Ausgabe 
15.8.1919
 
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Abg Wetzlich (D. Vp.): Die Post befindet!Mit sinken zu lassen, Nichts soll unS die Freude im Zustande völliger Desorganisation. Wir rauben, an unserer Arbeit, an der Erfüllung un­

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Schluß 8 Uhr.

der

Beran-1 mancher Ärt werden uns auch 'in Zukunft nicht erspart bleiben. Wir wollen sie ertragen, ohne den

*assurrg vor.

Pflicht tun und in deutscher Arbeitsfreudigkeit ans gemeinsame Werk Herangehen. Möchte ein jeder von uns stolz aus seine Arbeit fein, aber auch die Arbeit des anderen achten und ehren! Der Geist der Zu- sannnengehörigkcit, der Ordnung und Zufriedenheit möge uns führen! Darm wird ein Gegensah zwi­schen Beamten und Arbeitern, zwischen Vorgesetzten und Untergebenen nicht aufkommen. Entbehrungen

Höhe kommen wird. _ .

Abg. Zubeil (Unabh.): In der Poslvcrwal- tung ist eine Lotterwirticl-aft eingeris^en, wie man sie frülier nicht für möglich gehalten hätte. Grund­legende Reformen tun an allen Ecken und Enden not. Aber es ist natürlich leichter und bequemer, einfach die Tarife zu erhöhen.

Tie drei Vorlagen gehen an den Reichshaus­haltsausschuh.

Nächste Sitzung Freitag 3 Uljr. Anfragen, kleine Vorlagen. Interpellationen über Rückgang Kohlenjörderung und Kohlengesetz.

Art» Stadt und Land.

Gießen, den 15. .Aug. 1919.

Derkchrseiichh'. änkung.

Berlin .14. Aug. (Wolff.) Die heutige Ka­binettssitzung beschäftigte sich, wie wir er- ahren, mit dem Entwürfe eines Gesetzes zur Ausführung des Friedensvertrages. Abschnitte des Gesetzes sind: Die Regelung von Gcldverbindlick-keiten, die Anforderung von Leisllm- gen, die gewerblichen Schutzrechte, die Verhältnisse der Hypothekenbanken, die Ausgabe von Schuld­verschreibungen, die Schatzanweismrgen durch das Reich, die Ztvangs- und StrannahnalMen, die elsaß-lothringischen Angelegenheiten, die Aufl>e- bung von Kriegsmaßnahmen, und die Ermäßi­gung zu werteren Ausführungsbestimmungen.

sich im Zustande völliger Desorganisation. Wir bezweifeln, dah das Wirtschaftsleben die neuen Lasten ertragen kann. Die Vorlage bedarf also einer ernstlichen Nachprüfung.

Reichspostminister Giesberts: Von einer Tesorganisatron des Postwcsens kann man nicht prechen. Die Beamten und Beamtinnen lassen es heute an gutem Willen nicht fehlen. Sie sind vielmehr Opfer der schwierigen Verhältnisse. Wrr werden selbstverständlich alles tun, um die Miß­stände baldmöglichst zu beseitigen.

Abg. T a u b a d e l (Soz.): Eine Besserung bet der Post kann nur erzielt werden durch Ersparnisse und durch Erhöhung der Tarife. Im einzelnen haben wir gegen die Vorlage große Siebenten, die wir im Ausschuß Vorbringen.

Abg. N a ck e n (Ztr.): Ich bin überzeugt, daß durch Sparsamkeit und durch zweckmäßige Re­formen unsere Post, die früt)er an -etfiter Stelle in der Welt marsästerte, bald wieder auf ihre alte

Frankfurt a. M., 14. Aug. (Wolff.) Bon hiesigen Eisenbahndirektion geht uns folgende Mitteilung zu: Die Kohlenbestände nehmen von Tag zu Tag in erschreckendem Maße ah. An­kelle n<twend-igec Auffüllung des Kohlenvvrrats aut Bewältigung des umfangreichen Güterverkehrs in den Herbst- und Winternivnaten bleibt die Kohlenanlieserung ständig gegenüber dem täglichen Verbrauch zurück, so daß die Bestünde bereits er­heblich abgenommen haben. Zur Abwehung bei

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er er Pflichten gegen das Vaterland. Das Vater­land rechnet auf seine Eisenbahner."

