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vor der Entscheidung

ziehen.

elversorgung

Var Snrsjeler Abkommen über die Versvrquna Deutschlands.

- -"""i.) Tie Abkommen

vreutzische ranbesoetfammluitg.

Berlin, den 15.März.

XI März |919

hlu.uQUlt UVH ulljCiaCl

bie Lagesnnmmer i'i- iutn 91art)initton um bet ohnejet'e^cvbinbliA)teit

Seiienpreise:

für örtliche Anzeigen 25 ßi.jür auswärtig«

30 P'^ für Reklamen Mk.1.-nel)st 20" oZeue* riuia«AuH'lafl;i'^uor- säiriii 20 % Au'schlag. Lauvtichri-tleiter: Au^ Goen Verantioortlrch für Politik: Aua- Goetz, für den übrincn Teil: Dr. Rembow Zenz; für den Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Gießen

^^",Das Zukunftsbild, te3 sich auf solche Weift entrollt, kaini nur für Ph^staslen lockrno lern. Wem das Wohl der jetzt lebenden Generation aut dein Herzen Isi-gt, der wird weniger Hctnigt unb blntiae Wey: in die Zukunft iwr.tcTjen. Leicht- fevttier We'.se wird darum Teutschland die Mög­lich ftit, mit der Entente zu einem erträglichen Frieden zu kommen, nicht zerstören. Aber wir müi- ftn uns mit der Annahme vertraut machen, oaß He vielleicht schon zerstört ist durch wahnsinnige und verbrecherische Beschlüsse, die brüten gefaßt worden Hub und dann wird uns gar nichts an- d e r e s ü b r i a b l e i b e n, als mit offenen Augen und in voller Kenntnis der Konsequenzen den a n - deren den schweren Weg zu gehen.'

Vielsagend ist auch die heutige Zeitungs­notiz, wonach eine französische Kommis,wn deutsche Städte bereist,, um Informationen über die politische Lage in Deutschland emzu-

gabe, jetzt für möglichste Steigerung der Ausfuhr von Rohsoffen und inbuftrichcn Erzeugmiseu zu ^Amsterdam, 16. März. (WB) Rrwer er­fährt weiterhin über die A u s l i e f e r u n g der b e u t f d) e n Handelsschiffe, testvcr- kraltungstechnischen Gründen die ausgeleierte Ton­nage unter die Alliierten verteilt »vcrden wird. Ta Italien ,'dxni im Besitz terösterreichlichen Schiffe ist, wird es nur einen felyr fieinen Teil der deutschen Sdstift erhalten. Frankreich werde protze Ozeandampfer zugewie'en ivertcn. Teii Rest der deutschen Tonnage nx-rben zu ffleiaxm Teilen^Amc- rika und Engbutd e.l). lieit. Amerika hat k in ^ntin- eje an Fracht dampften, von denen England NXihr- scheitclid) Treiviertel erl-alten wird. Erne alliierte Wirtschaftspmm s ion wird in Hamoucg cx. iXiept werden. Sie wird die Ausgate leiten, ,ich mit ten Schiffsfrachleii und den damit zuiaimnenhangenden Fragen zu bcfdiüftiten. Tie Frachtgelder werden

I hauptsädüidi nad, dem Tarif des britischen 53lou- buches berechnet werden. -

I A m sie r da m, 16. März (WTB.) x^em Algemeen 5)andelsblad" zufolge soll Anfang näch­ster Woche der Transport einer grossen Menge kondensierter Milch und speck von Rotterdam n a d) Te u t s chl a n b teglnnen. Ungefälw ein Drittel der getarnten Milch, die Teutschland zugewiesen wird, teffndet fid) fdpn

I in Rotterdam. Tesgleid>en sind sa>on mehrere tausend Tonnen Srvck daselbst auigeltatelt.

