Vie Haltung Ser Unabhängigen in Sayern.
Berlin, 13. März. (WTB.) Tie „Boss. Utg." meldet aus 5cün tfcen: Bon der gefmgen Veneralver >'amm'uni der unabhängigen so- tzialdemokratischen Partei wurde be^ ßchlossen, die bürgerliche Temokrstlie und den bürgerlichen Parlamentaris.nus al5 Ausdruck des voli- Lrschen Wittens, als Kampfmittel des werktätigen Balkes imb grirndsZtzlich die Verwaltung durch das werktätige Volk und die Tiktotur des gesarmen ?Bult tat iate;- cA-3 nicht terroriilischeS, sondern chöpsecisches Mittel tu fordern. Voraussetzung sri die Eroberung der politischen Macht durch die Räte. Tie Bartet febe in der kommunistischen Bar tei eine Bruderorganisation unbi wolle die revolutionären sozialisliscl^n Massen Ser MehrheitSparteicn für den Nouaujbau gewinnen. Sie verwerfe die Vereinbarungen oom 7. und 8. Mär; und lehne die Teilnahme am Ministerium mit den Mehrheitlern ab.
(Eine Kundgebung der Hauptfaktoren de; deutschen wirtschaftrlrdenr.
Berlin, 13. März. (MTB.) Zu einer elnheitlid/en gewaltigen Ä u ndgebung des deutschen MrtschaftSlebens zu den Nöten und Ausgaben der Zeit gestaltete sich lxute die Versammlung, M ber der Deutsche Handwerks- u. Gewerbe ka m m e r t a g, der Deutsch- Industrie- und Hanbelslag, der Reichs ius- schust der Teutfchen Landwirtschaft, der Reichsocrband- der deutschen Industrie, der Zentraloerband des deutschen Großhandels und die Arbeitsgemeinschaft des deutschen Einzelhandels «ingeladen -Uten. Alle Redn« betonten nack^rücklich, daß, nur die Befreiung von den Fesseln der Zwangswirtschaft und die Auf- nahrne der Arbeit unter der SelbstoeranlwoNlich- feit aller Beteiligten den Wiederaufbru des deutschen Wrlsä-aftslebens ermöglichen könne. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, in der gesagt wird: Die Pflicht des l^esetzgebers und der Sanierung ist es, die Sicherheit und Ordnung wiederhcrzustellen. So schnell als möglich ist der Zwang der Kriegswirtschaft Xu beseitigen. Die Sozialisierung mag man für ein »eine Gewerbezmeigc zugestehen, grundsätzlich ist sie zu bekämpfen, weü sie die Höch!« Anspannung der wirtsclxkftlickien Kräfte verhindert. Durch Stenern dürfen nicht der Volkswirtschaft die Mittel entzogen werden, die mi ihrer Erhaltung und Entwicklung erforderlich sind. Im Arbeiter und Angestellten mögen sich bewußt sein, da» ihr Wohl mit dem (Seocibcn der gesamten Volkswirtschaft verknüpft ist. Flammender Einspruch ist gegen btc Auslieferung der Handelsflottei zu erheben. Zu einem Frieden auf Grund der Wil- fanscl-en Pimkie haben sich die Gegner durch Vertrag verpflichtet. Danach ist uns die fteie Be- tcilrgnng am Weltverkehr zu gewähren und sicher- zustetten. Ter Landerraub an unseren Grenzen und die geplante Wegnahme unserer Kolonien widersprechen jenen Punkten unb wären ein empörender Rechtsbruch. Wir können nur einen Frieden unterzeichnen, der uns die Wie- deraufrichtnng unserer Wirtfchast gestattet und uns nicht zu Sklaven Macht.
Srzbrrger und die deutsche Jriedenddelegatiou.
Berlin, 13. Märtz. (WTB.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, lehnte Erzberger troh wiederholter Bitten den (Eintritt in die deutsche Frkedcnsdclcgalion ab.
Wer will des Strome» Hüter sein?
