Ausgabe 
15.9.1919
 
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trotzdem abgefahren, währe,rdDante Mighieri" im Hajen verbleiben muhte, weil die Heizer die Maschinen beschädigt haben und dann desertiert sind. Es bildete sich ein Demonstrativns- S ug, an dem sich auch die entflohenen Matrosen und Offiziere beteiligten. Nach dem Umzug richtete ein Panzerautomvbil seine Maschinenge­wehre aut'das Gouvernemerrtsgebäude. Tie Mani­festanten verkündeten nach der Besetzung des Gou­vernement spalastes die Annexion Fiumes durch I t alie n. Heute ist der englische KreuzerCardiff" aus Malata in Fiume cingetrosfen mit 500 Mann, die zur Aufrechter Hal­tung der Ordnung in der Stadt bestimmt sind. Tie Verwaltung Fiumes wurde d'Ammnzio über­geben, der die Annexion Fiumes namens Italiens verkündete.

Nr. 215

Ter rietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

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Eine türkische Anleihe.

London, 15. Sept. Wie dieKöln. Ztg." meldet, verhandelt die Türkei mit einer britischen Bankgruppe über eine Anleihe von 18 Mill. Pfund Sterling, bei der die Krondiamanten als Unterlage dienen sollen.

Amerika und Japan.

Amsterdam, 13. Sept. (WTB.) Dem Pressebureau Radio zufolge meldet die Asso­ciated Preß aus Tokio, Japan warte auf die endgültigen Aktionen des Senates der Ver­einigten Staaten. Die japanische Regierung sei geneigt, die Anwesenheit der halben Flotte der Vereinigten Staaten im Stillen Ozean mit der Lage inSchantun g'in Zusammen­hang zu bringen.

Eine interessante Wahl in England.

London, 13. Sept. (WTB.) Bei der Er­satzwahl in Widnes wurde der Arbeiter­führer Henderson mit 11 404 Stimmen ge­wählt. Ter Koalitionskandidat Fisher erhielt 10 417 Stimmen. Bei der Wahl im Jahre 1918 schlug der Koalitionskandidat Walker den Arbeiter- tändidaten mit einer Mehrheit von 3694 Stimmen.

haste oder unentschiedene Haltung cinnehmen. Wir müssen uns in diesem Falle auf die Antwort Feind" einrichten, denn die Ereignisse werden mit solcher Schnelligkeit verlaufen, daß wir nicht warten können. Habe ich dagegen die GSvißheit, daß die AntroortFreund" bleiben wird, so gilt mir hierfür das Wort eines Ehrenmannes mehr, als geschriebene Verträge. Ich würde ihm unbe-

Wien, 14. Sept. (WTB.) Tas Laibacher DorrespondenÄ-burcau meldet ausFiume- Gestern ibrgen die letzten italienischen Abteilungen aus Zäume ab, und die italienischen Kriegs- 'chlffe ^Dantelighieri" undEmanu- ; ete Fil ibertv" erhielten den Befehl, den Hafen äs verlassen. Schon ut der Nacht vom Tvnners-

Die Letten und die Bolschewisten.

Mitau, 13. Sept. (Wolff.) Am Freibag abend wandte sich der Kommissar des Auswärtigen der russischen Räteregierung, Tschitscherin, in einem Funkspruch an den lettländischen Minister des AeuHeren, mit dem Vorschläge, die Kriegsvperationen einzustellen.

Eine Niederlage der Koltschak»?

Amsterdam, 13. Sept. (WTB.) Drahtlos wird aus Horsea gemeldet: Aus Moskau traf die Nachricht ein, daß die südliche Flanke des Kolt­schin k s ch e n Heeres umzingelt wurde und oaß die Bolschewisten hierbei 12000 Ge­fangene machten. Eine Abordnung der Frei­willigentruppen überbrachte den Bolschewisten ein Friedensangebot.

rück. Um festzustellen, ob dies zufällig war, ließ ich eine diesbezügliche Aeuhernng fallen. Der Gene­ral ging aber darauf nicht ein. Ich habe daher den Eindruck, daß dies mit Ueberlegung geschah und genau mit der Aeußerung zusammenfältt, die der General darauf tat, nämlich, daß Deutschland zur Zeit durchaus mcht eine Allianz oder Militär­konvention wünschte, sondern nur Gewißheit dar­über, daß wir nicht mit England gehen und ernst­lich für unsere Neutralität kämpfen wollen.