Berlin. 15. März. (Pno.-Tst.) Der ,Derl. Lokalanzeiger- bringt eine Depesche der Agence Havas aus Brüssel, wonach der Beginn der Lebens­mittelversorgung D-eutschlands auf den 15. April festgesetzt wurde und die Alliierten sich

I für eine ausreichende Lebensmittelwersorgung Deutsch­lands bis 15. Dezember verbürgt haben.

Die Verhandlungen in Spaa.

Berlin, 16. März. (WTB.) Die deutsche Kommission hat Kemitnis davon erhalten, oatz bie Polen deuts<l>e Kricgsgefangeiie sdmmchvoll bete,'.dein Ihre Beköstigung, die zu in Teil aus verdorbenem Fleisch besteht, ist gänzlich unzu- rcicteub. Tie deu!sick>en Kriöger sind m engen, eiskalten, unterirdisdien Räumen untergebTadTM Ihre Bekleidung besteht nur auS einem Drillich- anzug uiid Holzpantinen. Sie erhalten rerne Tccken. Selbst Eßgeschirr und WaidmäPft fthleii. Dazu wurde and) noch, jeder Kultur zum Hohn, bi.* Prügelstrafe für hie geringsten Vergeben etn- geführt. Bei ihrer Gesangemlahnte tourte den teutscl>en Mannsd-asten ihr gesamtes Sxu> und Gut, selbst Zeniten, Strümpfe, Handtücher Hosen I und Stiefel, sowie Kämme und Seife gestohlen. Tie teittscte Kommission, welche den Alliierten dieses unerhörte Vorgehen ter Polen gegen dmit- id>c Heeresangehörige zur Kemitnis brachte, erhob feierlidrn Einspruch dagegen imd ersuchte die En­tente, bei ter interalliierten KomMis,um in War­schau nad-drücktidch Verwahrung einzulegen und für ideelle Abhilfe bemüht zu sein.

Ter teul) die Vorsitzende bat die alliierten Kommissionen, für eine beschleunigte Uebermitt- lung von Geldbeträgen an die beutidjcn K r i e_g s - gefangenen in ben serndlidien Ländern L>orge zu tragen Teutscherseits wurde dazu vorgeschlagen, die Geldanweisungen nicht mehr über Bern, son- I tern über eine Äermiltlungsstelle am Rhein zu leiten Gleichzeitig wurde vorgeschayen, datz den in Belgien te ft d'icten teul1dx*n Gelangen en bas (Mb durch die Filiale der Teutscten Bank ni Brüssel ausgezahlt werten kann. Ferner ersucht die deutsche Kommission die Alliieren um Aus­kunft, wie den wegen der Rücksührung ober des Erwerbes von reguiriertem Intel sttiematerial ver- I testeten deutschen StaatsangehörigQi Geld und Post ütermi.telt werden könne. Ter Vertreter der deutschen Regierung bat die Alliierten uM grund­sätzliche Entscheidung ter Frage, ob und unter melden Bedingungen die Studenten der beut» schen Hochsdpilen im unbesetzten Gebiet oter in ter neutralen Zone die Osterferien bei ihren i Angehörigen int besetzten Gebiet verleben:

jedoch Einspruch gegen die Form ter NotecAten. die als eine Anordnung Fachs übergeben I«.

Die «onserenzen in Paris.

Bern, 16. März. (WB.) Tie offiziöien P<» rifer Blätter erwarten von ter Ankuast Wilsons, ter nach deinAta.in" hoffentlich leinen ganzen Einfluß wieder geltend machm wird, etne de* ftijieuni g ung der KvnftrenzarleilQi, für die nach Ansidst desHamme libre" letzt die Haupt, wache kommt. TerTernps" ter Itm,bisl-er energisch für die Neutralisierung bc§_ l in v tYt Rheinufers als MinteFcrteim g ^-nrrcicys eingesetzt hatte, macht heute eine a u fsal 11 je Sd)wenkung, indem er erwart, man bürte feine Stücke deutschen Ge b ietes ab« trennen; baburd) würde in den a eget osten Ee« bieten nur der Jrredentisrnus grostgezogen. oralik- reich inüife im Gegenteil darauf hmwirten, test jedes teuische Gebiet feinen Wümdien mid Neri tjiniQcn leben intb demgemäst fid? entwickeln könne, , Humanitä" ynoteitiert noch einmul ausdrücklich gegen bie Pläne aus Annexion des Saa r* deckens, die höch.^ens die Uriadfc für ewigen Streit und die Grundlage zu einem neuen Rache.

