Ausgabe 
16.12.1919
 
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nt 294

Ter Lietzener erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

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poftschecklonto: $ronlfurt a. M. ((686

(69. Jahrgang

Dienstag, (6. Dezember (9(9

GWnerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

SwiMngrnlnddruck u.Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steintnuterti «.Lange. 5chrift!eit«ng. Geschäftsstelle u. Druckerei: §chulftr.7.

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beslehen tortn.

ber

16. Dez. In drei Ver

Berlin

Aus Sem Ueiche.

T«r deutsche Einheitsstaat.

Regelung der Viehlieferungen an die Entente.

staates in Verhandlungen einyitretm.

Grohthüringen.

Berlin, 16. De^ Der V olkSra t vv n Thüringen, dem 39 Abgeordnete aus den thüringischen Staaten angehören, wurde zu heute nach Weimar yt seiner ersten Sitzung einberufen. Unter den Regierungsvorlagen befindet sich als nichtigste die über die Bor» bereitung der Verfassung des Gesamtstaates Thüringen.

Streikbewegung in Spandau.

Rur dem Baltihim.

Königsberg, 15. Dez. (WB.) Die Eisen­bahn bis zur deutschen Grenze ist an die Litauer übergeben morden. Die deutsche Legion ist vollzählig diesseits der Grenze. Der Bahntrans­port ins Innen- Deutschlands beginnt beute. Bon der Eisernen Division sind nur noch schwache Teile jenseits der Gvenze, die voraussichtlich heute ebenfalls die Grenze überschreiten werden. Der Ab­transport der Eisernen Division inS Innere von Deutschland soll nach einigen Ruhetagen beginnen.

nerhalb der vom Reichswirtscha^tsminster bestimm--1 zum Generalstreik auf. Es wurde eine Ent- ten Prcisgrmrdsätze und Einl.-eitssätze Absl-uftrn- schließung angenommen, in der die Verhaf- gen vvrzunchmen. Borgesechen ist, bah die Vergil-' ~ v '' " - -

Lang auch in der Gewährung gleichartiger Tier:

Berlin, 15. Dez. (Woljf.) In preußischen Lanoesversammlung brachtest die drei Mehrheitsparteien einen Antrag ein, nach dem die Staatsregie­rung ersucht werden soll, sofort und noch vor Einbringung der endgültigen Verfassung die Reichsregierung zu veranlagen, mit den Re­gierungen aller deutschen Länder über die Einbringung des deutschen Einheits-

LI f«mm l un Ä ^W*vmb Art unb bfc Kosten der Auföriigung feitzusehm. Kommunisten rn Spandau abgehalten wor- D« wurden ermaä-trgl, in-- den sind, forderten die Redner die Arbeiter

Ein Erfolg d'Annunzio»?

New York, 15. Dez. (WTB.) Associatet Preß wird aus Trieft gemeldet, daß Padvvzzi, der Chef des Prrssebureaus d'Annunzios mit* teilt, d'Anmrnziv habe ein Abkommen unter­zeichnet, nach welchem Italien volle Souveränität über Fiume erh.lte. Abmachimgen des Londoner Paktes sollen ausgeführt sein. Es wurde allen Forderungen d'Annunzios entsprochen, der alle Garantien für deren Ausführung erhielt. Seine Truppen werden ihre Stellen in der regulären italimischen Armee wieder einnel/men. Seine Leute erhalten ihre Grade und Auszeichnungen. Fiume soll einem Vertreter des Generals Ba­do gl io übergeben werden, worauf d'Annunzio eine Proklamation erlassen wird, in der er den End­erfolg seines Unternehmens anzeigt.