Diese Worte sind in der Tat zeitgemäß. Möch­ten sie bei den 50 000 Eisenbahnern des Bezirks einen starken Widerhall finden. Denn gerade die Eisenbahner können durch gemeinsame ersprießliche Tätigkeit zur Gesundung unseres Vaterlandes bei­tragen. Nicht an letzter Stelle hängt von ihrer Arbeit die Wiederaufrichtung unserer darnieder­liegenden Volkswirtschaft und das Wohl und Wehe

lagen muten der Bevölkerung, namentlich der Ge­schäftswelt und der Industrie, eine Gebühren­erhöhung zu, die man früher nicht für möglich ge­halten hätte. Angesichts der trostlosen Zustände im Telegraphen- und Telephonwesen^. an deren Aendc- rung zurzeit nicht zu denken ist, liegt für eine weitere Erhöhung der Gebühren keine R

schlagnahmen, werde ich bei der Rationalverfamm- lung die Ermächtigung nachsuchen, daß das Reichs- notopfer nicht erhoben wird. Jetzt haben Sie (nach rechts) keine Ausrede mehr. Jetzt können Sie also ' an dieser Abgabe Mitarbeiten. Der Abg. Mumm i hat es so dargestellt, als ob die Minister, die von ihren Posten zurücktreten, Pension bekommen. Keiner von den Ministern, die unter dem neusm Regime zur Regierung gekommen und dann zu- I rüagetreten Md, hat irgend eine Pension i

oder sonst eine Vergünstigung erhalten. Ja i

noch mehr. Die Minister haben von 1 dem Tage ihres Rücktrittes den Teil ihreiÄ'Gehaltes, den sie pränumerando erhalten hatten, zurückzah- i (en müssen. Nur die Beamtew-Mrnister erhalten eine Pension. Herr Mumm besckflvert sich über die Verbreitung meiner Rede vom 25. Juli. Ich ver- : stehe, daß das Herrn Mumm Lechschmerzen macht. Ich kann Herrn Mumm versickern, auf Grund des Beschlusses der Nationalversammluna werben Wir dafür sorgen, daß diese Schirift bis in das letzte 8>eutsche Haus hineinkommt. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit, große Unruhe und lärmende Zurufe reckts.) Es mag Ihnen, Herr Tvaub, unangenehm fein, aber ich will nochmals feststellen, wenn Sie in der Presse die Behauptung ausstellen, der ReickK- finanzminisfer iwlle durch eine Ncichsabgabenorb- nung Süddeutschiand vom ..Reich abspalten und ein neues Reich von Aachen bis Münck^n und Wien errichten. Es fehlt mir der parlamentarische Ausdruck für eine solche Behauptung eines Mit­gliedes dieses Hauses. Wem: einer von Ihnen (nach reckts) einmal etwas sagt, rvas nicht waln ist, so ist das in Ihren Augen Lin Irrtum, ein ganz unschuldiges Kindlein, wenn aber dem Reichs- srnanzminister einmal ein solcher Irrtum unter­läuft, so wird ein Riesenelefant daraus «macht, den Sie durch das ganze Land treiben. Die von Herrn Mumm vorgebrachte Behauptung, baß Reichsgelder in unverantwortlicher Weise auSge- geben würden, ist vollldmmen mrwahr. Tie Reichs- ftnanzverwaltung arbeitet mit bet größten Strenge. Sie können also die notwendigen Steuern rulyig bewilligen. Tas Geld wurde ausgegeben für Zivecke des Gemeinwohles, für KiregsbesüMvigte, Kriegs­gefangene und Kriegshinterbliebene. (Lebhafter Beifall links und in der Mitte.)