über die Zurverfügungstellung der deutschen Han- t telsflotte sind nach zweitägigen Berhanblwigen vn i Brüssel teule unterzeichnet worden. Rach den Per- eiiibarungen über die Lebensmittellie|erung.n joll Teutschland, sobald die Schiffe bereit smd, in Lee zu gcljen und sobald die Bezahlung geregelt ift, d.e ersten Lebensmittel in Höhe von 2<0C(X) ^anncii sofort geliefert erhalten. Deutschland tet weiter das Recht, m o n a 11 i d> b i s zu 70 000 ütonnen Fett und 30 000 Tonnen Br otget reibe ober ihren Gegenwert in anberen menschlichen Lebensmitteln zu kaufen oder einzutümen, uri? zwar nid>t nur aus Ameristi und den Läutern ter Entente, sondern auch aus neu tralen Staa­ten. Tie Einfuhr von Fischen ans Fangen in europäisdien Gewäsftrn und die Einiuhr vmi Ee- müsen sollen hierbei nicht in Anreämung gebradst werben. Tie Einschränkung hiusid>t1id> des Fisch­fanges ja ter Ostsee wird s o s o r t a u J ® I gehoben. Zal)tung soll auf jede Liderung im voraus erfolgen. Die- Versorgung ter linrö» rheinischen Ge biete soll in ter glcuteii I Weise, wie die des rechtsrteiiiischen Gebietes er­folgen. Tie teutfdje Reg erung soll s^ne^ die Verschiffung über deutsche Häfen und das Inland nach Tschechv-Slowakien und Dcftew.d) geilallen. Um die Lebensmitteltesd-affung ßu ermi^id^ii, werben die assoziftrten Regierutig.'n beit -oerrehr nad) dem ÜluSlande für Teutschland erleid/ern Zn Rotterdam soll eine irändige KommFimi bte kous- männischen uiid sonstigen Fragen, die sick) aus dem | Llbkommen ergeben, regeln.

Tie nad) Deutschland crngenhrten Waren müssen bar bezahlt toerbcn, nwtei Zahlungen in Reid>smark aussd)eiten. Für bie Bezahlung lvmmen in Betracht die Erlöse von Ausstchr aus Teutschland, sowie Labungen in teutichcn Sckx.ffen in neutralen Häsen, Kredite in neutralen Landern, Verkauf ober Verpfändung ausläiidilchr Wert­papiere und Anlagen, Frachten teutidyer Schule und sd-liesstich G o l d, bas als proö.fwijfte eidxr-- l,dt für Vorschüsse dient. Ta die chso-,iierten Re­gierungen über 270 000 Tonnen I).na:i5 lerne Lieserverpflichiungeii übeniehmen und nur eine Einfuhrerlaubnis von je 370 000 Tonnen monat­lich) geben, must Teutschstand damit rednten, den Versud) zu machen, einen nicht unerheblichen Teil der Lebensrnittel von ben Neutralen zu kau fen. ES sind bater Bestimmungen über bte I Ausfulw nad) neutralen i>'rntem und die Verwer­tung von Gold und atislänbisd)en Wertpapieren für Kredite für Nahrungsmitteleinfuhr aus neutralen Ländern und die Verwertung von Gold und ausländischeir Wertpapieren .für Kredite für Nahiungsmittcftrnfuhr ans neutralen Ländern getroffen worden. Tie Be stimmimgen über den Verkehr mit den neutralen Ländern, msbesvn- tere bie Ausfulw und ben Finanzverkehr, ent­halten verschiedene Klauseln, insteiondere werten die assoziierten Regierungen Li tat über Warm, deren Ausfuhr verboten ist, einl)ändigen. Auch ist das System der Schwarzen Listen in dm neutralen Ländern noch) nickst aufgeteben, obglleich dessen Milderung etiwgmt wird. Tie assoziierten Regierungen staben eiltsckieitenden Wert, terauf gelegt, bast Deutschland die Lebensmitteleinffilsten möglichst durch Ausfuhr finanziert. Es ist dalter bestimmt roorten, test abgesehen von der I Bezahlung der bereits früher ftst zngesagten 270 000 Tonneii, Gold und ausländische Wert­papiere cinfttoeilcn nur im Betrage von 200 Mil- bionen Tollar für bie Bezahlung der Lebensmittel- cinfuhren verwertet werben dürfen.