Paris, 13. März. (WTB.) Tas Unter» komitce der Kommission fmr die Häsen und Wasserwege, das sich mit der Regelung der Schiffahrt befaßt, schlägt vor, bci6 der R Hein für die Schiffahrt aller Nationen ohne Unter» fdsieb geöffnet ist imb von einer Kommission, ähnlich der Donau komnnssivn, kontrolliert nttrb. Bezüglich des Kieler Hafens wird der Kommission vvrgesrlstagen, daß dieser zur freien Verfügung für die Handels- und Kriegsflotte aller Nationen steht. Der Slknral soll weiterhin deutsches Eigentum bleiben und von Deutschland in Betrieb gehalten werden. Mit den Befestigungen dcä Kanals werden sich die militärischen und andere Sat^xnrftäiibiite des Obersten Rates befassen. An alle neutralen Nationen Europas, Asiens und Südamerikas ist seitens der Friedenskonferenz die Einladung ergangen, Vertreter abzuordiren, btc an der in Paris am 20. März stattfindendcn privaten, riichtofsizicllen Konferenz trilnehrnrn imb dort ihre Ansichten über bat Völkerbund darlcgcn können.
Der Kamps im Osten.
Libau, 13. März. (WTD) Fm weiteren Vordringen wurde den Bolschewisten der wichtige Eisenbalmknotenpunkt Schau len, wo die Bahnen Tilsit-Mitau und Libau—Dünalmrg sich treffen, unter steten Kämpfen entrissen. Nördlich davon wurde Szagarren an der litauisch-kurländisä-en Grenze, genommen.
Oesterreich und die Dschccho« Slowaken.
Wien, 13. MäA. (WTB.) Nach einer Meldung deS Wiener Corr.-Bur (atm von einem formellen Abbruch der diplomatischen De- Dichungen pv'.sch.n der tschecho-slowakisclben und der deutsch-österreichischen Republik keine Rede sein, wenn auch eine diplomatische Spannung wegen per tschecko-stvwakisckten Bc chuldigungcn besieht. Der übliche tägliche Verkehr mit der tschccho-slo- wckkischen Gesandtschaft ist unterbrochen.
Au» Liessen.
Au» den dlusschüffeu der Kammer.
Darmstadt, 12. März. Der Geseh- aebungsausschust hat heute mittag die Beratung dcr Stüdteordnung, Land- gemcindeordnuna, Kreis- und Provinzialordnung begonnen.
Der F i n a n z a u s s ch u tz beriet heute vormittag mit der Regierung. Mit der redaktionellen Fassung in Kap. 2 (Zivillifte), „vorläufiger Betrag der seitherigen Kronrente bis zur Abwicklung der Verhandlungen" hat sich die Regierung einverstanden erklärt. In Sachen der Ztvillifte erklärte die Regierung, daß die Verhandlungen mit dem Großh. Kabi nett noch im Gange seien. Sei bis zum 1. Avril keine Aussicht auf Vergleich, so werde die Regierung zur Erreichung ihres Zwecks andere Wege einschlagen müssen.
Eine einheftlubc Preisbildung des
AoszeS, wie sie im Ausschuß emgertot wurde, ftößt nach der Regierung auf so große Schwierigkeiten (Unterschiede in den Transportkosten), daß sie als unausführbar erscheint. Bei Kap. 3 (Weingüter), 7a (Braunkohlenwerke), 8 (Bad Nauheim) überzeugte sich der Ausschuß, daß eine doppelte, kaufmännische Buchführung zu weitläufiger Arbeitsbelastung führen würde, doch teilt die Regierung mit, daß die Aufstellung einer kaufmännischen Bilanz dagegen möglich sei, wozu die Grundlagen in den Büchern vorhanden sind. Bei Kap. 12 (direkte Steuern) ist durch einen Nachtrag der Regierung die Zahl der Stellen, in denen Schreibgehilfen angestellt werden können, von 227 auf 260 erhöht worden (Ministerium des Innern 40, Mini fterium der Justiz 122, Ministerium der Finanzen 98). Zur Aufbesserung der Vergütung der nichtangcstellten Schreibgchilfen sind 200 000 Mk. als Nachtrag zu 116b eingesetzt worden, und zwar sollen künftig vom 20. Lebensjahr ab statt 800 1200 Mk gegeben werden, und von da ab soll die Vergütung langsam ansteigen bis zu 1800 Mk. im 35. Lebensjahr statt seither im 44. Lebensjahr. Hierzu kommen selbstverständlich die Kriegsteuerungszulagen. Bei Kap. 14 (Staatsministerium) legt die Regierung die Gründe dar, weshalb es zur Vermehrung der Minifter- stellen gekomnien ist.
A«» Stadt und Land.
Gießen, 14. März 1919.
Lebensmittel.
