Erster Blatt
Samstag, <5 Zebru« IW
169. Jahrgang
», viertel
monatl.
wendet sich der Redner gegen die tschechische
Gegenteil den Waffen still slano non Monat zu Bestrebungen, sich rein deutsche Gebiete oign- Monat zu verschärfen. Ich werde mich auf den eignen. Mit Dänemark werde man ffch üb« Die Boden des Wi.sonschcn Pwgvamms stellen, wie strittigen Gebiete einigen, beide Lander hatten
den Wunsch, gute Beziehungen zueinaicdec zu
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Tex ebener Snjelgn erscheint täglich, anher konnraaS. - Beilaaen: tUbcfitrfiamilknblätter;
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in früheren Friedensschlüssen veligiöse oder Fragen der voliltschen Freiheit eine große Rolle gespielt hätten, so bewege jetzt die Friedclislviffereilz die soziale Frage. Tas Mißtrauen, das unS die Völker entgogenüringen, hofft der Redner mit einer Wein’ von der RüstungsPolitik zu überroin*
«Verteil»^
tihi.difme von uiljelge» j. die Lageonluniner dis zuin Nactnniliag uotbet ohne jede ^ei bliidlichketl Zeiienpreise:
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klärnng der neuen Reichsregierung jbrt. Reichsminister des Auswärtigen
Gros v. Brockdorff-Rantzau
nimmt als erster das Wort und gibt in
großen Rede die Richtlinien bekannt, nach denen er die austtnartige Polittk des R ffches im Rahmen der allgemeinen Regieningsvvliiik zu füIrren ge» denke. Tie erfte und driiijN'irdste Aufgabe sei es
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SÄEtai|tirtit iüt Tamen und Hemn. llntenidjiggelb W. 8.-, Smnelbu.iflcn an •ferm )lich.Haieakrna,Kaiier- iüce 22, ober bei Urner- itibttfbtginn erbeten, («c
Ute* Um. Laitan] Henn. Stelngoetter Lamstas,lö.Sebrnar abends 6 Ubr: i*c Suber SbonnemenL Suticheine gültig.
Tie Rose vonStamh'l Rontag, 17, -edluer, abcnM 6 Ubt:
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Vrockdorff: „Die Frage des M-ffirn», Fii d ns läng: ron dm Dchingunge i ab, welch
Erfüllung gegangen, die Gegner versuchten im
Gegenteil den Waffensttllstand von Aöonat z
Wirkung des Rätesystems sich
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was uns die Revolution gekostet habe. Die gleiche Auffassung und die,eiben Bedenken wird auch mancher Mehrheitssozialist still im Busen beivegen. Scheidcmann Hal die Entstehungsgeschichte der Revolution so dargestellt, daß man sich recht wohl vorstellen kann, das Notwendige hätte sich auch in ruhiger Entwicklung vollziehen können. Auch Naumann wirft keine Steine auf die jetzt freilich erledig!« Monarchie. Demokratie und Kaisertum sind ursprünglich keine Widersprüche. Naumann wies mit vortrefflichen Worten die falschen und übertriebenen An (Huldigungen unserer Feinde zurück. Aus Selbsterhaltung waren wir zum Militarismus geioinmeu. »Letzt liegen wir am Boden, wieder in derselben Lage wie früher, und fremdes Raubgesindel kommt, um an unseren Knochen zu nagen." Die neuesten Verlautbarungen über die in Paris ausgeörüie.en Wassenstillstands- pläne rechtfertigen vollauf den Ausspruch: l.Weiß uns die Entente nichts anderes zu sagen als: Seid ruhig und laßt euch von den Polen zerfressen!" Heißt es dock;, Wilson sei schließlich damit einverstanden gewesen, von Deutschland zu verlangen, es müsse so weit abrüsten, daß sein Heer den Polen nicht mehr gefährlick) werden könne. In einigen Tagen wird das neue feindliche Waffenstillstands- Programm der Nationalversammlung zur Begutachtung vorliegen. Dann wird die Aussprache wichtiger und folgenschwerer sein als die Erörterung des allgemeinen deutschen Negierungsprogramms. Zu den Erklärungen Eberts und Scheidemanns hat auch Graf Brockdorff-Rantzau einem Ausfrager des „Matin" den Spruch milgegeben: „Ich glaube an eine Versöhnung der Völker, wenn ein Rechtsfriede zustande kommt, aber auch nur unter dieser Voraussetzung."
