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Landkreis Stehen.

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ausgebaut, nachdem die Gemeinde bisher auf bu J] Gebiet immer auf demHolzwege" war und nw mit geringer Steigung dem schönen Walde zu.

und Sekt, Eier und Käse entwendet-ebenso aus einem Keller in der Süd-Anlage, hier nahmen.

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P. Nieder-Bessingen, 15. Fall. tir mit der Feldbereinigu ng zusammenhänM- den Arbeiten nehmen jetzt hier einen yuten Far> gang. Die sogenannteAlte Bach" rotrb an Stellen durchstochen und gerade gelegt, was einer Ueberslutung den schnelleren Abgang Wassers fördert. Dec neue große Entwästeru graben, welcher auch den Ober-Bessinger Grob« aus den Seewiescn, welcher unter der Wetter tze geht, ausnimmt, kommt jetzt in den tiefsten des herrlichen Mesenlals naturgemäß zu Gegenwärtig erschwert die Arbeit an dem Gr in der Nähe des Dorfes das Vorkommen Steinen von allen Dimensionen und Her fünftes etiva 50 Meter Länge. Hier ist das alte, breite - des früherenBrückenbachs" zu suchen. Tie wurden aus dem Feld, wo sie an Rainen im Ae-! lagen, von den Ortsbürgern unentgeltlich hur>r- geschafft. Jeder mußte einen Karren ober etttf Mann stellen. Auch viele alte Hufeisen von breit,- Fornr werden bei ben Arbeiten gefunden, iwd Unterb

auf Kriegerisckies schließen lassen, benn im Son . qx -5- waren damals keine Pserdebesitzer. Wenn nun N i'>2P Verbot noch die versunkene Glocke bei demTlUni« gefunden würde, welche nach der Ueberlreftttt

A«» Stadt «nd Land.

Gießen, ben 16. Juli 1919.

Die Lebensmittcleinfuhr au» dem besetzten Gebiet sreigegeben.

.Ter militärische Verwalter deS Kreises H öchst a. M. gibt bekannt, daß ab 14. Juli, 2 Uhr nach­mittags, bk Ein- unb Ausfuhr auf der , Landstraße ohne besonbere vorherige Genehmigung zwischen bcm besetzten und unbesetzten Gebiet unter folgenden Bedingungen freigegeben wird:

Tie Transporte müssen alle auf der Landstraße Nied Frankfurt erfolgen. Tie Ein- und Ausfuhr von Massen, Munition und beson­ders für den Krieg hsrgestellte Gegenstände ist verboten. Tie Ausfuhr von Farbstoffe n,Jß l a- tina und Geld (Banknotm, Gold- und Silber - geld), von ungemilrzkem Gold und Silber und von ausländischen Wertpapieren ohne die nach den augenblicklich in Kraft befind­lichen Bestimmungen ersorderlick^e Genehmigung ist verboten. Ter Transport von Kohlen und Koks bleibt den augenblicklich geltenden Bestim­mungen unterworfen. (Einfuhr frei, Ausfuhr ver­boten, es sei denn, das; diese vorher genehmigt ist.) Tie Ausfuhr von Futtermitteln und Körnern ist bis auf weiteres, verboten. Bei dem Personenverkehr wird an ben augenblick­lich geltenden Bestimmungen bis auf weiteres nichts grandert (Ausweise, Grenzkarten).

Somit sind ab hurte auch die Lebens­mitteltransporte aus dem besetzte Gebiet nach Fraickfurt freigegeben, sie müssen nur über die Mainzer Landstraße erfolgen.

Infolgedessen setzte schon Montag ein ge­waltiger Zufluß von Lebensmitteln nach Frankfurt ein, der auch heute noch in unvermin­derter Stärke anhält. Ungezählte Wagen, Autos und sonstige Fuhrwerke fahren Berge von Waren, die seit langem an der Grenze ausgestapelt waren, in die hicsigcn Lebensmittelgeschäfte, und tausende von Fußgängern pilgerten am Montag in die be­setzten Nachbarorte zum Einkauf. Tie Folge dieses Warenzustromes ist ein rasches Sinken der Lebensmittelpreise.

