Ausgabe 
14.8.1919
 
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Donnerstag, U- August 1919

169. Jahrgang

Erstes Blatt

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Beamten leisten folgenden Eid

Bauer und Michaelis.

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Dauer.

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,,Nrick>SverordmingSblatt veröffentlicht die n e u c V e r f a s s u n g, die damit in Kraft ge­treten ist.

Ter Reichspräsident hat den bisherigen Präsidenten des ReichSministeriumS, Herrn ustav Bauer, zum Reichskanz­ler ernannt.

Die verfassunggebende Deutsche Natio­nalversammlung führt von jetzt ab die Be­zeichnung Reichstag. Die bisherige Ver­tretung der Landesregierungen bei der ReichS- regiening, der Ltaatenausschutz, hat aufgeljö . t zu bestehen. An sein« Stelle ist der Reichsrat getteten.

Der Reichspräsident hat eine Verord­nung erlassxn, daß alle Beamten des Reiches und der Länder, der Gemeinden, Kommunalvei bände und sonstigen öffentlichen Anstalten sowie die Angehörigen der Wehr­macht unverzüglich auf die Reich sver- fassungzuvereidiyen sind.

Die Vereidigung der Beamten

Berlin, 13 .Aug. (Wolff.) Die Verord­nung über die Vereidigung der öffentlicl)en Bearn-

Das neue ungarische Ministerium.

Berlin, 13. Aug. (WTB.) Das Achtuhr- Abendblatt veröffentlicht nachstehende Zusammen.-- stellung des neuen ungarischen Mini­ster iu ms: Ministerpräsident Lovaszy, Außen­minister Graf Julius Andrassy, Ackerlxrumimster Szabo, Kriegsminister Friedrich, Handelsministev Garami, Volkswohlsahrtsminister Veidl, Unter-« richtsminister Huszar. *

Die Lage in Rußland«

Aus dem Reiche.

Die Verhandlungen mit Polen.

Berlin, 13. Aug. (Wolff.) In der gestrigen, vorbereitenden Sitzung mit den polnischenDe- legierten mürbe eine Vereinbarung über die Bildung von Kommissionen und Unter? o'm Missionen für die Ber- hlandlungsgebiete erzielt. Heute vormittag fanb im Reichsmini st erium des Innern eine Be­sprechung sämtlicher Behörden über die hiermit zusammenhängenden Fragen statt. Insbesondere wurde die Beteiligung der einzelnen Ressorts an den verschiedenen Kommissionen sestgelegt. Ver­handelt wird über militärische und polilfch-admmi- strative Fragen, die Ueberleitung der Rechtspflege, Schul- und Kinl^nfragen, Wohl!ahrtseinnchtu.n- gcn, Sozialversicherungen, Staatsdomänen anäi Forsten, Ansiedlung, die Rückgabe der Internierten und Kriegsgefangenen, die Amnestie und Nieder- scklagung voll Strasversahr^r, wirtschaftliche ruch

Inkrafttreten der ueuen

Verfassung. «

Berlin, 13. Aug. (Wolff.)

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-fAleöener lert B anM i

Annahme von Anzeigen s. die Zaflesnummer vts zum Rachmiltag vorher ohne jedeVerbiiidlichkett Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34iumBreite örtli i) 15 Pf., auswärts 18 Pi., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschriii20°/., Aufschlag. HauptjchriiUeiler: Ang. Goeg. Lerantivortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v- Beck; sämtllch ui Gießen

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t verstanden erklärt hatte, eine weitere Unklarheit, die zu Mißverständnissen Anlaß geben könnte.

I Meine Meinung über die Belanglosigkeit der Schlußsätze Ihres Briefes habe ich allerdings nicht

I tieänbert. Jeder, der Ihren Brief an den General- ieldmarschall v. Hindenburg unbefangen liest, wird

i ntir zugestehen müssen, daß die fraglichen Schluß- sätze für die Beurteilung des wesentlichen Inhaltes des, Brieses ohne Bedeutung waren. (?) Der

i Mingende Punkt war doch, warum die da-, ...x _.

| nralige Regierung keine entsprechende Erklä- Kopen h a g en , 13. Aug. (Wolff.) ^re Mit-

! nang über Belgien abgab, das heißt, eine I fflieber des d ä ui scheu Roten Kreuzes in