Die Persönlichkeit des Reichspräsidenten -Ebert hat noch einmal die allgemeine Auf- tznerksamkeit auf sich gezogen, als er in Weimar die Vertreter der Presse um sich versam- 'melte und ihnen sein Verständnis für ihre Aufgaben und für die volle Freiheit ihrer Be- rufsausübung bekundete. Ebert hat früher selbst einmal ein Blatt, natürlich ein sozialdemokratisches, geleitet, und locnn er meinte, daß die Deutschen „von Weltmacht zu geistiger Größe" aufsteigen müßten, so Hal er wohl auch der Presse eine bcsck-eidene Rolle dabei zugedacht. Er stellte als einen Leitgedanken die Achtung vor der Meinung Andersdenkender auf. Sicherlich hat er dabei ein wenig daran gedacht, daß die sozialdemokratische Propaganda des früher in mandjen Kreisen beliebten „Sauherdentones" fortan enlralen Pnne. Die Welt hat sich geändert. Es wird kaum iwch einen „bürgerlichen" Politiker sonderlich reizen, den Neid der Beiitz.osen aufzustacheln mit dem Hinweis auf hohe Minister- gehälter emporgesttegencr Klassengenossen. Wir tragen der Wandlung innnerl)alb der Sozialdemokratie gern Rechnung. Als wir vor einigen Tagen eine durch die Presse gegangene, mittlerweile dementierte Nachricht Wiedergaben, wonach Ebert im Reichskanzler- Hause eines Teiles seiner Garderobe bestohlen worden sei, waren wir sehr erstaunt, daß uns in einer Zuschrift vorgehalten wurde, wir hätten den Volksbeauftragten wegen seines besseren Habits dem ärmeren Proletariat wohl verleiden wollen. Ach, nun heißt es, daß Herr Ebert als Reichspräsident einer Zivilliste von vielleicht einer Million Mark teilhaftig werden solle. Wir haben nichts dagegen einzuwenden, und glauben auch nicht, daß das proletarische Klassenbewußtsein sich dagegen austu- regen braucht. Kleider madjen Leute — diese Lehre ringt sick) allmählick) von oben nack) unten durch; „wer's lang hat, läßt's lang hängen", sagt der Bolksmund dazu. Mit der politischen Garderobe des feinen Tones, die Herr Ebert verbessert haben möchte, siebt es weniger anständig aus. Da hat, wie auch der Fall Eisner mit seiner Kanonade von Schimpfworten wieder beweist, die Spartakusmethode noch manchen gelehrigen Schüler. . .
Deutsche Nationalversammlung.
Weimar, 14. Febr.
