall Foch dargelegt wurde. Er be- chloß Maßnahmen m Bezug auf die Räumung Mer Gebiete durch die Truppen von der Goltz imd durch die russisch-deutschen Korps. Der Oberste Utat hieß die zwischen Lloyd George und Clemen- cecm getroffenen Abmachungen über die vorläufige Nagelung der Lage in S i b i r i e n gut. Diese Werdern solange in Kraft bleiben, bis die Vereinigten Staaten sich bereit erklären, sich mit dem ganzen Egenkomplex über das Statut betreffend die Tuükei zu beschäftigen. Der bulgarische Frieden ^iurde noch nicht erwähnt. Zum Schluß batte
Ein Automobil-Unfall des Präsidenten Wilson.
Port land (Oregon), 15. Septemb. (WTB.) Reuter. Bei dem Automobilausflug einer Gesellschaft des Präsidenten Wilson überschlug sich ein Wagen. Dabei wurden der Besitzer des Autos und ein bekannter Journalist getötet. Zwei andere Journalisten wurden verwundet. Wilson blieb unverletzt.
diese nicht eher aufzuuehünen, als bis die Führer wieder aus der Hand bar Franzosen befreit seien,
Birkenfeld wieder frei.
Am vergangenen. Samstag ist, wie die „F. Z" hört, die „Regierung" Zöller! in Birkenfeld wieder durch die alteRegie - rung, an deren Spitze Herr Hartong unb' hinter der der Wille des ganzen Ländchens, stand, ersetzt worden. Die Regierung Hartong hat die ausgewiesenen Beamten sofort zurückgerufen. Der Umschwung in Birkenfeld dürfte auf die seinerzeit gemeldete Unterredung von zwölf Vertretern der Birkenfelder Bevölkerung mit General Mangin zurückzuführen sein. ' ■
Die Lage in England.
Amsterdam, 16. Sept. (Wolff.) Lord Roth r m e r e , schreibt int ,,Sunday Victorial": Lloyd George werde sich sofort nach feiner Rückkehr, aus Frankreich mit der Frage der Ein- fdycännmg der Ausgaben Und mit der russischen Frage zu beschäftigen haben. England könne nicht Mit dem jetzigen Budget bis März wirtschaften. Für den Bankerott, wovon das Land bedroht Iwerde, sei in erster Linie die Regierung verantwortlich. Lloyd George müsse sofort mit der gewaltigen Ausgabe einer einschneidenden E i risch rä n k u n g der Ausgaben beginnen und an Stelle Bonar Laws einen neuen Minister ernennen, dem das ganze Volk unbegrenztes Vertrauen schenke. Lord Rothermere fdüägt vor, zur Abtragung der Schuld, die England in Amerika habe, den ^Bereinigten Staaten die Bermuda- und Bahama- unb einige westindische Inseln zu ver- faufen. Sogar die Abtretung von Britisch-Guyana und Vritisch-Honduras könnte England anbieten. Das würde zwar für Englands Stolz ein Schlag sein, aber wenn jemand vor dem Bankerott stehe, verkaufe er einige seiner Aktiva. Man müsse sich nach der Decke strecken.
Die Entente und Sowjet-Rußland.
Haag, 16. Sept. (Wolff.) Wie der „Nieuwe Courant" aus Washington meldet, erklärte das frühere Mitglied der anieriEanifd?en Friedensdelegation in Paris William Bullitt im Senats- aussck.uß für auswärtige Angelegenheiten, daß Lenin einen Waffenstillstand vorschlug. House unb Smuts seien damit einäerftanben gewesen. Lloyd George habe den Widerstand der Northcliffcpresse gefürchtet und die Entsendung des einen oder anderen Konservativen nach Rußland dorgescl.lagcn, um die Lage zu untersuchen. Ter Vorschlag sei aber nicht zur Durchführung gevom- men, weil Koltsck.ak damals gerade Fortschritte machte. Zu tm Erklärung/ Llotzd Gcvrgus im Unter» hause, daß die Sotvjetregierung im Unter hause niemals Friedensangebote machte, sagte Vullitt, dies sei ein besonderer Fall von Irreführung der
Clemencean mit Marschall A l l e n b y eine Unterredung, die sich wahrscheinlich um die Frage der Ablösung der Besatzungstruppen in Sibirien drehte. Am Dienstag wird der Oberste Rat nicht zusammentreten. Lloyd George wird abreisen müssen, um sich noch London zu begeben. Die nächste Sitzung wird am Mittwoch ftattfinben. Gegenwärtig wird die Frage geprüft, die Ar- beiten der Friedenskonferenz nach Ablauf einer Woche vorübergehend zu unterbrechen, sobald der Oberste Rat die Prüfung aller gegenwärtig schwe- benben Fragen beendet haben wirb. Ausgenommen hiervon ist das türkische Problem.