: Erklärung, derzusolge TeutschlarU) berett ivar, Bel- Rußland trafen gestern abend über War-

Berlin, 13. Slug. (Wolff.) Der Präsident des Reichsministeriums, Bauer, richtete an bat früheren Reichskanzler Michaelis nachstehendes i Schreiben: Ew. Exzellenz erwidere ich auf das K Schreiben vonr 9. August folgendes: In Beant- foortung Ihres Ersuchens, die in der N a t i o n a l- versammlung nicht mit verlesenen Schlußsätze Ihres Schreibens an den Generalfeldmarschall von Hindenburg der Oeffentlichkeit zur Kenntnis zu geben, hatte ich zunächst den Grund angeführt, nxirum die Schlußsätze nicht mit verlesen worden Wren, nämlich weil sie für belanglos gehalten tourben gleichzeitig aber gebeten, falls Sie auf die sofortige Veröffentlichung und zwar auch trotz der bereits von ter Nationalversammlung beschlos­senen Veröffentlichung des vollen Wortlautes Wert legen sollten, mich zwecks dieser Veranlassung ver­ständigen zu wollen. Dies bedeutet in der Ihnen vertrauten Amtssprache die restlose Bereitwilligkeit zur Veröffentlichung. In der von Ihnen der Presse gegebenen Erklärung heißt es dagegen ich darf wörtlich zitieren: (Ministerpräiioent) hat sich bereit erklärt, wenn ich die sofortige Veröfsent- lichung wünschte, mich mit ihm verständigen zu bollen. Es wird hier also, soweit die sprachlich nicht klare Fassung die Deutung zuläßt, im Gegen-

Entente Proklamation der Rheinischen Republik?

Darmstadt, 14. Aug. Wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, soll in einer der nächsten Nächte im besetzten Gebiet die Proklamation der Rheinischen Republik wieder erfolgen. In welchem Gewände diesmal die Proilamation voll­zogen werden soll, ist noch nicht genau festzu­stellen, doch darf man vermuten, daß Dorten und sein Anhang sich diesmal im Hinter­gründe halten wird. Es ist wahrscheinlich, daß diesmal klerikal-ultramontane Korporationen auf den Plan treten. Man darf wohl erwarten, daß die Abwehrbewegung auch diesmal auf dem Posten sein wird; hoffentlich mit keinem gerin­geren .Erfolg als am 1. Juni. Auch aus Lud­wigshafen wird gemeldet, daß sich die Anzeichen, nach denen die Pfalz unmittelbar vor einem neuen Putsche steht, täglich mehren. Der in Hessen aus seiner Darmstädter Tätigkeit in der U. S. P. bekannte 4 ehemalige Sträfling Eggersdorfs Dalias Arends) wird von der französischen Behörde zum Losschlagen ermuntert. Ein französis cher Wagenpark und Waffen sind den Put­schisten zur Verfügung gestellt worden. Arends und Haaß (der Träger des vorigen Putsches) gehen nun aufs ganze und beabsichtigen in einer der nächsten Nächte, wenn kein Arbeiter und Bürger die Straßen betreten darf, sämtliche Regie- rungs- und Bezirksämter zu be­setzen.

DieRepublik der Länder am Rhein".

Köln, 12. Aug. Der Hauptausschuß für die Errichtung einer Republik der Län­der am Rhein hat an die deutsche Reichs­regierung in Weimar ein Telegramm gerich­tet, das sich inhaltlich mit der am 4. August in einer Versammlung gefaßten Entschließung deckt und an deren Schluß es heißt:Im Auf­trage der Versammlung vom 4. August for­dern wir im Namen des rheinischen Volkes der gesamten besetzten Gebiete die s o f o r t i g e Anberaumung der allgemeinen Volks­abstimmung und erwarten die zusagende Antwort auf unsere Forderung umgehend zu Händen des Vorsitzenden Dr. Müller in Köln."

Eine Absage des evangelischen Bundes.

Köln, 12. Aug. Der Vorstand des rhei­nischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes sandle eine längere Erklärung an die preußische Regierung, in der es u. a. heißt: Wir rheinischen Protestanten lehnen mit aller Entschiedenheit die Bestrebungen zur Er­richtung einer rheinischenRepublikab. Wir wollen nichts zu tun haben mit Plänen und Machenschaften, welche unter dem Deck­mantel vaterländischer Beweggründe ihren ultramontanen Ursprung nicht verber­gen können und letzten Endes deutschfremden Interessen dienen."