Die Dokumente enthalten dann noch zwei Briefe M oltkes an Hauptmann Lütten. Der erste ist vom 27. März datiert> besagt u. a.: Den Befürchtungen, die Sie aussprechen, daß die augenblickliche Mißstimmung ungünstig aus die von uns beiden verfolgten Ziele einwirken könnten, kann ich nicht zustimmen. Solche kleinen Vertrau­lichkeiten können immer vorkommen. Man darf ihnen keine zu große Bedeutung bcimes sen. Tas, was wir besprochen haben, steht auf einem andern Boden, und zwar auf demjenigen, der durch die gesamte europäische Politik geschaffen wird, bei dessen Beurteilung es sich um Krieg und Frieden, um alle Lebensinteressen der Staaten, um die Frage, ob Feind oder Freund, handelt. Das, was wir abgemacht haben, würde auf schwachen Füßen stehen, rvenn es von der augenbliÄichen Mißstimmung wegen der Grenzschikanen abhängen würde. Hier sprechen doch auch andere schwerwiegende Interessen mit. Ich würde es den dänischen Heimen keinen Augm- blick verdenken, wenn fie auf Grund reiflicher Ueberzeguung zu der Ansicht kämen, den Anschluß Dänemarks an die voraussichtlichen Gegner Deutschlarrds als vorteilhafter für ihr Land zu halten, als ein offenes ehrliches Zusammengehm mit Deutschland. Jeder ist dafür nur sich und seinem Lande verantwortlich. Hat Dänemark sich aber in anderem Sinne entschieden, so kann es nickt durch Reibereien zwischen Zollbeamten und Gendarmen anderen Sinnes werden. Sollte man das ann-ehmen, so würde jede Sicherheit und j-d's Vertrauen anfhören.

Im zweiten Briefe, der vom 7. Mai 1907 datiert ist, heißt es: Sie wissen, daß ich immer betont habe, das Einzige, was wichtig ist, wenn der Kriegsfall einmal errckveten sollte, eine klipp und klare Antwort auf die Frage ist: Freund oder Feind. Weiter ist nichts nötig. Daß es eine direkte Lüge ist, wann behauptet wird, Deutschland will Dänemark zu einem Offensiv­bündnis gegen England veranlassen, wissen Sie ebensogut wie ich. Wir müssen uiks aber darauf einrichten, daß uns einmal aber ein Krieg au^gezwungen werden könnte. In dem Falle müssen wir wissen, wie sich per Nackbar vor unserer Tür zu irnS stellt. Dänemark würde nur einen verhängnisvollen Fehler machen können; der wäre: Eine zweifel-

