Ausgabe 
15.9.1919
 
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während dieser Zeit nicht ins Zimmer gekommen. I ter mehr als 2»/r Millionen Mitglieder umfafct Ter Zeuge erklärte weiter, er habe am Nachmittag Innerhalb dieses Beamtenbunds sollen die all-

in der K'anziei des Seidl einen Telephonanruf

genreinen Beamtenfragen behandelt werden, wäh-

wisse, daß am

der einzelnen Verwaltung^ bildeten .sine Arbeits

Fragen zu stellen, da die Art und Weise, wie er seine Aussagen gemacht und die Fragen des Bar­sitzenden beantwortet habe, dies unzweckmäßig er­scheinen ließe. Ter Zeuge hatte im Verlauf des Verhörs verschiedene Personen mehrmals verwech­selt und von einem ilnn gegenübergcstellten Zeu­gen, der gleichfalls aus der Hast vorgefichrt wurde, behauptet, daß er während der Geiselerschi.'ßung bewaffnet im Hofe war, wogegen der Beschuldigte erklärte, er fei nie in das Luüpoldgymnasium hineingekommen.

Tas Gericht lehnte sämtliche Anträge als für das Beweisthema unerheblich ab. Tie Plaidoyers beginnen am Montag.

werden. Ter Schaden ist sehr erheblich.

Frankfurt a. M., 14. Sept Bon den zahlreichen arbeiElosen Frankfurtern, die vor -wer Wochen in das Ruhrgebiet reisten, um hier in den Bergwe rken zu arbeiten, sind alle mo auf einen zurückgekehrt. Die Arbeit war den

gegangen. Ter Zeuge fügt; hinzu, daß er bestimmt 2 29. April aus dem Kriegsmmiste-

rium ein versiegelter Brief te5 Maiergünth:r an Seidl eingetroffen sei.

Ti; Verteidigung lehnte es ab, an ten Zeugm

;t<mb und Italien, hat nach ihrer Rückkehr von einer mehrtägigen Bereisung Oberschle- 'siens, wie bereits gemeldet, der Reichsregie­rung eine rvrläufige Aufzeichnung über ihre Auf­fassung der Lage zugehen lassen, ihr; Vermittlung zur Durchführung friedlicher Verhältnisse ange­boten und gleichzeitig einige Vorschlä.ge ge- niacht. Die Kommission hält eine Mitverantwor­tung der nalionalpolitischen Agitation von jenseits der Grenze für den Ausbruch der Unruhen für gegeben und eine Reihe von Maßnahmen von pol­nischer Seite für erforderlich. Hierher gehören vor allem die Rücksendung der nach Ober» schlesien beförderten Freiwilligen, die Schließung der Werbcbureaus im Posenschen, die übrigens als am 6. September bereits erfolgt an­genommen werde, die Einstellung aller Grenz- Übergriffe, die Beruhigung der Presse und endlich das Unterlassen jeder Förderung der geheimen Leeresorganisation. Nach Ansicht der Kommission müssen die Polen in Ruhe die Besetzung von Oberschlesien durch die fremden Truppen int Vollzüge des Friedens Vertrages abwarten. Die Kommission macht ferner Vorschläge an die deutsche Regierung zu einer allgemeinen Amnestie für alle Personen, die sich nicht gemeiner Verbrcd-ep. oder Vergehen schuldig gemacht haben, vor allem aber iverlangt sie die Rückte hrerlaubnis für a l l e F l ü ch t l i n g e, die in der Zahl von mehre­ren Tausenden das AlMandsgebiet verlassen haben imb die nunmehr insMamt an ityre Wohnstätten und ihre Arbeit zurückkehren sollten. Llüßerdem empfiehlt die Zkommission, daß gegenüber der Be­völkerung .Ausschreitungen unbedingt vermieden werden.