Wir haben uns telephonisch mit einem be- [annten Frankfurter Lebensmittelgeschäft in Ver­bindung gesetzt und erfahren, daß Schmalz im Groshandel zu 9 Mk. bis 9,50 Mk. gehandelt wird, im Kleinhmckel zu 10,50 Mk. Tie Schokolade ist sehr im Preise gesunken Amerikanische Milch- schokolade, hie bisher 10 Mk. kostete, ist auf 8 Mk. gesunken, so daß die in der Qualität miirderwerttgc französische Sclwkvlade, die bisher 7,50 Mk. kostete unb in ung heueren Mengen ausgeboten wurde, kaum mehr zu verkaufen ist. Reis kostet nunmehr iNehr 4 Mk. das Pfund. Ein erheblicher Preis­rückgang ist in Tee, Kaffee, Kakao unb Seife zu erwarten.

Nicht hiermit zu verwechseln sind die Preise ber ausländischen Lebensmittel, die mit staatlichem und städtiscl)cm Zuschuß in dieser Woche in Frank­furt verausgabt werden. Es gelangt Mehl zu 0,84 Mk., Reis zu 2,40 Mk., Schmalz zu 6,50 Mk. zur Ausgabe.

Lebensmittel.

*" Verteilung von Auslands mehl. V-on TvmrerStag den 17. bis einschließlich Mitt­woch den 23. d. Mts. gelangt in den Kleinhan- belsgef chäften auf den Bezugabschnitt Nr. 9 der Lebensmittekkcrrte Ansl-cvndÄnelst zur Verteilung. Auf jeden BezugsapsckZnrtt entfallen V/t Pfund zum Preise von 1.16 Mk.

** Freibank. Freitag, 18. Jckli, werden von 14 Uhr die Mrn. 701850 beliefeik.

Flugpost.

Bon jetzt an können laut Bekanntmachung

nach Gießen, die Postasflstenlen M v 0 g von Darm» stadt nach Friedberg und S ch a r ch von Metz nach Grünberg (Hessen), und Telegraphenmeclwniker Schütz von Gießen nach Elberfeld versetzt. Tie Postsekretäre Griesheimer in Homberg(Ober, besten) und Langohr in Friedberg treten W den Ruhestand. _

** G ießener Waldbühne. Bn pceiiv beetem Wetter beginnt, wie wir erfahren, dre für heute (Mittwoch) angesetzte Sappho-Aus. f ü hrung um 6 Uhr, die Kassenöffnung ist eine Sturcke vorher. Sollte jedoch die Vorstellung wegeo regnerischer ober zu kühler Witterung »eridpbe werden müssen, dann wird dies an den m der ge strigen Nr .des Anstiiers bzeich^ten Stellen iBüc aermdfterri usw.» von 2 Uhr ab betaniitjegebo B i er-er Verschiebung ist zu nächst Tvnner.tag 17. l. Mts. (also morgen) ins Auge gefaßt. Es se. nochmals daraus hingewiesen, daß der Hofseick lich recht große Reinertrag bedürftigen elsäs­sischen Flüchtlingen überwiesen wirb.

** Kellerd iebstähle. In letzter Zei>

fies hiesigen Gewerbevereins fand Sonntag or 15. 3imi durch Ueberreichung der Gesellend ihren Abschluß. An der Prüfung waren U ft Derber beteiligt, von denen 2 in älteren Za Vw sich nachträglich der Prüfung unterzogen.. Alle & Werber haben die Prüfung bestanden. Tt: vetM lrung an der Feier war ziemlich reae. Die au#* stellten Gesellenstücke Haven Beifall gefunden

Kreis Alsfeld.