Paris, 16. Sept. ,(WTB.) Diplomatische Sage. _ Bezüglich des Chara kters, den die Konferenz in Zukunft tragen soll, wurde vom Obersten Rat noch ein Beschluß gefaßt. Es scheint aber nur der zu sein, daß der Oberste Rat innerhalb von acht Tagen nicht mehr in der al eichen Zusammensetzung wie heute ferne Arbeiten s-ortsetzen wird. Er hält in der Tat daftat, daß seine Hauptaufgabe jetzt erfüllt ist. In der Mttt- wochsfitzung wird der bulgarische Vertrag desinitiv bereinigt. Tie Ungarn aufzuevlegerchen Bedingungen sind bereinigt, es kann indessen Seine Rede davon sein, diese zu übermitteln, bevor in Budapest
Vas Gesetz gegen die ttapttalfwcht.
Wir bringen in folgendem Wortlaut das setz .gegen die Kapitalflucht, das im „Reicksanzeiger" vom 12. September verkündet wurde., ।
S 1. Auf Reichs- oder ausländische Währung lautende Zahlungsmittel dürfen nurdurchVermittlungvonBan-, ken nach! dem Ausland versandt ober überbracht werden.
Als Zahlungsmittel im Sinne dieses Gesetzes gelten außer Geldsintten, Papiergeld, Banknoten und dcrgleichien auchi Anweisungen, Schecks unb Wechsel.
Als Banken im,- Sinne dieses Gesetzes gelten auch Sparkassen sowie tociter alle Personen und Unterne'b*numgen, die geschäftsmäßig Bankoder B a n k i er ge schiä f t e betreiben. Welche Personen unb Unternehmungen unter diese Vorschrift fallen, entscheidet aus? Anfrage der Betelligtm die Landeszentralbehörde ober eine von ihr bezeichjnets Behörde.
§ 2. Banken bKjrfen Aufträge, wonach, Zahlungsmittel nach dem Ausland versandt oder überbracht oder für einen Ausländer in Verwahrung genommen werden stellen, nur aussü'hven, wenn bet Auftraggeber eine Erklärung nach dem vom Reichsminister der Finanzen vvrgeschriebenen Muster in dreifachem Ausferttgung einreicht.
Tie Banken ’falxn eine Ausfertigung der Erklärung binnen einer Woche an das für ihre Niederlassung (ZwangSr.iederlassung) zuständige Besitzsteueramt njeitersug eben unb eine Ausfertigung der Sendung der ZMungsmtttel beizufügen.
Die Vorschriften im Absatz 1 unb 2 finden keine Anwendung, twenn die Bank Zahlungsmfttel frn eigenen Namen nach, dem .Ausland versendet oder überbringt ober für einen Ausländer in Verwahrung nimmt.
Ter ReichöminUter der Finanzen kann Ausnahmen zulassen.
§ 3. Alksländer int Sinne dieses Gesetzes sind Personen, die int Ausland ihren Wohnsitz oder dauernden Aufeztthält haben, unb Unternehmungen, soweit sie ün Auslattd ihren Sitz haben. Bei Unternehmungen ist massgebend, ob die Haupt- ober Zweigniederlassung, deren Betrieb im einzelnen Falle in Frage jtefyt, int Ausland liegt.
ß 4. Wer bdr Vorschirist int § 1 vorsätzlich zuwiderhandelt, roticb mit Geldstrafe von einbunbert Mark bis zu cinlju?nbecttanfenb Mark bestraft. Daneben lairn auf Geftmgnis bis zu drei Jahren und auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Ter Verbuch ist strafbar. Die Vermögenswerte, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, können im Urteil Ifür dem Reiche verfallen erttärt werden.
Wer den Voi:schriften int §2 Abs. 1 und 2 vorsätzlich zuwidephandelt, wird mit Geldstrafe bi- zu 10000 Mark besttaft.
8 5. Alle GejMste, Verabredungen und sonsti-' gen Hanblungen, die dazu besttmmt sind, die durch die Vorschriften in §§ 1 und 2 bezweckte Kenntnis der Steuerbehörde über das Verbringen von Zach- lungsmitteln ins Auslattd zu vereiteln, sind Der» toten.