Die Neichsvegierung im Benehmen mit der preußischen Regierung hat die Vorschläge der Kom­mission sofort in Erwägung gezogen und im tvesentlichen zu stimmend beantwortet. Daß jede Ausschreitung gegenüber der Bevölke­rung unterbleiben muß, entspricht vollkommen der deutscl>en Auffassung, die in wiederholt gegebenen Befehlen den maßgebenden Stellen gegenüber zum Ausdruck gelangt ist. Da, wie die Konimission besonders hervorhebt, die deutsckien Truppen, Diszi­plin haben, so unterliegt xs keinem Zweifel, daß die Bevölkerung in dieser Beziehung gesichert ist. Was ferner die Rückkehr der Flüchtlinge betrifft, !fo ist diese schon im gewissen Umfange erfolgt. !Die deutsche Vlegieruny hat sich bereit erklärt, ।eine allgemeine öffentliche Ankündigung an die iFlüchtlinge zur Rückkehr nach Deutschland zu er­lassen, damit über das Schicksal der sämtlich«! aus Anlaß des Aufstandes Verschleppten, von omen augenblicklich noch 13000 vermißt sind, Klarheit geschaffen werde. Die Kommission IM darauf die Gewähr übernommen, daß die Er­mittelungen ohne Verzug und in der wirksamsten Weise eingcleitct werden. Sie hat sich telegrapl)isch an die Warschauer Regierung gewandt und einen leigenen Offizier an Ort und Stelle abgeordnet. ! Die Frage der allgemeinen Amnestie hat seinerzeit »bereits den Gegenstand deutsch-polnischer Verhand- flungen gebildet, die bekanntlich von den Polen abgebrochen worden sind. Sollten diese wieder aus- lgenommen roerten, so wird diese Frage wohl «um Abschluß kommen. Natürlich muß sich die deutsche Regierung bei all ihren Erwägungen von dem Grundsatz leiten lassen, daß die dauernde kBeruhiaung für Oberschlesien erreicht und ge­sichert ist.

des ehemaligen Polizeipräsidenten Maier- günther entgegen genommen, der Seidl zu iprechen wünschte. Ta dieser gerade nicht anwesend nxir{ habe er befahlen, Seidl solle ins Kriegs- ministerium hinüberkommen. Später sei dann Dausmann erschienen. Er habe erklärt, die Löh­nung solle nicht ausgezahlt werden, da er noch einen wichtigen Auftrag zu erledigen hätte und keine Leute habe, auf die er sich vcrlassni könne. Verlaß sei mir auf einige Matrosen und einig; 9iussen. Seidl, der vorher schon im Dof aewesen war, fei dann mit Dausmann aus dem Zimmer

Hessen.

Gegen die Vieh- und Fleichschschieber.

rin. Darmstadt, 14. Sept. Eine dringliche Anfrage über die F l e i s ch v c r s o r g u n g hat der !Zentrumsabgeordnete Knoll an die Dess. Volks- Irantmer gerichtet, in der er auf Gerüchte Bezug nimmt, wonach das in Mainz in der letzten iWoche durch das Lebensmittelamt verausgabt; ! Fleisch, das durch- die Metzger zu 6,90 Mk. das Pfund verlaust mürbe, weil es Auslandsfleisch Jet, in Wirklichkeit aus Ober Hessen und an­deren Orten stamme, und fragt'an: Ist die Re­gierung bereit, in klarer und völlig einwandfrner jMxnie die Derkunst fraglicher Tiev: seststlllen zu fassen und mit aller Schärfe gegen Ausbeu­tung bes Volkes durch gewissenlose Schieber vor- zngehon? Ist die Regierung bereit, die Kommu­nal- und ViehhandelSverbände, wie alle anteren Kriegsgeiellschaften im Frei floate Hessen aufzufor- dern, in allernächster Zeit öffentliche Ab­rechnung zu legen, aus der nicht nur etwaig; ^Gewinne ober Verluste, sondern der genau; Ge­schäftsgang, auch di; Gewinne der Kommissionäre amb anderer Beteiligten zu ersehen ist. Ist die Re­gierung bereit zu veranlass«!, bafi die Konsu­menten und die kleineren Produzenten in weit größerer Anzahl in die Verwaltung dieser Ver- ivänbe hereingezogen werden, um so das große Mißtrau«!, welches seitens der Produzenten wie der Konsumenten gegen fragliche Organisationen besteht, zu beseitigen?