a. Flensungen, 14. Juli. Gestern mW versammelten sich unsere Gemeindeglieder aut u» ladung des Bürgermeisters Bräunig in dem eanj des Gastwirts Reitz zu einer $ e m c i n b e t c Bürgermeister Bräuning dachte der Gefallen unserer Gemeinde. Er betonte weiter die mütigkeit unserer Gemeinde, wie sie dies bei faß­lichen Wahlen in den vergangenen Wochen,gew habe. Zuletzt kam er noch auf die OpserwulN^ unserer Gemeindeglieder zu sprechen. Teil Bem hierfür gebe z. B. unser neues Sckmlhaus, welct« im Kriegsjahr 1915 vollendet wurde und W] eins der schönsten unserer Provinz Dverbell] sei. Zum Schluß stellte er noch ben AnweseM unseren neuen Lehrer Bach vor und ermass sie, .ihn mit Rat unb Tat in feinem fajntr] Beruf zu unterstützen. Als zweiter Redner Dr. Neäuning, ein Enkel des bekannten lUiM Wirts Bräuning. Zur Erheiterung, trug ein dicht in Wetterauer Mundatt bei, welches Herr aus Gießen, ein geborner Bobenhauser, » trug. Auch die Jugend kam zu ihrem Recht, tet sie vergnügte sich au einem heiteren Tanzcven.

tjiohranlagen für b( Äürbigen Anblick ur ritt Flur das laufd

des Rtick»spostmi!iisters zur Beförderung aut ben Flugsw.-cken oersuchi-wnse Flugpostiendungen bet allen Michspostausta ten cr'genommen werden. Zur Flugbv'forderung fiub zugelassen gewöhnliche und eingeschriebene Postkarten und Briese sonne Pa­kete und Zeitungen. Außer der gewöhnlichen Poft- gcbülyr ist für Postkarten eine Fluggebühr von 10 Pf., für Briefe bis 20 Gramm 10 Pf., über 2050 Gr. 40 Pf über 50100 Gr. 80 Ps., über 100250 Gr. 120 Pf. zu entnd)ten. Wenn Eilbestellung gewünscht wird, wird die gewöhnliche Eilbestellgebühr dafür besonders erhoben. Tie Ge­bühren für Fl ug Postpakete sind die gleichen wie für etn dringendes Paket; aufjierbem ist eine Fluggebühr von 5 Mk. für jedes angefangene Klgr. zu eittrichten. Meistgewicht 20 Klgr.; größte Ausdehnung 60 Zentimeter. in jeder Richtung. Es d.'steht FreimachungSzlvang. Zur Entrichtung sämtlickter Gebühren find bis zur Ausgabe beson­derer Flugpvstmarken die genröUnlieben Fieirnarken zu verwenden. Tie Z^ttingsverleger können für die von ihnen der Post überwiesenen Zeitungen die Flugbeförderung auf den ckn gerichteten Flugpoststrecken beantragen. Auch dem Zei- tungsbezieher steht ein solches Anttags- lrcht zu. Für die Flugbeförderung wird außer dem gewölmlicben Bezugspreis eine besondere Flug­gebühr erhoben, die sich nach bcm Jal/resgewicht der bestellten Zeitung richtet und bei den Post- anstalten erfragt werben kann.

*

L U. Von der Lanbesuniversi- tät. Dr. Robert Feulgen, Assistent am hiesigen physiologischen Institut, der sich für bas Fach der Physiologie an unserer Universi­tät zu habilitteren wünscht, hält am Freitag den 18. Juli, um 6 Uhr, im Auditorium des physiologischen Instituts eine öffentliche Pwbevorlesung über das Thema: ^Neuere Anschauungen über die Konstitution der Monosaccharide."

* Personalnachrichten der Ober» Po std ire ktro n in Tarrnstadt. Als Tele­graphen ge Hilfe wurde der Kriegsbeschädigte Realschüler Paul Kissel aus Dad-Nnulterm und als P 0 st a g e n t ocr Kriegsbeschädrgte Karl Möser II. in Ulfa angenommen. Eine Vize- Po st direkter st ekle wurde dem Postii'.ftettor Alt in Bat^-NcuUieim, eine Ober-Poft- sekret ärstelleMn Poftsekretären Bausch und Schneider in Gießen und eine Ober» telegraphensekretärftelle dem Tele- araphensekretär Dingeldeh in Gießen. Ober- Postsekretär Rechnungsrat Eberhardt wurde von Straßburg (Els.) nach Friedberg, die Postsekre­täre Dietrich von Gießen nach Echzell, Golm von Mülhausen (Els.) nach Büdingen, Hechler von Erkelenz nach Bad-Nauheim, Ranft von Straßburg (Els.) nach Butzbach und Schmidt von Echzell nach Homberg (Oberhessen), die Ober- Postassistenten Köhlinger von Mainz nach Gießen, Leistert von Thann (Els.) nach Butz­bach und Joseph Schmidt von Mülhausen (Els.)