Wer der Vorschrift im Abs. 1 vorsätzlich zu- widerhanbelt, wirj-, soweit nicht nach anderen Gesetzen eine schiverewe Strafe verwirft ist, mit Geldstrafe von 100 Mackk bis zu 100000 Mark tmb mit Gefängnis bis zu drei Jal/ren ober mit einet dieser Strafen bestraft. Der Versuch ist strafbar. Tie Vermögenswerte, auf die sich die strafbare Handlung bezietzt, können im Urteil für dem Reiche verfallen erblickt iverden.
öfpenllicken Meinung. Llovd Gevrge habe die Ab- sicht gehabt, das Angebot der Sowjetvegierung «t brlürroorten, habe aber erfahren, daß Nvrthclifse unb Churckill ihrerseits die Absicht hätten, seine Polttik zu durchoreuzen, wenn er das Angebot annehmen würde. Tie beabsichtigte Zusammenkunft auf der Insel Prinzipe sei auf das Ersuchen Lloyd Gaorges fallengelassen worden. Im Orrginalentwurf des Völkerbundes sei der Grundsatz tos Selbstbestimmungsrechtes tor Völler *ur Motivierung von Gebietsveränderungen) eingeführt worden. In dem Originalentwurf sei auch ein Artikel ausgenommen worden, worin das Recht zur freien Fährt auf See gefordert wird. — „NewYork Sun" fdjreibt: Tie Erklärung Bullitts habe dem Friedensvertrag einen schrecklichen Schlag versetzt und dem Völkerbund einen tödlichen Schlag. — „Newtork Tribüne" sagt: Es sei möglich!, daß der Friedensvertrag benuorfen werde ober daß so drastische Abänderungen angenommen werden würden, daß tor Präsident sich weigern werde, ihn an die Alliierten zu schicken.
Königsberg, 16. Sept. (WTB.) Nach einer Meldung der „Tilsiter Zeitung" aus Mitau erhielten auch die litauische und finnische Regierung von tor Sowjetregrerung ein Friedensangebot.
Law verlassen Frankreichs heute mittag. Ter Apparat der britischen Delegation wird merlliÄ verringert werden. England wird an ton nächsten Beratungen durch die Bevollmächtigten Minister Reyre und Erowe vertreten sein, die indessen nicht so -lus- Äe Vollmachten haben wie die Delegiertes Konferenz. Tittoni reift heute abend nach Italien, um in der italienischen Kammer Erklärungen abzugeben. Er.wird längere Zett in Rom zurückgehalten werden und inzivischen von Scia- laja vertreten. Ter Rat hat den alliierten Militärmissionen in Budapest Bestimmungen zugehen lassen, durch die sie eingeladen werden, die örtliche Gendarmerie zu re früheren, ?im die Ordnung ht Ungarn nach der Zurückziehung tor rumänischen Truppen zu sichern, da man eine Rückkehr , der bolschewisttschen Offensive befürchtet.
Wieder eine Zwangsnote an Deutschland?
Paris, 16. Sept. (WTB.) Nach der „Chicago Tribüne" wurde Marschall Foch beauftragt, cm Deutschland eine Note mit Ultimatumscharakter zu senden*/durch die Deutschland aufgefordert werden soll, Maßnahmen gegen die deutschen Truppen in Litauen zu treffen, die unverzüglich zurückgenommen werden müssen.
Rückgabe der deutschen Lokomotiven?
Berlin, 16. Sept. (WTB.) Nach der „Voss. Ztg." _ beschloß die französische Regierung, die deutschen Lokomotiven bis auf einen Keinen Teil zurückzugeben, da die meisten deutschen Maschinen in Frankreich wegen der schlechten Qualität der Kohle nicht benutzt werden können. Dem „Matin" zufolge hatte Teutschland 2000 Lokomotiven abgeliefert, von welchem Frankreich 1700 zurückgeben werde.
Der TlbtranSport der deutschen Kriegsgefangenen aus Belgien.
Berlin, 16. Sept. (Wolff.) Die Zentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit: Die belgische Negierung erklärte chr grundsätzliches Einverständnis, mit dem Abtransport der deutschen Kriegsgefangenen aus Belgien zu beginnen. Zur Durchführung des beschleunigten Abtransportes finden morgen unmittelbare Verhandlungen in Wln statt.
Auslieferung des Kaisers?
Paris, 16. Sept. (Wolff.) Nach einem Telegramm des „Journal" aus London versichert man, daß LloydGeorge Frankreich nicht verlassen werde, bevor er die Absendung einer offiziellen Einladung an Holland zur Auslieferung des Kaisers erreicht habe.
Sus dem besetzten Gebiet.