Tie Aufbringung der Pferde- und Biehmen- gcn, die auf Grund des Friedensvortrag^ an Frankreich und Seinen zu liefern ffcd>, ist durch eine Bekmrntmachimg ger giüt wordrn. Sie gt t dem R<ichswirtschastsmi i. er d:e Ermächtigung, bk aufzu Zwingenden Tiere twn bsi 2&ü>rm als Urfcruii g^cr r Ixäitben anzufortxrn. Die Land^s- zeutralbehörden wiederum siud ermächigt, di.'.e Anforderungen auf Unterverl»ände oto unmistiü- bar aut die Jnl)aber der Betrieb: zu »erteilen. hierbei ist Schonung der Keinen Betriebe vorge­sehen, die nur «tue Müchkuh aufroefen. Die Lanbe^errtralbehörden köimen die für/ die Anl«- ferung in Betracht komme den Tic« lx'schlagnoh- men und c eignen. . De Besih.t sind tmwflichket, Tiere, die für die A^ieeu:ig in Betracht kom­men, ins'>'sondere die P erd-, an bestimmten Stel­len vorzu ü r n Die Be a ntmach NA ermäch i t ferner den ReichSwirtschaitSmi .ver, R,dtp.«e für

Vie deutsche Antwort an die I Entente.

Die neue Note unterer Regierung an ClSmen- 1 eeau ist in ihrem Inhalt schon bekannt, in ihrer Form klingt sie nicht gerade überwältigend. SBeil nicht mehr viel zu sagen ist, konnte sie kürzer und doch ausdrucksvoller abgesaßt sein. Wir geben »ach, lassen uns das, was wir aus Cl6- menoamd Nate entnommen haben, nochmals bestätigen und bitten um alsbaldige Fest­stellung und Einschränkung des Schadensersatzes für Scopa Flow. Der angctinbigtcversöhnliche Ton" wird l ider eher als müde unb schleppend vusgesaßt werden und in Verbindung mit der allzu dienstfertigen Einbringung und Verabschie­dung des Gesetzes zurVerfolgung von deutschen Ariegsverbrechen", das den Reichsgerichtshof mit diesem Sonderverfahren betraut, keinen sonderlich guten Eiitdruck auf das Ausland machen.

Berlin, 15. Dez. (WBst Auf die Note vom 8. De^mber hat die deutsche Regierung dem Vorsitzenden der Frvdensgmzfwenz in Pans folgende Antwort zugeben lassen:

Die deutsche Regierung legt Wert darauf, das Mißverständnis aufzullören, als ob sie auf Grund deS einstweiligen Fernbleibens der Ver­treter der Bereinigten Staaten von dem im Friedens vertrag vorgesehenen Kommissionen ein Recht aus Abänderung der Vertragsbestimmungen über die Auslieferung der wegen Verletzung der Kriegsgesetze angeklagten Personen und über die Leimschaffung der ^iegsw'fangeiten in Anspruch «genommen habe. Die Heimsclwffung der Kriegs­gefangenen ist von ihr überhaupt nicht in »fern Zusammenhang gebracht worden. In der Aus­lieferungsfrage hat sie bereits vor Empfang der gegnerischen Note vom 1. November die Gründe geltend gemacht, die eine Milderung in der Art der Durchführung des Friedensvertrages notwendig erscheinen lassen. Diese Grunde verdienen nach wie vor die ernsteste Beochtrmg von feiten der alliierten und assoziierten Mächte. Die deutsche Regierung hat aber chve Zustimmung zur Jnkvaft- fte&ung des Friedensvertrages niemals von der wrbcrigen Regelung dieser Frage abhängig ge­macht. Die deutsche Regierung nimmt davon Kenntnis, daß nach der Absicht des Obersten Rates das in dem Schlu Habsatz des Protokolls vom 1. November vorbehaltene Recht zu mitt* tärifcfrn und sonstigen Zwangsmaßnahmen nur Geltung haben solle, bis durch Inkraftsetzung des Friedensvertrages der Friedenszustand hergeftellt ist, und daß nach diesem Zeitpunkt die Erfüllung per im Protokoll vorgesehenen Verpflichtungen nur durch die allgemeinen Bestimmungen des Frie- bensvertrages sowie durch die allgemeinen Völker» reinlichen Verfahrensarten gewährleistet sein wird. Unter diesen Umständen fallen die von der beut» fdrn Regierung wegen des Schluhabsatzes bisher erhobenen Bedenken fort. Die deutsche Rrmerung nimmt ferner Kenntnis davon, daß nach der Absicht der Alliierten die Kriegs­gefangenen, deren Fveigabe nach Friedens- schluh nur von der übrigens bereits erfüllten Bediitgung b-s ArtiLls 221 abhü gig gemacht werden könnte, sofort nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden heimgeschafft werden sollen. Mieschen von den Bestimmungen, die sich auf die Versenkung der beutfrfrn Kriegsschiffe in Scapa Flow beziehen, will die deutsche Regierung gegen den Inhalt des Protokolls bei der verbältnis- mLß'gen Geringfügig feit der in Betracht kommenden Leistungen und ün ter Erwartung, daß die in» Ättrifdjen erfolgten Lieferungen selbstverständlich in zhtredjming kommen, keine Einwendungen erheben. Sie legt mir Wert darauf, festzustellm, daß die ge­rügten Rückstände und die nach Ansicht der Alliier - ten vor gekommenen Verstöße gegen den Waffen­stillstand nicht auf ihr Verschulden zurückzu- führen sind.