fiten, oa vtt Verwaltungsstellen wenig Bedarfs­artikel des täglichen Gebrauchs zu verLußem Hütten. 1

Das Haus tritt in die

Wahl eines Vizepräsidenten der Nationalversanrmlung für den ausgeschiedenen llnterstaatssekretär Schn l z (Soz.) ein. Abgeord- ' heta Gröber (Ztr.) tritt für die Wahl durch - Zuruf etn und schlägt, da kein Widerspruch erfolgt, ben i'lbg. 8 ob e (Än.) als Vizepräsidenten vor. Die Wahl erfolgte einftttwuig. Abg. Löde nimmt 1 fw mit Dank an.

Daraus setzt das Haus die

ZDeitc Bera u 'g des Verfassungsentwurfes mit dem zweiten HauptteilGrundrechte und Grundpflichten der Teilt scheu" fort. Artikel 107 bestimmt einleitend:TieGrund­rechte uno Grtmdpflichten bilden die Richtschnur tmb ©djaanten für die Gesetzgebung, die Vertval- ttmg und die Rechtspflege im Reich und in den Ländern "

Abg. Dr. Luppe (Dem.) beantragt eine Acrtderung dahin, daß die Grundrechte und Grund- vslichten nur Richtlinien (nicht auch Schranken) sein sotten uno die Artikel aufgeführt werden, welche bestehenoe Einrichtungen der Beschränkung mit sofortiger Wirkung beseitigen.

Abg. Gröber (Z.): Der Versuch, die ein­zelnen Artikel aufzuzählen, welche eine unmittel­bare Rechtswirkung haben sollen, wird immer scheitern. Der Artikel 107 bringt nichts Neues. Ich beantrage, ihn za streichen.

Abg. Dr. Luppe (Dem.): Wenn man den Artikel ganz streicht, so werden die Ziveifel- und Streitfragen nicht befeitigt, sie werden dann in der Prans bei jedem einzelnen Artikel auftaudjen. ptb beantrage, die Abstimmung vorläufig auszu-

Abg. Dr. K a.h l (D.Bpt.): Ter, Artikel 107 enthält nur einen abstrakten Satz, ich bin auch dafür, ihn zu streichen.

Aba. Düringer (D.-Natl.): Ten Artikel 107 halten auch wir für entbehrlich.

Abg. Katzenftein (So».): Ter Arttkel 107 hat gewiß mehr einen lehrbuchmäßigcn als gesetz- gebetifdxn Clwrakter. Aber es wäre doch wohl stbereilt, ihn heute endgültig zu ftreidjen.

Abg. Hau ßmann (Tem.): Der Vater be5 ArtiLcks 107, Abg. Beherle, ist heute leider nicht luigegcrt. Sckwn desl-alb, glaube ich, wird es rWifl (ein, ihn heute nur unter dem ausdrücklichen Vor­behalt abzulehnen, baß er nach genauer Prüfung in dritter Lesung wieder aufgenommen wird.

Abg. Cohn (Unabfr.): Wir halten den Ar­tikel 107 für einen, der wesentlichsten ittid tuück.ilig sten der ganzen Verfassung. Wird er abgelclynt, so würde das ganze Kapitel der Grundrechte nichts weiter sein als ein sckwner Monolog, mit dem die Praxis der Rechtsentwicklung nichts anfangen kann.

Damit schließt die Besprechung. Artikel 107 toirb geftridjen.