Der Münchener Geiselmord vor Gericht. München, 13. Sept. Im Prozeß gegen di; Münchener Geijelmörder wurde beute vormittag

Ans Stadt und Land.

Gießen, den 15. Sept. 1919.

Gültige Lebensmittelmarken

für die Zeit vom 15.21. September 1919.

Brot: 2300 Gramm Brot oder 1680 Gramm MM. Brot, Kilogr. 50 Pf. Weizenbrotmehl, Kilogr. 58 M. Weißbrot, Kilogr. 80 Pf. Weiß­brotbäck«:: August Deibel, Neuenweg. Konsum­verein : Verkaufsstelle Schanzenstraß;, Neuen Baue, Blechstraße, Aster weg.

Butter: Marke 38: 40 Gramm Auslands- butter zu 50 Pf., 125 Gramm Margarine zu 60 Pf.

Fleisch: Wochenabschnitt 38. Metzger für Fremde und Urlauber: Ludwig Weber, Kaiser- Alle; 50.

Nährmittel: Auf Marke A: 250 Gramm Teigwaren. Auf Marke B: 250 Gramm Grieß, 500 Gramm Hafer flocken, 1 Paket Keks. Aus Mark; C: 500 Gramm Deichwaren, 250 Gramm Haferflocken.

Zucker kann vorläusig noch nicht ausgeyeben werden, da die Sendung noch nicht einge­troffen ist. *

** Kriegsgefangenenheimkehr. Gestern mittag kam auf hiesigem Bahnhof ein Zug mit.etwa 1000 aus englischer Kriegs- Nesangenschaft heimkehrenden Gefangenen durch. Der Zug hatte lüirge«n Aufenthalt, fo daß die Leute verpflegt werben konnten. Sie kamen aus bem englischen Sammellager von Calais und uhren nach dem Durchgangslager Mannheim roeiter. Zum Empfang hatte sich bie R e i chs - wehrkapelle cingcfuttten und zum Leidwesen ber Gießener Backfische und ihrer Verehrer das Promenabcnkonzcrt treulos im Stiche gelassen. Unsere $ugcnb ließ sich aber nicht beirren und harrte bie übliche Konzertstunde aus, und schien zum Teil das >Fehlen der Musik gar nickst zu merken. Wie uns die Kommandantur des hiesigen Durchgangslagers noch mit teilt, treffen beute abend 7 Uhr etwa 759 zurück- ! ehrende Gefangene ein. Der Transport ist heute vormittag 10 Uhr in Köln abgegangen.

** Ausländische Liebesgabenscn- dnngen. Von denr Hauptsteneramt Darmstadt wird mitgeteilt, daß nach einer Mitteilung des Reichskommissärs für Aus- und Einführbeivilligun- ,en in Berlin ausländischeLiebesgaben- e n d u n g e nmit Lebensmitteln und persönlichen 8edarfsgegenständeii nunmehr ohne besondere Em- uhrbewilligungen abzufertigen sind.

** Volkshochschule Gießen. Das In­teresse an der Volkshochschule, bi; ihr; Winter- arbeit am 6. Oktober beginnt, ist erfreulick)erw;ise in steter Zunahme begriffen, ivas auch bi; v:ge Nachfrage nach dem Verzeichnis ter Bortrigsr^hni

' reud die Interessen ter einzelnen Beamtengruppen m den Arbeitsgemeinschaften behandelt werden.

