Donnerstag, U- August 1919
169. Jahrgang
Erstes Blatt
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Beamten leisten folgenden Eid
Bauer und Michaelis.
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,,Nrick>SverordmingSblatt veröffentlicht die n e u c V e r f a s s u n g, die damit in Kraft getreten ist.
Ter Reichspräsident hat den bisherigen Präsidenten des ReichSministeriumS, Herrn ustav Bauer, zum Reichskanzler ernannt.
Die verfassunggebende Deutsche Nationalversammlung führt von jetzt ab die Bezeichnung Reichstag. Die bisherige Vertretung der Landesregierungen bei der ReichS- regiening, der Ltaatenausschutz, hat aufgeljö . t zu bestehen. An sein« Stelle ist der Reichsrat getteten.
Der Reichspräsident hat eine Verordnung erlassxn, daß alle Beamten des Reiches und der Länder, der Gemeinden, Kommunalvei bände und sonstigen öffentlichen Anstalten sowie die Angehörigen der Wehrmacht unverzüglich auf die Reich sver- fassungzuvereidiyen sind.
Die Vereidigung der Beamten
Berlin, 13 .Aug. (Wolff.) Die Verordnung über die Vereidigung der öffentlicl)en Bearn-
Das neue ungarische Ministerium.
Berlin, 13. Aug. (WTB.) Das Achtuhr- Abendblatt veröffentlicht nachstehende Zusammen.-- stellung des neuen ungarischen Minister iu ms: Ministerpräsident Lovaszy, Außenminister Graf Julius Andrassy, Ackerlxrumimster Szabo, Kriegsminister Friedrich, Handelsministev Garami, Volkswohlsahrtsminister Veidl, Unter-« richtsminister Huszar. *
Die Lage in Rußland«
Aus dem Reiche.
Die Verhandlungen mit Polen.
Berlin, 13. Aug. (Wolff.) In der gestrigen, vorbereitenden Sitzung mit den polnischenDe- legierten mürbe eine Vereinbarung über die Bildung von Kommissionen und Unter? o'm Missionen für die Ber- hlandlungsgebiete erzielt. Heute vormittag fanb im Reichsmini st erium des Innern eine Besprechung sämtlicher Behörden über die hiermit zusammenhängenden Fragen statt. Insbesondere wurde die Beteiligung der einzelnen Ressorts an den verschiedenen Kommissionen sestgelegt. Verhandelt wird über militärische und polilfch-admmi- strative Fragen, die Ueberleitung der Rechtspflege, Schul- und Kinl^nfragen, Wohl!ahrtseinnchtu.n- gcn, Sozialversicherungen, Staatsdomänen anäi Forsten, Ansiedlung, die Rückgabe der Internierten und Kriegsgefangenen, die Amnestie und Nieder- scklagung voll Strasversahr^r, wirtschaftliche ruch
Inkrafttreten der ueuen
Verfassung. «
Berlin, 13. Aug. (Wolff.)
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Annahme von Anzeigen s. die Zaflesnummer vts zum Rachmiltag vorher ohne jedeVerbiiidlichkett Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v.34iumBreite örtli i) 15 Pf., auswärts 18 Pi., für Reklame- anzeigen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- vorschriii20°/., Aufschlag. HauptjchriiUeiler: Ang. Goeg. Lerantivortlich für Politik: Ang. Goetz, für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v- Beck; sämtllch ui Gießen
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t verstanden erklärt hatte, eine weitere Unklarheit, die zu Mißverständnissen Anlaß geben könnte.
I Meine Meinung über die Belanglosigkeit der Schlußsätze Ihres Briefes habe ich allerdings nicht
I tieänbert. Jeder, der Ihren Brief an den General- ieldmarschall v. Hindenburg unbefangen liest, wird
i ntir zugestehen müssen, daß die fraglichen Schluß- sätze für die Beurteilung des wesentlichen Inhaltes des, Brieses ohne Bedeutung waren. (?) Der
i Mingende Punkt war doch, warum die da-, ™ ...x _.