Ernennung eines Landrats durch die Franzosen.
+ Höchst a. M., 16. Sept. Die französische Militärverwaltung hat an Stelle des ausgewiesenen Landrats Dr. K l a u s e r ton hiesigen Kreis- schulmspektor Dr. Hindrichs zum Landrat des Kreises Höchst ernannt. Diese Ernennung, ohne Wissen der preußischen Regierung von der ftan- zösischen Verwaltung vollzogen, getoinnt erst durch folgende Tatsachen allgemeines Interesse. Dr. Hindrichs war während des Krieges der eifrigste Verfechter der großderltschen Ideen und hat für diese in ungezählten Reden Propaganda gemacht: er war Monarchist bis ins Vtark. Als die Revolution ausbrach, trat er die alte Regierung, Kaiser und Reich als verrottet, demoralisierend und verfault, mit Füßen und stellte feine Beredsamkeit sofort in den Dienst der sozialistischen Regierung: aber nur acht Tage hindurch. Denn bei der Besetzung seines Amtsgebiets durch die lFranzosen trat er sofort zu diesen in nähere, später in engste Beziehungen. Für die Dortensche Rheinische Republik fand sich im Brückenkopf Mainz kein befierer Anwalt als £>err Hindrichs. Glücklicherweise scheiterten feine Bemühungen hier an dem eisernen Widerstand der deutsch denkenden Bevölkerung, vor allem 'fcn per Arbeiterschaft. Jetzt erhielt er von seinen französischen Schützlingen als Dank den Landratshut. Wie die Bevölkerung über Hindrichs Ernennung denkt, davon legte das Flugblatt Zeugrris ab, das Montag abend im Frankfurter Hauptbahnhof an ton wach Höchst fahrenden Zügen zu Tausenden verbreitet wurde. Darin wird gegen Hindrichs, tor als Judas Jscharioty gebrandmarft wird, aufs schärfste Protest erhoben.
H ö ch st, 17. Sept. Tie Ernennung tos Kreis- schulinspektors Tr. H i n dr ich durch die Franzosen zum Landrat hat hier und im ganzen Kreise ehren ,§turm der Entrüskmg ausgelöst, tor sich gestern in heftigen Kundgebungen gegen den verhaßten Manu und Verräter an tor deutschen Sache offenbarte. Am Dienstag mittag legten die Arbeiter tor Farbwerke und aller anderen großen Werke die Arbeit nieder unb zogen in endlosem Zuge nach dem Landratsamt, um hier den sofortigen Rücktritt Hindrichs zu erzwingen. Ter Zufall fügte es, daß der „Landrat" dem Temonstrationszuge begegnete. Er wurde mit einer Flut von Verwünschungen und einem beispiellosen Bombardement von faulen Aepfeln, Pferdeäpfeln unb anderen schönen Dingen überschüttet, während andere Leute ihm ins Gesicht spien. Von einer unzähligen Menge gefolgt, begab sich Tr. Hindrich nunmehr unter tom Schutze der Polizei nach seiner Wohnung. Auf tom Wege dahin würd' die Menge plötzlich von starken französischen Truppenaufgeboten empfangen, die ihre Maschttwngewehre und andere Waffen auf sie richteten, so dlaß sich der Zug auflösen mußte. Die Führer der Arbeiter wurden verhaftet. Als Protest gegen diese Festnahme legten daraus in der Eisenbahnwcrkstätte Nied die Angestellten und Arbeiter die Arbeit nieder und beschlossen, I
Aur dem Reiche.
Zur Kohlenfrage.
Berlin, 16. Sept. (Wolff.) Zur Koh. len frage nahm gestern abend nach der „Voss. Ztg." eine stank besuchte Versammlung der Funktionäre und Arbeiterräte der Sozialdemokratisch en Partei Deutschlands Stellung. Den erste Redner, Grubensteiger Werner aus Essen, behandelte zunächst den Rückgang der Förderung und behauptete dann auf Arund seiner langjährigen Erfahrungen als Arbeiter und Grubensteiger, daß für Die Gruberiarbeiter im Ruhrrevier und auch in den cenderen deutschen Kohlendistrikten besser zu leben sei wie als ungelernter Arbeiter tn irgendeiner deutschen Großstadt. Er sagter Jetzt, nachdem die Verhältnisse besser geworden sind, die Willkür auf den Gruben zu walten aufgehürt hat und die Arbeiter auf den Zechen das Mitbestim-. mungsrecbt haben, ta man jedem Arbeiter raten, in den deutschen KohlenreviLLw Arbeit zu'suchM.
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