* • Die Kartoffelbestellausweise und die bereits verfallenen Kartoffelmarken, die infolge der schlechten Belieferung der Stadt Gießen mit Kartoffeln seither nicht eingelöst werden konnten, können jetzt durch die Kartoffeihändler beliefert werden. Die Kartoffelhändler haben genügend Vorrat an Kartoffeln. Ab 22. März verlieren die Bestellausweise ihre Gültigkeit, Kartoffeln werden dann nur noch auf Wochen- Kartoffelmarken verausgabt.
* • Heringausgabe. Freitag den 14. bis einschließlich Samstag den 15. März gelangen in verschiedenen Geschäften Heringe zur Derteüung. Der Verkauf der Heringe erfolgt gegen Abgabe des Be. zugsabschnilts Nr. 13. Aus jeden Abschnitt entfällt ein Hering zum Preise von 65 Pfennig
• * Käseverteilung Am 15. März 1919 gelangt in verschiedenen Geschäften Käse zur Verteilung.
* * Buttermarken. Am Freitag den 14. und Sonnabend den 15. ds. Mts. erfolgt die Ausgabe neuer Butterkarten. Die Karten find in der für das Bestelloerfahren üblichen Form gedruckt worden, da nach einem vor einigen Wochen gefaßten Deschin'; des Lebensmittelausschuffes das Bestelloerfahren auch bei Butter unter Aufhebung der jetzigen Bezirksein- tettung eingeführt werden sollte. Jn der Sitzung vom 12. ös. Mts. hat der Lebensmittelausschuh jedoch beschloffen, von der Durchführung des Vorbestelloer. fahrens abzusehen. Die Abgabe von Butter erfolgt daher wie bisher entsprechend der Bezirkseinteilung in den Filialen der Molkerei Grieb. Außerdem wird in dem bisherigen Umfange in den Geschäften von H. Driesch, Seltersweg, H. Arnold II., Kaiser- Allee, Konsum.Verein Gießen u. Umg., August Kallenfels, Marktplatz, Butter gegen die jeweils gültigen Buttermarken abgegeben. Jn der nächsten Woche ist die Buttermarke Nr. 12 gültig.
• • Stöbt Gemüseoerkauf, Marktlauben. Heute und die folgenden Tage kommen u. a. getrocknete Gelberüben, Weißkraut, Wirsing, Weiße, rüden und Kartoffel zum Verkauf. Ferner noch Sauer- kraut, das Pfund zu 15 Pf^ Zwiebeln das Pfund zu 50 Pf und Grünkohl.
• • Freibank. Samstag, 15. März 1919, werden von 12 bis 4 Uhr die Nrn. 1301 -1500 beliefert
• • 8 Pfund Kartoffeln und 1 Pfund Fleisch für den Landarbeiter. Durch eine neuerliche Verfügung des Neichsernährungsamts sind dem Landarbeiter, der in Selbstversorgungsbetrieben arbeitet, Zulagen zur Lebensmittelration zugebilligt worden, die voraussichtlich einen beträchtlichen Anreiz auf die Aufnahme der Landarbeit durch die städtischen Arbeiter ausüben dürften. Wie wir nun vom Reichs- ernährungsamt erfahren, beträgt die Wochenration für Kartoffeln für den Landarbeiter 7 Pfund (außer- dem zur Brotstreckung 600 Gramm)- die Fleischration wöchentlich 500 Gramm, die wöchentliche Duttermenge 100 Gramm. Der Landarbeiter, soweit er Selbst- versorger ist, erhält ferner monatlich 9 Kilogr. Brot- getreide, 2 Kilogr. Gerste, Hafer und Mais, 1 Kilogr. Hülsenfrüchte. Endlich werden ihm für das ganze Wirtschaftsjahr an Buchweizen zugewiesen 25 Kilogr., an Hirse 10 Kilogr. und an Grünkern 3 Kilogr.
Die Znckerversorgung.
Der Umstand, daß vor dem Kriege größere Mengen Zucker aus Deutschland ausgeführt wurden, wird immer wieder ins Feld geführt, um die ze tweilige Iuckerknappheit als (Ergebnis mangelhafter Organisation der Kriegswirtschaft darzustellen. Die Erzeu- gung von Zucker ist jedoch, wie bekannt, in den Kriegsjahren außerordentlich zurück gegangen.
So wurden an Rüben verarbeitet: imFahre1913 14 16939979 Tonnen, 1917,18 9242519 Tonnen 1918/19 p423000 Tonnen.