Artikel 108 bestimmt:Alle Deut scheu sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen haben grundsätzlich die alcid^en staatsbürgerlichen Rechte und Pslickzien. Ceffent» lichrecktliche Vorechte und Nachteile der Geburt ober des Standes bestehen nicht. Adelsbezeick,'- nungen gelten nur als Teil des Nameils und dürfen nicht nteljr verliehen werden. Titel dür­fen nur als Amts- oder Bern!Sbezeichnungen ver­liehen werden. Akademische Gvade sind hierdurch nicht betroffen. Orden und Ehrenzeichen dürfen vom Staat nicht verliehen werden. Kein Deutscher darf von einer ausländischen Regierung Titel oder Orden annebmat."

Tie M«. Heinde (D. Vpt.s und Genossens beantragen die Streichung sämtlicher Vesttm bi urigen über die Adelsbezchchnungen, Titel, Orden und Ehrenzeichen. Tie Abgeordnete Frau A g tt« s (Unabh.) beantragt:Der Adel ist abgeschastt.^ Vorveck'^te «der Nerchieile (alfö nühl nur öffent­lich-rechtliche) der Geburt oder des Standes be­stehen nicht." Ferner will sie im zweiten Satz des Entwurfes das Wort grundsätzlich" streichen. Der Sozialdemokrat Auer beant­ragt gleichfalls die Abschaffung des Adels und )re Gleichstellung der Männer und Frauen mir in ben staatsbürgerlichen Rechten (nicht Pflichten). Frau Agnes beantragt ferner die Einfügung i Aufzuheben sind alle Bestimmungen, die dio Vkechtsftellung der Fran auf oem Geoiete des bür» jichen Rechtes beschränken." Endlich beantragt We Sozialdemokratin Fran Juchacz hinter dem watz über die Gleichstellung von Männer und grauen den Zusatz einzufügen:Die Bestimmungen Ws öffentlichen und bürgerlichen Rechtes sind ent­sprechend zil gestalten.

Abg. Frau Juchacz (Soz): Den A d e I a b » ^uschaf sen, entspricht einer Forderung der heu­tigen Zeit und der ganzen Art der Verfassung., Bildung, Herzensbildung und persönlicher Takt Itu6 den Menschen im neuen Deutschland aner» sogen werden, dazu bedarf es keines Adels.

Auf Antrag des Abg. Dr. Q H a r f (Soz.) wird über die sozialdemokratischen Anträge wegen Gleichstettung der Frau namentlich abgestimmt perben.

Abg. Fran Tensch (Ztr.): Wir können uns irit einem System der absoluten Gleichmacherei picht einverstanden erflehten. Die Frau ist Arbei­terin: sie ist aber auch Hüterin unb Schöpferin -er Bildung und des deutschen Wesens. Wir be­grüßen es, daß ihr staatsbürgerliche Rechte unb Pflichten gegeben werben, unb sehen es als selbst­verständlich an, daß sie berechtigt und verpflichtet fein soll, in gleichem Maße mitzuarbeiten für das Volk und das deutsche Vaterland als deutsche Frau.

Abg. Dr. Luppe (Dem.): Tie sogenannte Ndelsbezeichnung ist doch nur em Teil des Na­mens. Der Ausschuß faßte seine Beschlüsse, weil er klar feststellen wollte, welche Namen geführt werden sollen. Dasbon" vor dem Namen be­zeichnet ,a nicht den Abel an sich, sondern ist auch Dtit bürgerlitfyert Familiennamen Dertninben, somit fein Bestandteil des Namens unb das ganze ein wohlerworbener Name, den man den Deutschen wicht nehmen kann.

<. ®raT" Vosadowsky (D.-natl.): lieber bte Abschaffung des Adels vermag ich mich nicht wufzuregen. Wirklich Gebildete beurteilen ihre Mit­menschen nicht nach Ttteln unb Würden, sondern wach ihren geistigen uno sittlichen Fälftgleiteu. Ur­sprünglich gab es ja keinen Adel. Was man heute jo nennt, war damals der Grundbesitzerstand, und die Bezetchnung war weiter nichts als eine Orts- bezeichnnny. Hat der Antrag, den Adel abzu- schasfen, einen politischen Zweck? Alle modernen Staatsverfassungen stellen. fest daß alle Staats­bürger vor dem Gesetz gleich sind. Dec Adels­stolz das gebe ich zu ist eine der törichsten Eigenschaften, Die ein Mensch haben kann, und die Verleihung des Adels, aber auch sonstiger Titel und Wurden, ist vielfach mißbraucht worden. Dennoch wird das Ansehen aller bodenständigen Familien oder solcher, die ihren Adel auf wirklich hervorragende Verdienste zurückführen können, durch die Abschaffung des Adelsprädikats nicht go