Ten ersten Punkt der heutigen Tagesordnung bildete die Wahl des Präsidenten und des Vize- Präsidenten. Zum Prä identen nnirbe der Adg. Fehrenbach (Zentrum), zum Vize-Präsidcn- ten ?lbg> Schulz -Ostpreußm (Coz.) gewählt. Darauf setzte das Hans die Besprechung der Er-
natisirale Schiedsg richlsbacleit unter Verzicht auf eine Rüstung, die es erlauben würde, einen Nachbarn mit sbkachtMitteln zu überfallen. Zu weiteren Beschränkungen unserer Souverän! at sind wir bereit, wenn unsere bisherigen Gegner und unsere künftigen Nachbarn sich den gl-id-en Be- schränkungLM unterwerfen. (Sohr richtig.) Wir ernennen an, haß die Stellung, die Deutschland auf ben Haager Friedenskonfernzen in diesen grundlegenden Fragen eingenommen hat, eine historische Schuld in sich schließt (lebhafte Zustimmung), für die unser ganzes Volk jetzt büßen muß. Dieses Bekenntnis schließt aber keineswegs vas Geständnis aus, daß das deutsche Boll, wie unsere Feinde behaupten, allein am Kriege säiuldig sei und ihn mit Barbarei gefü!)rt hatte, die üjm aussd-ließlich eigen sei. Wir haben uns über jahrelange _ Kriegspläne und über scttlvere Grausamkeiten zu beklagen und sind bereit, über die Schuldigen am Kriege unparteiische Männer urteilen zu lassen. Wir halten an dem Wilsonschen Grundsätze fest, daß an den Sieger keine Kriegskosten zu zahlen und keine Gebiete der Besiegten abzutreten sind. (Lebhafter Beifall.) Verpflichtet und bereit sind wir, die Schäden wieder gut zu macben.in den von uns besetzten Gebieten und die der Zivilbevölkerung durch unseren Angriff entstanden sind. Wemi wir aber in diesen Gebieten das Zerstörte wieder aufbauen, so wollen wir das in freier Arbeit tun. (Sehr richtig.) Wir verwahren uns dagegen, daß man unsere Kriegsgefangenen solche Arbeiten als Sklaven verrichten lassen wUl und etwa den Kriegszustand deshalb verlängert, um einen völkerrechtlichen Vorwand für diese Fronarbeit zu haben. Unsere Gegner verdanken den Sieg zum weitaus großen Teile nicht der militärischm, soi.dern der wir schaff ichen Kriegführung. (Sehr richtig.) Daraus folgt, daß der Friede nicht nur ein politischer, sondern wesentlich auch ein wirtschaftlicher Friede sein muß. Man darf ein Volk wie das deutsche nicht als Volk zweiter Klasje behandeln. (Sehr richtig.) Man darf dem deutschen Volk keine Quarantänezeit auferlegen, so wie man ein Schiff wepen Pestgesahr vor dem Hosni ivrüdbält. (Lebhafter Beifall.) Wenn wir uns nun auf die Friedensbedingungen einlasscn mid für ihre Erfüllung die Sicl-erheit stellen, die ein verständiger Vertragsgegner fordern kann, so liegt fein Grund vor, uns die Meistbegünstigung zu versagen. Allerdings müssen auch wir aus dem Gebiete der Polittk umlenien; wir haben uns nicht immer von der Wahrl-eit leiten lassen, daß bei dem Geschick der Völker der Satz steht: Wenn du nehmen roillft, so gib. (Sehr gut.) Das hängt zu eüiem Teil mit der einseitigen bureaukratischen Besetzung unseres aus- roärtigen Dienstes zusammen. (Sehr richtig.) Mit bureaukrattschen Mitteln lassen sich die neuen Beziehungen der Völker, die durch den Krieg zerrissen sind, nicht wiederherstellen. Deshalb ist mein Plan, erfahrene Praktiker mehr als bisher in den Dienst zu stellen. Ich vertraue daraus, daß unser wirt- Td>aftlirf>cr Auslandsdienst künftig die Handelsfreiheit, die ims ein Rechtsfrieden bringen muß, in