In der Scapa -Flow-Angelegen­heit verzichtet die deutsche Regierung darauf, die Ausführungen der-diesen Gegenstand behan­delnden besonderen Note der Alliieren eingehend zu beantworten. Sie beschränkt sich auf folgende Bemerkungen:

Der unvermrintliche Widerspruch zwischen b*m Memorandum vom 27. November und den Noten vom 28. Juni und 3. September besteht tat­sächlich nicht. In diesen Noten wurde ans die Rechtsfrage nicht eingegangen. Erst das Memo­randum behandelt die Angelegenheit von der rechtlichen Seite und stellt darin diejenigen Argu­mente zusammen, die von einem SchiÄsgericht zu berücksichtigen sein würden.

Der Sinn der zitierten Stelle aus dem Schrei­ben des Admirals von Trotha vom 9. Mai ist durch mrrichtige Uebersetzrrng völlig entstellt Wird die Stelle im richtigen Wortlaut und im Zusammenhang mit dem übrigen Tert des Schrei­bens gelesen, sa »eigt sich, daß es sich nm Die Instruktionen handelt, die dem deutschen Marine­delegierten für die Verhandlungen in Versailles gegeben worden waren, nicht aber, wie die Note ocr Alliierten annimmt, um eine Anweisung an den Admiral von Reuter.

dem jetzt von der britischen Admiralität veröffentlichten Befehl des Admirals von Reuter an die Kommandanten der Kriegsschiffe vom 17. Juni heißt es. Da6 er nur dann zur Versenkung der Schiffe schreiten würde, wenn der Feind den Versuch machen würde, sich ihrer offne dir Zustimmung der deutschen Regierung zu bemächtigen, daß die Schiffe aber übergeben werden sollten, falls Die deutsche Regierung die Friedensbedtugungerr cuv.

Der demokratische Parteitag.

Berlin, 13 Dez.

der Aussprache, die sich an bfe Rede f/5 des Ministers Koch anschloß, wurden besonders die Fragen der Auszenpolitik behandelt. Professor Berg st räßer forderte die Boranstellung der Außenpolitik, Dr. Mo sich (Berlins wies in em* dringlicljen Worten unter teilweisem Widerspruch aus die Tatsache hin, daß in den letzten Reden Clemenceous das Verständnis für den Gedanken der europäischen Völker Versöhnung hrrausgeklungen habe. Dr. v. B ü l o w , der Vertreter der Jugend­vereine, begrüßte die klare Stellungnahme der Partei zum Versailler Frieden. ©orne Revision müsse offen gefordert werben. Ferner sprach Par­teisekretär Klein (Frankfurt a. M ), der den Geist der Arbeitsfreudigkeit auf dem Parteitag be* grüßte, und Frau Rnbow (Königsberg', die ein Leimstättengesetz for ?. Professor ©erlaub (Jena) brachte zusammen mit Professor Walter Götz (Lesttzig) und Dr. C o h n st ä d t (Frank­furt a. M.) folgende Entschließung etn:

Die von der gewählten Vertretung des ge­samten deutschen Volkes eingeleitete Untersuchung ist notwendig, um unserer Volksgemeinschaft Rechenschaft zu geben von den Urfachen des Zu- ftlMTnenbruchs unb um uns endlich zu befreien von dem Geiste der Unwahrhaftigkeü, in dem die alten Gewalten das deutsche Vaterland an den Abgrund geführt haben. Dolle Aufklärung über die blutige Katastrophe, in die zusammen mit unserem Vater­land die ganze Welt gestürzt worden ist, kann nur eine Oeffnung der Archive aller Beteiligten bringen. Die bisherigen Verhandlungen des Unter­suchungsausschusses der National veriammlun- haben keine volle Befriedigung auslöfen können. Deutschnationale Parteileute haben versucht, den zweiten Unterausschuß des UntersuchimgsanS» ausschusses zur Parteitribüne zu machen, wr Parteitag billigt, daß die demokratische Fraktion der Nationalversammlung in Gemrinsd-ast mit den puderen Parteien die Arbeiten des Ausschusses sortsetzt. Er hat das Vertrauen zu der Fraktion, baß sie an ihrem Teil bazu beitragen wirb, mittel­bare ober unmittelbare Ausbeutung ber Vcrl-and- hm gen zu Partrizwecken in Zukunft zu rvrhindcrn.

Nach weiterer Aussprache erinnerte Senator Petersen barmt, baß bie Verpflichtung zur vorbehaltlosen Auslieferung bet Akten nur bii Wahl lasse, ob wir selbst bie Untersuchung in bie Land nehmen ober alles den Femben über­lassen wollen. In dieser Lage habe es die demo- kmttsclte Fraktion für ihre Pflicht gehalten, die demokratische Einrichtung des Untersuchungsaus­schusses tragen zu helfen. Die Portetfreunde sollte« sich ihr Urteil durch die antisemitischen Treibereien der Deutschnationalen nicht trüben lassen. Wir müssen daran festhalten, daß jedes Mitglied der Natron al versatmnlung gleichberechtigt ist. Der Red­ner forderte Dr. Gerland auf, seine EntsÄießukw zirrückzuzieheit. Professor Gerland kam dem nach

Dr. tz o h m a n n übte im Namen dec Bayern sehr scharfe Krüik am Untersuchungsausschuß, vor allem an Dr. Sinzheims und Dr. Cohn und wandte sich dagegen, daß Die pazifistischen Mit« glieder der demokrattscheu Ftaktion allzu einseitig hervorgetreten sind. Im Mittelpunkt der Erörte­rungen stand eine Rede des früheren Reiclis- mintsters Dr. Preuß, der das nationale Heil Deutschlmrds vom demokratischen Gedanken er*

Amerika und der Friedensvertrag.

Washington, 15. Dez. (WTB.) Reuter. Eine Mitteilung aus dem Weißen dause besagt: Die Hoffnung der republikanischen Führer im Senat, daß der Präsident jetzt irgend einen Schritt tun werde, der die Lage mit Bezug au; den Friedensvertrag klärt, ist vollkommen u n - begründet. Der llcäftbent beabsichtigt keiner­lei Ausgleichszugeftandnisse, sondern den repu­blikanischen Führern im Senat die ausschließ­liche Verantwortung für das Schicksal des Frie­densvertrages und demnach auch für die augen­blickliche Lage in der Welt zu überlassen.

Paris, 15. Dez. (WTB.) Nach einer Neu* yorker Depesche vom 14. b. Mts. hat sich ber Zu- ftanb Wilsons fühl da r gebessert. Im Weiszen tzau.se begimck man aber bie tzo.fnung aiij* iwgtben, baß Wilson wieder aktiv in die Politik emgreisen wirb.

Lloyd George über das Ergebnis der Londoner Konferenz.

London, 16. Dez. (WB) Lloyd George gab gestern eine Erklärung im Unterlaufe über bw Ziele ber in London abgeljaltmen Kon­ferenz ab. Er führte aus, daß die B^sprechunguc, die zwischen den «Stertrttern Großbritannims, Frankveicl)s, Italiens, der Bercinigben Staatrn unb Japan abgehdttn wurden, den Abschluß des Frre- dens mit ber Türkei unb mit Ungarn, bie Adria- Frage, bie Rali Nation ber fd>on abgeschlosieuinl Verträge und beecn Aus ührung umfaßlen. Tv: wirtschaftliche uud jiuanziele Lage sei aussül-r- lich besprochen worden ; um ben Ku rs- fchwankungen, die die Interessen Eng­lands unb Frankreichs beeinträchtigten, ent­gegenzutreten, 'habe die englische Regierung ihre Einwilligung zur Herausgabe einer franzöfi­schen Anleihe in England gegeben. Der Zeitpunkt, die tzöhe unb bie Bedingulrgen dieser AMeihe sollen durch ein Abkommen geregelt wer­den. Die russifche Frage war ebenfalls Gegenstand längerer Beratungen. Die Alliierten nxnrn in dieser wie auch in ben anderen behandel­ten Fragen vollständig einer Ansicht. Die Konfe­renz wiro in brr nächsten Zeit iv.eier zufammen- treten, um die Friebrnsbedingim/ren mit der Türkri zu bereinigen unb alle Schivierigü-i en, die in der Adriafrage entstanden sind, endgültig zu regeln. Im Unterhaus wird eine Debatte über die Konfe­renz noch vor Schluß her Wultersais^r ftatlfinben.

