Zweites Blatt
HL 114
Frutnkllilk.
er u. Dilges, sondern von Herrn August
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Inpeb.utit- C®!
V Iren. Am 24. und 25. Mai nnrb die Orts-
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ineN'.Vertm iraoche luttit t rtem Äaplial; >em Gelädh , füll 11t Sl tbtnbtn j}abi Mioiltn §6
e. Ulrichstein , 16. Mai. Der hiesige G e - flügeltzuckltverein für Ulrichstein und Um* jctoifl beschloß in seiner bei Gastwirt PsannstieL »gehaltenen Hauptversammlung einstimmig den Heilerde st and des '-Vereins, zumal noch ein recht knackst lictos (Dereinsvermögen vorhanden ist. Mit ta Teilung wurde der küsherige Vorstand betraut.
KreiS Frtcdvcra.
O Dab-Nanheim, 16. Mai. Die neu*
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ten1 bei Unb* teilten aus t Inder. Inders
Au» Stadt und Land.
Giehen. 17. Mai 1919.
Vdlf-imttrrichtskorsk.
Am 14 Mai fand i.l der Universität die grunb liegende Veiprechnng über Die Einrichtung t* I LslkSuntcr^ichtskurse statt. ES n>or eint itattllche Anzahl von Beteilig en erschienen. Da her konnten fojort folgende Kurse bestimmt werden:
Lesen deutscher Dichtungen, Montag abends 8 Uhr (Höriaal 13k
Deutsch in zw.i 3'.ufen, Donnerstag abends 8 Uhr (Hörsaal 13 u. 2).
Sd'chn-'ii in zwei Stufen, Dienstag abards 8 Ulrr (HSrsnal 13 u. 2).
Hianzöstsch, Freitag abends 7 Uhr (Hör° Uri 53) .
Eng tief). Fr.itag atonb-5 7 Uhr (Hörsaal 34)
Heimatlu de mit Storungen, Freitag atonds
b llfrr (Hörsaal 2). t n
Siaatsbürger künde, Mittwoch abends 8 Uhr itzärsaal 13).
begonnen wurde die Arbeit am Donnerstag tvn 15. Mai. Zu den eiizelnen Kursen können immer noch sich Teilt.ehmer melden: die Ein- ilirtttogcbübr beträgt für den Kurs 59 Pf. Alle nichtigen Mitteilungen sind abends von 8 Uhr an ri.fm besonderen Brett in der Universität ziS l.sen. Sj kann diese bescheidene Einricktimg ein n tcc Anfang für die kommende Volkshochschule hin. Liehe auch Anzeige.
LU. Don der Landesnniversi- tdt. Herr Dr. jur et phil Adolf tz, Grol- mann kündigt für das laufende Semester die folgenden Vorlesungen auf dem Gebiet der neueren deutschen Literatur- Geschichte an: 1. Geschichte der deutschen itcratur im Zeitalter der Reformation und
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ir.ippe frier einen Opfertag für unsere 6k» yntgenen veranstalten.
Slarkenburg und Rlninhrssen.
lsl Fürth L O., 16. Mai. Ein »roßet t3albbrartb wird aus W< schütz gnurltot. Dort |r d etwa 60 Diorgcn bc3 fog. CentwaldcS durch b 'Irr und kannte Ursache in Brand geraten und tevrid/ct wurden.
** WormS, 15. Mai. Die Arbeiter der Fa- FriTcn vornehmlich! .im Jnd u striegel ände haben die Irbeit niedergelegt, so daN in der (Ifremi- f?jt Fabrik, nn der von Daerleschen Fabrik, im 'onwerk Offstein, «in der Zuckerfabrik Rl-eingau, ' her Loimsabrik und in der Valckenlergschen Tuch- .brif die Betriebe stillstehen. Die Wormser Leder- t.'cürn iXitb von dem Streik nickt betroffen. Die itMrifartoitcr der Betriebe, in denen nunmehr ge- vrcüt wird, toben ihre Forderungen nack Aner- brckung ihres netten Tarifs den Betriebsleitungen: Lrterbrcitet, und cs satrden längere Verlxmdlungeck fatt, die pedoch zu keiner Einigung führten.