einer Weise ausnutzen wird, die gleichweit von unsolider Schleudertvirtschaft wie von eng (erdiger Krämerpolittk entfernt ist. Die Freiheit des Handels aber setzt die Freiheit der Meere voraus. (Sehr richtig.) Deshalb ist für Deutschland der Punkt in Wilsons Programm, der von her Freiheit der Meere spricht, einer der wichtigsten. Dabei kommt es uns weniger auf die Regelung des neuen Soekttegsrechtes an. Wir wollet ictzt nicht von neuen Kriegen reden, sondern vielmehr von der freien Benutzung der Straßen der See, ihrer Küsten und Häfen, lieber diesen Hauptpunkt des künftigen Friedens recht es herrscht aber noch keine Klarheit. Die Entente hat sich im vorigen Herbst ihre Zustimmung dazu Vorbehalten und die Bedingungen, die die Entente im Zusammenhang mit dem Versprechen der Lieferung von Lebensmitteln und die Verlängerung des Waffenstillstandes gestellt hat, lassen befürchten, daß sie Deutschland seiner gesamten Handelsflotte berauben will. Wolle man aber Deutschland zwingen, ohne Handelsflotte in den Völkerbund einzutreten, so bedeutet das eine gewaltsame Umkehrung seiner wirtschaftlichen Entwicklung. (Lebhafter Beifall, und Zustimmung)) Eine solche Umkehrung kann sich nicht ohne krampfhafte Zuckungen vollziehen und würde eine stete BSrohung des allgemei nen Friedens bedeuten. (Mnsowenig kann Deutschland ohne Kolonien in den Völkerbund eintreten, wie ohne unsere Flotte. (Erneute starke Zustimmung.) Nach Wilsons Programm soll die Kolonialfrage eine freie, weitherzige und unbedingt unparteiische Schlichtung Hüben, lIin Sinne dieses Programms erwarten wir die Rückgabe unseres Kolonialbbesitzes, der uns zum Teil unter Bruch internationaler Verträge, zum Teil unter ben fabenfdjeinigfwi Vorwänden genommen worben ist. (Sehr richttg.) Wir sind bereit, über die Abtretung dieser ober jener Kolonie zu verhandeln, aber als rechtmäßige Eigentümer. Aber es stände uns aud) der Verlust wertvoller Reichsgebiete bevor, so im Westen Elsaß-Lotlpffn- ocit und im Osten Gebietsteile, die von über- mi'ynb polnischer Bevölkerung bewohnt werden. Für Elsaß-Loch. ingen müßleu wir das freie Selbst- beslimnrung'srecht fordern, wie wir es auch andern Völkern zuerkennen. Der Redner weist die irn- pen'alisttschen Pläne Frantt ichs aus bas Saar-
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wochenrülblis.
Sitzt Deutschland wieder im Sattel? Dann wird es, nach Bismarcks Wort, auch reiten können. Fragt sich nur, ob der Mustang der Revolution sick) dem durch das traurige Kriegsende vorgeschriebenen Schritt an bequemen ober ob er wild die Beine auswerfen wird. Sch<'ibeinanns vorgesttige Eröffnungsrede hat uns darüber ettvas beruhigt. Indem er erklärte, nicht die Revolution zu beenden, sondern ihr Werk methodisch und ohne Bsulvergießen fortzuführen, sei die Aufgabe von Regierung und Volksvertretung, hat er für eine maßvolle Gangart sich entschieden. Drei Parteien, und demgemäß verschiedene Temperamente, teilen sich in die Reichsregierung. Scheidemann hat zugestanden, daß in dem von ihm gebildeten Kabinett über das Ideal der künftigen Gesetzesordnung verschiedene Aufsössungen herrschen. Immerhin hat uns das von ihm verlesene Regie- rungöprogrrnnm davon überzeugt, daß ein treuer Geist stetigen Fortschrittes das Feld bdjerrfdjen wird. Die Verwaltung wird von oben bis unten demokratisiert, eine tief