Dieser Erklärung schließen sich elf rhei­nische evangelische Bünde an.

General Gerard, derNeutrale".

Aus der Pfalz wird geschrieben: Es ist ja sattsam bekannt, welche Rolle General Gerard in der Pfalz spielt. In letzter Zeit nimmt jedoch das doppelzüngige Verhalten dieses politisierenden Ge­walthabers der Pfalz Formen an, daß es dringend notwendig erscheint, das Urteil der breitesten OeffeMlichkeit, insbesondere auch der neutralen Presse, anzurufen. General Gerard ließ offiziell erklären, daß irgendwelche politische Versamm­lungen von ihm, dem General, nicht genehmigt würden. Er mische sich grundsätzlich nicht in die inneren politischen Verhältnisse der Pfalz ein und sei vollkommen neutral.

Wie liegen nun die tatsächlichen Verhältnisse? Der BundFreie Pfalz", der die Losreißung bet Pfalz von Bayern uttb dem Reich verfolge, ver­anstaltet mit Wissen ber französischen Militärbehörde fortgesetzt politische Ver­sammlungen. Es fanden u. a. folgende Versamm­lungen statt: Am 17. 6. 19 in Herxheim, am 22. 6. 19 in Herxheim, am 23. 6. 19 in Hatzen­bühl, am 3. 7. 19 in Landau, am 10. 7. 19 in Ludwigshafen, am 13. 7. 19 in Rheinzabern, am 13 7. 19 in Ludwigshafen, am 16. 7. 19 in Knittelheim, am 19. 7. 19 in Hütschenhausen, am 28. 7. 19 in Ludwigshafen (Saal Diebold), ebenso

schau und Berlin hier ein. Der Führer ber Abteilung, Dr. Martini, erklärte Zeitungs­berichterstattern, baß bic Abteilung Moskau am 19. Juli verlassen habe, weil bie polirisck-cn Ver­hältnisse in Rußlanb immer unerträglicher geworben seien. Sinin und Trotzky seien in ber letzten Zeit burch noch rabitalerc Elemente, an bereu Spitze der lettisck)e Maler Peters und T s ch e s ch i n s k i stünden, in den Hintergrund gedrängt worden. An den Fronten seien wahre Metzeleien veranstaltet worden, zu denen Chinesen gedungen wurden. Dr. Martini beklagte sich sodann bitter über bie Behandlung des dänischen Roten Kreuzes, bei bem sich auch Frauen und Kinder befanden, beim Eintreffen in Polen.

Rückzug KoltfchatS.

Am st erb am, 13. Aug. (W. B.) Das Preß­bureau Radio meldet aus Washington, daß das gesamte Heer Koltschaks genötigt ist, fick) vor den weit überlegenen bolschewistischen Streit­kräften zurückzuziehen. Koltsihaks Truppen seien bereits 200 Meilen zurückgewichen. Es werbe mit ber Möglichkeit gerechnet, daß Omsk fällt, und daß bie Bolschewisten dadurch die Kontrolle über Sibirien bekommen.

Strafverfahren gegen Bela Khun.

B u b a b e ft, 13. Aug. (Wolff.) Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des Vizeadmirals Niklaus Hort Hy zum Oberkommandanten ber gesamten ungarischen Wehrmacht, sowie die Er­nennung des Generals Karl Soos zum General­stabschef Die Budapester Staatsanwaltschaft leitete gegen Bela Khun u. Gen. ein Strafver­fahren nxgen Verbrechens ber Aufreizung zum Verbrechen des Mordes unb der Gelbfälschung, sowie anberer ftrafbarer Handlungen ein und erließ einen Steckbrief gegen sie.

ug. (WM.) fr» »litt des LisalvcÄ 'atze ton zwei irnia einen Angestellte k. Löhnungsz,.

den (tut dir sie ötn ab. Es gelang W n.

am 1. 8. 19 in Ludwigshafen (Saal Diebold). Zu diesen Versammlungen wird in großen Pla­katen offiziell eingelaben.