Bericht Lütkens über ein Gespr äch mit Moltke a m 18. Februar 1903 am Bord des SchlachtschiffesPreußen" heißt es: Das Gespräch dauerte eine gute halbe Stunde und wurde gewissermaßen vom General allein als Monolog mit kurz eingeworfenen Fragen Lütkens geführt. Moltke erklärte u. a.: Ich will zu Ihnen frei sprechen. Ich nehme an, oaß Sie strengste Diskretion der Öffentlichkeit gegenüber bewalxren. Wir wollen, ivas wir nun sagen, als Pourparlers betrachten, die niemals bekannt werden, selbst wenn wir einnral einander gegenüberstehen sollten. Was ich Ihnen jetzt sage, ist das Ergebnis ein­gehender Gespräche zwischen dem Kai­ser, dem Fürsten Bülow und mir: Ich kann Ihnen gleich sagen, wenn Sie irgend be­fürchten sollten, daß wir im Sinne haben, die bevorstehenden unrrchigen Verhältnisse zum An­griff auf die Selbständigkeit Dänemarks auszu­nützen, so ist dies unbegründet. Wir denken nicht an <so etwas. Unser Wunsch ist, daß zwischen den beiden Staaten eine natürliche Annäherung erfolgen soll, so daß sie nicht beständig auf dem Sprung gegeneinander finb. Die Angelegenheiten in Schleswig, die zwischen uns liegen, sollen wir sehen, aus dem Wege zu sck-affen. Es ist Order gegeben zu einem gradweisen Uebergang. Aber Sie müssen .wirklich versuchen, Ihre Presse zu zügeln, daß sie uns keine Schwierigkeiten bereitet, z. B. durch das Ausstößen von Triumphgeschrei. DieeuropäischeLage, diefichdrohend erhebt, deutet auf einen Krieg zwi­schen. Deutschland, Frankreich und England. Ich würde einen solchen Krieg für alle drei Länder als ein großes Unglück be-

Lloyd George und die österreichische Frage.

Amsterdam, 13. Sept. (Wolff.) Der Lloyd George nahestehendeDaily Chronicle" schreibt in einem Leitartikel: Die in Paris verfolgte Po­litik, den Anschluß Oesterreichs an Deutschland zu verhindern, habe nicht Lloyd Georges Sym­pathie. Wie man wisse, sei dies die Politik Frank­reichs. Auf dem Papier bedeute dies die Ver­minderung des deutschen Volkes. Man könne aber ruhig an dem Wert einer solchen papiernen Garantie zweifeln. Die Oesterreicher seien Deutsche. Niemand könne etwas anderes aus ihnen machen. Es wäre besser, sie offen innerhalb des deutschen nationalen Einheitsstaates zu haben. Sie würden ein wertvolles Gegengewicht gegen die Rückkehr der preußischen und ostelbischen Herr­schaft bilden. Augenblicklich könne das aber noch nicht sein.

Ein italienisches Luftschiff.

Bern, 15. Sept. LautKöln. Ztg." ist in Italien zur Zeit ein Luftschiff im Bau, mit dem Fahrten von Rom nach Südamerika unternommen werden sollen.

§imne in der Hand italienischer Zreischaren!

Man weiß, daß die Friedenslösung in der Adria, besonders dieInternationali­sierung" der Stadt Fiume, in Italien tiefen Unwillen hervorgerufen hatte. Lange Zeit hatte die italienische Regierung durch allerlei Drohungen tine Umgestaltung der Lösung im italienischen Sinne angestrebt. Man hörte in diesem Zusammenhang viel von französischen Besorgnissen, Italien werde den Deutschen in die Arme geführt werden. Aber das Macht­wort Wilsons, der an seinen Ideen hartnäckig festhielt, war nicht umzustürzen. Und die Kette der Kompromisse fortzusetzen, dazu hatte niemand mehr Lust und Mut. Da hat der literarische Abenteurer D'Annuncio wie­der einmal den gordischen Knoten durchhauen. Mit einer ansehnlichen Freischar ist er, bevor Fiume von der bisherigen italienischen Be­satzung dem Abkommen gemäß geräumt wor­den ist, in der Hafenstadt eingezogen und hat den Anschluß der Stadt Fiume an Italien verkündet. In kühnem Entschluß wurden so­gar, wie berichtet wird, die Fahnen der Ver­bündeten, wenn auch unter militärischen Ehrenbezeugungen, von den öffentlichen Ge­bäuden heruntecgeholt.

Die italienische Regierung ist in größter Verlegenheit. Der Streich D'Annuncios wird in ganz Italien mit vielen Sympathien be­grüßt, aber der Ministerpräsident Nitti weiß doch wohl, daß das Ereignis nur ein Zwischen­spiel sein kann, daß Italien mit Entschuldi­gungen wieder einen Rückzug wird antreten müssen. Demgemäß verurteilte er in der Kam­mer dasromantisch-literarische Abenteuer" mit scharfen Worten. Italien müsse im Aus­land sich Kredit verschaffen, sonst treibe es der Hungersnot und der Anarchie entgegen. Wie es heißt, sind aber die Meinungen in der Kam­mer geteilt. Viele erklären den Handstreich D'Annuncios mindestens für eine wirksame Demonstration. Die Negierung hat den Gene­ral Badoglio, einen Freund D'Annuncios, nach «Fiume entsandt, um den Streit in Güte ^eizulegen.