Der daraus gewonnene Rohzucker betrug: 1913 14 617937 Tonnen, 1917/18 1 547936 Tonnen, 1918 19 1250000 Tonnen.
Die für 1918/19 angegebenen Zahlen beruhen nur auf Schätzungen, da genaue Unterlagen zur Zeit noch nicht vorliegen.
Der Rückgang in der Rüdenoerarbeitung und der Rohzuckerherstellung ist durch die Schwierigkeiten ver. anlaßt die sich nach dem Abschluß des Waffenstillstandes und nach der Umwälzung besonders im Der- k. hrswesen, aus dem Gebiet der Kohlenförderung und auf dem Arbeitsmarkt ergaben.
Di« durch das Kriegsende bedingten und vielfach sehr überschätzten Ersparungen an Zucker können eine Verbefferung der Lage nicht herbeiführen. Die für die Munitionsherstellung verwendete Iuckermenge b<- trug im letzten Jahre nur 65006 Tonnen und fällt für die Gesamtoerteilung wenig ins Gewicht Für Heer und Marine wurden bisher, einschließlich des für Marmelade-, Kunsthonig. und Keksherstellung benötigten Zuckers, insgesamt 2.6000 Tonnen verbraucht. Auch hieraus kann eine Verbefferung der Iuckerversorgung nicht ermöglicht werden, da den Kommunaloerbänd n die Mengen Zucker, die für die aus dem Heeresdienst enUaffenen Mannschaften bestimmt sind, zur Verfügung gestellt werden.
Die Lag« b«r Zuckerversorgung ist aus all diesen Gründen äußerst gespannt. (Es besteht die begründete Hoffnung, daß die Ration des Verbrauchszuckers für die Bevölkerung nicht her- abgesetzt gu werden braucht 3n Ausaahmefallen
wird es notwendig werden, für den Derbrauchszucker zur Ergänzung der fälligen Ration Rohzucker zur Verteilung zu bringen. Für die Herstellung von Mar- melade bzw. zur Verarbeitung der vorhandenen Rohstoffe sowie für die Herstellung von Kunsthonig ist nicht genügend Zucker vorhanden, um die Verteilung von Brotauiftrid) im bisherigen Umfange Ms zum Ende des Wirtschaftsjahres festzusetzen. Die Zuweisung von besonderen Mengen Einmachezucker wie in den Vorjahren kann nicht in Aussicht gestellt werden, die Hausfrauen werden sich zweckmäßig auf das zuckertest' Einkochen vorbereiten ober ver- suchen müssen, sich aus den monatlichen Zuteilungen Zucker zu ersparen.
•
• * Seinen 70. Geburtstag feiert am 15. März der Veteran Adolf Kreuter.
• • Don der Landes-Universität Außerhalb unserer Stabt geht das Gerücht, daß die Landes- Universität wegen Ueberfüvung schon jetzt keine Studierende mehr für das Sommer-Semester 1919, das am 29. April anfängt, aufnehme. Wie wir hären, entbehrt das Geruckt jeder Grundlage' es ist wohl mit einem starken Andrang zu rechnen, jedoch wird die Zahl der Stubierenöcn nicht beschränkt
•• Aus dem Stadttheaterbureau. Auf das heute ftattfindende Gastspiel des Tegernseer Bauerntheaters sei auch an dieser Stelle gang besonders hingewiefen. Morgen, Samstag, gelangt neu- einstudiert Obfens .Nora» zur Aufführung. Die Vorstellung zählt als 19. im F eitags-Abonnement. 3n den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Allner, Marks, wwie die Herren Teleky, Volck und Hanfer. Am Sonntag nachmittag wird die Fallsche Operette „Die Rose von Slambul" wiederholt, während abends das Lustspiel „Die Journalisten" gegeben wird. Bemerkt sei noch ausdrücklich, daß vorn nächsten Sonntag ab die Abendvorstellungen im Stadt- theater wieder um 7 Uhr beginnen, während die Nachmittagsvorstellungen um 3 Uhr anfangen.
• * Die Sicherheit s wache faßte gestern mehrere Hamsterer aus Westfalen ab, in deren Besitz 3 Zentner Mehl, 14 Liter Del und Butter oorgefunben würben. Für das Mehl zahlten sie für das Pfund I Mk., Butter 17 Mk. und Oel bas Liter 28 Mk. Die Leute hatten die Gegenstände von Landwirten und einer Oelmühle in Großen-Bufeck und Beuern erworben.