Abg. Tr. M i 11 e l m a n n (D. Vp.): Wir er­klären: keine direkten Steuern ohne indirekte. Zu den Ausführungen des Fiumrzministers habe ich zu erklären, daß uns nickst feine Finanzgesetz­gebung Anlaß zur Opposition gibt, sondern die Tatsache, daß wir die von der jetzigen Regierung vertretenen Grundsätze für verderblich und gefähr­lich halten. Ihren Vorlagen stehen wir unvor­eingenommen gegenüber und sichern strengste sach­liche Unterstützung zu, soroeit sie im Jnleresfe des Allgemeiwvohles liegen. Tie Person des Finanz- Ministers ist uns gleichgültig. Aber wir wollen nicht verschareigen, daß mit ihn für ein direktes Unglück halten. Tie Dbegierung gibt andauernd die Parole Arbeit aus, statt beffen gibt es aber nichts als Streiks. Wir können der Regierung den Vorwurf nicht ersparen, daß sie diesen Zuständen nicht wirksam entgegentritt.

Reichsfinanzminister Erzberger: Mein Vorredner hat mich ein Unglück genannt. Ern Un- Hlück ist es, daß man mir 191617 nicht Folge gegeben hat, sonst stände es besser um' das deutsche Volk. Wir waren damals machtlos gegenüber der herrschenden Militärdiktatur. Aber Sie (nach reckts) machen uns immer verantwortlich für die Folgen einer Politik, die mir nicht verteidigt haben. -Es nruß einmal darauf hingewiesen werden, welche «roße Mühe sich namentlich der rotzige Reichspräsi­dent gegeben hat, um den Ausbruch der Revolution zu verhüten. An der Vermeidung von Blutvergie­ßen trägt der Herr Reichspräsident das, Haupt- verdienst. Seien wir doch gegen die Arbeiter und Minderbemittelten gered)t. Ein Volk, das derartig unterernährt ist, wird in 4Vr Jahren krank. Und unser Volk ist krank. Es mu.ß wieder gesund ge­wacht werden. Wir dürfen nicht rückwärts schauen, sondern jirr Rettung des Vaterlandes immer vor­wärts. Nur bann kommen wir zur Arbeit und durch sie tzur Rettung deS Vaterlandes.

Abg. Henke (Unabh.): Wenn Herr Erzberger so weiter umlernt, werden wir ihm in unserer Partei einen Platz reservieren. Mit seinen Vor­lagen kann auch Herr Erzberger die Gebrechen des Volkes nicht heilen. Die Umsatzsteuer ist gegen die ausgehungerten Volksmassen geradezu ein Ver­brechen. Der Redner bespricht dann eingehend das Finanzgebaren der A.- und S.-Räte und wird vom Präsidenten Fehrenbach wiederholt zur Sache gerufen. Durch solche Vorlagen zwingen Sie ein­fach die Arbeiter zum Streck. Wenn Sie jetzt wieder in der Steuerpolitik Fehler auf Fehler machen, dann wird das eine neue Revolution er­zeugen und die Arbeiterschaft wird Sie und Ihre ganze Steuerpolitik Hinwegfegen.

Nach weiterer unerheblicher 'Debatte gehen die Vorlagen an die Ausschüsse. Der Gesetzentwurf wegen vorübergehender Verstärkung der Betriebs- mittel der Reichshauptkasse wird ohne weitere Er­örterung auch in zweiter und brittcr Beratung erledigt. Es folgt die erste Beratung des Gesetz­entwurfes über die Postgebühren, zur Aenderung des Postscheckgesetzes und bett. Telegraphen- und Fernsprechgebühren.