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nnndert. Nicht jeder, Beamte, auch nicht jeder befähigte, macht Karriere; deshalb muß ihm ein Titel oder ein Orden als Ausgleich gegeben wer­den können. Die Anträge können nur Haß säen, ohne etwas zu erreichen. Hinsichtlich der Gleich­stellung von Männern und Frauen im öffentlichen Leben teilen wir ben Standpunkt des Zentrums, der eben klar und würdig begründet wurde.

Abg. Frau Zieh (Unabh.): Dieselben Gründe, die heute gegen die Gleichstellung der Frauen vor- gebracht werden, .haben wir schon gehört, als es )id) um das Frauenstimmrecht handelte. Heute singt man auf dem beutschnationalen Parteitag in Berlin das Lob ber politisch tätigen Frau.

Abg. Tr. Heinze (D. Vp.): Der Adel hat keine ösfeittlich^rechtlickZe privilegierte Stellung, er steht tatsächlich dem Bürger)tande volllvmmen glcick). Seine 'gesellschaftlich.- Stetturrg bleidt ihm, ob Sie das ©egenteil beschließen 0ber nicket. Was geschichtlich geworden ist, schafft ein Gesetz nicht ab. Auch die sozialdemokratische Regierung bat Titel verliehen, weil es ohne he eben nicht gehi.

Abg. Dr. Quark (Soz), stellt mit Genug tuung eine weitgcherrde Uebcrcinftimmung in i?«en Anträgen der beiben sozialipichten Prtteien fest. Tie Forderung der Gleickcherechtigung ber Fraic cheidet die militärische Eignung aus, da auch za!chreiche nicht tvehrtüchige Aiänner ihre staart- dürgerlrchen REc ausüben bürfen. Tie Bevor­mundung der Frau durch den iVZann muß fallen. Ter neue Staat soll aus der Zuiammenarbeit aller VtLmrer und Frauen hervor gehn.

Abg. Tr. Q u i d d e (Dem.) tritt für die Aus­schuß fass ung em Md töeiil daraus hin, daß die radikale Beseittgnng des Adels in der bayerischen Gesetzgebung dudurch aufgehoben würche.

Abg. Tr. Maretzlp (D. Vp.>: Der Adel ist häufig aus sehr nebensäcküichen Giünden m-.r- liehen ivorben. Seine Mftlmfiung iit nicht Gleich' madjerei, sondern Beseitigung eines unbcgrülrdetcn Vorrvclsts. ,

Abg. Dr. Heim (Ztr.): An der Abschaffung des Adels faim dem Volke unmöglich so viel liegen, wie hier immer behauptet )vi.o. Tas Volk erwartet von der Revolution wirtsäiaftlick^e Sicher- fteUuug; mit Neuenmgen dekorativer Art, ist ihm nicht gebient. Getretener Quark wird breit nicht stark. (Stürmische Hetterkeit, lebhafter Z)visck-nrrus des Abg. Tr. Quarck.) Erziehen wir das Volk zu der Erkenntnis, daß Adel nur durch Leistungen gerecht fertigt wird. (Beifall.)

Abg. Dr. Luppe (Demch: Die sozialdemolra- tfischen Mänderungsanträge gelten zu weit.

Damit schließt die Besprechung.