Wir erhalten folgende Meldungen:

Lu ganv, 13. Sept. Während sich die ita- ienifche Regierung bemüht, das Problem Fiume m einer Weise zu lösen, welche weder die hoch- «WftMJtnten Erwartungen des italienischen Volkes «ui sehr enttäuscht, rrvch für die Amerikaner als Schützer der Südjlawen unannehmbar ist, hat ge-

Gabriele d'Annunzffv mit kühnem Schwertstreich diesen gordischen Knoten durch- tiaueit wollen. Mit einer kleinen Schar Soldaten rerichiedener Waffen, worunter neben Freiwilligen >'uch eine regelrechte Abteilung Grenadiere war, war er vorgestern von Ranghi, einem Orte im weit her alten österreichischen Grenze, aufgebrochm und nach zwanzigstündigem Marsch längs der Küste Heftern Mittag in Fiume eingetvofffm, als ge-. tobe die letzten Truppen der italienischen Gar­nison abmarschierten und der italienische General das Kommando fernem englischen Nachfolger über- ce&eit wollte. d'Annunzias Freiwilligen-Truppe hat dann in Fiume sofort die Funktionen der Besatzungen übernommen.

Bern, 13. Sept. (Wolff.) In der italienischen 'Sammer wurde gestern nachm. 5 Uhr bekannt, daß Gabriele d' Annnncio an der Spitze eines Frei­korps in Fiume gelandet sei. Tie Expedition scheint rnnf langer .Hand vorbereitet und gut finanziert zu fern. In allen größeren Städten bestehen Werbe­bureaus, in denen sich vor allem frühere Sturm­truppen einschreiben. Tie letzten italienischen Be­satzungstruppen in Fiume haben sich der Expedition angeschlossen, die über Pairzeraudonvobile, Maschi­nengewehre und Artillerie verfügt. Gleichzeitig tras der italienische Ponz er kreuze rSan Marco" in Fiume ein. Tie Regierung soll von dem Unternehmen höchst überrascht sein. Nitti erklärte einem Abgeordneten, daß Italien durch das Unternehmen in die größte Verlegenheit versetzt werde. Auch die Presse verurteilt vorerst die Ex­pedition. Jedoch erwartet man Vvlrskundgebungcn, wre sie bereits in Venedig und Triest begonnen haben.

trachten. Aber möglich ist er doch. Moltke be­sprach dann die verschiedenen Möglichkeiten eines englischen Angriffes auf Dänemark und sagte wei­ter: Sie könnten sich ja darauf einrichten, den Großen Belt zu sperren. Dies sollten Sie in Ordmrng bringen. Wir wollen Ihre Neutralität nicht brechen. Wenn Sie sich die Engländer vom Leibe halten können, so bteibm Sie vielleicht außerhalb des Ganzen, aber das muffen wir verlangen.

Ein weiterer Bericht Lütkens über eine Unter­redung mit Moltke, datiert vorn 2. Juli 1903, besagt: Auf die Frage der Sperrung des

Der frühere plan einer deutsch-dänischen Militärtonvention.