♦ * Diebstähle. Am 10. d. Mts. wurde an3 einem Garten An den BahntzZfen rin älterer dunkler Rick, eiire blaue Arbrilsfchürze, sntei Svaten, eine Hacke, ein ftxirft, zwei S.Hippen, ein B il und eine Mistgabel itnb in der Zeil vom 14.—15. Fevr. aus einem Blockhaus in der Nähe deS Schrffen- bcrg5 mittelst Einbruclts eine grün gemusterte, eine bla «gemusterte lutb ritte weiß- und bimt- karierte Tisd>decke, zwei Federkissen, ein Korb und eine vernickelte Rosensd«re entwendet. Sadibien» (idie Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
•* Besetzwe chsel. Das Haus mit (Barten des Herrn Dr. Keller, Mannheim, Ost-Anlage 39, ist für 70000 Mk. an Herrn I. Sonn übergegangen.
Der Fernsprechverkehr mit Deutsch, öfterreich und Ungarn ist allgemein wieder zuge- laffen. Anträge von Firmen usw. auf Zulassung zum Fernsprechverkehr mit Deutsch Österreich und Ungarn brauchen daher dem Kriegsministerium nicht mehr zur Genehmigung vergelegt werden.
** Tic A uszahlung der Familien» u n t e r st ü tz u n a e n an die Angehörigen der noch im Heeresdienst BesindlidMN für 16. bis 31oMärz 1919 findet Samstag den 15. März in der Zeit von 8l/i bis 12Vr tthr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nr. 7, statt.
"DerDeutsche Eisenbahner-Verband hält morgen Sonntag nachmittag 2 tthr im Hotel Fürsttnrl)of eine öffentliche Eisenbahner- Versammlung ab. DerkehrSaitesdmßmitglied Witt- rich-Franksurt a. M. spricht über Sozialisierung und Eisenbahnbetrieb.
** Schwarz-Weiß-Theater. .Keimendes Leben", 2. Teil, bas große bramatische Kulturdoku, ment von Dr. Paul Meißner kommt ab heute bis einschließlich Montag zur Aufführung. Dieser Film ist einer der besten Aufklärungsfilme. On Dorberei- tung: der bekannte Noman von Hans Land „Staats- anwalt Jordan".
Lichtspielhaus, Dahnhofstr. 34. Einende- sonderen Genuß verspricht das Lichtspielhaus in der Zeit von Samstag den 15. bis «inschl. Donnerstag den 20. März durch Aufführung einer reizenden Film- Operette „Wer nicht in der Jugend küßt". Die von Alfred Berg stammende lustige Handlung ist durch gefällige Weisen von Karl Otto Krause umrahmt. Wie auf der Sprechbühne hängt auch hier der (Erfolg zum großen Teil von der Darstellung ab, die in denkbar besten Händen liegt Tüchtige Operettenkräfte beherrschen ihre Aufgabe, sich mit ihrem stummen Partner auf der Leinwand au verschmelzen, voll- kommen. Die Vorstellung beginnt täglich um 4 -, 5.45 und 7.30 Uhr. Karten sind im Vorverkauf täglich an der Kaffe zu haben. Näheres siehe Anzeige.
ftrcis AlSfeid. Groü-Hcsftu.
vz. Alsfeld, 13. März. Gestern abend fand im Mainzer Hof eine Mitalieder-Dersarnmlung der Ortsgruppe Alsfeld des Hessischen Dolksbundes statt. Aus den Mitteilungen des Vorsitzenden über b t am letzten Sonntag in Gießen abgehaltene Generalversammlung des Hessischen Aolksbundes ist hervorzuheben, daß die Bewegung für einen Zusammenschluß beider Hessen, Naffaus, des Kreises Wetzlar und Wateecks mächtig um sich greift Deshalb gelle es, möglichst viel Stimmen zur Einzeichnung in die Listen des Hessischen Dolksbundes zu bekommen, wodurch ja keinerlei sonstige Verpflichtung erwachse. Die Ortsgruppe Als- seid des Hessischen Dolksbundes wird an geeignete Persönlichkeiten, denen es mit der Zukunft des Heffen- lanbes ernst ist, die Bitte richten, Unterschriften möglichst aller Einwohner mit Angabe der Zahl ihrer Familienmitglieder zu sammeln und an die Ortsgruppe baldigst einzusenden.