Artikel 108 wird in der Fassung des Ausschus­ses a n g e u 0 'm m e n. Der Antrag Agnes (Unabh.) 'auf Streichung des Wortesgrundsätzlich" wird durch Auszählung mit 149 gegen 119 Stimmen abgelehnt. Der Antrag Frau Juchaez (Soz.) über die Gleichstellung von Männern unb Frauen tuirb in namentlick-cr Abstimmung bei der Stimment­haltungen mit 144 gegen 128 Stimmen abge- lehnt. Der Antrag Auer (Soz.) bett. Adel unb Titel wird in namentlicher Absttmnrung bei zwei Stimmenthaltungen mit 143 gi-aen *127 Stimmen labgelehnt, desgleichen der Antrag Heinze.

Sodann wird Artikel 109 beraten, ber von der S taatLangehörWnt handelt.

Abg. v. Kraut (D.-Ntl.) begründet einen Antrag seiner Partei, wonach die Ausübung poli­tischer Neckte für das einzelne Land vom Besitz der S taatsangehörvgckät abhängig gemacht wer­den kann.

Artflel 109 wird unter Ablehnung des An­trages v. Krmtt angettörtmten. Adgelehnt nnrb awrf) ein Antrag Katzen ft ein (So».), wonach eine Teutsche auch im Falle ihrer BereHelArrng mit einem Ausländer bevedjfrirrt fein soll, ihre Staals- angebdrigleit beizubchallen.

Artttcl 110 wird ohne Erörterung an­genommen.

Ministerpräsident Bauer: Der Abg.- mann wünscht eine Erklärung ber Regierung, daß alles getan werde, um denjenigen Staatsbürgern, die die polrrisckie Staatsangel)öriglieiL erwerben müs­sen, für spätere Zeit die RuLÄehr in bat bcutfdjen Staatsperlxuid zu erleickstern. Ich kann, obgleich naturgemäß ein Beschluß der gesamten Regierung nad) nicht erfvlfft ist, erklären, daß nach meiner Ueberzeugung bre Regierung die Auffassung pat, baß diesem Wunsckie nach Kräften Folge gelastet wcttden soll. (Beifall.)

Arttkel 112 bestimmt ben Schutz ber freien volkstümlichen Entwicklung ber fremdsprachlichen Volksteile.

Abg. Eohn (Unabb. S^.) begrüibet einen Antrag seiner Partei, statt fremosprachliche Volks­teile zu sagen nationale Minderheiten".

In der Abstimmung erklärt Präsident Feh- renbach den Anttag Cohn für ab gelehnt.

Daraus bezweifelt Abg. Geyer (Unabh. Soz.) die Beschlußsähigkert des Hauses.

Prä)ident Fehrenbach: Die Bezweiflung der Beschlußfähigkeit des Hauses ist nur vor einer Abstimmung möglich. Ich habe geglaubt, daß wir die Beratung wenigstens von Artikel 118 noch erledigen würden. Wenn aber, wie bisher, gesagt wird, was schon hundert- und tausendmal getagt wurde, so ist dies nicht möglich. Dies viele Reden läßt alle Rücflicht auf bxe Kollegen und die Stimmung tm Volke, fctoie jede Rücksicht auf die großen Aufgaben, zu denen wir berufen sind, vermissen. Ich möchte um Abstellung dieser Rück­sichtslosigkeit dringend bitten. Ich bedauere, so deutlich sprechen zu müssen. Aber diese Art zu debattieren bringt uns nickt zu Ende, und wir wissen doch vor Arbeit nicht, wohin.

Abg. Geyer (Unabh.): W liegt uns fern, die Beratung ber Verfassung zu verschleppen. Doch hirüffen wir in der Spezialberatung der zweiten sLesung eingehende Besprechung verlangen.

Nach einer längeren Entgegnung des Presi­denten Fehrenbach, an bereit Schluß dieser er­klärte, er tue seine Pflicht vor dem Hause der Sache zuliebe und der öffentlichen Mpimmg, ihn trefpt keine Verantwortung, wird i>er § 113 beraten.

Die Unabhängigen beantragen baut die Aus­hebung der Ausnahmegesetze gegen die Prostitution,

Abg. Frcuc Zt etz (Unabh.) begründet den An­trag und spricht unter onbauernber Uittuhe des Hauses über Einzelfragen der Prvstitutton.