Ferner Ixiben die assoziierten Regierungm, um auf bie Belebung der industriellen Ausfuhrtatu?- keit und damit auf die Wiederherstellung ter inneren Ordnung in Deutschland einzuwirben, ver­langt, test die E i n f u h r e n n i e m a n d e m z u - kommen dürfen, der infolge eigenen Verschuldens arbeitslos i st. T,e teutfd'e Regierung bat sich schlftfstich bereit erflärt rn Brüssel ein Depot von ll Millionen Prund Ster­ling in Gold zu hinterlegen, damit nut ter Liese- fe'img von Lebensmitteln sofort beginnen toerbeit nung' von Lebensmitteln so'vrt begonnm werten kann. Tas Depot ist zurückzuoeben, soteld andere Mittel bereitgestellt werten für die Ueterla.sung der beschlag raljm'en ausländisden Wertpapiere an die assoziierten Regienrngen. Es sollen von mso- -iierter und deutscher Seite Komitees gebildet wer-1 ten, die an einem noch zu bezeichnenden Platz zu-1 'ammmtreten werten. Tie as,ozrierten Regierungen verlangen ferner, test mit ter B e schla gn a hm e der ausländischen Wertpapiere sofort porgegangen wird, ma§ von deutscher Sntr an- ertarmt nmrte. Durch die bislang von ten chso- iierten R-gierungm auerCann.'cn Zalstungsmittel irirb etwa nur die Hälfte ter Lebensmittel tzu öeden sein, deren Effifuhr nach Deutschland ge-1 stattet ist. Tie Frage ter Deckung des Restes must l späteren Pertendlungen vorbetelten werden.

TaS Abkommen über die Z u r ver fügu n g--1 stell ungder Flotte entlM die Ausm!hrung>s- testimmungen zum Trierer Abkommen. Hierbei sind einige Zusagen gemacht worden. Jnsteonoere sind gemisst Llusnahmen, roenn auch vorläufig nur provisorisch, zugestanten worden, ebenso be» -Üblich der deutschen Mannscteften und der Lchiffs- (abungeii Auch die Frage des Telegierten ist in | einem' Sinne entschieden worden, der em Arbeiten desselben erhoffen lastt

Ter wesentliche Unterschied dieser Verein-1 barungen gegenüber den bUltrigen Verhandlungen liegt darin, test die assoziierten Reg.erungen nicht Deutschland die Lieferung einer be Limmten Mente von Lebensrnitteln garantieren, sondern das Recht cinrftumen, Lebensmittel in ter Höchstmenge von 370000 Tonnen monalich durch selbständige Abschlüsse von Verträgen in ten feind­lichen ober neutralen Staaten emzuführen. Tie Erhaltung ter Krebitfähigstit Deutschlands gegen­über diesen Ländern iit ba'«er die Voraussetzung für die Möglichkeit ter Ausimtzung ter. Einftlte- erlaubnis, ,und deshalb ist unsere nichtigste Mf-

friefle bilden würde. . -

Paris, 16. März. (WB.) Ter Ans schütz der Konferenz hielt Samstag vackMittag nut eine kurze Sitzung ab. Wilson nahm baran nich- teil. Er verblieb in seinem Hotel und fetzte die emgetente Prüfung des hi seiner Abwesenheit ate g.'fastten Berichts über die endgültigen mitita» r i sche »i Bestini mun gen des Waffenstill­standes mit Teutschland fort. Aus Rücksicht auf Wilsoii setzte das Komitee die Beratting über diese Angelegeulfeit bis Moiitag aus.