Hesscn-Rassau.
Ein sttcilkudcS Hospital.
I — Frankfurt a M., 13. Mai Da? tedh h'ibc, l au wirtscht tl ch- und Be rie>-per mal de> teiliggein utrd B ü r g e r s p i l a l ist heut.' frü 1 ►*8tH Lo n orderungen in den Ausstand ge- t elrn. Ter Betrieb wird notbürtt'g durch die l r.te, Schwester: und da^ Br.altung per'anal n recht rr a tc i. Beide Soitä er nn) roy Streit-- t ten besetzt, eie Arö itswi ;ig- ;urü lba ten.
-r S'btki- tlllllliti iL»Suni.®j
i rerw- i. IJ Id bli FriM lbl.”‘‘drhf' I verlöre"-
nX >°- obiiniilb-/ । 6leI«2Jl& Dreine__
Der Doppelgänger.
Roman von EarlSchüler.
Fortsetzung Nr. 25.
Max brachte ihm seinen Mantel und seinen tut und verlangte für die Fische Wein drei I ort. Dorival ;ah te ohne Murren und verliest fc.tuniQ.r das Gr stzimmcr Wirtstou es ,Lum r Ke reu Cljt.iburg-.r'. Der Alte mit dem Voller: stimmte friiucr ihm her „Gin Prosit der 6k- »ütstchkeit" an, und der Chor fiel begeistert ein. t Ein feiner Regen stäubte durch ixe Straßen, loriüal sah sich nach einem Auto um, um s-o pw.ell als möglich aus dieser 6kgenb fortzuvom- WM. Aber kein Wagen mir zu sehen. Nur von rri'e körte er, aus der Mcytung nach dem Aleran- i-'tolatz, die Glvckeiisignale der elektrischen Bah- ßkn, das Pfeifen <xr Stadtbahnzüge und die kayenrufe fdync.l dahinjagender Automobile.
Eben luolite er im Gesdiwindschritt dem l tiaufcerpüt, zueilen, als ifr t jema:ib am Rock- kmicl zupfte. Er wandte sich rasch um. Vor pro stand 5er kleine Bucklige.
„.Hab ick Ihnen nich vor Maxen geroamt?" Fijk er. „Wenn der alte Gustav nich dajewcsen ►if, et wär' Ihnen schleckt fei cm gen."
„War das der Mcurn mit dem grauen Bart?" „Jawoll!"
„j,er 'Danin sah so anständig aus. Was treibt k denn?" forschte Dorival.
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lingelhösser erworben.
I n den Schwarz-Weiß-Licht- iclen, Seltersweg 81, tritt ab Montag win Neuß in seinem Scliauspiel „Die Rack)e I ist mein" auf, außerdem kommt noch das iSnTtrk t'istspiel „Wenn drei eine lieben"' zur Auf- sühruug.
Kreis Schotten.
hÄ11” st'chast - Echrihl t» ttORZil an bn »nuigrr ich rten stinMeZiiz
fKÄtllL ____ _______
* v'J " Drqrtobete Ortsgruppe des BolksbuickeS zum n UIqqqW e'st ibe der beulfdxm Kriegs- und Zioilgesangenen , . hat schon einen erfreulidien MitgliederzuwachS er- !e wi.nur ' 04 unh 95 mirb die Orts-
Renaissance, Dienstag und Mittwoch 5 bis «; l!hr 2. Tl)omas Mann (Vorlesirng für Hörer aller Fakultäten), Mittwoch 6 bis 7 Uhr.