eingreifende Sozialpolitik wird in allen Arbeits- uud Berussgefilpen eingreifen, wobei weitgehende Fürsorgeversprechungen gemacht toerben. Ein neues Volks Heer soll, unter wesentlicher Herabsetzung der Dienstzeit, auf demokratischer Grunolage aufgebaut werden, Verttaueusausschüsse ber Soldaten sollen bann ein Bescbwerbe- und Konttollrecht ans- üben. Es ist bemerkenswert, daß des Rätesystems weder im Regierungsprogramm noch in der Rede Scheibemanns mit einem Worte gebucht worden ist. Es darf daher bezweifelt werden, ob Mitteilungen aus dem Vollzugs- aussd»uß der Arbeiterräte richtia sind, wonach die Mehrheitssozialisten uno ihre Vertreter in der provisorischen Regierung auf eine verfassungsmäßige Sicherung und Mit-
Felsen von Erz zu ftabtfifirren"? Scheide- mann hat sich eingehender mit den „trüben Rebenerscheinungen" der Revolutton befaßt als mit dem „alten System" und den Kriegs- ursadten. Wohl traf sein kritisches Wort die ,,U-Boot-Prophetew' und den „Hasardeur des Weltkrieges", Ludendorff, indessen war er geflissentlich bemüht, rein parteipolitisches Steckenpferd vorzureiten. Er suchte als Kanzler bei oer großen Mehrheit des deutschen Volkes Rückhalt, indem er nod> einmal aus- sührlich alle dummen ,Streicye und Unbesonnenheiten der linksradikalen Opposittoni geißelte. „Ich glaube die Prophezeiung »Ogen zu dürfen, oaß die Zeiten der Geroaltyerr- schast ein für allemal vorüber sind." Möchte Der neue MimsterpräsiDent darin recht behalten; auch ein anderer Satz, den er prägte, verbannt jeglichen Machtdünkel, ber in der vergangenen Revoluttonszeit sich öfter, als es gut war, breitgemacht hat: „Es ist unser aller Ehrgeiz, mit biefer Verfassung ein Maß von Freiheit zu verbinden, wie sie kein anderes Volk kennt!" Me „Freiheit", die ein Adolf Hoffmann proklamierte, ist hier nicht gemeint, und dem Sozialisierungstrieb werden natürliche Schranken gezogen.
Das Dekennttiis zu einer starken Reichsgewalt verband Scheibemann mit einer wirkungsvollen Hervorhebung ber nationalen Notwendigkeiten bei der Herbeiführung eines balbigen Friedens. Er warnte die Macht- polittker, die „Alldentschen des Auslandes"! Wie anders als früher klingt jetzt die sozialdemokratische Klage doioer das Bestehende! Wie groß und zahlreich sind die Klippen, an denen ber deutsche Idealismus scheitern kann! Dennock) sagte Sck>eidemann: „Mr fühlen die Kraft in uns, der Welt mehr zu geben, als man uns genommen hat, wenn man uns die Arme frei läßt zum Schaffen." Weimarer Sonderberichterstatter wollen wissen, die Stolle habe ursprünglich gelautet: „der Welt mehr zu geben, als wir ihr genommen haben" — das würde eine gar zu offensichtliche Aufforderung an die Entente bebculen, ihre Entschädigungsansprüche gründlich in die Höhe zu schrauben! Nicht durch Tribut und Sklavenarbeit, sondern birrd} eine gesunde Neubelebung des interna:iona(cii Wirtschaftslebens wollen wir bie Völkervorsvhnung herbeiführen.
Die Redner bcs Zentrums und der Demokratie, Grüber und Naumann, schlugen dem Ausland gegenüber noch kräftigere Töne an. Gröber gelangte bei der Umschau nach Den Nöten und Bedrückungen, deren wir uns den Feinden gegenüber zu erwehren haben, zu einer scharfen Mißbilligung der Soldatenräte und der Revolution, die überflüssig und schäd- lid) gcwe'en sei. Der Zentrumsredner verlangte sogar vom Finanzminister zu wissen.