Präsident Fehrenbach: Tie Fassung der Einfettung des Entwurfes:Ter Reichstag hat. im Zusammenhang auch mit kleineren Zuschriften des Reichspräsidenten an Mich, hat dem Aeltestrn- ausschuß Veranlassung gegeben, die Frage zu prü­fen, ob wir schon fetzt mit der Publikation der Verfassung Reichstag gatJOtben sind, ober ob wir nach wie vor Toutscke Nationalversammlung sind. Einstimmig ist jej\t im Gegensatz zu der Auffassung der Aelteftenausschuß der Meinung, daß wir nach wie vor Nationalversammlung finb, daß wir die Rechte und Pflichten haben, die die Verfassung dem Reichstag gibt, aber nicht den Namen. Ich gebe anheim, sich ohne weitere Tebatte dieser Auf­fassung, der auch die Regierung ftattaegeben hat, anzuschließen und den Eingang der Vorlage ent­sprechend zu ändern. (Mlgemeine Zustimmung.)

Reichspostminister Giesberts: Noch! 1913 lieferte hie Post 89 Millionen Mark Ueberschuß. Für 1918 beträgt das Defizit 669 Millionen, für 1919 werden es auch 569 Millionen- Es ist für uns außerordentlich bitter, weiten Volksschichten so hohe neue Opfer aufzuerlegen. Aber die Post dar feine Zuschußverwaltung werden. Im Fernsprecke- wesen hoffen wir in einigen Jahren wieder in normale Verhältnisse zurückzuliommen.

Abg. Steinsdorfs (Dem.): Die drei Vor-

droheirden Gefahr bleibt der Eiseirbahnverwaltung! ieiber fein anderes Mittel, als den Verkehr einzuschränken. Sie entschließt sich zu dieser Maßnahme um so schwerer, als sich dadurch E i n- nahmeausfälle ergeben, die bei den großen Zuschüssen, die der Betrieb fordert, besonders chmerzlich sind. Auf die dringendsten Bedürfnisse »es Personenverkehrs wird bei der Auswahl der ausfallenden Züge selbstverständlich Rücksicht ge­nommen, auch der Arbeiter- und Berufsverkehr nach Möglichkeit geschont werden.

Zunächst sollen die Schnellzüge D 19 Frankfurt (M.) ab 9,10 nachm. und D 20 Frank­furt (M.) an 8,13 norm. ( Vorzüge zu den be- tehenbleibenden Nachtschurellzügen D 1/D 2 Frank- surt-Erfurt-Berlin) und die Schnellzüge Frank- furi-Erftlrt-Leipzig D 13 Frankfurt ab 12,40 nachm. und D 14 Frankfurt an 9,58 nachm. v-om 20. August ab ausfallen. Ter Vcrkeln mit Leipzig wird durch Kurswagen Frankfurt (M.--Leipzig in den 3ügcn D 1 fyranffurt ab 9,55 nachm. und D 2 Frankfurt an 6,58 vvrm. und D 41 Frankfurt ab 7,25 vorm. und D 42 Frankfurt an 6,55 n-achm. aufrechterhalten bleiben. Vom gfeichen Tage wer­den auch die beschleunigten Per-smrenzüge 723 Frankfurt ab 4,13 nachm. und 722 Frankfurt an 1,41 nachm. zwischen Frankfurt und Kassel aus­fallen. Tie Personentzüge, die außerdem Wegfällen müssen, werben noch, besonders bekannt gegeben.

In den Schnettzüseu D 1/D 2 Frankfurt-Er­furt-Berlin und D 179/180 Frankfurt-KassefeBer- lin verkehren zur Zeit 2 Schlastvaaen. Zur Er­sparnis von Kohlen werden diese Züge nunmehr je ein Schlafwagen führen. Sollten diese zunächst getroffenen Maßnahmen nicht genügend Kohlen ersparen, baren wird allerdings notgedrun­gen Fme noch schärfere Einschränkung des Ver­kehrs erfolgen müssen, die dann auch nicht ofate Einfluß auf das Berufsleben sein kann. Tie Jn- dusttie, die an der Einsparung von Kohlen bei der Eisenbahnvettvaktung ein lebhaftes Interesse hat, wird zweckmäßig Vereinbarungen treffen, um dort, tro es sich nicht um die Beförderung von sehr großen Arbeitermassen handelt, durch gleichzeitigeli Arbeitsbeginn und -schluß die jetzt oft nacht zu vermeidende Abladung mehrerer Züge in verhält­nismäßig kurzen Zeitab'ständen vermeiden zu hel­fen. Tie %el)feiH*Jot ist äußerst ernst und bedrohlich Im vaterländischen Interesse liegt es, daß jede nicht unbedingt nötige Reife vermieden wird. Eine Ge- nähr für das Mit kommen in den Zügen besonders beim lieber gang auf Anschlußstrecken wird «richt übernommen.