Kopenhagen, 13. Sept. (WTB.) Heute wurde das gesamte Aktenmaterial veröffentlicht, das sich auf die Unterhandlungen über den Plan einer deutsch-dänischen MilitärkoN- vention bezieht, die auf Veranlassung des da­maligen dänischen Ministerpräsidenten Christen- s e n zwischen dem Ministerialdirektor im Kriegs- minislerium Lütken und dem deutschen Gene- ralstabschei v. Moltke stattgesunden haben sollen. Das umfangreiche Material, das mit dem Be­richt über die Verhandlungen der parlamentari- chen Militärkommisiion, in der es zum ersten Male vorgelegt wurde, von wo es dann durch Indiskretionen vorzeitig den Weg in die Presse fand, ein Werk von über hundert Seiten darfftelft, enthält Berichte von Sutten an das dänische Außenministerium vom Oktober und November 1903 über Gespräche in den Jahren 1902/03 in Berlin, wo er in den ersten drei Monaten zu Universitätsstudien »reifte und in den nächsten

Aus dem tteiche.

Der Reichspräsident an die heirttkehrendert Kriegsgefangenen.

Berlin, 13. Sept. Eolff.) Reichspräsident Ebert rüst den heimkehreniMl deutschen Kriegs-/ gefangenen folgenden Will ommengmß zu,, der ihnen in allen Durchgangslagern in einer Sonderschrift des Kyfshäuscrdundes der deutschen Landeskriegerverbände übermitt, ft wird:

Auf heimischem Boden heiße ich Euch herzlich willkommen. Schwere Zeiten liegen hinter Euch, Zeiten an Entbehrungen, seelischer Niedergeschla-, genbeit und ungestillter Sehnsucht nach Familie und Heimat. Aus zahlreichen Berichten ersah ich,, wie Ihr die Wehrlosen den Haß unserer Feinde habt fühlen müssen. Eure Lage und Eure Empfindungen weiß ich mit dem ganzen deutschen- Volke voll zu würdigen. Eure Heimkehr fällt in eine Zeit, in der unser Vaterland durch den, Vernichtungswillen unserer Feinde und durch die Uebergangswehen einer neuen Zeit bis ins Innerste erschüttert ist. Kehret heim als gute Deutsche, die an dem Wiederaufbau des neuen, republikanischen Vaterlandes mit allen Kräften mi{arbeiten wollen, denn nur Besonnenheit, Einigkeit und Arbeit können uns vor dem von linieren Feinden er­strebten Zusammenbruch retten. Euren Wünschen und Sorgen wird, soweit es in der Macht der Negierung liegt, in jeder Hinsicht entgcgengeiom* men. Möget Ihr Eure Angehörigen gesund wieder- finden und Euch von den erduldeten Leiden bald seelisch und körperlich erboten. Das ist mein auf­richtiger Wunsch. Ebert, Reichspräsident.

Austausch von Eisenbahnern gegen heim- kehrendc Gefangene?

Berlin, 13. Sept. Im Laufe der kom­menden Woche werden neueBesprechun- gen zwischen Vertretern des Eisenbahnmini-' steriums, des Reichswirtschaftsministeriums und Vertretern der Beamten und Arbeiter stattfinden, um die Fragen der WirtschaftK- beihilfen, der Steigerung der Produktion und die Unterbringung der Kriegsgefangenen zu erörtern. Um wenigstens einen Teil der 800000 heimkehrenden Gefangenen beschäfti­gen zu können, sollen die jüngeren un­verheirateten Arbeiter aus oern Eisenbahndienst herausgezogen und anderweitig untergebracht wer­den. Es handelt sich hier nicht, wie von den Radikalen behauptet wird, um eine Brotlos- machung unbequemer Elemente, vielmehr sol­len die freiwerdenden Kräfte im Bergbau und, soweit es möglich ist, den Wiederaufbauacbei- ten in FrankreiH zugeführt werden.

Rücktritt des preußischen Kriegsnnnisters.

Berlin, 13. Sept. Der bisherige preu­ßische Kriegsmini st er, Oberst Rein- h ard t, ist auf seinen Antrag von seiner Stel­lung als Kriegsminister enthoben worden, und tritt in die Armee zurück.

Zu der Meldung, daß Kriegsnnnisters Reinhardt zurücktrete, erfährt dasAchtuhr-! abendblatt", daß dieser Vorgang durchaus fei-' neu Anlaß zu irgendwelchen Kombinationen/ bietet. Durch die Uebernahme der Kommando- gewalt in Preußen durch das Reich ist, wie in allen anderen deutschen Bundesstaaten der Posten des Kriegsministers erledigt. Rein­hardt bleibt dagegen nach wie vor Chef der Reichswehrbefehlstelle Preußen.