•* Besitzwechsel. Das Hotel Victoria, Ecke Licbia- und Bahnhofstraße, wurde von der Frau Witwe Sck)winn mit dem _______ «csamten Inventar für 175 000 Mk. an den n*.K$ei6y bisherigen Pächter des Lenzschen Felsen- kÄtür lellers, Wilhelm Fischer, verkauft. - Das - ' Änwesen Friedrichstraße 10 wurde nicht, wie
von uns berichtet, von der Firma Klingel-
Gletzener Anzeiger (General-Anzetger für Gberheffen)
£iod)|fbitlimd>riditcn.
— Franksnrt a M.. 16.'Mai. Dr H. Mntscvmann. Le't r iür englische Sprache an der frie>;g*n Uni er i:ät, ist für vaZ Summ Semesker m die Unioer nät Mar u g zur Be tretung Dc ■ bortrflen Lttinarhti für cnjli cfrc Phäologie deru e.i wococn __________
Ter Schlichtung»an4schnß für bie Provinz Cberfrefkn verhandelte am verflossenen Montag über folgende Singe legen frei ten 1
Der Holzarbeiterverba ud^ hat den Ausschuß wegen Lohnstr< i:igkerten zwischen den Arbeiter misschüi'üen und den Alc felder Hol'industriellen angerufen. Es fand sckonmals Verhandlung sllatt, ine jeooch ausgesetzt werden mußte, um vorerst noch den Bur<?ermci 'ier von Als eld an u toten. Die lArbeitgeoer Ix aupteiei, die im Fe^ bvuar bewilligten '60—80 Pf. Stundenlohn sciciz bis zum •!. Oktober vereinbart. Der Schlichtung^ misfchust nvies die 9Ingdejcnbeil zurück, da jich inzwischen eine Arbeitge'.erre.e nig-.in.z gebildet hat, mit der der Holzarbciterverband eine Ar'oestSver- einigung bilden soll.
Weiter hat der Verband der Land-, Forst- und Weinbergsarbeiter den AktSscklust angerusen, jur Schlichtung der zwischen den S11 a st e n w ä r t e r n und rxnzkreisaus- s ch ü s s e n schwebenden Lohnstreitigke.ten. Ta eine Einigung nickt zu erzielen war, wurde em ScksteoS- spruch aeiiiUl, wonach die Strastenivärter fährlich 1200 Mk., steigend alle 5 Jahre um 100 Mk., bis SU <1500 Mk. erbatten sollen, austerdem lährlich 500 Mk. lausende Teuerungszulage bezw. 330 Mk. süir Lediv, vmd weiter für ie)es Kind 2-X) Mk., sowie au .eroem 70 Pro- di s r Znlag- ei ma ig pro Jahr. Die Wärter in den Kreisstädten Gießen und Friedberg sollen austerdem 1 .eie z'ie.imwir mung bezw. 3JO Mk WohnungszulaAe, die in beit übrigen .Kreisstädten wohnen200 Mk. erhalten. Die tägliche (Arbeüszeit soll nur 8 Stunden betragen.
Die Direktion der Grube Roßbach bat den Msschuh wiederholt angerusen, der Schticytungs- ausschuß beharrte aber bei seinem früheren Schiedsspruch
.ter Bergarbeiterverband verhandelte für die Arbeiterauöschüsse von sechs Bauxit- gruben- Gesellschaften. Der Sckstedsspruch lautste: LOPs. Stundenlohn für Ar eiter ron II—15 Jalire, 70 Pf. für solche von 15—16 Jahre, 80 Pf. für solch von 16—17 Jahre, 90 Pf. für solch von 17—18 Jahre und 1 Mk. für ülxr 18 Jahre alte Arbeiter, rückvirkend ab 1. 3. 19, da die Der «ndlimgen seit dieser Zrit fcfrivelxn.