> Obniohl die'e Organisationen nach dem Muster b;r Gen<rtschaften aufgebaut sind und gelegentlich mit dem Gewerks ckstlftler gehen kömien und sollen, soll eine Angliederung an di; Gewerk-

schäften nicht stattfinben. Es soll keine Parteipolilik 1 getrieben werden. Erwünscht und notroentrig wäre es, baß sich auch der Beamte nach seinem politischen Glaubensbekenntnis in den Parteien betätigt, einer­seits um seinen Einfluß in den einzelnen politischen Parteien zur Geliung zu bringen, anderseits aber auch, um die Kluft, di; zwischen Beamten und den anderen Volksschichten bestand und teiliveise noch besteht, zu beseitigen. Sodann wurden diege­heimen" Personalakten belaubtet und deren Ver­schwind«! mit Freuden feftg«"lellt. Auch das Tl?ema Streif" wurde ausgiebig behandelt. Ter Redner will dieses Mittel nicht aus der Hand geben, aber es auch nur dann angewandt wissen, wenn alles andere versagt habe, wenn wichtige Lebensintcressen der Beamtenschaft oder Staatsinteressen gefährdet sind, und auch nur dann, wenn es von der Zentrale beschlossen wird: Teil- oder wilde Streiks sollen also unbedingt vermieden werden. Gegenwärtig soll und muß ein Streik verhindert werden. Tie Forderungen der Beamt«!, die unter dem alten Regime int Zeichen ber fahre- ja manchmal jahr- zehntclangen sich hinschteppenl-en Petition stanben, werben in dem neuen Teutschland durch den Be­amtenbund, tro sie zuerst durchberaten werden, der Regierung und dem Parlam«it übergeben, so daß ein schnelleres Erledigen ermöglicht wird. Au»Ä die vielen Besoldungsflassen, deren es im Reich nahezu 70, in Preußen etwa 50 gibt, müssen auf ungefähr ein Tutend verringert werden. Auch soll allen Beamten die Möglichkeit geboten werten, nicht allein auf Grund der Abstammung elter­licher Ueberliefermig und Schulzcusiiisscn, in höhere Klassen aufzurücken, sondern auch durch persön­liche Tüchttgkeit und Brauchbarkeit. Es sei nicht richtig, daß jeder Beamte dem Nachgeordneten Beamten gegenüber Borgefetzter fei; dem Gesetze nach lei nur derjenige Vorgesetzter, b«n auch die Strafgewalt zugesproch«! sei. Pflicht und Schuldigkeit eines jeden Beamten sei.es, die jetzige Regierung zu stützen. Jeder Beamte müsse sich bewußt sein, baß es ber Anspannung aller Volks- scksichten bebün'e, um wieber bessere Verhältnisse zu erreichen Lebhafter Beifall lohnte ben Rcbner.