.Berlin, 13. Sept. (WTB.) Das' Reichskabinett beschäftigte sich in seiner! Sitzung am Samstag u. a. mit derO rg ani-l sation des Re ich sverkehrsmini- steriums.

Der preußische Ergänzungssteuer-Zuschlag.

Berlin, 13. Sept. Der neue Erg än- zungssteuerzuschlag bezweckt, wie das Berl. Tageblatt" hört, in'erster Linie die Deckung des vorübergehenden großen Bedarfs^ der durch die Beamtenzulagen entstehen toirb., Er ist also nicht als eine ständige Einrichtung/ gedacht, sondern wird später voraussichtlich ab-, gebaut werden. Entscheidend für die Zukunft der Ergänzungszuschläge ist jedoch das Ver-. halten des Reiches. Es erscheint mehr als frag­lich, ob nach Einführung der Kapitalrenten­steuer Preußen überhaupt noch das Recht ha­ben wird, Ergänzungszuschläge in dem bis­herigen Sinn zu erheben. Der neue Ergän­zungszuschlag bemüht sich, noch in diesem Jahp eine möglichst große Zahl von Kapitalien zu erfassen und wird demnach unmittelbar nach Zustimmung der Landesversammlung in Kraft treten.

Birkenfeld.

Oldenburg, 15. Sept. Tie Regienmg der Republik B i rken fel d entläßt und bestätigt Bür-, qermeifter unb betraut Personen mit staatlichen Stellen (Bekanntmachung vom 5. September). Wie dieKöln. Ztg." meldet, iveist der oldenburgischE Staatsminister darauf hin, daß bte Ausübung die-« ses nur einer geseklicken Regierung zustelx'ndeu Staatshol,eitsrechtes durchaus verfassungswidrig und nichtig ist und daß die Beamten, die sich in den Dienst dieser ungesetzlichen Regierung stellen, demnächst zur Verantwortung gezogen werden.

Ast ?um Freitag |md von den genannten Kwei I sechs Monaten beim preußischen Generalstab Dienst Krregsichisfen ermge Hundert Matrosen desertiert, tat, mit verschiedenen deutschen Persönlichkeiten lad KriegsschiffErnanuele Filiberto" ist heute | über die Stimmung gegenüber Dänemark. In dem

. Berlin, 14. Sept. '(Priv.-Tel) Nach einem -'.^<ü-Telegramm der Morgenblätter äußerte der Nalreinsche MrnisterPräsidOrt Nitti den größ- ortJL«.^"tvillen über Gabriel d'Annunzios ' schlug in der Kammer mit bet Faust

cur TllA als er dem Kriegsminister den Be- m-r Unterdrückung dieses Aktes von

erteilte. Er sagte, Italien stehe bar der Hungersnot. Solche Vorgänge sind da- ff iu beschleunigerr. Die Ententen trugen sollen den Befehl erhalten haben, von £tumc a^uniarschreren, worauf d'Annunzio eine provuorpckw Regierung bildete

Krtiä&te Blätter melden, daß Italien be- tsch- Sudtir 0 l als Provinz oocheffch volle Autonomie ohne Zolltren- mmg gegen Nordftrol mit deutscher Schul- und Gerrchts|prache zu geben.

Oberschlesien.

5 Berlin, 14. Sept. (Wolff.) Die interalliierts j Mllitärklommission, bestehend aus den Chefs den Berliner Militärmissionen von Frankreich, Eng-

Erstes Blatt <69. Jahrgang Montag, J5. September M

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oderheffea ZMZ

5roiflingsrun6öm<f u. Verlag: Srühi'sche Univ.-Such- u. Steinörudcrci R. Lange. Schristleitnng, Seschäsirftelle u. Druckerei: Schuiftr. 7.