Da die Firma Dan st er zu Gießen in ihrem Steinbruck zu Lol ar trotz früheren De - gleicks nich! weiter arbeiten liest, uno auch die mihtölid^ Verl/a.idlung nun ergaj, daß etwa 30 Arbeiter arbcitÄos sind, der S:einbruch aber wegen Wagen- nnh elektrischn Strom-Mangel nicht nn der ausgenommen nxrben kann, wird dem Te- mol-ilmachungsausschith empfol)lan, nxiter für Beschäftigung der ^Arbeiter besorgt zu sein. Bezüglich der zwei anderen SleinbrückPr dieser Firma sollen die bewilligten «Löhne von 60 Pf. für Arbeitet von 14—17 Jahre. 90 Pf. für 17—20 Jahre und 1 Mk. für 21 Jahre und ältere Arbeiter bereits ab 1. April bezahlt werden. Die gleichn Löhne wurden für ben Steinbruchibetricb bet Mitteldeut- fdm Hartsteinindustrie zu Nieder-Ochiden »uut* billigt.
Bezüglich der Firma Dern u. Co.-Gießen hat der Bauarlxiterverlxmd einen Sch.edsspruch erst nirkt, wonach Arlxi er über 20 Jal)re 1,35 Mk solch von 18—20 Jahre 1,20 Mk, von 16—18 Jahre 1 Mk. und die unter 16 Jab re 90 Pf. Stundenlohn erhalten sollen. Die gelern'en Arbeiter sollen ^dagegen die Löhne, wie sie im Ban- gewer^ vereinbart .sind, und 10 Pf. Zuschlag pro Stunde ertolten.
Letzte N^cl^rLchten.
Eine nichtöffentliche ftlnufcl des Frird''nSvertrnklkS?
P ar is, 16. Mai. (WTB.) Rmtcr. Es verlautet, daß der Fnedensver rag mit Deutschland eine Klausel enthält, dir noch nich: verörsen'lich nntrbe und in der bestimmt wird, daß die Ratifikation des Vertrage? zwischn Deutschland und drei der hanvtsäcklichsten a liierten und as'oziier- ten Mächte den Vertrag zwischm den betreffenden Partnen in Krast setzen und aus di se Wei'e sofort die Wiederaulnahme des Handels zwischen ihnen möglich machen wi»d.
Verichtigiinqcn dcs F icbenSvertrageS.
B e r l in , 17. Mai. (WTB.) Elemenceau hat, wie dem „Lokalanzeiger^^ aus Versailles le* richtet wird, der deutschen Delegation eine Reil^ von Berick^.igungen zu dem Friedensvertragöent-' wurf mitgrteilt. Eine dieser Berichtigungen l«ezirht sich auf die nach der Revolutston in Rußland vom Novem.ar 1917 gesch.osse:ien Verträge. Nach dem ursprünglichen Text waren alle Verträge, die Deutsch and seit dieser Revolution mit gennssen Regieningen oder prfitifdien Grupperr im Gelirte des ehemaligen russischm Reick)es ab-
«schloisen batte, ungätns. Die neu« Fasimtg er* klärt nur bw ömray mit der marimalisnschrir Regierung Rußlands für ungültig, cm Verträge T<uifif) anb-5 mit |ber Ukraine und Fi.nttand bleiben nach dieser neuen Fassung unberit’rt.
Eine tVvi.ere Berich igung äubert vie Bestim- nrungen, nach ber die A.tiierten bte ixreitd g e • räumten Gebiete Deutschlands sofort wieder besetzen Tonnen, wenn wir iriend- welche Bedingungen des Bertragez nicht enchalten, indem sie sagt, dast diese Wietxrbesetzung ein tritt, falls Deutschland sich weigert, eine der Bc* omgungcn des Vertrages einzuhalten.
Dcukjchlauds Notk über dos Arbtittrgesktz.