Von alledemweiß" die französische Militär­behördenichts". Ten auf dem Boden von Recht und Verfassung stehenden politischen und wirt­schaftlichen Organisationen der Pfalz dagegen wird jegliche Erörterung ber psülzisclxm Frage in Ver­sammlungen verboten. Alle Vorstellungen in dieser Angelegen beit werden entweder unbeantwortet ge­lassen oder mit dem kurzen Bescheid verabschiedet, die Abhaltung polttisck)cr Versammlungen in der Pfalz bleibt nach wie bor verboten!" So handelt ber offizielle Vertreter Frankreichs in der Pfalz!'

Mehr noch. Der Generalanzeiger in Ludwigs-' Hafen voin 30. 7. 19 wurde von derfranzösischen Zensurstelle in Ludwigshafen" gezwungen, folgende Versammlungsnotiz aufzuiiehmen: Die am 28. Juli 1919 im Saale Diebold, Gräfenaustr. 8, ab­gehaltene Mitgliederversammlung des Bundes Freie Pfalz", Ortsgruppe Ludwigshafen, hat folgende Resolution einstimmig angenommen unb bringt diese sämtlichen Pfälzern und Pfälzerinnen, sowie Gleichgesinnten zur öffentlichen Kenntnis: Tie Versammlung des BundesFreie Pfalz" stellt sich auf dem Standpunkt, daß sich bie Aus­führungen des Herrn Referenten Eichhorn voll unb ganz mit dem Wunsche der Mitglieder decken unb es dringend für notwendig erachten, daß die Pfalz eine freie neutrale Republik mit einem Staatsgebilde, ähnlich wie die Schweiz, ohne An­schluß an Frankreich, proklamiert wird." Sämtliche Anmeldungen unb Anfragen, sowie Aus­künfte nimmt an und erteilt der provisorische Ausschuß, Geschäftsstelle, Gräsenaustr. 21."

Daß in dieser Versammlung starker Protest gegen die Ausführungen des Referenten sich erhob, daß die Mehrzahl der Anwesenden sich keineswegs am den Standpunkt des Referenten gestellt haben, das durfte natürlich nicht veröffentlicht werden.

Gibt cs denn in der neutralen Presse tatsäch­lich kein Verständnis für eine derartige Knebe­lung ber polttisck>en Meinung in der Pfalz? ES kann doch nicht alles Lüge und Phrase sein, was je in ber amerikanischen unb englischen Presse über bas Selbstbestimmungsrecht der Völker ge­schrieben worden ist? Im Interesse dieses Selbst­bestimmungsrechts der Völker, das hier kn der Pfalz mit unglaublickier Brutalität mit Füßen getreten wird, bittest wir die Auslandspresse, durch geeignete Vertreter sich »davon zu überzeugen, tote, Frankreichs Generäle hohnlachend sich über affe geschriebenen unb ungeschriebenen MenschheitS« rechte Hinwegsetzen. *

Ein selbständiges Oberschlefien?

Berlin, 13. Aug. (WTB.) Einem Mit­arbeiter bes Achtuhrabendblattes gegenüber er* klärte Ministerpräsident Hirsch u. a., die preu­ßische Regierung würde sich der bereits anerkann­ten Forderung nach Schaffung eines selbständigen Oberfchlesiens nicht widersetzen. Die Schaffung einer selbständigen Provinz Oberschlefien wäre nud noch eine Frage der Zett.

Schleswig.

Berlin, 13. Aug. (Wolfs.) Nach derDeut­schen Mlgemcinen Zeitung" teilt das Apenradei dänische BlattHeimdal" mit, daß das französische Kri^sschiffMarseillaise" zur Verfügung der Verbandskonnnission hi den dänischen Ge­wässern bleiben wird. Die Besatzung beträgt 900 Mann. Während der Abstimmungszett wird ein französisches Bataillon in Stärke von 1100 Mann nach Flensburg verlegt. Außerdem stellt Frank­reich der Kommission eine Landungsabteilung von 600 Mattosen zur Verfügung.

Die internationale Arbeiterkonferenz.

9t m ft erb am. 13. Aug. (Wolff.) Meuter mel-, bet aus Washington: Präsident Wilson bat bic vom Friedensvertrag vorgesehene internatio­nale Arbeiterkonferenz zum Oktober nach Washington einberufen.