Ein Erlaß des neuen Eifenbahnpräsidenten in Frankfurt.

** Frankfurt, 15. Aug Der neUe Prä- sident der Eisenbahndirektion in Frankfurt (Main), Dr. S t a p f f, wendet sich mit folgenden anerkennenswerten Worten an die Beamten unb Arbeiter des Direktionsbezirks:An sämtliche Beamten und Arbeiter. Das preußische Staatsnttmsterium hat mich zum Präsidenten der Eifenbahndirektion in Frankfurt (Main) ernannt. (Ich bitte alle Beamten und Arbeiter, mit mir in Treue zum deutschen Vaterland zu stehen. Unsere noch schwer leidende Volksgemeinschaft rechnet au uns Eisenbahner; wenn wir Eisenbahner versagen, kann sie nicht gesunden. Nickst unter Zwang, son­dern aus freiem innern Entschluß wollen wir imferc

der Arbeiter in anderen Betrieben ab.

Lebensmittel.

** Zucker-Ausgabe. Der bei den Klein­händlern der Stadt Gießen bestellte Zucker für August kann von Samstag den 16. August ab gegen Vorlage des Bestellausweises zur Zuckerkarte und Ablieferung der Zuckermarte Nr. 8 in Empfang ge­nommen werden. Es entfallen auf die Zuckermarke 8 750 Gramm Zucker.

** Wein-Verteilung. Ab Samstag den 16. bis Samstag den 23. d. Mts. gelangt in den Kleinhandelsgesckstiften gleichzeitig mit den Nähr­mitteln Wein zur Ausgabe. Die Verteilung ge- schieht auf die blaue Nährmittelkarte, und zwar auf den Bezugsabschnitt Nr. 8 (August). Auf ieben Bezugsabschnitt entfällt eine Flasche zum Preise von: für Weißwein 6,50 Mk., Türkheimer Rot­wein 6,50 Mk., Oestteicher Rotwein 7 Mk., Sekt 13,70 Mk.

** NährMittel-Ausgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellten Waren ür August können von Samstag den 16. ab gegen Vorlage des Bestellausweises zur Oläbrmitteltäcte pnd Abgabe der Nährmittclkarte Nr. 8 in Emp- sang genommen werden. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Tie Selb st Versorgerration ist ab 16. August erhöht, und zwar: in Brotgetreide auf 12 Klgr. pro Kopf und Woche, in Gerste auf 5 Klgr. pro Kops und Woche. Tie Ratton ür Versorgungsberechtigte bleibt vorläufig un­verändert. *

Amtliche Personalnachrich- ten. Ernannt wurde am 11. August der <ptaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen Dr. Otto Hartmann zum Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen.

* Aus dem Militär-Wochenblatt. Nach erfolgtem Ausscheiden ans der Schutztruppe für Teutsch-Südwestafrika bzw. Deut sch-O starr ika ist Oberarzt Dr. Westhofen, (Deutsch-Ost- afrin.v, timt dem 1. August wieder in der Armee, beim Jnf.-Regt. 87, angestellt.