Paris, 16. Mär? <WB.) Reuter. Wehrend bie britischen uiid entere Teleg.erten t^r A.isupt sind, test es sclrvierig fein wirb, oeu Völker­bund mit dem P li mi nar f rj e b en in -3rr- biiibiMg u bri gen,geht W i l son sAvsicht da i ', bast eZ von grostter Beteutung. in, test m icm Präliminarfriedensvertrag auf den Voltereunst Ve» zug genommen werte. Wilwn nnrd wahrfckwinllch auf feinem Stanbpmitt beterren. Sein Kvmpromitz wird wahr scheu dich zustande kommen.

Französische Informationen über die politische Lage DentschlanvS.

Bern, 15. März. (WTB.) . Nach der ,,Gazette de Lausanne" hat sich eine of ft- zielte französische Mission von 15 Personen unter Führung des Profeffor s H a- g u e n i n, des ehemaligen Chefs des fr an son* schen Pressebureaus in Bern, nach Dculsch^ land begeben, um in München, Weimar und Berlin Informationen über die politische Lage Deutschlands einzuziehcn.

werden. c. .

Sodann erhebt sich die schwerwiegende Frage, ob Deutschland sich überhaupt ent- schliestcn kann, auch nur amiähernd solche Lasten auf fid) zu nehmen, wie sie uns an­scheinend zugemutet werden sollen, ^n zahl­reichen deutschen Städten haben große allge­meine Kundgebungen diese Frage verneint. So hat am gestrigen Sonntag auch die deutsche Liga für den Völkerbund in Berlin gegen den Gewaltfrieden Front gemacht, wo- Lei Erzberger einenletzten Appell an die Völker der Welt" richtete. DerV o r w a r t s , d-as Zcntralorgan der Mchrheitssoziallsten, rn gewisser Weise heute auch ein halbamtliches Blatt, beschäftigt sich in seiner Nummer vom 14. März mit der bevorstehenden großen Entscheidung. Das Blatt bespricht das Für uiid Wider der Annahme jener drohenden Be- oingungen. Mit dem kapitalistischen Westen, fo erklärt es, wäre ein umfangreicher Waren­austausch möglich, mit dem bolschewistischen Rußland nicht. Wir dürfen diesen ungünstigen Umstand nicht vergessen. Auf der andern Sette stehen, so fährt derVorwärts" fort, die Ar­beiter des kapitalistischen Westens aus dem Wege der sozialen Revolution noch weit hin­ter Deutschland zurück, und dieses hat bisher uidit den leisesten Versuch gemacht, diesen Um­stand in außenpolitischer Beziehung zu seinen Gunsten auszunutzen. Die Nichtunterzelch^ nung des Friedensvertrags müßte diese deut­sche Politik von Grund aus umgcstalten, Deutschlandwäre dann gezwungen, mit der ganzen revolutionären Energie, die es im Leibe hat, über die Landesgrenzen hinauszu-

nornmen.

Tie Aufhebung be» Standrechts tu Berlin.

Berlin, 16. März. IWTB.) Dev Reichswehrmini st er erläßt folgende Bekanntmachung:

Die militärischen Maßnahmen in Groß- Berlin sind,zum Abschluß gelangt. Die Kämpfe haben aufgehört. Deshalb hebe t ch meinen Befehl vom 9. März, wonach jeder zu erschießen sei, der mit Waffen gegen die Regierungstruppen kämpfend angetroffen wird, auf. Dabei gehe ich von der Annahme, aus, daß die Ordnung und Sicherheit nicht, mehr gestört werden.