Rotterdam, 16. Mai. Wie der ,.N. Rott. Cour." aus Paris meldet, beri ib.cn bic „Daily News" aus Paris, die Note Rantzaus über bas Arbeitergcsetz habe eine interessanir Folge gehabt. Der Ausschuß für die Arckeiterangelegen ltznten sei zn ammengetrelnr, um zu erwägen, ob es nicht erwü ifchl sei, daß Deutsch and als dauerndes M'tjt ieb der geplanten iiv.cmarbnalen 91t» beiterorgantjation bei tri t, ivas jedoch deshalb sehr' schwierig sei, weil Deutschland in den Völkerbund iku aufgenommen werden so le. Dalier tolte mau es für das Beste, beibe Fragen zug eich zu beton bei n, wenn im Oktober ber interna ionale Ar- lieiterrat und ber Vö ker^M'td in Wasinngwn zu- fanrmcnbtretcn. Es sei fodoch auch möglich, daß i*r Rat der Vier Deutsch anb aufsordern wirh, zugleich mit der Unterzeichnung des Friedens^ Vertrages von .VersaUles dem Völkerbund bei- zutreten.
Dn Vsockadcbrnck.
Berlin, 17. Mai. Seit einigen Tagen werden, wie die,.V. Z." aus Rvttertom bcrich'.et, die dort iür Deutschland lagernden L e - bensmittcl j^urch die amerifanifdjen Liefe ra nte n Pu r ückgeha lten. >
Dir Wirkung ber ProtrslkniibfltdungtN.
Rotterdam, 16. Mai. (WTB.) Dem „Ni- omvc iNotterdarnsche Courant" zufolge schreibt die ,/Tinres"' in einem Leitartikel zu den in Äerltn gegen den Friedensrertrag veranstalteten K^mdgebml^ gen, Last, was bei den bcutfdrn Protesten gege.4 die i(Friedensbedingnnren aus die Alliierten den gröstteu Eindruck mady, sei der baburrf) erbredite# B-.'weis der äußersten S ch w ä d) e beo deutsd)en Volkes. , Bisher seien feiroe An eichen vortzanden^ daß über das deutsche Volk ein so mächtiger Demonstrationsgeist kommen werde, wie derieniie, der 1871 Frankveich and seiner Mutlosigkeit gerissen habe. Die Dcutscl)cn hätten bisl-er keinen Gantbetta gesunden.
Wcitcrc tiunbflfbmiflfn.
Offen, 16. Mai. Heute abend sand eine Volkskundgebung ' gegen den Gewaltsrieden statt, öme von Oberbürgermeister Lutter getoltene Ansprache (und eine angenommene Erttschließnng sprechen sid) gegen den Schmad-srieden aus. Die kdundgebung, an der ungefähr 100 000 Eiwvohner ber Stadt Essen teilnahmen, wurde durch Glockengeläut ein geleitet.
B r 0 m b e r g , 16. Mai. Aus Einlabung ber deutschen Vereinigung hatten sich gestern in Bromberg dreihundert Vertreter ber beut» scheu Volksräte, die mehr als 600 Ort- . fchasten ter Provinzen Posen und Westpreusten verträum, versammelt In zweistündig?r Rede schilderte Geheimrat Oleuww die gegenwärtige La«te in der Ostmark. Komme die Stunde, wo die Regierung die Verlmndlungen nbTnvdxm müsse, dann habe jeher sich hinter die Regierung zu stellen und seine P licht zu tun, mötigenfalls mit ber Waffe in ber Hand. Oleinow warnte aann au5brudlid), Provokationen und feindliche Handlungen gegen polnisd)e Mitbürger zu unternehmen. In ber Auffassung über bic Lage und über die Abwendung de Ge'ahr bekundeten die erschienenen Ver'.r.ster volle Emmüt g'eit und unverbrüchliche Entschlosenhest. In geheimer Absttmmunz wurde eine Entschließung angenommen, in der es heiht: Wir erwarten daher, daß die Regierung ben Frieden ab'cLnt, der ein 93crbrcd>cn an der Zukunft des beut "den Volkes, an dem Volkstum ber deutschen Ostmark ist. Wir sind entsch'ofsen, unser Selbschestimmungsrecht, um das Wilson uns betrügen will, prarlifch mit der Waffe in der Hand au?zuüton und uns gegen polnische Vergewaltigung unserer Ostmark zu wehren.