** Ein öffentliche Volksversamm­lung hatte dieSvzialdemvkratischePar- t e i am Samstag abend im Hotel Einhorn ein» berufen. Als besonderes Zugmittel hatte sie sich zwei Nationalversammlungsabgevrdnete und einen preußisch«! Unterstaatssekretär verschrieben. Neu­gierde mag wohl auch einen beträch-tlichen Teil des trotz des schwülen Hvchfvmmerabends zahlreich er» schönenen Publikums l-erbeigelockt haben. Bon den auswärtigen Redner war es allerdings nur einem gelungen, zur festgesetzten Zeit in Gießen einzu- tcesfen. Tr. Sinzhe i me r, M. d. N. und vor­maliger Polizeipräsident von Frankfurt, malte zu- nächist in breiten Strichen ein Bild deÄ alten fnonar- chischcn TeutWands selbstverstänolich mehr oder minder durch die sozialdemokratischie Parteibrille gesehen mit all seinen Schsvächen und Fehlern, mit den verhängnisvollen Folgm des persönlichen Regimes, und der gottgewollten Abhängigkeiten, die unaufhaltsam zum Weltkrieg treiben muß­ten. Ti; Hauptkräste, neben dem nicht im Volke Hutzelnden Gottesgnadentum, die das alte Staats- gebäude unterhöhlten, bis es schließlich zusammen­brach, waren die mangelnde Einheitlichkeit, das Gegeneinanderarbeiten der maßgebenden Stellern kurz, die Anarchie der Gewalt. Ein militärisch besiegtes und wirtschaftlich zerrüttetes Vaterland war das traurige Erbe, das die junge Republik im vergangenen Herbst zu übernehmen hatte. Und dieses Land ist bevölkert mit Menschen, die ber Krieg fast zu Messien erzog Geiselmordprozeß usw.mit einer Arbeiterschaft, die die ganze Revolution nur als eine Lohnbewegung anzusehen schicint. Tas muß sich jeder vor Augen Halten, !der an der jetzigen Regierung fititiE übt. Ter R evolu tim is->Regierung ist cs trotz alledem gelang«!, von den drei bedeu­tendsten Auf gaben ber Gegenwart Frieben, Verfassung imb wirtschaftlicher Ausschwung bie beiben ersten wenigstens annähernb besriebigenb zu lösen unb bie britte tatkräftig vorzubereittn. Der Rebner kam nun auf bie Vorwürfe ber Unab­hängigen zu sprechetz. Zur Sozialisierung,ist unsere ausgepowerte Wirtschaft jetzt so ungeeignet wie nur irgcnb möglich: höckistens den Hunger könne man sozialisieren. Wer, wie die Unabhängigen, bie Diktatur bes Proletariats propagiert, erkennt bie Berechtigung eines Diktators, auch von rechts, an. Die Mehrheitssozialisten erstreben zwar auch eine Diktatur, aber auf gesetzmäßigem, parlamcn- tarifdient Wege bie Diktatur ber Mehrheit. Was bie Stunbe forbert, ist Arbeit und bie wirtschaftliche Not ist international ein Zu­sammenarbeiten aller Völker, um Europo, bie Well, vor dem Cl-aos zu bewahren. Die deutsche Arbeitersck)aft müsse sich vorerst aber über ihre internen Streitigkeiten Hinwegsehen können, um eine einige Front gegen die Reaktion, eine Gefahr, bie gar nicht groß genug angesehen werben kann, zu bÜben. Mit einem Bekenntnis zur Demokratie schloß Dr. Sinzheimer seine mit Beifall aus­genommene Rede. In ber Llusspracheer­zählte" zunächst ein Herr Schwöbeletwas" aus ber revolutionären Entwicklung ber letzten Jahre: was er eigentlich wollte, war nicht recht ersichtlich. Herr Lutzen, Vertreter ber Kriegs- bcschäbigten, trat warm für bie Kriegsopfer ein, ließ aber im übrigen als Unabhängiger kein gutes Haar an ber Regierung. Der Unabhängig« Haupt richtete insachlicher Weise", wi« er behauptete, scharfe Angriffe gegen bie Regierung. In seinem Sckstußwort suchte Dr. Sinzheimer bie Vorwürfe ber beiben unabhängigen Sprecher zu «itkrästen unb rief nochmals zur Einigkeit unter» halb der Arbeiterschaft auf.

* Caf 6 A sto r ia, das vvn der ®fc Jv- hannesstraße und Plockstraße, in die Plockstvaße verlegt worden ist, wurde am Samstag neu eröffnet. Tie Räume, die früher zu der Kunilhcurdlung Bach gehörten, sind zu einem sehr geschmackvollen Zwei» 1 etagenoafe umgebaut worden, dos gemütlich«! und anheimelnden Aufenthalt bietet.

dieses Films. Der Ueberlurns de? amerikanischen - Austernkönigs Mister Quaker,dem nichts imponieren' ' kann, ist so gnvlesk Übersleiert, daß man ter Lochen i auietschen mochte. Gerade Mister Quaker ist vorn

Victor Jansen unübertrefflich durchgeführt und in ' seinem epiel künstlerisch reifer, als die tempera-- : mentDolle Tarslellerin der Hauptrolle Ossi Os- ' walda. Wer einige Stunden ungetrübter Heiterkeit : verleben möchte, fvllte es sich nicht entgehen lassens 1 den Film anzusehen, in dem nebenbei noch, eine , richtige Foxtrott Epidemie vorgeführt wird.

Landkreis Gießen.