Es ist schon so, wie wir vermutet haben: Die Entente hat in der Frage der Lebensmittel und der Abgabe unserer Handelsschifwhrt ein wenig nachgegeben, um uns den folgenden Diktat-Friedenschmackhafter" zu wachen. Am 20. März soll der deutfchenDcle- gation in Frankreich das Dokument derFrie- deusbedingungen überreicht werden; fünf Tage Bedenk.eit sotten uns, wenn bie Pariser Mitteilungen richtig sind, geschenkt werden. Demnach würde die Nachprüfung und end- güttige Entscheidung durch die Nationalver- summlung ausgeschlossen sein. Vielleicht ist Wilson bemüht, eine oder bte andere Bedin­gung noch zu mildern; wir müssen aber stark damit rechnen, daß die Entente sunWt ben Versuch macht, uns bas Joch bieses Frieden^ ui wenigen Tagen einfach aufzuzwingen. Der Mut, die Widerstandskraft, die Einigkeit der deutschen Instanzen werden zunächst einmal auf eine starke Probe gestellt. Für diesen Zweck wird dem deutschen Volke das Brüsseler Lcbensmittelabkommen, dessen Fnhalt wir nachstehend Mitteilen,, vor chtund und Nase gestellt, so sind auch die duf- tenden Reuter-^kotizen aufzufassen, wonach moste Mengen Milch uub Speck in Holland für uns bereits aufgespeichert seien Wir aber wollen, nicht vergefsen, daß das Brüsseler ttb- fommen für sich allein schon eine Vergewalti­gung und Uebervorteilung ist. Die Sicherung i-!ferer Ernährung bis 15. Dezember kostet die Auslieferung unserer Handelsflotte, für deren Verteilung an die Enteiste englische Blätter sck-on Pläne veröffentlichen.

Mlem Anfck>ein nach wird die deutsche Re­gierung nicht wieder, wie bei ben Waffensttll- s andsabkommen, auf ben Fristbefehl ber Geg­ner eingehen und hereinfallen. Bei diesem mitte wird und muß unser Widerstand be- qinnen. Die weitere Folgerung ist, daß wir <i uf einer wirklichen Friedens k o n f e r e u z. a ist Verhandlungen, bestehen müssen, wobei auch der deutsche Staiidpunkt zum Wort kommt. Diese Notwendigkeit sollte von unse- ten Anitsstellen altem übrigen vorangestellt

Berlin, 15. März. (HV über die Lebe ns mitte.------- _

Deutschlands, über deren FiuMizierung und

nr.64

1 er Lietzener Anzeiger «rscheini täglidi, aufeet onniag6. Veiwnen: lefeener Samliknblätter;

Kie stklt für den Kreis Lietze». 8:$i:g$preis: monalt. .Vik.!.35,viertel- [äbdid) Mk. 4.05 durch Abbole- u. Zwei isiellen nwnatl. Mk. 1.25. durch die Post Aik. 4.05 viertel- jährl. ausschl. Beckellq. Pernivred) - ''Anschliisse: für btecd)tiU(eitungll2 Vcrlaa,Gksd)ä'lsstetIe51 AuschriUsürDrabliiach- richien. Anzeiger Sletzen.

Erstes Blatt M. Jahrgang Montag,

Gietzener Anzeiger ä« ®cncrols2ln5ci9^ W ä. Smilling-runddr-ck u. Derlej: vrühl'Ich« llni°,vuq. -. Steinbruderti S. r-ng-.sqriftleitung, S-,chäjt-steUe u.vrud-rei: Schulstr r.