| nralige Regierung keine entsprechende Erklä- Kopen h a g en , 13. Aug. (Wolff.) ^re Mit-
! nang über Belgien abgab, das heißt, eine I fflieber des d ä ui scheu Roten Kreuzes in
: Erklärung, derzusolge TeutschlarU) berett ivar, Bel- Rußland trafen gestern abend über War-
Berlin, 13. Slug. (Wolff.) Der Präsident des Reichsministeriums, Bauer, richtete an bat früheren Reichskanzler Michaelis nachstehendes i Schreiben: Ew. Exzellenz erwidere ich auf das K Schreiben vonr 9. August folgendes: In Beant- foortung Ihres Ersuchens, die in der N a t i o n a l- versammlung nicht mit verlesenen Schlußsätze Ihres Schreibens an den Generalfeldmarschall von Hindenburg der Oeffentlichkeit zur Kenntnis zu geben, hatte ich zunächst den Grund angeführt, nxirum die Schlußsätze nicht mit verlesen worden Wren, — nämlich weil sie für belanglos gehalten tourben — gleichzeitig aber gebeten, falls Sie auf die sofortige Veröffentlichung und zwar auch trotz der bereits von ter Nationalversammlung beschlossenen Veröffentlichung des vollen Wortlautes Wert legen sollten, mich zwecks dieser Veranlassung verständigen zu wollen. Dies bedeutet in der Ihnen vertrauten Amtssprache die restlose Bereitwilligkeit zur Veröffentlichung. In der von Ihnen der Presse gegebenen Erklärung heißt es dagegen — ich darf wörtlich zitieren —: (Ministerpräiioent) hat sich bereit erklärt, wenn ich die sofortige Veröfsent- lichung wünschte, mich mit ihm verständigen zu bollen. Es wird hier also, soweit die sprachlich nicht klare Fassung die Deutung zuläßt, im Gegen-
Entente Proklamation der Rheinischen Republik?
Darmstadt, 14. Aug. Wie uns zuverlässig mitgeteilt wird, soll in einer der nächsten Nächte im besetzten Gebiet die Proklamation der Rheinischen Republik wieder erfolgen. In welchem Gewände diesmal die Proilamation vollzogen werden soll, ist noch nicht genau festzustellen, doch darf man vermuten, daß Dorten und sein Anhang sich diesmal im Hintergründe halten wird. Es ist wahrscheinlich, daß diesmal klerikal-ultramontane Korporationen auf den Plan treten. Man darf wohl erwarten, daß die Abwehrbewegung auch diesmal auf dem Posten sein wird; hoffentlich mit keinem geringeren .Erfolg als am 1. Juni. Auch aus Ludwigshafen wird gemeldet, daß sich die Anzeichen, nach denen die Pfalz unmittelbar vor einem neuen Putsche steht, täglich mehren. Der in Hessen aus seiner Darmstädter Tätigkeit in der U. S. P. bekannte 4 ehemalige Sträfling Eggersdorfs Dalias Arends) wird von der französischen Behörde zum Losschlagen ermuntert. Ein französis cher Wagenpark und Waffen sind den Putschisten zur Verfügung gestellt worden. Arends und Haaß (der Träger des vorigen Putsches) gehen nun aufs ganze und beabsichtigen in einer der nächsten Nächte, wenn kein Arbeiter und Bürger die Straßen betreten darf, sämtliche Regie- rungs- und Bezirksämter zu besetzen.
Die „Republik der Länder am Rhein".
Köln, 12. Aug. Der Hauptausschuß für die Errichtung einer Republik der Länder am Rhein hat an die deutsche Reichsregierung in Weimar ein Telegramm gerichtet, das sich inhaltlich mit der am 4. August in einer Versammlung gefaßten Entschließung deckt und an deren Schluß es heißt: „Im Auftrage der Versammlung vom 4. August fordern wir im Namen des rheinischen Volkes der gesamten besetzten Gebiete die s o f o r t i g e Anberaumung der allgemeinen Volksabstimmung und erwarten die zusagende Antwort auf unsere Forderung umgehend zu Händen des Vorsitzenden Dr. Müller in Köln."
Eine Absage des evangelischen Bundes.
Köln, 12. Aug. Der Vorstand des rheinischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes sandle eine längere Erklärung an die preußische Regierung, in der es u. a. heißt: „Wir rheinischen Protestanten lehnen mit aller Entschiedenheit die Bestrebungen zur Errichtung einer rheinischenRepublikab. Wir wollen nichts zu tun haben mit Plänen und Machenschaften, welche unter dem Deckmantel vaterländischer Beweggründe ihren ultramontanen Ursprung nicht verbergen können und letzten Endes deutschfremden Interessen dienen."