Ter Führer der Mehrheit und Vorsitzende deS Senatsansfchusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Lodge, nannte im Senat in einer langen Rede den Völkerbund ein absichtlich entstelltes Experiment und erklärte, der Völkerbundsverttag müsse, besonders was die Ar- ttkel 10 unb 15 anbelangt, geändert werden, bevor er ratifiziert werde.

Generalstreik in Belgien.

Berlin, 13. Aug. (Wolff.) Wie derB. Z." ans Brüssel gemeldet wird, fand dort ein außerordentlicher Kongreß des belgt» scheu Eisenbahn-, Post-, Telegrapl)en- intb Marine- NarionalVerbandes statt. Es wurde fast einstimmig beschlossen spätestens am 17. August mitlernacht in den Streik einzutteten.

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Der Völkerbund-Vertrag.

Amsterdam, 13. Aug. (Wolff.) Das Presse- burcau Radio meldet aus Washington, daß auf Ersuchen des Senatsausschusses Präsident Wilson dem Ausschuß einen Originalentwurf für den. Völkerbundsvertrag, wie er der Friedenskonferenz unterbreitet wurde, übersandt hat. In dem Schreiben an den Vorsitzenden des Ausschusses, Senator Lodge, teilte der Präsident mit, daß andere Entwürfe neben demjenigen, der von ber Pariser Friedenskonferenz angenommen würbe, ungültig sind. Der Präsident _ erklärte auch, daß er n i ch t in der Lage sei', das stenogra­phische Protokoll ber Verhandlungen der Kon­ferenz zu unterbreiten, da man übereingekommen sei, daß das Memorandum vertraulich fei und daß auch andere Regierungen die Verttau- lichkeit wahren werden.

Paris, 13. Aug. (Wolff.) Die Zeitungen melden, daß die Antwort der rumänifd)en Dele­gierten eingegangen ist. Sie soll in unbestreitbar versöhnlichem Geiste gehalten sein. Die ntmä» Nische Regierung hat, wie es imPetit Parisien" heißt begriffen, baß es aussichtslos märe,. die Dinge z>n verschärfen und daß eine Verständi­gung mit den Alliierten vorteilhaft für sie ist.

Die Bestrafung Schuldiger.

Versailles. 13. Aug. (Wolff.) Im belgi­schen Senat beantwortete geftern der Justiz­minister Vanbervelde eine Interpellation über die Bestrafung Schuldiger, deren 9luslieferung von Deutschland verlangt werden soll. Vandervelde sagte, demnächst finde in Paris eine Vereinigung ber Delegierten ber alliierten Staaten statt, bie die Akten zu prüfen hätten und die die Art des Vergehens festsetzen würden. Bel­gien stelle eine Liste auf, die die verhältnismäßig längste sei. Alle großen Schuldigen würden ver­folgt werden.

Oestereichifche Republik.

Versailles, 13. Aug. (WTB.) Ter Oberste Rat der Alliierten beschäftigte sich in feiner gestri­gen Sitzung mit ber Feststellung der Antwort auf die österreichischen Gegenvorschläge. Er hat be­schlossen, aus dem Friebensverttag die Bezeichnung Teutsch--Oesterreich zu entfernen und von nun ab nur noch von der Oesterreichischen Repu­blik zu sprechen.

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Auf Grund des Artikels 176 ber Versa,sung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 tReichsgesetzbl. S. 1383) wird verordnet:

Artikel 1: Alle öffentlichen Beamten und An­gehörigen der $3ebtm(td)t sind unverzüglich auf die Verfassung des putschen Reiches zu vereidigen, unb zwar leisten erstens bic Reichs beamten fol­genden Eid: Ich schwöre: Treue der Verfassung, (tfeborfant den Gesetzen und gewissenhafte Erfül- lintg meiner Amtspflichten. Zweitens: Mle Übri»

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Awillingrnmddnrck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- u. Sleinbruderei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Oruckeret: Zchulstr. 7.