* Die Höchstpreise für Schlacht- schafe betragen beim Verkaitte durch! den Biel)- Ijalter ab 10. August für 50 Kilogramm Lebend­gewicht für fette und vollsteischiige Lämmer, Ham­mel, Schwänzer und junge fette Geltschäfe 130 Mk., für gut genährte fleischige Lämmer, Hämmel intb Schwänzer und junge ffeifefrige Schafe 120 Mk., für weniger gut genährtes Schafvieh jeden Alters und junge Böcke 110 Mk. lind für gering genähr­tes, mageres Schafvieh und alte Böcke 90 Mk.

** Die Jagd auf Rebhühner beginnt am 25. August und endet mit dem 30. November. Die Jagd auf Fasanen beginnt am 15. Sep­tember und endet für Fasanenhennen mtt dem 31. Januar 1920 und für Fasaneichähne mit dem 31. Mai 1920.

**DieZwangsbewirtschaftungvon Herbstgemüse ist für das Jahr 1919 nicht in Aussicht genommen. Ms Folge hiervon ergibt sich unter anderem, daß auch die Einfuhr von Herbst­gemüse aus dem Ausland dem freien Handel über­lassen bleiben wird.

** Fahrraddieb ft ähle. Gestern vormittag wurde ein Fahrrad MarkeW an­derer" auf dem Marktplatz entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mittei­lung erbittet die Kriminalabteilung. Es meh­ren sich die Fahrraddiebstähle. Innerhalb ganz kurzer Zeit sind vier auf der Straße aus­gestellte Räder entwendet worden. Im Inter­esse der Eigentümer empfiehlt es sich, auch wenn die Räder nur einen Augenblick auf die Sttaße ausgestellt werden, sie beim Verl-asseri feftzusch ließen,

**Das Fest der silbernen Hoch­zeit feiern heute Ludwig Seth, Riegel­pfad 22, und dessen Ehefrau Elisabeth.

** Jmi Lichtspielhaus wird ab morgen Casanova" der idealisierte Fürst ttämrverisck-er hinget Mädchen und Frauen, der leichitferttge. Unbeständige, ewig liebesdurstige Ritter und seine Liebesabenteuer, ein Fibst in sechs Allen, gegeben.

Landkreis Gießen.

-l-Holz hei m/14. Aug. Ein Ueberfall wurde auf den hiesigen Lehrer verübt. Er fern vvn Frankfurt und wollte von Lmg-Göns durch dein Wald hierher zurückLchten. Zwei jüngere Herren gingen an ihm: vorbei. Alls er im Wold an der Abzweigung der Straße nach Grüningen anferm, .sprangen die beiden jungen Leute aus dem Dickicht hervor und forderten rhm das Gell» ab. Der eine setzte dem Lehrer den Revolver auf die Brust, der andere knöpfte ihm den Rock auf und nahm ihm Brieftasche und Ubr ab. Daraus ver­schwanden die Spitzbuben im Gebüsch.

u- Klein-Linden, 15. Äug. Ein Ein­bruch in den Keller des Schueider^neisters Som­mer wurde verstossene Nacht verübt. Tie Spitz­buben müssen unbedingt ortskundig gewesen sein. Sie ließen Eier, Boot und Seife mitgeben.

Kreis Büdingen.

Obrrhcssischer Bauernbund.

la. Bi n gen beim, 12. Aug. Der am 10. b. Mts. beschlossene Milchstreik wegen der Ver­haftung der Echzeller Bauern, ist hier durchge- sührt worden. Ter Milchfuhrmami batte nur eine Kanne Milch zu fahren. Tiefe Milch war nicht von den Kühen eines Bauern gemolken, sondern von denen eines Schreibers. Tie Bauern von Bingenheim sind alle einig. Ta nun gestern abend die Nachricht kam, daß die verhafteten Bauern von Echzell wieder frei feien, wurde der Milchstoeik wieder aufgehoben und .heute morgen die Milch wieder vollzählich geliefert.