Dieser Erklärung schließen sich elf rheinische evangelische Bünde an.
General Gerard, der „Neutrale".
Aus der Pfalz wird geschrieben: Es ist ja sattsam bekannt, welche Rolle General Gerard in der Pfalz spielt. In letzter Zeit nimmt jedoch das doppelzüngige Verhalten dieses politisierenden Gewalthabers der Pfalz Formen an, daß es dringend notwendig erscheint, das Urteil der breitesten OeffeMlichkeit, insbesondere auch der neutralen Presse, anzurufen. General Gerard ließ offiziell erklären, daß irgendwelche politische Versammlungen von ihm, dem General, nicht genehmigt würden. Er mische sich grundsätzlich nicht in die inneren politischen Verhältnisse der Pfalz ein und sei vollkommen neutral.
Wie liegen nun die tatsächlichen Verhältnisse? Der Bund „Freie Pfalz", der die Losreißung bet Pfalz von Bayern uttb dem Reich verfolge, veranstaltet mit Wissen ber französischen Militärbehörde fortgesetzt politische Versammlungen. Es fanden u. a. folgende Versammlungen statt: Am 17. 6. 19 in Herxheim, am 22. 6. 19 in Herxheim, am 23. 6. 19 in Hatzenbühl, am 3. 7. 19 in Landau, am 10. 7. 19 in Ludwigshafen, am 13. 7. 19 in Rheinzabern, am 13 7. 19 in Ludwigshafen, am 16. 7. 19 in Knittelheim, am 19. 7. 19 in Hütschenhausen, am 28. 7. 19 in Ludwigshafen (Saal Diebold), ebenso
schau und Berlin hier ein. Der Führer ber Abteilung, Dr. Martini, erklärte Zeitungsberichterstattern, baß bic Abteilung Moskau am 19. Juli verlassen habe, weil bie polirisck-cn Verhältnisse in Rußlanb immer unerträglicher geworben seien. Sinin und Trotzky seien in ber letzten Zeit burch noch rabitalerc Elemente, an bereu Spitze der lettisck)e Maler Peters und T s ch e s ch i n s k i stünden, in den Hintergrund gedrängt worden. An den Fronten seien wahre Metzeleien veranstaltet worden, zu denen Chinesen gedungen wurden. Dr. Martini beklagte sich sodann bitter über bie Behandlung des dänischen Roten Kreuzes, bei bem sich auch Frauen und Kinder befanden, beim Eintreffen in Polen.
Rückzug KoltfchatS.
Am st erb am, 13. Aug. (W. B.) Das Preßbureau Radio meldet aus Washington, daß das gesamte Heer Koltschaks genötigt ist, fick) vor den weit überlegenen bolschewistischen Streitkräften zurückzuziehen. Koltsihaks Truppen seien bereits 200 Meilen zurückgewichen. Es werbe mit ber Möglichkeit gerechnet, daß Omsk fällt, und daß bie Bolschewisten dadurch die Kontrolle über Sibirien bekommen.
Strafverfahren gegen Bela Khun.
B u b a b e ft, 13. Aug. (Wolff.) Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des Vizeadmirals Niklaus Hort Hy zum Oberkommandanten ber gesamten ungarischen Wehrmacht, sowie die Ernennung des Generals Karl Soos zum Generalstabschef Die Budapester Staatsanwaltschaft leitete gegen Bela Khun u. Gen. ein Strafverfahren nxgen Verbrechens ber Aufreizung zum Verbrechen des Mordes unb der Gelbfälschung, sowie anberer ftrafbarer Handlungen ein und erließ einen Steckbrief gegen sie. •
ug. (WM.) fr» »litt des LisalvcÄ 'atze ton zwei irnia einen Angestellte k. Löhnungsz,.
den (tut dir sie ötn ab. Es gelang W n.
am 1. 8. 19 in Ludwigshafen (Saal Diebold). — Zu diesen Versammlungen wird in großen Plakaten offiziell eingelaben.