Die preußische Landesversammlung ver­handelte heute über den Entwurf einer vor- läufigenVerfassung. In allen weserst- lichen Punkten ist dieser preußische Entwurf eine Nachbildung der vorläufigen Neichsver» fassung, nur mit dem Unterschiede, daß für Preußen die Einführung eines Staatspräsr- deuten nicht vorgesehen ist. Dafür soll dre Berufung der Regierung durch bie Präsiden­ten der Landesversammlung erfolgen. Der erste Redner, der deutscknatiouale Mgeord- mete Hergt, kann sich aber dieses starke Preußen ohne eine repräsentattve Spche nicht ; vorcktellen. Auch der Redner der Deutschen ' Volkspartei, der Abgeordnete Dr. v. Rich­ter, äußerte diesen Standpunkt. Minister­präsident Hirsch hob hervor, daß der preu. ßische Staatspräsident eine Art Monarchen­ersatz werden könne, und von dem Sozial­demokraten H e i l m a n n wurde die Befürch- hing geäußert, vaß dem preußischen Staatspräsidenten, die in den anderen Bundesstaaten folgen könnten, wodurch bte alte Zersplitterung wieder auferstehen wurde. Der Demokrat Heilbrunn verkannte die Gefahr, die sich aus 25 deutschen Staatspräsi­denten ergeben köstrnte, nicht, hielt aber eine unpersönliche oberste Regierungsinstanz als feste Stütze der Staatsverbände für unerläß­lich Das Zentrum hielt die ganze Frage nicht'für dringend und will sie erst bei der endgültigen Verfassung lösen

Tie Verfassung wurde schließlich an einen Ausschuß von 27 Mitgliedern verwiesen.

Der Präsident schlug vor, den Montag für die Arbeiten dieser Kommission freizu­lassen und die nächste Sitzung am Dienstag abzuhalten. Dem widerspricht Abgeordneter Hoffmann. Sein Antrag auf Anberau­mung der nächsten Sitzung auf Montag 12 Uhr wird gegen bie Stimmen ber Rechten ange-

Dft 'Wiiertai teilten in einer Note mit, daß sie Luftverkehrslinien nach Paris ciu- zurichten wünschten, und zwar die eine von Straß­burg, die andere oon Mainz aus. Letztere soll über Frankfurt a MWürzburgB yreisth fuh­ren Zu ihrer Einrichttmg verlangt die Entente Landr: ngsplätze nördlich Würzburg und Bayreuth. Außer dem will bie Entente die Lime ParisPrag von dort nach Warschau verlängern, wozu die Alliier en weitere jtoer Landungsplätze in Schlesien wünschen Tie Rate ersucht die teusiche Regierima irnt grundsätzliche Zisitirnrnung

Fn einer weiteren Note Fünbigtat bte Alliier- etn an, daß ter ts che d> o-f 1 otoakisch,e Staat auf dem Wege über Elte und Rhem mit Lebens­mitteln versorgt werdekn soll. Ter Transport an der Elte sollen über Hamburg geleitet und tert sowie auf tem! mei eren Was'erwege von alitierten und tsdvcho-stowakiichen Behörden t-oiitrolhcrt wer- I den Tie auf tem Rhein zu teiörtemten Lebens­mittel sollen über Rotterdam nach Vdmnl>eim oder Franffurt befördert unt> t«nn mit ter Eisen­sbahn Aber Würzburg, Nürnberg imd Pilsen ge- I leitet werden. Tie Kontrolle dieser Transporte soll auf tem Mein bie interalliierte Rh.'inschisi- I sahrtsivmmifs o.t übemeHmen. wäh.e.id twi Nbann- Iximi ober Frankfurt bis Pilsen interalliierte imd tschecho--slowakiscte Behörden die Letensnnttel- transporte bcautficl.tigcn sollen. Tie Note ver­langt ioteim statistische Angaben über, die Lei- stungsfälTigkeit ter erwähnten Fluscha,en und Cisenbahiilmien. Die Alliier'en erklären m der Note ferner, daß die Lebensrnittel Tür die Tschechen, welche ihr Ziel nicht mtadjen, tun tert Deutschland bewilligten Lebensrnit­teln abgezogen werden. General v. Hammer­stern erllärte, er werte die Note der zuftandigen I Stelle zur Entschcümng roeitergeben; er nrü)fc