nehme. Dieser Befehl ist ein neuer Beweis da­für, daß sich Admiral von Reuter zu seinem Schritt nur eätschlossen hat, weil er der irrtüm- lidien Ansicht war, daß der Wasfenstillstan.d ab» gelaufen unb der Kriegszustand wieder einge­treten sei. Unter diesen Umständen glaubte er nach den für den Kriegszustand geltenden allge­meinen Befehl handeln zu müssen, der es jedem Seeoffizier zur Pslicht macht, fein Schiss nicht in die tzand des Feindes fallen zu lassen, etn Befehl, der übrigens auch in der britischen unb ranzösischen Marine Geltung hat.

Die deutsche Regierung ist nach wie vor der Meinung, daß die Ueberroeifung des Streitfalles an den internationalen Friedenshof im tzaag die gerechteste Lösung gebracht haben würde. Die Fnkraftjetzung des Friedensvertrages mrd die Unterzeichnung eines cntfoi*d)enben gf- änderten Protokolls wäre dadurch in keiner Weise ausgel-alten worben.

Die beuffdie Regierung kann nur b.-dauern, wenn die A.l.iertcn bemg.geiftber d n Standpunkt einnehmeu, daß es sich um KriLgsereig-lifse handele, deren Regelung dem Siegec zusbch.e Um jedoch, sonxü ^s an tlzr liegt, ie.es tziu>wnis Tur dr sd-nelle Wieberhersbllu-rg des Friedens aus dem Wege zu räumen, erklärt sie sich bereit, ben S chaben, der den Alliierten und assoziierten Re­gierungen dirrch die Ber.eukung der S»Äfse ent» tauben ist, wieder gutznrnachen. Sie rst aber außer Staube, ben Schabencesag in der im ?Protokoll vom 1. November uurgefeignen Art zu elften. Derrn eine gewissenhafte Prüimrg hat er­geben, daß die Durchführung dr in dem Protokoll gestell en Forderungen, dem deutschenWirt- sdiaftsleben unheilbaren Schaben zusügen unb jebe Möglichk it einer Turch- führuilg der übrigen ungeheueren Berpflichklingen aus bem drieiK-nvDetirag ixlienbs vernichten würbe. Tic Al.iierten ivcrden nid)t verlangen wollen, daß bie beutschc Regürung eine derartige neue Verpflichtung übernimmt. Nach dem Inhalt der Note vom 8. Dezember sind sie selbst gewrllt, eine verhängnisvolle Schädigung der wirtschast- lichen Lebensintevessen Teutschlands zu vermeiden. Sie haben sich bereit erklärt, in eine Prüfung dieser Frage etnsutreten, sobald ihnen das Ver­zeichnis des deuN'chen tzafenmaterials übergeben sei

Die deutsche Regierung möchte d:n Alliierten schon jetzt diese und die sonst ersorderlühm Nad^ Weisungen übermitteln, auS denen sich ergebt! wird, in welchem Maß bir Erfüllung ber gefteflbm Forderungen die wirtschaftliche Lcistungsfähig'vnt Deutsd-lands lahmlegen würde. Sre hat eine Kommrssron.von Sachverständigen be­auftragt, den 'Ärtnctent der alliierten und asso­ziierten Mächte diese Nachweisungen vvrzulegm unb zu erläutern, ©k wirb gleichzeitig bestimmt, eingehende Vorschläge über eine Art des Schaben- ersavs zu machen, die, wenn sie auch bei der gegenwärtigTN Lage Deutschlands eine neue brikfenbe Last bedeutet, hoch nicht als mit seinen Lebensintcreften unoevernbar angesehen . werden müßte.