Von alledem „weiß" die französische Militärbehörde „nichts". Ten auf dem Boden von Recht und Verfassung stehenden politischen und wirtschaftlichen Organisationen der Pfalz dagegen wird jegliche Erörterung ber psülzisclxm Frage in Versammlungen verboten. Alle Vorstellungen in dieser Angelegen beit werden entweder unbeantwortet gelassen oder mit dem kurzen Bescheid verabschiedet, „die Abhaltung polttisck)cr Versammlungen in der Pfalz bleibt nach wie bor verboten!" So handelt ber offizielle Vertreter Frankreichs in der Pfalz!'
Mehr noch. Der Generalanzeiger in Ludwigs-' Hafen voin 30. 7. 19 wurde von der „französischen Zensurstelle in Ludwigshafen" gezwungen, folgende Versammlungsnotiz aufzuiiehmen: Die am 28. Juli 1919 im Saale Diebold, Gräfenaustr. 8, abgehaltene Mitgliederversammlung des Bundes „Freie Pfalz", Ortsgruppe Ludwigshafen, hat folgende Resolution einstimmig angenommen unb bringt diese sämtlichen Pfälzern und Pfälzerinnen, sowie Gleichgesinnten zur öffentlichen Kenntnis: „Tie Versammlung des Bundes „Freie Pfalz" stellt sich auf dem Standpunkt, daß sich bie Ausführungen des Herrn Referenten Eichhorn voll unb ganz mit dem Wunsche der Mitglieder decken unb es dringend für notwendig erachten, daß die Pfalz eine freie neutrale Republik mit einem Staatsgebilde, ähnlich wie die Schweiz, ohne Anschluß an Frankreich, proklamiert wird." — Sämtliche Anmeldungen unb Anfragen, sowie Auskünfte nimmt an und erteilt der provisorische Ausschuß, Geschäftsstelle, Gräsenaustr. 21."
Daß in dieser Versammlung starker Protest gegen die Ausführungen des Referenten sich erhob, daß die Mehrzahl der Anwesenden sich keineswegs am den Standpunkt des Referenten gestellt haben, das durfte natürlich nicht veröffentlicht werden.
Gibt cs denn in der neutralen Presse tatsächlich kein Verständnis für eine derartige Knebelung ber polttisck>en Meinung in der Pfalz? ES kann doch nicht alles Lüge und Phrase sein, was je in ber amerikanischen unb englischen Presse über bas Selbstbestimmungsrecht der Völker geschrieben worden ist? Im Interesse dieses Selbstbestimmungsrechts der Völker, das hier kn der Pfalz mit unglaublickier Brutalität mit Füßen getreten wird, bittest wir die Auslandspresse, durch geeignete Vertreter sich »davon zu überzeugen, tote, Frankreichs Generäle hohnlachend sich über affe geschriebenen unb ungeschriebenen MenschheitS« rechte Hinwegsetzen. *
Ein selbständiges Oberschlefien?
Berlin, 13. Aug. (WTB.) Einem Mitarbeiter bes Achtuhrabendblattes gegenüber er* klärte Ministerpräsident Hirsch u. a., die preußische Regierung würde sich der bereits anerkannten Forderung nach Schaffung eines selbständigen Oberfchlesiens nicht widersetzen. Die Schaffung einer selbständigen Provinz Oberschlefien wäre nud noch eine Frage der Zett.
Schleswig.
Berlin, 13. Aug. (Wolfs.) Nach der „Deutschen Mlgemcinen Zeitung" teilt das Apenradei dänische Blatt „Heimdal" mit, daß das französische Kri^sschiff „Marseillaise" zur Verfügung der Verbandskonnnission hi den dänischen Gewässern bleiben wird. Die Besatzung beträgt 900 Mann. Während der Abstimmungszett wird ein französisches Bataillon in Stärke von 1100 Mann nach Flensburg verlegt. Außerdem stellt Frankreich der Kommission eine Landungsabteilung von 600 Mattosen zur Verfügung.
Die internationale Arbeiterkonferenz.
9t m ft erb am. 13. Aug. (Wolff.) Meuter mel-, bet aus Washington: Präsident Wilson bat bic vom Friedensvertrag vorgesehene internationale Arbeiterkonferenz zum Oktober nach Washington einberufen.