beden zurück und wendet fid) gegen die sich bemerkbar m-.ich.mden LoSlösu'nsZbcstrebun.ien in. v.. ... _______________
verschieben'.m Teilen bvd Reiches. Deuffch-Oesder-1 mail uns machen wird. Wir mrserersei:s trtd) yt>öre seiner Geschükre und seiner Bevölk^-! einen billigen Frieden (equitable) und Vie unges nmü nach LU Tnltschlmd. Mt besonderer Schärfe teure Mehrheit TeutschlLÜds hat teuie Siaxum»
den. Ter Redner setzt ausführlich auf das Völker- bundproblcm ein und spricht die Erloarttrns ans, daß burd) den Völkerbund der Haß allmählich ivivber der ylchtung voreinander Platz macht. Der Redner bittet um das Vintranen der Berfanrm- lung; pc hoffe, zn beweisen, daß man zugleich Graf und Demokrat sein könne. Ter Geist, bet die Debatten leite, werde für die Frage ent- fdjeibenb fern, ob die Sieger das deutsä-e Volk als gikid)bercd)tigt anerkennen oder ob sie ihm Bedingungen znmuten, die es zwingen würden, lieber die äußersten Folgen zu ertragen, als sich diesen Bedingungen zu unterwerfen. Zu einem Teil fei des deutschen Volkes Würde .in seine Hand gegeben. Er gelobe, daß er sie bewahren trolle. (Lebhafter Befall und Händeklalschen.)
Nachdem die M»gg. Keil (Soz.) und Graf Posa dows ky»W e h ner (b.*ur;d)-«na:w a'.t Vp.) den Stand Mn kt ihrer Parteien dargelttff lmbm, )d)(ägit Präsident Fetzrenbach folgende Fnckunsschüsse vor: Für ReichZtzaustzalt imi 28, Wa /iPrüfungen mit 18, GZd-ästso.d ung mit 21, al iß-.1 meine Redprungen mit 14, für Handel und Gewerbe und soziale Angelegenheiten mit je 28 Mitgliedern.
Schluß nach 7 Utzr. Nächste Sitzung Sonnabend 2 Uhr (InterpeUation Heinze über den Waffenstillstand, Fortsetzung der Besprechung ber Negierungserklärunq in Verbindung mit ter ersten und eventuell zweiten Beratung eines dritten! Nachtrages zum Reichshaustzallsetot von 1918).
Die ÄrcbitDorlrgc.
Berlin ,14. Febr. Aus Weimar N7ird gemeldet: Der Nattanalversammlung ist als erster Gesetzentwurf soeben dir neue Kr ed i t v o r 1 a ge von 2 5,3 Milliarden zugegangen. In der Begründung heißt es, daß der dem Reichstag unterer 31. Oktober 1918 zugegangene Entwurf evos Gesetzes betreffend die Festsetzung eines drittre Nachtrages zum zum Reid)shaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1918 nicht zur verfassungsmäßigen Erledigung gelangt sei. Infolge Nicht-mstandekow- mens dieses Gesetzes, durch das der Reichskanzler ermächttgt werden sollte zur Bestteitiing von Änmaligen außerordentlichen Ausgala.t aus klnlaß des Krieges die Summe von 15 Milliarden im Wege des Kredites fluffig zu madjen, trete bald darauf Erfchöpfung des für das Rcch- nungsjahr 1918 zur Veriüwng gestellten Kredües ein. In ber dadurch g.ffchaffeuen ZnxmgslE faT) die Reichsregierung sich nackj eingehender Erwägung gezwungen, die Geldmittel durch die Begebung von Reichswed>seln zu befd,anen. Tas Betteteticses allein gangbaren Weges erfolgte im Veimlßtsein, daß zur Wiederlxnslvllung verfassungsmäßiger Zustände nachträglid) die Geneh- migng ein zu holen wäre. Arn Schlüsse wird noch gesagt, daß bei der außerordentlichen Dringlichkeit der Angelegenheit auf die geforderten Kredit/ bereits Auszahlungen geleistet werden könnten.
iährhdi 'Ult. 4.05 durch ilbbole- u. Zweigstellen monatl Ml. 1.25 durch die Post Mk. 4.05 oiertd- fährt, ausschl. Bestellq. Aenifprecti - 9lnfd)liifie: für bie Cchritzleitu>igl12 Perlna,tt^schä'tsstelle51 AnschristfürTralNiuich» eichten: LnzeigerSletze«.