ba. Echzell, 12. Aug. Gestern abend gegen 11 Uhr sind die sechs verhafteten Bauern unter dem Jubel der Gesamtbedölkerung zurück- t gelehrt. Leiterwagen und Fuhrwerke, ooll- gepsropst mit Menschen, fuhren bis zur Station > Obcrwiddershttm, um sie abzulwlen. Nack) kurzer Begrüßung in Eck>zell bewegte sich unter den Klärr- . gen einer Musikkapelle, überall. jubelnd begrüßt, ein Zug durch den Ort, durch Gettenau hindurch, um sich bann vor be.it Häusern der Verhafteten in

des Ge setzes zu verlassen und derar­tige Demonstrationen zu unterlas. en, die von uns nicht gebilligt wer­den. Wir dürfen das, toad wir andern bonverfen, nicht selbst tun. Wir werden unfere gereckten For­derungen sachlich und zielbewußt bertreten und hoffen damit auch zum Ziele zu kommen. Nach, dem nun auch der Zivischenfall von Echzell erledig) ist, müssen alle Temonstration-en unterbleibst.

ba. Büdingen, 14. Ang. Tie Vvlkshvch. chule für Büdingen ist gesichert, ihre Eröffnung int Ottobcr geblaut. Tas Jnteresfe für die Sache ist überall sehr groß.

Kreis Alsfeld.

O Grebenau, 14. Aug. Nachdem die Hei­de l b e c r c r n t e, die der ärmeren Bevölkerung in diesem Jahre reick>en Verdienst brachte, soweit beendet ist, wurde mit dem Sammeln der nun l>er- angereiften Preißelbeeren begonnen, die hier aber nicht in der Häufigkeit wie die Heidelbeeren Vorkommen. Die als Einmachobst sehr begehrten Beeren werden mit 34 Mark für das Pfund bezahlt.

Kreis Lauterbach.

la. H e r b st e i n, 14. Aug. Gerade recht- zeitig zur Kirchweihe traf das lang angekün­digte und sehnlichst erwartete amerikani- sche W ei z e n m e h l zur Verteilung hier ein. Es kam auf den Kopf 1 Pfund, das. Mehl war sehr schön. Das Pfund kostete nur 84 Pfennig. Leider konnten einige Familien nicht beliefert werden, da sich die Berteilungsstellen zu rasch verausgabt hatten, sei es, daß sie sich verwogen hatten oder daß falsch dividiert war, vermutlich haben aber einzelne Personen dop­pelt gefaßt.

± Laubach, 14 .Aug. In einem Nachbarort wurde einem Landwirt der Raps (Wintersamen) auf dem Acker ausgedroschen. Er schätzt seinen Schaden auf 250 Mk.

O Schlitz, 14. Aug. Die beiden Wohl- tätigkeitsveranstaltungen des Klubs Frohsinn" erzielte nzum Besten der Kriegsgesvn- Hcnenfürsorge einen Reinertrag von rund 1000 Mark, ein schönes Zeichot für den Opfersinn un­terer Stadt, die durch die rührige Tätigkeit der Ortsgruppe des Vollsbundes zmn Sck;utze der beut* scheu Kriegs- und Zivilgefangenen vorher schon er­heblichere Summen für den guten Zloeck auf­gebracht hat.

Kreis Schotten.

la. AusdemVogelsberg,14. Aug. Dem Fuhrmann Sinder in Breungeshain, Atelcher für eine Aschaffenburger Cellulose-Fa­brik an die Holzverladeftelle Oberwald Cel­luloseholz angefahren hatte, wurden 4 Wag­gons unbefugter Weise von dem Arbeiter Kaiser in Hartmannshain verladen, und zwar 3 Waggons am dritten Pjkngsttür und 1 Waggon am 22. Juni. Kaiser" hat dir drei Waggons an das städtische Siechenhaus in Frankfurt a. M. verkauft und den anderen Waggon nach Vilbel. Am vergangenen Sams­tag war ein Untersuchungsrichter von Gießen in Hartmannshain und Kaiser hat die Tat eingestanden. Merkwürdig ist es nur, wie er die Waggons erhalten hat, da es dazu vorheri­ger Genehmigung und Bestellung durch diebe­treffende Adfertigungsstelle bedarf.