Ter Führer der Mehrheit und Vorsitzende deS Senatsansfchusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Lodge, nannte im Senat in einer langen Rede den Völkerbund ein absichtlich entstelltes Experiment und erklärte, der Völkerbundsverttag müsse, besonders was die Ar- ttkel 10 unb 15 anbelangt, geändert werden, bevor er ratifiziert werde.
Generalstreik in Belgien.
Berlin, 13. Aug. (Wolff.) Wie der „B. Z." ans Brüssel gemeldet wird, fand dort ein außerordentlicher Kongreß des belgt» scheu Eisenbahn-, Post-, Telegrapl)en- intb Marine- NarionalVerbandes statt. Es wurde fast einstimmig beschlossen spätestens am 17. August mitlernacht in den Streik einzutteten.
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Der Völkerbund-Vertrag.
Amsterdam, 13. Aug. (Wolff.) Das Presse- burcau Radio meldet aus Washington, daß auf Ersuchen des Senatsausschusses Präsident Wilson dem Ausschuß einen Originalentwurf für den. Völkerbundsvertrag, wie er der Friedenskonferenz unterbreitet wurde, übersandt hat. In dem Schreiben an den Vorsitzenden des Ausschusses, Senator Lodge, teilte der Präsident mit, daß andere Entwürfe neben demjenigen, der von ber Pariser Friedenskonferenz angenommen würbe, ungültig sind. Der Präsident _ erklärte auch, daß er n i ch t in der Lage sei', das stenographische Protokoll ber Verhandlungen der Konferenz zu unterbreiten, da man übereingekommen sei, daß das Memorandum vertraulich fei und daß auch andere Regierungen die Verttau- lichkeit wahren werden.
Paris, 13. Aug. (Wolff.) Die Zeitungen melden, daß die Antwort der rumänifd)en Delegierten eingegangen ist. Sie soll in unbestreitbar versöhnlichem Geiste gehalten sein. Die ntmä» Nische Regierung hat, wie es im „Petit Parisien" heißt begriffen, baß es aussichtslos märe,. die Dinge z>n verschärfen und daß eine Verständigung mit den Alliierten vorteilhaft für sie ist.
Die Bestrafung Schuldiger.
Versailles. 13. Aug. (Wolff.) Im belgischen Senat beantwortete geftern der Justizminister Vanbervelde eine Interpellation über die Bestrafung Schuldiger, deren 9luslieferung von Deutschland verlangt werden soll. Vandervelde sagte, demnächst finde in Paris eine Vereinigung ber Delegierten ber alliierten Staaten statt, bie die Akten zu prüfen hätten und die die Art des Vergehens festsetzen würden. Belgien stelle eine Liste auf, die die verhältnismäßig längste sei. Alle großen Schuldigen würden verfolgt werden.
Oestereichifche Republik.
Versailles, 13. Aug. (WTB.) Ter Oberste Rat der Alliierten beschäftigte sich in feiner gestrigen Sitzung mit ber Feststellung der Antwort auf die österreichischen Gegenvorschläge. Er hat beschlossen, aus dem Friebensverttag die Bezeichnung Teutsch--Oesterreich zu entfernen und von nun ab nur noch von der Oesterreichischen Republik zu sprechen.
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Auf Grund des Artikels 176 ber Versa,sung des Deutschen Reiches vom 11. August 1919 tReichsgesetzbl. S. 1383) wird verordnet:
Artikel 1: Alle öffentlichen Beamten und Angehörigen der $3ebtm(td)t sind unverzüglich auf die Verfassung des putschen Reiches zu vereidigen, unb zwar leisten erstens bic Reichs beamten folgenden Eid: Ich schwöre: Treue der Verfassung, (tfeborfant den Gesetzen und gewissenhafte Erfül- lintg meiner Amtspflichten. Zweitens: Mle Übri»
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
Awillingrnmddnrck u. Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- u. Sleinbruderei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle u. Oruckeret: Zchulstr. 7.