' n. Beuern, 12. SefÄ. Heute sind es fünfl ' Jahre, daß Philipp Lepper in Gefangenschaft! in Frankreich wellen muß. Er sollte seinerzeit! infolge des Abkommens ?ach der Schweiz aus- 1 geliefert werden, kam aber leider nicht dazu, dr ; er in Südfrankreich im Lager war und nicht ' schnell genug befördert wurde, solange das Ab-^ kommen noch bestand. Lepper war der erste aus unserer Gkmeinte, ter in Gefangenschaft geriet. Hoffentlich sieht er npn bald seine Heimat wieder.

rt. Langsdorf, 14. Sept. Bei ter Ver­steigerung des Gemeindeobstes am 12. September wurden außer» rtentl iw hohe Preise bezahlt. So kamen Birnbäume bis zu 360 Mark. Wenn auch der Gemeinde- kas>e dadurch erhebliche Summen zuflicßen, so sind dies doch Verhiltnisse, die nicht zur Ge- 1 funbung unseres Wirtschaftslebens führen. Bei bem dieser Tage begonnenen Ausdrufche der dies­jährigen Ernte ergibt sich, daß der K'öi-nerertrag wenn er auch im Quantum ter vorjährigen Ernte gegenüber zurückbleibt, verhältnismäßig zufricden- ftellend ist. Nur kommt zu der Fmterknappheit 1 noch bie Strohknappheit. Einmütige Ent- rüsttmg herrscht bei ber hiesigen Bauernschaft über die neuerliche Regierungsbestimmung über bie Fleischpreise. Hat man daburch auch dem Metzger die erhöhten Gewinne zum Tell ent­zogen so bekommen sie doch schließlich die Fell- unb Leder Händler, die die Konmnktur derart auö- nutzeu, daß Reingewinne bis zu 100 000 Mk pro Tag erzielt werden. (?) Tie Wirkung ter Ver­fügung dürste wohl die sein, daß der Landwirt bei der ungeheuren Futterknappheit gar nicht daran denkt, Sckstachtvieh zu produzieren und das noch vorhandene im eigenen Betriebe oder durch Ver- kauf im Schleichhandel die erhöhten Produktions' kosten zu erlang«! sucht.

Krcis Büdingen.

-fp N i d d a, 15. Sept. Karl Jost aus Brüssel hat seinen in unserer Stabt gelegenen Garten ber Stabtverwaltung zu gemeinnützigen Zwecken ge­schenkt.

Nidda, 12. Sept. Bei ter gestern hier abgelxlltenen Frühobst Versteigerung ter Stadt wurden ganz unglaubliche Preise erzielt. Eniig; Bäume mit Donigbirnen kosteten über 500 Mk. Tie Stadt löst« für Frühobst über 5000 Mark. Tie Aussichten für das Svätobst sind sehr gut, da di; ausgetehnten stöbt. Obstanligen eine reiche Ernte versprechen. Für Grummetgras wii'. b<m bei ter Versteigerung ter Gem.'uitewici'w über 20 000 Mk. gelöst.

Kreis Schottrn.

Ulfa, 15. Sept. Tie zwisd^n hier und Unter-Schmitten gelegene a üben nc ühle ' ging mit d;m 90 Norm al morgen betragenden Land­besitz an Rentner Merton, Frankfurt a. M., über, ber Pas Gut durch einen Verwalter tewirtschasten lassen will.

Kreis Friedberg.

# Bruchenbrücken, 15 Sept. Hier wurde eine Ortsgruppe des Verbautes ter Kriegsbeschädigten und öinictMicbaw gegründet, die sich demEinHellsverband beut« scher Kriegsbeschädigten" anschloß.

# Stammheim, 15. Sept. Hier wurde eine Ortsgruppe für Kriegsbeschä­digte und KÄegsHinterbliebene gegründet. Tic Ortsgruppe trat dem hessischen Landesverband (Einheitsbund) bei.

=f Vilbel, 14. Sept. Ter Vilbeler Sprudel, bekanntlich eine ter bedeutendsten Koblensäurequellen Teutschlands, soll einem An­trag d^ sozilldemokratisdien GemeinderllSmit- alieds Hofferterth zufolge fernem gegenwärtig«! Besitzer Brod enteignet und kommunalisiert werden. Auch das .Tohlensäurewerk am BaPchof, das die gewaltigen Kohlensäuremengen teS Spru- d^s g«verblich verwertet, soll dem gleichni Schick­sal verfallen. Tie Anträge kommen ter;ü£ in ber nächsten Gemeinderatssitzrurg zur Behandlung,

Hessen-Nassau.