Aus hrm bcftb:en Nhringkblkt.
mr. Wiesbaden, 12 März. 3n der letzten Zeit werden namentlich Frauen und Mädchen, aber auch Manner von der französischen Besatzung in ken Abend, tunden belästigt Mißhandlungen schwerster Art ind an der Tagesordnu->g. Auf mündliche Beschwerde >eim Stadtkommandanten verwies dieser die Be- chwerdeführer auf den Weg her schriftlichen Klage und verbat sich jede weitere Belästigung.
— Altendiez a. L, 12. März. Mehrere» Fraue« wurde von hiesigen Bauern die Kranken- und Säuglingsmilch mit dem Hinweis verweigert daß man sich die Milch bei Scheibemann holen solle. Auf Beschwerde dieser Frauen entschied der amerikanische Ortskommandant: „Die Dauern haben sofort doppelte Portionen Milch an Kranke und Säuglinge zu verabfolgen. Wer die Milckabgabe verweigert, dem wird das Milchvieh sofort ohne Entschädigung enteignet-
— Hochheim a. M., 12. März Weil sie es an der nötigen .Gewissenhaftigkeit" bei Ausfüllung des Reisepaffes fehlen ließen, wurde» der hiesig« Bürger.
meister, der Beigeordnete und der Schreib« »em frais» zösifchen Militärpolizeigericht zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt
— Königstein, 12. März. Die französische Behörde macht« es der Bevölkerung zur Pflicht, alle Fahnen und Ehrenzeichen der Regimenter durch Ab- nehmen der Kopfbedeckung auf der Straße gu grüße».
Zfocbfcbtil iiti ehrt ebten.
— Frankfurt a. M.. 13. März. H,«sig« evang». lifche Kreise, die schon feit Jahre» die (Frridjtuug ein« theologischen Fakultät an der hiesigen Universität betrieben, hoben Schritte zur Uedemohme des Straßburger theologischen Lehrkörp«s nach hi« unternommen. Der Senat der Universität beschloß gründ- söhlich die Errichtung der Fakultät und richtete au bas Kuratorium das Ersuchen, dieses möge in mög- lichst rasche und eingehende Prüfung d« Frage ein- treten, ob sich bei Uebernatjme der in Stoßburg freigewordenen Lehrkräfte die Mittel für die Gründung einer theologischen Fakultät aufbringen lasten. (Es handelt sich oorerfl um 5 Professoren. Das Kuratorium trifft am 14. März die Entscheidung.
mr. Frankfurt a. M^ 13 März. Geh. Me. dizinalrat Prof. Dr. Ludwig Rehn, der Ordinarius für Chirurgie an der Frankfurter Universitöt, tritt am 1. Oktober aus dem Lehrkörper aus. Schon jetzt wird er bis gu diesem Zeitpunkt beurlaubt Professor Rehn, einer der führenden Mediziner Deutschland», feiert am 13. April seinen 70 Geburtstag. Die zunehmenden Beschwerden des Atter« lasten ihn in be» wohlverdiente» Ruhestand treten.
vüchertlsch.
Infolge des Parner- und Platzinmrgess Annen fcrtläufig die Buch rngängt nur verzridmet werden. Eine Besprechung ist nur in den aller- seltensten Fällen möglich.
— DiealldeutschE Gefahr Don Paul Rohrbach. Herausgaben von M £x>ho"mt. Verlas) von Hans Robert Engelauum, Berlin W 15. Preis 1,50 Mk.
— Wie wir belogen wurden. Tie amtliche Irreführung des deutschen Volkes.
Dr. Kurt Mühsam. Verlag von Albert Langen in München.
— Die deutsche bolschewistische Verschwörung. 70 Dokumente über die Bv- Ziehungen der Bolschewiki zur deutsch«! Heeresleitung, Großindustrie und Firurnz. Ter freie Co lag in Bern, Falkenplatz 22.
— Leipziger ,„J ll ustrierte Zei- tung" (Verlag pc»n I. I. Weber».
Letzte Nachrichten.
Die verhand ungen in Spaa.