Anmerkuitg des WTB.: Hierbei versteht es sich von selbst, hast über die Anwendung 00:1 Waffengewalt allein ber Wille der Regierung zu entfd)eiben hat.
Drohung nnd Verlockung.
London, 16. Mai. (WTB.) Reuter erfährt, daß den notwendigen militärische! Maßnahmen für den Fall, daß Deutschland den Friedensvcr^rag nicht unterzeichnen würde, and) wirtschaftliche Schritte folgen würden, wie bic' Wieberau serlegungber vollen Bl 0 k - kabe in der schärfsten Form, zur Folge hätten. Anderseits sorgt der Oberste Wirtschattsrat nud) dafür, daß die Blockade im Falle der Unterzeichnung te. Freden.-Vertrages durch Deutschland ausgehoben und es Deutschland
Die Hand dcS Buckligen fuhr lcicht und glatt in bic Manteltasche Torivals u id hv-lt ihm, als sie wieder rum Vorsch in kam, s.inen Schlüsle.bund entgegen. Es war nur cht eriiruter.tber Handgriff.
„Tet is sein Jeschäst," sagte er. Ter alte, würdige Mann war also ein Taichettdicb.
,Leigen Sie den 'Max an " drängte ber Bucklige. „Ick bv.i Zeuge."
„Ich will's mir mal bi5 morgen überlegen," antwortete Dorival. „Gute Nach.!"
Er wollte weitergehen, aber der Bucklige hielt ihn noch einmal zurück.
„Dars ich bitten, barm beugen Sie stch mal ein bißd)en zu mir torunter," bat er, „ick habe Ihnen etwas 0>h irnes zu sagen." Er brefrte ben Kopf nach links unb rechts, als ob er tündKr, belauscht zu werden. Weit und breit war niemand zu sol)en. Aber Dorival tat dem kleinen bosnischen Kauz ben Gkfat.cn. Der Buck ige brachte seinen Mund dicht an Dorivals Ohren.
„Wenn Sie mal Parier brauchen, mit Stern- pelir und allem, kein Mensch in Berlin mndrt Jhmen die so fein, wie ich," flüsterte er ürm zu. „Wenn Sie mir nötig toton, fragen nach mir bei der Rosrneirolga, Sie wissen doch, in der Kafseeklavpe am We.<)ing."
„Schön, schön, ich werde an Sie denken," sagte Dorival ftd> aurriebteeb, „aber genug für heute. Leben Sie wohl!"
„Sie auch, junger Herr. Unb vergessen Sie mir nicht!"
Zehn Minuten später saß Dorival in einer Aütodroschke und fuhr in schnellem Tempo seiner Wohnung zu. Er betrachtete seine Absidst, einen Einbrecher in .Sold zu nehmen, als gescheitert.
Am Sckstostplatz wollte er nach seiner Uhr sehen. Seine schöne, goldne Uhr war fort Das auch noch! Dre hatte ihm sichrr der Tasckiendieb mit dem würligen, grauen Vollbart gestohlen, oder — ber Bucklige. Dem hatte er ja zu dem Diebstahl ber Uhr eine wunderschöne Gelegenheit geboten, als er sich tief zu ihm rriebergebeugt hatte.
„Vergessen Sie mir nicht!" hatte das Männchen ihm noch nad)g?rujen. Ter Verlust der Uhr würde dafür sorgen, datz dieser Wunsch des Mannes in Erfüllung ging.
«
Dorival ging betrübt zu Bett.
8.