Ein Kricgswucherantt.

= Frankfurt a. M., 14. Sept. Beim Po- lizeipräsrdium wird in diesen Tagen ein K r i e g s - wucheramt eingerichtet, das tue gesamten Kriegs­vergehen bearbeiten soll. In erster Linie soll mit allen zu Geboten stehenden Mitteln das Schie­berunwesen bekämpft werden. Mit ter Leitung des neuen Amtes wurde Krimmalkommissar vvn Gosen beauftragt.

AusstellungHof und Garten".

Frankfurt a. M., 14. Sept. Aus dem weiträumigen Festhallengelänte labet seit Samstag bie AusstellungDof unb Garten" als erst« Frietensocranstaltung Dcutschlanbs zmn Besuche ein. Kleingartenvereine unb Kleintierzüchter. Fach­leute unb Liebhaber aus Frankfurt unb Um- febuug schufen in ber Schau in einmütigem Zu- ammenwirken ein Werk, bad nicht nur sachlich mb sachlich reiche Anregung bietet, sontern auch ästhetisch betrachtet ein Genuß ist unb Bewunbc- rung imb Freute bei jebem Besucher auslöst. Von bcsonberem Reiz ist bie Klemgartcnkolonie, bie als erste ihrer Art inmitten tes Großstabt- trubels eine bauembe Einrichtung Weihen soll. Der in ber Ausstellung wiebergelegte GebankeDeutsch- lernte Zukunft liegt tn der Erde" dürfte reiche Früchte bringen.

Kinostreik.

= Frankfurt a. M., 14. Sept. AuS Sympathie mit den Musikern, deren Forderungen vom Schlichtungsausschuß abgelehnt sind, traten ämlliche Angestellten ter hiesigen Kinos in ben Streik. Infolgedessen sind die Kinos seit Samstag geschlossen. *

--- Cronb;rg, 14. Sept. Ein langstünvmcr Brand vernichtete SamSbag nachmittag am Ost- Hang; des Altkönig im DocHheimer GcineintewZld ».'deutenden Mengm g;schlag«nen Holzes. Erst xegen 8 Uhr abends konnte das Feuer, das meitlnn rn di; Ebene leuchtete, von ben Dilfsmannschalten ber nahegelegenen Orte auf seinen .Herd beschränkt

unb Arbeitsgemeinschaften bcw«st. Ti: Ein- sck>reibungen beginnen morgen, Tllnstog, 16. September. Alles Nähere barüvrr sagt bas erwähnte Verzeichnis. (S. Anzeige.) Hier sei nur, wi; schon wiederholt an dieser Stelle, nochmals darauf hingewiesen, daß selbstverständlich auch Frauen sich beteiligen können. Tas Programm enthält einige Stoffe, die gerade für sie in erster Linie in Betracht kommen dürften.

** Einschränkung des Wasser­verbrauchs. Der Wasserverbrauch ist in­folge der langanhaltenden außerordentlichen Ditze in der letzten Woche ganz gewaltig ge- tiegen. Er betrug in der letzten Zeit täglich weit über 10000 Kubikmeter. .Durch die ge­ringen Regen- und Schneefälle in den letzten Jahren ist dec Grundwafserstand im allgemei­nen sehr gesunken. Die Dampfpumpen haben eine geradezu beängstigende hohe Saughöhe zu iberwinden und sind daher sehr überlaftet. Die Einwohnerschaft wird daher ersucht, den Was- erverbrauch auf das allernotwendigste einzu- chränken. Wenn der Wasserverbrauch nicht zu­rückgeht, ist in den nächsten Tagen mit einer Wasserkalamität zu rechnen.