Kreis Friedberg.

Rl. Friedberg, 14. Aug. In der heutig« Sitzung der ©tabtberorbroeteauvrfantimhmg tourte ein Wohnungsamt beschlossen nach dem Vor­bild von Gießen, Mainz und Offenbach und » ähnlickier Zusammensetzung wie in den genannt« Städten. In den nächsten Tagen wich in da Presse eine offizielle Warnung vor Zuzugi von auswärts erscheinen. Dem feit der Demobil­machung bestehenden Fuhrverkehrsamt,dcS am 1. Oktober aufgelöst werden sollte, wird tocüeie 58onzession bis 1. April 1920 erteilt, weil bk hiesigen privaten Fuhrunternehmer nicht in btt Sage sind, den Fährverkehr insbesondere nah auswärts zu bewälttgen. Um der demnäckK er­folgenden Entlassung einer größeren Anzahl vm Bahn arbeit ern und Arbeitern eines hiesigen 'Pri­vatbetriebs wirksam zu begegnen, beschloß die Set* fammlung die sofortige Inangriffnahme vm 9lot ft au bearbeiten in Gestalt von Kannl- bauten. Während der Sitzung kam es zu einen Zwischenfall, desfentwegen eine vorübet* gehende Unterbrechung ein treten mußte. Ein D<* monstrationszug von schätzungsnx-ise 2(0 Teilnehmern aus allen Bevölkerungskreisen, er­schien unter Vorantritt der Kapelle des Reiche wehr-Infanterie-Regiments Nr. 35, vor bei Rathaus, um für die Wahl des friefigtn Rechtsanwalts Dr. Seyd zum Bürgermeisier eine Kundgebung zu veranstalten. Eine Abordnung überreichte ein dahin lautendes Schreiben, das de Versammlung zur KennttriS nahm. Darm tourte die Wahl eines audroärtigen Bewerbers als ®U5 möge für unsere Stadt bezeichnet. .Die Versamm­lung nahm zu der Kundgebung keine Stelluns, und wies der Vorsitzende mit vollem Recht att das Vorbild von mehreren Großstädten hin, die «s ebenfalls nicht als eine Blamage empfunden Haber, : ihre Oberbürgermeister von auswärts zu

Nachdem- der Zug sich entfernt hatte, wurde die Be­ratung fortgefetzt.

Rl. Friedberg, 14 .Aug. Infolge unz reichender Viehbelieferung kommt w dieser Woche nur Hacksleisch zur Ausgabe.

' bleibt die Erfüllung des Versprechens, das te? Hess. Bauernbund erst kürzlich der Regierung geben hat, dafür zu sorgen, daß die Abttefenings- 1 pflichten durch die Landwitte beobachtet torrbcni

± Kirch-Göns, 14. Aug. Kartoffel­diebstähle sind an der Tagesordnung. All näm­lich werden die Kartoffeläcker heimgesucht. M : Gemeiirde hat deshalb nächtliche Feldpatromlls eingerichtet.

Hesfen-Nasfau.

Der Mord bei Oberstedten.

O der fte dten i. T., 14. Aug. Unter , Hinzuziehung Frankfurter Kttminalbeomter hat te l gerichtsärztliche Kommission in einer zweitägig

Ruhe und Ordnung aufzulöfen Ter Direkter des Hess. Bauernbundes Ott) H i r s ch e l erläßt olgende Mahnung: Tie Demlonstra» t i o n e n , wie sie in verschiedenm Törfern vo» gekommen sind und die mit Vernichtung des Vieh­katasters, der Eierlisten usw. geendet haben, führen, wie der Fall in Eckjzell gezeigt, zu ernftljaiten Wei­terungen und rönnen für die Beteiligten schlimme Folgen haben. Ich bitte deshalb alle Mitglieder des Hess. Bauerrrbundes und überhaupt alle auf's dringendste, aus keinen Fall den Boden

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