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giert bedingungslos aufzugeben. Gerade durch den Schlußsatz „'roerm wir auf obiger Grundlage der Welt den Frieden verschaffen könnten", verwttffn Sie nochmals auf Ihr durch Bedingungen .vertios gemachtes Programm, beim in der obigen Grundlage 'nraren eben Forderungen inbegriffen, welch: bie nach Lage der Umstände erforberliche klare Erklärung bezüglich Belgien unmöglich macksten. In der Ihnen naheswl-cnden Presse wird nun auf Grund Ihrer letz en Erklärung der Versuch gemacht, den Sinn Ihrer Worte dahin umzudeuten, daß Sie mit einem „noch so wertvollen Stützpunkt", um deffenttoillen nicht einen Moment länger Krieg geführt werden sollte, Lütttch verständen hättm. Mit dieser Verschiebung wird sie Ivenig GHücf haben. ,Sie wollten „auf obiger Grundlage" Frieden schließen. Dazu gehört aber in erftir Linie bie Forderung von Lütttch unb eines Sicherhetts- geländes. Ter „noch so wertvolle Stützpunkt" ist nichts anderes als die slandrische Küste, um welch: damals in der Oeffentlichkeit und im Kronrat fo heftig gekämpft .vurde und deren Besitz eben mit der Annexion praktisch gleichbedeutend war. Taß Hindenburg in Kenntnis der Vorgänge den Sinn der Wendung von einem „noch so wertvollen Stützpunkt sofort ebenso verstand, geht ja aus seiner Antwort hervor, in der er schreibt: „Ich verhehle mir nicht, daß in der Marine und in weiten patriarischen Kreisen der Verzicht auf die flandrische Küste als'ein fd/nxter Schlag empfunden tverden wird, der nur bann gemildert werden kann, wenn bie auch von Ew. Exzellenz der Marine zuerkannten Kompensationen zur Tat werden. Ich sehe mit Ludendorff diese Kompensationen iu und außerhalb unsere Kolonialreiches." Tie erwähnten „Kampenso- tionen" sind ein weiterer Beweis für den Mangel an Verständnis für die polttisckst Lage in der damaligen Regierung und für die Reichhaltigkeit des Annexionsprogramms, an der jede Friedensmöglichkeit ^während Ihrer Amtszeit scheitern mußte
Ick) schwöre Treue der Reichsverfassung. Drittens: Die Angehörigen der Wehrmacht leisten folgenden Eid: Ich schwöre Treue der Reichsverfassung und gelobe, daß ich als tapferer Soldat das Deutsche Äeich, ferne Lxsetzmäßigen Einrichtungen jederzeit 'chützen und bnn Reichspräsidenten und meinen Vorgesetzten- Gehorsam leisten will.
Artikel 2: Die Landesregierungen können, an Stelle der Eidesleistung nach Artikel 1, Ziffer 2 kn ordnen, daß in den Diensteid, den die 'Beamten nach dem Landesrecht zu leisten haben, die Worte eingesetzt werben: „Treue der Reichs-
3: In der gleichen Weise sind künftig alle neuernannten öffentlichen Beamten unb alle Angehörigen ber Wehrmacht vor dem Diensteinttrtt zu vereidigen.
Artikel 4: Die von den Beamten und den Angehörigen ber Wehrmacht unterzeichneten Nachweise über bie Eidesleistung sind zu verwahren.
Schwarzburg, den 11. August 1919.
^Der Reichspräsident: Reichsminister des Innern: gez. Ebert ge^. David.
ähmaschln. reibmasc* :hlnent'««h' ob|enpa,P!l, _______________________ ,.
8 l '1 tob zu meiner restlosen Bereitwilligkeit einer noch- -matW'l l maligen Verständigung über die Veröffentlichung ■ vorausgesetzt. Ich lege Wert darauf, dies klar zu 1 fbellen, weil die unzutreffende Wiedergabe meines > Schreibens den Eindruck erwecken könnte, als wenn id.Kuns,yw ich ber Veröffentlichung irgend welche Schwierig- '“T feiten in den Weg gelegt hätte. Sie haben bann F diese Meine Bereitwilligkeit mtt ber sofortigen Veröffentlichung Ihrerseits beantwortet unter ber halt
losen Begründung, Sie hätten nicht erwarten kön- I neu, daß ich meine Meinung ändere. Welche Mei- r. kung? Bezüglich der Veröffentlichung war keine i J A-enderung notwendig, weil ich mich mtt ihr ein- "iw ' "»MW» ™, MkiiOb j and