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Ter Gießener 7ln;ei-ee erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezugrpreir:

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giert bedingungslos aufzugeben. Gerade durch den Schlußsatz'roerm wir auf obiger Grundlage der Welt den Frieden verschaffen könnten", verwttffn Sie nochmals auf Ihr durch Bedingungen .vertios gemachtes Programm, beim in der obigen Grund­lage 'nraren eben Forderungen inbegriffen, welch: bie nach Lage der Umstände erforberliche klare Er­klärung bezüglich Belgien unmöglich macksten. In der Ihnen naheswl-cnden Presse wird nun auf Grund Ihrer letz en Erklärung der Versuch gemacht, den Sinn Ihrer Worte dahin umzudeuten, daß Sie mit einemnoch so wertvollen Stützpunkt", um deffenttoillen nicht einen Moment länger Krieg geführt werden sollte, Lütttch verständen hättm. Mit dieser Verschiebung wird sie Ivenig GHücf haben. ,Sie wolltenauf obiger Grundlage" Frie­den schließen. Dazu gehört aber in erftir Linie bie Forderung von Lütttch unb eines Sicherhetts- geländes. Ternoch so wertvolle Stützpunkt" ist nichts anderes als die slandrische Küste, um welch: damals in der Oeffentlichkeit und im Kronrat fo heftig gekämpft .vurde und deren Besitz eben mit der Annexion praktisch gleichbedeutend war. Taß Hin­denburg in Kenntnis der Vorgänge den Sinn der Wendung von einemnoch so wertvollen Stützpunkt sofort ebenso verstand, geht ja aus seiner Antwort hervor, in der er schreibt:Ich verhehle mir nicht, daß in der Marine und in weiten patriarischen Kreisen der Verzicht auf die flandrische Küste als'ein fd/nxter Schlag empfunden tverden wird, der nur bann gemildert werden kann, wenn bie auch von Ew. Exzellenz der Marine zuerkannten Kompen­sationen zur Tat werden. Ich sehe mit Ludendorff diese Kompensationen iu und außerhalb unsere Kolonialreiches." Tie erwähntenKampenso- tionen" sind ein weiterer Beweis für den Mangel an Verständnis für die polttisckst Lage in der da­maligen Regierung und für die Reichhaltigkeit des Annexionsprogramms, an der jede Friedensmög­lichkeit ^während Ihrer Amtszeit scheitern mußte

Ick) schwöre Treue der Reichsverfassung. Drittens: Die Angehörigen der Wehrmacht leisten folgenden Eid: Ich schwöre Treue der Reichsverfassung und gelobe, daß ich als tapferer Soldat das Deutsche Äeich, ferne Lxsetzmäßigen Einrichtungen jederzeit 'chützen und bnn Reichspräsidenten und meinen Vorgesetzten- Gehorsam leisten will.

Artikel 2: Die Landesregierungen können, an Stelle der Eidesleistung nach Artikel 1, Ziffer 2 kn ordnen, daß in den Diensteid, den die 'Beamten nach dem Landesrecht zu leisten haben, die Worte eingesetzt werben:Treue der Reichs-

3: In der gleichen Weise sind künftig alle neuernannten öffentlichen Beamten unb alle Angehörigen ber Wehrmacht vor dem Diensteinttrtt zu vereidigen.

Artikel 4: Die von den Beamten und den Angehörigen ber Wehrmacht unterzeichneten Nach­weise über bie Eidesleistung sind zu verwahren.

Schwarzburg, den 11. August 1919.

^Der Reichspräsident: Reichsminister des Innern: gez. Ebert ge^. David.

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8 l '1 tob zu meiner restlosen Bereitwilligkeit einer noch- -matW'l l maligen Verständigung über die Veröffentlichung vorausgesetzt. Ich lege Wert darauf, dies klar zu 1 fbellen, weil die unzutreffende Wiedergabe meines > Schreibens den Eindruck erwecken könnte, als wenn id.Kuns,yw ich ber Veröffentlichung irgend welche Schwierig- 'T feiten in den Weg gelegt hätte. Sie haben bann F diese Meine Bereitwilligkeit mtt ber sofortigen Ver­öffentlichung Ihrerseits beantwortet unter ber halt­

losen Begründung, Sie hätten nicht erwarten kön- I neu, daß ich meine Meinung ändere. Welche Mei- r. kung? Bezüglich der Veröffentlichung war keine i J A-enderung notwendig, weil ich mich mtt ihr ein- "iw ' "»MW» , MkiiOb j and