Am andern Morgen, gleich nach dem Frühstück. setzte sich Tarioal in den beauemen Lehn- sesstl im Wohnzimmer, jünbdc sich eine Zigarette an und enttoarf Pläne.
„Was war Herr Labwein?"
Ein Winkelbankier. n
Welche Geschäfte machte em Wrnkelbrnkier?
Er gibt Darlehen gegen hohe -dmien Er vermittelt Sack .1, mit denen fick Bankiers von gutem Ruf nicht befassen .
Wie tritt man mit ck 'inhung?
Samstag, 17. Mai 19(9
ermöglicht wird, die Bestimmungen des öertragd auszu führen
LtbknSmillkl für Bavrni.
Berlin, 17. Mai. Wie dem „L -A." l^-» richtet wird, erhält Bayern mi: Gk. cbntigunfl xr Vertreter Engiaicds, Frankrerchs, I alü-nS unä Amen las unb unter der Beoiagrurg daß iie nur einet geordneten Regierung ausge.icfert unb oM aicfer ordnungsmätztg und gerecht verteilt iWT4 oen, aus ber Sch-vcrz über Lindau 250 Wag* gans hochwertig e Lebe ns mittel.
Bkfchränlung des FrtmdcuvclkthrS.
Stuttgart, 16. Mai. Eine Bela.nitmach- img des Gniäbrungvmihiiterium» fdynut vor, daß ein Uuraufeuthalt xn Wünnm.<rg, fjivcit es sich nicht um den unentge^ttichen Aufen.haltz xi nahen Benvandten handelt, nur mit ichrift- fidjer Genehmigung des OoeramtmanneS <rHattet i|‘L liefe Eiiiickräickung des FremdenvexlcurS ist zunächst bis 3 0. September in Aussicht go- lummen. Sollten sich vie Ernährungwerhältutist im Laufe des Sammers bessern, so iräed bic Au>- Hebung oder eine teilweise Milderung der Be- sttmmnngen eiutreten. Tie Geuehmigmxg nnrb nur erteilt 1 verden Personen, bereu Auicnttol^ nack) ^mlsärztiichcm Zeug i.> durch bri.igcnbe gc# sund'^ inid).' Nvtlvendigkett vcgrü.tdel ifl, und zwack bei Heilbädern, Solbädern und LungentoilstätttiH nur soldzen Persvncn, deren Leiden die MUr h< den totveisenden Babern und Heckstätten besonderen Heilerfolg Lictct, ferner beftünmien PersonenNassal wie KrtegSbesd-ädigten. sonne Mrstt-ien, die nachunnslich von Organen ber Reichsversiclx^ rung, van Beckörden und auf Kvswtt von SlTaufeM lassen zu Stur* und Ertolungsza'eckcn untergo* bracht sind. Neben ber Beschränkung deS Slckr- frcmbcnoerfcfrrv burch das Erfordernis der Cinzrtn zulassung wird dieser Verkehr nod) dadurch beschränkt, daß für die FremdenverkelwSbezir'.'e dick Höchst^ahl ber zuläs igen Uelernachtu igen bei immt mirb. Tie Genehmigung darf höchslnts bis zur Obergrenze dieser Hodrstzahl erteilt werden untl ist jederzeit widerruflich Bon diesem Widemift wird instosandere 'toi Zuwidecktond ung gegen die kriegswirtscl-astlichen Ävrrhriften, bei ärgerni5-t er Sendern Verhalten ufw. Gebrauch gemachz ivertien.
Sranfreiljs Zlnanzlage.