* Beamtenfragcn in Gegenwart unb Zukunft. Heber dieses Thema sprach am Sonntag nachmittag Oberpostschifsuer Koch aus Essen, Mitglied ter Nationalversammlung, auf Einladung ter hiesigen OrtSgrupte des Be r ba n - deS der unteren Post- unb Telegra- phenbeamtenim Dvtel Einhorn. Nachtem ber erste Vorsitzende auf bie verändertm Verhält­nisse hin gewiesen hatte, wonach sich bie einzelnen Beamten klassen nickst mehr so streng jwneüutnter cheiden sollen wie vor bem Krieg, nahm Ob:r- testsckafiner Koch bas Wort. Nach ber Nevolutton war es bie größte Sorge der Beamt m, ihre allen Redete an Pension usw., bie sie ja durch ihre ge­nüge Besoldung erst selbst tetblmen müssen, auch von ter neuen Regierung anerfrnmt zu wissen. Erst als dies in ter neuen Verfassung festgllegt war, konnte die gesamte Bcamtrnsckxift b:rulsigt auf atmen. Tie Beamten schlossen sich nun eng>r zusammen. Tie feinen Orge.ni ativn«! innerhalb

** T ie Austernprinzessin nennt sich ein groteskes Filmlustspiel, das augenblicklich im Lichtspielhaus Bahul>offttaf> zur Ausführung ge­langt. Mit diesem Fllm ist endlich ein Lustspiel geschaffen, das sich aus dem Niveau ter üblichen Filmlustspiele heraus hebt und mit den eigensten Mitteln des Glashauses Wirkungen schafft, die das Ziverchfell nickt mehr zur Ruhe kommen lassen. ., _________

Nickst die Idee, sondern die Ausstattung uno be-1 auf einen zurüci sonders die Regie sind das geradezu Fabelhafte | Leuten zu schwer.

die Beweisaufnahme geschlossen. Als letzter Zeuge machte ber unteeidigt vernommene, «us ter Duft vorgeführte zwanzigjährige Rotgardist Wetzen Haus er temerfaröiverte Mittellmigen Über eine Geteimsitzung von Mitglied;rn tes Äk- tionsausichufses im Luitpoldgymnasium am Vor­mittag 30. Aprll Nach seiner Darstellung woran dort Levien, Levinö-Nissen, Max Strobel unb einige andere Mitglieder des Aklionsausschus- ses versaiiimelt, zu tenen sich später auch ter- übergehenb Eglhoser gesellte. Zunächst sei davon di; Rede gewesen, neue Plakate anzuschlagcn und den verschärstcn Belagerungszustwid zu verhän­gen. Tann sei in eine Abstimmung über das Schicksal ter Geiseln eingetveten worden. Egl- erklärte, daß bie Lage sehr schlimm sei unb daß er einen Rückhalt hoben müsse. Als geeignet­stes Mittel hierfür wurden die Geiseln bezeichnet. L^wien unb Levin6-Nissen hätten dem zugesrimmt. Levi«! habe einen Zettel in ber Hanb geteltcn, ter bie Nam«! bes Fürsten Thurn und Taxis und der Gräfin Westarp enthielt. Beite seien von ihm als diej«iigen bezeichnet worden, bie vor ollem in Betracht zu kommen hätten, ba sie ihnen schon aus gewissen Grünben sehr be­kannt feien. Ter Vorsitzende fragt; b?n Zeugm, vb davon gesprackici! wurde, die Geiseln zu er- fchix'ß«!. Ter Z«iae «'widerte, man hab: er­klärt, daß, wenn ö^efahr komme, ter Auftrag aus- Ssiührt wertem müsse. Tcr Zett;l LevimS sei von fämtlidxn VollzuasratSmitgliedern unterslksticten Worben, worauf Levien ben Stempel tes Voll- zugSrats hin^ugesetzt habe, ben er in b.w Tasch; hatte. Er s« dann Strobel mit bem Bemerken übergeten imrden, ihn an Hausmann weit«: zu .......

leit«!. Levinö-Nissen habe, dann ein Auto zur, Gemeinschaft, btefe schlossen sich wiederum zu- .Fahrt ins Wlttelsbacher-Palais bestellt. Seidl sei | |aHinten zu bem jetzt bestehenden Beamtmbund.