Nachdem sich bie deutsche Regierung gründ-- tzlich zu einer EntschDigung für bie Versenkung bet deutschen Kriegsschiffe ber it erklärt hat, glaubt sie erwarten zu dürfen, baß die noch immer zurück- gehaltene Besatzung unverzüglich freigdalfen wirb. Ti? deutsche Regierung aibt sich der tzoffmrng hin, daß es aus dem angegebenen Weg gelingen wird, sofort bie Unterzeichnung des Protokolls unb bie Inkraftsetzung des Friedensvertrages zu ermög- licl^n und bannt ben von bem deutschen Volke, wie von der ganzen Welt so heiß ersehnten Frie­den zurückzu führen.

Paris, 16. Dez. (WB) tzavas. Der di­rekte Telegraphenverkehr mit dem un­besetzten Deutschland soll vom 16. De:embrr en lieber ausgenommen werden. Die Worttare be­trägt 18 Centimes. Die Mrrrdesttaxe für ein D?l>> gramm beträgt 90 Centimes.

Der deutsche Berhandlung-ausschuß.

Berlin, 15. Dez. (WTB.) Die deut­sche Sachverstandige'nkommission ist gestern nach Paris abnereift. Sie wird geführt von Geheimrat Seliger. Außerdem gehören ihr als Vertreter der Arbeiter Paul Müller, als Vertreter der Werften Rudolf Blom, ferner Geheimrat E i ch vorn Mini­sterium der öffentlichen Arbeiten, Direktor P e l tz e r von Der tzai^burg-Amerika-Linie, Direktor Tetens von' der Woserwerst in Bremen und ein Vertreter der Hamburger Negierung an.

tung und Bestrafung der schuldigen Direk­tionsmitglieder verlangt, die Beseitigung der Zentralvertvaltung, Abscl>aftung der Akkord­arbeit gesoroert und schließlich die Arbeitev*

chast ausgeforDert wird, heute mittag demon- trario Die Arbeitsstätten zu verlassen. Die Mehrheit der Arbeitersä>ast hielt sich gestern Dem Gedanken eines 24stündigen Sympathie- treiks gegenüber ablehnend.

Hamburg im Dunkeln.

Berlin, 16. Dez. Nach bemVorwärts" hat die Kvhlennot in Hamburg weitere Maßnahmen veranlaßt. Von heute ab er* halten alle Theater und öffentlichen Betriebe von 91/2 Uhr abends ab kein elektrisches Licht mehr.

Die Sparprämienanleihe.

Berlin, 15. Dez. (Wolff.) Das vor­läufige Ergebnis auf die deutsche SparPrä­mienanleihe von 1919 beträgt, soweit ich bisher aus ben eingclaufenen Tele- jrammeldungen feststetlen liefe, rund 3,8 Rill iarden Mark. Das Ergebnis wird ich aber voraussichtlich durch aus dem Aus* laut) eingehende Meldungen erl)öl)cn. Ein ab* chliefeendes Ergebnis kann erst nach bem Ein­laufen der endgültigen Meldungen, die bis Ende dieser Woche zu erwarten scnd, bekannt gegeben werben. Besonders l)ervoc ne hoben za werden verdient die große An^hl ocr fleinen Zeichirer aus ein und hwei Stücke. Die Anzahl dieser Zeici>ner betragt beim Kontor der Reichshauptbanl für Wertpapiere allein 79 Prozent ber Anzahl)! ber Gcsamtzeichner in bem Kondor. Falls burch bie nack>träglich eingebenden Zeichnungen der Betrag von 4 MilUarben Mark nicht erreicht nrirbt wirb das Reich hie Summe, die nun Zeichnungsergebnis von 4 Milliarden Mark fehlt, selbst reichnen, um so mehr, als nicht unbeträäftliche Anmeldungen aus btm Aus- land in Aussicht gestellt werden. Me Reihe 6" der Sparprämienstücke wird nicht auA- gefertigt und entfällt für die Ziehmrgen.