.ft itent Fehrenbach w i k die Rednerin daraufhin, daß zu einer so ausführlick>en Be­handlung dieser einzelnen Fragen bt? Beratung des V rfassungs n Wurfes it-ge iffier fei.

Frau Zietz (UuabhäwTtgi fährt unter andlw- ernben Schlußrufen des Hauses fort.

Nach längerer Aussprach? wird schließlich § 113 unter Ablehnung des Antrages der Un- ab1)ä gigen angnammen.

Präiid?nt Fehrenbach: Mir kommen jetzt 1 zur Todesstrafe. Wir müssen wohl abweckmi. Nächste Sitzung Mi'iwoch v rmi tag 9l/z Uhr. I Tagesordnung: VerfaisullgSAttwurf., A Schuß, 2 Uhr,

die Täler noch eine braune Pudding schale rosa Pudding mit. Die Schale hat am Boden eine Weintraube als Verzierung. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der oder die Täter bei Wein zum Kauf anbieten. Sachdienlill)e Mil­teilungen nimmt die Kriminalpolizei en! gegen.

** Die Deutsche Volks-art eihäll am Freitag, 8Vs Uhr, im Gernerbehaus eint Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung^ Kreis- uni) Provinzwahlen, unb Bericht Abe: die Landesausschußsitzung.

Kreis S

" Dißmar b. 0 üligfeit reger zu gestc i im Restaurant zun ritodn unter dem 91 M

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Dk Frankfutte m. Frankfurt Aalliksurter Eins jramgen Teutsclstands

................... ten das Kriegsvolk in dem Sumpf nicht fortbnn^ Laaspn- , konnte. Ter Holzweg wird nun endlich als st-! roirb hit1 r7

' ' ~ ......

* Der Evaug. Arbeiterverein und ber SBa r tburgoercin hatten sich am Sonn­tag auf Textors Terrasse zu einer geselligen Ver­anstaltung vereinigt, Die bei außerordentlich starker ..... .

Beteiligung in schönster Weise verlief. Bei tot ^-Men entitontoi Begrüßung der Erschienenen gab ber Borflycnto öerforgen. , des Evang. Arbeitervereins, Sekretär Kirchnet, ' ' - ir,r

seiner Freude Ausdruck, daß sich die beiden hic- sigen Evang. Vereine zur Pflege der Geielligkcit ........

zusammenfanden. Er verband bannt gleichzntiz rtornseldcS. die Hoffnung, baß bie beiden Vereine für du , Zukunft auch in ernsten Fragen gemernsam Nus- bringendes leisten werden. Im Mittelpunkt bn Veranstaltung stand eine besonders beifällig auf« genommene Ansprack)e des stellv. Vorsitzenden tos Wartburgvereins, Psarrassistent Schaefer, tor vor allem die besonders jetzt notwendia gewordnie Zusammenarl>eit aller evangelischen Vottslreile und ihre Beteiligung an dem bevorstehenden Neulm unserer Kirck)e betonte, wobei er die Wichtigknt der Wahlen zu den Kirchenvertretungen erwäbnlt. Weiter streifte der Redner die derzeittgen roirl« schastlichen Verhältnisse. Die Unterhaltung ber Teilnehmer ber Veranstaltung hatten ein Bläsn- quartett des Wartburgvereins (Leitung: Musik« lehrer Schwarzlose), sowie die Gesangsabtellunz und der Kindcrchor des Evang. Arbeitervernui (Leitung: Musiklehrer Gernhardt) übernommen, die sämtlich ihre Ausgaben in befber Weile et« füllten. Auch die für jung unb alt veranstaltete» * m Spiele usw. trugen wesentttch zur Unterhaltung bn. \

** Im Licktspiel aus toirö nur mch r-'«2 aber tor Lck beute und Morgen der große nksilm^Be ri tat 0 in c i", dieses etnjwaxtige füiprrenrai>che Film«Pv mit über 1500 Darstellern unb Mia Moy m tot Hauptrolle aufaefübrt Bo nFrettag ab,tritt fccuk P 0 rtenin ihrem letzten Filmschauspicl ber w* 1918/19,Die Schuld" auf.

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-wurden aus einem Keller in der Moltkü 5?

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