Berlin, 13. März. (WTB.) Sitzungsbericht ber $?afenfttUFdantebrnmlhwn in Spra oom 13. März. Ter Vertreter der delttschen Regierung übergab m der heutigen Sitzung eine Note an die Alliierten, in der die innere Lag« Deutschland- gesd-ildert nrirt». Ter Schluß der Note lautet: ,,Tas Ansehen der Regierung hat durch bte entflossene und verstLndnisvolü Haltung -war sehr gewonnen, aber alle errungene» Erfolge müssen trotzdem Sdieim-rfvlge bleiben, wenn nicht in allernächfter Zeit der Arbriterschaft eine, wenn auch mir leichte Besserung der E r - nährungSverhältnrsse geboten werden Faun. Nur Arbeitsbeschaffung, also Rohstoffe, und MkSreichcnde Ernährung können der arbeitenbm Bevölkerung endgültig Rettung bringen."
Pensionen an im gteidjälanbe w» lmen bleibend« elsass-lothringische Beamte werben nach einer Entscheidung von Marschall Fach nur bann aus- aezahlt werden, tvenn auf Grund eines gegenteiligen Abkommens die dcutfdie Regierung der sranzösisdteU einen enifprcdxiibai Vorschuß gibt.
Zu dem Ersudien der Wliierten, befoniere Telegraphenlinien von Berlin nach den besetz en Gebieten yn errichten, wurde das grundsitzlicke Einverständnis der dcuisä-en Negierung unter fcoet Voraussetzungen erklärt, nämlich erstens Lustche- rung der Gcgenseikicfteit für die Zeit der Friexns- verl^iublungen, zweitens Gewährung nur bis Frte» densschlust.
Tut deutsche Ka u ka su-beleg a ti o n, an deren Spitze der Generalmajor o. Kreß steht, ist sicheren Nachrichten zufolge, entgegen der von Marschall Fach gegebenen Zusicherung deS freien Geleites interniert worben. Ttes verstößt aufierbem auch gegen Artikel 13 bes Wasienstill- stmrbsvertrageS. Tie Behandlung der Triegation ist absichtlich unhöflich und schroff. Es wirb dagegen Verwahrung eingelegt.
Bezüglich be» von den Franzosen abgelebten Oberbürgermeisters von Mainz war beulfdyr- seits um Ausllärung gebeten toorben. Xie heute gegebene Aufklärung lautet bahin, baß Oberbürgermeister Goettelmann nicht mehr bas Vertraue» ber französisdien BehSrden genos eu hat unb ibrN daher der Abgang nahegelegt worben war. Ei« sachliche Aufkläruno über bte Gründe der Maßregelung wurde nicht gegeben.
Der frühere Polizeipräsidrul Eichborn.
Berlin, 14. März. Noch einer Meldung bte „Der!. Lok.-Anz." aus Weimar liegt ein Schreibe» des Abgeordneten Eichhorn an den Präsidenten der Nationalversammlung vor, in welchem er aus ®ra»n- schweig, wo er bei feinen kommunistischen Freunde» Unterschlupf gesucht habe, anhfinbigt, daß er an den Sitzungen der Nationaloerjammlung teilnehmen werde unter der Voraussetzung bes Schutzes seiner persönlichen Freiheit durch den Präsidenten.
Bus brr Deutschen deins'falschen Partei.
Berlin, 14. März. (WTB.) Tie T^ulsche denrokratische Fraktion der preuhisdien Lanfesver- sammluu^ wählte ju Xwriiynbai mit gleichen Rechten otaat5iiriniftcr a. D Tr. Friedberg, Tireftor Oeser, Stettin unb Prof. D. Rade, Marburg.
Die Landtagswahlen ta Sachsen-Weimar.
Weimar, 13. März (WTB.) Bei de» Landtagswadlen in Sa chsen-D e i mar erhielten die Mehrhritsfozialdemokraten 18 Stto b« Unabhängigen 3 Sitze, die TeuZcirtattonate» unb bie BolkSvartei (brrbunfenc Listen)
zusammen 11 Sitze unb die Den sche demokratische Parier und bie Ehrislluhe BolkSpartei zusatmne» 10 Sitze.
Die kllftschiffühtt in Deutschland.
Pari», 13. März. (TBZ9.) 3» ber gestrigen Sitzung bc» Obersten Kriegsrats fand eine (Erörtern»g statt, um die genaue Unterscheidung fcsizustelle» zwischen Militär ifcherLvftschif fahrt, die Deutschland verboten bleiben soll, und der Luftschiffohrl für Handelszwecke, d e Deutschland nach dem Friede- unter gewiffen Sicherheiten gestattet werden soll. Die Frage wird noch «ngehend« geprüft werd«.