Paris, 16. Mai. Laut „Echo de Paris" hak der <Senat Aftern Frankreichs Finanz- lafso erörtert. Doumer führte ans, daß, ab* gefeiten von den Mensd-Tnrerlusten, der Entwertung des Grundtositzes, der Eisenbahnen uitb Slraßen hi Gbcm verheerten Gebiete daS Sinken ber Jie- dustriewerte int Betrage von 40 Milliarden, welcto Frankreich im Ausland besitze, bei ber Beurteilung der Finanzlage torücksickstigt werden müsse. Eins weitere Verarnmng des Landes komme daher, daß die Xsti u, s u h r in den SkriegSjahren dick Ausfuhr nm 70 Dtilliarden überstieg. Von 180 Milliarden Kriegs kosten feien bisher 20 Milliarden durch Steuereingänge, 55 Milliarden durch Anleihen gedeckt. Ti« Vorschüssle der ©anf vont -Frankreich betrügen 23 Milliarden, der Rest- sei hauplscvcklicy durch kurzfristige Staats chatzschcine c-edeckt, twelchie konsolidiert werden müßten. Tiet Ordnung dieser Finanzlage mit ihren großen Zins- zal^ungen fei unbedingt nätig, man müsse «inert in ben Ausgaben und Einnahmen au^geglidmetf Haushaltsplan ausstellen. Frankreich zähle datoj mis di« Unterstützung seiner Allnerten tntb auf die Mitwirkung der Finanzabteilung des Völkerbundes. Die L^-inanzlage bilde eine ernste und bringende Gesaln,für Frankreid), locld^e die stiegierung mit Hilse -der Alliierten beseitigen müsse. 9iad)' Dou- mcrs Ansicht wird ter diessährige Voransd>lag etwa I0V2 Milliarden für Ausgaben unb 6 Milliarden Einnahmen ausweisen, so baß noch 9'/s Mill aroen decken sfind. Er glaubt, baß die militärisdien g I - sgaton bedeutend l-orabg-.'setzt und die Dienstpflicht, wenn auch nicht sogleni), auf ein Jahr ber- abgesetzt werden könne. Audi die Kiieasslot^e könne DtC-rmgert werden, so daß kün,tig cr.»i 500 Millionen Francs für die Arntee, 2JO Millionen für bic Marine unb 300 Millionen für die Kolonien nnd Marokko, zusammen 1 Millarde, für den milto tarischen ,Haustolt au?nen>orien 1 verleit müßten. Trmmer «wird seine Aussühmngen, die der Senat sehr aufmerksam anhörde, heute beendigen.
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Dach stein-Maschine für Handbetrieb erbeHet rasch, sparsam und luverllsslf Ae trete« aai AMBI, Abt. IIK Chaflot.enburz y
Durck, die Zeitung, natürlich.
Dorival beschloß, es mit mehreren Anzeigen in einer oielgeleseuen Tageszeitung zu versuchen. Vielleicht bot Herr Erich Labwein seine Bermiitler- bienfte an. Tann konnte er ihm ehren Besuch machen und ihn kennen lernen. Er entwarf ehw Anzeige, in der xin Kaufmann von toftem Ruf zur Vergrößerung seines Geschäftes 5000 Mark suckste, doppelte Sichertoit tot, sech) Prozent Zinsen versprach im» auß-.rdem sich anheischig machte, dem Geldgeber nicht nur das Kapital, sondern auch noch einen Gewinn von 2000 Mark zurückzuzahlen.
Für oen Fall, daß Herr Labwnn aus diesen Köder nicht anbiB, fertigte Dorival eine zweite Anzeige an. /Diese Anz- ige beruhte auf der Voraussetzung, daß Herr Labwein längere Zeit ht Costalmoa gelebt hatte ixitb im Be trist war, ben Konsul toeier Republik, Herrn R-s-nl<rg, zu stür- Nach der Kalkulation Labw.ins mußte in nächster Zeit dieses Konsulat neu zu tosz-tzen sein Labwein, der von seinem Aufenthalt in Costa- finba her sicher die Leute kannte, die iet.t an ber Regierung waren, traute fid) voran, sichtlich genug Einstuß auf diese Herrschaften za nm eine Neubesetzung des Konsulats in feine Wege lenken zu können.
(Fortsetzung folgt)