Ire
Line Unterredung mit Graf vrockdarsf.
Genf, 14. Febr. Ein Vertreter des „Matin", ein Leutnant der französischen Armee, hatte ein» Unterredung mit Graf Brockeorff-Rantzau, die^etzt in folgendem Wortlaut vorliegl: *
Brockdorff-Rantzau -Lassen Sie bitte ztmädrst den Titel Exzellenz. Er ist aus diesem Hause verbannt, und ivir sprechen beide auf glei- dwm Fuße von Mann zu Mann. Sie wünschen sich ein Bild von der Innenlagc Deuffchlands zu madxm und fdröpfen direkt an ber Quelle. Ich schätze diese aufrichtige Metlfvde, denn eine un» vartciifdr, sichere Untersuchung ist besser als ein Austausch von Brleumdungen und Deschintpfun- gen von einem Volk zu in andern."
Leutnant: „Glauben Sie an die Möglich feit einer Aussöhnung bet Völker?"
Brockdorff: ^,Jn diesem Gedanfon habe id) in der ernstesten etunbe unserer Geschidvte di,' Last des Außenamtes übernommen. Wer ich will mtb verlange auch, daß Deutschland nicht als Varia bebaubclt werde. Man bclnuptet ausschieß- lich, die Hohcnzollern und die Militär käste zu bekämpfen. Jetzt, da ber Militttrisnrus mro bc£ Kaiserreich darniederliegen, unternimmt man aber Anschuldigungen gegen das ganze deutsche Bolt. Die letzten Reden Poincarös und Clemeneeaus zielen ja auf nichts weniger, als auf bie Ser* ntd)htng einer Nation, lvelche sich mit Mut und Ausridstigseit schug. Man will uns in bie Kniec zwingen. Nun wohl: Ich toerde trotzdem pich. Die Verproviantierung durch Amerika anflebcii EntwÄxr gibt man zu, daß wir leben müssen und gibt uns zu essen, ober man gibt zu, es Je ebensogut daß wir umfontmci^ bann werben wü würdevosl zugrunde gehen." '
Nach einer Reihe von AuSeinanversetzungei über die elsässische Frage heißt es bamt nx-itcr
Leutnant: „Glauben Sie an einen Tau^r friede», welcher durch Hintergedanken an eint Revanche nicht wieder gebrochen zu werden be-
für einen raschen Friede» zu arbeiten, der ein BÄ-ürfnis für bie ganze Welt sei. Uufert Hoffnungen auf einen baUnsai Frieden feun nicht in ruug
Gietzener Anzeiger
Ä. General-Anzeiger für Oberhessen
AwkMngrnmddruck «. Verlag: vrühl'sche Univ.-buch- u. Steinöruderei R. Lange. Zchriftlettung, Geschästrstelle n. Druckerei: Zchulftr 7.
gelebt hätten. Was h^ißt es,
aoisttge Gut der Revolution vor dem Verschleudern zu bewahreM', ober „die Souveränität des deutschen Volkes wie einen
es von beiden Seilen Mterkannl ist, mü) werde mich L--- ----o-- .
von ihm nicht abdrängen lassen. Dazu gehört Pfletrn. Ein besonders tmchttgcr Gegenftand, ter in erster Linie die Unterwerfung unserer Diffe- j dre Friedenskonserenz besdiäNlgen werte, |et tee renje» mit den anderen Staaten unter eine inter-! stitg'luug des mternattonalen Arberterrechts. Wie


